{"id":3913,"date":"2017-11-09T07:09:30","date_gmt":"2017-11-09T06:09:30","guid":{"rendered":"http:\/\/bierblog.info\/?p=3913"},"modified":"2017-11-09T07:09:30","modified_gmt":"2017-11-09T06:09:30","slug":"das-pils-wird-175-jahre-alt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bierblog.info\/?p=3913","title":{"rendered":"Das Pils wird 175 Jahre alt"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff\" data-title=\"Das Pils wird 175 Jahre alt\" data-info-url=\"http:\/\/ct.de\/-2467514\" data-backend-url=\"https:\/\/bierblog.info\/wp-content\/plugins\/shariff-sharing\/backend\/index.php\" data-temp=\"\/tmp\" data-ttl=\"60\" data-service=\"gftr\" data-services='[\"googleplus\",\"facebook\",\"twitter\",\"reddit\",\"info\"]' data-image=\"\" data-url=\"https:\/\/bierblog.info\/?p=3913\" data-lang=\"de\" data-theme=\"colored\" data-orientation=\"horizontal\"><\/div><p><img decoding=\"async\" align=\"left\" src=\"http:\/\/bierblog.info\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/110917_0609_DasPilswird1.png\" alt=\"\"\/>Das Pils oder Pilsener hat die westb\u00f6hmische Stadt Pilsen ber\u00fchmt gemacht. Dieser heute meistgetrunkene Bierstil der Welt ist Ergebnis eines bayerisch-b\u00f6hmischen Know-how-Transfers, der bereits mehr als 200 Jahre vor der Aufnahme Tschechiens in die Europ\u00e4ische Gemeinschaft bestens funktionierte. Denn erfunden wurde das Pilsner, weltweit der Star unter den Bieren, Mitte des vorletzten Jahrhunderts nicht von einem B\u00f6hmen, sondern einem waschechten Niederbayern: dem Braumeister Josef Groll, der am 11. November 1842 zum ersten Mal ein von ihm &#8222;erfundenes&#8220; Bier ausschenkte, das die Welt des goldgelben Gerstensaftes revolutionierten sollte.\n<\/p>\n<p>Das Wasser von Pilsen sei besser zu trinken, als das in der Stadt gebraute Bier, hie\u00df es Anfang des 19. Jahrhunderts. Die Qualit\u00e4t des Biers war so schlecht, dass im Jahr 1838 sogar der Magistrat von Pilsen die \u00f6ffentliche Vernichtung von 36 F\u00e4ssern anordnete &#8211; eine gro\u00dfe Schande f\u00fcr die Bier liebenden B\u00f6hmen. Die suchten deshalb nach diesem Vorfall einen kompetenten Berater aus dem damals bereits f\u00fcr sein Bier ber\u00fchmten Bayern. Angeheuert wurde der 29 Jahre junge Josef Groll. Der Bierbrauer war 1813 in Vilshofen als Sohn eines Brauerei-Besitzers geboren worden. Die familieneigene Brauerei allerdings durfte sein j\u00fcngerer Bruder \u00fcbernehmen, der den elterlichen Betrieb sp\u00e4ter in die Insolvenz f\u00fchrte.\n<\/p>\n<p>Und so trug es sich zu, dass Josef Groll 1842 mit einem alten Braurezept seines Vaters in der Tasche und zwei Helfern ins 180 Kilometer entfernte Pilsen reiste. Am 11. November 1842 wurde zum ersten Mal ein Pils ausgeschenkt. Innerhalb weniger Monate schaffte Groll, woran sich zuvor die b\u00f6hmischen Braumeister erfolglos versucht hatten und erfand den heute meistgetrunkenen Bierstil der Welt. Grolls Leistung war es, bei seiner Brauweise den Hopfen als Aromastoff in den Vordergrund zu r\u00fccken, sagen heute Experten.\n<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst verwendete er statt der bis dahin \u00fcblichen oberg\u00e4rigen Bierhefe eine unterg\u00e4rige Hefe. Der Export der Hefe war damals aber verboten. Der Legende nach versteckte Josef Groll die Hefe daher in seinem Spazierstock, um sie \u00fcber die Grenze zu bringen. Dies ist zwar nicht historisch belegt, aber zumindest als Geschichte ganz nett. Sein entscheidender Einfall aber war der Austausch des damals dunklen gegen helles Malz und er setzte \u00fcberdurchschnittlich viel Hopfen zu. Das weltber\u00fchmte Pilsner mit seiner lichtgelben Farbe und dem edel-bitteren Geschmack war geboren. Wenn Sie heute nach Pilsen reisen, k\u00f6nnen Sie noch die unterirdischen Eiskeller besichtigen, in denen damals die Biere gelagert wurden. Die Keller, hoch wie ein Kirchenschiff, sollen wirklich beeindruckend sein.\n<\/p>\n<p>Bis heute entfallen rund zwei Drittel des gesamten deutschen Bieraussto\u00dfes von zuletzt rund 95 Millionen Hektolitern pro Jahr auf diese herb-hopfige Gerstensaft-Sorte. Andere Bierstile k\u00f6nnen von solchen Zahlen nur tr\u00e4umen. Jeder zweite Mann trinkt einmal pro Woche ein Pils, ein Drittel sogar mehrmals w\u00f6chentlich. Der seit Jahren sinkende Bier-Pro-Kopf-Konsum von in 2016 rund 104 Litern pro Jahr sichert den Deutschen nach den letzten vorliegenden Vergleichszahlen aus 2015 Platz drei. Ganz vorne: die Tschechen mit 135 Litern pro Kopf, gefolgt mit weitem Abstand von \u00d6sterreich mit 105 Litern.\n<\/p>\n<p>Der Erfinder des Pilsners ist bis heute nicht vergessen, weder in seiner Geburtsstadt Vilshofen noch in Pilsen. In Vilshofen erinnert heute eine Gedenktafel an seinem Geburtshaus an den Braumeister. Die einzige verbliebene Brauerei in Vilshofen hat zu Ehren des Erfinders des Pilsners ein &#8222;Josef Groll Pils&#8220; im Sortiment. In Pilsen, der Stadt, die dem Bier den Namen gab, steht der Sudkessel, in dem Groll sein erstes Bier ansetzte. Der kupferne Bottich wird verehrt wie eine Reliquie. Hier h\u00e4ngt auch ein Portrait des legend\u00e4ren Braumeisters.  Die Bierstube &#8222;Na parkanu&#8220; beim Brauereimuseum in der Pilsner Innenstadt schenkt bis heute Urquell nach der Originalrezeptur aus. Heute werden in der westb\u00f6hmischen Stadt j\u00e4hrlich rund zehn Millionen Hektoliter &#8222;Urquell&#8220; produziert und in 60 L\u00e4nder der Welt exportiert. Von der Werbeabteilung der Brauerei wird dabei der Vater des Pilsners 175 Jahre nach dem ersten Ausschank noch immer gerne genutzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Pils oder Pilsener hat die westb\u00f6hmische Stadt Pilsen ber\u00fchmt gemacht. 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