{"id":10282,"date":"2020-11-15T13:31:14","date_gmt":"2020-11-15T11:31:14","guid":{"rendered":"http:\/\/bierblog.info\/?p=10282"},"modified":"2020-11-15T13:31:14","modified_gmt":"2020-11-15T11:31:14","slug":"die-trends-im-biermarkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bierblog.info\/?p=10282","title":{"rendered":"Die Trends im Biermarkt"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff\" data-title=\"Die Trends im Biermarkt\" data-info-url=\"http:\/\/ct.de\/-2467514\" data-backend-url=\"https:\/\/bierblog.info\/wp-content\/plugins\/shariff-sharing\/backend\/index.php\" data-temp=\"\/tmp\" data-ttl=\"60\" data-service=\"gftr\" data-services='[\"googleplus\",\"facebook\",\"twitter\",\"reddit\",\"info\"]' data-image=\"\" data-url=\"https:\/\/bierblog.info\/?p=10282\" data-lang=\"de\" data-theme=\"colored\" data-orientation=\"horizontal\"><\/div><p>Die Weltbierproduktion ist 2019 gem\u00e4\u00df BarthHaas Bericht Hopfen 2019\/2020 seit f\u00fcnf Jahren erstmals wieder leicht angestiegen \u2013 um 0,5 Prozent auf 1.913 Millionen Hektoliter. F\u00fcr 2020 steht allerdings bereits fest: Bedingt durch Covid-19 ist mit deutlichen Absatzeinbu\u00dfen zu kalkulieren. So geht Plato Logic derzeit davon aus, dass der Weltbiermarkt in diesem Jahr ein Minus zu verkraften hat, das zwischen 6,5 und 11,2 Prozent schwanken kann.\n<\/p>\n<p>Vor allem wegen phasenweise ausgesetzter Tourismus- und Gastronomieaktivit\u00e4ten sowie einer schleppenden Erholung der genannten Wirtschaftsbereiche rechnet das Marktforschungsinstitut 2020 mit einem weltweiten Pro-Kopf-Konsum an Bier von nur noch 24,2 Liter (2019: 26,2 Liter\/Kopf). Nach Regionen gesplittet prognostiziert Plato Logic den h\u00f6chsten Pro-Kopf-Konsum mit 56,4 Liter (2019: 59,4 Liter) f\u00fcr den amerikanischen Kontinent. Es folgen Europa mit 52,6 Liter\/Kopf (2019: 56,2 Liter\/Kopf), Asien\/Pazifik mit 16 Liter\/Kopf (2019: 17,4 Liter\/Kopf) sowie Afrika und der Mittlere Osten mit 8,3 Liter\/Kopf (2019: 9,8 Liter\/Kopf). Innerhalb Europas soll Tschechien mit 144,1 Liter\/Kopf (2019: 155,3 Liter\/Kopf) mit Abstand Spitzenreiter bleiben. Auf Platz 2 sieht der Marktforscher Deutschland mit 102,9 Liter\/Kopf (2019: 106,4 Liter\/Kopf). Platz 3 d\u00fcrfte \u00d6sterreich mit 99,2 Liter\/Kopf (2019: 110,9 Liter\/Kopf) vor Rum\u00e4nien und Polen f\u00fcr sich beanspruchen. Aller Voraussicht nach wird sich im laufenden Jahr hinsichtlich der Rangfolge der gr\u00f6\u00dften bierproduzierenden L\u00e4nder wenig \u00e4ndern. Nach China sehen BarthHaas und Plato Logic gleicherma\u00dfen die USA, Brasilien, Mexiko, Deutschland, Russland, Japan, Vietnam und Gro\u00dfbritannien vorne an. Auf Platz 10 vermutet BarthHaas Polen, w\u00e4hrend Plato Logic von Spanien ausgeht.\n<\/p>\n<h3>Top-40-Brauereigruppen halten rund 90 Prozent der Weltbierproduktion<br \/>\n<\/h3>\n<p>Die gr\u00f6\u00dften zehn Brauereigruppen werden 2020, so lauten die Prognosen, ein zum Vorjahr identisches Ranking beibehalten. Gem\u00e4\u00df BarthHaas verbuchte die globale Nummer 1, AB InBev, 2019 einen Anteil von 29,3 Prozent an der Weltbierproduktion auf sich. Gemeinsam mit den n\u00e4chstplatzierten Heineken, China Res. Snow Breweries, Carlsberg und Molson Coors betrug er 58,6 Prozent. Betrachten wir die 40 absatzst\u00e4rksten Brauereigruppen weltweit, realisierten diese im vergangenen Jahr mit 1.723 Millionen Hektoliter 90,1 Prozent der Weltbierproduktion.\n<\/p>\n<h3>Craftbier mit Potenzial<br \/>\n<\/h3>\n<p>Mit 77,1 Millionen Hektoliter trugen die Craftbrauereien 2019, so Plato Logic, etwa vier Prozent zum Weltbiermarkt bei. Innerhalb Europas (2019: 30,7 Millionen Hektoliter) gab es im Vergleich zum Vorjahr (2018: 30,6 Millionen Hektoliter) nur ein geringes Plus. Der Markt Afrika\/Mittlerer Osten (2019: 0,25 Millionen Hektoliter) verhielt sich statisch. Von 37,6 auf 39,1 Millionen Hektoliter wuchsen die Produktionszahlen indes auf dem gesamten amerikanischen Markt und auch in der Region Asien\/Pazifik ging es 2019 ordentlich bergauf: auf 7,1 Millionen Hektoliter (2018: 5,6 Millionen Hektoliter).\n<\/p>\n<p>In den USA, dem Land, in dem die Craftbier-Bewegung startete, legte handwerklich Gebrautes 2019 erneut zu. W\u00e4hrend der Gesamtbierabsatz um zwei Prozent sank, kamen Craftbiere mit 26,3 Millionen Barrel (ca. 30,9 Millionen Hektoliter) auf ein Plus von vier Prozent. Die Umsatzzahlen mit Craftbier beliefen sich auf 29,3 Milliarden US-Dollar und stiegen um sechs Prozent. Folglich hielt Craftbier am US-Biermarkt 2019 einen volumenm\u00e4\u00dfigen Anteil von 13,6 und einen wertm\u00e4\u00dfigen Anteil von 25,2 Prozent. Erwirtschaftet wurden diese Anteile von insgesamt 8.275 Craftbrauereien. Neben 942 Neugr\u00fcndungen gab es im letzten Jahr 294 Betriebsschlie\u00dfungen. Interessant: Die Top 50 US-Craftbrauereien, angef\u00fchrt von den Spitzenreitern D.G. Yuengling and Son, Boston Beer Company und Sierra Nevada Brewing Company, vereinten 53,6 Prozent des US-Craftbierabsatzes auf sich (2018: 55,5 Prozent). Fakten, die unter anderem best\u00e4tigen, dass sehr kleine Brauereien, h\u00e4ufig auch Gasthausbrauereien, vor Ort, starken Zuspruch fanden.\n<\/p>\n<h3>Neu denken hilft<br \/>\n<\/h3>\n<p>In den 2020er-Zahlen wird sich eine derart positive Entwicklung wohl nicht mehr zeigen. So rechnet Paul Gatza, Senior Vice President of Professional Brewing Division, Brewers Association, durch die aufgrund der Pandemie verursachten Restaurant- und Barschlie\u00dfungen mit r\u00fcckl\u00e4ufigen Abs\u00e4tzen von mindestens 20 Prozent. Gatza: &#8222;Seit 1968 wird 2020 das erste Jahr in der Geschichte der Craftbrauer, sein, in dem Verkaufszahlen nach unten gehen.&#8220; Dennoch sieht Gatza die Zukunft der US-Craftbrauer positiv: &#8222;Craftbrauer sind seit jeher offen f\u00fcr Neues und sowohl kreativ als auch flink. Diese Eigenschaften helfen in der jetzigen Situation enorm. Beispielsweise sind einige Craftbrauereien bereits mit alternativen alkoholhaltigen Trendgetr\u00e4nken wie Hard Seltzer \u00e4u\u00dferst aktiv.&#8220; Laut Gatza haben sich die Craftbrauereien k\u00fcnftig auch darauf einzustellen, dass Verbraucher mehr Direktbelieferungen w\u00fcnschen. &#8222;E-Commerce ist nun gelernt und wir rechnen damit, dass der Konsument auch nach den Beschr\u00e4nkungen durch Covid-19 auf diesen f\u00fcr ihn komfortablen Vertriebsweg setzen m\u00f6chte.&#8220;\n<\/p>\n<p>Ideenreich zeigen sich die vom Lockdown in der Gastronomie besonders betroffenen handwerklichen Brauereien indes weltweit. Ein Beispiel hierf\u00fcr aus Australien: Eine Brauerei brachte im April die Marke &#8222;&#8218;Plan: C&#8216; Simple Ale \u2013 The Brew to get you Through&#8220; f\u00fcr wenige Monate in den Markt. Die Motivation war, ein Craftbier zu einem geringeren Preis als \u00fcblich zur Verf\u00fcgung zu stellen, um denjenigen, die durch die Pandemie ein niedrigeres Einkommen generierten, den Craftbier-Genuss zu erm\u00f6glichen und gleichzeitig Geld in die eigene Kasse zu bekommen. Das 18er Dosenpack war f\u00fcr AU$ 40 erh\u00e4ltlich. Gem\u00e4\u00df Mintel kosten mit Craftbier bef\u00fcllte Sixpacks in Australien \u00fcblicherweise zwischen AU$ 19 bis 24. Zudem wurde \u2013 ebenso wie viele weitere Brauereien weltweit \u2013 ein kostenloser Lieferservice angeboten, um die r\u00fcckl\u00e4ufige Entwicklung in der Gastronomie zu kompensieren. Eine weitere Karte, die Craftbrauereien derzeit h\u00e4ufig ziehen, ist die Bitte an die Nachbarschaft, sie durch entsprechenden Bierkonsum zu unterst\u00fctzen. Vielfach wird Verbrauchern zudem die M\u00f6glichkeit geboten, in Crowdfunding-Projekte zu investieren.\n<\/p>\n<h3>Trend zur Regionalit\u00e4t<br \/>\n<\/h3>\n<p>Auch die deutschen Brauereien haben es derzeit nicht leicht. Bereits 2019 sank der Bierabsatz der in Deutschland ans\u00e4ssigen Brauereien und Bierlager laut Statistischem Bundesamt gegen\u00fcber dem Vorjahr um 1,9 Prozent auf rund 92 Millionen Hektoliter. In der Corona-Krise spricht der Deutsche Brauer-Bund von verheerenden Folgen f\u00fcr seine Mitglieder. So ist der Bierabsatz gem\u00e4\u00df einer Umfrage des Deutschen Brauer-Bundes im ersten Halbjahr 2020 in den Unternehmen um 16 Prozent zur\u00fcckgegangen, der Umsatz lag im Schnitt um 19 Prozent unter dem Vorjahr. F\u00fcr das Gesamtjahr 2020 rechnen die Mitgliedsbrauereien des DBB mit einem Absatzminus von mindestens 14 Prozent und mit einem Umsatzeinbruch von durchschnittlich 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Marc-Oliver Huhnholz, Pressesprecher Deutscher Brauer-Bund: &#8222;Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie auf die Betriebe der deutschen Brauwirtschaft erreichen auch in Bezug auf den Einbruch des Bierabsatzes ein seit Gr\u00fcndung der Bundesrepublik nie dagewesenes Ausma\u00df.&#8220; Als einen positiven Aspekt sieht Stefan Stang, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Verbands Private Brauereien Bayern, den Trend zu regionalen Biermarken, der sich seiner Meinung zufolge in der Krise in Deutschland eher verst\u00e4rkt hat und weiter verst\u00e4rken wird.\n<\/p>\n<h3>In der Krise Chancen sehen<br \/>\n<\/h3>\n<p>In der Krise Chancen sehen und neue Ideen realisieren \u2013 ein Motto, das auch einige deutsche Brauereien aufgreifen. Beispielsweise fand Mitte M\u00e4rz der Rollout der ersten beiden Sorten von HopfenFrucht statt, einer neuen Getr\u00e4nkekategorie, die aus einem alkoholfreiem Bier und Direktsaft besteht. Eine hessische Brauerei brachte Anfang April einen Bier-Apfelwein-Hybrid in den Markt, der Helles mit \u00c4ppelwoi vereint. Eine ganz andere jedoch nicht minder erfolgreiche Idee verwirklichte eine andere Brauerei anl\u00e4sslich der Einf\u00fchrung einer neuen Bierspezialit\u00e4t. Sie organisierte f\u00fcr Besucher im Mai eine Brauerei-Besichtigung mit dem eigenen PKW.\n<\/p>\n<h3>Alkoholfreie und alkoholarme Biere bedienen Gesundheits- und Sober Curious-Trend<br \/>\n<\/h3>\n<p>Vielleicht liefert die Krise f\u00fcr einige Brauereien auch den Ansto\u00df, noch mehr in Richtung alkoholfreie und alkoholarme Biere zu denken. Laut Plato Logic stieg der globale Konsum in diesem Segment von 44,8 Millionen Hektoliter (2018) auf 47,5 Millionen Hektoliter in 2019. Innerhalb Europas legten die Alkoholfreien und Alkoholarmen im genannten Zeitraum von 28 Millionen Hektoliter auf 29,8 Millionen Hektoliter zu. Ein Segment, das auch den Trend zu gesunder Ern\u00e4hrung sowie den aus den USA stammenden &#8222;Sober Curious&#8220;-Trend (n\u00fcchtern, aber neugierig) bedient. Wie &#8222;in&#8220; Alkoholfreies sein kann, demonstrierten beispielsweise erst k\u00fcrzlich schottische Craftbrauer. So er\u00f6ffneten sie im hippen Londoner Zentrum Anfang des Jahres eine Bar, in der ausschlie\u00dflich alkoholfreies Craftbier angeboten wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Weltbierproduktion ist 2019 gem\u00e4\u00df BarthHaas Bericht Hopfen 2019\/2020 seit f\u00fcnf Jahren erstmals wieder leicht angestiegen \u2013 um 0,5 Prozent auf 1.913 Millionen Hektoliter. F\u00fcr 2020 steht allerdings bereits fest: Bedingt durch Covid-19 ist mit deutlichen Absatzeinbu\u00dfen zu kalkulieren. 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