Archiv der Kategorie: Craft Beer

Fürst Carl Josefi Bock

In Ellingen, also quasi am Eingang ins Altmühltal, ist die Schlossbrauerei Fürst Carl beheimatet, aus der der Josifi Bock stammt, der jetzt vor mir steht. Er wird in jedem Jahr zu Ehren des Patrons der Brauer, dem Heiligen Josef, gebraut. Die Brauerei legt viel Wert auf Regionalität. So wurde für den Josefi Bock nur Hopfen der Sorte Select aus Ellingen verbraut, das Malz stammt aus fränkischen Mälzereien und das Wasser aus dem eigenen Brunnen.

Kastanienbraun und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Auffällig ist, dass sich nur wenig beiger Schaum gebildet hat, der dann aber lange erhalten bleibt. Damit kann ich über die Optik dieses Biers schon mal nicht meckern.

Das Bier duftet nach Karamell und Honig, unterstützt durch einige blumige Noten. Der Alkohol meldet sich im Aroma ebenfalls, passt sich aber den anderen Düften an. Insgesamt macht das Aroma des Josefi Bock einen richtig edlen Eindruck.

Das Aroma lässt mich eigentlich ein recht süßes Bier erwarten, was ja auch stiltypisch wäre. Deshalb überrascht es mich, dass der erste Eindruck nicht so süß ist wie ich erwartet hatte. Die feinperlige Kohlensäure sorgt dabei für eine tolle Frische. Das ändert sich aber, während sich das Bier auf der Zunge verteilt. Jetzt wird das Bier eher schwer und likörartig. Außerdem kommen jetzt auch die Bitterstoffe zu ihrem Recht, wobei Süße und Bitter ausgewogen nebeneinander stehen. Das Mundgefühl ist weich. Der Abgang wird durch ein freundliches Bitter mit langem Nachklang dominiert.

Wenn Sie fränkische Braukunst vom Feinsten erleben wollen sind Sie beim Josefi Bock genau richtig. Er passt auch gut zur typischen fränkischen Küche, besonders zu Gerichten mit Rotkohl.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Select), Hefe

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Stammwürze:

175° Plato

Brauerei:

Fürst von Wrede GmbH & Co. Unternehmens KG
Schlossbrauerei Ellingen
Schlossstraße 10
91792 Ellingen
www.fuerst-carl.de

Abbaye des Rocs Spéciale Noël

Als Jean-Pierre Eloir dort 1979 mit dem Brauen begann, schrieb er mit der ersten „New Wave“-Mikrobrauerei des Landes belgische Biergeschichte. Abbaye des Rocs war das erste Bier aus der gleichnamigen Brauerei des Hennegaus.

Lange ist es her, seit die Abbaye des Rocs im kleinen Stil feine Bierchen braute. In den letzten 30 Jahren hat sich die belgische Brauerei vom Geheimtipp zum absoluten Star in der internationalen Bierszene gemausert — Nicht zuletzt dank einer Erwähnung in der Bestenliste belgischer Biere in der New York Times und zahlreichen internationalen Awards.

Wie viele Brauereien hat auch die Abbaye des Rocs ein winterliches Festbier, das die Adventszeit köstlich einläutet. Spéciale Noël ist ein belgisches Weihnachtsbier, das mit 9,0% Alkoholgehalt von innen heraus wärmt und zudem auch noch herrlich würzig schmeckt. Nun ist Weihnachten 2020 schon länger vorbei, aber ich hoffe, dass mir dieses Weihnachtsbier auch jetzt noch schmecken wird.

Bernsteinfarben fließt das Bier ins Glas und bildet dabei recht wenig hellbraunen feinporigen Schaum, der sich schnell auflöst. An der Optik könnte die Brauerei wirklich noch etwas verbessern.

Das Aroma ist malzbetont. Karamell steht im Vordergrund, so dass der Duft süß ist, auch wenn einige würzige Noten mitspielen. Langsam kommt auch der Duft roter Früchte dazu, so dass das Aroma an einen schweren Rotwein erinnert.

