Archiv der Kategorie: Craft Beer

Eulchen Bock

Das Bockbier gehört in Deutschland zu den beliebtesten Bierstilen und so ist es auch nicht verwunderlich, dass die kleine aufstrebende Brauerei Eulchen aus dem rheinland-pfälzischen Mainz auch einen Doppelbock im Angebot haben. Eine Flasche steht jetzt vor mir und möchte gerne verkostet werden. Mache ich sie also auf und schenke ein.

Sehr dunkel mahagonifarben zeigt sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge hellbrauner größtenteils feinporiger Schaum, der lange erhalten bleibt. An der Optik gibt es schon mal nichts auszusetzen.

Im Aroma mischen sich die Röststoffe des Malzes, die den Duft dunkler Schokolade beisteuern, mit vielen fruchtigen Noten des Hopfens, die Düfte nach Kirschen und roten Beeren beitragen. Der Duft zeigt bereits, dass das Bier recht viel Süße enthält.

Do ist es auch nicht verwunderlich, dass der Antrunk recht süß ist. Aus diesem Grund könnte die Kohlensäure auch etwas großzügiger dosiert erden. Aber das vollmundige Bier gefällt mir mit seinem vollmundigen Geschmack trotzdem von Beginn an. Sobald sich das Bier im Mund verteilt zeigt sich der Geschmack nach Marzipan, was zusammen mit dem sich auf der Zunge dezent widerspiegelnden Kirscharoma sehr apart ist. Im Abgang gesellt sich noch ein freundliches und sanftes Bitter mit durchschnittlichem Nachklang zur Fruchtigkeit.

Der Doppelbock von Eulchen ist ein wirklich angenehmes Bier, bei dem ich mich nur frage, weshalb es ausschließlich im Winter gebraut wird.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Saphir), Hefe

Alkoholgehalt:

7,6 % Vol.

Stammwürze:

19,3 %

Brauerei:

Eulchen GmbH
Hindenburgstr. 7
55118 Mainz
www.eulchen-bier.de

Waldhaus Ohne Filter

Das Waldhaus Ohne Filter ist ein hefetrübes Kellerbier aus dem südlichen Teil des Schwarzwalds, das mit ganzem Doldenhopfen gebraut wird.

Vermutlich nicht ohne Grund wurde dieses Bier vielfach ausgezeichnet. Beim World Beer Award wurde es 2012 als World Best Seasonal Lager geehrt, beim International Taste & Quality Award in Brüssel erhielt es fünfmal 2 Sterne und dreimal drei Sterne, ebenfalls in Brüssel bekam es von 2012 bis 2017 in jedem Jahr die Goldmedaille, beim European Beer Star in München bekam es zweimal Gold, beim Meiningers International Craft Beer Award Platin, bei 1001 Degustations in Frankreich wurde es 2016 mit Silber und 2017 mit Gold ausgezeichnet und von der DLG bekam es insgesamt 18 Medaillen, davon immerhin zwölfmal Gold. Ich habe es jetzt nicht nachgeprüft, aber ich glaube, noch kein Bier, das ich hier verkostet habe, wurde häufiger ausgezeichnet.

Strohgelb und hefetrüb mit einem leichten Stich ins Grüne steht das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine sehr schöne feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Das gefällt mir schon mal.

Das Bier duftet blumig und erdig und der Naturhopfen spendet auch einige grasige Noten. Dazu kommen noch Düfte nach Vanille und Biskuitteig, unterstützt durch Vanille und etwas Waldhonig. Ein derart komplexes Aroma kann nur ein gutes Bier begleiten.

Durch die sehr feinperlige Kohlensäure ist der Antrunk spritzig. Sofort zeigt sich auch, wie vollmundig das Bier ist. Dabei sorgt die Hefe für ein weiches und rundes Mundgefühl. Der Abgang ist wenig bitter mit einem ordentlichen Malzgeschmack. Trotzdem kommt auch hier der Hopfen mit seinen grasigen Noten zu seinem Recht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Spalt, Tettnang, Hallertau), Hefe

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Brauerei:

Privatbrauerei Waldhaus
Waldhaus 1
79809 Waldhaus
www.waldhaus-bier.com

Schoppe Flower Power

Der Name des Bieres, das jetzt vor mir steht, ist ziemlich retro, schließlich haben wir von Flower Power zuletzt in den 1960er Jahren gesprochen. Aber das war nicht die schlechteste Zeit. Auch die Gestaltung des Etiketts orientiert sich an dieser Zeit. Da bin ich ja mal auf das Bier gespannt.

