{"id":5657,"date":"2018-04-21T12:45:53","date_gmt":"2018-04-21T11:45:53","guid":{"rendered":"http:\/\/bierblog.info\/?p=5657"},"modified":"2018-04-21T12:46:11","modified_gmt":"2018-04-21T11:46:11","slug":"brasserie-et-musee-bruxellois-de-la-geuze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bierblog.info\/?p=5657","title":{"rendered":"Brasserie et Mus\u00e9e Bruxellois de la Geuze"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff\" data-title=\"Brasserie et Mus\u00e9e Bruxellois de la Geuze\" data-info-url=\"http:\/\/ct.de\/-2467514\" data-backend-url=\"https:\/\/bierblog.info\/wp-content\/plugins\/shariff-sharing\/backend\/index.php\" data-temp=\"\/tmp\" data-ttl=\"60\" data-service=\"gftr\" data-services='[\"googleplus\",\"facebook\",\"twitter\",\"reddit\",\"info\"]' data-image=\"\" data-url=\"https:\/\/bierblog.info\/?p=5657\" data-lang=\"de\" data-theme=\"colored\" data-orientation=\"horizontal\"><\/div><p>Ich glaube, ich \u00fcbertreibe nicht, wenn ich Br\u00fcssel als die Bierhauptstadt der Welt bezeichne. Und wenn ich schon einmal in Br\u00fcssel bin, geh\u00f6rt der Besuch mindestens eines der dortigen Brauereimuseen f\u00fcr mich zum Pflichtprogramm. Da die Geuze eine Spezialit\u00e4t ist, die angeblich nur in der Umgebung von Br\u00fcssel herzustellen ist, habe ich mich f\u00fcr die Brasserie et Mus\u00e9e Bruxellois de la Gueuze der Brauerei Cantillon entschieden.\n<\/p>\n<p>Um es gleich von vornherein klarzustellen: Der Stadtteil Anderlecht, in dem die Brauerei beheimatet ist, geh\u00f6rt nicht zu den bevorzugten Wohngegenden in Br\u00fcssel. An der Kasse weist die Brauerei auch vorsorglich darauf hin, dass die Besucher nichts sichtbar im Auto liegen lassen sollen. Aber ganz ehrlich: zu einer Brauereibesichtigung ist die Anreise mit \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln sicher empfehlenswert.\n<\/p>\n<p>Nachdem ich die rue Gheude 56 gefunden hatte (mein Navi hatte mich erst einmal kreuz und quer durch den Stadtteil geleitet, bevor ich ganz in der N\u00e4he der Metrostation mein Ziel erreichte), empfand ich die Au\u00dfenfront von Cantillon als \u2013 wie formuliere ich es jetzt positiv \u2013 sehr traditionell. Au\u00dferdem verunsicherte mich das Schild an der T\u00fcr, das lediglich auf die Brauerei hinwies und das Museum nicht erw\u00e4hnte. Das <img decoding=\"async\" align=\"left\" src=\"http:\/\/bierblog.info\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/042118_1145_Brasserieet1.jpg\" alt=\"\"\/>hat mich aber nicht davon abgehalten, das Tor zu \u00f6ffnen und einzutreten. Und da wusste ich, hier bin ich richtig. Ein Blick nach links zeigte mir den Probiertresen, den Sie im ersten Bild sehen. Rechts beklebte ein Angestellter Flaschen mit Etiketten, alles von Hand. Geradeaus blickte ich auf den Tresen mit der Kasse f\u00fcr den Eintritt und dem Verkauf der dort hergestellten Geuze sowie einiger Souvenirs. Zur Auswahl standen T-Shirts und K\u00e4se. Bevor ich mich in diesem Text der Brauerei und der Geuze widme, ist dieser K\u00e4se noch einige Worte wert. Im Allgemeinen wird Bierk\u00e4se mehrfach mit Bier abgewaschen, wodurch der K\u00e4se etwas vom Biergeschmack annimmt, allerdings doch sehr dezent. Bei der Herstellung dieses K\u00e4ses, der in der Brauerei Dupont hergestellt wird, wird die Geuze direkt der Milch hinzugef\u00fcgt (auf 550 Liter Milch kommen 10 Liter Bier). Dadurch ist der Biergeschmack deutlich ausgepr\u00e4gter als bei klassischem Bierk\u00e4se. Auch wenn Sie kein Freund von Sauerbier sein sollten, lohnt schon dieser K\u00e4se den Besuch bei Cantillon. Aber kommen wir jetzt endlich zur Brauerei. <img decoding=\"async\" align=\"left\" src=\"http:\/\/bierblog.info\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/042118_1145_Brasserieet2.jpg\" alt=\"\"\/>Zun\u00e4chst zahlte ich die sieben Euro Eintritt, f\u00fcr die es auch zum Abschluss der F\u00fchrung zwei Biere zur Verkostung gab. Die F\u00fchrung wird auch in Englisch durchgef\u00fchrt, was mir sehr entgegenkam, da ich weder der franz\u00f6sischen noch der niederl\u00e4ndischen Sprache m\u00e4chtig bin. Zun\u00e4chst gab es an der Abf\u00fcllanlage, die gl\u00fccklicherweise gerade stillstand, eine Einf\u00fchrung und den Besuchern wurde erkl\u00e4rt, was Lambik und was Geuze ist. Gegen\u00fcber der Anlage stapelten sich die gef\u00fcllten Flaschen, die Sie auf dem zweiten Foto sehen (nein, das sind nicht alle Flaschen, die in der Brauerei lagern. Das Lager erstreckt sich \u00fcber die W\u00e4nde in mehreren R\u00e4umen, \u00fcberall dort, wo noch etwas Platz ist). Aber hier eine Kurzfassung der Einf\u00fchrung.\n<\/p>\n<p>Cantillon ist mehr als 100 Jahre alt und befindet sich nach wie vor im Familienbesitz, ganz ohne eine Beteiligung der gro\u00dfen Brauereikonzerne. Und nicht nur das Unternehmen hat ein stattliches Alter erreicht, sondern auch die Maschinen, die in der Brauerei einsetzt, stammen aus dem 19. Jahrhundert. Ein Besuch in der Brasserie Cantillon ist also eine echte Reise in die Vergangenheit.\n<\/p>\n<p>Eine Besonderheit dieser Brauerei ist nicht nur, dass mit wilden Hefen gebraut wird, sondern in dem Raum, in dem die anfangs sterile Bierw\u00fcrze mit den Hefen infiziert wird, hat sich im Laufe der Zeit eine einmalige Kolonie an Mikroorganismen gebildet. Forscher der Katholischen Universit\u00e4t Leuven haben in einem einzigen Lambik neben 100 unterschiedlichen Hefest\u00e4mmen auch 27 Essigs\u00e4ure-Bakterienst\u00e4mme sowie 38 Milchs\u00e4ure-Bakterienst\u00e4mme identifiziert. Da ist es kein Wunder, dass die Brauer diesen Raum wie ein Heiligtum behandeln und dass das Bier aus dieser Br\u00fcsseler Brauerei einmalig ist.\n<\/p>\n<p>Die G\u00e4rung erfolgt in Holzf\u00e4ssern. Dabei kommt es den Brauern weniger auf Geschmacks- oder Aromastoffe an, sondern das Holz ist in erster Linie erforderlich, damit durch das ein Gasaustausch stattfinden kann, der in den weniger pflegeintensiven Edelstahlf\u00e4ssern nicht m\u00f6glich ist. Anfangs verl\u00e4uft die G\u00e4rung recht st\u00fcrmisch, bevor nach drei bis vier Wochen eine langsame G\u00e4rung einsetzt, f\u00fcr die die Brauerei satte drei Jahre ansetzt. Aufgrund dieser langen Zeit und einiger spezieller Hefen, die auch nicht g\u00e4rf\u00e4hige Zucker verarbeiten k\u00f6nnen, enth\u00e4lt das Lambik am Ende der G\u00e4rung nur sehr wenig Restzucker. Als ich die Brauerei besucht habe, hatten die Brauer die Hefen des aktuellen Suds untersucht und zwei Hefest\u00e4mme festgestellt, die erwarten lassen, dass das Bier am Ende lediglich 0,2 % Zucker enthalten wird.\n<\/p>\n<p>Haben Sie sich schon einmal gefragt, weshalb die Biere aus Belgien, die mit einem Naturkorken verschlossen wurden, zus\u00e4tzlich einen Kronkorken mitbringen? Auch dieses R\u00e4tsel konnte ich bei meinem Besuch l\u00f6sen. Der Kronkorken sorgt daf\u00fcr, dass der Naturkorken nicht aus der Flasche gedr\u00fcckt wird, wenn das Bier ungek\u00fchlt gelagert wird, sich im Sommer erw\u00e4rmt und dabei ausdehnt. Der Kronkorken ersetzt dabei den bei Sekt und Champagner \u00fcblichen Drahtverschluss. Und da wir gerade beim Thema Naturkorken sind, hier noch ein Hinweis zur Lagerung: Bekanntlich sollten Bierflaschen bekanntlich stehend gelagert werden. Das ist bei Flaschen mit Naturkorken als Verschluss anders. Bei stehender Lagerung k\u00e4me der Kork nicht mit dem Bier in Ber\u00fchrung kommen, daher austrocknen und etwas schrumpfen. Luft k\u00f6nnte in die Flasche gelangen und das Bier k\u00f6nnte verderben. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich glaube, ich \u00fcbertreibe nicht, wenn ich Br\u00fcssel als die Bierhauptstadt der Welt bezeichne. Und wenn ich schon einmal in Br\u00fcssel bin, geh\u00f6rt der Besuch mindestens eines der dortigen Brauereimuseen f\u00fcr mich zum Pflichtprogramm. 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