{"id":10353,"date":"2020-12-17T14:14:55","date_gmt":"2020-12-17T12:14:55","guid":{"rendered":"https:\/\/bierblog.info\/?p=10353"},"modified":"2020-12-17T14:14:55","modified_gmt":"2020-12-17T12:14:55","slug":"weltweit-erste-untersuchung-zu-covid-19-auswirkungen-liegt-jetzt-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bierblog.info\/?p=10353","title":{"rendered":"Weltweit erste Untersuchung zu Covid-19-Auswirkungen liegt jetzt vor"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff\" data-title=\"Weltweit erste Untersuchung zu Covid-19-Auswirkungen liegt jetzt vor\" data-info-url=\"http:\/\/ct.de\/-2467514\" data-backend-url=\"https:\/\/bierblog.info\/wp-content\/plugins\/shariff-sharing\/backend\/index.php\" data-temp=\"\/tmp\" data-ttl=\"60\" data-service=\"gftr\" data-services='[\"googleplus\",\"facebook\",\"twitter\",\"reddit\",\"info\"]' data-image=\"\" data-url=\"https:\/\/bierblog.info\/?p=10353\" data-lang=\"de\" data-theme=\"colored\" data-orientation=\"horizontal\"><\/div><p>Im Auftrag der ProWein \u2013 der weltweit wichtigsten und gr\u00f6\u00dften Fachmesse f\u00fcr die Wein- und Spirituosenindustrie \u2013 hat die Hochschule Geisenheim Ende 2020 zum vierten Mal Experten der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette der Weinbranche aus 49 L\u00e4ndern befragt. Aus Anlass der globalen Pandemie stand die diesj\u00e4hrige Befragung ganz im Zeichen der Auswirkungen von Covid-19 auf die globale Weinbranche.\n<\/p>\n<p>Ich gehe davon aus, dass sich die Ergebnisse der Studie zumindest teilweise auch auf Craft-Brauereien \u00fcbertragen lassen. Aus diesem Grund ver\u00f6ffentliche ich hier die vollst\u00e4ndige Pressemitteilung der Messe D\u00fcsseldorf.\n<\/p>\n<p>Laut Prof. Simone Loose, Leiterin des Institutes f\u00fcr Wein- und Getr\u00e4nkewirtschaft der Hochschule Geisenheim ist der aktuelle ProWein Business Report die weltweit erste Untersuchung, die die globalen Auswirkungen von Covid-19 auf die verschiedenen Bereiche des Weinsektors quantifiziert und die Erwartungen f\u00fcr die notwendige zuk\u00fcnftige Ausrichtung der Weinbranche misst. &#8222;Die au\u00dferordentliche Bedeutung des Themas Covid-19 f\u00fcr die Weinbranche zeigt sich an der sehr hohen Beteiligungsquote der internationalen Experten, die sich im Vergleich zu den Vorjahren auf fast 3.500 Teilnehmer verdoppelt hat&#8220;, unterstreicht Bastian Mingers, Project Director der ProWein die Aussagekraft des aktuellen Business Report. &#8222;Jeder in der Branche hat ein hohes Interesse, die erfahrenen Auswirkungen auf seinen Betrieb mit anderen zu vergleichen. Gleichzeitig suchen alle Unternehmen nach Anhaltspunkten f\u00fcr m\u00f6glichen Strategien und Auswege aus der Krise.&#8220;\n<\/p>\n<h3>Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick<br \/>\n<\/h3>\n<p>Die Covid-19 Pandemie und die daraus folgende Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage sind die akut wichtigsten Bedrohungen der Weinbranche, die andere Herausforderungen wie die Gesundheitspolitik, den Klimawandel und den internationalen Handelskrieg in den Hintergrund dr\u00e4ngen.