Archiv der Kategorie: Biertest

Avec Les Bons Voeux

Jetzt will ich mich mal wieder mit einem Bier aus der Brasserie Dupont beschäftigen, dem Avec Les Bons Voeux. Ich würde dieses Bier durchaus zu den seltenen Bieren zählen. Erstmals wurde es im Jahr 1970 als Geschenk für die besten Kunden der Brauerei gebraut. Weil es so gut ankam, begannen die Brauer, das Bier auch zu verkaufen, Trotzdem ist die Menge des Sudes streng limitiert, so dass das Bier schnell ausverkauft und in der Folge für den Konsumenten etwas schwierig ist, an eine Flasche dieses begehrten belgischen Bieres zu kommen.

Bereits optisch macht das Avec Les Bons Voeux eine gute Figur. Golden, hefetrüb und mit viel Kohlensäure versehen steht es im Glas, darüber viel feinporiger Schaum, der lange erhalten bleibt. Wenn ein Bier mit 9,5 Volumenprozent Alkohol einen solchen Schaum entwickelt, muss die Brauerei schon mal vieles richtiggemacht haben.

Das Aroma steht der Optik in nichts nach. Das Avec Les Bons Voeux duftet teigig, aber auch fruchtig-säuerliche und würzige Noten spielen eine Rolle. Ich rieche Sauerteig, Honig, Orangeat, dazu weißen Pfeffer, Vanille und Marzipan. Die Haushefe von Dupont ist allerdings auch für die reichhaltigen Aromen bekannt, die sie erzeugt.

Der Antrunk macht vom ersten Moment an einen hervorragenden Eindruck. Der kräftige Geschmack mit einer leichten Süße begeistert von Anfang an. Der Reichtum des Malzes wird mich auch durch das gesamte Bier führen. Das Bier ist wunderbar vollmundig und der Malzgeschmack zusammen mit den würzigen Noten nach Pfeffer passt auch mit dem deutlichen Alkoholgeschmack zusammen. Der Abgang wird durch ein leichtes freundliches Bitter geprägt, das extrem lange nachklingt.

Ich will ja nicht auf den Putz hauen, aber ich glaube, das Avec Les Bons Voeux ist meiner Meinung nach das beste Bier aus dieser außergewöhnlichen Brauerei und es gehört für mich zu den besten belgischen Bieren.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

9,5 % Vol.

Brauerei:

Brasserie Dupont
Rue Basse 5
7904 Tourpes
Belgien
www.brasserie-dupont.com

Mooser Liesl

Die bereits 1567 gegründete Brauerei Arcobräu im niederbayerischen Moos beschreibt die Namensgebung für dieses Bier wie folgt: „Geh Liesl, bring ma no a so a guads Hells!

So hieß es einst, als das Bier in unserer Schlosswirtschaft noch aus der Kanne ausgeschenkt wurde. Viele Gäste kamen nur wegen des guten Hellen, das es hier gab.

Nicht wenige aber auch wegen der feschen Liesl. So war es kein Wunder, dass bald beide, die Liesl und das Brauhaus mit seinem Bier, weit über die Grenzen von Moos bekannt und die Liesl für viele Jahre zum Markenzeichen der Brauerei wurde.“ Damit wäre der Name dieses Hellen schon mal geklärt. Kommen wir also zum Bier.

In hellem Gelb und kristallklar erstrahlt das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittlich voluminöse Krone aus feinporigem Schaum, die recht lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist malzig mit einigen blumigen Noten. Nicht sonderlich anregend, aber auch nicht unangenehm.

Der Antrunk ist leicht süß und spritzig. Schnell kommen etwas Bitter und eine leichte Zitrusnote dazu. Der Geschmack ist intensiv, aber nicht richtig rund. Gut gefällt mir der mild bittere Abgang mit langem Nachklang.

