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Spaten Oktoberfestbier

Das Oktoberfest in München steht mal wieder vor der Tür und so ist es auch für mich an der Zeit, mal wieder ein Oktoberfestbier zu verkosten. Allerdings muss ich zugeben, dass ich gegenüber dem Oktoberfest so meine Vorurteile habe. Ich war bereits mehrfach während der Oktoberfestzeit in München, habe die Wiesn aber immer gemieden. Oktoberfest bedeutet für mich, dass in München die Hotelpreise explodieren und es deutlich mehr Betrunkene in den Straßen gibt (letzteres wurde mir von mehreren Gastronomen bestätigt, die während der jährlich stattfindenden Veranstaltung kaum etwas zu tun haben). Andererseits habe ich auch die Menschenströme gesehen, die zur Wiesn strömen. Irgendetwas muss das Event besonders machen. Ich glaube, wenn ich wieder einmal zur Zeit des Oktoberfests nach München fahre und auch die nötige Zeit aufbringen kann, werde ich mich einmal auf dem Festgelände umsehen und versuchen, das Geheimnis dieser Münchner Besonderheit zu ergründen. Aber jetzt bleibe ich erst einmal beim Bier und hoffe, dass ich trotz meiner Vorurteile eine halbwegs ordentliche Beschreibung zustande bringe.

In recht hellem Gold und beinahe blass präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittliche gemischtporige Schaumkrone, die aber lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist süß und würzig. Eigentlich nicht schlecht, aber irgendwie fehlt mir das Besondere. Der Duft ist einfach 08/15. Es gelingt dem Aroma nicht, mich zu begeistern.

Der erste Eindruck auf der Zunge wird durch eine recht kräftige Süße geprägt, was für sich noch ein Manko wäre, aber die Kohlensäure ist doch sehr zurückhaltend dosiert. Auch wenn die Kohlensäure sehr feinperlig und mild ist, fehlt dem Bier in dieser Kombination die Frische. Schnell gesellt sich ein für ein Märzen überraschend kräftiges Bitter dazu, das leider von keinerlei Fruchtigkeit begleitet wird. Im Abgang lässt das Bitter nach und der Nachklang ist nur kurz.

Mich kann das Oktoberfestbier nur sehr bedingt begeistern. Es ist süffig und lässt sich gut “hinter die Binde kippen”, aber ein wirklicher Genuss sieht für mich anders aus. Wenn es Ziel der Brauerei war, ein Bier zu brauen, das in Massen getrunken werden kann, ohne dass irgendjemand auf die Nuancen des Geschmacks achtet, dann hat sie dieses Ziel aber exakt erreicht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

5,9 % Vol.

Stammwürze:

13,7 %

Brauerei:

Spaten-Franziskaner-Bräu GmbH
80335 München
www.spatenbraeu.de

Borbecker Märzen

Märzen, häufig auch als Festbier bezeichnet, ist ein untergäriger Bierstil, der lange Zeit fast ausschließlich in Bayern und in Österreich gebraut wurde. Die Stammwürze beträgt in der Regel 13 bis 15° Plato, wodurch das Märzen zu einen durchschnittlichen Alkoholgehalt von 5 bis 6 Prozent aufweist. Märzenbiere sind malzbetont, aber der Brauer kann ihm auch eine deutliche Hopfenbittere hinzufügen. Märzen sind vollmundig und herzhaft. Jetzt steht das Märzen aus der Reihe “Borbecker Spezialitäten” aus der Brauerei Stauder in Essen vor mir.

In einem schönen Goldgelb zeigt sich das Bier im Glas. Es bildet leicht überdurchschnittlich viel feinporigen Schaum, der durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist malzig. Der Duft von Biskuitteig steigt mir in die Nase. Ich würde mir etwas mehr Hopfen wünschen, aber das ist mein persönlicher Geschmack.

Der Antrunk ist angenehm leicht süß. Im Gegensatz zu vielen anderen Bieren enthält es reichlich Kohlensäure. Dadurch ist der erste Eindruck sehr frisch. Auf der Zunge ist das Bier vollmundig und moussierend, intensiv und süffig. Der Alkoholgehalt von 6 Volumenprozent ist gut versteckt. Im Abgang zeigt sich ein leichtes angenehmes Bitter, das recht lange nachklingt.