Bernsteinfarben und hefetrüb ist die Flower Power. Über dem Bier bildet sich eine durchschnittliche feinporige Schaumkrone, die recht lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Hefe, dazu nach Mango und roten Johannisbeeren. Ich meine, auch leichte blumige Noten festzustellen. Im Vergleich zu den meisten IPAs, die ich bislang getrunken habe, fehlt die ausgeprägte Zitrusnote im Aroma. Aber das muss ja nicht zwangsweise ein Nachteil sein.

Der Antrunk ist leicht süß und ich stelle eine sehr feinperlige Kohlensäure fest. Leider ist die Kohlensäure sehr knapp dosiert, so dass der erste Eindruck doch recht schlank ist. Schnell kommt ein dominantes aber doch angenehmes Bitter dazu. Jetzt schmeckt auch die Hefe durch und im Hintergrund spiegeln sich die Aromen. Der Abgang ist überraschend mild, dafür eine mit einem sehr langen Nachklang.

Das Flower Power ist so ungewöhnlich wie sein Name, hat aber Charakter und wenn ich dieses Bier noch öfters trinken sollte, könnte ich mich erneut in die Hippiebewegung meiner Jugend verlieben.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Saphir, Cascade, Chinook), US Ale- Hefe

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Stammwürze:

11° Plato

Bittereinheiten:

45 IBU

Brauerei:

Schoppe Bräu GmbH
In den Schifferbergen 14
13505 Berlin
www.schoppebraeu.de

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Braukraft Hell-Oohh

Die Beschreibung, die die Brauerei für dieses Bier liefert, ist euphorisch: „Unsere untergärige Spezialität, für die man auch keinen Anlass zum Genießen braucht… Von allen Stimmungen unbeeindruckt bringt Sie meist einem Lächeln mit. Spätestens wenn sie den Gästen das erste Getränk serviert herrscht auch bei diesen ein zufriedenes Aufatmen. Sollte es dann noch ein wirklich gutes Bier sein wird aus einem langweiligen „Hallo“ ein fröhliches „Hell-Oohh“… wer kennt Sie nicht? Die Kellnerin des Vertrauens…. Prost.“

Eine solche Beschreibung kann einem gefallen oder auch nicht. Wichtiger ist aber das Bier, das ich jetzt öffne. Ups, bereits beim Öffnen schäumt das Bier aus der Flasche. Das gefällt mir schon mal nicht sonderlich. Hätte ich die Flasche vorher geschüttelt würde ich das ja verstehen. Aber ich hatte sie doch ganz normal aus der Küche geholt.

Im Glas präsentiert sich das Bier hell bernsteinfarben und hefetrüb. Obwohl das Bier bereits beim Öffnen übergeschäumt war bildet sich im Glas nicht übertrieben viel Schaum. Dafür ist er aber feinporig und bleibt lange erhalten.

Das Aroma ist malzbetont, ansonsten aber recht diskret. Leichter Toffeeduft steigt mir in die Nase, unterstützt durch Düfte nach Hefe und Orangen. Ich würde mir den Duft intensiver wünschen, aber das ist mein persönlicher Geschmack.

Der Antrunk ist leicht süß, überraschend spritzig und rund. Insgesamt ist das Bier süffig. Die Hefe macht zusammen mit der Süße des Malzzuckers und einem leichten Bitter den Geschmack rund. Auch der Abgang ist nur leicht bitter, er klingt aber lange nach.

Anfangs war ich fast etwas enttäuscht von diesem Bier, aber je mehr ich davon trinke, gefällt es mir immer besser. Kurz gesagt war es Liebe auf den zweiten Schluck.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Braukraft GmbH & Co. KG
Hirtackerweg 35
82205 Geisenbrunn
www.braukraft.de

Horny Betty

Horny Betty – das ist schon ein merkwürdiger Name für ein Bier. Horny bedeutet hornig, geil oder spitz. Welches dieser Adjektive auf dieses Bier zutrifft überlasse ich Ihrer Vorstellungskraft. Es stammt aus der Brauerei Gusswerk, die sich selbst als die österreichische Bio-Brauerei bezeichnet. Nun ist sie nicht die einzige Brauerei in Österreich, aus der Biobiere kommen, aber mehr als zwei Dutzend Biobiere aus einer Brauerei sind schon eine Seltenheit. Mal sehen, ob aus Hof in der Nähe von Salzburg nicht nur Masse, sondern aus Klasse kommt.

