{"id":6310,"date":"2018-07-31T10:31:47","date_gmt":"2018-07-31T08:31:47","guid":{"rendered":"http:\/\/bierblog.info\/?p=6310"},"modified":"2018-08-24T11:52:34","modified_gmt":"2018-08-24T09:52:34","slug":"carlsberg-und-microsoft-wollen-mit-kuenstlicher-intelligenz-neue-biere-kreieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bierblog.info\/?p=6310","title":{"rendered":"Carlsberg und Microsoft wollen mit K\u00fcnstlicher Intelligenz neue Biere kreieren"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff\" data-title=\"Carlsberg und Microsoft wollen mit K\u00fcnstlicher Intelligenz neue Biere kreieren\" data-info-url=\"http:\/\/ct.de\/-2467514\" data-backend-url=\"https:\/\/bierblog.info\/wp-content\/plugins\/shariff-sharing\/backend\/index.php\" data-temp=\"\/tmp\" data-ttl=\"60\" data-service=\"gftr\" data-services='[\"googleplus\",\"facebook\",\"twitter\",\"reddit\",\"info\"]' data-image=\"\" data-url=\"https:\/\/bierblog.info\/?p=6310\" data-lang=\"de\" data-theme=\"colored\" data-orientation=\"horizontal\"><\/div><p>Carlsberg wurde im Jahr 1847 gegr\u00fcndet und hat 140 Getr\u00e4nkemarken in 150 L\u00e4ndern der Welt im Angebot. Die Brauerei, die es seit 1847 gibt, will jetzt mit k\u00fcnstlicher Intelligenz neue Geschmacksrichtungen vorhersagen und ausloten. Das &#8222;Beer Fingerprinting Project&#8220; soll Forschern dabei helfen.<\/p>\n<h3>Sensoren und KI-Software<\/h3>\n<p>Jochen F\u00f6rster alias &#8222;Dr. Beer&#8220; ist als Professor f\u00fcr die Fermentierung im Carlsberg Research Laboratory zust\u00e4ndig. Gegen\u00fcber MSN beschreibt er die Gr\u00fcnde f\u00fcr dieses Projekt: &#8222;Es klingt nett, wenn man jeden Tag einen Haufen Bier verkosten darf, aber wir kreieren hunderte Microliter an Bier und in so kleinem Volumen, dass es nicht einmal m\u00f6glich ist, die alle zu testen&#8220;, sagt F\u00f6rster. &#8222;Also haben wir bemerkt, dass uns Sensoren dabei helfen k\u00f6nnten&#8220;, so der Professor. Diese sollen nun verschiedene chemischen Zusammensetzungen und Komponenten, die den Geschmack ausmachen, ausprobieren und vorhersagen, wie ein Bier schmecken wird.<\/p>\n<p>Das Lab arbeitet dabei eng mit der Aarhus Universit\u00e4t zusammen, um die Sensoren zu entwickeln sowie mit der Technischen Universit\u00e4t von D\u00e4nemark im Norden von Kopenhagen, um herauszufinden, wie man diese in verschiedenen Stadien des Brauprozesses einsetzen kann. Das Lab arbeitet zudem mit Microsoft zusammen, um die Signale der Sensoren zu analysieren. Dabei kommt k\u00fcnstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz. Lernende Algorithmen sollen die Geschm\u00e4cker und Aromen kennenlernen und abw\u00e4gen.<\/p>\n<h3>Unterschied zwischen Pils und Lager<\/h3>\n<p>Das Projekt ist auf einen Zeitraum von drei Jahren angelegt und hat vor sechs Monaten begonnen, hei\u00dft es in einem Blogeintrag von Microsoft. Ergebnisse liegen daher bisher keine vor. Die Sensoren k\u00f6nnen allerdings bereits zwischen einem Pils und einem Lager unterscheiden. Man arbeite bereits am Feintuning, so F\u00f6rster.<\/p>\n<p>Das Ziel des Projekts ist es, die Zeit zu reduzieren, die es ben\u00f6tigt, um Kombinationen und Prozesse auszutesten, um neue Sorten zu kreieren. Damit k\u00f6nnte Carlsberg k\u00fcnftig fr\u00fcher neue Biersorten auf den Markt bringen als die Konkurrenz.<\/p>\n<p>Von Anfang an hat Carlsberg daran geforscht, die Braukunst zu optimieren. Der d\u00e4nische Brauer gr\u00fcndete bereits 1876 ein Labor \u2013 was zu dieser Zeit ein v\u00f6llig neues Konzept war &#8211; und entdeckte 1883 einen Weg zur Reinigung von Hefe, der eine konsequente Bierproduktion erm\u00f6glichte. Das Unternehmen beschloss, es mit anderen Brauereien zu teilen, und die Carlsberg Hefe wird in den meisten der heute hergestellten Biere der Welt verwendet. Das Labor entwickelte auch die pH-Skala, die zum Standard bei der Bestimmung des S\u00e4uregehalts einer Fl\u00fcssigkeit geworden ist.<\/p>\n<p>Kein Wunder also, dass Carlsberg heute eine Vorreiterrolle spielen will, wenn es darum geht, k\u00fcnstliche Intelligenz (KI) in eine der \u00e4ltesten Industrien der Welt zu bringen. Das Beer Fingerprinting Project soll den Forschern von Carlsberg, dem viertgr\u00f6\u00dften Braukonzern der Welt, helfen, Aromen schneller zu erkennen und vorherzusagen. Dazu tr\u00e4gt auch der Wechsel in die Cloud bei, um die Wachstumsstrategie &#8222;Sail 22&#8220; zu beschleunigen und dem erh\u00f6hten Wettbewerbsdruck besser zu begegnen.