Wieder einmal steht ein Bier aus den Schanzenhöfen in Hamburg vor mir, diesmal das Session Pils. Da mir bislang die Biere aus dieser norddeutschen Brauerei immer ausgesprochen gemundet haben (ja, diese Brauer können nicht nur Pilsener Biere brauen), sind meine Erwartungen entsprechend hoch. Daher will ich mir ohne lange Vorrede gleich mal eine Probe einschenken. Aber Moment, was heißt hier Rasenmäher? Auf dem Rückenetikett wird das folgendermaßen erklärt: „Unser drittes Pils aus der Dry Hopped Reihe ist ein echtes Rasenmäher. So werden im Allgemeinen Biere mit einem niedrigen Alkoholgehalt genannt. Frisch, kaltgehopft und mit vollem Geschmack ist unser Rasenmäher das perfekte Gerät für jede Gelegenheit!“ Ich übersetze das mal: nach dem Genuss eines Bieres sollte niemand mehr fahren (in der DDR war halt nicht alles schlecht). Aber um einen Rasenmäher vor sich her zu schupsen reicht es noch immer… Nun aber zur Bierprobe.
Goldgelb und klarzeigt sich das Bier im Glas, dazu eine sehr lebhafte Kohlensäure. Darüber steht ein feinporiger reinweißer Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Das Aroma ist intensiv hopfenbetont, nach Orangenschale und anderen Zitrusfrüchten, wobei aber auch das Malz noch zu seinem Recht kommt. Fast könnte dieses Pils als IPA durchgehen.
Der Antrunk hält die nächste Überraschung bereit. Er ist kaum süß und kaum ist das Bier über die Zungenspitze hinausgekommen, drängen sich die Bitterstoffe des Hopfens in den Vordergrund. Das Bittere wird durch eine leichte Säure unterstützt. Dieses Bier ist extrem spritzig und durch die reichlich vorhandene Kohlensäure recht süffig. Der Abgang ist intensiv bitter und lang anhaltend, dabei aber sehr angenehm.
Alles in Allem haben wir hier ein absolut ungewöhnliches Pils, das sicher nicht jedem schmecken wird, das aber sicherlich wert ist, einen Versuch zu wagen.
Zutaten:
Wasser
Gerstenmalz (Pilsener, Wiener Carapils), Hopfen (Citra, Saphir), Hefe
Alkoholgehalt:
8,0 % Vol.
Bittereinheiten:
28
Brauerei:
Ratsherrn Brauerei GmbH
Lagerstr. 30a
Schanzenhöfe
20357 Hamburg
http://www.ratsherrn.de
Nun steht mal wieder ein Bier aus der kleinen Brauerei in den Hamburger Schanzenhöfen vor mir, das Ratsherrn Westküsten IPA. Über meine Erwartungen an Biere aus dem Schanzenviertel habe ich an anderer Stelle bereits ausführlich geschrieben. Deshalb spare ich mir hier die Wiederholung, nur so viel: meine Erwartungen sind hoch.
Nun will ich mal wieder ein Bier aus der Riegele Braumanufaktur testen, das Auris 19. Woher dieser Name? Das Bier ist mit 19° Stammwürze gebraut. Wenn das Bier dann auch noch als „Goldenes Feuer“ beworben wird, steigen selbstverständlich meine Erwartungen. Im Glas zeigt sich das Bier in einem satten goldgelb mit einer lebhaften Kohlensäure. Der Schaum ist eher sparsam vertreten, dafür aber feinporig. Dass sich der Schaum schnell auflöst trübt den optischen Eindruck, ist aber noch kein K.O.-Kriterium. Das Aroma wird von Malz und blumigen Noten bestimmt, es ist fruchtig und zeigt auch einen Anklang von Ananas. Da macht es doch gleich Spaß, sich auf den ersten Schluck zu freuen. Der Antrunk ist sehr mild, aber schnell dominiert das Malz den Geschmack. Das Ganze aber durchaus angenehm auf das Bittere des Hopfens abgestimmt. Der Abgang ist mäßig bitter, der Geschmack bleibt aber lange erhalten.
Bei guten Weinen sind wir es ja gewöhnt, auf den Jahrgang zu achten. Beim Bier ist dies dagegen recht selten. Weshalb eigentlich? Bier enthält doch erheblich mehr Grundstoffe aus der Natur, die bei jeder Ernte anders sein können. Wenn nun ein Bier auf dem Etikett den Jahrgang angibt, schraubt das bei mir die Erwartungen kräftig in die Höhe. Mal sehen, ob das Bier diese Erwartungen auch erfüllen kann. Zusätzlich sagt das Rückenetikett aus, dass dieser Lagerbock acht Wochen lang gereift ist. Auffällig ist auch der Naturkorken, mit dem die Flasche verschlossen ist. Diese Art, Bierflaschen zu verschließen, kenne ich sonst nur aus Belgien.
Nun möchte ich mich mal wieder einem Bier aus Franken zuwenden, dem Kellerbier der Rhönpiraten. Ich kenne den Braumeister Stephan Kowalsky zwar nicht persönlich, aber ich nehme an, dass es sich um einen echten Idealisten handelt. Er hatte in seiner ursprünglichen Brauerei die bekannte Bionade entwickelt und nachdem er die Brauerei an Dr. Oetker verkauft hatte, konnte er sich eigentlich zur Ruhe setzen. Stattdessen hat er die Rhönpiraten gegründet. Außerdem sind Malz und Hopfen aus kontrolliert biologischem Anbau. Wir können also davon ausgehen, dass in diesen Bieren aus Ostheim viel Herzblut steckt. Mal sehen, ob sich meine Erwartung erfüllt.
Nun steht mal wieder ein Bier aus Franken vor mir, ein Indian Pale Ale von den Rhönpiraten. Da das Etikett keine weiteren Informationen enthält, werde ich sofort mit dem Verkosten beginnen.
Nun steht mal wieder ein Bier aus Franken vor mir. Es stammt aus der recht neuen Kleinbrauerei Rhönpiraten aus Ostheim. Das Spezial ist ein untergäriges Vollbier. Da die Etiketten nichts hergeben werde ich mir gleich das erste Glas einschenken.
Nun teste ich mal wieder ein Craft-Bier aus dem Riedenburger Brauhaus in Bayern, das Emmer-Bier. Emmer, auch Zweikorn genannt, ist ein Vorgänger des Weizens. Er ist, zusammen mit Einkorn, eine der ältesten kultivierten Getreidearten. Diese Weizenart mit lang begrannten, meist zweiblütigen Ährchen wird heute in Europa kaum noch angebaut. Heute baut die Riedenburger Brauerei den Emmer im Rahmen eines Programms zum Erhalt historischer Getreidearten wieder an.
Nun steht mal wieder ein Bier aus Österreich vor mir, Nessie genannt. Es ist nicht nur ein Craft-Bier, sondern auch ein Rotbier, das zu allem Überfluss mit schottischem Whiskymalz gebraut wurde. Außerdem wurde das Bier vor der Abfüllung zwei Monate gereift. Da kann ich wohl mit Fug und Recht etwas ganz besonderes erwarten.
Passend zu den derzeitigen Temperaturen steht jetzt das Summer Ale aus der Ratsherrn-Brauerei in den Hamburger Schanzenhöfen. Komponiert aus sechs Hopfen- und vier Malzsorten macht es wirklich neugierig. Und da aus dieser Brauerei bislang immer wirklich gute Biere kamen sind meine Erwartungen entsprechend hoch.