Da bin ich allerdings optimistisch. Sicher hat Horny Betty zweimal den ersten Platz bei den österreichischen Staatsmeisterschaften der Kleinbrauereien errungen und einmal den zweiten Platz. Die Brauerei beschreibt die Horny Betty so: „Die dreifache Maische und die doppelte Gärung entfachen in ihr ein leidenschaftliches Feuer. Sie bietet ein würzig-fruchtiges Aroma, das sich aus dem Weinglas genossen am besten entfaltet!“

Dunkel Kastanienbraun präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine Krone aus hellbraunem feinporigem Schaum, die recht lange erhalten bleibt. Optisch gefällt mir das Bier schon mal.

Das Aroma ist süß und malzbetont. Ich rieche Trockenpflaumen und Rosinen, unterstützt durch einen Hauch Vanille. Die 9 Volumenprozent Alkohol passen sich gut in das Aroma ein.

Es ist nicht überraschend, dass auch der Antrunk recht süß ist. Die intensive Süße wird durch die feine moussierende Kohlensäure ausgeglichen. Schnell kommt eine leichte Fruchtigkeit nach Cranberrys dazu, begleitet durch die wärmenden alkoholischen Noten. Im Abgang bringen die Röststoffe den Geschmack von Karamell und Trockenpflaumen, dazu kommt sehr wenig bitter. Der Abgang klingt nur kurz nach.

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Stammwürze:

19,9° Plato

Bittereinheiten:

36 IBU

Brauerei:

Brauhaus Gusswerk
Römerstr. 3
5322 Hof bei Salzburg
Österreich
www.brauhaus-gusswerk.at

Dieses Bier können Sie ab einer Bestellsummer von 49,00 Euro durch einen Klick auf das folgende Banner versandkostenfrei bestellen:

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Holla die Bierfee

Eigentlich ist es mir ja vollkommen egal, ob mein Bier von einem Mann oder einer Frau gebraut wurde. Es kommt auf das Ergebnis an, das er oder sie abliefert, das Geschlecht ist mir genauso egal wie die Schuhgröße des Brauers. Aber in diesem Fall kann ich das Geschlecht nicht ignorieren. Das rosa Etikett passt zur ebenfalls rosa Fahne am Flaschenhals. Und die Website www.holladiebierfee.de befasst sich auch mehr mit den Frauen, die das Bier herstellen als mit dem Bier selbst. Ich persönlich finde es nicht so furchtbar ungewöhnlich, dass Frauen ein gutes Bier brauen können. Geschichtlich betrachtet war das Bierbrauen Frauensache und damit waren die Frauen die Begründer der Bierkultur in Deutschland. Kommen wir nun also zu dem Dinkel Ale, das die drei Brauerinnen ständig im Angebot haben.

Bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich sehr viel beiger feinporiger Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier schon mal perfekt.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert. Ich rieche Karamell, Biskuitteig und Vanille. Ich vermute jetzt mal, dass die Bierfee ein sehr mildes Bier ist.

Und tatsächlich ist der Antrunk recht süß, aber durch die sehr feinperlige Kohlensäure frisch und spritzig. Das gefällt mir. Auch das flott noch einiges an Bitter dazukommt ist angenehm. Allerdings vermisse ich jetzt doch etwas Säure und Fruchtigkeit. Trotzdem ist das Bier vollmundig und rund. Der Abgang wird durch ein freundliches und angenehmes Bitter mit recht langem Nachklang geprägt.

Insgesamt ist die Bierfee ein angenehmes Bier, das auch Menschen überzeugen kann, die ansonsten nur selten Bier trinken.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Dinkelmalz, Hopfen (Monroe, UicSecret, Mandarina Bavaria), Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Brauerei:

G. Meinel GmbH
95028 Hof
www.holladiebierfee.de
Ich bin mir nicht sicher, ob es Holla Die Bierfee noch gibt. Die URL holladiebierfee.de ist seit Anfang April 2019 nicht mehr erreichbar und auch über Facebook habe ich keinerlei Antwort erhalten.

DIE BIEROTHEK

Eulchen Märzen

Die Geschichte des Eulchens begann genau wie bei vielen anderen Craft Beer-Brauern: die beiden Kommunikationsdesignstudenten Philip Vogel und Leonidas Lazaridis begannen als Hobbybrauer und kamen irgendwann auf die Idee, das Bier auch zu verkaufen. 2013 suchten sie sich eine kleine Brauerei, in der sie nach ihren Vorstellungen 2000 Flaschen brauen ließen. Sie mieteten einen Pop-Up-Store und bereits nach einer Woche war der erste Sud ausverkauft. Und da das Bier weiterhin nachgefragt wurde machten sie weiter.

