{"id":9387,"date":"2020-04-26T18:38:32","date_gmt":"2020-04-26T16:38:32","guid":{"rendered":"http:\/\/bierblog.info\/?p=9387"},"modified":"2020-04-26T18:38:32","modified_gmt":"2020-04-26T16:38:32","slug":"auch-oesterreichs-brauer-fordern-dringend-entlastungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bierblog.info\/?p=9387","title":{"rendered":"Auch \u00d6sterreichs Brauer fordern dringend Entlastungen"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff\" data-title=\"Auch \u00d6sterreichs Brauer fordern dringend Entlastungen\" data-info-url=\"http:\/\/ct.de\/-2467514\" data-backend-url=\"https:\/\/bierblog.info\/wp-content\/plugins\/shariff-sharing\/backend\/index.php\" data-temp=\"\/tmp\" data-ttl=\"60\" data-service=\"gftr\" data-services='[\"googleplus\",\"facebook\",\"twitter\",\"reddit\",\"info\"]' data-image=\"\" data-url=\"https:\/\/bierblog.info\/?p=9387\" data-lang=\"de\" data-theme=\"colored\" data-orientation=\"horizontal\"><\/div><p>Die Totalschlie\u00dfung der Gastronomie seit Mitte M\u00e4rz 2020 hat auch \u00d6sterreichs Brauer stark getroffen. Durchschnittliche Umsatzeinbu\u00dfen von \u00fcber 50 % \u2013 und je nach Gastronomieanteil weit dar\u00fcber hinaus \u2013 stellen die gesamte Bierbranche vor gro\u00dfe wirtschaftliche Herausforderungen. Um Arbeitspl\u00e4tze und lokale Wertsch\u00f6pfung zu sichern fordern die Brauer in unserem Nachbarland dringend steuerliche Entlastungen sowie Kompensationszahlungen f\u00fcr abgelaufene Waren.\n<\/p>\n<p>&#8222;Mit der Schlie\u00dfung der Gastronomie wurde einem unserer wichtigsten Partner von einem Tag auf den anderen sprichw\u00f6rtlich das Licht abgedreht&#8220;, erkl\u00e4rt der Obmann des Verbandes der Brauereien \u00d6sterreichs, Sigi Menz. &#8222;Wir stellen unver\u00e4ndert tagt\u00e4glich unsere Solidarit\u00e4t mit den Gastronomen unter Beweis, aber wir sehen mittlerweile auch, dass unsere Brauereien mit Umsatzeinbu\u00dfen zu k\u00e4mpfen haben: Bei manchen sind es bis zu 50 %, bei anderen mit h\u00f6herem Gastronomieanteil \u2013 das betrifft vor allem mittelst\u00e4ndische und kleine Braust\u00e4tten \u2013 sind es bis zu 100 % R\u00fcckgang. Was uns in diesen schwierigen Tagen st\u00e4rkt, ist der Lebensmitteleinzelhandel &#8211; seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geb\u00fchrt gro\u00dfer Dank. Ohne diese Absatzm\u00f6glichkeit w\u00e4re das Bierland \u00d6sterreich noch st\u00e4rker unter Druck.&#8220;\n<\/p>\n<h3>Keine rasche Besserung<br \/>\n<\/h3>\n<p>Eine schnelle Erholung des Marktes ist nicht in Sicht, mit der m\u00f6glichen \u00d6ffnung der Restaurants und Wirtsh\u00e4user ab 15. Mai werden sich die Ums\u00e4tze kaum stabilisieren. Auch auf m\u00f6gliche Nachholeffekte ist nicht zu hoffen. Denn einerseits wird der Gastronomiebetrieb strikten, erschwerenden Auflagen unterliegen, andererseits werden auch die G\u00e4ste noch eine Zeitlang Zur\u00fcckhaltung zeigen. &#8222;Und die laufenden Absagen branchenrelevanter Veranstaltungen \u2013 von Kirtagen \u00fcber Volksfeste bis hin zu gro\u00dfen Konzerten oder Sportereignissen \u2013 verursachen hohe Umsatzausf\u00e4lle in den n\u00e4chsten Monaten&#8220;, f\u00fchrt Menz aus.\n<\/p>\n<p>Auch die Exporte sind von der Krise betroffen. Aktuell belasten Verz\u00f6gerungen und Unterbrechungen von Lieferketten innerhalb der EU und in vielen Drittstaaten die exportierenden Brauereien. &#8222;Krisenbedingte Ma\u00dfnahmen in den Ziell\u00e4ndern vor Ort f\u00fchren auch auf diesen M\u00e4rkten zu \u00c4nderungen im Konsumverhalten, die sich allgemein in einem sehr abwartenden Exportgesch\u00e4ft widerspiegeln&#8220;, so Menz.\n<\/p>\n<p>Insgesamt mussten die \u00f6sterreichischen Brauereien bisher \u00fcber 3.000 Besch\u00e4ftige zur Kurzarbeit anmelden. Davon betroffen sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Vertrieb, Logistik, Gastronomie, Marketing und Produktion.