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Rothaus Tannenzäpfle Alkoholfrei

Das alkoholfreie Tannenzäpfle stammt aus der Brauerei Rothaus, die 200 Jahre alt ist und sich von einer Klosterbrauerei zur Badischen Staatsbrauerei Rothaus AG entwickelt hat. 2009 wurden die ersten alkoholfreien Biere auf den Markt gebracht und schließen damit an den Erfolg der Brauerei an.

In hellem Gold strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die sahnige weiße Schaumkrone bleibt lange erhalten.

Das Bier duftet nach frischem Brot, unterstützt durch eine leichte Süße sowie durch Kräuternoten.

Der Antrunk ist frisch und recht süß. Die feinperlige Kohlensäure ist für meinen Geschmack etwas zu knapp dosiert. Auf der Zunge kommt ein ordentliches Bitter dazu, das die anderen Geschmacknoten fast überdeckt, aber auch die Süße kommt mit einem angenehmen Karamellgeschmack noch durch. Im Abgang wird das Bier trockener, die Bittere verstärkt sich und klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt, Hopfen

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

14,5 %

Bittereinheiten:

25 IBU

Brauerei:

Badische Staatsbrauerei Rothaus AG
Rothaus 1
79865 Rothaus
www.rothaus.de

Lehrter Blondes

Jetzt steht ein Bier vor mir, dessen Etikettierung mich etwas verwirrt. Es heißt Lehrter Blondes, ist auf dem vorderen Etikett als Kolshorn Hausbräu benannt (Kolshorn ist ein Ortsteil von Lehrte) und stammt aus Burgdorf. Hoffen wir mal, dass die Brauerei aufgrund dieser vielen Ortsangaben keine Abmahnung bekommt. Und auch wenn es Blondes heißt, handelt es sich nicht wie von mir zunächst vermutet um ein Helles, sondern um ein Pils. Aber ich will mich hier ja mit dem Bier beschäftigen, nicht mit der Beschriftung der Etiketten. Schenke ich mir also ein Glas ein.

Hell golden und leicht hefetrüb strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die feinporige Schaumkrone ist nicht allzu voluminös, bleibt aber einige Zeit erhalten.

Im Aroma werden die Düfte des Malzes durch den Hopfen überdeckt. Ich rieche eine leichte Fruchtigkeit sowie würzige Noten und einen Hauch Holz. Ungewöhnlich, aber nicht schlecht.

Der Antrunk ist leicht süß und würde das Bier etwas mehr Kohlensäure enthalten, würde die Frische sicher noch besser zum Ausdruck kommen. Während sich das Bier auf der Zunge ausbreitet, macht sich ein angenehmes Bitter bemerkbar, das passend zur Süße dosiert ist. Dazu kommt eine leichte fruchtige Säure, so dass das Bier einen angenehmen runden Eindruck macht und wunderbar süffig ist. Im Abgang wird das Blonde etwas trockener, nur wenig freundliches Bitter ist in der Kehle zu schmecken. Das durchschnittlich lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

12 %

Brauerei:

Brauerei Burgdorf GmbH & Co. KG
Lise-Meitner-Str. 8
31303 Burgdorf
www.brauerei-burgdorf.de

Litovel Premium

In der tschechischen Stadt Litovel wird bereits seit dem Jahr 1291 Bier gebraut. An diese Tradition will die Brauerei Pivovar Litovel anknüpfen, die 1893 gegründet wurde. Das ist so weit nichts Besonderes, aber die Brauerei hat noch eine Besonderheit zu bieten, die ziemlich einmalig sein dürfte. Das Unternehmen hat auf dem Werksgelände eine Minibrauerei gegründet, in der die Besucher unter Anleitung eines erfahrenen Brauers ihr eigenes Bier zum Eigenverbrauch brauen können. Das Litovel Premium, das ich jetzt verkosten will, hat beim European Beer Star in den Jahren 2018 und 2019 jeweils die Silbermedaille in der Kategorie Bohemian-Style Pale geholt.

Intensiv goldfarben mit einer durchschnittlichen Menge sahnigen Schaums präsentiert sich das Bier im Glas. Der Schaum bleibt auch lange erhalten, so dass mir die Optik recht gut gefällt.