Liebhaber milder Biere sind mit dem Märzen aus Borbeck gut bedient.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Brauerei:

Privatbrauerei Jacob Stauder
Stauderstr. 88
45326 Essen
www.stauder.de

Meckatzer Fest-Märzen

In der Regel bieten die deutschen Brauereien zum Winter eher Bockbiere als saisonale Spezialität an. Die Brauerei Meckatzer aus dem macht etwas anderes und braut ein weihnachtliches Märzen. Das Familienunternehmen wurde 1738 gegründet und befindet sich seit 1853 im Besitz der Familie Weiß.

Intensiv goldfarben und blank ist das saisonale Bier. Es enthält viel Kohlensäure und bildet eine durchschnittliche Menge feinporigen Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert, dazu kommen leichte würzige Noten, einfach angenehm.

Der Antrunk ist frisch und spritzig, dabei nicht allzu süß. Schnell kommt ein leichtes Bitter dazu sowie minimal eine fruchtige Säure. Insgesamt ist das Bier vollmundig, rund und süffig. Der Abgang ist nur wenig bitter und er klingt trotzdem lange nach.

Den Brauern aus Meckatz ist es mit ihrem Fest-Märzen gelungen, ein Bier zu kreieren, das sich an die typischen Eigenschaften seines Bierstils hält und trotzdem deutlich aus der Masse der Biere hervorsticht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Stammwürze:

13,5° Plato

Brauerei:

Meckatzer Löwenbräu Benedikt Weiss KG
Meckatz 10
88178 Heimenkirch
www.meckatzer.de

Andechs Spezial Hell

Wieder einmal steht ein Bier aus der Klosterbrauerei Andechs vor mir – diesmal das Spezial Hell. Da mir die anderen Biere vom heiligen Berg ausnehmend gut gefallen haben, sind meine Erwartungen entsprechend hoch angesetzt.

Hellgelb und klar ist das Bier im Glas, darüber ein recht feinporiger Schaum. Leider fällt der Schaum etwas schnell zusammen, was ich etwas enttäuschend finde. Der Duft wird von Malztönen mit einer milden Süße bestimmt.

Nehmen wir den ersten Schluck. Der Geschmack ist ausgeglichen und mild. Die Süße des Malzes und das Bittere des Hopfens harmonieren gut miteinander. Leider ist der Geschmack des Antrunks mir persönlich nicht intensiv genug. Dieser Eindruck wird aber schnell durch eine angenehme Würze verdrängt. Jetzt wird das Bier süffig und spritzig. Sicher genau das richtige Bier für jemanden, der eher auf milde Sorten steht. Auch wenn dieses Bier im Vergleich mit den bislang getesteten Bieren aus Andechs etwas abfällt handelt es sich eindeutig um ein überdurchschnittlich gutes Bier.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

5,9 %

Brauerei:

Klosterbrauerei Andechs
Bergstr. 2
82346 Andechs
www.andechs.de/

Eulchen Märzen

Die Geschichte des Eulchens begann genau wie bei vielen anderen Craft Beer-Brauern: die beiden Kommunikationsdesignstudenten Philip Vogel und Leonidas Lazaridis begannen als Hobbybrauer und kamen irgendwann auf die Idee, das Bier auch zu verkaufen. 2013 suchten sie sich eine kleine Brauerei, in der sie nach ihren Vorstellungen 2000 Flaschen brauen ließen. Sie mieteten einen Pop-Up-Store und bereits nach einer Woche war der erste Sud ausverkauft. Und da das Bier weiterhin nachgefragt wurde machten sie weiter.

2015 eröffneten sie die Trinkhalle in Bahnhofsnähe und bereits ein Jahr später den Biergarten am Schloss. Dort scheinen sie ganz gut im Geschäft zu sein. Jetzt steht das Märzen der beiden vor mir und will verkostet werden.

In kräftigem Bernstein und leicht hefetrüb erstrahlt das Bier. Die durchschnittlich große feinporige Schaumkrone hält sich lange. Gegen die Optik lässt sich schon mal nichts sagen.

Anfangs ist das Aroma fruchtig. Das Märzen duftet intensiv nach Limonen, Ananas und anderen Südfrüchten. Die Fruchtigkeit lässt bald nach und der Karamellduft des Malzes übernimmt das Kommando, unterstützt von einer leichten Likörnote, die das Karamell gut unterstützt.

Der Antrunk ist recht süß. Mir gefällt die sehr feinperlige Kohlensäure, von der ich mir aber etwas mehr gewünscht hätte. Der kräftige Körper ist ausgewogen und rund, so dass das Bier sehr süffig ist. Im Abgang mischen sich bittere und süße Geschmäcker, die mittellang nachklingen.

Als Märzen ist dieses Bier ungewöhnlich, aber sehr lecker.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Simcoe, Saphir), Hefe

Alkoholgehalt:

5,4 %

Stammwürze:

12,5 %

Brauerei:

Eulchen – Lazaridis, ´Vogel GbR
55118 Mainz-Neustadt
www.eulchen-bier.de

Rothaus Märzen Export/ Rothaus Märzen Eiszäpfle

Die Brauerei Rothaus verkauft zwei Märzen, das Rothaus Märzen Export und das Rothaus Märzen Eiszäpfle. Das hat mich etwas verwundert, denn weshalb sollte eine Brauerei zwei Märzen brauen? Ich habe zunächst im Internet recherchiert und an mehreren Stellen die Vermutung gelesen, dass es sich um das gleiche Bier handeln könnte. Genau wusste es aber niemand. In dieser Situation war es naheliegend, einfach mal bei der Brauerei nachzufragen. Es handelt sich tatsächlich um das gleiche Bier, lediglich in anderen Flaschen und mit anderen Etiketten.

In leuchtendem Gold präsentiert sich das Bier im Glas. Es enthält eine durchschnittliche Menge feinperlige Kohlensäure. Darüber bildet sich eine durchschnittlich voluminöse Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. An der Optik hat die Brauerei nichts falsch gemacht.

Das Aroma ist malzbetont. Ich rieche frisches Brot, unterstützt durch fruchtige Noten nach grünen Äpfeln und Birnen. Das Rothaus Märzen Export gefällt mir immer besser.

Der Antrunk ist spritzig und frisch. Schnell kommen noch einige Bitterstoffe dazu. Das Mundgefühl ist angenehm. Im Abgang treten die Bitterstoffe wieder in den Hintergrund, das Malz kommt mit dem Brotgeschmack zurück und bringt einige Kräuternoten mit sich. Das Bier klingt durchschnittlich lange nach.

Das Märzen Export aus dem Hause Rothaus ist ein sehr gut trinkbares Bier, das Konsumenten, die Fernsehbiere gewöhnt sind, sicherlich positiv überraschen wird, aber auch Trinker von Craftbieren nicht enttäuscht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Stammwürze:

13,4 %

Bittereinheiten:

25 IBU

Brauerei:

Badische Staatsbrauerei Rothaus AG
Rothaus 1
79865 Grafenhausen-Rothaus
www.rothaus.de

Erlkönig Festbier

Ich glaube, bei diesem Bier kann ich nichts verkehrt machen. Die Landbrauerei Ludwig Erl, die sich bereits in der sechsten Generation im Familienbesitz befindet, wurde im Jahr 2016 beim European Beer Star als beste Brauerei Bayerns ausgezeichnet. Und nicht nur das. Beim gleichen Wettbewerb, bei dem 124 Braumeister und Experten die Biere blind verkostet haben, wurde für ein Festbier weltweit nur einmal Gold verliehen. Und genau dieses Bier steht jetzt vor mir. Muss ich das Bier jetzt noch verkosten oder kann ich es gleich in den Himmel loben? Selbstverständlich bin ich auf ein so hochdekoriertes Bier neugierig und schenke es mir gleich ein. Vorher möchte ich mich aber noch bei der Brauerei für die Zusendung des Bieres für die Verkostung bedanken.

Leuchtend Goldgelb präsentiert sich das Erlkönig Festbier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittlich voluminöse Krone aus gemischtporigem Schaum, die auch durchschnittlich lange erhalten bleibt. Die Farbe des Bieres spricht mich absolut an, während meine Erwartungen beim Schaum vermutlich etwas zu hochgeschraubt waren. Aber gut, auf den Geschmack kommt es an.

Das Aroma ist betörend. Das Malz dominiert mit einem angenehmen Karamellduft, aber auch der Hopfen kommt mit grasigen und auch einigen blumigen Noten zu seinem Recht. Der Duft erinnert an eine frisch gemähte Wiese. Dieses Aroma in einem Biergarten auf dem Dorf – das erinnert an Urlaub.

Der Antrunk ist gehaltvoll und intensiv. Leichte Süße verbindet sich mit der feinperligen Kohlensäure, das gefällt mir. Aber richtig gut wird das Bier erst, als es sich auf der Zunge verteilt. Ich schmecke Äpfel und Birnen; dabei ist das Bier vollmundig und süffig. Der Abgang versucht zunächst mich zu enttäuschen, so mild ist er. Aber als das Bier bereits im Magen ist, entwickelt sich eine leichte hopfige Bittere, die lange nachklingt. Selten hat mich ein Bier im Abgang noch so überraschen können.

Mein kurzes Fazit: die Entscheidung der Juroren beim European Beer Star war vollkommen berechtigt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,1 % Vol.

Brauerei:

Erl-Bräu GmbH & Co. KG
Straubinger Straße 10
94333 Geiselhöring
www.erl-braeu.de

Hohentanner Märzen

Die Schlossbrauerei Hohenthann wurde 1864 gegründet. Im Jahr 1961 übernahm Klaus Rauchenecker die Brauerei, die heute von seinem Sohn geführt wird. Heute braut das Unternehmen 15 unterschiedliche Biere sowie zwei Sorten Radler und wirbt damit, dass es aus Hohenthann Biere für jede Gelegenheit gibt. Heute steht das Märzen vor mir, das mit dem Zusatz Festbier vermarktet wird. Der Hopfen stammt aus der Hallertau und das Malz kommt aus Bayern. Da auch das Bier nicht nur aus einer unabhängigen Privatbrauerei stammt, sondern auch regional vertrieben wird, können wir hier zweifelsfrei von einem regionalen Produkt sprechen.

Prämiert ist es auch. Im Jahr 2016 wurde es beim Meininger International Craft Beer Award mit der Goldmedaille ausgezeichnet. Ich kann also mit Fug und Recht mit einem sehr guten Bier rechnen.

Intensiv goldgelb mit einer sehr aktiven Kohlensäure präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge gemischtporiger Schaum, der anfangs recht schnell in sich zusammenfällt. Ein Rest bleibt aber lange erhalten.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert. Das Bier duftet nach Karamell und frischem Sauerteigbrot, auch einige blumige Noten steigen mir in die Nase.

Der Antrunk ist spritzig und leicht trocken. Das gefällt mir. Der vollmundige Körper ist intensiv und ausgewogen. Die immerhin 5,8 Volumenprozente Alkohol halten sich dezent im Hintergrund. Der Abgang ist mild bitter und klingt mittellang nach.

Ein Bier ohne Ecken und Kanten, aber trotzdem mit Charakter. Ich kann mir das Bier zu einem Rehbraten oder zu Sauerbraten vorstellen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,8 % Vol.

Stammwürze:

13,5 %

Brauerei:

Hohenthanner Schlossbrauerei
84098 Hohenthann
www.hohenthanner.de

Ostergold 2017

Kürzlich war ich in Nürnberg und habe dort die Hausbrauerei Altstadthof besucht. Die kleine Brauerei unterhalb der Burg braut neben einigen Bieren, die ständig im Angebot sind, auch etliche saisonale Bierstile. Dabei stammen sowohl das Malz als auch der Hopfen aus biologischem Anbau. Nun weiß ich nicht, ob sich die bessere Rohware nach den ganzen Verarbeitungsschritten in der Brauerei noch im Bier bemerkbar macht. Ich halte es für wahrscheinlich, dass die Brauereien, die bei den Zutaten nicht nur auf den Preis achten, sorgfältiger mit diesen Zutaten umgehen und sich mehr bemühen, das Beste aus dem Ursprungsmaterial herauszuholen. Aber das ist meine Spekulation. Als ich vor Ostern im Altstadthof war, gab es selbstverständlich das Ostergold aus dem Jahrgang 2017 und genauso selbstverständlich habe ich mir eine Flasche dieses Biers, von dem nur 500 Flaschen abgefüllt wurden, zur Verkostung mitgenommen. Eine Besonderheit dieser Brauerei sei noch erwähnt: sowohl der Hopfen als auch das Malz stammen aus der Region, was auch dem Werbespruch der Brauerei, Original Nürnberger Biergenuss, seinen Wahrheitsgehalt verleiht.

Altgold und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich viel beiger feinporiger Schaum, der lange erhalten bleibt. Optisch gibt es an diesem Bier nichts auszusetzen.

Das Aroma ist würzig, fast pfeffrig, was auf die Kalthopfung mit mehreren Hopfensorten zurückzuführen ist. Aus dem Hintergrund kommen auch Düfte von Südfrüchten zum Vorschein. Aber auch der Duft des Malzes kommt zu seinem Recht. Damit ist das komplexe Aroma bereits ein Genuss für sich und bildet ein Gesamtkunstwerk. Wenn der Geschmack da mithält, ist dieses Bier etwas ganz Besonderes.

Der Antrunk ist leicht süß und intensiv. Auch die Menge der Kohlensäure ist für meinen Geschmack perfekt gewählt. Aber erst als sich das Bier im Mund verteilt, kommt die gesamte Geschmacksfülle dieses Bieres richtig zur Geltung. Der Geschmack von Orangenschale gesellt sich zu den würzigen Noten, die bereits im Aroma vorhanden waren. Dabei unterstützt die Orangenschale die würzigen Geschmäcker aber nur, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Überhaupt sind die Süße, Säure und das Bitter in einem wirklich ausgewogenen Verhältnis. Im Abgang kommt das freundliche Bitter stärker hervor; dieser Geschmack klingt noch lange nach.

Wenn Sie einmal nach Nürnberg kommen, sollten Sie auf keinen Fall einen Besuch in der Hausbrauerei Altstadthof versäumen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Naturhopfen (Opal, Spalter), Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 %

Stammwürze:

13,3 % Vol.

Bittereinheiten:

26 IBU

Brauerei:

Hausbrauerei Altstadthof
Bergstr. 19-21
90403 Nürnberg
www.hausbrauerei-altstadthof.de

Allgäuer Büble Edelbräu

Urig sieht sie ja aus, die Flasche mit dem Allgäuer Büble Edelbräu. Aber was soll der kleine Junge mit dem großen Bierkrug auf dem vorderen Etikett? Sollen die Kinder im Allgäu das Bier trinken? Selbstverständlich nicht. Diese Abbildung soll die Traditionsverbundenheit der Brauerei demonstrieren. Und damit ist nicht die Tradition des Kinder- und Jugendalkoholismus gemeint. Bier in Flaschen abzufüllen war bis ins ausgehende 19. Jahrhundert nicht üblich. Die Brauereien haben das Bier ausschließlich in Fässer abgefüllt und wer zu Hause ein Bier trinken wollte, ging mit einem Krug in die nächste Gastwirtschaft und holte sich das Bier dort. Häufig wurden die Kinder zum Bierholen geschickt. Daran erinnert das Etikett. Jetzt will ich mal prüfen, ob der Inhalt der Flasche so ansprechend ist wie die Optik.

Intensiv golden steht das Bier im Glas, darüber bildet sich üppiger weißer cremiger bis feinporiger Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Optisch hält das Bier also, was ich mir von ihm versprochen habe.

Das Aroma ist malzbetont und würzig. Dazu kommt der Duft von Birnen. Nichts Überraschendes ist im Aroma, aber es scheint ein ordentliches Bier zu sein, das in seine Heimat passt.

Der Antrunk ist frisch und durch die feinperlige Kohlensäure spritzig; allerdings würde sich meine Zungenspitze durchaus über einen etwas intensiveren Geschmack freuen. Die Intensität kommt aber, nachdem sich das Bier im Mund verteilt hat. Die Süße des Malzes und die Bitterkeit des Hopfens sind ausgewogen. Ich würde mir aber doch etwas mehr Komplexität aus den gewählten Hopfensorten wünschen. Der Abgang ist von mittlerer Bitterkeit mit kurzem Nachklang.

Alles in Allem kein schlechtes Bier, das sich sicher gut zu einem bayerischen Essen trinken lässt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

12,5 %

Brauerei:

Allgäuer Brauhaus AG
Beethovenstr. 7
87435 Kempten
www.allgaeuer-brauhaus.de