{"id":5164,"date":"2018-02-02T10:57:13","date_gmt":"2018-02-02T09:57:13","guid":{"rendered":"http:\/\/bierblog.info\/?p=5164"},"modified":"2018-02-02T10:57:13","modified_gmt":"2018-02-02T09:57:13","slug":"neuschwansteiner-bleibt-neuschwansteiner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bierblog.info\/?p=5164","title":{"rendered":"Neuschwansteiner bleibt Neuschwansteiner"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff\" data-title=\"Neuschwansteiner bleibt Neuschwansteiner\" data-info-url=\"http:\/\/ct.de\/-2467514\" data-backend-url=\"https:\/\/bierblog.info\/wp-content\/plugins\/shariff-sharing\/backend\/index.php\" data-temp=\"\/tmp\" data-ttl=\"60\" data-service=\"gftr\" data-services='[\"googleplus\",\"facebook\",\"twitter\",\"reddit\",\"info\"]' data-image=\"\" data-url=\"https:\/\/bierblog.info\/?p=5164\" data-lang=\"de\" data-theme=\"colored\" data-orientation=\"horizontal\"><\/div><p>Immer wieder kommt es zu Abmahnungen und Prozessen, weil (nicht nur) Bier nach einem Ort benannt wird, an dem es nicht hergestellt wird. Dabei gehen die Kl\u00e4ger h\u00e4ufig recht kleinlich vor. So durfte das Chiemseer nicht mehr Chiemseer hei\u00dfen, weil es in Rosenheim gebraut wird. Rosenheim liegt keine zehn Kilometer vom Chiemsee entfernt. Ich bin mir in solchen F\u00e4llen unsicher, ob ich genervt oder am\u00fcsiert sein soll wegen solcher pingeligen Klagen. Was f\u00fcr eine alteingesessene Brauerei \u00e4rgerlich ist, kann f\u00fcr einen Neueinsteiger ins Braugesch\u00e4ft existenzgef\u00e4hrdend werden.\n<\/p>\n<p>In einem aktuellen Prozess ging es darum, ob ein Bier namens &#8222;Das Neuschwansteiner&#8220; seinen Namen behalten darf, obwohl die Brauerei im benachbarten Schwangau beheimatet ist. Das Schloss Neuschwanstein liegt sogar in der Gemeinde Schwangau. Kleinlicher als es die Zentrale zur Bek\u00e4mpfung unlauteren Wettbewerbs sieht geht es wohl nicht mehr. Ich k\u00f6nnte mir durchaus vorstellen, dass die deutschen Gerichte besseres zu tun haben als solche Kleinigkeiten zu verhandeln. Auch der Richter am OLG war von der Klage wohl genervt. Die Abendzeitung aus M\u00fcnchen zitiert Richter Andreas M\u00fcller mit der launischen Bemerkung, dass schlie\u00dflich auch niemand erwarten w\u00fcrde, dass bei Montblanc-F\u00fcllern auch niemand davon ausgehen w\u00fcrde, dass sie auf Europas h\u00f6chster Erhebung hergestellt w\u00fcrden.\n<\/p>\n<p>Auch dass es Schl\u00f6sser mit Brauereien gibt und Verbraucher deshalb annehmen k\u00f6nnten, dass das Bier direkt auf Schloss Neuschwanstein gebraut wurde, lie\u00df der Richter in seiner Entscheidung nicht gelten. Dass in dem Touristenstrom kein Bier gebraut werden kann sollte nach Ansicht des Richters jedem normal denkenden Menschen klar sein.\n<\/p>\n<p>Trotzdem darf nicht alles auf den Etiketten stehen. Auf dem Etikett des Neuschwansteiners steht, dass das Bier nach einer &#8222;Methode royale&#8220; gebraut w\u00e4re. Diese Methode gibt es aber nicht, sie ist ein reiner Phantasiebegriff. Da durch diese Bezeichnung eine h\u00f6here Wertigkeit, quasi ein &#8222;royaler Brauprozess&#8220;, des Bieres suggeriert wird, ist der Brauerei in Zukunft diese Bezeichnung verboten.\n<\/p>\n<p>Soweit zum aktuellen Fall. In der Vergangenheit hat die eng gefasste regionale Herkunft zu geradezu skurrilen Ergebnissen gef\u00fchrt. Vor mehr als 20 Jahren \u00fcbernahm die Brauerei Tucher in N\u00fcrnberg die Brauerei F\u00fcrther Patrizier im benachbarten F\u00fcrth. Die Produktion der beiden Brauereien sollte zusammengef\u00fchrt werden. Es sollte aber zu keinen Klagen dagegen kommen, dass das N\u00fcrnberger Bier in F\u00fcrth oder das F\u00fcrther Bier in N\u00fcrnberg gebraut wird. Die Brauerei fand dazu eine nach eigenen Angaben weltweit einmalige L\u00f6sung: der neue Produktionsstandort wurde \u00fcber der Ortsgrenze gebaut. Die postalische Adresse liegt in F\u00fcrth, der Gro\u00dfteil der Produktionsanlagen aber auf N\u00fcrnberger Gebiet. Nun stehen zwei Sudkessel in N\u00fcrnberg und zwei weitere in F\u00fcrth. Ob das die kaufm\u00e4nnisch beste L\u00f6sung ist kann ich nicht beurteilen. Der Rechtslage d\u00fcrfte damit aber durchaus Rechnung getragen worden sein.\n<\/p>\n<p>Mit Material der <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/bayern\/prozess-darf-ein-bier-neuschwansteiner-heissen-1.3849973\">S\u00fcddeutschen Zeitung<\/a> und der <a href=\"http:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/inhalt.obwohl-es-nicht-aus-neuschwanstein-kommt-streit-darf-das-neuschwaner-bier-so-heissen.47bb17db-8416-48c1-bd13-0303eaab0d2b.html\">Abendzeitung M\u00fcnchen<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer wieder kommt es zu Abmahnungen und Prozessen, weil (nicht nur) Bier nach einem Ort benannt wird, an dem es nicht hergestellt wird. Dabei gehen die Kl\u00e4ger h\u00e4ufig recht kleinlich vor. So durfte das Chiemseer nicht mehr Chiemseer hei\u00dfen, weil es in Rosenheim gebraut wird. 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