So richtig kann mir das Mooser Liesl nicht gefallen, aber wenn die Brauerei noch einige Stellschrauben nachstellt, kann es ein richtig gutes Bier werden.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Brauerei:

Arcobräu Moos
Schlossallee 1
94554 Moos
www.arcobraeu.de

Pax Tongerlo Christmas

Das Pax Tongerlo Christmas ist ein belgisches Abteibier. Wie der Name bereits aussagt wird dieses Bier ausschließlich für die Winterzeit gebraut. Wie bei vielen belgischen Bieren üblich wird auch das Tongerlo Christmas in der Flasche nachvergoren, was nicht nur für einen intensiveren Geschmack, sondern auch für eine längere Haltbarkeit sorgt.

Das Bier hat die Farbe dunklen Bernsteins, die durchaus auch an Whisky erinnert. Der feinporige weiße Schaum bleibt durchschnittlich lange erhalten. Auffällig ist, dass viel Kohlensäure zu sehen ist. Optisch macht das Bier also durchaus einen guten Eindruck.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert. Neben den Röststoffen steigt mir auch eine leichte alkoholische Note in die Nase, unterstützt durch den Duft von roten Früchten. Außerdem duftet das Bier recht süß.

So wundert es mich auch nicht, dass auch der Antrunk süß ist. Durch die viele Kohlensäure ist er aber auch spritzig. Schnell kommt ein leichtes Bitter dazu, so dass das Bier zusammen mit einer Fruchtigkeit nach Kirschen einen runden und recht ausgewogenen Eindruck macht. Leider kommt der Alkoholgeschmack immer mehr in den Vordergrund. Der Abgang ist mild und mit minimalem Nachklang.

Das Bier ist für Liebhaber süßer Biere recht gefällig, aber wenig überraschend, so dass es einen eher langweiligen Eindruck macht.

Alkoholgehalt:

7 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Haacht
Provinciesteenweg 28
3190 Boortmeerbeek
Belgien
www.tongerlo.be

Kapittel Watou Winter

Jetzt steht das Kapttel Watou Winter aus der Brouwerij van Eecke vor mir. Diese unabhängige Familienbrauerei wurde im Jahr 1629 erstmals urkundlich erwähnt, als geschrieben wurde, dass die örtliche Burg an eine Brauerei angrenzt.

Während der Französischen Revolution verbrannten die plündernden französischen Truppen das Schloss und die Brauerei. Die Adelsfamilie entkam der Guillotine, indem sie nach England flüchtete. Die Burg wurde nicht wiederaufgebaut, aber die Brauerei wurde im selben Jahr unter dem Motto „Zerstöre alles, was du willst, aber wir brauchen hier noch Bier“ wieder aufgebaut. Die Brauerei erhielt den Namen „In de Gouden Leeuw“ (Im Goldenen Löwen), ein französisches Wortspiel. Viele Landgasthöfe in Frankreich tragen den Namen „Au Lion d’Or“ (im Goldenen Löwen), aber die Aussprache ist genau die gleiche wie bei „au lit on dort“ (im Bett schläft man). Die Brauerei in Watou hatte natürlich auch eine eigene Kneipe und bot Platz für Reisende.

Durch Heirat wurde die Familie Van Eecke 1862 zum Braumeister der Brauerei und braute dort ein Landbier. Bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg hatte die Brauerei nur eine lokale Bedeutung. Erst als in den 1960er Jahren die authentischen lokalen Biere populär wurden, kamen die Biere der Brauerei in ganz Belgien und Nordfrankreich in den Handel und die Gastronomie. Watou ist heute eine der drei verbliebenden Städte in Belgien mit drei Brauereien. Neben der Brasserie van Eecke, existieren in Watou auch die beiden unabhängigen Familienbrauereien St. Bernard und De Bie.

Die Brasserie van Eecke bezieht ihr Wasser aus einem eigenen Brunnen unter der Brauerei. Die ursprüngliche Wasserschicht beginnt aufgrund der Umweltverschmutzung zu bestimmten Zeiten im Jahr Probleme zu bereiten, so dass neue und tiefere Bohrungen bis zu 600 Meter Tiefe geplant sind. Das Malz wird im benachbarten Nordfrankreich gekauft (die Grenze ist nur 5 Minuten entfernt), und der Hopfen wird vor Ort gekauft. Watou gehört zur Stadt Poperinge, dem letzten noch verbliebenen Gebiet Belgiens, in dem Hopfen auf örtlichen Bauernhöfen angebaut wird, und das schon seit Jahrhunderten. Die Brauerei verwendet ausschließlich eigene Hefeschnüre, die im eigenen Labor kultiviert werden. Dieselbe Hefe wird nur sieben Generationen lang verwendet. Dann beginnen sie mit aus dem Original frisch gezüchteten Hefen.

Hommel ist das lokale Wort für Hopfen. Hopfen war bis weit in die 1950er Jahre hinein die Hauptindustrie für Poperinge. Das Schuljahr begann in Poperinge erst im Oktober, denn alle, auch die Kinder, mussten vorher den Hopfen ernten. Kommen wir jetzt aber zum Bier.

Dunkel kastanienbraun ist das Kapittel Winter. Der Schaum ist recht grobporig und er fällt schnell in sich zusammen. Das finde ich schade, da auf diese Weise die Optik doch kräftig nachlässt.

Das Bier duftet nach Keksteig und Vanille, nach Schokolade mit einem Hauch Kirschen und unterstützt durch Düfte von Kreuzkümmel, Lakritz und Koriander. Die drei Kräuter gibt die Brauerei im Internet an, in der Zutatenliste auf der Flasche findet sich davon aber nichts.

Der Antrunk ist so süß, dass selbst die reichlich vorhandene und sehr feinperlige Kohlensäure keine Frische hervorzaubern kann. Das Bier macht eher einen schweren und warmen Eindruck. Schnell gesellt sich noch eine leichte Säure zur Süße, die eine angenehme Fruchtigkeit erzeugt. Im Abgang zieht sich die Süße zurück, die Säure bleibt erhalten. Beim Hopfen war die Brauerei wohl ziemlich geizig, denn die Bitterstoffe verstecken sich geschickt.

Dieses Bier kann man durchaus mögen, muss man aber nicht. Mein Fall ist es nur bedingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,8 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij van Eecke
Douvieweg 2
8978 Poperinge
Belgien
www.watou.com

Leffe Bière d‘Hiver

Nun will ich mich dem Winterbier der Abtei Leffe zuwenden. Von dort kommen nicht nur gute Biere, die das ganze Jahr von AB InBev gebraut werden, sondern auch eine ganze Reihe Sondersude. Jedes Jahr vor Weihnachten wird ein Winterbier gebraut, für das Leffe erklärt, dass hierfür das beste Malz und der beste Hopfen verwendet werden.

Kastanienbraun steht das Winter Ale im Glas. Darüber bildet sich eine voluminöse Schaumkrone, größtenteils feinporig und mit einem leichten Gelbstich. Der Schaum bleibt lange erhalten. Optisch hat die Brauerei schon mal alles richtiggemacht.

Das sehr komplexe Aroma wird durch das Malz dominiert. Die Röststoffe verbinden sich mit Aromen von Rosinen, Waldhonig, braunem Zucker, Nüssen und einigen würzigen Noten.

Der Antrunk ist nicht so süß wie ich es aufgrund des Aromas erwartet habe. Da das Bier viel sehr feinperlige Kohlensäure enthält ist es für ein Winterbier überraschend frisch und spritzig. Im Mund entwickelt sich der Geschmack von Karamell, Kaffee und Trockenfrüchten, zusammen mit Noten von Orangenschalen und Koriander. Der Abgang ist leicht bitter und fruchtig und er klingt recht lange nach.

Das Bier ist nicht ganz so intensiv wie die meisten Winterbiere aus Belgien, dafür macht es einen frischeren Eindruck. Es passt gut zu vielen weihnachtlichen Gerichten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Mais, Gerste, Kräuter (Orangenschale, Koriander), Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

6,6 % Vol.