Der Antrunk ist süß und schwer, bleibt dabei aber frisch. Die Hefe sorgt kurz für einen biskuitartigen Geschmack, ehe eine leichte fruchtige Säure auf den Plan tritt, die an rote Früchte und Trockenbirnen erinnert. Bitterstoffe kann ich kaum erkennen. Im Abgang verschwindet das Bitter vollständig, er ist fruchtig süß mit kurzem Nachklang.

Das Spéciale Noël ist ein komplexes, sehr schön komponiertes Weihnachtsbier, das würzig, tiefgründig und vielschichtig ist. Es eignet sich als Aperitif oder auch zum Dessert.

Alkoholgehalt:

9 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

10° Celsius

Brauerei:

Brasserie de L’Abbaye des Rocs S.A.
CH. Brunehault 37
Montignies-Sur-Rocs
Belgien
www.abbayedesrocs.com

Weyerbacher Berry Monks

Weyerbacher Brewing wurde 1995 in einem Pferdestall in der Innenstadt von Easton, Pennsylvania, gegründet. Schnell wurde der Raum zu klein und das Unternehmen zog in eine knapp 3000 Quadratmeder große Anlage um, in der es sich auch heute noch befindet.

Die Brauerei hat den Ruf erworben, große, vollmundige und qualitativ hochwertige Biere herzustellen. Zwar ist sie vor allem für belgischen Spezialitäten wie Merry Monks und QUAD bekannt, aber sie hat auch ein umfangreiches Fassreifeprogramm.

Die Brauer experimentieren mit verschiedenen Zutaten und Brautechniken, um ihren kreativen Geist zu erweitern und interessante und umwerfende Biere zu entwickeln, die Ihren Geschmack für das Außergewöhnliche befriedigen werden. So hoffe ich nun, dass auch das Berry Monks ein besonderer Genuss wird.

Rotgolden und praktisch ohne Schaum präsentiert sich das Bier im Glas.

Das Aroma ist säuerlich-fruchtig nach Birne, Stachelbeeren, roten Früchten sowie einem Hauch Schärfe von Ingwer, kurz gesagt der reinste Obstsalat.

Der Antrunk ist frisch mit reichlich Kohlensäure. Auf der Zunge ist das Bier fruchtig und süß und obwohl es mehr als neun Volumenprozent Alkohol enthält, schmeckt er kaum heraus. Auch der Abgang ist fruchtig-mild mit kurzem Nachklang.

Ich kann durchaus verstehen, dass dieses Bier seine Freunde hat, auch wenn es nicht so richtig meins ist. Zu einem würzeigen Hartkäse kann ich es mir aber doch vorstellen.

Alkoholgehalt:

9,3 % Vol.

Stammwürze:

18,6° Plato

Bittereinheiten:

15 IBU

Brauerei:

Weyerbacher Brewing
905 Line Street
Easton, PA
www.weyerbacher.com

Kaffee Käte

Die Brauerei Flügge wurde 2017 von Dominik Pietsch und Joachim Amrhein in Frankfurt am Main gegründet. Sie zählt zum kleinen und erlesenen Kreis der deutschen Brauereien, die sich den Wilden Hefen verschrieben hat. Ob Brettanomyces, Kveikhefe, Biere mit Früchten oder sogar Bier-Wein-Hybride – bei Flügge hat man große Freude am Experimentieren. Mit dem Kaffee Käte haben Flügge ein Coffee Stout gebraut, das zu 100% mit Brettanomyces vergoren wurde. Für die Kaffeebohnen (Kayon Mountain) war die Dortmunder Rösterei Neues Schwarz zuständig – die Wahl fiel hier auf Bohnen aus Äthiopien, die dem Bier Noten von Blaubeere, Aprikose und Lavendel verleihen.

Bereits beim Öffnen der Flasche schäumt das Bier über. Das habe ich bei Sauerbieren schon einige Male erlebt, so dass das kein Nachteil ist, lediglich ein Hinweis, die Flasche vorsichtig zu öffnen. Im Glas präsentiert sich das Bier blickdicht schwarz, der Schaum ist mittelbraun und feinporig. Er fällt durchschnittlich schnell in sich zusammen.

Das Aroma ist überwältigend. Die Röstaromen dominieren mit dem Duft nach Kaffee, Schwarzbrot und Vanille. Die fruchtig-säuerlichen Aromen sind eher diskret und bringen Düfte nach dunklen Beeren, Kirsche und auch Vanille mit. Insgesamt macht schon das Aroma mit seiner Komplexität einen sehr guten Eindruck; die Süße des Malzes passt zur Säure. Ich hoffe, dass dies nicht nur auf das Aroma zutrifft, sondern dass dieser Eindruck auch im Mund entsteht.

Der Antrunk ist dann weniger süß als ich es erwartet habe. Die Kohlensäure ist reichlich vorhanden. Das Mundgefühl ist weich und schwer. Die Süße entwickelt sich auf der Zunge zusammen mit der Säure erst allmählich. Jetzt erinnert mich das Bier mit seinen fruchtigen Aromen an einen sehr guten alten Balsamico. Der Abgang ist mild-säuerlich mit langem Nachklang.

Kaffee Käte ist ein Bier, das wirklich zu überraschen und dabei zu begeistern weiß.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale Ale, Münchner, Caramünch, Special X, Black Malt), Kandissirup, Haferflocken, Kaffeebohnen (1 %), Hopfen (Columbus, Brewer’s Gold), Hefe

Alkoholgehalt:

8,8 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

12° – 13° Celsius

Brauerei:

Flügge Brauerei
Goldsteinstraße 254
60529 Frankfurt am Main
www.brauerei-fluegge.de

 

Babylone

Mit Babylone heißt es „Zurück in die Zukunft. Vor 7.000 Jahren tranken die Menschen in Babylon ein fermentiertes Gebräu. Ein paar tausend Jahre später beschlossen einige Leute in Brüssel, dieses Projekt der Kreislaufwirtschaft in Angriff zu nehmen, indem sie unverkauftes frisches Brot zum Bierbrauen verwendeten. Der Ersatz von 20 % des Malzes durch unverkauftes frisches Brot soll dem Bier eine angenehme Toffee- / Toastbrot-Note verleihen. Wir hören oft, dass ein Bier wie 2 Scheiben Brot ist – nun, mit dem Babylone soll das tatsächlich stimmen-

Das Babylone, das jetzt für die Verkostung vor mir steht, ist ein Extra Special Strong Beer und Barley Wine, welches nach historischem Vorbild mit Brot gebraut wird.

Rubinrot und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier nach historischem Vorbild im Glas. Die elfenbeinfarbene Schaumkrone ist durchschnittlich groß und bleibt sehr lange erhalten.

Röstaromen steigen mir gemeinsam mit etwas Süße von Trockenfirnen in die Nase. Auch Brotkruste ist deutlich zu riechen.

Der Antrunk ist recht süß, die Kohlensäure ist feinperlig. Auf der Zunge entwickelt sich der Geschmack nach Kaffee, dazu eine leichte Fruchtigkeit. Begleitet werden diese Eindrücke durch ein ordentliches freundliches Bitter. Das Mundgefühl ist voll und rund. Auch der Abgang wird durch ein fruchtiges Bitter dominiert, das sehr lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale, Cara 50, Cara 150, Röstmalz), Brot, Hopfen (EKG, Chinook, Crystal), Hefe

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Bittereinheiten:

65 IBU

Farbe:

38 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Brussels Beer Project
Rue Antoine Dansaert 188
1000 Brüssel
Belgien
www.beerproject.be

