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Borbecker Märzen

Märzen, häufig auch als Festbier bezeichnet, ist ein untergäriger Bierstil, der lange Zeit fast ausschließlich in Bayern und in Österreich gebraut wurde. Die Stammwürze beträgt in der Regel 13 bis 15° Plato, wodurch das Märzen zu einen durchschnittlichen Alkoholgehalt von 5 bis 6 Prozent aufweist. Märzenbiere sind malzbetont, aber der Brauer kann ihm auch eine deutliche Hopfenbittere hinzufügen. Märzen sind vollmundig und herzhaft. Jetzt steht das Märzen aus der Reihe “Borbecker Spezialitäten” aus der Brauerei Stauder in Essen vor mir.

In einem schönen Goldgelb zeigt sich das Bier im Glas. Es bildet leicht überdurchschnittlich viel feinporigen Schaum, der durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist malzig. Der Duft von Biskuitteig steigt mir in die Nase. Ich würde mir etwas mehr Hopfen wünschen, aber das ist mein persönlicher Geschmack.

Der Antrunk ist angenehm leicht süß. Im Gegensatz zu vielen anderen Bieren enthält es reichlich Kohlensäure. Dadurch ist der erste Eindruck sehr frisch. Auf der Zunge ist das Bier vollmundig und moussierend, intensiv und süffig. Der Alkoholgehalt von 6 Volumenprozent ist gut versteckt. Im Abgang zeigt sich ein leichtes angenehmes Bitter, das recht lange nachklingt.

Liebhaber milder Biere sind mit dem Märzen aus Borbeck gut bedient.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Brauerei:

Privatbrauerei Jacob Stauder
Stauderstr. 88
45326 Essen
www.stauder.de

Borbecker Zwickl

Und wieder einmal steht ein Bier aus der zur Brauerei Stauder gehörenden Dampfbierbrauerei in Essen-Borbeck vor mir, diesmal das Zwickl.

Sehr schön bernsteinfarben ist das Zwickl. Es enthält allerdings vergleichsweise wenig Hefe. Quasi als Ausgleich bildet sich eine leicht überdurchschnittliche Krone aus festem Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist mild und wird vollständig durch das Malz und die Hefe bestimmt. Düfte nach Toffee und Hefe steigen mir in die Nase; Hopfen kann ich nicht riechen.

Der Antrunk ist wenig süß und ich stelle fest, dass die Kohlensäure sehr feinperlig ist. Schnell kommt eine leichte Säure dazu, die zusammen mit dem Malz für eine ordentliche Süffigkeit sorgt. Auch die Hefe meldet sich auf der Zunge, dazu wenig bitter. Auch im Abgang bleibt das leichte Bitter erhalten und es klingt noch lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

11,8 %

Brauerei:

Privatbrauerei Jacob Stauder
Stauderstr. 88
45326 Essen
www.dampfe.de

Fiege Pilsbock

Bereits seit 1736 braut die Familienbrauerei Fiege in Bochum Bier. Das heute bekannteste Bier ist das Pils, das seit 1927 gebraut wird. Daneben stellt das Traditionsunternehmen noch etwa ein Dutzend anderer Bierstile her. Jetzt steht der seit 2016 gebraute Pilsbock vor mir. Dieses Bier wird mit den Hopfensorten Amarillo und Simcoe kaltgehopft, weshalb ich mich wieder einmal auf ein besonderes Bier freuen darf.

Hell bernsteinfarben und leicht hefetrüb steht das Bier vor mir. Der Schaum ist feinporig und er bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Malz und Hopfen sind im Aroma gleichberechtigt. Anfangs ist das Aroma würzig, später kommt eine leichte Fruchtigkeit nach Zitronengras dazu, die gut mit dem ebenfalls vorhandenen Biskuitteig harmoniert.

Der Antrunk ist recht süß, was bei einem Bockbier nicht verwunderlich ist. Die Süße passt aber gut zur reichlich vorhandenen feinperligen Kohlensäure des Pilsbock. Auf der Zunge ist der Geschmack intensiv, der Hopfen kommt gut zur Geltung und sorgt für ein volles rundes Mundgefühl. Mir ist klar, dass dieses Bier ein hervorragendes Preis-/Leistungsverhältnis hat. Der Abgang ist moderat bitter und er klingt längere Zeit nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Taurus, Perle, Tettnanger, Saphir)

Alkoholgehalt:

7,8 % Vol.

Stammwürze:

18,1 %

Bittereinheiten:

35 IBU

Brauerei:

Privatbrauerei MORITZ FIEGE GmbH & Co. KG
Moritz-Fiege-Straße 1
44787 Bochum
www.moritz-fiege.de

Gruthaus Grut

Gruthaus ist eine Brauerei in Münster, die es sich auf die Fahnen geschrieben hat, alte Bierrezepte wiederzubeleben. So auch in diesem Fall. Das Grut wurde nach Angaben der Brauerei nach einem Rezept von 1480 gebraut und zumindest in diesem Jahr dem 500jährigen Reformationsjubiläum gewidmet.

In der Zutatenliste dieses Bieres finden sich auch Hafer, Wacholder, Gagel und Kümmel. Diese Kräutermischung besteht aus Pflanzen, die auch im Münsterland wild wachsen, was vor der Verwendung von Hopfen wichtig war. Die Bauern waren damals schließlich ausreichend damit beschäftigt, die Lebensmittelversorgung mehr oder weniger zuverlässig sicherzustellen. Während Wacholder und Kümmel jedem bekannt sind, ist Gagel in der heutigen Zeit nicht mehr so bekannt. Daher habe ich im Internet danach gesucht. Es handelt sich dabei um einen Strauch, der vorwiegend am Rand von Mooren wächst und inzwischen auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten steht. Vermutlich aufgrund der in ihm enthaltenen ätherischen Öle wurde Gagel bereits früh zum Bierbrauen verwendet. Andere regional unterschiedliche Bezeichnungen für Gagel sind Bäckerbusch, Birtgenbertz, Borse, Flohkrut, Gerber-Myrthe, Grut, Mirtelbaum, Mirtelbon, Mirtelepoumahi, Mitrus, Myrtenheide, Noppenkraut, Portz, Rausch, Talgbusch, Torf-Öl-Myrte oder Waschbaum. Wenn Sie mehr über Gagel wissen wollen, können Sie sich auf Wikipedia informieren.

Da dieses Bier nicht dem deutschen Reinheitsgebot entspricht und trotzdem als Bier verkauft werden darf, wurde es bei der Brauerei Anders im belgischen Halen gebraut. Manchmal geht die deutsche Gesetzgebung schon merkwürdige Wege. Aber kommen wir jetzt einfach zum Bier.

Hellgelb ist es, fast wie Stroh. Dazu hefetrüb mit einer gewaltigen Schaumkrone, die durchschnittlich lange erhalten bleibt. Die Optik ist also schon mal nicht schlecht.

Das Aroma ist fruchtig. Ich rieche neben dem Malz Stachelbeeren, Ananas sowie die verwendeten Gewürze. Der Duft hat eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Witbier aus Belgien.

Der Antrunk ist recht süß und weich, wobei die Süße gut auf die Menge der sehr feinperligen Kohlensäure angeglichen ist. Schnell lässt die Süße nach und macht einer relativ kräftigen Säure Platz, die an einen Kräuteressig mit Zitrone erinnert. Im Abgang meldet sich die Süße wieder etwas zurück, zusammen mit einer Kräuterigkeit, die mich fast an Kräuterbonbons erinnert.

Das Bier wird bereits seit 2015 gebraut, so dass es offensichtlich seine Liebhaber hat. Meins ist es aber nicht so wirklich. Damit will ich nichts gegen die Brauerei gesagt haben; die anderen Biere von Gruthaus getestet habe, gefallen mir recht gut. Es ist auch möglich, dass das Bier im Handel nicht sachgemäß gelagert wurde, weshalb ich es erneut kaufen werde, wenn ich es noch einmal sehe.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Weizenmalz, Hafer, Hefe, Hopfen, Wacholder, Gagel, Kümmel

Alkoholgehalt:

5,5 %

Brauerei:

Gruthaus-Brauerei
48143 Münster
www.gruthaus.de

Hellers Maibock

Ups, nun haben wir bereits Anfang September und in der letzten Woche hat mein Bioladen noch einmal einige Flaschen Maibock verkauft. Diesen Maibock habe ich auch noch nicht gekannt. Grund genug also, mir gleich eine Flasche zu sichern. Aber ich bin sicher nicht der einzige Mensch, der sich jetzt im September mit dem Maibock von Heller beschäftigt. Der Maibock reift im Lagerkeller immerhin sechs Monate lang, bevor er abgefüllt wird und in den Verkauf kommt. Die Brauerei ist sicher bereits kräftig dabei, den Jahrgang 2018 des Maibocks zu planen.

Rotgolden und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Vom feinporigen Schaum gibt es nur recht wenig, der sich auch relativ schnell auflöst.

Dafür gefällt mir das Aroma. Mir steigen Karamellnoten und der Duft roter Beeren sowie einige blumige Noten in die Nase.

Der Antrunk ist mild mit einer angenehmen leichten Süße. Zusammen mit der spritzigen Kohlensäure ist dieses Bier vom ersten Moment an rund. Auch der Körper ist vollmundig und rund. Ein angenehmes Bitter kommt dazu und verbindet sich hervorragend mit dem Geschmack nach Karamell und Honig. Der Abgang ist freundlich bitter. Die Bitterstoffe sind nicht allzu kräftig, aber doch stärker als ich es aufgrund des Aromas erwartet habe.

Dieser Maibock passt gut zu den Gerichten der Saison, also zu Spargel und Spinat, aber durchaus auch zu den ersten Früchten des Frühlings, z.B. zu Erdbeeren.

Zutaten:

Wasser
Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Brauerei:

Brauerei HELLER GmbH
Roonstr. 33
50674 Köln
www.hellers.koeln

Hellers Leichtes Weizen

Nun steht Hellers Leichtes Weizen vor mir. Mit 2,8 Volumenprozenten Alkohol ist es das Sommerbier 2017 der kleinen Bio-Brauerei in Köln. So weit, so gut. Aber bereits das Etikett oder genauer die Zutatenliste auf dem Etikett lässt mich stutzen. Die Zutaten werden bekanntlich in der Reihenfolge der Mengen aufgeführt. Das Weizenmalz steht an zweitletzter Stelle zwischen Hopfen und Hefe. Entweder ist in diesem Bier nur sehr wenig Weizen enthalten oder die Zutatenliste ist in der falschen Reihenfolge. Dabei fällt mir auf, dass auf dem Etikett nicht einmal etwas von Bier steht. Irgendwie verwirrt mich das Bier bereits vor dem Öffnen der Flasche. Mal sehen ob mir das Bier besser gefällt als der Aufdruck des Etiketts.

Die Farbe gefällt mir jedenfalls schon einmal. Rotgolden und hefetrüb präsentiert sich Hellers Leichtes Weizen im Glas. Die Schaumkrone ist für ein Weizenbier recht klein und grobporig, aber trotzdem bleibt der Schaum recht lange erhalten.

Das Bier duftet weizentypisch nach Banane, aber auch nach anderem Obst, es könnte sich um Stachelbeeren handeln. Allzu intensiv ist das Aroma nicht, aber es spricht mich durchaus an.

Der Antrunk ist nicht zu süß und gut auf die Menge der sehr feinperligen Kohlensäure abgestimmt. Von Anfang bis Ende ist Hellers Leichtes Weizen für ein Lightbier erstaunlich intensiv. Die Zunge erkennt eine abgestimmte fruchtige Säure, zu der sich schnell ein zurückhaltendes Bitter gesellt. Der Abgang wird durch ein mildes Bitter mit langem Nachklang geprägt.

Ich bin mir nicht wirklich sicher, was ich von diesem Bier halten soll. Einerseits hat es Hellers geschafft, ein leichtes Bier mit intensivem Geschmack zu kreieren. Das ist keine Selbstverständlichkeit und soweit gefällt mir das Ergebnis. Allerdings fehlt mir bei diesem Bier doch jegliche Intensität. Da habe ich schon bessere Biere von Hellers getrunken, das waren aber keine Lightbiere. Jetzt drehen sich meine Gedanken im Kreis und ich beende die Betrachtung.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Blanc), Weizenmalz, Hefe

Alkoholgehalt:

2,8 %

Brauerei:

Brauerei Heller GmbH
Roonstr. 33
50674 Köln
www.heller.koeln

Liebhart’s „Dat Schwatte“

Jetzt steht ein Schwarzbier aus Ostwestfalen für mir. Diese Gegend ist für Nordrhein-Westfalen ungefähr das, was Franken für Bayern ist. Hier wie dort gibt es viele kleine Brauereien, die kein 08/15-Bier brauen, sondern deren Produkte Charakter haben. Die Biere schmecken nicht jedem und das wollen sie auch nicht, sondern hier findet jeder sein unverwechselbares Bier. Die Bierspezialität, die jetzt vor mir steht, hat die Brauerei nach eigenen Angaben im Jahr 2009 auf der Grundlage eines alten Rezepts neu entwickelt. Jetzt will ich “Dat Schwatte” von der Brauerei Liebhart’s aus Detmold verkosten.

Dat Schatte trägt seinen Namen zu Recht. Blickdicht schwarz ist es mit einer leicht überdurchschnittlichen hellbraunen sahnigen Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. An der Optik gibt es schon mal nichts auszusetzen.

Röstaromen nach dunkler Schokolade prägen das Aroma. Der Duft gefällt mir durchaus, auch wenn die Röstaromen die Düfte des Aromahopfens vollkommen in den Hintergrund drängen. Der Hopfen ist bestenfalls zu erahnen.

Der Antrunk ist angenehm trocken, spritzig, voluminös und frisch. Die Röststoffe dominieren auch den Geschmack deutlich. Aber auf der Zunge kommt nicht so sehr der Geschmack von Schokolade an, sondern eher von Espresso. Der Abgang ist anfangs freundlich bitter, klingt aber mit dem Geschmack dunkler Schokolade und von Espresso nach.

Dat Schwatte ist das ideale Bier zum Nackensteak oder bei einem Grillabend.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Aromahopfen

Alkoholgehalt:

4,6 % Vol.

Brauerei:

Liebhart’s Privatbrauerei GmbH & Co. KG
Am Gelskamp 6
32758 Detmold
www.residenz-biere.de

Krombacher Weizen 0,0 %

Da es derzeit recht heißes Wetter vorherrscht stürze ich mich jetzt auf ein Weizenbier, das bekanntlich den Durst gut löscht. Zusätzlich nehme ich jetzt ein alkoholfreies Bier, damit mich der Alkohol nicht gleich in die Ecke legt. Und ich weiß nicht, wie häufig ich es bereits geschrieben habe: bei alkoholfreien Bieren befürchte ich immer einen eher wässrigen Geschmack, da der Geschmacksträger Alkohol fehlt. Aber es gibt ja durchaus einige alkoholfreie Biere, die dieses Manko nicht mehr haben. Mal sehen, ob das Krombacher Weizen 0,0 % zu diesen Bieren gehört.

Weizengelb, hefetrüb und mit einer recht großen Schaumkrone präsentiert sich das Bier im Glas. Der weiße Schaum fällt nur langsam in sich zusammen. Optisch macht das Bier also schon mal echt was her.

Das Aroma steht der Optik in nichts nach. Fruchtig nach Banane und Hefe duftet das Bier. Für ein alkoholfreies Weizenbier ist das Aroma gut, auch wenn ein weiterer Aromahopfen dem Aroma sicher noch mehr Komplexität verliehen hätte.

Der Antrunk ist überraschend intensiv, frisch und spritzig. Die Frische stammt von der sehr feinperligen Kohlensäure. Schnell kommt eine vollmundige Fruchtigkeit zum Vorschein, bei der die Banane sich etwas in den Vordergrund schiebt. Der Abgang ist mild und sehr wenig bitter. Er klingt auch nur kurz nach.

Für ein alkoholfreies Weißbier ist das Bier wirklich lecker, auch wenn es mit Alkohol sicher noch runder schmecken würde.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt, Gärungskohlensäure, Hefe

Brauerei:

Krombacher Brauerei
57223 Krombach
www.krombacher.de

Krombacher Pils 0,0 %

Nun steht eine neue Kreation aus Krombach im Kreis Siegen-Wittgenstein vor mir, ein alkoholfreies Pils. Bekanntlich gibt es zwei Möglichkeiten, ein alkoholfreies Bier herzustellen: entweder wird die Gärung unterbrochen, so dass lediglich etwas Kohlensäure entsteht, aber nur wenig Alkohol, oder das Bier wird fertiggebraut und der Alkohol wird dem Bier anschließend entzogen. Die Krombacher Brauerei kombiniert diese beiden Verfahren und erhält damit ein Bier, dass als wirklich alkoholfrei verkauft werden darf. Alkoholfrei bedeutet in diesem Fall, dass das Bier weniger als 0,05 Volumenprozent Alkohol enthält. Zum Vergleich: Apfelsaft enthält bis zu 0,38 Volumenprozent Alkohol. Da es bislang noch niemandem gelungen ist, sich mit Apfelsaft zu betrinken, können wir auch den noch vorhandenen Alkohol im Krombacher vernachlässigen.

Goldgelb und kristallklar präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge feinporiger weißer Schaum, der erstaunlich lange erhalten bleibt. Zusätzlich enthält das Bier viel feinperlige Kohlensäure. Gegen die Optik ist schon mal nichts einzuwenden.

Das Aroma wird durch das Malz geprägt, das Bier duftet nach Toffee, dazu kommen Noten von Kräutern und Gras.

Der Antrunk ist leicht süß und spritzig. Aber erst als sich das Bier auf der Zunge ausbreitet wird der Geschmack voll und rund. Süße, Säure und Bitterkeit sind recht gut ausgewogen und auch der leicht bittere Abgang klingt lange nach.

Für ein alkoholfreies Bier ist das Krombacher 0,0 % alkoholfrei recht gut. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass da noch mehr geht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt, Gärungskohlensäure

Alkoholgehalt:

> 0,05 % Vol.

Brauerei:

Krombacher Brauerei
57223 Krombach
www.krombacher.de

Stauder Jacob

Nun verkoste ich mal ein Bier der Brauerei Stauder aus Essen. Lange habe ich Stauder als ziemlich langweilig wahrgenommen, es gab Pils und Helles, das Pils auch in einer alkoholfreien Variante, und das war es dann auch schon. Damit macht die Marke Stauder auf mich einen eher langweiligen Eindruck. Damit ist erst einmal nichts gegen die Qualität der Biere oder des Unternehmens gesagt. Schließlich gehört zu Stauder auch die Borbecker Brauerei, die richtig gute Biere herstellt. Aber unter der Marke Stauder gibt es normalerweise nur die drei erwähnten Biere. Nachdem die Brauerei in diesem Jahr 150 Jahre alt wird, hat sie ein Jubiläumsbier herausgebracht, das Jacob. Auf der Website wird nicht klar, ob das Jacob nur im Jubiläumsjahr 2017 angeboten wird oder ob dieses Bier Teil des Standardsortiments ist.

Hell bernsteinfarben und kristallklar zeigt sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittlich große Blume aus feinporigem weißem Schaum, die sehr lange erhalten bleibt. Die Optik ist also nicht zu bemängeln.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert. Die wichtigste Note in das Toffee. Dazu kommen grasige, blumige Noten des Hopfens sowie ein Hauch Zitrus. Mir persönlich fehlt da etwas Komplexität, aber auch das Aroma ist fehlerfrei, wenn auch verbesserungsfähig.

Der Antrunk ist spritzig und leicht süß. An dieser Stelle gibt es nichts zu meckern. Aber sobald sich das Bier auf der Zunge ausbreitet, kommt ein Loch. Jetzt fehlt wirklich der Geschmack. Erst im Abgang erscheint ein angenehmes und nicht zu kräftiges Bitter mit kurzem Nachklang.

Das Jacob ist ein Bier, das sich wohltuend aus dem Pils-Einerlei abhebt, das dem Ruhrgebiet gerne nachgesagt wird, auch wenn das nicht mehr unbedingt stimmt. Sollte es noch mehr Spezialitätenbiere aus der Brauerei Stauder geben, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass irgendwann ein Bier dabei sein wird, das mir richtig gut gefällt.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Saphir), Hefe

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Brauerei:

Privatbrauerei Jacob Stauder GmbH & Co. KG
Stauderstr. 88
45326 Essen
www.stauder.de