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Fiege Gründer

Neun unterschiedliche Biere sowie drei Bier-Mischgetränke bietet die inhabergeführte mittelständische Brauerei aus Bochum an und damit ist sie der unangefochtene Platzhirsch in ihrer Heimatstadt. Außerdem ist die Brauerei Mitglied bei den Freien Brauern, einem Verbund führender unabhängiger Familienbrauereien. Jetzt steht das Fiege Gründer vor mir, ein Export.

Intensiv golden leuchtet mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber steht eine feinporige Schaumkrone, die recht lange erhalten bleibt. Optisch hat die Brauerei schon mal alles richtig gemacht.

Das Aroma ist malzbetont, unterstützt durch die Würzigkeit des Hopfens. Das macht schon mal Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist mäßig süß und das Malz macht sich auf der Zunge breit, unterstützt durch die feinperlige Kohlensäure. Ein leichtes Bitter kommt dazu, so dass das Bier rund und recht süffig wird. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger, bleibt aber mild.

Das Gründer aus der Brauerei Moritz Fliege ist unaufgeregt und gut trinkbar.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsener, Helles Karamellmalz), Hopfen (Perle, Tradition)

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

11,8 %

Brauerei:

MORITZ FIEGE GmbH & Co. KG
Moritz-Fiege-Straße 1
44787 Bochum
www.moritz-fiege.de

Walter Bräu Weizen

Nun steht das Weizenbier von Walter Bräu in Wesel-Büderich vor mir. Die kleine Brauerei wurde 2005 im Keller eines Reihenhauses als Hobby gestartet. Nachdem das Bier immer mehr Freunde fand entschloss sich Walter Hüsges im Jahre 2007 die Brauerei in Wesel-Büderich aufzubauen und offiziell eine Hausbrauerei zu eröffnen. Vor diesem Hintergrund erschließt sich das Motto: “Vom Hobby zum Beruf, zurück zu den Wurzeln.”

Ziemlich einmalig ist die Braustube. Ich kenne keine andere Gaststätte, in der die Gäste ihr eigenes Essen mitbringen dürfen, um es bei einem Bier (das dann selbstverständlich dort erworben werden muss) zu genießen. Dabei können die Gäste den Brauer bei seiner Arbeit beobachten. Auch der Garten ist etwas Besonderes. Dort können die Gäste grillen, ein Fondue oder ein Raclette zubereiten. Grill, Fondue oder Raclette-Gerät stellt die Brauerei für kleines Geld zur Verfügung. Nur die Lebensmittel bringen die Gäste selbst mit. Aber kommen wir zum Bier, wegen dem die meisten Menschen eine Brauereigaststätte besuchen.

Goldgelb und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine feinporige Schaumkrone. Diese fällt allerdings im Vergleich zum Schaum anderer Weizenbiere recht schnell in sich zusammen. Aber die Optik passt.

Das Bier duftet nach Weizen, Banane und Zitrusfrüchten. Bei der Auswahl der Hopfensorten hat der Brauer ein gutes Händchen gehabt.

Der Antrunk ist leicht süß und die feinperlige Kohlensäure sorgt für eine ordentliche Frische. Auf der Zunge ist aber Schluss mit dem guten Eindruck. Die Säure kommt in den Vordergrund und überdeckt jeden anderen Geschmack. Lediglich die Hefe kann sich noch einigermaßen gegen den sauren Geschmack behaupten. Der Abgang ist dann wieder mild, es sind kaum Bitterstoffe zu schmecken und ein Nachklang ist praktisch nicht vorhanden.

Die anderen Biere aus Büderich haben mir eigentlich recht gut gefallen. Das Weizenbier enttäuscht mich aber.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Walter Bräu Büderich
Perricher Weg 54c
46487 Wesel
www.walterbrau.de

Stauder Ruhrtyp Hell

Stauder ist in Essen der Platzhirsch unter den Brauereien. Das ist eigentlich auch kein Wunder, ist es doch die einzige alteingesessene Essener Brauerei. Und auch wenn die Ruhris bevorzugt Pils trinken, hat Stauder mit dem Ruhrtyp seit einigen Jahren auch ein Export im Angebot, um auch den Liebhabern schwächer gehopfter Biere etwas anbieten zu können.

Intensiv goldfarben präsentiert sich das Ruhrtyp im Glas, gekrönt mit einer leicht überdurchschnittlichen Menge feinporigen weißen Schaums, der lange erhalten bleibt. Die Optik gefällt mir schon mal.

Teigige und würzige Düfte steigen mir in die Nase. Auch das Aroma weiß zu begeistern.

