{"id":6006,"date":"2018-06-05T15:38:03","date_gmt":"2018-06-05T13:38:03","guid":{"rendered":"http:\/\/bierblog.info\/?p=6006"},"modified":"2020-06-12T07:27:45","modified_gmt":"2020-06-12T05:27:45","slug":"lauter-irrtuemer-um-das-reinheitsgebot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bierblog.info\/?p=6006","title":{"rendered":"Lauter Irrt\u00fcmer um das Reinheitsgebot"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff\" data-title=\"Lauter Irrt\u00fcmer um das Reinheitsgebot\" data-info-url=\"http:\/\/ct.de\/-2467514\" data-backend-url=\"https:\/\/bierblog.info\/wp-content\/plugins\/shariff-sharing\/backend\/index.php\" data-temp=\"\/tmp\" data-ttl=\"60\" data-service=\"gftr\" data-services='[\"googleplus\",\"facebook\",\"twitter\",\"reddit\",\"info\"]' data-image=\"\" data-url=\"https:\/\/bierblog.info\/?p=6006\" data-lang=\"de\" data-theme=\"colored\" data-orientation=\"horizontal\"><\/div><p>Die &#8222;Bravo&#8220; schrieb es bereits vor Jahrzehnten: &#8222;Die Geschichte des Reinheitsgebots ist eine Geschichte voller Irrt\u00fcmer&#8220;. Ach nein, da ging es um ein anderes Thema. Aber auch rund um das Biergesetz geistern viele irrige Annahmen durch die Welt. Der Biersepp hat in seinem Blog die seiner Meinung nach h\u00e4ufigsten Irrt\u00fcmer in einem Artikel zusammengefasst und erl\u00e4utert. Mir gef\u00e4llt die Analyse, die diesem Artikel zugrunde liegt und da Sepp mir die Erlaubnis gegeben hat, meinen eigenen Beitrag auf seinem Artikel aufzubauen (wof\u00fcr ich ihm ausdr\u00fccklich danken m\u00f6chte), habe ich die Struktur des Artikels hier \u00fcbernommen.\n<\/p>\n<h3>Irrtum #1: &#8222;Das Reinheitsgebot hei\u00dft Reinheitsgebot&#8220;.<br \/>\n<\/h3>\n<p>Der Begriff &#8222;Reinheitsgebot&#8220; wird im Alltag verwendet, auch wenn die Vorschrift, die damit gemeint ist, niemals so hie\u00df. &#8222;Reinheitsgebot&#8220; wurde f\u00fcr die Vorschriften im Zusammenhang mit dem Bierbrauen erstmals im M\u00e4rz 1918 verwendet. Er bezeichnet eine rechtliche Norm, welche in der &#8222;Landesverordnung&#8220; vom 23. April 1516 begr\u00fcndet ist und heute &#8222;Vorl\u00e4ufiges Biergesetz&#8220; hei\u00dft. Ich werde in diesem Artikel aber trotzdem vom Reinheitsgebot schreiben.\n<\/p>\n<h3>Irrtum #2: Das Reinheitsgebot ist das \u00e4lteste noch g\u00fcltige Lebensmittel- und Verbraucherschutzgesetz der Welt.<br \/>\n<\/h3>\n<p>Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Herrschenden des beginnenden 16. Jahrhunderts sich viele Gedanken um die Gesundheit ihrer Untertanen gemacht haben. Ich bin davon \u00fcberzeugt, dass es denen damals ausgereicht hat, wenn das gemeine Volk noch in der Lage war, in die vielen Kriege zu ziehen und dass das eigene verschwenderische Wohlergehen gesichert war. Ich kenne noch einige andere Begr\u00fcndungen f\u00fcr den Erlass des Reinheitsgebots, die von den Bef\u00fcrwortern dieser Vorschrift allerdings nicht so gerne verwendet werden:\n<\/p>\n<ul>\n<li>Zwar lassen sich grunds\u00e4tzlich alle Getreidearten m\u00e4lzen und anschlie\u00dfend verbrauen. Aber Weizen und Roggen waren f\u00fcr das Brot erforderlich, ohne das die Bev\u00f6lkerung nicht gen\u00fcgend zu Essen hatte und nicht kriegstauglich war. Hafer war f\u00fcr die F\u00fctterung der Pferde erforderlich, die wiederum f\u00fcr die Kriegsf\u00fchrung erforderlich waren. Wir trinken heute ja auch den Panzern nicht den Diesel weg. Damit blieb nur noch die Gerste \u00fcbrig, die zu nichts anderem als zur Bierherstellung zu gebrauchen war.\n<\/li>\n<li>Da zum Brauen nur noch Gerste verwendet werden durfte war es m\u00f6glich, f\u00fcr jedes Fuder Gerste, das zur M\u00fchle gebracht wurde, eine Abgabe zu verlangen. Mir ist nicht bekannt, ob die Einf\u00fchrung dieser Abgabe in direktem zeitlichen Zusammenhang mit der Bekanntgabe des Reinheitsgebots steht, aber auf jeden Fall wurde mit der Landesverordnung von 1516 die Grundlage f\u00fcr Abgaben gelegt, die in die heutige Biersteuer m\u00fcnden.\n<\/li>\n<li>Der Kirche galten damals Krankheiten als Strafe Gottes, woraus der Schluss gezogen wurde, dass auch nur Gott die Krankheit wieder vom Menschen nehmen durfte. Kr\u00e4uterkundige Frauen boten trotzdem Tr\u00e4nke aus Kr\u00e4utern an, die Krankheiten heilen oder zumindest die Symptome lindern sollten. Daf\u00fcr mussten die Wirkstoffe aus den Pflanzen extrahiert werden, wof\u00fcr sich das Bier anbot, da beim Brauen sowohl der Hei\u00dfauszug als auch der Kaltauszug und der Auszug in einer alkoholischen L\u00f6sung m\u00f6glich ist.\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Mir sind noch einige andere Begr\u00fcndungen f\u00fcr die Landesverordnung bekannt, die mich aber zu sehr an Verschw\u00f6rungstheorien erinnern und die ich an dieser Stelle nicht erw\u00e4hne.\n<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich wurde das Biergesetz 1987 au\u00dfer Kraft gesetzt, weil es mit EU-Recht unvereinbar war. 2005 wurde auch das &#8222;vorl\u00e4ufige Biergesetz&#8220; von 1993 gekippt \u2013 nur die zugeh\u00f6rige Durchf\u00fchrungsverordnung ist weiterhin g\u00fcltig.\n<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich haben sich Inhalte und Vorgaben im Laufe der 500 Jahre mehrfach und auch in entscheidenden Punkten ge\u00e4ndert. So war schon um 1551 die Verwendung von Lorbeer und Koriander als Zutaten zum bayerischen Bier erlaubt. Die Beschr\u00e4nkung auf Hopfen und Malz wurde erst 1868 (!) wieder eingef\u00fchrt \u2013 aus fiskalischen Gr\u00fcnden.\n<\/p>\n<h3>Irrtum #3: &#8222;Das Reinheitsgebot gilt nur f\u00fcr Produkte, die unter &#8222;Bier&#8220; in den Verkehr gebracht werden&#8220;.<br \/>\n<\/h3>\n<p>Kann ein Bier das nicht nach dem Reinheitsgebot gebraut wurde, als &#8222;Brauspezialit\u00e4t&#8220; auf den Markt gebracht werden? Nein. Tats\u00e4chlich gilt, vor allem in Bayern und Baden-W\u00fcrttemberg: Egal wie das Produkt genannt wird, wenn es wie Bier aussieht und einem Bier auch sonst &#8222;\u00e4hnlich&#8220; ist, f\u00e4llt es unter das Reinheitsgebot. Auch &#8222;Brauspezialit\u00e4ten&#8220; oder &#8222;Malzgetr\u00e4nke&#8220; w\u00fcrden und werden daher, wenn sie Bier \u00e4hnlich sind, aus dem Verkehr gezogen.\n<\/p>\n<h3>Irrtum #4: &#8222;Das Reinheitsgebot erlaubt zur Bierherstellung ausschlie\u00dflich die Verwendung von Hopfen Wasser, Hefe und Malz&#8220;.<br \/>\n<\/h3>\n<p>Dieser Absatz ist ein Zitat aus Sepps Artikel: Tats\u00e4chlich ist \u2013 unter anderem \u2013 die Verwendung von &#8222;technisch reinem Rohr- R\u00fcben- oder Invertzucker sowie von St\u00e4rkezucker und aus Zucker der bezeichneten Art hergestellten F\u00e4rbemitteln&#8220; gestattet. Demnach d\u00fcrfen nach dem &#8222;Reinheitsgebot&#8220; Industriezucker, nicht aber hochwertiger Honig (etwa zur Bereitung von Honigbier nach uraltem Rezept) verwendet werden. Die gro\u00dfe Ausnahme bildet dabei Bayern. 1906 hat man sich nicht nur den Freistaat-Status ausbedungen, sondern auch das strikte Festhalten am Reinheitsgebot \u2013 ohne Ausnahmen von der Regel.\n<\/p>\n<p>Es gibt au\u00dferdem eine lange Liste von erlaubten Hilfsstoffen, die im Rahmen der Produktion eingesetzt werden d\u00fcrfen. Sie fallen nicht unter &#8222;Zus\u00e4tze&#8220;, weil sie der Fl\u00fcssigkeit wieder entnommen werden. (z.B. Kl\u00e4rungsmittel). Dazu ein Zitat aus dem Vorl. Biergesetz, \u00a79 Abs 6: &#8222;bis auf gesundheitlich, geruchlich und geschmacklich unbedenkliche, technisch unvermeidbare Anteile&#8220;.\n<\/p>\n<p>Sie w\u00fcnschen ein Beispiel? Bitte, hier ist es: Zur Filterung des Bieres ist es erlaubt, Polyvinylpyrrolidon (PVPP) zu verwenden. Dabei handelt es sich um ein feines Kunststoffgranulat, von dem geringe Mengen im fertigen Bier verbleiben (halt der &#8222;unvermeidliche Anteil&#8220;). Zu Recht l\u00e4uft derzeit eine recht breite Diskussion um Mikroplastik in den Meeren, der zumindest f\u00fcr die Zukunft vermieden werden soll. Aber was im Meerwasser als nicht akzeptabel gilt, hat in einem Lebensmittel erst recht nichts verloren.\n<\/p>\n<h3>Irrtum #5: &#8222;Das Reinheitsgebot gilt f\u00fcr ganz Deutschland gleich.<br \/>\n<\/h3>\n<p>Die Spruchpraxis unterscheidet sich in Deutschland von Bundesland zu Bundesland. Und zwar drastisch. Mehrere Brauer aus Hamburg haben mir versichert, dass eine Ausnahmegenehmigung f\u00fcr andere Rohstoffe beim Brauen kein Problem darstellen w\u00fcrde. Die Antr\u00e4ge w\u00fcrden schnell genehmigt. Bayern erteilt keinerlei Ausnahmegenehmigungen, so dass die dortigen Brauer gezwungen sind, in ein anderes Bundesland oder ins Ausland zu &#8222;fl\u00fcchten&#8220;, wenn sie ein Kreativbier brauen wollen. Abschlie\u00dfend m\u00f6chte ich noch einmal an den <a href=\"http:\/\/bierblog.info\/?p=530\">Bierkrieg<\/a> erinnern, den die Brauerei im brandenburgischen Neuzelle mit den Beh\u00f6rden ausfechten musste, um ihren Schwarzen Abt als Bier verkaufen zu d\u00fcrfen. Dort gab es noch ein Kuriosum: obwohl die Beh\u00f6rden verboten, den Schwarzen Abt als Bier zu verkaufen, musste daf\u00fcr trotzdem die Biersteuer abgef\u00fchrt werden. Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Brauerei, Herr Fritsche, hat mir aber in einem Gespr\u00e4ch im letzten Jahr versichert, dass die Brauerei jetzt keine Probleme mehr mit den Ausnahmegenehmigungen hat. Die Antr\u00e4ge auf Ausnahmen werden inzwischen durchgewunken.\n<\/p>\n<h3>Irrtum No 6: &#8222;Das Reinheitsgebot kennt keine Ausnahmen&#8220;.<br \/>\n<\/h3>\n<p>Tats\u00e4chlich gibt es mehrere Ausnahmen. In Bezug auf alte Traditionsstile, wie Berliner Wei\u00dfe (Milchs\u00e4urenachg\u00e4rung) oder Leipziger Gose (Salz, Koriander). Oder in Bezug auf juristisch erstrittene, wirtschaftlich begr\u00fcndete Ausnahmegenehmigungen (Spargelbier, Kirschbier). In Bayern gibt es allerdings keine solchen Ausnahmegenehmigungen. So durfte zum Beispiel die Marke K\u00f6stritzer in Th\u00fcringen ein Witbier auf den Markt bringen, Christian Hans M\u00fcller wurde hingegen dasselbe im Nachbarland Bayern verboten.\n<\/p>\n<h3>Irrtum No 7: &#8222;Das Reinheitsgebot ist der einzige Garant f\u00fcr reine Biere&#8220;.<br \/>\n<\/h3>\n<p>Mit Verlaub, das ist Bl\u00f6dsinn. Nicht nur Gerste und Weizen sind rein, wertvoll und von der Landwirtschaft erzeugt. Es gibt eine Vielzahl von weiteren hochwertigen Rohstoffen aus der Natur, die zum Brauen gut verwendet werden k\u00f6nnen. Auch wenn die Brauer einmal Kirschen oder Himbeeren zum Brauen einsetzen, wird das Bier dadurch nicht unrein.\n<\/p>\n<p>Selbst wenn das Reinheitsgebot ganz wegfallen w\u00fcrde, k\u00e4me es sicher nicht zum Bier-Chaos. Zum Beweis f\u00fcr diese Behauptung m\u00fcssen wir nur einmal \u00fcber die Grenzen blicken, dorthin, wo das deutsche Reinheitsgebot nicht gilt. Auch in D\u00e4nemark, Belgien oder \u00d6sterreich gibt es wirklich gute Biere, die zum Gro\u00dfteil aus den vier Grundstoffen des Reinheitsgebots hergestellt sind. Zwar wird auch h\u00e4ufig in der Liste der Inhaltsstoffe Zucker ausgewiesen, aber auch der ist nach dem Reinheitsgebot erlaubt.\n<\/p>\n<h3>Irrtum No 8: &#8222;Das Reinheitsgebot ist ein Einheitsgebot&#8220;.<br \/>\n<\/h3>\n<p>Tats\u00e4chlich ist auch innerhalb des Reinheitsgebots eine enorme Biervielfalt m\u00f6glich. Es ist erstaunlich und begeisternd, wie gro\u00df die Vielschichtigkeit an Geschm\u00e4ckern, Intensit\u00e4ten, Texturen, Farben in den Bieren ist, die von den (deutschen) Braumeisterinnen und Braumeistern hergestellt werden.\n<\/p>\n<h3>Irrtum #9: &#8222;Das Reinheitsgebot verhindert, dass giftige Stoffe ins Bier geraten&#8220;.<br \/>\n<\/h3>\n<p>Wie sollte ein Gesetz das verhindern k\u00f6nnen? Man braucht sich nur die j\u00fcngste &#8222;Glyphosat-Diskussion&#8220; ansehen. Pestizide, die beim Getreide- und oder Hopfen Anbau eingesetzt werden, geraten leider in alle so gewonnen Lebensmittel, also auch in das Bier. Zum Gl\u00fcck (siehe erneut &#8222;Glyphosat&#8220;) meist in sehr geringen Mengen, die meist deutlich unter &#8222;Schwellenwerten&#8220; liegen. Trotzdem sollte da etwas ge\u00e4ndert werden. Unkrautvernichtungsmittel u.\u00e4. geh\u00f6ren meiner Meinung nach in kein Lebensmittel.\n<\/p>\n<h3>Irrtum #10: &#8222;Das Reinheitsgebot ist Kandidat f\u00fcr das immaterielle Weltkulturerbe&#8220;.<br \/>\n<\/h3>\n<p>War. Wurde aber nicht aufgenommen. Aus der Begr\u00fcndung des Auswahlgremiums: &#8222;Hier stand die Lebensmittelvorschrift zu sehr im Vordergrund. Wir hatten auch den Eindruck, dass die Bierproduktion inzwischen sehr industriell gepr\u00e4gt ist. Der Mensch als Wissenstr\u00e4ger der Brautradition scheint zunehmend eine nachrangige Rolle zu spielen.&#8220;\n<\/p>\n<h3>Irrtum #11: &#8222;Das Reinheitsgebot schafft eindeutige Produktbezeichnungen&#8220;.<br \/>\n<\/h3>\n<p>Zur Erinnerung: Gerste stand in der Verordnung von 1516! Folglich d\u00fcrfte der Satz &#8222;gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516&#8220; nur am Etikett von Bieren aus Gerstenmalz stehen. (N\u00e4hme man diesen Satz sprachlich genau, d\u00fcrfte er nur auf Produkten stehen, die aus Gerste \u2013 Rohfrucht \u2013 und nicht aus Gerstenmalz gebraut werden. Aber solche Biere d\u00fcrften ja nach der g\u00fcltigen Durchf\u00fchrungsbestimmung gar nicht Biere hei\u00dfen und vor allem nicht in den Verkehr gebracht werden). Der Einsatz dieses Spruchs auf einer Wei\u00dfbierflasche ist aber besonders dreist. Das meinen auch die Gerichte. Denn erst vor kurzem musste eine gro\u00dfe bayerische Wei\u00dfbierbrauerei in einem diesbez\u00fcglichen Rechtsstreit mit einer Verbraucherzentrale klein beigeben. Sie darf die Falsch-Aussagen ab Mitte 2016 nicht mehr auf ihre Flaschen schreiben.\n<\/p>\n<p>Und auch hier hilft ein Blick \u00fcber die Grenzen. Auch im Ausland ist eindeutig, was ein Bier ist und was nicht. Was soll die Bemerkung mit den eindeutigen Produktbezeichnungen \u00fcberhaupt?\n<\/p>\n<h3>Irrtum #12: &#8222;Das Reinheitsgebot verbietet die Herstellung von (Craft-) Bierstilen wie IPA oder Stout&#8220;.<br \/>\n<\/h3>\n<p>Nat\u00fcrlich nicht. IPA (India Pale Ale) riecht so fruchtig, weil Hopfensorten eingesetzt werden, welche \u00d6le enthalten, die das Bier fruchtig duften lassen. Stout duftet nach Kaffee und Schokolade, weil ger\u00f6stetes Malz solche Aromen ins Bier zaubern kann. (Achtung: Original-Rezepturen f\u00fcr Stout enthalten aber \u2013 unverm\u00e4lzte \u2013 R\u00f6stgerste. Gerste war ja in der Landesverordnung von 1516 ausdr\u00fccklich erlaubt! Ein Bierrezept, das unverm\u00e4lzte R\u00f6stgerste enth\u00e4lt, ist also ganz nahe am Ursprungstext des &#8222;Reinheitsgebotes&#8220;).\n<\/p>\n<h3>Irrtum #13: &#8222;Das Reinheitsgebot macht das Brauen von Craft Bier in Deutschland unm\u00f6glich&#8220;.<br \/>\n<\/h3>\n<p>Die meisten Craft-Biere, vor allem jene, die in Deutschland gebraut werden, werden nach dem Reinheitsgebot gebraut. Dabei ist noch nicht gekl\u00e4rt, welche Biere \u00fcberhaupt als Craft Beer bezeichnet werden sollte. Aber diese Diskussion w\u00fcrde den Rahmen dieses Artikels sprengen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die &#8222;Bravo&#8220; schrieb es bereits vor Jahrzehnten: &#8222;Die Geschichte des Reinheitsgebots ist eine Geschichte voller Irrt\u00fcmer&#8220;. Ach nein, da ging es um ein anderes Thema. Aber auch rund um das Biergesetz geistern viele irrige Annahmen durch die Welt. 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