Brauerei:

InBev Belgium sprl/bvba
Boulevard Industriel 21
1070 Brüssel
Belgien

für

Brasserie Abbaye de Leffe s.a./n.v.
Place del’Abbaye 1
5500 Dinant
Belgien
www.leffe.com

Tucher Christkindlesmarkt Bier

Nun gehe ich ja stark aufs Rentenalter zu, aber zum Christkindlesmarkt in Nürnberg habe ich es noch nie geschafft. Aber zumindest habe ich nun das Christkindlesmarkt Bier von Tucher vor mir stehen. Mal sehen, ob mich das über das Versäumte hinwegtrösten kann. Zumindest zeigt das Bild auf dem Etikett schon mal eine Abbildung des vorweihnachtlichen Events auf dem Hauptmarkt in Nürnberg und die Bildunterschrift verspricht „Das Nürnberger Original“. Da bin ich ja mal gespannt, ob das Bier mit dem auf den Etiketten suggerierten Anspruch mithalten kann.

Intensiv golden zeigt sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist etwas größer als im Durchschnitt und der feinporige Schaum bleibt lange erhalten. Außerdem sehe ich recht viel Kohlensäure. Optisch gefällt mir das Bier schon mal sehr gut.

Das Aroma ist malzbetont und wirkt durch den Malzzucker recht süß. Vom Hopfen ist nicht viel zu riechen, so dass das Aroma schon mal recht eindimensional erscheint.

Dementsprechend ist auch das Antrunk recht süß, aber durch die viele Kohlensäure spritzig. Schnell mischt sich noch ein leichtes Bitter unter den Geschmack. Für mich dürfte es durchaus etwas mehr sein. Außerdem fehlt mir jegliche Fruchtigkeit. Dadurch ist das Bier nicht rund. Der Abgang ist ebenfalls nur sehr leicht bitter und er klingt vergleichsweise kurz nach.

Auf mich wirkt das Bier einfach langweilig. Von den fränkischen Bieren bin ich wirklich eine bessere Qualität gewöhnt, wobei sich die Qualität in diesem Zusammenhang nur auf den Geschmack bezieht. Sollte ich einmal auf den Christkindlesmarkt in Nürnberg kommen, werde ich mein Bier mit Sicherheit lieber in einer der beiden Wirtshausbrauereien trinken, die vom Christkindlesmarkt aus fußläufig zu erreichen sind.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

5,8 % Vol. lt. Etikett auf der Flasche, im Internet werden 6,0 % Vol. angegeben

Stammwürze:

13,3 %

Brauerei:

Tucher Traditionsbrauerei
90409 Nürnberg/Fürth
www.tucher.de

Holla die Bierfee

Eigentlich ist es mir ja vollkommen egal, ob mein Bier von einem Mann oder einer Frau gebraut wurde. Es kommt auf das Ergebnis an, das er oder sie abliefert, das Geschlecht ist mir genauso egal wie die Schuhgröße des Brauers. Aber in diesem Fall kann ich das Geschlecht nicht ignorieren. Das rosa Etikett passt zur ebenfalls rosa Fahne am Flaschenhals. Und die Website www.holladiebierfee.de befasst sich auch mehr mit den Frauen, die das Bier herstellen als mit dem Bier selbst. Ich persönlich finde es nicht so furchtbar ungewöhnlich, dass Frauen ein gutes Bier brauen können. Geschichtlich betrachtet war das Bierbrauen Frauensache und damit waren die Frauen die Begründer der Bierkultur in Deutschland. Kommen wir nun also zu dem Dinkel Ale, das die drei Brauerinnen ständig im Angebot haben.

Bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich sehr viel beiger feinporiger Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier schon mal perfekt.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert. Ich rieche Karamell, Biskuitteig und Vanille. Ich vermute jetzt mal, dass die Bierfee ein sehr mildes Bier ist.

Und tatsächlich ist der Antrunk recht süß, aber durch die sehr feinperlige Kohlensäure frisch und spritzig. Das gefällt mir. Auch das flott noch einiges an Bitter dazukommt ist angenehm. Allerdings vermisse ich jetzt doch etwas Säure und Fruchtigkeit. Trotzdem ist das Bier vollmundig und rund. Der Abgang wird durch ein freundliches und angenehmes Bitter mit recht langem Nachklang geprägt.

Insgesamt ist die Bierfee ein angenehmes Bier, das auch Menschen überzeugen kann, die ansonsten nur selten Bier trinken.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Dinkelmalz, Hopfen (Monroe, UicSecret, Mandarina Bavaria), Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Brauerei:

G. Meinel GmbH
95028 Hof
www.holladiebierfee.de
Ich bin mir nicht sicher, ob es Holla Die Bierfee noch gibt. Die URL holladiebierfee.de ist seit Anfang April 2019 nicht mehr erreichbar und auch über Facebook habe ich keinerlei Antwort erhalten.

DIE BIEROTHEK

Crew Republic Hop Junkie

Craft-Biere haben immer viel Alkohol. Diese Regel stimmt in den meisten Fällen, aber das Hop Junkie der Münchner Brauerei Crew Republic beweist, dass es auch von dieser Regel Ausnahmen gibt. Getreu dem Motto „low alcohol but full taste“ enthält Hop Junkie nur 3,4 Volumenprozent Alkohol, soll aber das volle Hopfenaroma eines India Pale Ale enthalten. Nicht umsonst hieß das Bier vor seiner Umbenennung Detox. Lassen wir uns also überraschen.

Im Glas fällt gar nicht auf, dass es sich um ein alkoholarmes Bier handelt. Hell bernsteinfarben und hefetrüb ist es, mit viel feinporigem Schaum, der uns lange erhalten bleibt. Na bitte, es geht doch.

Auch das Aroma ist mit dem anderer IPAs mit der doppelten Menge Alkohol vergleichbar. Mir steigt ein ganzer Fruchtcocktail in die Nase. Ich rieche Orange, Ananas, Mango und Vanille. Da gibt es absolut nichts zu meckern.

Der Antrunk ist frisch und fruchtig. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Schnell kommt ein freundliches und feines Bitter dazu, das die Fruchtigkeit noch unterstützt. Der Abgang ist überraschend mild, er klingt aber recht lange nach.

Die Brauerei aus Unterschleißheim beweist mit ihrem Hop Junkie, dass sich Craft-Biere auch mit wenig Alkohol brauen lassen. Mit dieser Kreation haben wir ein wunderbar erfrischendes Bier für den Sommer vor uns stehen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Münchner Malz, Karamellmalz, Pilsner Malz), Hopfen (Chinook, Galaxy, Hallertauer Comet), Hefe

Alkoholgehalt:

3,4 % Vol.

Bittereinheiten:

32 IBU

Brauerei:

Crew Republic GmbH
Andreas-Danzer-Weg 30
85716 Unterschleißheim
www.crewrepublic.de

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Kempisch Vuur Winter

Kempisch Vuur (Weihnachtsfeuer) heißt das Blonde Strong Ale, das jetzt vor mir steht. Von dieser belgischen Spezialität werden jedes Jahr im August 1000 Liter gebraut. Auf diese Weise hat das Bier ausreichend Zeit zu reifen, so dass dieses Winter Ale zum Jahresende des übernächsten Jahres seinen gesamten Genuss entfaltet hat. So sagt es jedenfalls das Etikett der Flasche aus und ich will jetzt mal testen, wie weit es mit dem Genuss überhaupt her ist.

Goldgelb und hefetrüb präsentiert sich das Kampisch Vuur Winter im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die auch lange erhalten bleibt. Alles in Allem ist die Optik solide und ansprechend, aber nicht außergewöhnlich.

Das Aroma wird durch Karamellnoten geprägt. Daneben sticht eine deutliche Alkoholnote hervor, was bei einem Alkoholgehalt von 9 Volumenprozent aber auch kein Wunder ist. Abgerundet wird das Aroma durch die Düfte von Südfrüchten, vor allem von Mango, sowie einige würzige Noten, die ich aber nicht näher bestimmen kann.

Der Antrunk ist recht süß, dabei aber durch die sehr feinperlige Kohlensäure durchaus spritzig und frisch. Zunächst spiegeln sich auf der Zunge die Fruchtnoten aus dem Aroma wider, bevor sich auch die Bitterstoffe hervorwagen. Das Mundgefühl ist kräftig, rund und wärmend. Insgesamt ein wirklich ausgewogenes kräftiges Bier. Der Abgang wird durch ein freundliches und nicht zu starkes Bitter geprägt, das aber lange nachklingt. Dazu kommt in der Kehle auch der Alkohol deutlich dazu.

Das Kempisch Vuur Winter ist ein süffiges und angenehmes Bier zum Jahresausklang. Die Brauer haben also ihre Aufgabe voll und ganz erfüllt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Münchner), Weizenmalz, Hafermalz, Maismalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Stammwürze:

20° Plato

Bitterwert:

32 IBU

Brauerei:

Brouwerij Pirlot
Heistraat 3
2240 Zandhoven
www.kempisch-vuur.be

Das Weihnachtsfeuer hat eine goldgelbe Farbe (16EBC). Aus der Ablagerung von 20° Plato entsteht schließlich ein Bier mit einem Alkoholgehalt von 9,0 Vol%. Neben den gleichen Malzsorten, die auch im Tripel verwendet werden, sorgt eine beträchtliche Menge an Münchner Malz für zusätzliche Vitalität und lässt daher sicherlich keinen alkoholischen Geschmack zu. Eine spezielle Mischung aus Hopfen und Kräutern (32 EBU) macht dieses Bier zu einem typischen Weihnachtsbier. Dieses Bier ist nur in begrenztem Umfang erhältlich. Jedes Jahr im August wird gebraut, das Bier kann optimal reifen und ist dann am Ende des Jahres zum Verzehr bereit.

Vedett Extra Blond

Das Vedett, das jetzt vor mir steht, kommt ganz unaufgeregt daher. Es handelt sich um ein Lager aus der Brouwerij Duvel im flämischen Teil von Belgien. Weder auf den Etiketten der Flasche noch auf der Internetseite der Brauerei finden sich mehr Informationen über das Bier als unbedingt erforderlich. Auch dass das Vedett im Internet als Premium Lager bezeichnet wird, hat keine inhaltliche Bedeutung, da der Begriff Premium weder hier noch in Belgien geschützt ist. Auch das „Extra“ in der Stilbezeichnung sollten wir nicht überbewerten, dieses Wort hat die Brauerei bei allen Bieren dieser Marke eingefügt. Mir fällt lediglich auf der Website auf, dass die Brauerei das Extra Blond einmal als Premium Lager und einmal als Premium Pilsner bewirbt. Wissen die Texter in der Brauerei wirklich nicht, für was für ein Bier Werbung gemacht werden soll? Das macht mich dann schon etwas stutzig. Jetzt ist es aber genug der Theorie und ich will mich dem Bier zuwenden.

In hellem Goldgelb erstrahlt das Bier. Es enthält viel Kohlensäure und bildet leicht überdurchschnittlich viel feinporigen Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist kräftig hopfig. Offensichtlich hat die Brauerei nicht am Bitterhopfen gespart, andere Aromen sind aber leider Mangelware. Der gute Eindruck der Optik schwindet bereits vor dem ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht süß, dabei aber durchaus frisch und spritzig. Schnell kommen einige Bitterstoffe dazu. Trotzdem wirkt das Bier nicht wirklich rund, ist aber doch einigermaßen süffig. Der Abgang ist überraschend mild mit wenig Bitter und er klingt nur kurz nach.

Das Vedett Extra Blond ist ein freundliches Bier, das man sich gut gekühlt hinter die Binde kippen kann, aber ein echter Genuss ist es nicht. Es kommt leider über die Qualität eines Fernsehbieres nicht hinaus.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Saaz-Saaz, Styrian Golding, Hallertau Magnum)

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Duvel Moortgat Belgium
Breendonkdorp 58
2870 Puurs
Belgien
www.vedett.com