\n<\/p>\n<ol>\n<li>So haben die durch die Pandemie verursachten Schlie\u00dfungen von Hotels und Restaurants zu einer globalen Disruption der Absatzkan\u00e4le von Wein gef\u00fchrt. Der Lebensmitteleinzelhandel und der Onlinehandel sowie teilweise der Weinfachhandel haben in vielen L\u00e4ndern von diesen Verschiebungen profitiert. Die durch Covid-19 fehlenden Auslandstouristen f\u00fchrten jedoch in vielen Weinbaul\u00e4ndern zu einem starken Einbruch des lokalen Weinkonsums.\n<\/li>\n<li>Die Auswirkung der Covid-19 Krise auf die Weinproduzenten variierte in Abh\u00e4ngigkeit ihres Absatzfokus. Vor allem kleinere Weing\u00fcter waren besonders von den Schlie\u00dfungen der Gastronomie und Hotellerie sowie den ausbleibenden Touristen betroffen.\n<\/li>\n<li>Durch die weltweit zeitgleichen Auswirkungen der Pandemie kam es au\u00dferdem zu einem globalen R\u00fcckgang der Weinexporte, vor allem in L\u00e4nder mit einem hohen Anteil an Weinkonsum zu sozialen Anl\u00e4ssen und in Restaurants. Die Branche erwartet nur eine sehr langsame Erholung von Tourismus und Export und rechnet f\u00fcr das Jahr 2021 mit einer weiteren Verschlechterung der \u00f6konomischen Lage. F\u00fcr die Mehrzahl der Weinproduzenten in Spanien, Frankreich und Italien waren mehrere ihrer wert- und volumenm\u00e4\u00dfig st\u00e4rksten Absatzkan\u00e4le gleichzeitig negativ betroffen. Auch die Steigerungen des Onlineverkaufs konnte dies bei weitem nicht kompensieren.\n<\/li>\n<li>Als Reaktion auf die Pandemie intensivierten sowohl der Handel als auch die Produzenten in ihre Onlinekommunikation, er\u00f6ffneten Onlineshops, f\u00fchrten Onlineverkostungen durch und boten Lieferservice an. Diese durch Covid-19 stark beschleunigte digitale Transformation der Weinbranche wird sich aus Sicht der Experten auch in Zukunft weiter fortsetzen.\n<\/li>\n<li>Kostensenkungen und staatliche Hilfsprogramme haben umfangreiche Entlassungen und Betriebsschlie\u00dfungen bisher abwenden k\u00f6nnen. Die Experten erwarten jedoch eine Konsolidierung und zunehmende Konzentration der Branche, wenn im Zuge des weiteren Verlaufs der Pandemie zahlreiche Betriebe aufgeben m\u00fcssen. Die Unternehmen werden in Zukunft auch eine st\u00e4rkere Diversifikation auf verschiedene Absatzkan\u00e4le und Absatzm\u00e4rkte anstreben, um ihr Risiko besser zu streuen. So versuchen Produzenten vor allem auf das Direktkundengesch\u00e4ft und den Lebensmittelhandel auszuweichen, was den Wettbewerb in diesen Kan\u00e4len in Zukunft weiter versch\u00e4rfen wird. Es wird bef\u00fcrchtet, dass Kostensenkungen und aufgeschobene Investitionen auch die Anpassung der Weinbranche an den Klimawandel und die Steigerung der \u00f6kologischen Nachhaltigkeit verlangsamen werden.\n<\/li>\n<li>Auch wenn viele Konsumenten sich in der Pandemie mit Wein verw\u00f6hnt haben, erwarten die Experten f\u00fcr die Zukunft durch die wirtschaftlichen Folgen von Covid-19 eher preissensiblere Kunden und einen geringeren Absatz von Premiumweinen. Dagegen wird erwartet, dass sich der globale Absatz von Wein insgesamt nach Covid-19 zum gr\u00f6\u00dften Teil wieder erholen wird.\n<\/li>\n<\/ol>\n<h3>Aktuelle Herausforderungen der Weinbranche<br \/>\n<\/h3>\n<h4>Covid-19 und die wirtschaftliche Lage sind akut die wichtigsten Bedrohungen der Weinbranche<br \/>\n<\/h4>\n<p>Die Auswirkungen der Covid-19-Krise und der erwartete negative Einfluss auf die globale \u00f6konomische Lage sind in diesem Jahr die mit Abstand wichtigsten Herausforderungen der Weinbranche. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Bedrohung durch den Klimawandel und die Gesundheitspolitik durch die akute Bedrohung der Pandemie etwas in den Hintergrund getreten, werden aber nach wie vor als wichtig angesehen.\n<\/p>\n<h3>Covid-19 verursacht Disruption in den Absatzkan\u00e4len von Wein<br \/>\n<\/h3>\n<h4>Beschr\u00e4nkungen durch Covid-19 ver\u00e4ndern Weinabsatz<br \/>\n<\/h4>\n<p>Durch die globalen Beschr\u00e4nkungen hat die Covid-19-Krise zu einer abrupten Ver\u00e4nderung im Einkaufsverhalten der Konsumenten gef\u00fchrt. In vielen L\u00e4ndern kam es zu umfangreichen Schlie\u00dfungen und Beschr\u00e4nkungen der Gastronomie und Hotellerie. Auch der internationale Tourismus, der f\u00fcr den Absatz in L\u00e4ndern wie Spanien, Frankreich und Italien von immenser Bedeutung ist, kam weitestgehend zum Erliegen. Im Gegenzug waren die Verbraucher st\u00e4rker als vorher darauf angewiesen, ihren Wein im Lebensmitteleinzelhandel oder online einzukaufen.\n<\/p>\n<h4>Schlie\u00dfung und Einschr\u00e4nkung von HoReCa<br \/>\n<\/h4>\n<p>Die Beschr\u00e4nkungen durch Covid-19 haben vor allem Restaurants und Hotels getroffen, von denen 77% laut den Befragungsergebnissen zumindest zeitweise schlie\u00dfen mussten. Die auferlegten Hygienema\u00dfnahmen f\u00fchrten f\u00fcr mehr als 60% der Restaurants und Hotels zu h\u00f6heren Betriebskosten, Einschr\u00e4nkungen in den angebotenen Dienstleistungen und geringerer Auslastung sowie r\u00fcckl\u00e4ufigem Umsatz. Die gesamte Branche litt und leidet noch immer unter dem fast kompletten Ausfall von privaten und \u00f6ffentlichen Veranstaltungen und Festlichkeiten.\n<\/p>\n<p>Im Vergleich zu Restaurants und Hotels war der Weinfachhandel deutlich weniger stark betroffen, nur 25% der Betriebe mussten schlie\u00dfen und\/oder erlitten Umsatzeinbu\u00dfen. Im Gegenzug berichteten sogar 38% der Weinfachh\u00e4ndler von gestiegenen Ums\u00e4tzen seit M\u00e4rz.\n<\/p>\n<h4>\u00d6konomische Folgen f\u00fcr HoReCa<br \/>\n<\/h4>\n<p>Hotels und Restaurants sind durch die Schlie\u00dfungen, die Hygienema\u00dfnahmen und den Einbruch des Tourismus am st\u00e4rksten \u00f6konomisch getroffen worden. F\u00fcr ungef\u00e4hr 80% der Betriebe hat sich die \u00f6konomische Lage durch Covid-19 verschlechtert, davon 30% sehr stark. Ausgehend von einem positiven Niveau im Jahr 2019 ist damit die \u00f6konomische Situation von Hotels und Gastronomie drastisch gesunken auf den negativsten Wert aller untersuchten Bereiche der Weinbranche. Im Gegensatz dazu profitiert der Weinfachhandel im Vergleich zu allen anderen Bereichen am deutlichsten, auch wenn die \u00f6konomische Situation gegen\u00fcber dem Vorjahr r\u00fcckl\u00e4ufig ist. Der Gro\u00dfhandel und die Importeure liegen mit einem deutlichen R\u00fcckgang zwischen beiden Extremen, befinden sich aber weitestgehend in einer zufriedenstellenden \u00f6konomischen Lage.\n<\/p>\n<h4>\u00d6konomische Folgen f\u00fcr die Weinproduzenten<br \/>\n<\/h4>\n<p>Insgesamt war der Gro\u00dfteil der internationalen Weinproduzenten von den Covid-19-bedingten Absatzver\u00e4nderungen negativ betroffen. Durch ihre Listung im Lebensmitteleinzelhandel konnten vor allem gr\u00f6\u00dfere Produzenten, wie Weinkellereien und Genossenschaften, einen Teil ihrer Verluste kompensieren. Dennoch berichteten fast 60% der Betriebe von wirtschaftlichen Verlusten durch Covid-19. Bei den kleineren Weing\u00fctern, die noch st\u00e4rker von Weintourismus und Gastronomie leben, hat sich die \u00f6konomische Lage bei 70% der Betriebe durch Covid-19 verschlechtert. Auch wenn die Weinproduzenten ihren Absatz \u00fcber Onlinekan\u00e4le stark gesteigert haben, so ging dieser von einer sehr geringen Ausgansbasis aus und konnte f\u00fcr die meisten Betriebe die Verluste aus den wichtigen Absatzkan\u00e4len Gastronomie, Export und Weintourismus bei weitem nicht kompensieren. Vor allem mediterranen Weinproduzenten fehlt durch die Regulierung des innereurop\u00e4ischen Wein-Onlinehandels f\u00fcr Wein der einfache Zugang zu den Kunden in Mittel- und Nordeuropa.\n<\/p>\n<h4>Export durch weltweite Folgen der Pandemie gesunken<br \/>\n<\/h4>\n<p>Durch das globale Ausma\u00df der Pandemie haben sich die Absatzkan\u00e4le faktisch in allen Weinm\u00e4rkten der Welt gleichzeitig verschoben. Damit kam es zu einer starken negativen R\u00fcckkopplung auf den Weinexport der drei Hauptproduktionsl\u00e4nder, von denen Frankreich und Spanien bereits seit Oktober 2019 zus\u00e4tzlich von Importz\u00f6llen in die USA betroffen waren. Der Exportverlust von Italien fiel durch die Ausnahme von den Importz\u00f6llen geringer aus.\n<\/p>\n<p>Neben den USA waren vor allem diejenigen Importm\u00e4rkte wie China und Hong Kong von R\u00fcckg\u00e4ngen betroffen. Dort ist der private Weinkonsum noch relativ gering \u2013 wird Wein doch \u00fcberwiegend zu besonderen gesellschaftlichen Anl\u00e4ssen konsumiert wird, die durch Covid-19 nicht mehr stattfanden. Auch der Export in L\u00e4nder wie die Niederlande oder Schweiz, wo Wein eine wichtige Rolle in der Gastronomie einnimmt, war in 2020 r\u00fcckl\u00e4ufig.  Die Aussichten f\u00fcr eine Erholung des Exports im Jahr 2021 sind eher verhalten.\n<\/p>\n<h3>Reaktionen der Unternehmen<br \/>\n<\/h3>\n<h4>Onlinekommunikation boomt<br \/>\n<\/h4>\n<p>Sowohl Produzenten als auch Handel richteten ihr Marketing in der Krise vollkommen neu aus \u2013 und zwar mit sehr starkem Fokus auf alle Onlinekan\u00e4le. 60% der Weinproduzenten und ca. 50% der H\u00e4ndler sowie Hotels und Restaurants intensivierten die Kommunikation mit ihren Abnehmern \u00fcber Social Media (Facebook, Instagram etc.). Jeder dritte Weinfachh\u00e4ndler schaltete Onlinewerbung. Fast jedes vierte Weingut und jeder f\u00fcnfte Weinfachh\u00e4ndler f\u00fchrte Onlineverkostungen durch, um seine Abnehmer und Endverbraucher w\u00e4hrend des Lockdowns zu erreichen. Ebenso er\u00f6ffnete jedes vierte Weingut und jeder zehnte Weinfachh\u00e4ndler einen neuen, eigenen Onlineshop.\n<\/p>\n<h4>Weinproduzenten setzten auf Direktkonsumenten und suchten neue Absatzkan\u00e4le<br \/>\n<\/h4>\n<p>Der Absatz an Direktkunden konnte von 44% der Weinproduzenten gesteigert werden \u2013 konkret durch Sonderangebote mit Preisnachl\u00e4ssen (46%) und eine st\u00e4rkere Kundenaktivierung via Newsletter (40%). Jeder vierte Weinproduzent versuchte von den Absatzsteigerungen im Lebensmittelhandel und Onlinehandel zu profitieren, indem er dort neue Listungen aushandelte.\n<\/p>\n<h4>Lieferservice als sicheres Mittel der Stunde<br \/>\n<\/h4>\n<p>Nach dem Motto &#8222;wenn der Kunde nicht zum Wein kommen kann, dann kommt der Wein zum Kunden&#8220; bot jeder zweite Weinfachh\u00e4ndler, jedes dritte Restaurant und jeder vierte Weinproduzent einen Auslieferungsservice seiner Produkte an. Damit war eine kontaktlose und sichere \u00dcbergabe der Ware m\u00f6glich, ohne dass Weinverbraucher ihr Haus verlassen mussten. F\u00fcr Restaurants hat dieser Lieferservice aber nur einen Bruchteil der Einnahmen kompensieren k\u00f6nnen, da das Ambiente, das Flair und der Service eines Restaurantbesuchs nicht nach Hause lieferbar sind.\n<\/p>\n<h4>Kostensenkung notwendig und \u00f6ffentliche Hilfsprogramme genutzt<br \/>\n<\/h4>\n<p>80% der von der Krise negativ beeinflussten Unternehmen mussten ihre Ausgaben und Kosten senken, um wirtschaftlich \u00fcberleben zu k\u00f6nnen. Die H\u00e4lfte der Betriebe verschob geplante Innovationen und Investitionen. Vier von zehn Unternehmen nutzen \u00f6ffentliche Hilfsprogramme, auch um Angestellte weiter entlohnen zu k\u00f6nnen. Jeder f\u00fcnfte Produzent war gezwungen, Mitarbeiter zu entlassen. Jeder zehnte befragte Produzent hat an der Krisendestillation teilgenommen, die in vielen L\u00e4ndern (au\u00dfer Deutschland) \u00dcbermengen vom Markt nehmen sollte. Europaweit wurden ca. 10 Mio. Hektoliter (mehr als eine deutsche Jahresernte) mit Krisenma\u00dfnahmen der Europ\u00e4ischen Union eingelagert oder destilliert.\n<\/p>\n<h3>Ver\u00e4nderung des Verbraucherverhaltens<br \/>\n<\/h3>\n<h4>Verbraucher verw\u00f6hnten sich mit Wein<br \/>\n<\/h4>\n<p>W\u00e4hrend des Lockdowns beobachteten die H\u00e4ndler eine h\u00f6here Ausgabebereitschaft der Konsumenten, die sich z.B. als Kompensation f\u00fcr ihre ausgefallene Auslandsreise auch mal einen besonderen Wein g\u00f6nnten. Durch den oft im Inland verbrachten Urlaub griffen Konsumenten auch st\u00e4rker zu einheimischen und regionalen Weinen. Die Nachfrage nach Sekt litt besonders unter den fehlenden gesellschaftlichen Anl\u00e4ssen und Feiern, zu denen Sekt normalerweise getrunken wird.\n<\/p>\n<h4>F\u00fcr die Zukunft preissensiblere Kunden erwartet<br \/>\n<\/h4>\n<p>Die erwarteten negativen \u00f6konomischen Auswirkungen der Covid-19-Krise werden in Zukunft auch das verf\u00fcgbare Einkommen der Verbraucher belasten. Der Weinhandel erwartet deshalb f\u00fcr die Zukunft eher preissensiblere Weink\u00e4ufer, hofft jedoch gleichzeitig auf einen Anstieg der Nachfrage nach regionalen und nachhaltig produzierten Weinen.