Der erste Kontakt des Bieres mit der Zunge zeigt eine angenehme Spritzigkeit und das Bier macht einen relativ trockenen Eindruck. Damit schmeichelt sich das Bier schon mal bei mir ein. Leider fällt es anschließend in ein Loch, aus dem es erst beim überraschend bitteren Abgang herauskommt, der sehr lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Brauerei:

Privatbrauerei Jacob Stauder GmbH & Co. KG
Stauderstraße 88,
45326 Essen
www.stauder.de

der Geruch leicht würzig. Der Antrunk ist relativ mild, leicht malzig und es schmeckt relativ vergoren. Es hat etwas von einem Diätbier. Leicht würzig wird es mit der Zeit, der Hopfen hat eine leicht bittere Note, mehr passiert da aber nicht. Ziemlich langweilig muss ich sagen. Einzig der Antrunk mit seiner leichten Süße und dem brotigen Geschmack kann gefallen. Der Rest ist harmlos… Alles in allem eher Durchschnitt.

Liebhart’s Bio Weizen naturtrüb

Die Brauerei Liebharts aus Detmold steht nicht nur für Bier, das mit Rohstoffen aus kontrolliert biologischem Anbau gebraut wird, sondern sie versucht auch, die Rohstoffe regional einzukaufen. Das gilt auch für Dienstleistungen, beispielsweise von Handwerkern. Die Brauerei schreibt weiter: “Als Unternehmer mit ausgeprägtem Heimatbezug arbeiten wir nicht nur mit dem ortsansässigen Handwerk und regionalen Zulieferern zusammen, wir schauen ebenso auf die Umweltverträglichkeit der Produktion und auf nachhaltiges Wirtschaften. Die Verwendung von Ökostrom Lippe der Stadtwerke Detmold und die Energierückgewinnung in der Brauerei schont Ressourcen und die Technologie Ohren und Nase der Nachbarn.” Jetzt steht vor mir ein naturtrübes Weizenbier aus der ostwestfälischen Brauerei.

Intensiv goldfarben und mit recht viel Hefe fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich für ein Weizenbier vergleichsweise wenig Schaum, was Konsumenten, die Probleme mit dem Einschenken von Weizenbier haben, sicherlich entgegenkommt. Als Ausgleich ist der Schaum reinweiß und feinporig und er bleibt lange erhalten. An der Optik ist absolut nichts auszusetzen.

Die für ein Hefeweizen typischen Düfte nach Weizen und Nelken steigen mir in die Nase, unterstützt durch einen Hauch Orangenschale. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist spritzig. Die reichlich vorhandene Kohlensäure passt sich gut der leichten Süße an. Das Mundgefühl ist rund und voll. Das Malz kommt zusammen mit der Hefe gut zum Tragen und der Hopfen sorgt für ein ausgewogenes angenehmes Bitter. Im Abgang hält sich ein leichtes Bitter recht lange.

Liebhart’s Bio Weizen naturtrüb ist ein angenehmes und süffiges Weißbier ohne Ecken und Kanten, dafür mit viel Geschmack.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Liebharts Privatbrauerei GmbH & Co. KG
Am Gelskamp 6
32758 Detmold
www.residenz-biere.de

Liebharts Bio Malz

Normalerweise trinke ich kein Malzbier, aber bei diesem Erzeugnis aus Ostwestfalen mache ich doch mal eine Ausnahme. Bislang haben mir alle Biere aus der Brauerei in Detmold recht gut gefallen und wenn die Brauer sich die zusätzlichen Kosten für Biozutaten aufbürden, geben sie sich meist mehr Mühe mit dem Bier, was der Qualität eindeutig zugutekommt. Und letztendlich macht mich die Süßung dieses Malzbiers neugierig. Liebharts Bio Malz wird nicht mit weißem Industriezucker gesüßt, sondern mit Rohrzucker und Reissirup. Diese Süßungsmittel sind zwar nicht unbedingt gesünder als Industriezucker, aber da sie nicht chemisch gereinigt wurden enthalten sie noch Geschmackstoffe, weshalb ich mir durchaus vorstellen kann, dass dieses Bier gut trinkbar ist.

Dunkel-rotbraun ergießt sich das Malzbier ins Glas. Schaum bildet sich fast nicht, und das bisschen Schaum, das sich aufbaut, verschwindet auch fast sofort wieder. OK, das ist bei einem solchen Getränk auch nicht anders zu erwarten.

Das Aroma ist malzig-süß, etwas Karamell kommt dazu und der Hopfen ist bestenfalls zu ahnen. Die Süße war bei dieser Zutatenliste zu erwarten, denn Wasser steht an erster Stelle, danach kommen Malz, Rohrzucker und Reissirup. Aber immerhin ist die Süße nicht so penetrant wie bei einer Limonade oder den Malzgetränken der Industrie.

Auch im Geschmack ist die Süße der vorherrschende Eindruck. Nicht so sehr wie bei Industrieprodukten oder beim Kinderbier, das ich aus der Brauerei Super des Fagnes im belgischen Mariembourg mitgebraucht habe, aber auch das Malzbier von Liebharts ist mir deutlich zu süß. Außerdem enthält es kaum Kohlensäure, so dass es von Anfang an etwas abgestanden wirkt. Eventuell war aber auch das Gummi des Bügelverschlusses porös und bei einem heilen Gummi würde das Bier mehr Kohlensäure enthalten und damit erfrischender sein.

Mein Bier ist das nicht, aber es hat sicher auch seine Liebhaber, denn ansonsten würde es sich nicht verkaufen und in der Folge nicht weiter hergestellt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Rohrzucker, Reissirup, Hopfen

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Liebhart’s Privatbrauerei GmbH & Co. KG
Am Geldkamp 6
32758 Detmold
www.residenz-biere.de

Friedensreiter Bräu Dunkel

Das dunkle Lager, das jetzt vor mir steht, wird von der Brauerei vollmundig beworben: “Friedensreiter Dunkel ist eine malzig-würzige Bierspezialität. Durch den hohen Einsatz von Karamellmalzen entsteht ein einzigartig aromatischer Geschmack. Die dunkle Bernsteinfarbe wird durch den Einsatz von Röstmalzen erzielt, leichte Röst- und Kaffeearomen prägen den Geschmack. Eine dezente Hopfennote rundet das Geschmackserlebnis ab, die leichte Kohlensäure macht das Bier rezent-prickelnd und süffig. Ein Traum von einem dunklen Bier.” So weit, so gut. Zusätzlich sind die Biere von Friedensreiter nicht nur aus Zutaten gebraut, die aus kontrolliert biologischem Anbau stammen, sondern bei der Auswahl der Rohstoffe achtet die Brauerei auch darauf, dass es sich um alte Sorten handelt. Den Grund dafür teilt die Brauerei in einer Pressemitteilung mit: “Durch den Einsatz historischer Sorten wie z. B. Dr. Franks grannenabwerfender Imperialgerste, Chevallier von Neuhaus oder Heines Goldthorpe wirkt Friedensreiter® Bräu der zunehmenden Verarmung der biologischen Vielfalt in der Landwirtschaft entgegen. Die einzigartige Aromen- und Geschmacksvielfalt der Inhaltsstoffe wird auf die handgemachten Biere übertragen.” Dann will ich mal testen, ob sich diese Auswahl wirklich auf das Bier auswirkt.

Dunkel bersteinfarben bis rubinrot präsentiert sich das Lager im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Röstaromen und auch ein Hauch des Hopfens steigen mir in die Nase. Ich rieche Karamell und Trockenfrüchte, die an Rosinen erinnern.

Der Antrunk ist recht süß, was aber zu der reichlich vorhandenen sehr feinperligen Kohlensäure passt. Dabei ist der Geschmack angenehm frisch. Süße und Frische bleiben auch auf der Zunge bestehen und sorgen für ein rundes und vollmundiges Mundgefühl. Der Abgang ist mild und die Röststoffe kommen in den Vordergrund. Bitterstoffe sind nur gering vorhanden. Trotzdem klingt der Geschmack lange nach.

Das Friedensreiter Bräu gefällt mir gut. Es ist ein unkompliziertes Craft Beer, das ohne Experimente auskommt, sondern einen bewährten Bierstil bestens umsetzt. Damit dürfte es nicht nur ausgesprochenen Craft Beer-Trinkern gefallen, sondern auch der durchschnittliche Biertrinker, für den Bier halt nach Bier schmecken soll, dürfte Gefallen an diesem Lager finden.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,8 %

Bittereinheiten:

26 IBU

Brauerei:

NUDGE products GmbH
Altenberger STr. 38
48565 Steinfurt
www.friedensreiterbraeu.de

Friedensreiter Bräu Helles

Am Ende des Dreißigjährigen Krieges wurden die Friedensverhandlungen an zwei Orten geführt – in Münster und Osnabrück. Um die Verhandlungen koordinieren zu können, wurde eine historische Nachrichtenverbindung eingerichtet. Die 170 Kilometer zwischen den beiden Städten überbrückten die sogenannten “Friedensreiter”, welche die Botschaften und Depeschen zwischen den beiden Städten überbrachten. Die Verhandlungen führten letztendlich zum Westfälischen Friede von 1648. Heute erinnert die Friedensroute, ein 170 km langer Radweg zwischen Münster und Osnabrück, noch an diese Verhandlungen und die in Steinfurt beheimatete Brauerei Nudge hat in Erinnerung an die historischen Friedensverhandlungen die Marke Friedensreiter Bräu aus der Taufe gehoben. Unter dieser Marke produziert die Brauerei drei Biere – das Helle, das Dunkle sowie ein Pale Ale. Wilhelm, der Braumeister, war auf dem Hopfenfest in Essen vor Ort und hat mir sowohl das Helle und das Dunkle mitgebracht; das Pale Ale stand zu diesem Zeitpunkt kurz vor der Abfüllung, so dass ich dieses Bier erst zu einem späteren Zeitpunkt vorstellen kann. Jetzt geht es aber erst einmal um das Helle.

Intensiv goldgelb galoppiert der Friedensreiter ins Glas. Dabei bildet er eine durchschnittlich große und größtenteils feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Die Optik gefällt mir schon mal. Ein Helles wie gemalt.

Der Malzkörper dominiert das Aroma. Es ist leicht süßlich, bringt aber auch einige würzige Noten mit. Damit ist es stiltypisch.

Der Antrunk ist minimal süß. Dabei ist die feinperlige Kohlensäure recht knapp dosiert. Da hätte ich mir etwas mehr gewünscht. Aber das ist ja Geschmackssache. Auf der Zunge entwickelt sich eine erstaunliche Würzigkeit mit einem leichten Bitter, das auch eine geringe Säure mitbringt. Damit wird der Friedensreiter wunderbar süffig. Obwohl der Abgang wirklich mild ist, klingt er doch lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,5 %

Bittereinheiten:

24 IBU

Brauerei:

NUDGE GmbH
Altenberger Str. 38
48565 Steinfurt
www.fiedensreiterbraeu.de

STIL: Helles | STAMMWÜRZE: 11,5% | ALKOHOL: 4,9% | BITTERE IBU: 24 | TRINKTEMPARATUR: 7°C | FARBE: Gelbgold | TASTE: angenehm malzig und feinherb

Stauder Bierchen

Im letzten Jahr hat die Brauerei Stauder aus Essen zu ihrem 150jährigen Jubiläum das Stauder Jacob auf den Markt gebracht. Mit diesem Jubiläumsbier hatte Stauder begonnen, die eingetretenen Pfade zu verlassen. In diesem Jahr hat die Brauerei unter Leitung von Axel Stauder ein weiteres Bier nachgeschoben. Der Name dieses Bieres ist so gewöhnlich, dass er mir schon wieder originell vorkommt, es heißt einfach Bierchen. Das Etikett verspricht einiges: “Hopfig, fruchtig, ehrlich! Aromastarkes frisches Charakter-Bierchen, handwerklich gebraut!” Na gut, dann will ich mich mal überraschen lassen.

Golden, leicht hefetrüb und mit einer sehr großen Schaumkrone, die nur langsam in sich zusammenfällt, macht das Bier optisch schon mal einen guten Eindruck.

Das Aroma ist fruchtig-frisch. Düfte nach Zitronenschale und Grapefruit steigen mir in die Nase, aber auch der Malzkörper steuert einige süßen Noten bei.

Der Antrunk ist wenig süß und frisch. Auf der Zunge spiegeln sich die fruchtigen Noten des Aromas wider, dazu kommt ein mildes Bitter. Bis hierhin gefällt mir das Bierchen; es ist gerade jetzt im Sommer ein guter Durstlöscher. Der Abgang ist gering bitter und klingt mittellang nach. Hier ist wirklich noch Luft nach oben.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Citra, Simcoe), Hefe

Alkoholgehalt:

4,6 % Vol.

Brauerei:

Privatbrauerei Jacob Stauder GmbH & Co. KG
Stauderstr. 88
45326 Essen
www.stauder.de

Gaffel Sonnenhopfen

Viele Konsumenten meinen, dass die Brauereien in Köln nur Kölsch brauen können. Zwar macht das Kölsch den Großteil des in Köln gebrauten Bieres aus, aber die Brauerei Gaffel versucht sich seit einigen Jahren auch an einem Pale Ale, das nur im Sommer verkauft wird, dem Gaffel Sonnenhopfen. Von diesem Bier verspreche ich mir einiges. Es wurde nicht nur von der DLG mit der Goldmedaille ausgezeichnet, sondern auch der österreichische Bierpapst Conrad Seidl hat es einmal zum Bier der Woche gekürt.

Auf ihrer Website veröffentlicht die Brauerei recht umfangreiche Informationen über den Sonnenhopfen, besonders über den Hopfen Citra aus dem amerikanischen Yakima Valley, dem zweitgrößten Hopfenanbaugebiet der Welt, sowie über die obergärige Hefe aus eigener Zucht. Lediglich auf das Malz wird nicht näher eingegangen. Aber genug der Theorie, jetzt ist es an der Zeit, die Flasche zu öffnen.

Leuchtend golden und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Es bildet sich eine leicht überdurchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die recht lange erhalten bleibt. Dazu kommt noch eine reichlich dosierte und sehr aktive Kohlensäure. Optisch macht das Bier jedenfalls schon mal einen guten Eindruck.

Düfte nach Ananas, Zitrus, Mango und Zitronenschale steigen mir in die Nase, begleitet durch ein leichtes Biskuitaroma. Das Aroma ist so komplex, dass sicherlich jede Nase noch weitere Aromen feststellen wird. Kurz gesagt habe ich hier einen flüssigen Obstsalat vor mir. Das macht doch schon mal Lust auf den ersten Schluck.

Fruchtig und mit leichter Süße meldet sich das Bier auf der Zunge und vermittelt vom ersten Moment an einen schlanken und frischen Eindruck. Schnell gesellt sich ein gut abgestimmtes Bitter zur Fruchtigkeit, so dass das Bier rund, vollmundig und süffig ist. Der Abgang ist nur leicht bitter, während auch in der Kehle die Fruchtigkeit dominiert. Der Nachklang ist durchschnittlich lang.

Der Sonnenhopfen ist ein perfektes Sommerbier, das am Besten im Biergarten genossen werden möchte. Dazu ein leichtes Sommergericht mit Geflügel oder Fisch und eine nette Begleitung – schöner kann ein Sommertag nicht ausklingen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Citra), Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol. (diese Angabe stammt vom Etikett der Flasche, auf der Website ist von 4,7 % Vol. die Rede)

Bittereinheiten:

10 IBU

Brauerei:

Privatbrauerei Gaffel
Ursulaplatz 1
50668 Köln
www.sonnenhopfen.de

Vulkan IPA

Genau genommen beginnt die Geschichte der Vulkan Brauerei in Mendig bereits vor etwa 13.000 Jahren. Damals brach der Laacher-See-Vulkan aus, Bei diesem Ausbruch entstanden die Bimslagerstätten im Neuwieder Becken. Bis in das 19. Jahrhundert diente der Abbau des Bimssteins überwiegend der Mühlsteingewinnung. Seit dieser Zeit wurden die Basaltgewölbe von den bis zu 28 in Mendig ansässigen Brauereien als Kühl- und Lagerhallen genutzt. Das einzige noch betriebsfähige Kühllager befindet sich hier unterhalb der Vulkan Brauerei. Noch heute nutzt die Brauerei diesen Felsenkeller für die Lagerung ganz besonderer Edelbiere in original Bourbon-Holzfässern aus den USA.

Leuchtend kupferfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittlich voluminöse feinporige Schaumkrone mit einem Stich ins elfenbeinfarbene, die lange erhalten bleibt. Die Optik ist schon mal sehr ansprechend.

Für ein IPA duftet das Bier überraschend stark nach Karamell. Dieser Duft versucht, die fruchtigen Aromen in den Hintergrund zu drängen, was ihm aber nicht wirklich gelingt. Auch wenn die Zitrusnoten etwas zurückhaltend sind, können sie sich gut durchsetzen.

Der Antrunk ist halbtrocken, so dass die geringe Dosierung der Kohlensäure mir nicht sauer aufstößt. Auf der Zunge zeigt sich der Malzkörper erstaunlich selbstbewusst und das kräftige Bitter ist mit dem Malz hervorragend austariert. Dazu kommt eine angenehme Fruchtigkeit, die den Geschmack nach Zitrusfrüchten sowie Stachelbeeren beisteuert. Der Abgang besticht durch ein ordentliches Bitter mit ellenlangem Nachklang. Dieses IPA bleibt sicher im Gedächtnis.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Caramelmalz Hell, Pilsner Malz, Pale Ale, Münchner), Hopfen (Galaxy, Delta, Calypso (Citra), Topaz), Hefe

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Stammwürze:

17° Plato

Brauerei:

Vulkan Brauerei GmbH & Co. KG.
Laacher-See-Straße 2
56743 Mendig
www.vulkan-brauerei.de

Dieses Bier können Sie ab 12 Flaschen oder einem Bestellwert von mindestens 49 Euro (auch gemischt) versandkostenfrei online bestellen: