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Klüvers Pils

Würde mich jemand nach einem typischen norddeutschen Bier fragen, würde ich ohne Zögern das Pils nennen. Ein solches Bier aus der kleinen Brauerei im Hafen von Neustadt steht jetzt vor mir. Auch wenn die Pils-Biere der großen Brauereien meist ziemlich langweilig und vor allem austauschbar sind, habe ich doch bereits einige Pilsener aus kleinen Brauereien verkostet, die mir wirklich gut gefallen.

Hellgelb und nur leicht hefetrüb präsentiert sich Klüvers Pils im Glas. Darüber bildet sich wahnsinnig viel feinporiger weißer Schaum, der auch recht lange erhalten bleibt. Es ist also durchaus sinnvoll, dieses Bier vorsichtig einzuschenken, es sei denn, Sie habe vor, noch einige Zeit auf den Genuss zu warten.

Das Aroma ist frisch und fruchtig, wobei sich die Düfte des Malzes und die des Hopfens weitgehend die Waage halten.

Die Süße des Antrunks überrascht mich etwas, wobei allerdings die Kohlensäure auch für eine angenehme Frische sorgt. Schnell gesellt sich ein freundliches Bitter zur Süße. Beide Geschmacksrichtungen sind gut aufeinander abgestimmt, so dass ein ausgewogener und süffiger Geschmack entsteht. Der Abgang wird durch ein mildes Bitter dominiert, das aber lange nachklingt und harmonisch zu Ende geht.

Anfangs enthielt mir das Bier zu viel Süße, aber schnell wurde es zu einem guten typisch norddeutschen Pils mit einer Menge Charakter. Zusammenfassend halte ich Klüvers Pils für ein gutes universelles Bier.

Zutaten:

Brauwasser
Gerstenmalz (Caramelmalz Hill, Pilsener Malz, Sauermalz)
Hefe
Hopfen (Hallertauer Magnum, Hallertauer Tradition)

Alkoholgehalt:

4,8 %

Stammwürze:

11,7 %

IBU:

35

Brauerei:

Klüvers Delikatessen GmbH & Co. KG
Schiffbrücke 2-4
23730 Neustadt in Holstein
www.klüvers.com

Wernesgrüner Pils Legende

Jetzt steht mal wieder ein Fernsehbier vor mir, diesmal aus Sachsen. Es handelt sich um das Wernesgrüner Pils, das die Brauerei vollmundig als Legende vermarktet.

Die Brauerei aus dem Vogtland hat eine lange und wechselvolle Geschichte. Bereits 1436 erhielten die Brüder Caspar und Christoph Schorer das Braurecht. 1762 erwarb Johann Michel Günthel (Günnel) ein brauberechtigtes Gut und begründete damit den Familienbesitz der Familie Günnel (spätere “Grenzquell-Brauerei”). Seit 1775 durften die Wernesgrüner Braugüter aufgrund eines gewonnenen Prozesses auch in der Stadt Auerbach Bier verkaufen. 1816 gab es im Ort sechs Braugüter und zwei Sudhäuser, in der Folgezeit setzten sich die Brauereien Günnel und Männel durch. 1922 wurde die Brauervereinigung Wernesgrün erstmals erwähnt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Familie Günnel durch Beschluss über die Bodenreform enteignet. Dies erfolgte auch mit dem Eigentum der Familie Männel. 1972 wurden die beiden Wernesgrüner Brauereien zum VEB Exportbier-Brauerei Wernesgrün zusammengelegt. Nach der politischen Wende firmierte die Wernesgrüner Brauerei seit 1990 wieder als “Wernesgrüner Brauerei AG”. Legendär ist die Werbung mit dem Slogan “Die Pils-Legende lebt”. Die Wernesgrüner Brauerei AG wurde 2002 von der Bitburger Gruppe übernommen. Im gleichen Jahr wurde die Köstritz-Wernesgrüner Vertriebs GmbH gegründet. Seit 2003 wird die Wernesgrüner Brauerei nicht mehr in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft (AG), sondern in der einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) betrieben. (Quelle: Wikipedia)

Hellgolden glänzend zeigt sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge weißer recht grobporiger Schaum, der ziemlich schnell in sich zusammenfällt. An der Optik sollte die Brauerei noch etwas arbeiten.