Cast Pumpkin Ale

So richtig neu ist der Bierstil des Pumpkin Ale nicht. Wikipedia schreibt, dass schon George Washington an diesem Braustil gearbeitet hat. Die Hopfenhelden beschreiben diesen Bierstil so: „Das Pumpkin Ale ist eine Biersorte aus der „Neuen Welt“. Entstanden in Amerika ist es aber auch zum englischen Klassiker geworden. Kolonialisten sollen das Kürbisbier mehr oder weniger aus der Not heraus erfunden haben, denn Kürbis war ein guter Malzersatz, weil er viel Stärke und Zucker (!) mitbringt. Und gerade in den Anfängen der Kolonialisierung Amerikas war das Malz eben häufig knapp. Mit diesem Problem hatten sich freilich vor ihnen schon ganz andere herumgeschlagen, auch viele Brauer in Europa nahmen vor 1516 (->Reinheitsgebot) alles was vergärbar war und brauten damit ihr Bier – vorausgesetzt es schmeckte einigermaßen. Kürbis schmeckt einigermaßen und so hielt sich die Idee, damit zur Saison Gerste zu ersetzen, nicht nur in den USA bis heute, sondern fand mit dem Kürbis an sich bald auch in die Alte Heimat, nach England, wo das Pumpkin Ale als „Pumpion“ oder „Pompion“ bekannt wurde.“

Lange habe ich suchen müssen, bis ich ein Pumpkin Ale gefunden habe. Nun ist es mir endlich gelungen und ich werde nun das Pumpkin Ale von der Cast-Brauerei in Stuttgart verkosten.

Rotbraun und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist eher klein und sie löst sich schnell auf. Es mag sein, dass dies auf dem Kürbis beruht, der hier mit verbraut wurde.

Das Aroma ist malzbetont, dabei fruchtig mit einer leichten Säure. Auch der Ingwer kommt mit seinem eher scharfen Aroma zu seinem Recht.

Der Antrunk ist ziemlich süß, aber das Bier ist vom ersten Moment an wirklich vollmundig. Schnell übernimmt der Ingwer das Kommando und erschlägt so ziemlich jeden anderen Geschmack. Das Mundgefühl ist trotzdem weich und rund. Auch im Abgang dominiert der Ingwer, es kommt ein leichtes Bitter dazu und der Ingwer klingt noch lange nach.

Eigentlich mag ich Ingwer wirklich gerne, aber hier haben die Brauer für meinen Geschmack wirklich übertrieben. Mit weniger Ingwer könnte mir das Bier vermutlich gefallen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Kürbis, Ahornsirup, Hopfen, Hefe, Ingwer

Alkoholgehalt:

6,2 % Vol.

Stammwürze:

14° Plato

Bittereinheiten:

25 IBU

Brauerei:

Cast-Brauerei GmbH
Siemensstr. 144
70469 Stuttgart
www.cast-brauerei.com

Joup

Nur etwa zehn Kilometer von Aachen entfernt liegt Hombourg, im äußersten Zipfel der Wallonie an der Grenze zu Flandern und nicht weit von den Niederlanden. Dort hat Benoit Johnen seine Brauerei, aus der das Joup stammt, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet. Es ist eines von acht Bieren, die in der Brauerei Grain Dorde entstehen.

Kastanienbraun und hefetrüb zeigt sich Joup im Glas. Die beige Schaumkrone ist gemischtporig, bleibt aber recht lange erhalten

Das Aroma ist süß, fast sirupartig mit Düften nach Rosinen. Auch der Alkohol kommt durch. Dazu kommen mit einigen Röststoffe leichte Kaffeearomen.

Wie erwartet ist auch der Antrunk süß, was aber durch die reichlich dosierte Kohlensäure nicht unangenehm wird. Auf der Zunge kommt zu Süße eine leichte Säure. Die Fruchtigkeit bleibt diskret im Hintergrund und vor allem fehlen mir die Bitterstoffe, die so gut wie nicht vorhanden sind. Deshalb fällt auch der Abgang recht schlank aus, auch dort gibt es kein Bitter und auch ein Nachklang fehlt mir.

Alkoholgehalt:

6,8 % Vol.

Bittereinheiten:

20 IBU

Farbe:

47 EBC

Brauerei:

Grain Dorge
rue Laschet 3
4852 Hombourg
www.grain-dorge.com

Himburgs Bavarian Dry Hop Lager

Alexander Himburg ist einer der Pioniere der deutschen Craft-Bierszene. Ich habe ihn in der Bierakademie in Bochum einmal persönlich kennenlernen können. Er ist so sympathisch wie seine Biere gut sind. Jetzt steht das Bavarian Dry Hop Lager vor mir, ein naturtrübes Lagerbier, das verspricht, mit einer ordentlichen Ladung frischer Hopfenaromen und einer feinen Zitrusnote daherzukommen. Alexander verspricht, dass es frisch wie ein Pils ist und einen leichten Malzkörper wie ein Helles hat. Mal sehen, ob er dieses Versprechen einhalten kann.

Hell goldfarben mit nur leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Der feinporige Schaum ist recht gering, bleibt aber lange erhalten. Bereits während des Einschenkens steigt mir ein fruchtiges Aroma nach Zitrusfrüchten in die Nase.

Aber das ist erst der Anfang. Beim weiteren Schnüffeln stelle ich noch Aromen von Mango, Orange und Zitronenschale fest. Der Duft nach Malz bleibt diskret im Hintergrund und unterstützt die Aromen des Hopfens.

Zunächst erscheint das Bier recht trocken, dabei spritzig und frisch. Auf der Zunge breitet sich eine angenehme Fruchtigkeit aus, die die Aromen widerspiegelt. Dazu kommen jetzt eine leichte Malzsüße sowie ein geringes Bitter, die für ein rundes Mundgefühl sorgen. Der Abgang ist trocken und mild mit einem leichten Bitter, das überraschend lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner-Karamell, Sauermalz), Hopfen (Citra, Simcoe, Perle, Hallertauer Mittelfrüh, Herbrucker, Smaragd), Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Brauerei:

Himburgs Braukunstkeller GmbH
Alexander Himburg
Ehrengutstraße 27
80469 München
www.himburgs.com

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Houblon Chouffe

Die Brauerei nennt den Bierstil des Houblon Chouffe „Triple IPA“ Tatsächlich ist es ein Crossover-Bier, genauer gesagt eine belgische Interpretation des aus England stammenden India Pale Ale (IPA). Diesen Bieren wurde der Überlieferung nach zusätzlicher Hopfen zugesetzt, um sicherzustellen, dass das Bier die lange Seereise nach Indien überlebte – daher der Name. Und in letzter Zeit ist der IPA-Stil in den Vereinigten Staaten, wo Bierliebhaber auf den Geschmack der bitteren Seite der Dinge aus sind, in aller Munde.

Die Brasserie d’Achouffe war eine der ersten belgischen Brauereien, die das Potenzial erkannte und 2006 ihre eigene IPA ins Leben rief. Sie verwendete dafür sogar amerikanischen Hopfen. Das Ergebnis, das Houblon Chouffe, ist dreimal so bitter wie das La Chouffe. Ich vermute, es handelt sich um ein Bier, das nicht erst um den heißen Brei herumredet, wenn es um die Intensität des Hopfens geht. Dann will ich doch mal feststellen, ob meine Erwartungen erfüllt werden.

Golden und hefetrüb ist das Houblon Chouffe mit einer voluminösen Feinporigen Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch ist an diesem Bier schon mal nichts zu verbessern.

Kräftige Hopfenaromen steigen mir in die Nase. Ich rieche Zitrusfrüchte und Ananas, dazu Biskuit und Vanille. Nicht zu vergessen die Aromen, die von der brauereieigenen Hefe stammten. Das Aroma ist sehr vielversprechend, auch wenn es nicht so kräftig ist wie bei vielen anderen IPAs.

Der Antrunk ist recht süß, was aber zur reichlich dosierten feinperligen Kohlensäure passt. Anfangs ist das Bier erstaunlich malzbetont, bevor sich eine diskrete Fruchtigkeit entwickelt, die in ein kräftiges Bitter übergeht. Dabei ist das Mundgefühl voll und rund. Im Abgang wird das Bier trockener, das Bitter schwächer und es klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Tomahawk, Amarillo, Saaz), Hefe, Invertzucker

Alkoholgehalt:

9 % Vol.

Bittereinheiten:

47 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

Temperatur: 6 – 10 °Celsius

Brauerei:

Brasserie d Achouffe
Achouffe 32
6666 Wibrin-Achouffe
Belgien
www.achouffe.be

Snorkelers Sea Salt IPA

Die Rügener Insel-Brauerei ist mit vier alkoholfreien Bieren auf dem Markt. Jetzt steht das Snorkeler`s Sea Salt vor mir. Markus Berberich (Brauereigründer) und Frank Lucas (Braumeister) versprechen, mit Hilfe einer neuen Braumethode, die sie in einjähriger intensiver Entwicklungszeit erschaffen haben, ein Bier mit einem ausgereiften Zusammenspiel aller Komponenten einen unglaublichen Geschmack erzeugt zu haben. Gebraut wird in Rambin ausschließlich mit Naturhopfen.

Bei unter 35 ° C ist die neuartige Frische-Destillation ein ungemein schonendes Verfahren, um den typischen Geschmack des Bieres zu erhalten. Bedeutende Duftnoten sollen geschützt werden und als Ergebnis erwartet uns dann ein alkoholfreies Craft Bier mit einem natürlichen Mundgefühl wie man es von einem Bier erwartet und einem wahrlich umwerfenden Geschmack. Die sorteneigene Kohlensäure wird während der Gärung von der Brauerei aufgefangen und dann später dem alkoholfreien Bier wieder zurückgeführt. Für die alkoholfreien Craft Biere der Rügener Insel-Brauerei bedeutet das ein natürliches Bieraroma und den für diesen Bierstil typischen Charakter. Nach dem Abfüllen reifen die alkoholfreien Biere nach der traditionellen Methode. Diese Flaschenreifung mit allen seinen Besonderheiten garantiert die Sauerstofffreiheit der Flaschen und ist dank der Verbindung mit dem Naturpapier als Lichtschutz ausschlaggebend für eine besonders lange Frische. Das Snorkeler?s Sea Salt ist ein alkoholfreies IPA, welches mit Meersalz gebraut wurde. Jetzt steht es endlich vor mir, damit ich es verkosten kann.

Bernsteinfarben läuft das Bier ins Glas. Die leicht überdurchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die sich dabei bildet, bleibt sehr lange erhalten. Damit sticht das Snorkelers Sea Salt IPA schon mal aus der Masse der alkoholfreien Biere heraus, bei denen der Schaum eher knapp ausfällt.

Das Aroma ist fruchtig-herb. Neben Zitrusfrüchten und süßen Südfrüchten steigen mir aber auch einige herb-bittere Noten in die Nase. Damit erinnert das Bier deutlich an seine norddeutsche Heimat.

Der Antrunk ist überraschend trocken, die feinperlige Kohlensäure ist schmeichelt sanft meiner Zunge. Auf der Zunge spiegeln sich die die Aromen wider, dazu kommt der leichte Geschmack des Salzes. Nicht zu stark, aber die 0,7 Gramm Salz pro Liter sind durchaus schmeckbar. Der Abgang ist trocken und norddeutsch-herb und er klingt sehr lange nach

Während viele andere alkoholfreie Biere eher lasch schmecken, bringt das Snorkelers Sea Salt IPA den vollen Geschmack mit, sodass der Alkohol mir nicht fehlt.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Naturhopfen, Hefe, Meersalz

Alkoholgehalt:

<0,5 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

7° – 8° Celsius

Brauerei:

Rügener Insel-Brauerei
Hauptstraße 2c
18573 Rambin/Rügen
www.insel-brauerei.de