Das Industriebier habe ich bei meiner letzten Reise nach Leipzig im Supermarkt gefunden. Mit dem Etikett sticht es im Regal auch gleich aus der Reihe der anderen Biere hervor. Da musste ich es einfach mitnehmen.
Beim Lesen des Rückenetiketts fiel mir einiges auf. Es wird nicht einmal angegeben, um was für einen Bierstil es sich handelt. Auch die Brauerei ist nicht angegeben, sondern lediglich, dass das Bier für eine Firma SLG-Lebensmittelgroßhandel in Leipzig gebraut wurde. Da dachte ich mir, dass ich im Internet weitere Informationen über das Industriebier finden würde. Da wurde es aber vollkommen verwirrend. Hier hieß es, dass das Bier von einer Firma Indiebrew kommen würde. Weder SLG-Lebensmittelgroßhandel noch Indiebrew haben einen eigenen Internetauftritt. Unter www.industriebier.de findet sich eine kleine Website, die aber weder über das Bier noch über den Hersteller weitere Informationen bietet. Auf www.bier-in-leipzig.de habe ich einen Beitrag gefunden, dessen Autor sich an das Unternehmen gewandt hat, um zu versuchen, nähere Informationen zu erhalten. Da diese Anfrage nicht beantwortet wurde. Da kann ich mir eine weitere Recherche wohl sparen und beginnen, das Bier zu verkosten. Inzwischen ist diese Website seit mehreren Wochen nicht mehr erreichbar.
Intensiv goldfarben und mit einer durchschnittlichen Menge gemischtporigem Schaum zeigt sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone bleibt lange erhalten.
Das Aroma ist malzig mit einigen würzigen Noten, die aber relativ schwach sind, so dass ich sie nicht näher definieren kann.
Der Antrunk ist recht süß und wirkt durch die zurückhaltend dosierte Kohlensäure auch nicht übertrieben frisch. Schnell kommt zur Süße ein angemessenes Bitter dazu. Trotzdem ist der Geschmack nicht richtig rund. Der Abgang ist mild und er klingt nur kurz nach.
Als mittelprächtiges Helles geht das Bier durch, aber auf die Liste des Weltkulturerbes schafft es die deutsche Braukunst mit diesem Bier sicher nicht. Nicht zu Unrecht hat es das Industriebier auf Platz 4 der schlechtesten Biere aus Leipzig geschafft. Dort wird als Foodpairing übrigens Zuckerrübensirup empfohlen.
Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt
Alkoholgehalt:
5,2 % Vol.
Brauerei:
SLG-Lebensmittelgroßhandel
Hans-Jürgen Lohmann e.K.
Nun schreiben wir den 13. August 2019 und die Website ist seit mittlerweile 24 Tagen nicht mehr erreichbar. Ich vermute mal, dass es das Industriebier nicht mehr gibt. Sollten Sie andere Infos haben, würde ich es zu schätzen wissen, wenn Sie mir diese Informationen über die Seite Kontakt mitteilen würden.
Als ich kürzlich in Neustadt/Holstein war, habe ich selbstverständlich auch Klüvers Brauerei besucht. Neben der Brauereigaststätte ist auch ein kleiner Laden, in dem die Brauerei neben Fischbrötchen auch ihre Biere verkauft. Und dort fiel mir sofort der Amber Mandarina Bock auf. Die Flasche sieht ja auch schon mal edel aus. Die Beschriftung der Flasche ist direkt auf das Glas aufgedruckt, statt eines Etiketts sind die Angaben zum Bier auf einem kleinen Anhänger vermerkt, der mit einem Gummiband am Flaschenhals hängt. Offensichtlich handelt es sich also um einen Sondersud und gerade Sondersude ziehen mich immer an, da es sich dabei meist um besondere Biere handelt. Und auch die Beschreibung ist ansprechend: „Hellgoldene Farbe, fester, weißer bis cremefarbener Schaum kombiniert mit leichten fruchtigen Noten von Orange und Mandarine prägen den kräftigen und vollmundigen Geschmack dieses Bieres.“ Da konnte ich einfach nicht anders als dieses Bier zu kaufen und mit nach Hause zu nehmen.
Goes ist eine Kleinstadt in der niederländischen Provinz Zeeland, eine niederländische Stadt wie aus dem Bilderbuch. Bereits im 10. Jahrhundert entstand die erste Siedlung am Ufer eines Wasserlaufs, der inzwischen aber eingedeicht wurde. Die Innenstadt von Goes ist reich an malerischen alten Häusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Außerdem verfügt Goes über einen Jachthafen. Aus dieser traumhaften Kulisse stammt das Bier, das jetzt vor mir steht, das Vanille Ice Cream Stout.
Brew Age ist eine Brauerei in Wien, die unter der Devise arbeitet: Höchste Qualität und maximale Frische! Der überschäumende Vulkan im Logo der Brauerei soll für die Kreativität bei der Entwicklung neuer Biere stehen. Kreativ sind die Jungs aber auch bei der Beschreibung ihrer Biere. Mehr oder minder originelle Texte haben ja viele Craft Beer-Brauer. Aber eine Empfehlung für ein Käse-Pairing habe ich bislang nur bei BrewAge gesehen.
Seit 1810 wird in Eibau Bier gebraut. Damals erhielt die Eibauer Landbrauerei das Braurecht auf die Herstellung von Bieren. Von hier kommt auch eins der beliebtesten Schwarzbiere Deutschlands – das Eibauer Schwarzbier. Jetzt steht aber das St. M vor mir, ein Klosterbier des Klosters St. Marienthal, das von der Brauerei Eibau in Lizenz des Klosters gebraut und vertrieben wird.
Im Herzen Hamburgs in den Hamburger Riverkasematten zwischen den Landungsbrücken und dem Fischmarkt befindet sich direkt an der Elbe die ÜberQuell-Brauerei, die von den beiden Bierexperten Patrick Rüther und Axel Ohm mitten in St. Pauli betrieben wird. Die beiden sind längst keine Unbekannten mehr in der Hamburger Craft Beer-Szene, denn sie haben früher das Braugasthaus „Altes Mädchen“ betrieben und die beliebten „Craft Beer Days“ veranstaltet. Jetzt haben sie ihre eigene Brauerei eröffnet, und weil Pizza und Bier so gut zusammenpassen, wurde diese gleich noch um eine Pizzeria ergänzt, sodass der geneigte Gast nicht nur gutes Craft Beer, sondern auch echte neapolitanische Steinofenpizza direkt vor Ort genießen kann. Wer also mal wieder die schöne Hansestadt besuchen kommt, der sollte unbedingt einen Abstecher zum ÜberQuell einplanen. Neben bester Pizza und kreativem Bier, lädt auch ein schöner Blick auf die Elbe ein – zumindest von der Dachterrasse aus. Zudem werden Braukurse und Brauereiführungen angeboten, sodass auch ein Blick hinter die Kulissen möglich ist. Das Supadupa IPA ist eines der ständigen Angebote von ÜberQuell. Dunkel bernsteinfarben ist die Hopfenbombe mit leicht überdurchschnittlich viel größtenteils feinporigem Schaum, der sehr lange erhalten bleibt. An der Optik kann ich wirklich nichts aussetzen. Bei einem IPA erwarte ich in erster Linie Hopfenaromen. Umso mehr überrascht mich das Supadupa mit einem Karamellduft, der durch Limonen- und Grapefruitdüfte sowie einigen würzigen Noten nach Nelke und Vanille unterstützt wird. Überraschend aber gut. So ist es auch nicht verwunderlich, dass das Supadupa auch im Antrunk überrascht. Der allererste Eindruck auf der Zungenspitze ist Frische mit einem angenehmen Malzkörper. Im Anschluss überzeugt das Bier durch seine fruchtigen Zitrusnoten sowie mit Anklängen von Grapefruit sowie würzigen und blumigen Noten, die durch ein ordentliches Bitter begleitet werden. Der Abgang ist überraschend mild und ich frage mich, wo dieses Bier seine 50 Bittereinheiten versteckt hat. Trotzdem klingt der Geschmack noch lange nach. 
Zwei Unternehmen aus Hamburg haben sich zusammengetan, um den Lieblings-Bierstil der Deutschen neu zu interpretieren – die Ratsherrn Brauerei und das Kochmagazin BEEF! aus dem Verlag Gruner & JahrDabei herausgekommen ist ein Craft-Pilsener: das BEEF! Dry Hopped Pilsener. Und genau dieses Bier steht jetzt vor mir. Rund ein Jahr hat es von der ersten Idee bis zum fertigen Bier gedauert. Zusammen mit dem Braumeister Ian Pyle von Ratsherrn sammelte die BEEF! Redaktion Ideen und entwickelte das Braurezept. Dabei wollte die Ratsherrn Brauerei nicht ein weiteres IPA oder Pale Ale brauen, sondern zeigen, dass man auch beim Pilsener neue Aromaimpulse setzen kann, ohne den ursprünglichen Bierstil zu verfälschen.
Nun steht mal wieder ein Eulchen-Bier aus Mainz vor mir. Es ist das letzte Bier, das ich von der jungen Brauerei zur Verkostung habe. Es ist auch das letzte Bier, das ganzjährig verkauft wird.
Bereits im Jahr 2007 kamen die ersten Ideen ans Licht des Tages, in Wien eine Craft Beer-Brauerei zu gründen. Damals wurden die Pläne aber nicht realisiert, sondern es dauerte bis 2012, bis die Pläne wieder aufgegriffen wurden. Bereits zwei Jahre später errang die Malzstraße, die jetzt vor mir steht, beim World Beer Cup eine Silbermedaille. Die Jungs haben sich also richtig angestrengt, richtig gute Biere zu kreieren. Derzeit haben sie noch keine eigene Brauanlage, sondern lassen als Gypsy-Brauer die meisten ihrer Biere bei Gusswerk brauen.
Hildesheim liegt etwa 30 Kilometer südlich von Hannover im Vorharzgebiet. An der B6, der Ausfallstraße Richtung Goslar, hat die Hildesheimer Braumanufaktur ihr Zuhause gefunden, von der das West Coast Pale Ale stammt, das jetzt vor mir steht. Die kleine Brauerei, die erst im Jahr 2016 von Jan Pfeiffer und Malte Feldmann gegründet wurde, verkauft ihr Bier nur in der näheren Umgebung, außerdem jeden Donnerstag von 15:00 Uhr bis 21:00 Uhr im Brauereiverkauf. Zu diesem Termin kommt auch ein Biohof, der seine Produkte anbietet, es lohnt sich also für die Hildesheimer, sich dort ihr Bier zu holen. Für mich war es nicht einfach, an das Bier zu kommen. Hildesheim liegt recht weit entfernt, aber jetzt ist es mir endlich gelungen.