2015 eröffneten sie die Trinkhalle in Bahnhofsnähe und bereits ein Jahr später den Biergarten am Schloss. Dort scheinen sie ganz gut im Geschäft zu sein. Jetzt steht das Märzen der beiden vor mir und will verkostet werden.

In kräftigem Bernstein und leicht hefetrüb erstrahlt das Bier. Die durchschnittlich große feinporige Schaumkrone hält sich lange. Gegen die Optik lässt sich schon mal nichts sagen.

Anfangs ist das Aroma fruchtig. Das Märzen duftet intensiv nach Limonen, Ananas und anderen Südfrüchten. Die Fruchtigkeit lässt bald nach und der Karamellduft des Malzes übernimmt das Kommando, unterstützt von einer leichten Likörnote, die das Karamell gut unterstützt.

Der Antrunk ist recht süß. Mir gefällt die sehr feinperlige Kohlensäure, von der ich mir aber etwas mehr gewünscht hätte. Der kräftige Körper ist ausgewogen und rund, so dass das Bier sehr süffig ist. Im Abgang mischen sich bittere und süße Geschmäcker, die mittellang nachklingen.

Als Märzen ist dieses Bier ungewöhnlich, aber sehr lecker.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Simcoe, Saphir), Hefe

Alkoholgehalt:

5,4 %

Stammwürze:

12,5 %

Brauerei:

Eulchen – Lazaridis, ´Vogel GbR
55118 Mainz-Neustadt
www.eulchen-bier.de

Crew Republic Drunken Sailor

Die Brauerei beschreibt das Drunken Sailor so: „Weigh the Anchor, Hoist the Sails… Meterhohe Wellen, peitschender Wind. Das war das Leben der englischen Seefahrer, die den Auftrag hatten, Bier in die indische Kolonie zu bringen. Nur unendlich viel Hopfen und ein hoher Alkoholgehalt machten es haltbar für die gefährliche Reise. Drunken Sailor IPA bringt das Abenteuer und den kräftigen Geschmack ins 21. Jahrhundert… Ship Ahoy!“ OK, das war nicht unbedingt die Beschreibung des Drunken Sailor, sondern eher die Beschreibung der Entstehung dieses Bierstils. Ich finde die Formulierungen aber ganz gelungen. Wenn das Bier genauso gut ist, ist daran nichts auszusetzen.

Tieforange und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine gute Menge feinporiger Schaum und bereits beim Einschenken steigt mir ein intensiver Duft nach Grapefruit in die Nase.

Aber das Aroma hat noch mehr zu bieten. Neben Grapefruit steigen mir noch Düfte von Ananas, Zitrone, grünen Äpfeln, Waldhonig sowie einige florale und kräuterige Noten in die Nase. Das komplexe Aroma gefällt mir sehr gut.

Der Antrunk ist trocken und spritzig. Besonders gefällt mir die sehr feinperlige Kohlensäure. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Besonders die Grapefruit tritt in den Vordergrund, aber langsam lässt sich auch eine feine Malzsüße blicken. Der Abgang ist freundlich bitter und lang nachklingend. Ich hätte aber die 58 IBU nicht erwartet.

Das Drunken Sailor ist ein sehr gut trinkbares IPA. Leider musste ich aber feststellen, dass das fruchtige Aroma bereits nach kurzer Zeit verfliegt. Ich weiß nicht, woran das liegt; bei anderen IPAs sind die Aromen stabiler.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Münchner, Karamellmalz), Hopfen (Herkules, Citra, Cascade, Simcoe), Hefe

Alkoholgehalt:

6,4 % Vol.