Das Bier duftet nach Karamell mit einigen würzigen Noten.

Der Antrunk ist recht süß, so wie es die Brauereien im Osten häufig machen. Die Süße ist nicht so ganz mein Fall, aber OK. Das Mundgefühl ist voll und einigermaßen rund. Weiterhin hat das Malz die Oberhand, der Hopfen hält sich dezent im Hintergrund. Jetzt erinnert mich das Bier eher an ein Helles aus Bayern als an ein Pils. Auch der Abgang ist wenig bitter und er klingt mittellang nach.

Für ein Fernsehbier ist das Wernesgrüner nicht schlecht. Es ist mild und vollmundig, aber auch auswechselbar.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,3 %

Brauerei:

Wernesgrüner Brauerei GmbH
Bergstr. 4
08237 Wernesgrün
www.wernesgruener.de

Wolfscraft Frisch-Pils

Die Firma Wolfscraft aus Freising hat es sich zur Aufgabe gesetzt, traditionelle Bierstile modern zu interpretieren und dabei die Biere so gut wie möglich zu gestalten. Das haben sie auch mit dem Pils gemacht und so steht jetzt das Frisch-Pils vor mir. Ich vermute jetzt mal, dass es erheblich schwieriger ist, einen Bierstil zu brauen, der den Konsumenten seit Jahrzehnten bekannt ist und diesen Bierstil dabei so zu verbessern, dass die Konsumenten das Ergebnis als besser erkennen, als einen Bierstil zu brauen, der in Deutschland bis vor einigen Jahren nicht bekannt war. Ich will jetzt testen, ob die Freisinger bei ihrem Pilsener ihre selbst gestellten Kriterien erfüllt haben.

In hellem Goldgelb und mit einer größtenteils feinporigen Schaumkrone präsentiert sich das Bier im Glas. Der Schaum fällt durchschnittlich schnell in sich zusammen und ich bemerke, dass im Bier kaum Kohlensäure zu sehen ist.

Die erste Überraschung erlebe ich beim Aroma dieses Pils-Bieres. Karamell und Fruchtigkeit mischen sich mit einer feinen Herbe und auch einer hintergründigen blumigen Note. Im Vordergrund rieche ich aber das Karamellaroma des Malzes, das sich mit dem Duft nach Stachelbeere und Quitte mischt. Das ist wirklich außergewöhnlich für ein Pils.

Der Antrunk ist nur leicht süß, was mir durchaus entgegenkommt. Jetzt bemerke ich auch die sehr feinperlige Kohlensäure, die leider recht knapp bemessen ist. Etwas mehr Kohlensäure würde für einen deutlich frischeren ersten Eindruck sorgen. Auf der Zunge entwickelt das Frisch-Pils von Wolfscraft den Geschmack der Stachelbeere, der sich bereits im Aroma gezeigt hat. Dazu kommt noch ein Hauch Quitte und jetzt tauchen auch erste leichte Bitternoten auf. Das Bier ist ausgewogen und vollmundig. Der Abgang ist ausgewogen bitter mit recht langem Nachklang.

Das Frisch-Pils ist ein ungewöhnliches Bier, das nicht mit den typischen Pilsbieren aus Nord- und Süddeutschland zu vergleichen ist. Es ist nicht so süß wie die meisten süddeutschen Pilsbiere, aber auch nicht so herb wie ein norddeutsches Pils. Aber dieses Bier ist richtig gut.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Bittereinheiten:

30 IBU

Brauerei:

Wolfscraft GmbH
General-von-Nagel-Str. 15
85356 Freising
www.wolfscraft.de

Herrenhäuser Premium Pilsener

Jetzt steht das Premium Pilsener der letzten Privatbrauerei in Hannover vor mir, das Herrenhäuser Premium Pilsener. Aber was macht ein Pils zum Premium Pils? Der Begriff “Premium” suggeriert schließlich, dass es sich um ein Produkt mit besonderer Qualität handelt. Gegenüber der Rheinischen Post erläuterte im Jahr 2005 Uwe Dewies von Brau und Brunnen in Dortmund: “Premium steht für Marken, die sich durch eine hochwertige Ausstattung in Gastronomie und Handel sowie durch attraktive Werbe- und Sponsoringmaßnahmen von Billigstbieren unterscheiden.” Der Begriff Premium ist also als reine Marketingaussage zu verstehen. Daraus zu schließen, dass es sich um ein schlechtes Bier handelt, ist selbstverständlich nicht richtig. Dann wollen wir mal sehen, wie sich das Herrenhäuser Premium Pilsener so schlägt.

Kräftig goldgelb ist es, dazu eine ordentliche Portion Kohlensäure und eine weiße Schaumkrone mit durchschnittlichem Volumen, die nur langsam in sich zusammenfällt. Die Optik ist auf jeden Fall schon mal sehr ansprechend.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert. Zunächst duftet das Bier nach Banane, bis dann auch der Hopfen mit einer leichten bitteren Duftnote nach Mandeln und Marzipan durchkommt. Das macht doch Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist süßlich-frisch, dabei sauber. Bis hierhin gibt es nichts zu meckern. Aber das Bier steigert sich noch. Das Malz dominiert weiterhin, und das Bier ist vollmundig, rund und süffig. Erst im Abgang kommt ein freundliches mildes Bitter zum Vorschein, das dann aber überraschend lange nachklingt.

Das Herrenhäuser Premium Pilsener ist nicht das typische Pils, bis auf den Abgang erinnert es durchaus an ein Helles aus Bayern. Aber immerhin unterscheidet es sich von den Fernsehbieren, es hat also einen eigenen Charakter. Deshalb gefällt es mir recht gut.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11° Plato

Brauerei:

Privatbrauerei Herrenhausen GmbH
Herrenhäuser STr. 83
30419 Hannover
www.herrenhaeuser.de

Neuzeller Pilsner

Bereits im Jahr 1589 wurde die kleine Brauerei im brandenburgischen Neuzelle gegründet. Dass es sie heute noch gibt, liegt am heutigen Geschäftsführer Helmut Fritsche, der die damals marode Brauerei 1989 übernahm und jetzt das Unternehmen zusammen mit seinem Sohn führt. Nach der Übernahme folgte eine lange juristische Auseinandersetzung mit mehreren Behörden, die verhindern wollten, dass das Traditionsbier der Brauerei, der Schwarze Abt weiterhin gebraut und als Bier verkauft werden durfte. Erst nach vielen Kämpfen und Gerichtsverhandlungen erhielt er die Erlaubnis, das Bier weiterhin nach altem Rezept zu brauen.

Jetzt steht aber ein Bier vor mir, das nach dem deutschen Reinheitsgebot von 1516 gebraut wurde, das Neuzeller Pilsner. Auch hier hält sich die Brauerei an die traditionelle Brauweise und setzt keinen Hopfenextrakt ein, sondern arbeitet mit Pellets. Vereinfacht dargestellt werden bei der Herstellung der Pellets die Dolden gemahlen und anschließend in Form gepresst. Es handelt sich dabei also noch um ein Naturprodukt. Die Pellets haben gegenüber dem Doldenhopfen einige Vorteile. Zum einen sind die Wirkstoffe des Hopfens mehr oder weniger standardisiert, was die Dosierung vereinfacht. Zum anderen werden durch die Verwendung von Pellets die Lagerkosten deutlich verringert. Während ein Kubikmeter Doldenhopfen etwa 130 kg bis 150 kg wiegt, lassen sich auf dem gleichen Platz etwa 500 kg Hopfenpellets lagern. So weit ist also nichts gegen die Verwendung von Pellets sagen. Auf der anderen Seite gefallen mir die Biere, die mit Doldenhopfen gebraut wurden, häufig besser. Ich vermute aber mal, dass die Brauer, die Dolden einsetzen, einfach noch ambitionierter sind und sich bei der Hopfen- und Malzauswahl sowie beim Brauprozess mehr Mühe geben. Darüber muss ich noch einmal mit einem Brauer sprechen, der ausschließlich mit Doldenhopfen arbeitet. Jetzt ist es aber wirklich an der Zeit, dass ich mich endlich dem Bier zuwende.

