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Insel-Brauerei Baltic Ale

Ich bin bereits mehrfach gefragt worden, weshalb ich so selten etwas über die Biere der Insel-Brauerei in Rambin schreibe. Die Antwort ist ganz einfach: Die Biere von der Insel Rügen begeistern mich und auch mit Braumeister Markus Berberich hatte ich schon sehr netten Kontakt. Der Nachteil der Biere ist – es gibt sie überall. Ich bringe von meinen Reisen häufig Biere mit, die ich hier im mittleren Niedersachsen nicht erhalte. Diese Biere werden dann verkostet und die Biere, die ich ständig bekomme, bleiben dann hintenan. Nun steht aber wieder einmal ein Bier aus der Insel-Brauerei vor mir, das Baltic Ale, das ich mir jetzt einschenke.

Und tatsächlich, die Goldfarbe des Bieres mit der Hefetrübung macht schon mal was her. Die feinporige Schaumkrone fällt aber leider recht klein aus und sie fällt auch schnell in sich zusammen.

Das Aroma des Baltic Ale ist fruchtig nach Banane und Trockenbirnen, dazu kommen eine leichte angenehme Säure, der Duft der Hefe sowie einige würzige Noten. So komplex wie dieses Aroma ist kann sicherlich jeder noch andere Nuancen herausfinden. Probieren Sie es, es lohnt sich.

Der Antrunk ist überraschend trocken und die Kohlensäure ist sehr schön feinperlig. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Dazu kommt auf der Zunge eine leichte fruchtige Säure. Das Mundgefühl ist weich, rund und voll. Dazu kommt eine angenehme Frische. Der Abgang ist mild und trocken. Eine geringe Fruchtigkeit klingt lange nach.

Das Baltic Ale der Insel-Brauerei in Rambin passt gut zu altem Käse sowie zu würzigen und scharfen Speisen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Traubenzucker, Naturhopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

12° – 13° Celsius

Brauerei:

Rügener Insel-Brauerei GmbH
Hauptstr. 2c
18573 Rambin
www.insel-brauerei.de

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Delirium Nocturnum

Die Brauerei Huyghe braut schon lange ihr bekanntes Bier Delirium Tremens. 1999 wurde erstmals diese dunkle Version des dieses weltbekannten Bieres gebraut. Wie das helle Original kommt auch das Delirium Nocturnum mit 8,5 Volumenprozent Alkohol daher, wird aber mit anderem Malz gebraut, unter anderem mit Röst- und Schokoladenmalz. Daher erwarte ich von diesem Dark Strong Ale einen noch reichhaltigeren Geschmack. Im Internet habe ich Hinweise gefunden, dass während des Brauprozesses auch verschiedene Kräuter und Gewürze zum Einsatz kommen. Für diese Behauptung habe ich aber weder in der Zutatenliste auf der Flasche noch auf der Website der Brauerei eine Bestätigung gefunden. Aus diesem Grund vermute ich, dass es sich dabei um eine Fehlinformation handelt.

Im Jahr 2016 hat das Delirium Nocturnum Bronze als Best Dark Ale beim Australien International Beer Awards errungen.

Aber kommen wir jetzt endlich zum Bier.

Dunkel-rubinrot präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine feste hellbraune Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Ja, das ist ein Bier wie gemalt.

Röststoffe dominieren das Aroma mit dem Duft nach Karamell, Espresso und dunkler Schokolade. Dazu kommt das Aroma nach Trockenpflaumen, unterstützt durch den Duft des Alkohols. Aus dem Hintergrund kommen noch einige fruchtige und würzige Akzente dazu, ich rieche Spuren von Zitrusfrüchten, Lakritz und Koriander.

Der Antrunk ist recht süß, dabei aber auch frisch, wozu die reichlich vorhandene Kohlensäure ihren Teil beiträgt. Auf der Zunge lässt die Süße langsam nach, die Trockenpflaumen treten mehr in den Vordergrund, unterstützt durch ein leichtes Bitter. Das Mundgefühl ist voll, kräftig und wärmend. Dabei schmeckt der Alkohol deutlich durch, passt sich aber in das gesamte Geschmacksmuster ein. Der Abgang ist dann überraschend trocken, die Würzigkeit kommt stärker hervor und klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Röstmalze, Münchner Malz, Schokoladenmalz), Hopfen (u.a. Target), Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Stammwürze:

17° Plato

Bittereinheiten:

24 IBU

Farbe:

80 EBC

Brauerei:

Brouwerij Huyghe
Geraardsbergsesteenweg 4/B
9090 Melle
Belgien
www.delirium.be

Leute Bokbier

Nun steht ein Bier aus Entvelde im östlichen Teil von Flandern vor mir. Das Etikett erfordert einige Erklärungen, denn es lädt zu einigen Missverständnissen geradezu ein. Zunächst einmal handelt es sich nicht um ein Bockbier. Der Name könnte zwar darauf hinweisen, aber er bezieht sich nicht auf den Bierstil, sondern auf den im Etikett abgebildeten Ziegenbock. Das Bokbier ist ein Belgian Strong Ale, es könnte sich auch um ein Strong Dark Ale handeln. Und dann steht da noch etwas von “Anno 1927”. In diesem Jahr wurde erstmals ein Bier mit dem Namen Leute Bokbier gebraut. Es hat aber mit dem heutigen Bier gleichen Namens nichts gemeinsam. 1927 wurde unter diesem Namen ein Lagerbier gebraut, das aber nicht sonderlich gut angenommen wurde, weshalb die Produktion nach einigen Namen eingestellt wurde. Erst seit 1997 gibt es wieder ein Bier dieses Namens. Und genau dieses Bier möchte ich jetzt verkosten.

Dunkel kastanienbraun mit einer ordentlichen feinporigen hellbraunen Schaumkrone präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone bleibt recht lange erhalten, so dass die Optik schon mal keinen Anlass für Kritik gibt.

Das Aroma ist malzbetont, fast sirupartig. Düfte nach Trockenfrüchten mischen sich mit Sauerkirscharomen und dunkler Schokolade.

Der Antrunk ist relativ süß, was aber gut zur reichlich vorhandenen feinperligen Kohlensäure passt. Auf der Zunge erscheint das Bier zunächst sehr röststofflastig, aber dann spiegeln sich die Aromen auf der Zunge wider. Dabei wirkt das Bier erstaunlich frisch. Das Mundgefühl ist vollmundig und rund. Im Abgang kommt zunächst die Schokolade in den Vordergrund bevor ein leichtes freundliches Bitter lange nachklingt.

Zu einem gebratenen Steak oder auch zu Wildgerichten ist dieses Bier ein guter Begleiter.

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij van Steenberge
Lindenplaan 25
9940 Ertvelde
Belgien
www.vansteenberge.com

Embrasse

Die Brauerei De Dochter van de Korenaar stellt feine belgische Biere her. Es handelt sich um eine Familienbrauerei im Herzen der belgischen Biergemeinde. Sie wurde 2007 vom niederländischen Ehepaar Monique und Roland Mengerink gegründet. Die beiden fanden in Flandern ein Grundstück, der ihnen genug Platz bot, um in ihrem Garten eine Brauerei zu bauen. Ihre Biere sind preisgekrönt und werden in ganz Europa geliebt.

So ist es auch wenig verwunderlich, dass jetzt eines ihrer Biere mit dem schönen Namen Embrasse vor mir steht. Schön nicht nur, weil Embrasse das französische Wort für Kuss ist, sondern auch, weil hier eine Brauerei in Flandern mit niederländischen Eigentümern ihrem Bier einen französischen Namen gegeben hat. Sollten in Belgien die Flandern und die Wallonen nach mehr als zweihundert Jahren staatlicher Einheit tatsächlich zueinander finden können? Beim Bier handelt sich um ein Strong Dark Belgian Ale.

Dunkelbraun, fast schwarz, fließt das Bier ins Glas. Die Farbe ist sehr intensiv, denn das Bier ist absolut blickdicht. Es bildet sich eine überdurchschnittliche sehr feste hellbraune Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Wenn mir die Optik dieses Bieres schon gefällt, so ist das komplexe Aroma betörend. Dass die Röstaromen dominieren war zu erwarten. Auch die Duftnoten nach Kaffee und dunkler Schokolade überraschen nicht, genau wie die fast sirupartige Süße des Aromas. Aber die Aromen nach Sauerkirschen und getrockneten tropischen Früchten machen das Aroma erst rund. Da habe ich richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der erste Kontakt des Biers mit der Zunge enttäuscht etwas. Viel Süße und wenig Kohlensäure lassen zunächst etwas Langeweile aufkommen. Auf der Zunge kann das Bier dann mit einer überraschenden Schlankheit aufwarten. Die Süße tritt etwas zurück, auch wenn die Fruchtigkeit und die Bitterstoffe sich noch verstecken. Und noch etwas überrascht: die 9 Volumenprozent Alkohol sind so gut in die anderen Geschmäcker eingearbeitet, dass sie absolut nicht auffallen. Erst im Abgang kommen die Schoko- und Fruchtaromen wirklich zum Tragen. Obwohl die Bitterstoffe des Hopfens eher diskret bleiben, klingt der Geschmack doch lange nach. Jetzt kommt auch der Alkohol erstmals zum Tragen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij De Dochter von de Korenaar
Oordeelstraat 38
2387 Baarle-Hertog
Belgien
www.dedochtervandekorenaar.be

Averbode

Bereits im Jahr 1134 wurde die Abtei Averbode gegründet, aus der das Bier, das jetzt vor mir steht, ursprünglich stammt. Heute wird es in Zusammenarbeit der Abtei mit der Brouwerij L. Huyghe im belgischen Melle gebraut. Das Averbode Abteibier ist eine Hommage an die Geschichte: Vom 14. bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde in der Abtei selbst gebraut. Für die Herstellung des “neuen” Abteibiers entschied sich die Abtei für die Brauerei Huyghe, die auch auf eine reiche Vergangenheit zurückblicken kann. Aber es gibt immer noch Gemeinsamkeiten. Der Respekt vor der Umwelt und der Gesellschaft stehen im Mittelpunkt sowohl der Abtei als auch der Brauerei.

Das Averbode Abteibier ist ein Blonde Strong Ale mit 7,5 Volumenprozent Alkohol. Bernsteinfarben und mit reichlich Hefe fließt es ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große gemischtporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Malz und Hefe sowie fruchtig nach reifen Birnen. So macht es richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist trocken und mir fällt die sehr großzügig dosierte Kohlensäure auf. Auf der Zunge vereinen sich der Geschmack des Malzes und die Fruchtigkeit zu einem ausgewogenen Ganzen. Das Mundgefühl dieses sehr süffigen Bieres ist voll und rund. Im Abgang wird die Fruchtigkeit noch stärker und obwohl in der Kehle nur wenige Bitterstoffe zu bemerken sind klingt der Geschmack lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hafer, Dinkel, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij L. Huyghe
Brusselsesteenweg 282
9090 Melle
Belgien
www.brouwerijhuyghe.be

Brigand

Brigand heißt das regionale Bier, das jetzt vor mir steht. Der Name ist eine Anspielung auf den Aufstand der Bauern von Ingelmunster gegen die “sans culottes” (französische Soldaten), der 1798 im nahe gelegenen Hulste stattfand. Brigand ist der Name, den die Franzosen den flämischen Rebellen gaben. Auf Französisch bedeutet “Brigant” einfach nur “Bandit”.

Obwohl die Schlossbrauerei Van Honsebrouck für ihre süßeren Biere wie Kasteel und die Fruchtbiere St. Louis und Bacchus bekannt ist, ist der Brigand die definitive Ausnahme von dieser ungeschriebenen Regel.

Brigand wurde in den frühen 1980er Jahren als Antwort auf Duvel eingeführt, das von der gleichnamigen Brauerei hergestellt wird, die sich im Besitz der Familie Moortgat befindet. Damals wurde dieses Bier in verkorkten 75cl-Flaschen ausgeschenkt, heute steht es aber in einer 0,33 l-Steinieflasche vor mir.

Goldgelb fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine voluminöse gemischtporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Karamell ist der dominierende Duft dieses Biers, der durch einen leichten Kräuterduft unterstützt wird, zusammen mit einem Hauch Zitronenschale. Auch der Alkohol ist eindeutig zu riechen.

Der Antrunk ist recht süß, was aber zu der reichlich vorhandenen Kohlensäure passt. Auf der Zunge sticht vor allem der Geschmack nach Karamell hervor, unterstützt durch den Alkohol. Die leichten Kräuter- und Fruchtnoten fallen kaum ins Gewicht. Trotzdem ist das Mundgefühl vollmundig und weich, das Bier lädt eindeutig zu einem weiteren Glas ein. Der Abgang ist leicht Bitter und fruchtig, klingt aber nur kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe, Ascorbinsäure

Alkoholgehalt:

9 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

8° C

Brauerei:

Brouwerij van Honsebrouck
Ingelmunstersestraat 80
8870 Izegem
Belgien
www.vanhonsebrouck.be

Dupont Moinette Blonde

Das Moinette Blonde wurde im Jahr 1955 erstmals gebraut und gehört seitdem zu den Vorzeigebieren der belgischen Brauerei Dupont. Der Name Moinette stammt aus der Gegend, in der die Brauerei vor Jahrhunderten angesiedelt war. Die Landschaft war früher eher sumpfig (“moëne” in altfranzösisch) und daraus leitete sich das Wort Moinette ab, das auch auf die landwirtschaftlich genutzte Mühle in dem Dorf Tourpes und den Bauernhof “Cense de la Moinette” hindeutet, der auch zu den Besitztümern der Familiendynastie Dupont gehörte. Ursprünglich hieß das Bier “Abbaye de la Moinette” (Abtei von der Moinette) und nennt sich erst seit 1980 Moinette.

Das Bier hat eine sehr schöne Goldfarbe und ist nur mäßig hefetrüb. Beim Einschenken bildet sich viel fester Schaum, der auch lange erhalten bleibt.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert. Düfte nach Brot und Karamell, nach Vanille und einer Blumenwiese steigen mir in die Nase.

Der Antrunk ist recht süß, aber die reichlich vorhandene Kohlensäure sorgt für eine angenehme Frische. Auf der Zunge erscheint dann zunächst die Bitterkeit des Hopfens, bevor sich fruchtige Noten nach Zitrus- und dunklen Früchten dagegen behaupten. Trotz des kräftigen Bitter ist das Mundgefühl weich und der Geschmack der 8,5 Volumenprozent Alkohol hält sich diskret im Hintergrund. Der Abgang ist überraschend mild, aber mit sehr langem Nachklang.

Das Moinette Blonde steht eindeutig in der Tradition der belgischen Abteibiere und passt auch gut zu den typischen belgischen Gerichten, zu gebratenem Fisch und Muscheln, aber auch zu Wild.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Zucker, Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Empfohlene Trinktemperatur:

12° C

Brauerei:

Brasserie Dupont
rue Basse 5
7904 Tourpes
Belgien
www.brasserie-dupont.com

Urthel Saisonnière

Die Brauerei Palm, aus der das Urthel Saisonnière stammt, das jetzt vor mir steht, ist ja eher für Massenbiere bekannt. Aber da auch andere Großbrauereien manchmal Biere auf den Markt bringen, die mich begeistern können, werde ich jetzt das Urthel verkosten.

Intensiv goldfarben mit reichlich sahnigem Schaum, der lange erhalten bleibt, strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen.

Neben Toffeeduft steigen mir auch einige fruchtige Aromen in die Nase, besonders nach Zitrusfrüchten und überreifen Äpfeln. Bis hierhin gefällt mir das Bier durchaus.

Der Antrunk ist trocken und spritzig. Als sich das Bier im Glas verteilt, wird die Fruchtigkeit durch die Bitterstoffe beinahe überdeckt, was ich etwas schade finde. Trotzdem sorgt das Bier für ein volles Mundgefühl. Ich meine jetzt, dass das Urthel Saisonnière zu einem belgischen Essen mit Pommes und Steak oder gegrilltem Fisch durchaus angemessen ist, es alleine zu trinken ist aber nicht so meins. Der Abgang ist dann überraschend mild; trotzdem klingt der Geschmack noch sehr lange nach.

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Brauerei:

Palm NV/SA
Steenhuffeldorp 3
1840 Steenhuffel
Belgien

La Botteresse Noire

Die Brauerei La Botteresse wurde im Jahr 1996 von José Poncin gegründet. Die Brauerei erhielt ihren Namen nach den Frauen (les botteresse), die bis Anfang des 20. Jahrhunderts jede Brauerei in der Stadt Lüttich und ihrer Umgebung mit lokalem Hopfen umgestalteten.

Die Frauen trugen die Blumenkegel mit speziellen Körben (auf Französisch “la botte”). Das Gebiet hatte früher riesige Hopfengärten, die heute alle zusammen mit Hunderten von Brauereien im Laufe des 20. Jahrhunderts vernichtet wurden. Nur noch eine Handvoll Gärten sind heute noch übrig und von ihnen mussten den Betrieb von Grund auf neu starten.

Wie die meisten handwerklichen Brauer begann José in seinem Haus kleine Mengen von 20, 50 und 100 Litern zu brauen. Es dauerte 7 oder 8 Jahre, als er sich entschied, eine professionelle Brauerei zu aufzubauen. 2003 entschied sich José aufgrund der hohen Anforderungen, einen geeigneten Brauereiplatz zu suchen und gründete die heutige Brauerei an der Rue Fond Méan 6 in Saint-Georges-sur-Meuse, einem idyllischen Gebiet in der Nähe von Lüttich – einem der nach den Ardennen grünsten Gebiete Belgiens. 2003 dauerte die Renovierung ein Jahr und die Brauerei wurde 2005 offiziell mit den ersten selbst hergestellten Bieren eröffnet.

Die erste Charge, die José jemals produziert hat, war sein Bernsteinbier. Das Rezept hat sich seit über 22 Jahren nicht geändert. Das Bier stellt eindeutig das Flaggschiff der Brauerei dar. Es ist auch bei den Fans eines der beliebtesten Getränke. Im Jahr 2016 wurde es sogar zum besten Amber der Wallonie (südliche Region Belgiens) gewählt. Seine neueste Kreation ist das Noire, ein Belgian Stron Dark Ale mit etwas mehr als zehn Volumenprozent Alkohol, das jetzt vor mir steht.

Und wenn der Bierstil das Wort “Dark” enthält, dann können Sie das wörtlich nehmen. Das Bier ist wirklich blickdicht schwarz mit mittelbraunem gemischtporigem Schaum, der durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Die Röstaromen überwiegen. Ich rieche Toffee, Mokka und Trockenfrüchte, und auch die gut 10 Volumenprozent Alkohol finden Sich im Aroma wieder.

Der erste Eindruck wird durch die Süße des Bieres geprägt, zusammen mit der reichlich dosierten Kohlensäure. Schnell wandelt sich der Eindruck zu einer likörartigen Konsistenz und der Geschmack nach Trockenpflaumen sowie der durchschmeckende Alkohol runden das Bild ab. Die Röststoffe halten sich überraschend diskret im Hintergrund. Der Abgang ist sehr mild, der Fruchtigkeit bleibt weiterhin im Vordergrund und der Geschmack klingt sehr lange nach.

Alkoholgehalt:

10,2 % Vol.

Brauerei:

La Brasserie La Botteresse de Sur-les-Bois
Rue Fond Mean, 6
4470 Saint-Georges
Belgien
www.labotteresse.be

Duvel Tripel Hop Cashmere

Die Brauerei Duvel Moortgat ist in Breendok beheimatet, einem Ortsteil der Gemeinde Puurs-Sint-Amands in der belgischen Provinz Antwerpen. Die Brauer sind immer auf der Suche nach Innovationen um originelle Geschmacksmischungen mit exklusiven Hopfensorten zu kreieren. Im letzten Jahr haben sie die Hopfensorte “Cashmere” entdeckt. Dabei handelt es sich um das Ergebnis der Kreuzung einer weiblichen “Cascade”-Hopfenpflanze mit einer männlichen “Northern Brewer”-Hopfenpflanze. Jetzt will ich das Ergebnis verkosten.

Strohblond und leicht hefetrüb mit sehr viel feinporigem Schaum fließt das Bier ins Glas. Optisch macht das Bier schon mal eine gute Figur.

Aromen nach Zitronenschalen, Melonen und Kräutern steigen mir in die Nase. Da haben die Brauer am Cashmere wirklich nicht gespart.

Beim ersten Kontakt mit dem Bier meldet mir meine Zunge eine leichte Süße, aber nur recht wenig Kohlensäure. Aber dann kommt die Fruchtigkeit zum Tragen. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider und sie werden durch ein ordentliches Bitter begleitet, das die Fruchtaromen aber nicht überdeckt. Das Mundgefühl ist samtig und frisch. Der Abgang wird durch ein freundliches Bitter geprägt, das anfangs schnell nachlässt, aber ein Rest klingt lange nach.

Zutaten:

Eine Zutatenliste stellt die Brauerei nicht zur Verfügung; lediglich die Hopfensorten (Saaz, Styrian Golding, Cashmere) wurden veröffentlicht.

Alkoholgehalt:

9,5 % Vol.

Brauerei:

Brasserie Duvel Moortgat
NV-Breendonkdorp 58
2870 Puurs
www.duvel.be