{"id":5357,"date":"2018-03-05T08:33:17","date_gmt":"2018-03-05T07:33:17","guid":{"rendered":"http:\/\/bierblog.info\/?p=5357"},"modified":"2018-03-05T08:33:17","modified_gmt":"2018-03-05T07:33:17","slug":"landgericht-bielefeld-verbietet-brauereiwerbung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bierblog.info\/?p=5357","title":{"rendered":"Landgericht Bielefeld verbietet Brauereiwerbung"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff\" data-title=\"Landgericht Bielefeld verbietet Brauereiwerbung\" data-info-url=\"http:\/\/ct.de\/-2467514\" data-backend-url=\"https:\/\/bierblog.info\/wp-content\/plugins\/shariff-sharing\/backend\/index.php\" data-temp=\"\/tmp\" data-ttl=\"60\" data-service=\"gftr\" data-services='[\"googleplus\",\"facebook\",\"twitter\",\"reddit\",\"info\"]' data-image=\"\" data-url=\"https:\/\/bierblog.info\/?p=5357\" data-lang=\"de\" data-theme=\"colored\" data-orientation=\"horizontal\"><\/div><p>Ich habe an dieser Stelle bereits mehrfach geschrieben und kritisiert, dass Brauereien sich gegenseitig mit Abmahnungen das Leben schwer machen. Jetzt wurde Mike Cacic von der Brauerei Flutlicht in Bielefeld vom Landgericht Bielefeld verurteilt, da er irref\u00fchrende Werbung betrieben haben soll. Auch wenn das Urteil juristisch korrekt sein sollte (das kann ich nicht beurteilen, da ich kein Jurist bin), halte ich den gesamten Rechtsstreit f\u00fcr \u00fcberfl\u00fcssig.\n<\/p>\n<p>Was war passiert? Die Flutlicht Brauerei in Bielefeld wurde 2016 gegr\u00fcndet und befindet sich damit noch in der Aufbauphase. Nach Presseberichten wird das Flutlicht in der Brauerei Westheim im sauerl\u00e4ndischen Marsberg gebraut. Das hat Mike auch nie verheimlicht, aber leider nicht auf den Etiketten angegeben. Das gefiel der Herforder Brauerei nicht, die sich selbst nicht in Herford befindet, sondern in Hiddenhausen beheimatet ist, einer kleinen Gemeinde in der N\u00e4he von Herford. Sie beschwerte sich bei der Wettbewerbszentrale in M\u00fcnchen, die Mike eine Abmahnung schickte und ihn letztendlich erfolgreich wegen dieser Formalie verklagte. Das mag ja formell korrekt sein, aber ich bin \u00fcberzeugt, dass sich diese Kleinigkeit auch anders beigelegt werden k\u00f6nnte.\n<\/p>\n<p>Als noch \u00e4rgerlicher betrachte ich den zweiten Vorwurf, wegen dem Mike jetzt verurteilt wurde. Er hatte den Werbespruch &#8222;Endlich kein Bier mehr aus Herford&#8220; verwendet. Ich will jetzt nicht darauf rumreiten, dass das Herforder Bier nicht aus Herford stammt. Aber Spr\u00fcche wie dieser sind beim Bier immer wieder zu finden. Versuchen Sie doch einfach mal, in einer Brauereigastst\u00e4tte in K\u00f6ln ein Altbier zu bestellen. Der K\u00f6bes, der in dieser Situation die Brauerei repr\u00e4sentiert, wird Ihnen einen passenden Spruch zur\u00fcckgeben. Eine \u00e4hnliche Antwort werden Sie auch in D\u00fcsseldorf bei der Bestellung eines K\u00f6lsch erhalten. Noch derber geht es im Sauerland zu, wenn es um die Entscheidung zwischen Veltins und Warsteiner geht. Kein N\u00fcrnberger wird ein Bier aus dem benachbarten F\u00fcrth trinken, genau wie kein Einwohner von F\u00fcrth ein Bier aus N\u00fcrnberg trinkt. Dort kam es zu einer originellen und etwas skurrilen L\u00f6sung, als vor \u00fcber zwanzig Jahren die Brauerei Tucher aus N\u00fcrnberg die Brauerei F\u00fcrther Patrizier im benachbarten F\u00fcrth \u00fcbernahm. Die Produktion der beiden Brauereien sollte zusammengef\u00fchrt werden. Es sollte aber zu keinen Klagen dagegen kommen, dass das N\u00fcrnberger Bier in F\u00fcrth oder das F\u00fcrther Bier in N\u00fcrnberg gebraut wird. Die Brauerei fand dazu eine nach eigenen Angaben weltweit einmalige L\u00f6sung: der neue Produktionsstandort wurde \u00fcber der Ortsgrenze gebaut. Die postalische Adresse liegt in F\u00fcrth, der Gro\u00dfteil der Produktionsanlagen aber auf N\u00fcrnberger Gebiet. Nun stehen zwei Sudkessel in N\u00fcrnberg und zwei weitere in F\u00fcrth. Beim Bier kommt in Deutschland der Lokalpatriotismus voll zum Tragen.\n<\/p>\n<p>Damit steht Mikes Slogan in einer langen Reihe \u00e4hnlicher Spr\u00fcche. Solche etwas witzigen Spr\u00fcche sind einfach Teil der deutschen Biertradition. Ich w\u00fcrde es schade finden, wenn diese Kabbeleien, die durchaus ein gewisses Am\u00fcsement beinhalten, auf dem Rechtsweg kaputtgemacht werden w\u00fcrde. Aber in diesem speziellen Fall kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es der Herforder Brauerei nicht um den Wettbewerb geht, sondern darum, einen neuen Wettbewerber kaputtzumachen. W\u00e4ren die Energie und das Geld, das der Rechtsstreit bis jetzt gekostet hat, in eine gemeinsame Kampagne f\u00fcr die Biere aus Ostwestfalen investiert worden, h\u00e4tten sicher alle Brauereien dort etwas davon gehabt. So erscheint mir der ganze Vorgang als destruktiv.\n<\/p>\n<p>An die Herforder Brauerei kann ich nur die Frage stellen, weshalb sie nicht etwas entspannter und humorvoller reagiert hat, so nach dem Prinzip: &#8222;Wenn es schon Bielefeld nicht gibt \u2013 wie soll von dort ein anst\u00e4ndiges Bier kommen?&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe an dieser Stelle bereits mehrfach geschrieben und kritisiert, dass Brauereien sich gegenseitig mit Abmahnungen das Leben schwer machen. Jetzt wurde Mike Cacic von der Brauerei Flutlicht in Bielefeld vom Landgericht Bielefeld verurteilt, da er irref\u00fchrende Werbung betrieben haben soll. 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