\n<\/p>\n<h3>Steuersenkungen und Kompensationszahlungen f\u00fcr das Bierland \u00d6sterreich<br \/>\n<\/h3>\n<p>&#8222;Unsere \u00f6sterreichischen Brauereien sind eine tragende S\u00e4ule der heimischen Wirtschaft&#8220;, erl\u00e4utert Jutta Kaufmann-Kerschbaum, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Brauereiverbandes. &#8222;Aktuelle Berechnungen der Brewers of Europe attestieren der \u00f6sterreichischen Bierbranche eine Inlands-Wertsch\u00f6pfung von j\u00e4hrlich rund 1,6 Mrd. Euro. Die Gesamteinnahmen, die der Staat j\u00e4hrlich rund ums Bier erzielt \u2013 von Verbrauchs-, \u00fcber Mehrwert- und Einkommenssteuern bis zu Sozialabgaben \u2013 betragen rund 1,2 Mrd. Euro. Um den Wirtschaftsmotor am Laufen zu halten, brauchen wir an die Krise angepasste Rahmenbedingungen, wie sie teils in anderen EU-Mitgliedsstaaten schon umgesetzt wurden&#8220;, appelliert Kaufmann-Kerschbaum.\n<\/p>\n<p>Im Detail fordert der Brauereiverband:\n<\/p>\n<ul>\n<li>Einen erm\u00e4\u00dfigten Umsatzsteuersatz (wie z. B. in der Tschechischen Republik bereits umgesetzt) von derzeit 20 % auf 10 % \u2013 f\u00fcr auf in der Gastronomie \u00fcber eine Schankanlage abgegebenes Bier bzw. andere Getr\u00e4nke aufgrund des ausgepr\u00e4gten Dienstleistungscharakters (t\u00e4gliche Reinigung der Schank- und Zapfanlagen, Desinfizieren des Zapfkopfes bei jedem Fasswechsel, laufende Reinigung der Bierleitungen etc.). Zudem ist Fassbier &#8222;das Mehrweggebinde&#8220; schlechthin. Eine Senkung des Steuersatzes w\u00fcrde nicht nur eine steuerliche Entlastung bedeuten, sondern auch ein Zeichen in Richtung Nachhaltigkeit setzen und zugleich die Attraktivit\u00e4t von Fassbier bei den G\u00e4sten steigern.\n<\/li>\n<li>Eine 100 % Kompensation f\u00fcr Bier, das aufgrund des Lockdowns in der Gastronomie, im Getr\u00e4nkefachgro\u00dfhandel, in Depots oder der Brauerei verdorben ist bzw. aufgrund der \u00dcberschreitung des Mindesthaltbarkeitsdatums nicht mehr verkauft werden kann.\n<\/li>\n<li>Eine Reduktion der Biersteuer auf ein faires Niveau. \u00d6sterreichs Brauwirtschaft wird mit einer der h\u00f6chsten Abgabenquoten in Europa belastet. Die gesamtsteuerliche Belastung von Bier betr\u00e4gt hierzulande hochgerechnet fast 50 %. Im Vergleich mit Deutschland ist die \u00f6sterreichische Biersteuer um mehr als das 2,5-fache h\u00f6her, zudem gelten in Deutschland 19 % Umsatzsteuer.\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>&#8222;Schon lange fordern wir dringend Entlastungen f\u00fcr \u00d6sterreichs Brauer. Und jetzt, in der Krise, umso mehr. Nur wenn schnell gehandelt wird, kann die \u00f6sterreichische Bierbranche \u2013 die weiterhin t\u00e4glich und unter strengster Einhaltung aller gesundheitsrelevanten Ma\u00dfnahmen f\u00fcr die \u00d6sterreicherinnen und \u00d6sterreicher im Einsatz ist \u2013 weiter bestehen. Der \u00f6sterreichischen Brauwirtschaft ist es auch zu verdanken, dass lokale Traditionen erhalten bleiben. Die \u00d6sterreicherinnen und \u00d6sterreicher lieben ihr lokales Bier und das wollen wir ihnen nicht nehmen. Es geht um die Vielfalt unserer Bierkultur, die wir bewahren wollen. Nur mit rasch gesetzten Ma\u00dfnahmen lassen sich Wertsch\u00f6pfung, Arbeitspl\u00e4tze, der Wirtschaftsstandort und damit die Zukunft der heimischen, gr\u00f6\u00dftenteils traditionellen Familienbetriebe absichern&#8220;, so Menz abschlie\u00dfend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Totalschlie\u00dfung der Gastronomie seit Mitte M\u00e4rz 2020 hat auch \u00d6sterreichs Brauer stark getroffen. Durchschnittliche Umsatzeinbu\u00dfen von \u00fcber 50 % \u2013 und je nach Gastronomieanteil weit dar\u00fcber hinaus \u2013 stellen die gesamte Bierbranche vor gro\u00dfe wirtschaftliche Herausforderungen. 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