Das Aroma ist nicht allzu ausgeprägt. Der Duft von Karamell steigt mir in die Nase, unterstützt durch einige würzige Noten.

Der Antrunk ist leicht süß und durch die reichliche Karbonisierung recht spritzig. Auf der Zunge kommt ein leichtes Bitter dazu, anderer Geschmack fällt mir nicht auf. Das Bier ist recht schlank. Im Abgang wird das Bitter stärker und etwas unangenehm, so dass ich vermute, dass hier mit reichlich Hopfenextrakt gearbeitet wurde. Ein Blick auf die Zutatenliste bestätigt meinen Verdacht.

Ich kann nicht verstehen, wie dieses Bier zwei Jahre hintereinander zu einer Silbermedaille beim EBS kommen konnte. Mir sagt es auf jeden Fall nicht zu.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

Pinovar Litovel a.s.
Palackého 934
784 01 Litovel
Tschechien
www.litovel.cz

Argus 11 Premium

Jetzt steht mal wieder ein Bier von Lidl vor mir. Argus ist eine Eigenmarke von Lidl in Tschechien und Polen, ab und an importiert Lidl das Bier aber auch nach Deutschland, in diesem Fall aus Tschechien.

Intensiv goldgelb präsentiert sich das Bier. So schön die Farbe auch ist, so wenig macht die Schaumkrone her. Sie ist recht klein und gemischtporig. Außerdem fällt sie bis auf einen kleinen Rest recht schnell zusammen. Eine gute Optik sieht anders aus.

Das Bier duftet nach Karamell, unterstützt durch einige blumige Noten. Das Aroma vermittelt aber eher den Eindruck eines Billigbiers.

Der Antrunk ist eher trocken und die reichlich dosierte Kohlensäure sorgt für die notwendige Frische. Auf der Zunge überdeckt eine mäßig angenehme Bitterkeit die vorhandene Restsüße. Obwohl ich die Harzigkeit und Würze des verwendeten Saazer Hopfens bestenfalls erahnen kann, ist das Bier doch einigermaßen vollmundig. Im Abgang bleibt nur der bittere Geschmack, der recht lange nachklingt.

Das Argus 11 ist durchaus gut trinkbar, auch wenn es sicherlich nicht die Krönung der tschechischen Braukunst darstellt.

Zutaten:

Trinkwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenerzeugnisse

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Hols a.s.
Zlatnická 1128/6
11121 Prag 1
Tschechien

Von Freude Just Pils

Vielen Konsumenten erscheint Pils als ein recht langweiliger Bierstil, und ich bin da keine Ausnahme. Schuld daran sind die vielen Industriebiere, die alle ziemlich gleich schmecken, teilweise nicht schlecht, aber halt auswechselbar. Will ein Craft Bier-Brauer ein Pils brauen, muss er sich schon etwas einfallen lassen, damit sein Bier einerseits unverwechselbar wird, dabei aber auch dem Bierstil entspricht. Die Brauerei Wahnsinn aus Hamburg, die ihre Biere unter dem Label Von Freude vertreibt, hat das Experiment gewagt und sein Bier Just Pils gebraut. Ich muss gestehen, dass ich die Brauerei nicht kannte bis ich ihr auf der ProWein in Düsseldorf begegnet bin. Dort hatte ich kurz die Möglichkeit, mit dem Brauer zu sprechen und er gab mir neben einigen anderen Bieren auch dieses zum Verkosten mit.

Weizengelb und zurückhaltend hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist leicht überdurchschnittlich voluminös und bleibt sehr lange erhalten. An der Optik gibt es nichts zu meckern.

Das Aroma ist fruchtig. Düfte nach Zitrusfrüchten und roten Beeren steigen mir in die Nase, unterstützt durch einige würzige Noten nach weißem Pfeffer. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist leicht süß und durch die gut dosierte sehr feinperlige Kohlensäure richtig frisch. Auf der Zunge präsentieren sich die Malzsüße, die Fruchtigkeit und ein gut abgestimmtes Bitter in hervorragender Harmonie. Dabei spiegeln sich die Aromen auf der Zunge wider. Das Mundgefühl ist samtig. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger, die Fruchtigkeit bleibt aber erhalten. Zum Schluss klingt der Geschmack noch ellenlang nach.

Das Just Pils weiß den Craft Beer-Trinker zu begeistern, ohne dass dieses Bier den durchschnittlichen Biertrinker verschreckt. Es handelt sich um ein richtig gutes Allround-Bier.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

12 %

Bittereinheiten:

30 IBU

Brauerei:

Wahnsinn GmbH
Colonnaden 72
20354 Hamburg
www.vonfreude.de

Rehbocks Pilsener

Das Pilsener war das erste Bier, mit dem die kleine Brauerei Rehbock an die Öffentlichkeit gegangen ist und es ist noch immer das Bier, das die Brauerei am häufigsten verkauft.

Recht helles Gold strahlt mir auf dem Glas entgegen mit einer durchschnittlichen Krone aus feinporigem Schaum, die recht lange erhalten bleibt. Die Optik ist solide und ordentlich, wenn auch nicht spektakulär.

Im Aroma mischen sich Karamellnoten mit den fruchtigen Aromen grüner Früchte, etwas Zitrus sowie einiger Kräuter. Jetzt gefällt mir das Pilsener aus Hessen schon deutlich besser.

Der erste Eindruck beim Trinken sind eine leichte Süße sowie eine ordentliche Spritzigkeit. Auf der Zunge kommt die Fruchtigkeit der Aromen noch einmal zum Vorschein, dazu eine sehr angenehme Frische. Auch wenn das Bier nicht so ganz rund ist, lässt es sich doch sehr gut trinken. An der Süffigkeit fehlt es jedenfalls nicht. Etwas mehr Bitter würde dem Bier aber wohl ganz gutstehen. Im Abgang wird das Bier trockener und ein leichtes Bitter gesellt sich zur Fruchtigkeit. Der Geschmack klingt recht lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz), Hefe, Hopfen (Herkules, Select, Saphir)

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Stammwürze:

11,5 %

Bittereinheiten:

32 IBU

Brauerei:

Rehbocks Braumanufaktur
Am Gasterfelderholz 10
34466 Wolfhagen
www.rehbocks.de

Füchschen Pils

Als die Hausbrauerei Füchschen im Juli 2017 ihr Pils auf den Markt brachte, brach erst einmal ein Shitstorm im Internet aus (ich hatte damals darüber berichtet). Der Shitstorm hat sich inzwischen gelegt und kürzlich habe ich das Bier erstmals im Handel gesehen und jetzt will ich es verkosten.

Rotgolden und gefiltert strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber steht eine recht große feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Die Farbe ist zwar für ein Pils nicht typisch, sieht aber sehr ansprechend aus.

Das Aroma ist blumig und würzig. Ich rieche Zitrusfrüchte und Mango, unterstützt vom Aroma von Biskuitteig.

Der Antrunk ist leicht süß und mir ist die Kohlensäure etwas zu knapp dosiert. Auf der Zunge dominiert ein freundliches Bitter, das aber gut mit der Süße abgestimmt ist. Außerdem kommt eine leichte Fruchtigkeit zum Vorschein, die die Aromen widerspiegelt. Der Abgang ist überraschend mild und wenig bitter, dafür aber fruchtig mit langem Nachklang.

Obwohl dieses Bier mit seiner Farbe und auch der vorhandene Süße eigentlich nicht als Pils durchgeht, kann es mit seinem Geschmack durchaus überzeugen. Ich würde es aber eher für ein hopfenbetontes Helles halten. Nichtsdestotrotz kann mich der Geschmack begeistern und es ist ein schönes Bier für warme Sommerabende.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Brauerei im Füchschen
Ratinger Str. 28
40213 Düsseldorf
www.fuechschen.de

Dithmarscher Naturtrüb

Wieder einmal steht ein Bier aus dem schleswig-holsteinischen Marne vor mir. Diesmal setzt das Familienunternehmen auf ein naturtrübes Bier und liegt damit voll im Trend. Dabei bleibt die Brauerei ihren Idealen treu und präsentiert dieses Pils in einer gewohnt rustikalen Aufmachung und der klassischen Bügelflasche.

Golden und ordentlich hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Die durchschnittlich große Schaumkrone ist sahnig und bleibt lange erhalten.

Das Aroma ist teigig, wobei sich die Düfte der Hefe gut mit den Hopfenaromen verbinden. Dazu das typische Herbe eines norddeutschen Bieres – da kann ich mich ja nur auf den ersten Schluck freuen.

Der Antrunk ist angenehm trocken, bevor die Hefe in den Vordergrund tritt und auch der Hopfen für ein kräftiges aber freundliches Bitter sorgt, was aber die Süffigkeit keinesfalls stört. Der Abgang ist typisch norddeutsch – kurz bitter und mittlerer Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Perle, Taurus), Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11,4 %

Bittereinheiten:

25 IBU

Brauerei:

Dithmarscher Privatbrauerei
Karl Hintz GmbH & Co. KG
Oesterstr. 18
25709 Marne
www.dithmarscher.de

Edelhopfen Extra

Maisel ist ja eher für seine Weizenbiere bekannt. Jetzt steht aber ein Pils aus der Bayreuther Brauerei vor mir. Das ist nichts besonderes, denn auf ein Pils kann kaum eine Brauerei verzichten. Aber dieses Bier ist schon etwas anders, denn es handelt sich um ein kalorienreduziertes Pils, das aber trotzdem vom Alkoholgehalt her im Durchschnitt liegt. Diesen Effekt erreicht Maisel, indem das Bier höher vergoren wird als normal. Dadurch wird mehr Alkohol gebildet, der aber anschließend teilweise wieder entzogen wird. Dadurch enthält das Bier nach Angaben der Brauerei 75 % weniger Kohlenhydrate als das “normale” Pils von Maisel und kommt auf lediglich 30 Kilokalorien pro 100 ml. Dafür enthält das Bier nicht so viel Malzzucker wie ein normales Pils und ist daher trockener. Wie sich das auf den Geschmack auswirkt will ich jetzt testen.

Strohgelb und kristallklar präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist nicht allzu groß, bleibt aber durchschnittlich lange erhalten.

Das Bier duftet nach Karamell, Biskuit und leicht nach Zitrone. Bis hierhin gefällt mir das Bier schon mal.

Der Antrunk ist spritzig und frisch, dabei wie erwartet recht trocken. Auf der Zunge ist das Bier sehr schlank und wirkt fast wie ein alkoholfreies Bier. Die Bitterstoffe sind nur sehr knapp dosiert. Erst im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger, bleibt aber eher diskret. Trotzdem klingt der Geschmack lange nach.

Das Bier würde als alkoholfreies Pils eine gute Figur machen, aber bei fast fünf Prozent Alkohol hätte ich mehr Geschmack erwartet.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenauszüge

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

9,5° Plato

Brauerei:

Gebr. Maisel KG
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.edelhopfen.de

Dithmarscher Pilsener

Der für den Norden typische Bierstil ist das Pilsener. Und Pils können die Nordlichter im Allgemeinen ja brauen. Jetzt steht ein solches Pils aus Schleswig-Holstein vor mir. Die Brauerei in Marne bewirbt es mit den folgenden Worten: “Unser Klassiker: Weiches Geestwasser und edler Aromahopfen verleihen unserem mild-würzigen Dithmarscher Pilsener seinen unverkennbaren Charakter. Verfeinert mit angenehm frischer Kohlensäure.” Na, dann will ich doch mal sehen, wie sich das Bier so macht.

In hellem klarem Goldgelb zeigt sich das Bier im Glas. Dabei bildet sich vergleichsweise wenig feinporiger Schaum, der durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist so schwach wie die Schaumkrone. Leichte Zitrusnoten steigen mir in die Nase, unterstützt von einem Hauch Honig. Eigentlich nicht schlecht, aber halt deulich zu schüchtern.

Der Antrunk ist frisch und von verhaltener Süße. Schnell gesellt sich ein auf die Süße abgestimmtes Bitter dazu. Der Geschmack ist sauber, aber für meinen Geschmack deutlich zu schlank. Der Abgang ist nur wenig bitter und er klingt nur kurz nach.

Sollte sich einmal ein Liebhaber des bayerischen Hellen nach Schleswig-Holstein verirren, ist er mit dem Dithmarscher Pilsener auf jeden Fall gut bedient.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11,4 %

Brauerei:

Dithmarscher Privatbrauerei
Karl Hintz GmbH & Co. KG
Oesterstr. 18
25709 Marne
www.dithmarscher.de