Archiv der Kategorie: Biertest

Hessisches Löwen-Bier Hell

Die Brauerei Hütt aus dem nordhessischen Baunatal, von der das Hessische Löwen-Bier stammt, verspricht von diesem Bier viel: „In unserer kleinen Familienbrauerei finden Sie schon immer ursprüngliches Brauhandwerk. Wir sind wählerisch bei den Zutaten und kreativ bei der Verarbeitung. So entstand unser Hessisches Löwen-Bier „Hell“ – eine handwerklich gebraute, süffige Bierspezialität. Frische Hopfen- und aromatische Malznoten vereinen sich zu einem harmonischen Geschmackserlebnis mit eigenständigem und mildem Charakter.

Die Grundlage unseres Handwerks bilden natürliche Rohstoffe – geliefert von Landwirten, die ihre Leidenschaft für gute Produkte mit uns teilen. Wir kennen die besonderen Eigenheiten unserer Zutaten und lieben ihre Ecken und Kanten, denn diese machen den unverkennbaren Charakter unserer Biere aus. Und weil eine lebendige Bierseele für uns wichtiger ist als das Perfekte und immer Gleiche, sollen Sie diese Besonderheiten am Ende auch sehen, riechen und schmecken können.“ Diese Beschreibung würde auch auf ein Craft Beer passen. Mal sehen, ob das Bier, das ausschließlich über Edeka vertrieben wird, dieser Beschreibung entspricht.

In hellem Goldgelb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich recht wenig gemischtporiger Schaum, der sich sofort wieder auflöst.

Das Bier duftet diskret nach Biskuit, unterstützt von einer leichten fruchtigen Säure.

Der Antrunk ist eher süßlich, aber durch eine ordentliche Menge Kohlensäure ist der erste Eindruck frisch. Auf der Zunge ist das Löwen-Bier schlank mit einer leichten Säure und einem Hauch Würzigkeit. Der Abgang ist sehr mild mit sehr kurzem Nachklang.

Es ist nichts Falsches an diesem Bier, aber es wirkt auf mich recht dünn, so dass es kein wirklicher Genuss ist. Zur Ehrenrettung der Brauerei sei aber noch erwähnt, dass sie in Kassel ein Brauhaus betreibt. Dort war ich mit meiner Frau einige Male zum Essen und ich muss sagen, dass mir die Speisen dort deutlich besser gefallen haben als dieses Bier.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Opal)

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11,2 %

Brauerei:

Hütt-Brauerei Bettenhäuser GmbH & Co. KG
34225 Baunatal
www.hessisches-loewenbier.de

St. Idesbald

Im Osten Flanderns liegt die Gemeinde Melle, in der die Brauerei Huyghe beheimatet ist, aus der das St. Idesbald stammt, das jetzt vor mir steht. Es handelt sich um eine Privatbrauerei, die Mitglied der „Belgian Family Brewers“ ist. Bereits seit 1654 wird dort Bier gebraut. Im Jahr 1906 erwarb Léon Huyghe die Brauerei und nannte sie „Brouwerij-Mouterij den Appel“. 1938 fand die Umbenennung „Léon Huyghe Ltd.“ statt.

Golden und leicht hefetrüb zeigt sich das Bier. Darüber steht eine durchschnittliche Menge gemischtporiger Schaum, der recht langsam in sich zusammenfällt.

Düfte nach Brotrinde und Hefe steigen mir in die Nase, dazu eine leichte fruchtige Säure sowie das Aroma frischer Ananas. Damit macht das Bier schon mal einen guten Eindruck.

Der Antrunk ist süß und das Bier macht von Anfang an einen vollmundigen Eindruck. Allerdings würde ich mir etwas mehr Kohlensäure wünschen. Auf der Zunge kommt schnell eine leichte fruchtige Säure dazu. Bitter kann ich nicht feststellen. Erst im fruchtigen Abgang kommen einige Bitterstoffe schüchtern zum Vorschein. Trotzdem klingt der Geschmack lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Brauerei:

Brasserie L. Huyghe
Brusselsestw. 282
9090 Melle
Belgien
www.delirium.be

Veto Orangenfalter

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Jetzt steht eine noch recht neue Schöpfung von Ralph Hertrich aus der Hopferei Hertrich vor mir. Der Orangenfalter ist ein Witbier. Witbier ist ein anerkannter Bierstil, der in Belgien sehr viel gebraut wird und da im Witbier Koriander sowie Orangenschalen verbraut werden, entspricht dieses Bier nicht dem deutschen Reinheitsgebot. Es muss also als „alkoholhaltiges Malzgetränk“ und „Lebensmittel eigener Art“ angeboten werden. Im April 2018 wurde der Orangenfalter erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Aber an diesem Bier zeigt sich auch, wie skurril die Auswirkungen des deutschen Reinheitsgebots sind. Es gibt zwar nach dem vorläufigen Biergesetz die Möglichkeit, bei der Lebensmittelaufsichtsbehörde eine Ausnahmegenehmigung für besondere Biere zu beantragen, die nicht dem deutschen Reinheitsgebot entsprechen. Die Erteilung der Genehmigungen ist Ländersache. Bayern und Baden-Württemberg stellen diese Genehmigung nicht aus, während andere Bundesländer die Anträge einfach durchwinken. Entscheidend für die Zuständigkeit der Landesbehörden ist der Brauort. Wäre Ralph die paar Kilometer nach Hessen gefahren und hätte er sich dort in einer Brauerei eingemietet und sein Bier gebraut, hätte er seinen Orangenfalter als Bier verkaufen dürfen. Da er aber in Feucht gebraut hat, darf sein Erzeugnis kein Bier sein. Die Biersteuer wird aber trotzdem fällig. Aber kommen wir jetzt zum Bier.

Strohgelb und leicht hefetrüb strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die Schaumkrone ist größtenteils feinporig und recht standfest. Die Optik ist makellos.

Das Bier duftet teigig. Der Koriander ist deutlich zu riechen und unterstützt die Fruchtigkeit nach Orangen. Auch der sanfte Duft der Kamillenblüten ist unterschwellig zu riechen. Das Aroma ist stiltypisch, auch wenn in Belgien eher Kumquats zum Brauen von Witbier verwendet werden, die ein noch kräftigeres Orangenaroma ergeben.

Der erste Eindruck beim Antrunk ist sommerlich frisch. Sehr schnell kommt eine ordentliche Fruchtigkeit hinzu, die kräftiger ist als ich es aufgrund des Aromas erwartet hätte. Der Geschmack der Hefe und des Korianders verbinden sich hervorragend mit dem Geschmack nach Orange. Auch hier hält sich die Kamille diskret im Hintergrund. Auch im Abgang bleibt die Fruchtigkeit mit den würzigen Noten im Vordergrund und hier würde ich mir noch etwas mehr bitter wünschen. Aber – insgesamt ist dieses Bier von vorne bis hinten stimmig.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Weizenflocken, Haferflocken, Koriandersamen, Orangenschalen, Kamilleblüten, Hopfen (Saazer, Pacifica), Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 %

Stammwürze:

11,6° Plato

Brauerei:

Hopferei Hertrich
Brückkanalstraße 33
90537 Feucht
www.hopferei.de

DIE BIEROTHEK

Val-Dieu Bière de Noël

Es ist das dritte Septemberdrittel, in den Supermärkten türmen sich Pfeffernüsse, Spekulatius und andere Weihnachtsnaschereien, in der Fußgängerzone von Essen hängt die Weihnachtsbeleuchtung und so muss es mich nicht wundern, dass jetzt das erste Weihnachtsbier des Jahres vor mir steht. Es handelt sich um das Bière de Noël aus Val-Dieu, einer ehemaligen Zisterzienserabtei in Belgien, genauer gesagt aus dem Tal der Berwinne, gelegen an der Grenze zwischen dem Herzogtum Limburg und der Grafschaft Dalhem.

Im Jahr 200 verließen die letzten Mönche die Abtei und der Orden entschloss sich, die Abtei einer christlichen Laiengemeinschaft anzuvertrauen, die unter Aufsicht der Zisterzienser bis heute die Geschicke des Klosters lenkt.

Im Kloster werden nicht nur das Abteibier, sondern auch diverse Käsespezialitäten sowie Apfelcidre hergestellt. Alle diese Produkte sind von der Handwerkskunst der Zisterzienser inspiriert. So verwundert es auch nur bedingt, dass dieses Bier beim World Beer Award 2018 die Bronzemedaille gewonnen hat.

Hell bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich leicht überdurchschnittlich viel feinporiger Schaum, der aber leider recht schnell in sich zusammenfällt.

Der Antrunk ist süß, wobei die reichlich vorhandene feinperlige Kohlensäure für eine gewisse Frische sorgt. Schnell kommt eine leichte fruchtige Säure dazu, während ich Bitterstoffe kaum wahrnehmen kann. Trotzdem macht das Bier einen recht runden und süffigen Eindruck. Im Abgang verstärkt sich die Säure und der Geschmack des Alkohols tritt in den Vordergrund. Der Nachklang ist mittellang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Portwein, Hefe

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Brauerei:

Brasserie de l’abbaye du Val-Dieu
Val-Dieu 225
4880 Aubel
Belgien
www.val-dieu.com

St. Erhard Original

Aus Franken stammt dieses Kellerbier. Gebraut und abgefüllt wird es in Hallerndorf bei Bamberg. Sofort fällt die durchsichtige Flasche auf, die recht ungewöhnlich ist. Um das Bier vor dem Einfluss des Lichts zu schützen, ist sie aber mit einem UV-Schutz versehen. Für diese Flasche wurde St. Erhard mit dem German Design Award 2014 ausgezeichnet.

Bereits in der Flasche ist die klare bernsteinartige Farbe des St. Erhard zu sehen. Beim Einschenken steigt mir das intensive Hopfenaroma in die Nase. Das Bier enthält keine sichtbare Kohlensäure und es bildet sich eine durchschnittliche Krone aus sahnigem Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Aroma des Bieres ist malzbetont. Düfte nach Toffee steigen mir in die Nase. Der Hopfen kommt mit einigen fruchtigen Noten ebenfalls zu seinem Recht, er bleibt aber im Hintergrund.

Der leicht süße Antrunk zeigt, dass das Bier nur wenig Kohlensäure enthält, die aber sehr feinperlig ist. Trotzdem macht das Bier einen angenehmen frischen Eindruck. Der Geschmack des Malzes ist ausgewogen mit dem des Hopfens. Damit macht das Bier einen angenehm süffigen Eindruck. Schnell gesellt sich noch ein angenehmes und recht intensives Bitter dazu. Auch der Abgang ist durch ein freundliches Bitter geprägt, das lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Wiener, Cara-Münch®), Hopfen (Tettnanger)

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

13° Plato

Brauerei:

St. Erhard GmbH
Hafenstraße 13
96052 Bamberg
www.bierothek.de

DIE BIEROTHEK 

Walter Bräu Weizen

Nun steht das Weizenbier von Walter Bräu in Wesel-Büderich vor mir. Die kleine Brauerei wurde 2005 im Keller eines Reihenhauses als Hobby gestartet. Nachdem das Bier immer mehr Freunde fand entschloss sich Walter Hüsges im Jahre 2007 die Brauerei in Wesel-Büderich aufzubauen und offiziell eine Hausbrauerei zu eröffnen. Vor diesem Hintergrund erschließt sich das Motto: „Vom Hobby zum Beruf, zurück zu den Wurzeln.“

Ziemlich einmalig ist die Braustube. Ich kenne keine andere Gaststätte, in der die Gäste ihr eigenes Essen mitbringen dürfen, um es bei einem Bier (das dann selbstverständlich dort erworben werden muss) zu genießen. Dabei können die Gäste den Brauer bei seiner Arbeit beobachten. Auch der Garten ist etwas Besonderes. Dort können die Gäste grillen, ein Fondue oder ein Raclette zubereiten. Grill, Fondue oder Raclette-Gerät stellt die Brauerei für kleines Geld zur Verfügung. Nur die Lebensmittel bringen die Gäste selbst mit. Aber kommen wir zum Bier, wegen dem die meisten Menschen eine Brauereigaststätte besuchen.

Goldgelb und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine feinporige Schaumkrone. Diese fällt allerdings im Vergleich zum Schaum anderer Weizenbiere recht schnell in sich zusammen. Aber die Optik passt.

Das Bier duftet nach Weizen, Banane und Zitrusfrüchten. Bei der Auswahl der Hopfensorten hat der Brauer ein gutes Händchen gehabt.

Der Antrunk ist leicht süß und die feinperlige Kohlensäure sorgt für eine ordentliche Frische. Auf der Zunge ist aber Schluss mit dem guten Eindruck. Die Säure kommt in den Vordergrund und überdeckt jeden anderen Geschmack. Lediglich die Hefe kann sich noch einigermaßen gegen den sauren Geschmack behaupten. Der Abgang ist dann wieder mild, es sind kaum Bitterstoffe zu schmecken und ein Nachklang ist praktisch nicht vorhanden.

Die anderen Biere aus Büderich haben mir eigentlich recht gut gefallen. Das Weizenbier enttäuscht mich aber.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Walter Bräu Büderich
Perricher Weg 54c
46487 Wesel
www.walterbrau.de

Hohenthanner Kellerbier Dunkel

Jetzt steht das Hohenthanner Kellerbier Dunkel vor mir. Dabei handelt es sich um ein unfiltriertes dunkles Kellerbier, das im Zweimaischverfahren hergestellt wurde. Ich erwarte von diesem Bier einiges, denn es wurde bei Meiningers International Craft Beer Award 2017 mit der Platinmedaille ausgezeichnet.

Dunkel bernsteinfarben präsentiert sich das Bier im Glas. Für ein nicht gefiltertes Bier enthält es sehr wenig Hefe. Die feinporige Schaumkrone ist hellbraun und sie bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Düfte nach Karamell steigen mir in die Nase, unterstützt durch einige fruchtige Aromen von Birne und Banane.

Im Antrunk sorgt die feinperlige Kohlensäure für eine angenehme Frische. Auf der Zunge entwickelt sich ein intensiver Karamellgeschmack mit einer diskreten Kaffeenote und einer leichten Säure. Das Malz ist eindeutig dominant und der Hopfen unterstützt den Geschmack des dunklen Malzes, ohne in den Vordergrund zu treten. Der Abgang ist mild und recht kurz.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,7 % Vol.

Stammwürze:

13,4 %

Brauerei:

Hohenthanner Schlossbrauerei GmbH & Co. KG
Brauhausstraße 1
84098 Hohenthann
www.hohenthanner.de

Biershop Bayern

Gestopfter Bär

Wieder einmal hat mir Maisel eine Flasche Bier geschickt, einen Sondersud mit dem Namen Gestopfter Bär. Den Sud hat die Brauerei in Zusammenarbeit mit der Brauerei Schanzenbräu in Nürnberg angesetzt. Dabei handelt es sich um ein Bockbier. Und da Nürnberg für sein Rotbier bekannt ist, handelt es sich um einen roten Bock.

Schon das vordere Etikett gefällt mir sehr gut. Der brüllende Bär, dessen Fell aus den Blättern einer Hopfendolde gefällt – Maisel hat schon einen guten Designer.

Die Brauerei beschreibt das Bier auf dem Rückenetikett so: „Allmächd – ein gestopfter Bär! Rot wie Franken, bärenstark wie Schanzenbräu und kräftig, fruchtig, hopfig wie Maisel & Friends! Bassd scho!“ Das macht doch schon mal richtig Lust auf das Bier. Nur die Formulierung „rot wie Franken“ verstehe ich nicht so richtig. Bei der letzten Bundestagswahl hat die CSU sämtliche Direktmandate in Franken errungen. Ich sehe Franken eher als schwarz. Aber hier geht es ja um das Bier.

Wenn die Brauerei das Kupferrot als sagenhaft beschreibt ist das nicht übertrieben. Dazu eine durchschnittlich große Krone aus sahnigem beigem Schaum, die sehr lange erhalten bleibt.

Sagenhaft ist auch das Aroma. Düfte nach Malz, Toffee und etwas Waldhonig steigen mir in die Nase. Dazu kommt eine überwältigende Fruchtigkeit. Südfrüchte, Zitrus, Ananas, rote Beeren und Cassis verwöhnen meine Nase. Ich kann die Nase gar nicht vom Glas nehmen um den ersten Schluck zu nehmen. Dabei macht das Aroma Lust auf den ersten Schluck.

Dann ist es so weit – ich nehme den ersten Schluck. Der erste Kontakt mit der Zunge zeigt eine stiltypische Süße, passend zur sehr feinperligen Kohlensäure, die für eine angenehme Frische sorgt. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider, die ich bereits in der Nase wahrgenommen habe und es kommt sogar noch der Geschmack nach Grapefruit dazu. Aber auch der Malzkörper kommt auf der Zunge zu seinem Recht. Auffällig ist, dass bereits auf der Zunge auch eine ordentliche Bittere zu schmecken ist. Malz und Hopfen stehen in einem sehr guten Verhältnis zueinander. Ich wundere mich, dass die 7,3 Volumenprozent Alkohol nicht zu schmecken sind, so perfekt verstecken sie sich hinter Hopfen und Malz. Das Bier ist mit seinem cremigen und weichen Mundgefühl einfach angenehm zu trinken. Im Abgang kommt kurz der Geschmack nach Ananas in den Vordergrund und anschließend dominiert das freundliche Bitter den langen Nachklang.

Der Gestopfte Bär weiß zu überraschen. Er sticht deutlich aus der Menge der Bockbiere heraus. Dabei hat er viel Charakter und ist in der Lage, auch Konsumenten zu überzeugen, die normalerweise den Bockbieren eher ablehnend gegenüberstehen. Meine Ehefrau gehört zu dieser Gruppe und selbst sie war bärig begeistert.

Erhältlich ist der Gestopfte Bär im Onlineshop von Maisel & Friends. Aber wie bei jedem Sondersud gilt: wenn weg dann weg.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (u.a. Hallertauer Saphir, Topaz, Vic Secret, Ariana), Hefe

Alkoholgehalt:

7,3 % Vol.

Stammwürze:

16,8° Plato

Bittereinheiten:

50 IBU

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

gemeinsam mit:

Brauerei Schanzenbräu
Proeslerstr. 3
90431 Nürnberg
www.schanzenbraeu.de

Weihenstephaner Hefeweißbier Alkoholfrei

Jetzt steht mal wieder ein Bier aus Weihenstephan vor mir, passend zur andauernden Hitze in diesem Jahr das alkoholfreie Hefeweizen. Die Brauerei beschreibt das Bier wie folgt: „Unser satt-goldgelbes „Hefeweißbier Alkoholfrei“ schmeckt, wie ein Premiumweißbier schmecken muss. Spritzig, frisch und vollmundig, mit Nuancen von Gewürznelken und Honig sowie einer feinen Hefenote. Der einzigartige Weißbiergeschmack wird durch ein in Zusammenarbeit mit der TU München-Weihenstephan entwickeltes Verfahren erreicht: Die Obergärung wird nicht während des Gärprozesses unterbrochen – das Bier erhält die gesamte Zeit zu reifen. Erst nach der vollen Entwicklung wird der Alkohol schonend entzogen. Ein erstklassiger Durstlöscher nach dem Sport oder ein guter Begleiter zu leichten Sommerspeisen, süß-sauren Gerichten oder zu Fruchtsorbets. Gebraut mit der Jahrhunderte währenden Biertradition am Weihenstephaner Berg.“ Na, dann wollen wir mal sehen.

Golden und hefetrüb mit sahniger Schaumkrone präsentiert sich das Bier im Glas. Der Schaum bleibt lange erhalten. Damit macht die Optik schon mal eine gute Figur.

Das Aroma ist stiltypisch. Düfte nach Banane, Nelke und Hefe steigen mir in die Nase. Nichts Überraschendes, aber nicht schlecht.

Der Antrunk ist recht trocken und durch die großzügig bemessene Kohlensäure spritzig. Nach diesem guten Anfang lässt das Bier leider nach. Der Körper ist sehr schlank und die Hefe ist der kräftigste Geschmack. Der Abgang ist wenig bitter und er klingt nur kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, dunkles und helles Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Perle, Hallertauer Magnum), Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

12,7 % vor Alkoholentzug

Bittereinheiten:

14 IBU

Brauerei:

Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan
Alte Akademie 2
D-85354 Freising
www.weihenstephaner.de

Sapporo Premium Beer

Sapporo ist die älteste Biermarke Japans und wurde 1876 gegründet. Die Legende dieses Bieres begann mit dem abenteuerlichen Geist von Seibei Nakagawa, Japans erstem in Deutschland ausgebildeten Braumeister. Von einem abenteuerlichen Geist angetrieben, verließ Seibei Nakagawa Japan im Alter von 17 Jahren, als dies strengstens verboten war. Seine Reisen führten ihn schließlich nach Deutschland, wo er das Handwerk des Brauens erlernte, ein Handwerk, das er 1876 als erster Braumeister Sapporos in seiner Heimat anwenden würde. Heute ist Sapporo in den USA das meistverkaufte asiatische Bier. OK, in den USA ein Bier auf den Massenmarkt zu bringen, das den Amis mundet, dürfte nicht allzu schwierig sein, sind doch die amerikanischen Massenbiere nicht unbedingt für ihre Qualität bekannt. Mal sehen, wie es sich im Vergleich zu einem deutschen Fernsehbier macht.

In dunklem Goldgelb präsentiert sich das Bier im Glas, ausgestattet mit einer durchschnittlichen Menge cremigem Schaum, der lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal was her.

Das Aroma ist malzbetont mit einigen Röststoffen und Toffee, unterstützt durch eine leichte blumige Note.

Der Antrunk ist weich und rund. Die recht kräftige Süße wird durch die passende Dosierung der feinperligen Kohlensäure ausgeglichen. Schnell kommt ein diskretes Bitter dazu, so dass das Bier vollmundig und süffig ist. Im Abgang werden die Bitterstoffe etwas kräftiger, sie bleiben aber freundlich und massentauglich, auch durch den kurzen Nachklang.

Die Japaner sind ja bekannt für ihre hochwertigen Lebensmittel, bei deren Erzeugung sie sich viel Mühe geben und Methoden verwenden, die uns manchmal skurril erscheinen. Deshalb hatte ich mir von dem Sapporo wirklich noch mehr versprochen, auch wenn es im Vergleich zu den deutschen Bieren eine gute Figur macht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Gerste, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Brauerei:

Die Brauerei verrät Sapporo nicht, nur, dass das Bier unter Lizenz in der EU gebraut wurde.

Distributor:

Marubeni Europe PLC
95 Gresham Street
London EC2V 7AB
Großbritannien