In Holzfässern gereiftes Bier ist immer etwas Besonderes, da das Bier die Aromen des Holzes sowie der Flüssigkeiten aufnimmt, die vorher in dem Fass gelagert wurden. Das fassgereifte Bier der Brauerei Welde, der Bourbon Barrel Bock, wurde in Bourbon-, Rum- und Tequila-Fässern gelagert. Es ist eines von sechs Craft-Bieren, die von der Biermanufaktur in Plankstadt angeboten wird. Aber Stephan Dück, Braumeister und Biersommelier bei Welde, hat sich noch etwas anderes einfallen lassen und das Bier einer Kalthopfung mit Green Bullet-Hopfen unterzogen.
Intensiv goldfarben mit einem orangenen Stich zeigt sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine voluminöse beige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Bei der Optik hat die Brauerei schon mal alles richtig gemacht.
Auch das malzbetonte und dabei vielschichtige Aroma begeistert mich. Im Vordergrund sind die für ein Bockbier typischen süßen und süffigen Aromen. Düfte nach Karamell, Kandis und Brotrinde steigen mir in die Nase, unterstützt durch die Düfte des Hopfens nach Zitrusfrüchten und Trockenfrüchten. Auch einige würzige Aromen sind festzustellen.
Süß und fruchtig halten sich beim ersten Kontakt des Bieres mit der Zunge die Waage. Weich und mit wenig Kohlensäure schmeichelt das Bier der Zunge. Der Geschmack nach Karamell breitet sich im Mundraum aus und sorgt für einen vollen intensiven und ausgewogenen Geschmack. Im Abgang wird das Bier trockener. Der Geschmack klingt noch einige Zeit nach.
Der Bourbon Barrel Bock ist stiltypisch und trotzdem mit seiner Komplexität etwas ganz Besonderes. Er passt gut zu Wildgerichten und Kaninchenbraten.
Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Green Bullet), Hefe
Alkoholgehalt:
6,6 % Vol.
Stammwürze:
16,0 %
Brauerei:
Weldebräu GmbH & CO. KG
Brauereistraße 1
68723 Plankstadt/Schwetzingen
www.welde.de
Wieder einmal steht ein Bier von Ralph Hertrich vor mir. Diesmal hat er ein dunkles Bockbier kreiert. Da die anderen Biere aus Feucht alle von hervorragender Qualität waren, gehe ich an diese Verkostung mit sehr hohen Erwartungen. Die Erwartungen werden noch weiter gesteigert, als ich auf das Rückenetikett der Flasche sehe. Obwohl Bockbiere eigentlich ihren Geschmack aus dem Malz gewinnen, hat Ralph auch bei diesem Bock richtig gute Hopfensorten verwendet. Zusammen mit den drei verwendeten Malzen wird das wohl ein richtig guter Bock sein. Jetzt ist aber an der Zeit, die Flasche zu öffnen.
Die Brasserie de la Senne ist eine junge, aber talentierte belgische Brauerei, die von Bernard Lebouq und Yvan De Baets geleitet wird und deren Motto “ Qualität “ und “ Tradition “ ist. Aus diesem Grund werden alle Biere dieser Brauerei ungefiltert, unpasteurisiert und ohne Zusatzstoffe gebraut. Für den Brauprozess verwenden die Brauer nur Rohstoffe von höchster Qualität.
Als ich kürzlich Freiburg besuchte habe ich die Badisch Gose der Brauerei Welde gefunden. Da mir die Biere von Welde, die ich bislang verkostet habe, sehr gut gefallen haben, musst ich selbstverständlich auch dieses Bier mitnehmen. Wieder zuhause habe ich aber gezögert, die Flasche zu öffnen. Ich habe bereits einige Biere dieses Stils getrunken und die Geschmäcker dieser Biere variierten sehr stark. Sie reichten von wunderbar fruchtig bis hin zu furchtbar sauer, einfach nur sauer.
Das Brown Ale, das jetzt vor mir steht, stammt aus der Dorpsbrouwerij Humulus im belgischen Arendonk, das direkt an der Grenze zu den Niederlanden liegt. Wie so viele belgische Biere wurde auch dieses in der Flasche einer zweiten Gärung unterzogen, wodurch die Kohlensäure im Bier feiner gebunden und der Geschmack in vielen Fällen verbessert wird. Mal sehen, ob das auch bei diesem Bier der Fall ist.
Welde und Himbergs Braukunst-Keller haben sich zusammengetan, um das Pepper Pils zu kreieren. Beide Brauereien stehen für gute Biere, so dass ich von diesem Bier etwas Besonderes erwarte. Besonders gespannt bin ich, welche Aromen des rosa Pfeffers dem Bier hinzufügen. Ist es scharf oder fruchtig? Gleich werde ich es wissen.
Auf der Internorga überraschte mich die Brauerei Klüvers in diesem Jahr mit einem neuen Bier, dem Seegang. Damals hatte das Bier noch keinen Namen und wurde einfach als Algenbier angepriesen. Bei diesem Angebot handelte es sich um einen Probesud und ob dieses Bier in die Produktion geht, sollte davon abhängen, wie das Bier auf der Messe beim Publikum ankommt. Entwickelt hat die Brauerei dieses Bier in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut in Lübeck. Als ich im Sommer dieses Jahres in Neustadt war, habe ich auch Klüvers besucht. Im Laden neben der Brauereigaststätte, in dem Klüvers seine Produkte verkauft, gab es das Seegang nicht, nur in der Gaststätte konnte ich es bestellen, um eine Flasche mit nach Hause zu nehmen. Nun habe ich das Seegang getrunken und mich gewundert, dass die Brauerei dieses Bier nicht auf seiner Website erwähnt, es aber bei mehreren Versandhändlern sowie bei Citti, einer regionalen Supermarktkette, im Angebot ist. Na ja, ich muss auch nicht alles verstehen. Kommen wir zum Bier.
Nur für den Fall, dass Sie sich fragen, wo dieser merkwürdige Name herkommt:
Die Craft Beer Revolution ist in ganz Deutschland im Gang und aus alten Traditionen entstehen neue Geschmackserlebnisse, die uns begeistern wollen. Das Harz Craft Klosterkräuter Rosmarin gehört zu den originellen Spezialitäten, die im Süden Niedersachsens hergestellt werden und von dort zur Reise zu uns starten. Die Grundlage für das Harz Craft Klosterkräuter Rosmarin wird in der Altenauer Brauerei gelegt. Und auch wenn Rosmarin beim Bierbrauen erst einmal recht ungewöhnlich erscheint, kann ich mir durchaus vorstellen, dass dieses Bier als Essensbegleitung vieler Speisen gut passt. Soweit mein Vorurteil, jetzt will ich die Flasche öffnen und das Bier verkosten.
Jetzt steht eine noch recht neue Schöpfung von Ralph Hertrich aus der Hopferei Hertrich vor mir. Der Orangenfalter ist ein Witbier. Witbier ist ein anerkannter Bierstil, der in Belgien sehr viel gebraut wird und da im Witbier Koriander sowie Orangenschalen verbraut werden, entspricht dieses Bier nicht dem deutschen Reinheitsgebot. Es muss also als „alkoholhaltiges Malzgetränk“ und „Lebensmittel eigener Art“ angeboten werden. Im April 2018 wurde der Orangenfalter erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.