\n<\/p>\n<h3>Erwartungen f\u00fcr das kommende Jahr 2021<br \/>\n<\/h3>\n<h4>Nur langsame Erholung von Gastronomie und Export erwartet<br \/>\n<\/h4>\n<p>F\u00fcr die Gastronomie und Hotellerie erwarten die Experten \u00fcbereinstimmend eine langsame Erholung. Die Mehrzahl erwartet auch nach der Krise weitere Zur\u00fcckhaltung und Vorsicht der Touristen und nur jeder Dritte hofft auf einen schnellen und starken Anstieg. F\u00fcr Hotels, Gastronomen und deren Weinzulieferer ist deshalb noch hohes Durchhalteverm\u00f6gen notwendig, um diese Phase zu \u00fcberbr\u00fccken und wirtschaftlich zu \u00fcberleben. Jeder dritte Experte ist optimistisch und erwartet nach Covid-19 eine vollst\u00e4ndige Erholung des Weinabsatzes in der Gastronomie mit ihren Chancen f\u00fcr neue innovative Unternehmenskonzepte bietet.\n<\/p>\n<h4>Nachfrage des Weinhandels etwas geringer<br \/>\n<\/h4>\n<p>Vier von zehn Eink\u00e4ufern aus dem Weinfachhandel, der Gastronomie und Hotellerie beabsichtigen im Jahr 2021 neue Weine von neuen Produzenten zu listen und einzukaufen. Dagegen sieht sich jeder dritte Eink\u00e4ufer durch notwendige Kosteneinsparungen und Reduktion des gebundenen Kapitals gezwungen, im n\u00e4chsten Jahr weniger Wein zu kaufen.\n<\/p>\n<h3>Erwartungen f\u00fcr die Zukunft<br \/>\n<\/h3>\n<h4>Anhaltende Wirkung der Verschiebung der Absatzkan\u00e4le erwartet<br \/>\n<\/h4>\n<p>Die Experten stimmen darin \u00fcberein, dass der Onlinehandel von Wein auch nach der Pandemie weiterhin eine sehr starke Rolle spielen wird. Ebenso wird der Weinabsatz \u00fcber den Lebensmittelhandel aus Sicht der Befragten gest\u00e4rkt aus der Krise hervorgehen. Jeder Dritte erwartet in Zukunft auch den Verkauf von Premiumweinen \u00fcber den Lebensmittelhandel.\n<\/p>\n<h4>Zuk\u00fcnftige Weinnachfrage leicht unter altem Niveau erwartet<br \/>\n<\/h4>\n<p>F\u00fcr die Zeit nach Covid-19 erwartet jeder siebte Experte eine Erholung der Weinnachfrage auf das vorherige Niveau. Der Anteil der Befragten, die ein unvollst\u00e4ndige Erholung erwarten ist geringf\u00fcgig h\u00f6her als der Anteil, der von einem Anstieg der Weinnachfrage ausgeht. Der Weinhandel mit Schwerpunkt auf Mitteleuropa ist etwas optimistischer als die Weinproduzenten mit ihrem Schwerpunkt auf S\u00fcdeuropa. Weinproduzenten aus Deutschland und der Neuen Welt sowie Weinfachh\u00e4ndler erwarten nach der Krise eine st\u00e4rkere Nachfrage nach Premiumweinen als vor der Krise, w\u00e4hrend die Erwartungen der Weinproduzenten aus S\u00fcdeuropa im Hinblick auf Premiumwein eher verhalten sind.\n<\/p>\n<h3>Zuk\u00fcnftige strategische Anpassung der Weinbranche<br \/>\n<\/h3>\n<h4>Digitale Transformation der Weinbranche beschleunigt sich<br \/>\n<\/h4>\n<p>Unternehmen aller Bereiche der Wein-Wertsch\u00f6pfungskette von Wein sind sich einig darin, dass die Digitalisierung eine deutlich st\u00e4rkere Rolle in der Weinbranche spielen wird. Auch wenn es hier zwischen den EU-L\u00e4ndern noch rechtliche H\u00fcrden im grenz\u00fcberschreitenden Onlineabsatz gibt, stimmen zwei von drei Experten zu, dass Produzenten zuk\u00fcnftig st\u00e4rker auf die direkte Digital-Vermarktung setzen werden. Auch 56% der H\u00e4ndler planen, ihre Ausgaben f\u00fcr digitales Marketing zu steigern und mehr als jeder Dritte will in neue Wege investieren, seine Kunden besser (digital) zu erreichen. Auch der Einzug der Digitalisierung in die Weinproduktion wird sich weiter beschleunigen und die Experten sind sich einig, dass es hier nicht zu einer Verlangsamung dieses Prozesses durch die Covid-19 Krise kommen wird.\n<\/p>\n<h4>Covid-19 beschleunigt Strukturwandel und Diversifikation<br \/>\n<\/h4>\n<p>Der pl\u00f6tzliche Einbruch wichtiger Absatzkan\u00e4le und Exportm\u00e4rkte wird aus Sicht der befragten Experten dazu f\u00fchren, dass sich Weinproduzenten st\u00e4rker diversifizieren m\u00fcssen, um ihre Abh\u00e4ngigkeit und das Risiko einzelner Kan\u00e4le und M\u00e4rkte zu reduzieren. Dies wird nur durch ein weiteres Unternehmenswachstum oder Kooperationen m\u00f6glich sein, die eine zus\u00e4tzliche Spezialisierung im Vertrieb erm\u00f6glichen und notwendiges Absatzvolumen garantieren. Zwei von drei befragten Produzenten erwarten negative Auswirkungen der Covid-19 Krise auf die Branche in einem Ausma\u00df, dass ein Teil der Produzenten wirtschaftlich nicht \u00fcberleben wird. Dies wird zu einer weiteren Beschleunigung des bereits bestehenden Strukturwandels f\u00fchren, aus dem weniger, aber daf\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Betriebe hervorgehen.\n<\/p>\n<h4>Covid-19 verlangsamt Nachhaltigkeitsbewegung der Branche<br \/>\n<\/h4>\n<p>Der letzte ProWein Business Report 2019 hat deutlich gemacht, dass der fortschreitende Klimawandel in der Weinbranche zu wachsendem Engagement f\u00fcr die Nachhaltigkeit der Branche gef\u00fchrt hat. Der Gro\u00dfteil der Ma\u00dfnahmen zum Schutz der Umwelt erfordert jedoch Investitionen der Betriebe. Covid-19 hat bereits jetzt zur Verschiebung von Investitionen gef\u00fchrt und die wirtschaftliche Substanz vieler Betriebe angegriffen, die f\u00fcr Ma\u00dfnahmen zur Steigerung der Nachhaltigkeit notwendig ist. Drei von zehn Experten bef\u00fcrchten deshalb, dass die Produzenten nicht so schnell wie notwendig ihre \u00f6kologische Nachhaltigkeit steigern und sich an den Klimawandel anpassen k\u00f6nnen.\n<\/p>\n<p>Die Studie wurde im Auftrag der ProWein vom Institut f\u00fcr Wein- und Getr\u00e4nkewirtschaft der Hochschule Geisenheim unter Leitung von Prof. Dr. Simone Loose und ihrem Team ausgef\u00fchrt. Damit stellt die ProWein der Weinbranche ein weltweit einzigartiges Marktbarometer als l\u00e4ngerfristige Zeitreihe zur Verf\u00fcgung und gibt in j\u00e4hrlichen Sonderthemen Antwort auf wichtige Fragen der Branchen. Wir bedanken uns bei den Teilnehmern der Befragung und hoffen auch weiterhin auf rege Beteiligung der Produzenten und Vermarkter von Wein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Auftrag der ProWein \u2013 der weltweit wichtigsten und gr\u00f6\u00dften Fachmesse f\u00fcr die Wein- und Spirituosenindustrie \u2013 hat die Hochschule Geisenheim Ende 2020 zum vierten Mal Experten der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette der Weinbranche aus 49 L\u00e4ndern befragt. 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