In strahlendem hellen Goldgelb präsentiert sich das Bier im Glas. Es bildet sich eine voluminöse sahnige Schaumkrone, die sehr langsam in sich zusammenfällt. Die muntere Kohlensäure ist reichlich vorhanden. Die Optik dieses Biers gefällt mir jedenfalls schon mal.

Das Aroma ist malzig, während der grasige Hopfen eher zu erahnen ist. Wäre es eventuell sinnvoll, die Hopfensorte zu wechseln?

Der Antrunk ist im Vergleich zu anderen Pilsbieren relativ trocken. Damit hebt sich das Neuzeller Pilsner wohltuend von der Masse ab. Sobald sich das Bier auf der Zunge verteilt kommt ein angenehmes Bitter dazu. Mir fehlt aber etwas die Vollmundigkeit. Der Abgang ist dann überraschend kräftig bitter mit mittlerem Nachklang.

So ganz kann mich das Neuzeller Pilsner nicht überzeugen. Damit steht es aber nicht allein, sondern die ostdeutschen Pilsbiere treffen meinen Geschmack meist nicht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11 %

Brauerei:

Klosterbrauerei Neuzell GmbH
Brauhausplatz 1
15898 Neuzelle
www.klosterbrauerei.com

Dieses Bier können Sie portofrei bestellen, indem Sie auf den folgenden Banner klicken:


Carlsberg

Nun steht ein Pils vom dänischen Weltkonzern Carlsberg vor mir, das allerdings nicht in Dänemark gebraut wurde, sondern wie auf dem Etikett vermerkt in Deutschland. Genaueres wird aber nicht verraten.

Intensiv goldgelb steht das Bier im Glas, darüber recht viel weißer sahniger Schaum, der lange erhalten bleibt. Die Optik gefällt mir.

Das kann ich vom Aroma allerdings nicht sagen. OK, das Bier duftet angenehm malzig, dazu kommen einige Bitternoten. Aber das war es auch schon. Es sind keine weiteren Aromen festzustellen, was aber auch kein Wunder ist. Wie die Zutatenliste ausweist, wurde das Bier vollkommen ohne Hopfen gebraut, nur mit Hopfenextrakt.

Der Antrunk ist recht süß und da das Bier nur wenig feinperlige Kohlensäure enthält, macht es einen recht langweiligen Eindruck. Und es wird auch nicht besser, als sich das Bier im Mund ausbreitet. Der Geschmack bleibt flach, ohne Komplexität, ohne Säure. Süße und ein schwaches Bitter sind alles, was dieses Bier zu bieten hat. Auch der Abgang ist mild und ohne Nachklang.

Das Carlsberg ist ein Industriebier, das offensichtlich ausschließlich unter Kostengesichtspunkten gebraut wurde. Unter Genuss verstehe ich etwas anderes.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

Carlsberg Deutschland GmbH
22755 Hamburg
www.carlsbergdeutschand.de

Krombacher Pils 0,0 %

Nun steht eine neue Kreation aus Krombach im Kreis Siegen-Wittgenstein vor mir, ein alkoholfreies Pils. Bekanntlich gibt es zwei Möglichkeiten, ein alkoholfreies Bier herzustellen: entweder wird die Gärung unterbrochen, so dass lediglich etwas Kohlensäure entsteht, aber nur wenig Alkohol, oder das Bier wird fertiggebraut und der Alkohol wird dem Bier anschließend entzogen. Die Krombacher Brauerei kombiniert diese beiden Verfahren und erhält damit ein Bier, dass als wirklich alkoholfrei verkauft werden darf. Alkoholfrei bedeutet in diesem Fall, dass das Bier weniger als 0,05 Volumenprozent Alkohol enthält. Zum Vergleich: Apfelsaft enthält bis zu 0,38 Volumenprozent Alkohol. Da es bislang noch niemandem gelungen ist, sich mit Apfelsaft zu betrinken, können wir auch den noch vorhandenen Alkohol im Krombacher vernachlässigen.

