Schlagwort-Archive: Stout

Barbe Noire

Das Barbe Noire, das jetzt vor mir steht, stammt aus der Brouwerih Verhaeghe im flämischen Vichte. Der Name des Bieres geht aber auf die alte Brauerei “Barbe d’Or in Lüttich zurück, die im Zentrum vom Lüttich beheimatet war und der Familie de Romsée gehörte. Deren Wappen ist heute Teil des Logos der Barbe-Biere.

Blickdicht schwarz steht das Bier im Glas. Die überdurchschnittlich große feste Schaumkrone ist mittelbraun und bleibt sehr lange erhalten. So soll ein Stout aussehen.

Düfte nach dunkler Schokolade und Mokka steigen mir in die Nase, abgerundet mit Aromen nach Vanille und Pumpernickel.

Der Antrunk ist weniger süß als ich es erwartet habe und das Bier macht einen überraschend leichten Eindruck. Auf der Zunge kommt zur Süße noch ein passendes Bitter, begleitet durch den Geschmack der Röststoffe. Das Bier ist vollmundig und der Alkohol ist sehr gut eingearbeitet. Im Abgang wird das Bier trockener, der Geschmack nach Espresso kommt in den Vordergrund und er klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Stammwürze:

20° Plato

Brauerei:

Brouwerij Verhaeghe Vichte
Sint-Dierikserf 1
8570 Vichte
Belgien
www.brouwerijverhaeghe.be

Coopers Best Extra Stout

Coopers ist Australiens älteste Brauerei in Familienbesitz und befindet sich in Südaustralien. Seit sechs Generationen ist die Familie Hüter eines stolzen Vermächtnisses, das 1862 begann, als Thomas Cooper seine erste Charge Bier braute. Die Leidenschaft für das Brauen hat die Familie zusammengehalten und sie durch Wirtschaftsrezessionen, Kriege, staatliche Auflagen, wechselnde Geschmacksrichtungen und das gelegentliche feindliche Übernahmeangebot hindurch unterstützt.

Inzwischen werden Coopers’ Biere und Stouts auf der ganzen Welt genossen, und diese Biere werden immer noch nach denselben traditionellen Brauweisen wie durch Thomas Coopers hergestellt. Wenn die Brauerei also sagt, handgemacht von der Familie Cooper, dann meint sie das auch so.

Blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas. Die gemischtporige mittelbraune Schaumkrone ist nur klein und sie fällt auch schnell in sich zusammen. An der Optik könnten die Australier durchaus noch etwas optimieren.

Aber das Aroma gefällt mir schon besser. Düfte nach Espresso und dunkler Schokolade, nach Pumpernickel, Lakritz und gerösteten Haselnüssen steigen mir in die Nase.

Der Antrunk ist süß und aufgrund der gut dosierten und sehr feinperligen Kohlensäure angenehm frisch. Auf der Zunge mischen sich die süßen und bitteren Eindrücke und der Geschmack nach Pumpernickel kommt in den Vordergrund. Das Mundgefühl ist voll und rund. Fast macht das Bier im Mund einen dickflüssigen Eindruck. Auch der Abgang ist leicht bitter, die Süße bleibt und die Geschmackseindrücke klingen lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerste, Hopfen (Pride of Ringwood), Hefe

Alkoholgehalt:

6,3 % Vol.

Bittereinheiten:

40 IBU

Farbe:

180 EBC

Brauerei:

Coopers Brewery Ltd.
461 South Road
Regency Park, S.A.
Australien
https://coopers.com.au/

Stoute Bie

Der Legende nach war Stoute Bie der Dorfrebell und ein kühner Geist. Immer war er für einen Spaß zu haben, wobei er es mit dem Gesetz wohl nicht so genau nahm. So war es kein Wunder, dass er eines Tages durch die Polizei verhaftet werden sollte. Er gab Fersengeld und flüchtete zwischen den Hopfenfässern vor seinen Häschern. Zunächst ging auch alles gut, bis er im Hafen in die Enge getrieben wurde, von wo ein Landwirt ihm doch noch die Flucht ermöglichte. Der Brauer hielt es für eine gute Idee, das Bier, das er aus dem Hopfen braute, “Stoute Bie” zu nennen. Stimmt diese Geschichte? Ich habe keine Ahnung, aber ein Bier mit diesem Namen wird bis heute gebraut. Jetzt steht es vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Blickdicht schwarz präsentiert sihc das Bier im Glas. Die beige Schaumkrone ist sehr voluminös. Sie fällt durchschnittlich schnell in sich zusammen.

Das Bier duftet röstaromatisch nach Kaffee, zusammen mit einigen blumigen Noten. Dazu kommen noch ein Hauch Holz sowie ein leichtes Lakritzaroma. Allerdings steht auf der Zutatenliste weder Lakritz noch ist auf dem Etikett vermerkt, dass das Bier in einem Holzfass gereift wurde.

Der Antrunk ist süß und frisch. Die Süße bleibt auch auf der Zunge erhalten, wobei sich hier der Geschmack nach Süßholz deutlich dazu mischt. Das verwundert mich etwas, denn wie schon erwähnt ist weder Süßholz noch Lakritze in der Zutatenliste aufgeführt. Bitterstoffe sind fast nicht zu schmecken. Trotzdem ist das Mundgefühl rund und voll. Auch der Abgang ist mild und praktisch ohne Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij De Bie
Vijestraat 47
8720 Dentergem
www.brewerydebie.com

Baltic Stout

Nun steht wieder einmal ein Bier von der Insel Rügen vor mir, das Baltic Stout von der Insel Brauerei in Rambin. Markus Berberich hat die Brauerei gegründet und entwickelt seitdem dort seine Biere, die er selbst “Seltene Biere” nennt, ich würde eher sagen, dass zumindest ein großer Teil der Biere aus Rambin einmalig ist. Aber genug geplaudert, es ist an der Zeit, die Flasche zu öffnen und das Bier zu verkosten.

Blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine sehr voluminöse feste Krone aus mittelbraunem Schaum, die sehr lange erhalten bleibt. Die Optik ist der helle Wahnsinn.

So geht es auch mit dem Aroma weiter. Düfte nach dunkler Schokolade, Espresso und gerösteten Nüssen steigen mir in die Nase. Abgerundet wird das Aroma durch eine angenehme Malzsüße und aus dem Hintergrund könnte sogar noch der Duft nach Süßholz dazukommen. Da bekomme ich richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht süß. Das ist keine Überraschung, aber obwohl die sehr feinperlige Kohlensäure eher knapp dosiert ist, passt sie doch zur Süße. Auf der Zunge bildet sich der Geschmack nach Schokolade, dazu etwas Vanille und gemeinsam mit den 7,5 Volumenprozent Alkohol erinnert das Bier schon fast an Likör. Das Mundgefühl ist voll und rund. Im Abgang kommt der Kaffeegeschmack mehr in den Vordergrund, dazu der wärmende Alkohol. Das Bier bleibt mild mit wenigen Bitterstoffen, dafür klingen die Röstaromen lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafermalz, Traubenzucker, Naturhopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Stammwürze:

12,9° Plato

Bittereinheiten:

20 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

12° – 16° Celsius

Brauerei:

Rügener Insel Brauerei GmbH
Hauptstraße 2c
18573 Rambin
http://insel-brauerei.de/

Room 203

Das Room 203 ist ein Mohn Milk Stout, welches in Hagen im Collaboration Brew von Freigeist Bierkultur und Hertl, der nach eigenen Angaben kleinsten Brauerei Frankens, gebraut wird. Es wurde unter Verwendung von Mohn und Laktose gebraut.

Blickdicht schwarz läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine hellbraune feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Eine tolle Optik.

Düfte nach dunkler Schokolade und Kaffee steigen mir in die Nase, abgerundet durch einen Hauch Vanille sowie eine Ahnung roter Beeren. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist wie erwartet ziemlich süß, macht aber durch die reichlich vorhandene feinperlige Kohlensäure einen angenehmen Eindruck. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider, jetzt kommt auch der Mohn zum Tragen. Dazu kommen ein passendes angenehmes Bitter sowie eine leichte Säure. Das Mundgefühl ist voll und schwer. Im Abgang wird das Bier trockener, auch hier fällt die leichte Säure auf. Der Geschmack der Röststoffe klingt noch einige Zeit nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafermalz, Roggenmalz, Mohn, Milchzucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6 % Vol.

Stammwürze:

14° Plato

Brauerei:

Braumanufaktur Hertl
Thüngfeld 61
96132 Schlüsselfeld
https://braumanufaktur-hertl.de

zusammen mit

Freigeist Bierkultur
c./o. Vormann Brauerei
Braugasse 3-5
58091 Hagen-Dahl

Gulden Draak Imperial Stout

Nun steht ein Imperial Stout aus der Reihe Gulden Draak vor mir, die von der Brouwerij van Steenberge herausgegeben wird. Allein im Jahr 2019 wurde dieses Bier fünfmal ausgezeichnet:

  • 2019 – New York International Beer Competition – Gold
  • 2019 – European Beer Challenge – Double Gold
  • 2019 – World Beer Awards, Stout & Porter Belgium – Bronze
  • 2019 – World Beer Challenge – Gold
  • 2019 – London Beer Competition – Bronze

Na, dann steht ja einem angenehmen Genuss nichts mehr im Wege.

Sehr dunkel mahagonifarben ist das Bier, beinahe schwarz. Die sahnige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und bleibt sehr lange erhalten. An der Optik dieses Imperial Stout gibt es absolut nichts auszusetzen.

Das Bier duftet nach Schokolade und getrockneten Bananen, abgerundet durch einen Hauch Kaffeearoma. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist wie erwartet ziemlich süß, aber zusammen mit der sehr feinperligen Kohlensäure gefällt mir das Bier von Anfang an. Das Mundgefühl ist schwer und voll. Die Süße bleibt auf der Zunge erhalten, die sich mit einer leichten Fruchtigkeit sehr gut verträgt. Im Vordergrund ist aber der Röstgeschmack von karamellisiertem Malz. Der Abgang ist mild und auch hier bleibt die Süße im Vordergrund. Dabei wird der fruchtige Geschmack nach Banane etwas kräftiger und sie klingt durchschnittlich lange nach.

Die Brauerei schreibt, dass die Kraft des Gulden Draak am besten zum Vorschein kommt, wenn er in seinem eigenen Glas serviert wird, dem geheimnisvollen Drachenei, das auf der Kraft eines Steins ruht. Ein kleiner Drache wurde auf den Boden jedes Glases gelasert; diese Ätzung soll verhindern, dass sich der feine Schaumkopf zu schnell auflöst.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe, Aroma

Alkoholgehalt:

12 % Vol.

Stammwürze:

25° Plato

Brauerei:

Brouwerij von Steenberge
Lindenlaan 25
9940 Ertvelde
Belgien
www.vansteenberge.com

Hanscraft Imperial Stout Vintage 2019

Das Bier, das jetzt vor mir steht, verspricht, etwas ganz Besonderes zu sein. Es handelt sich um ein Imperial Stout, das neun Monate lang in Weinbrand- und Portfeinfässern gelagert und gereift wurde. Es hat 10,5 Volumenprozent Alkohol und – das ist die Besonderheit – kein Mindesthaltbarkeitsdatum. Stattdessen steht auf dem Rückenetikett der Hinweis: “Über Jahre hinweg haltbar”. Nun können malzbetonte Biere mit hohem Alkoholgehalt durchaus noch in der Flasche reifen und dabei besser werden, aber dass die praktisch unbegrenzte Haltbarkeit auf dem Etikett steht erlebe ich zum ersten Mal.

Blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine kleine feinporige und haselnussbraune Schaumkrone, die sich schnell auflöst.

Zunächst fällt mir die Intensität und Komplexität des Aromas auf. Der Duft dunkler Schokolade mit sich mit dem Duft von Vanille. Dazu kommt. Dass das Bier sowohl in Weinbrand- als auch in Portweinfässern gelagert und gereift wurde. Ob dafür ein Teil des Bieres in der einen Fassart und der Rest in der anderen Fassart gelagert wurde oder ob das gesamte Bier nacheinander in beiden Fassarten gereift wurde ist mir leider nicht bekannt. Auf jeden Fall lässt sich die Lagerung in den beiden Fassarten im Aroma feststellen. Hätte ich nicht gewusst, in welchen Fässern das Bier gereift wurde, hätte ich das vermutlich nicht identifizieren können, aber dann hätte ich auf jeden Fall rätseln können, woher die komplexen Aromen stammen.

Wie erwartet ist das Bier recht süß und mich begeistert die sehr passend dosierte Kohlensäure. Auf der Zunge drängt sich der Geschmack des Portweinfasses in den Vordergrund und ergänzt den Geschmack nach Bitterschokolade und Trockenfrüchten. Ich schmecke auch eine fruchtige Säure, die aber minimal bleibt. Der Geschmack des Alkohols passt sich den anderen Geschmacksnuancen an und unterstützt sie. Im Abgang wird das Bier trockener, der Geschmack des Portweinfasses bleibt im Vordergrund gemeinsam mit den Aromen nach Kakao und Röststoffen. Der Geschmack klingt durchschnittlich lange nach.

Das Vintage 2019 ist nicht so ganz mein Geschmack, was aber durchaus auch daran liegen kann, dass ich das Bier im Sommer getrunken habe. Ein Imperial Stout ist nunmal eher ein Winterbier. Aber zusammen mit einem Eis, beispielsweise einem Malaga, kommt das Bier schon richtig gut zur Geltund.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Roggenmalz, Hafermalz, Hopfen (Chinook), Hefe

Alkoholgehalt:

10,5 % Vol.

Brauerei:

Hanscraft & Co. GmbH
Nordring 53-55
63843 Niedernberg
http://hc-co.de/

ÜberQuell Shubidu Stout

Direkt am Hamburger Fischmarkt ist ÜberQuell beheimatet. Von dort kommt das Schubidu Stout, das jetzt vor mir steht.

Fast blickdicht schwarz läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine umfangreiche fest und hellbraune Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade, Keksen und Lakritz, abgerundet durch einen Hauch des Aromas roter Früchte. Klasse.

Der erste Eindruck, den das Bier beim Kontakt mit der Zungenspitze hinterlässt, überrascht durch seine wirklich leichte Süße. Dadurch wirkt das Bier ungeheuer frisch. Auf der Zunge wird das Bier trockener und der Geschmack nach Schokolade und Kaffee breitet sich aus. Das Mundgefühl ist samtig weich und cremig. Richtig trocken ist aber erst der Abgang, der durch ein leichtes Bitter und dem Geschmack dunkler Schokolade überzeugt.

Das Schubidu Stout ist bereits für sich selbst ein Dessert, so dass es eigentlich nichts dazu benötigt. Aber ein Karamelldessert dazu ist sicher auch nicht schlecht, genau wie ein Wildgulasch oder ein Sauerbraten den Genuss ebenfalls perfektionieren würde.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Karamellmalz, Pilsener, Röstmalz), Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,7 % Vol.

Stammwürze:

18° Plato

Genusstemperatur:

9° -11 ° Celsius

Brauerei:

ÜberQuell Brauwerkstätten
St. Pauli Fischmarkt 28-32
20359 Hamburg
https://ueberquell.com/

Weyerbacher Tiny

Die Weyerbacher Brewery wurde 1995 in Easton, Pennsylvania gegründet. Bekannt ist sie in den USA durch ihre von der belgischen Bierkultur geprägten Biere wie den Marken: Merry Monks oder Quad. Das sind alles hochprozentige Biere – getreu dem Anspruch der Brauerei “Big Beers” zu brauen. Eine Spezialität der Brauerei sind fassgelagerte Biere – insbesondere solche, die in Ex-Bourbon Fässern gelagert werden. Die Brauerei musste im April 2019 Insolvenz anmelden, arbeitet aber mit einem Sanierungsprogramm weiter.

Tiefschwarz mit wenig braunem Schaum, der sich sofort auflöst, fließt das Bier ins Glas.

Das komplexe Aroma ist der helle Wahnsinn. Wie bei dieser intensiven Farbe zu erwarten dominieren die unterschiedlichsten Röstaromen. Ich rieche Düfte nach dunkler Schokolade, Espresso, gerösteten Nüssen und Sirup. Dazu kommt der Duft der belgischen Hefe, auch der Alkohol steigt mir in die Nase; er passt sich aber gut in die anderen Aromen ein und unterstützt sie.

Der Antrunk ist nicht so süß wie ich es erwartet hätte. Leider ist die sehr feinperlige Kohlensäure recht knapp dosiert, aber irgendwie passt es doch. Während sich das Bier auf der Zunge verteilt entwickelt sich der Geschmack nach dunkler Schokolade und gebrannten Nüssen. Auch der Alkohol kommt jetzt zum Vorschein. Aber er passt sich gut in die anderen Geschmackskomponenten ein, so dass ein beinahe likörartiger Eindruck entsteht. Das Mundgefühl ist samtig und weich. Der Abgang ist mild mit wenigen Bitterstoffen. Leider klingt der Geschmack nur kurz nach. Trotzdem ist das Weyerbacher Tiny ein tolles Bier zum Dessert.

Alkoholgehalt:

11,8 % Vol.

Stammwürze:

27° Plato

Brauerei:

Weyerbacher Brewing Co.
905 Line Street
Suite G
PA 18042 Easton
USA
www.weyerbacher.com

Woda Portowa

Viel internationaler als das Woda Portowa, das jetzt vor mir steht, kann ein Bier wohl nicht mehr sein. Da schließt sich ein Franke mit einem Amerikaner zusammen, um in Bayern eine Brauerei zu gründen, die mit einer Brauerei im tschechischen Pilsen ein gemeinsames Bier mit einem russischen Bierstil zu brauen (oder zumindest mit einem Bierstil, der für den Zarenhof entwickelt worden sein soll) und das einen polnischen Namen hat. Woda Portowa heißt übersetzt Hafenwasser. Bei so viel Internationalität muss das Bier wohl etwas Besonderes sein. Dafür spricht auch, dass das Woda Portowa beim European Beer Star die Bronzemedaille abgeräumt hat.

Blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas und bildet dabei ungeheuer viel festen haselnussbraunen Schaum, der sehr lange erhalten bleibt. Der Schaum erinnert mich eindeutig an die Crema auf einem Espresso.

Und wie das Bier aussieht, so duftet es auch. Röstig nach Mokka, Karamell und dunkler Schokolade, dazu etwas Vanille, abgerundet durch eine leichte fruchtige Säure. Die fast 10,5 Volumenprozent Alkohol halten sich diskret im Hintergrund.

Der Antrunk ist relativ süß, dabei aber frisch und von Anfang an mit deutlichen bitteren Noten. So ausgeprägt habe ich das vorher noch nicht erlebt, zumindest kann ich mich nicht daran erinnern. Auf der Zunge spiegeln sich anschließend die Aromen wider. Dabei kommt der Geschmack nach Mokka in den Vordergrund. Das Mundgefühl ist voll und schwer und die 10,47 Volumenprozent Alkohol wärmen den Körper. Der Abgang ist überraschend mild mit leichtem Bitter und einem überraschend langen Nachklang.

Obwohl das Bier wirklich viel Alkohol enthält, versteckt er sich doch perfekt. Das Bier passt perfekt zu Desserts wie Marzipansoufflé oder Creme Brûlée.

Zutaten

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

10,47 % Vol.

Stammwürze:

20° Plato

Brauerei:

Yankee&Kraut GbR
Donaustraße 3
85049 Ingolstadt

und

Pivovar-Raven.cz s.r.o.
Mozartova 132/1
323 00 Plzeň 1
Tschechische Republik