<\/p>\n<p>Als F\u00f6rster vor 20 Jahren mit Hefe zu arbeiten begann, hatte ein internationales Konsortium von Dutzenden von Forschern gerade das Hefegenom entschl\u00fcsselt und ver\u00f6ffentlicht, nachdem sie es jahrelang gemeinsam untersucht hatten. Jetzt kann er innerhalb einer Woche die gleichen Daten \u00fcber eine bestimmte Belastung zur\u00fcckbekommen, die viel detaillierter charakterisiert sind. Diese Geschwindigkeit hat eine Flut von Daten erzeugt und eine Situation geschaffen, in der die KI wirklich gl\u00e4nzen kann, sagt er, indem sie Datens\u00e4tze schnell analysiert und Muster zeigt.<\/p>\n<p>Technologische Fortschritte in der Kommunikation helfen dem Team von F\u00f6rster, auch in der Praxis Schritt zu halten. Das Beer Fingerprinting Project ist &#8222;ein sehr skandinavisches Projekt&#8220;, an dem in verschiedenen St\u00e4dten in D\u00e4nemark und Schweden gearbeitet wird, sagt F\u00f6rster. Die Entfernung zwischen ihnen macht es schwierig, sich regelm\u00e4\u00dfig pers\u00f6nlich zu treffen, aber Tools wie Teams, Sharepoint und Skype haben den Prozess der kollektiven Kreativit\u00e4t beschleunigt, sagt er.<\/p>\n<p>Der d\u00e4nische Brauereikonzern hat gerade &#8222;ein massives Reengineering und Reimagining&#8220; seiner Infrastrukturplattform durchlaufen, um seine Leistung und vor allem seine Agilit\u00e4t und Geschwindigkeit zu steigern&#8220;, sagt Haywood.<\/p>\n<p>Die Hauptaufgabe des Carlsberg Forschungslabors besteht darin, eine m\u00f6glichst vollst\u00e4ndige wissenschaftliche Grundlage f\u00fcr die M\u00e4lzerei, Brauerei und G\u00e4rung zu schaffen.<\/p>\n<p>Die Darstellungen von Microsoft und Carlsberg sind naturgem\u00e4\u00df recht optimistisch formuliert. Ich habe mich in der j\u00fcngeren Vergangenheit etwas mit der K\u00fcnstlichen Intelligenz besch\u00e4ftigt und mein Eindruck ist, dass dieses Projekt an die Grenzen des derzeit technologisch m\u00f6glichen geht. Das Bierbrauen ist zwar eine Abfolge relativ einfacher Arbeitsschritte, aber die chemischen Prozesse, die dabei in Gang gesetzt werden, ist ungeheuer komplex.<\/p>\n<p>Das beginnt bereits mit der Auswahl der Zutaten. Es gibt mehr als f\u00fcnf Dutzend Malze, die je nach gew\u00fcnschtem Ergebnis miteinander gemischt werden k\u00f6nnen. Das l\u00e4sst sich noch relativ einfach durch traditionelle IT unterst\u00fctzen. Aber es gibt mehr als 200 Hopfensorten, die ebenfalls untereinander gemischt werden k\u00f6nnen. Bei den Bitterhopfen ist das noch keine allzu gro\u00dfe H\u00fcrde, denn bei denen kommt es ja auf den Gehalt an Alphas\u00e4ure an. Schwieriger wird es bei den Aromahopfen, die unterschiedliche Aromen ins Bier bringen.<\/p>\n<p>Die Aromen aus dem Hopfen wirken allerdings nicht additiv. Sorgt ein Hopfen f\u00fcr das Aroma roter Beeren und ein anderer Hopfen f\u00fcr das Aroma von Grapefruit, hei\u00dft das nicht, dass daraus ein Bier mit den Aromen roter Beeren und von Grapefruit entsteht. Teilweise werden einzelne D\u00fcfte exponentiell verst\u00e4rkt, die Aromen einiger Hopfensorten verschwinden auch, wenn ein bestimmter anderer Hopfen zugef\u00fcgt wird. Zus\u00e4tzlich gibt es im Brauprozess unterschiedliche Zeitpunkte, zu denen Hopfengaben eingesetzt werden. Je nach Zeitpunkt der Hopfengabe reagiert der Hopfen unterschiedlich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich diese Effekte alle in einer Datenbank darstellen lassen. Jetzt komme ich aber langsam in den Bereich der Kaffeesatzleserei.<\/p>\n<p>Realistisch erscheint mir aber, dass es m\u00f6glich ist, auf traditionelle Weise, also analog mit nat\u00fcrlicher Intelligenz des Brauers, zu entwickeln und durch die Sensoren den Geschmack des Probesuds analysieren zu lassen. Aber auch das w\u00e4re sicher der Wirtschaftlichkeit der Entwicklung eines neuen Bieres zutr\u00e4glich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Carlsberg wurde im Jahr 1847 gegr\u00fcndet und hat 140 Getr\u00e4nkemarken in 150 L\u00e4ndern der Welt im Angebot. Die Brauerei, die es seit 1847 gibt, will jetzt mit k\u00fcnstlicher Intelligenz neue Geschmacksrichtungen vorhersagen und ausloten. Das &#8222;Beer Fingerprinting Project&#8220; soll Forschern dabei helfen. 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