Goldgelb und kristallklar präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge feinporiger weißer Schaum, der erstaunlich lange erhalten bleibt. Zusätzlich enthält das Bier viel feinperlige Kohlensäure. Gegen die Optik ist schon mal nichts einzuwenden.

Das Aroma wird durch das Malz geprägt, das Bier duftet nach Toffee, dazu kommen Noten von Kräutern und Gras.

Der Antrunk ist leicht süß und spritzig. Aber erst als sich das Bier auf der Zunge ausbreitet wird der Geschmack voll und rund. Süße, Säure und Bitterkeit sind recht gut ausgewogen und auch der leicht bittere Abgang klingt lange nach.

Für ein alkoholfreies Bier ist das Krombacher 0,0 % alkoholfrei recht gut. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass da noch mehr geht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt, Gärungskohlensäure

Alkoholgehalt:

> 0,05 % Vol.

Brauerei:

Krombacher Brauerei
57223 Krombach
www.krombacher.de

Hoppy Schoppy Pilsner

Der meistverkaufte Bierstil in Deutschland. Ich habe keine aktuellen Zahlen über den Marktanteil der Pils-Biere, aber lt. Wikipedia lag der Marktanteil in Deutschland bei 55,2 %. Seitdem soll der Marktanteil zwar leicht zurückgegangen sein, aber er liegt vermutlich immer noch bei etwa 50 %. Zwar sind die meisten Pilsener Fernsehbiere, aber jetzt steht ein Pils vor mir, von dem ich mir mehr Genuss verspreche. Schließlich braut Schoppebräu in der Hauptstadt seit 2001 Craftbiere. Die Brauerei beschreibt ihre Biere auf der Website nur kurz. Für das Hoppy Schoppy Pilsner schreibt die Brauerei: “Unsere Überzeugung: Ein Pils muss kräftig gehopft sein. Hoppy Schoppy ist unsere Antwort auf die langweiligen Fernseh- und Hauptstadtbiere. Back to the Hops!” Und weiter: “Ein knackiges Pils wie es sein soll — gut gehopft und garantiert nicht mit Felsquellwasser gebraut.” Das sind doch schon mal hohe Ansprüche an dieses Bier, das jetzt vor mir steht. Mal sehen, ob das Bier diesen Ansprüchen auch genügen kann.

Goldgelb und leicht hefetrüb steht das Bier im Glas. Die Kohlensäure ist sehr aktiv und es bildet sich eine durchschnittliche Menge sahniger weißer Schaum, der lange erhalten bleibt.

Im Aroma tritt das Malz stärker hervor als ich es bei einem Pils erwartet hätte. Der Hopfen hält sich vornehm zurück, aber eine kleine fruchtige Note steuert er auch zum Duft bei. Es könnte sich um den Duft von Ananas handeln. Das Aroma ist für ein Pils ungewöhnlich, aber nicht schlecht.

Nachdem das Malz das Aroma dominiert hatte, verwundert es mich auch nicht, dass der Antrunk für ein Pils sehr süß ist. Wäre da nicht die reichlich vorhandene feinperlige Kohlensäure, würde ich vermutlich meinen, dass der Antrunk zu süß ist. Aber so passt er schon. Dann fällt das Bier in der Mitte in ein kleines Loch. Sorgte anfangs die Süße für einen intensiven Geschmackseindruck, lässt die Intensität des Geschmacks auf der Zunge doch deutlich nach, so dass ich das Bier im Mittelteil als etwas langweilig empfinde. Der Abgang ist dann wieder kräftig aber freundlich bitter und er klingt sehr lange nach.

Das Hoppy Schoppy Pilsner ragt zwar aus der Masse der Fernsehbiere wohltuend heraus, aber um mein Lieblingsbier zu werden fehlt ihm doch noch einiges.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Wiener, Pilsner, Cara, Sauer), Hopfen (Perle, Saphir), Hefe (untergärige Hefe Pilsener Art)

Alkoholgehalt:

5,2 %

Stammwürze:

12,5° Plato

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

Schoppe Bräu GmbH
In den Schifferbergen 14
10119 Berlin
www.schoppebraeu.de

Dieses Bier können Sie ab 12 Flaschen oder einem Bestellwert von mindestens 49 Euro (auch gemischt) versandkostenfrei online bestellen:

Lederer Pils

Jetzt werde ich ein Pils aus Franken verkosten, das Lederer Pils. Die Brauerei Lederer gehört zur Radeberger-Gruppe. Für dieses Bier wird ausschließlich Spalter Hopfen verwendet, eine Aromasorte mit blumigen, grasigen und würzigen Aromen, die ausschließlich im Anbaugebiet Spalt angebaut wird.

Hell-gelbgold und mit viel Kohlensäure präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine recht üppige Schaumkrone, weiß und gemischtporig. Leider fällt sie recht schnell in sich zusammen.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert, unterstützt durch einige grasige Noten. In der Nase hält sich der Hopfen aber vornehm zurück.

Der Antrunk ist recht süß, aber durchaus rund. Schnell kommt aber ein kräftiges Bitter dazu und das Bier macht einen unausgewogenen Eindruck. Der Abgang ist nur leicht bitter und klingt relativ lange nach.

Alles in Allem enttäuscht mich das Lederer Pils. Wüsste ich nicht, dass dieses Bier aus Franken kommt – ich würde es nicht glauben.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Spalter), Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Bitterwert:

34 IBU

Brauerei:

Lederer Bierkontor Gmbh
90409 Nürnberg
www.lederer.de

Neuzeller Gourmet Pilsner

Nun steht mit dem Gourmet Pilsner mal wieder ein Bier aus der Klosterbrauerei in Neuzelle vor mir. Was ein einfaches Pils vom Gourmet Pilsner unterscheidet erklärt die Brauerei auf dem Rückenetikett: erlesener Aromahopfen, ein spezielles Brauverfahren und eine lange Reifezeit, die der Entwicklung des Aromas dient. Außerdem empfiehlt die Brauerei, das Bier aus einem Weinglas zu trinken, damit der vollständige Genuss erreicht wird. Um welchen Hopfen es sich handelt und wie sich der Brauvorgang von dem eines normalen Pils unterscheidet, verrät die Brauerei weder auf dem Etikett noch auf der Website.

Kräftig goldgelb zeigt sich das Bier im Glas mit einer durchschnittlichen Menge weißem sahnigem Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Dazu kommt eine sehr aktive Kohlensäure. Optisch macht das Bier also schon mal einen hervorragenden Eindruck.

Das Aroma ist intensiv malzig und der Hopfen steuert die würzigen Noten von Heu bei. Damit erinnert das Gourmet Pilsner eher einem Pils aus dem Norden als einem Bier aus dem tiefen Osten. Aber mir persönlich gefällt das.

Der Antrunk ist intensiv, voll und bringt einige malzige Süße mit, die aber in keiner Weise penetrant wird. Schnell gesellt sich das Bitter des Hopfens dazu, so dass der Körper rund, angenehm und süffig ist. Keine der Geschmacksrichtungen dominiert. Das Bitter steht wie für diesen Bierstil typisch im Mittelpunkt, aber es handelt sich um ein wirklich ausgeglichenes Bier. Der Abgang ist deutlich aber fein bitter, angenehm um freundlich und er klingt recht lange nach.

Das Bier hat nur einen Nachteil: die Kohlensäure verflüchtigt sich schnell. Wird das Bier zu langsam getrunken, wirkt es nach kurzer Zeit abgestanden.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Klosterbrauerei Neuzelle GmbH
Brauhausplatz 1
15898 Neuzelle
www.klosterbrauerei.com

Dieses Bier können Sie portofrei bestellen, indem Sie auf den folgenden Banner klicken: