Schlagwort-Archive: Saisonbier

Bench Clean Slate

Jetzt steht ein kanadisches Bier vor mir, das Clear Slate aus der Brauerei Bench Brewing Company in Ontario. Ich habe das Bier von der ProWein mitgebracht. Diese Messe hatte in diesem Jahr erstmals auch eine ganze Reihe deutscher und internationaler Brauereien als Aussteller.

Die Brauerei bewirbt dieses Bier so: “Unsere erste Brett Saison ist eine Hommage an die historische Maple Grove School in Beamsville, Ontario – der neuen Heimat der Bench Brewing Company. Diese knackige und rustikale Brett-Saison ist strohgelb und mittelkräftig, mit Aromen von Honig, Ananas und weißen Trauben.” Das klingt doch schon mal gut.

Strohblond und leicht hefetrüb fließt das Bier ins Glas und bildet dabei recht viel feinporigen Schaum, der aber leider relativ schnell in sich zusammenfällt. Da das Clean Slate nicht ausschließlich mit Brettanomyces gebraut wurde, hätte ich mir eigentlich eine etwas bessere Haltbarkeit des Schaums gewünscht.

Das Aroma ist fruchtig und wird durch die typischen frisch-säuerlichen Düfte der Brettanomyces dominiert. Daneben finden aber auch Düfte nach Zitrusfrüchten und Birnen ihren Platz, unterstützt durch einen Hauch pfeffriger Noten. Das Aroma lässt mich vermuten, dass es sich beim Clean Slate um ein “Sauerbier für Einsteiger” handelt. Oder freundlicher ausgedrückt: ich hoffe jetzt, ein Sauerbier mit guter Drinkability vor mir zu haben.

Und wirklich – der Antrunk ist leicht süß und die angenehm dosierte Kohlensäure sorgt für eine schöne Frische. Das Mundgefühl ist samtig und neben einer leichten Malzigkeit beherrschen die Bitterstoffe des Hopfens den Geschmack. Die Säure der Brettanomyces hält sich mit der Fruchtigkeit eher im Hintergrund. Der Abgang ist eher trocken, die Fruchtigkeit kommt wieder in den Vordergrund und klingt zusammen mit dem freundlichen Bitter lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz), Weizenmalz, Dinkelmalz, Weizen, Hopfen (Nelson Sauvin, Saaz), Hefe

Alkoholgehalt:

5,7 % Vol.

Bittereinheiten:

35 IBU

Brauerei:

Bench Brewing Company
3991 King Street
Beamsville
Ontario
L0R 1B1
Kanada
www.benchbrewing.com

Mönchshof Maibock

Wie so viele Brauereien bringt auch die fränkische Brauerei Kulmbacher in jedem Jahr ein Maibock auf den Markt. Und im Gegensatz zu den meisten Maiböcken gehört der Mönchshof Maibock zu den wenigen saisonalen Bieren, die es bis ins Ruhrgebiet schaffen und hier angeboten werden. Dann will ich mal testen, ob dieses Bier es zu Recht in die Regale des regionalen Getränkehandels geschafft hat.

Kupferfarben und klar strahlt mir das Mönchshof aus dem Glas entgegen. Die Schaumkrone ist überdurchschnittlich groß, fest und in hellem Beige. Der Schaum bleibt lange erhalten. Optisch gibt es schon mal an diesem Bier nichts zu meckern.

Das Aroma ist malzbetont. Düfte von Röstaromen steigen mir mit Düften nach Rübenkraut und leichten Schokoladennoten in die Nase. Der Hopfen hält sich, wie es sich für ein Bockbier gehört, diskret im Hintergrund und ist höchstens zu erahnen.

Auch der Antrunk ist für einen Maibock stiltypisch, halt recht süß, aber die Kohlensäure ist gut dosiert und sorgt für eine angenehme Frische. Auch auf der Zunge bleiben die Süße und die Frische erhalten, wobei die Schokoladennoten kräftiger werden. Das Mundgefühl ist rund und voll. Der Abgang ist mild mit leichten Röstnoten; Bitterstoffe sind auch in der Kehle kaum zu schmecken. Der Geschmack klingt durchschnittlich lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

6,9 % Vol.

Stammwürze:

16,3 %

Brauerei:

Kulmbacher Brauerei Aktien-Gesellschaft
Lichtenfelser Straße 9
95326 Kulmbach
www.mönchshof.de

Hellers Weizenbock Winterbier

Für den Winter braut Hellers in Köln jedes Jahr einen Weizenbock. Das obergärige Bier wird bereits im Frühjahr eingebraut, so dass es viel Zeit zum Reifen hat. Das verspricht ein besonderes Trinkerlebnis.

Dunkel bernsteinfarben ist der Weizenbock mit einer durchschnittlichen beigen und feinporigen Schaumkrone, die aber recht flott in sich zusammenfällt.

Das Aroma ist sirupartig süß, unterstützt durch Trockenfeigen. Nicht so ganz mein Geschmack, aber sauber und ordentlich.

Der Antrunk ist wie erwartet süß, aber trotzdem durch die viele recht feinperlige Kohlensäure überraschend frisch. Auf der Zunge gesellt sich die Fruchtigkeit mit dem Geschmack nach Trockenfrüchten gemeinsam mit leichten Schokoladennoten dazu. Leider ist die Brauerei mit dem Hopfen etwas sparsam umgegangen, so dass das Bier kaum bitter ist und dadurch nicht ganz rund ist. Aber der Geschmack ist durchaus wärmend und passt zur Bezeichnung Winterbier. Der Abgang ist erstaunlich schlank und der Geschmack des Alkohols kommt erstmals durch.

Wüsste ich nicht, dass dieser Weizenbock aus dem Rheinland kommt, hätte ich es für ein belgisches Bier gehalten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Heller GmbH
Roonstr. 33
50674 Köln
www.hellers.koeln

La Corne du Bois des Pendus D‘hiver

In der Wallonie liegt nahe der Grenze zu Luxemburg die kleine Gemeinde Ebly, so klein, dass sie weder über eine eigene Website noch über einen Eintrag bei Wikipedia verfügt. Aber eines gibt es – eine Brasserie mit eigenem Bier. Zwar wird es nicht in Ebly gebraut, sondern bei der Brasserie des Légendes in Ellezelles, aber trotzdem gibt es vom La Corne de Bois des Pendus gleich eine ganze Serie unterschiedlicher Biere: Die Trilogie Corne du Bois des Pendus besteht aus einem Lagerbier, einem Schwarzbier und einem Tripel. Diese drei dauerhaft verfügbaren Biere werden durch ein fruchtiges Bier sowie ein winterliches Spezialbier ergänzt. Jetzt steht das Winterbier vor mir. Von diesem Bier werden pro Jahr lediglich 200 Hektoliter hergestellt. Wenn diese weg sind, sind sie weg und auf das nächste Winterbier muss der geneigte Käufer ein Jahr warten.

Bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die hell elfenbeinfarbene Schaumkrone ist feinporig und überdurchschnittlich voluminös und sie fällt nur langsam in sich zusammen. Optisch hat die Brauerei schon mal alles richtig gemacht.

Im Aroma halten sich die Röststoffe des Malzes und die Düfte des Hopfens in etwa die Waage. Das Bier duftet nach frischem Brot und Rübensirup, unterstützt durch ein dezentes Vanillearoma.

Der Antrunk ist recht süß, aber obwohl das Bier recht wenig Kohlensäure enthält, die allerdings sehr feinperlig ist, versteht es das Bier, vom ersten Moment an zu gefallen. Dies gilt besonders, als auf der Zunge ein ordentliches Bitter dazukommt. Insgesamt macht das Bier einen vollmundigen und runden Eindruck und vermittelt ein fas cremiges Mundgefühl. Der Alkohol ist gut eingearbeitet. Er wärmt, obwohl er kaum durchschmeckt. Der Abgang ist überraschend mild. Der Geschmack klingt kaum nach, dafür kommt zum Abschluss doch noch der Geschmack des Alkohols durch.

Dieses Winterbier passt zu Jahreszeit. Es ist ein guter Begleiter zu typischem Weihnachtsgebäck.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

12 % Vol.

Stammwürze:

22° Plato

Bittereinheiten:

30 IBU

Brauerei:

Brasserie des Légendes
Rue du Castel 19
7801 Irchonwelz
Belgien
http://www.brasseriedeslegendes.be/

für

Brasserie d’Ebly
Rue Champs Claire 4
6860 Ebly
www.lacorneduboisdespendus.com

Das Herzhafte: ein goldenes und kräftiges Bernsteinbier, das 12% Alkohol titriert. Mit seinen holzigen und vanilligen Bourbonaromen bietet das Winterhorn Ihrem Gaumen eine wahre Freude und erwärmt Ihre Seele in den langen Winternächten. Wir produzieren nur 200 HL.

Val-Dieu Bière de Noël

Es ist das dritte Septemberdrittel, in den Supermärkten türmen sich Pfeffernüsse, Spekulatius und andere Weihnachtsnaschereien, in der Fußgängerzone von Essen hängt die Weihnachtsbeleuchtung und so muss es mich nicht wundern, dass jetzt das erste Weihnachtsbier des Jahres vor mir steht. Es handelt sich um das Bière de Noël aus Val-Dieu, einer ehemaligen Zisterzienserabtei in Belgien, genauer gesagt aus dem Tal der Berwinne, gelegen an der Grenze zwischen dem Herzogtum Limburg und der Grafschaft Dalhem.

Im Jahr 200 verließen die letzten Mönche die Abtei und der Orden entschloss sich, die Abtei einer christlichen Laiengemeinschaft anzuvertrauen, die unter Aufsicht der Zisterzienser bis heute die Geschicke des Klosters lenkt.

Im Kloster werden nicht nur das Abteibier, sondern auch diverse Käsespezialitäten sowie Apfelcidre hergestellt. Alle diese Produkte sind von der Handwerkskunst der Zisterzienser inspiriert. So verwundert es auch nur bedingt, dass dieses Bier beim World Beer Award 2018 die Bronzemedaille gewonnen hat.

Hell bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich leicht überdurchschnittlich viel feinporiger Schaum, der aber leider recht schnell in sich zusammenfällt.

Der Antrunk ist süß, wobei die reichlich vorhandene feinperlige Kohlensäure für eine gewisse Frische sorgt. Schnell kommt eine leichte fruchtige Säure dazu, während ich Bitterstoffe kaum wahrnehmen kann. Trotzdem macht das Bier einen recht runden und süffigen Eindruck. Im Abgang verstärkt sich die Säure und der Geschmack des Alkohols tritt in den Vordergrund. Der Nachklang ist mittellang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Portwein, Hefe

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Brauerei:

Brasserie de l’abbaye du Val-Dieu
Val-Dieu 225
4880 Aubel
Belgien
www.val-dieu.com

Stille Nacht

Ups, jetzt geht bald der Sommer zu Ende und was finde ich in einer hinteren Ecke meines Kühlschranks? Ein österreichisches Weihnachtsbier. Kurz hatte ich überlegt, es bis zur diesjährigen Vorweihnachtszeit stehenzulassen, aber das wäre dann wohl doch zu frech. Daher habe ich das Bier jetzt verkostet.

Die Stille Nacht hat zwei Besonderheiten: Es gibt dieses Weihnachtsbier das gesamte Jahr über, derzeit allerdings nur im Rampenverkauf der Brauerei sowie bei einem Versandhändler. In den Handel kommt es nur in der Vorweihnachtszeit. Selten ist es, dass eine Brauerei für ein Bier eine spezielle Website einrichtet. Hier ist es aber der Fall. Unter www.stillenachtbier.at beschreibt die Brauerei Schnaitl die Stille Nacht und gibt auch an, wo es das Bier gibt.

So beschreibt die Brauerei das Bier: “Mit dem »Stille-Nacht-Festbier« würdigt die Privatbrauerei Schnaitl aus Gundertshausen das berühmteste Weihnachtslied der Welt in ganz besonderer Weise: “Fast jeder singt in der Familie gerne ‚Stille Nacht, heilige Nacht’. Dass das Lied in unserer Nachbarschaft komponiert wurde, war ein Grund mehr für uns, es mit einer eigenen Bierkomposition zu ehren”, so Brauerei-Chef Matthias Schnaitl IV. Gebraut und abgefüllt zur Weihnachtszeit passt das mahagonifarbene “Stille-Nacht-Festbier” mit rubinrotem Schein und elfenbeinfarbenem Schaum ideal zu einem entspannenden Ausklang eines Adventtages, als Begleiter zum Weihnachtsessen mit der Familie oder zu weihnachtlichen Bäckereien. Das untergärige Spezialbier mit einer Stammwürze von 14,5° Plato und einem Alkoholgehalt von 6,3 % vol besticht durch seinen karamellmalzigen und toffee- sowie bitterschokoladigen Geschmack und einem vollendet wärmenden zartbitteren Abgang.” Mal sehen, ob mir das Bier auch so gefällt wie der Brauerei.

Dunkel bernsteinfarben fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittliche Menge hellbrauner cremiger Schaum, der lange erhalten bleibt.

Röststoffe dominieren das Aroma. Düfte nach Karamell und Kaffee steigen mir in die Nase, unterstützt durch den Duft nach Trockenbananen. Die Optik und das Aroma gefallen mir schon mal.

Der Antrunk ist süß mit sehr viel feinperliger Kohlensäure. Auf der Zunge kommen auch die Röststoffe zum Tragen und halten sich mit der Süße die Waage. Ich schmecke Karamell und dunkle Schokolade. Das Bier ist schwer, kräftig und rund. Der Abgang ist mild, der Geschmack nach Schokolade lässt langsam nach, bis nur noch die lange nachklingenden Bitterstoffe bleiben.

Ich weiß zwar, dass die österreichischen Brauereien gute Biere liefern, aber die Stille Nacht hätte ich denen nicht zugetraut. Dieses Bier hat die Qualität eines belgischen Weihnachtsbiers.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,3 % Vol.

Stammwürze:

14,5° Plato

Bittereinheiten:

29 IBU

Brauerei:

Brauerei Schnaitl GmbH & Co. KG
Gundertshausen 9
5142 Eggelsberg
Österreich
www.schnaitl.at

Meckatzer Fest-Märzen

In der Regel bieten die deutschen Brauereien zum Winter eher Bockbiere als saisonale Spezialität an. Die Brauerei Meckatzer aus dem macht etwas anderes und braut ein weihnachtliches Märzen. Das Familienunternehmen wurde 1738 gegründet und befindet sich seit 1853 im Besitz der Familie Weiß.

Intensiv goldfarben und blank ist das saisonale Bier. Es enthält viel Kohlensäure und bildet eine durchschnittliche Menge feinporigen Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert, dazu kommen leichte würzige Noten, einfach angenehm.

Der Antrunk ist frisch und spritzig, dabei nicht allzu süß. Schnell kommt ein leichtes Bitter dazu sowie minimal eine fruchtige Säure. Insgesamt ist das Bier vollmundig, rund und süffig. Der Abgang ist nur wenig bitter und er klingt trotzdem lange nach.

Den Brauern aus Meckatz ist es mit ihrem Fest-Märzen gelungen, ein Bier zu kreieren, das sich an die typischen Eigenschaften seines Bierstils hält und trotzdem deutlich aus der Masse der Biere hervorsticht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Stammwürze:

13,5° Plato

Brauerei:

Meckatzer Löwenbräu Benedikt Weiss KG
Meckatz 10
88178 Heimenkirch
www.meckatzer.de

N’Ice Chouffe

Die Brauerei, ein Tochterunternehmen von Duvel, preist dieses Winter Ale vollmundig an: “Die Gnome des Märchenlandes lieben dieses goldene Bier besonders. LA CHOUFFE, mit seinem leicht hopfigen Geschmack, der Noten von frischem Koriander und fruchtigen Noten kombiniert, ist das Getränk, das ihnen Lebensfreude verleiht. Zumindest ist es das, was diese Kobolde sagen, wenn sie durstig sind. Ihr Geheimnis wurde von Generation zu Generation eifersüchtig gehütet, bis zu dem Tag, an dem sie das Rezept mit den Menschen teilten, um ihre Freundschaft zu besiegeln. Von allen Legenden aus der wunderschönen Region der belgischen Ardennen ist die Geschichte von LA CHOUFFE diejenige, die es am meisten verdient, nacherzählt zu werden.” Na ja, wenn nur die Hälfte dieses Textes der Wahrheit entspricht, lohnt es sich doch wohl bestimmt, dieses Bier zu verkosten.

Sie kennen die Legende von Ca Chouffe nicht, wollen sie aber gerne kennenlernen? Na gut, hier ist sie: “Sie müssen wissen, dass die kleine Brauerei und das Restaurant im malerischen Dorf Achouffe, im Wallonieteil der belgischen Ardennen, untergebracht sind. Chouffe stammt aus dem wallonischen Dialekt und kann mit Gnom übersetzt werden. Die Verschwörungstheoretiker unter uns würden wohl vermuten, dass der Name der Brauerei und des Bieres ausschließlich aus dem Namen des Dorfes abgeleitet wurde. Obwohl das wahr sein mag, soll die Region die Heimat einer Kolonie von Gnomen gewesen sein, die einst genug Bier gebraut haben, um das ganze belgische Volk das ganze Jahr über betrunken zu halten. Das Bier floss direkt aus einer Quelle in den Wäldern von Cedrogne, in der Nähe des geheimen Treffpunkts der Tempelritter vor den Kreuzzügen. Dieses Gebiet ist auch heute noch als das Tal der Feen bekannt, das, wie die Legende sagt, einst der höchste Punkt Belgiens war. Von diesem Zeitpunkt an floss das Bier bergab ins ganze Land. Schließlich wurde das Gebiet durch die große Pest verwüstet und viele Dörfer in der Region verschwanden völlig. Eine Katastrophe ereignete sich und die Zwerge von Achouffe wurden lebendig begraben. Die große Goblinbrauerei stellte die Bierproduktion ein und die Belgier waren gezwungen, ihr eigenes Bier zu brauen. Die Bierquelle von Cedrogne produziert nur noch Wasser – genau das Wasser, mit dem La Chouffe gebraut wird. 1978 besuchte der einzige überlebende Gnom die Schwager Bauweraerts und Gobron und vermittelte das Rezept für den klassischen goldenen La Chouffe. Gobron, der Braumeister, kündigte 1982 seinen Job und gründete die kleine Brauerei. Als Hommage an A. Chouffe gelobten sie, sein Bild auf jeder Flasche des Bieres, das sie verkaufen, anzubringen. Die Brauereibesichtigung beinhaltet bis heute eine Hommage an den Gnom. Gobron, der Duvel seither verlassen hat, um Lupulus zu gründen, ist bekannt dafür, dass er sich ganz der Überlieferung der Geschichte der Gnome widmet.”

Aber kommen wir zum Bier. Jeden Winter bringt Achouffe eine neue Version von N’Ice Chouffe auf den Markt, ein Winter Ale mit 10 % Vol. Alkohol. Bei diesem Bier müssen wir also wie bei einem guten Wein jeden Jahrgang einzeln betrachten. Diese Biere sind dafür bekannt, dass sie gut altern, so dass sie sich für eine längere Lagerung eignen, während der sie ihre Qualität noch verbessern. Lassen Sie sich dabei nicht von der recht kurz angegebenen Mindesthaltbarkeit irritieren. Nun ist es doch wohl wirklich an der Zeit, mit der Verkostung zu beginnen.

Kastanienbraun präsentiert sich dieses Winter Ale im Glas mit viel hellbraunem und größtenteils feinporigem Schaum, der durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Aroma wird durch die Röststoffe dominiert. Düfte dunkler Schokolade und von Vanille steigen mir in die Nase.

Der Antrunk ist leicht süß und bringt einen leichten und angenehmen Karamellgeschmack mit sich. Schnell gesellt sich der Geschmack der dunklen Schokolade dazu, die ich bereits im Aroma festgestellt habe. Auf der Zunge wird sie aber noch durch einen zurückhaltenden Kaffeegeschmack unterstützt, der durch würzige Noten begleitet wird. Dabei enthält das Bier nur wenige Bitterstoffe, die sich auch im Abgang zurückhalten. Dafür wird der Kaffeegeschmack in der Kehle stärker, der auch lange nachklingt.

Ein angenehmes wärmendes Winterbier.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Invertzucker

Alkoholgehalt:

10 % Vol.

Brauerei:

Brasserie d´Achouffe
Achouffe 32
6666 Houffalize
Belgien
www.achouffe.be

Hofbräu Winterzwickl

Auch große Brauereien brauen saisonale Biere, so auch die Hofbräu München. Aus dieser Brauerei steht jetzt das Hofbräu Winterzwickl vor mir. Ein Blick auf das Etikett gibt nicht viel her. Anders die Website der Brauerei, wo in Stichworten die Zutaten benannt werden, wie es sonst eher bei Craft Beer üblich ist. Das gefällt mir schon mal.

Dunkel kastanienbraun steht das Bier im Glas. Darüber entwickelt sich viel fester hellbrauner Schaum, der aber relativ schnell in sich zusammenfällt. So fest wie der Schaum anfangs war, hätte ich damit gerechnet, dass sich der Schaum länger hält.

Das Aroma ist malzbetont. Leichte Anklänge von Bitterschokolade steigen mir in die Nase. Dazu kommt noch der Duft von Hefe. Insgesamt gefällt mir der Duft nicht schlecht, aber bei der Farbe des Bieres hätte ich ein kräftigeres und intensiveres Aroma erwartet.

Der Antrunk ist recht süß und das Bier enthält eine sehr feinperlige und milde Kohlensäure. Schnell kommt ein leichtes Bitter dazu, mehr aber noch der Geschmack dunkler Schokolade. Ansonsten ist das Bier eher schlank. Der Abgang ist wenig bitter und der Schokoladengeschmack klingt noch einige Zeit nach.

Als Fazit kann ich sagen, dass das Bier keine Fehlnoten aufweist, aber auch nicht wirklich ausgewogen wirkt. Außerdem würde ich mir einen etwas intensiveren Geschmack wünschen.

Zutaten.

Wasser, Gerstenmalz (Münchner Malz, Helles Gerstenmalz, Caramelmalz), Hopfen (Hercules, Perle), Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

12,5 %

Bittereinheiten:

23 IBU

Brauerei:

Staatliches Hofbräuhaus in München
Hofbräuallee 1
81829 München
www.hofbraeuhaus.com

Vicaris Winter 2017

Die Brauerei Dilewyns ist eine junge Familienbrauerei, die aus der Bierleidenschaft des Gründers Vincent Dilewyns und seiner vier Töchter entstanden ist. Im Jahr 2005 wurden die ersten Vicaris-Biere gebraut. Nach 5 erfolgreichen Jahren gründete die Familie Dilewyns in Dendermonde eine eigene, hochmoderne Brauerei.

Heute wird die Brauerei von Vincent und zwei seiner Töchter, Anne-Cathérine und Claire Dilewyns, geleitet. Die Familienbrauerei braut fünf Biere: Vicaris Tripel, Vicaris Generaal, Vicaris Winter, Vicaris Tripel/Gueuze und Vicaris Quinto. Jetzt steht das Vicaris Winter vor mir.

Schwarz und fast blickdicht präsentiert sich das Bier vor mir im Glas. Erst als ich es gegen das Licht halte schimmert ein tiefes Bordeausrot durch. Über dem Bier bildet sich viel hellbrauner feinporiger Schaum, der sehr lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet intensiv nach Toffee, Kakao, Kaffee, Lakritz und Trockenfrüchten. Dazu kommen noch dezente würzige Düfte nach Gras, Nelken und Koriander.

Der Antrunk ist süß und spritzig, wofür die sehr feinperlige Kohlensäure sorgt. Zu der Süße kommt noch der Geschmack nach Schokolade dazu, der auch noch nussige Noten mitbringt. Im Abgang kommt der Schokoladengeschmack in den Vordergrund und Bitterstoffe tauchen auf. Sie sind zwar nicht kräftig, sorgen aber trotzdem für einen sehr langen Nachklang.

Kurz gesagt ist das Vicaris Winter 2017 ein typisches belgisches Winterbier, es ist aber noch deutlich intensiver als der Durchschnitt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

10,0 % Vol.

Brauerei:

Brewery Dilewyns
Vicaris Vlassenhout 5
9200 Dendermonde
Belgien
www.vicaris.be