{"id":1605,"date":"2016-02-16T08:15:36","date_gmt":"2016-02-16T08:15:36","guid":{"rendered":"http:\/\/bierblog.info\/?p=1605"},"modified":"2017-07-20T10:47:41","modified_gmt":"2017-07-20T09:47:41","slug":"das-eigene-bier-so-geht-es-einfach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bierblog.info\/?p=1605","title":{"rendered":"Das eigene Bier \u2013 so geht es einfach"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff\" data-title=\"Das eigene Bier \u2013 so geht es einfach\" data-info-url=\"http:\/\/ct.de\/-2467514\" data-backend-url=\"https:\/\/bierblog.info\/wp-content\/plugins\/shariff-sharing\/backend\/index.php\" data-temp=\"\/tmp\" data-ttl=\"60\" data-service=\"gftr\" data-services='[\"googleplus\",\"facebook\",\"twitter\",\"reddit\",\"info\"]' data-image=\"\" data-url=\"https:\/\/bierblog.info\/?p=1605\" data-lang=\"de\" data-theme=\"colored\" data-orientation=\"horizontal\"><\/div><p><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: 12pt;\">Bier selbst zu brauen ist nicht trivial. Das Malz muss ausgew\u00e4hlt und schlie\u00dflich gemaischt werden, und das bei richtiger Temperatur und in der richtigen Zeitspanne, der richtige Hopfen muss zur richtigen Zeit zugesetzt werden\u2026 Jeder Schritt ist eigentlich einfach, aber es sind ziemlich viele Schritte, so dass die Arbeit recht komplex wird. Au\u00dferdem ist viel Zeit erforderlich, die aufgewandt werden muss, um ein richtig gutes Bier zu erhalten.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: 12pt;\">Eine Brauerei \u00e4hnelt in Teilen einem Chemiebetrieb, sowohl optisch als auch von den Vorg\u00e4ngen her, die zum Bierbrauen erforderlich sind. Andreas Wengert von der Firma Wengert Brauereien hat es gegen\u00fcber dem Webportal <a href=\"http:\/\/www.schwaebische.de\/region\/baden-wuerttemberg_artikel,-Das-eigene-Bier-brauen-_arid,10345880.html\">http:\/\/www.schwaebische.de<\/a> erkl\u00e4rt: &#8222;Es ist wichtig, die Temperaturen genau einzuhalten, damit die Enzyme arbeiten k\u00f6nnen&#8220;. Es finden w\u00e4hrend des Brauens viele unterschiedliche chemische Prozesse statt: Enzyme m\u00fcssen gebildet und St\u00e4rke muss abgebaut werden, die St\u00e4rke muss in Zucker umgewandelt und dieser muss von der Hefe in Alkohol und Kohlens\u00e4ure aufgespalten werden\u2026 Sechs Stunden dauert es etwa, bis das Bier so weit ist, dass es auf 10\u00b0 Celsius abgek\u00fchlt ist und mit Hefe versetzt werden kann, so dass der eigentliche G\u00e4rvorgang beginnt.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: 12pt;\">Dann g\u00e4rt das werdende Bier fast zwei Wochen, bevor es in Flaschen abgef\u00fcllt und dort weiter reifen kann. Vom Beginn des Brauens bis zum ersten Schluck Bier vergehen gut und gerne drei Wochen. Es ist also ein erheblicher Aufwand erforderlich, auf h\u00f6chstem Niveau ein eigenes Bier zu brauen.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<h3>Automatisiert Bier brauen<\/h3>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: 12pt;\">Die Firma Wengert aus dem schw\u00e4bischen Gr\u00fcnkraut stellt Brauereieinrichtungen nicht nur f\u00fcr gro\u00dfe Brauereien her, sondern auch den Wengert Brauprofi, mit dem sich weitgehend automatisiert 25 Liter Bier in professioneller Qualit\u00e4t brauen lassen. Allerdings ben\u00f6tigt das Ger\u00e4t einen Wasseranschluss und einiges an Platz. In vielen Haushalten muss daf\u00fcr vermutlich die Waschmaschine weichen. Dazu kommt noch der Kaufpreis, der mit allem Zubeh\u00f6r immerhin etwa 2.500 Euro betr\u00e4gt. Damit ist das Ger\u00e4t nur bedingt hausfrauenkompatibel. F\u00fcr das Brauen im Privathaushalt d\u00fcrfte der Brauprofi daher nur ein Nischendasein fristen.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<h3>Und dann kommt das Brauf\u00e4sschen<\/h3>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: 12pt;\">Einen ganz anderen Ansatz bietet das Startup-Unternehmen <a href=\"http:\/\/www.braufaesschen.com\">Brauf\u00e4sschen<\/a> aus M\u00fcnchen. Das Unternehmen verspricht, dass es m\u00f6glich ist, mithilfe eines Brausets innerhalb einer Woche ein eigenes Bier zu brauen. Dieses Versprechen war f\u00fcr mich Anlass genug, es einmal zu testen.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<h3>Die Bestellung<\/h3>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: 12pt;\">Das Unternehmen unterh\u00e4lt einen Webshop, wo es m\u00f6glich ist, entweder ein vordefiniertes Brauset zu bestellen oder sich das gew\u00fcnschte Bier selbst zu konfigurieren. Immerhin 14 vordefinierte Brausets stehen derzeit zur Verf\u00fcgung. Wem das nicht ausreicht, kann sich auch sein eigenes Bier konfigurieren. F\u00fcnf Bierstile stehen zur Auswahl. Exemplarisch habe ich einmal das dunkle Bier ausgew\u00e4hlt. Daf\u00fcr stehen drei verschiedene Hopfensorten f\u00fcr ein mildes, durchschnittlich herbes oder herbes Bier zur Verf\u00fcgung. In einem dritten Schritt kann ich zwischen sieben unterschiedlichen Aromen ausw\u00e4hlen. F\u00fcr den ersten Versuch habe ich aber das vorkonfigurierte Pale Ale ausgew\u00e4hlt. Die Bestellung ist schnell erledigt, ich musste mich lediglich erst einmal daran gew\u00f6hnen, dass ich im Onlineshop nicht auf meine Wahl klicken musste, sondern die gew\u00e4hlten Zutaten nach oben ziehen musste.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<h3>Die Lieferung<\/h3>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: 12pt;\">We<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/bierblog.info\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/021616_0824_DaseigeneBi1.png\" alt=\"\" align=\"left\" \/>nige Tage sp\u00e4ter war es dann so weit: mein Brauf\u00e4sschen kam an. Gut und sicher in einem stabilen <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/bierblog.info\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/021616_0824_DaseigeneBi2.png\" alt=\"\" align=\"right\" \/>Transportkarton fand ich die Verkaufsverpackung. Wenn das Bier so ansprechend ist wie die Verpackung kann ja eigentlich nichts mehr schiefgehen. Ich frage mich lediglich, weshalb es die vorkonfigurierten Brausets nur online gibt, nicht im Getr\u00e4nkemarkt. Aber egal, das ist eine Entscheidung des Anbieters mit seinen drei Gr\u00fcndern Wolfgang Westermeier, Ping Lu und Dominik Guber.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: 12pt;\">Also mache ich mit dem Auspacken weiter. Die Verkaufsverpackung enth\u00e4lt ein handels\u00fcbliches Partyf\u00e4sschen mit f\u00fcnf Liter Inhalt, eine Flasche Malzextrakt, drei kleine Fl\u00e4schchen mit Hopfenaromen, ein T\u00fctchen Hefe, einen G\u00e4rverschluss f\u00fcr das Fass, drei Bierdeckel und eine Kurzanleitung f\u00fcr das Brauen.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: 12pt;\">Werfe ich einen Blick auf die Anleitung. Versprochen wird, dass die Vorbereitung nur zehn Minuten dauert. Ich bin ja gespannt, ob sich diese Zeitangabe bewahrheitet. In dieser Zeit m\u00fcssen lediglich einige einfache Schritte erledigt werden: der Malzextrakt muss in das F\u00e4sschen gef\u00fcllt werden, die Flasche muss mit teilweise kaltem und kochendem Wasser ausgesp\u00fclt und das Wasser in das Fass gef\u00fcllt werden, das Fass muss mit Wasser aufgef\u00fcllt werden, einmal kr\u00e4ftig durchsch\u00fctteln, Hopfen, Hefe und Aromen m\u00fcssen in das Fass, das Fass muss verschlossen werden und schon kann das G\u00e4ren losgehen. Daf\u00fcr soll das Fass f\u00fcnf Tage bei Raumtemperatur und zwei Tage im K\u00fchlschrank stehen. Anschlie\u00dfend soll das Bier fertig sein.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: 12pt;\">Irgendwie erinnert mich das Vorgehen an &#8222;Malen nach Zahlen&#8220;. Aber das muss ja nicht unbedingt schlecht sein. Ein Gro\u00dfteil der Komplexit\u00e4t der Aufgabe wird vor dem Anwender verborgen und das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Also beginne ich an und setze mein Bier an.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<h3>Die Vorbereitung<\/h3>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: 12pt;\">Der Verschluss ist schnell vom Fass genommen und ich kann den Malzextrakt einf\u00fcllen. Dabei stelle ich fest, dass der Flaschenhals etwa den gleichen Durchmesser hat wie die \u00d6ffnung in Fass. Ich will aber eigentlich vermeiden, dass etwas danebengeht und ich die Au\u00dfenseite des Fasses verschmiere. Ich bin einfach zu faul, das Fass hinterher zu reinigen. Also verwende ich einen Trichter. Das war aber wohl ein Fehler. Der Malzextrakt ist so dickfl\u00fcssig, dass es eine dreiviertel Stunde dauerte, bis das Malzextrakt im Fass war. Es w\u00e4re wohl doch besser gewesen, eine Verschmutzung zu riskieren. Aber da habe ich wohl zu viel und zu weit gedacht. Das Wasser, die Hefe und die Aromen in das Fass gef\u00fcllt, den G\u00e4rverschluss eingesetzt und \u2013 die reine Arbeitszeit hat wirklich nicht mehr als zehn Minuten ben\u00f6tigt.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<h3>Die G\u00e4rung<\/h3>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: 12pt;\">Ich habe das F\u00e4sschen in Heizungsn\u00e4he aufgestellt. F\u00fcr den Fall, dass die G\u00e4rung zu kr\u00e4ftig wird, habe ich ein Geschirrtuch unter das Fass gelegt und damit auch sicher nichts spritzen kann, habe ich es auch mit einem Tuch abgedeckt. Diese Vorsichtsma\u00dfnahme war aber nicht erforderlich; nur eine minimale Menge wurde aus dem G\u00e4rverschluss herausgedr\u00fcckt. Nach einem Tag musste das F\u00e4sschen noch einmal umgedreht werden, dann konnte ich es weitere vier Tage stehen lassen. Dann trat ein Problem auf: das Fass sollte noch f\u00fcr zwei Tage in den K\u00fchlschrank. Das hatte ich zwar gewusst, aber nicht ber\u00fccksichtigt, so dass einfach kein Platz vorhanden war. Gl\u00fccklicherweise hat meine Wohnung einen Balkon und drau\u00dfen herrschen k\u00fchlschrank\u00e4hnliche Temperaturen. Ich habe das Fass also nach drau\u00dfen gestellt und zwei Tage sp\u00e4ter war das Bier fertig.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<h3>Die Verkostung<\/h3>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: 12pt;\">Endlich war es so weit und ich konnte das Bier verkosten. Optisch konnte ich nichts aussetzen. Hefetr\u00fcb und mahagonifarben pr\u00e4sentierte sich das Bier im Glas. Der feinporige Schaum hatte eine gute Standzeit. Auch das Aroma war f\u00fcr ein IPA typisch. Und der Geschmack? Mir fehlte etwas die sortentypische S\u00fc\u00dfe. Das kann ich aber nicht dem Brauf\u00e4sschen anlasten, sondern ich gehe davon aus, dass die G\u00e4rung zu nahe an der Heizung stattgefunden hat, wodurch die Hefe zu viel Malzzucker in Alkohol und Kohlens\u00e4ure aufgespalten hat. Ansonsten lie\u00df sich an dem Bier nichts aussetzen. Es war trotz meines Fehlers immer noch erheblich besser als ein Bier aus industrieller Gro\u00dfproduktion.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<h3>Das Preis-Leistungs-Verh\u00e4ltnis<\/h3>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: 12pt;\">Das Brauf\u00e4sschen kostet vorkonfiguriert 35,00 Euro, also 7,00 Euro je Liter. Damit ist es etwa ein Drittel g\u00fcnstiger als professionell gebrautes IPA in der Flasche, das ab circa 3,50 Euro angeboten wird. Daf\u00fcr ist das Flaschenbier aber nach meinem Geschmack doch noch besser, Fehler wie eine zu warme G\u00e4rung wie bei mir kommen dort nicht vor. Wenn Sie eine Party planen und Ihren G\u00e4sten etwas Besonderes anbieten wollen, sollten Sie sich \u00fcberlegen, einmal auf das Angebot von <a href=\"http:\/\/www.braufaesschen.com\">www.braufaesschen.com<\/a> zur\u00fcckzugreifen. Allerdings \u2013 f\u00fcr den Fall, dass Ihnen etwas \u00c4hnliches passiert wie mir und das Bier nicht perfekt wird, sollten Sie beim ersten Mal die eine oder andere Kiste Bier in den Keller stellen, einfach als Plan B.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bier selbst zu brauen ist nicht trivial. Das Malz muss ausgew\u00e4hlt und schlie\u00dflich gemaischt werden, und das bei richtiger Temperatur und in der richtigen Zeitspanne, der richtige Hopfen muss zur richtigen Zeit zugesetzt werden\u2026 Jeder Schritt ist eigentlich einfach, aber es sind ziemlich viele Schritte, so dass die Arbeit recht komplex wird. 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