Bittereinheiten:

58 IBU

Brauerei:

Crew Republic Brewery GmbH
Andreas-Danzer-Weg 30
85716 München/Unterschleißheim
www.crewrepublic.de

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Glaab’s Tropic Thunder

Wieder einmal steht ein Craft Beer aus der Brauerei Glaabsbräu im hessischen Seligenstadt vor mir, das Tropic Thunder. Die Freien Brauer, ein Zusammenschluss von etwa 40 inhabergeführten Brauereien, beschreiben die Brauerei wie folgt: „Älteste Brauerei Südhessens und zugleich eine der modernsten Brauereien Deutschlands – das ist Glaabsbräu. Der Bierkultur ist Glaabsbräu seit mehr als 270 Jahren verpflichtet, dem Qualitätsanspruch, nur die besten und geschmackvollsten Biere zu brauen, ebenso. Sie wird in neunter Generation von Robert Glaab geführt und hebt sich durch ihre besondere Brau- und Rohstoffphilosophie gerade hervor. 2015 und 2017 hat Glaabsbräu wichtige strategische Meilensteine gesetzt. In 2015 wurde eine der modernsten Brauanlagen Deutschlands eingerichtet. Neben brauhandwerklichem Geschick und Liebe zum Detail ist damit eine wesentliche Voraussetzung geschaffen, individuelle Biere auf höchstem Niveau zu brauen.“ Na, da soll kann ich mich doch wohl auf ein gutes Bier freuen.

In kräftigem Rotgold mit sehr viel sahnigem Schaum, der langsam in sich zusammenfällt, steht das Bier im Glas vor mir. Optisch gibt es da wirklich nichts zu meckern.

Auch das komplexe Aroma ist sehr ansprechend. Ich rieche Banane, Ananas, Melone, Zitrusfrüchte sowie einen Hauch Banane. Das Bier wird mir immer sympathischer.

Der Antrunk hält, was das Aroma verspricht. Vom ersten Moment an ist das Bier fruchtig, frisch und dabei kräftig. Alle Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Während sich das Bier im Mund ausbreitet werden die Geschmäcker noch intensiver. Die Brauerei übertreibt nicht, wenn sie auf dem Rückenetikett schreibt: „Bananen-, Melonen- und Mangoaromen expodieren in einen aromatischen Tropensturm und lassen dich den Alltag vergessen.“ Erst im Abgang kommt ein kräftiges aber freundliches Bitter zum Vorschein, das ellenlang nachklingt.

Das Glaab’s Tropic Thunder ist ein rundherum gelungenes Bier.

Zutaten:

Brauwasser, Weizenmalz, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Caramel Malz), Hopfen (Hüll Melon, Summit)

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

12,1 %

Bittereinheiten:

25 IBU

Brauerei:

Glaabsbräu GmbH & Co. KG
Frankfurter Straße 9
63500 Seligenstadt
www.glaabsbraeu.de

Eulchen Helles

Bei meinem letzten Besuch in Mainz ließ ich es mir selbstverständlich nicht nehmen, die vier Biere der jungen Brauerei Eulchen mitzunehmen. In der Nähe des betreibt das Unternehmen einen Kiosk, der, wenn ich mich richtig erinnere, hauptsächlich die Eulchen-Biere verkauft. Ich finde, das ist eine witzige Idee, auch wenn ich mich wundere, dass das sich wirtschaftlich rechnet. Auf der Website von Eulchen finden sich aber auch einige Bilder, die zeigen, dass dort im Sommer richtig was los ist.

Bleibt noch die Frage, wie es zu dem Namen der Brauerei gekommen ist. Auch hier gibt die Website Aufklärung: „Tiere waren früher beliebte Namensgeber für Brauereien. Wir haben die stolze Eule als Namensgeber und Wappentier gewählt. Ein nachtaktives Tier, welches hervorragend zu unserem hochwertigen Bier passt, welches auch nachts verzehrt werden soll. Aufgrund unserer gewählten 0,33 Liter Flaschen und des wohlklingenden Wortes, ist es das Diminutiv Eulchen geworden.“ Nachdem das auch geklärt ist, können wir endlich zum Bier kommen.

Sonnengelb präsentiert sich das Bier im Glas und macht damit seinem Bierstil schon mal alle Ehre. Außerdem enthält das Bier viel sehr feinperlige Kohlensäure. Die Schaumkrone ist durchschnittlich groß, aber sie fällt leider sehr schnell in sich zusammen.

Das Aroma ist malzbetont. Ich rieche Karamell, unterstützt durch den Duft von Orangenschale und einigen Kräutern.

Der Antrunk ist mäßig süß und spritzig. Schnell kommt ein ordentliches Bitter dazu. Irgendwie scheint mir der Geschmack nicht wirklich rund, eventuell fehlt etwas Fruchtigkeit. Der Abgang ist dann recht mild, aber er klingt trotzdem lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hersbrucker, Saazer), Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,9 %

Brauerei:

Eulchen GmbH
Hindenburgstr. 7
55118 Mainz
www.eulchen-bier.de