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Maxlrainer Zwickl Max

Jetzt steht vor mir ein Bier zum Mitnehmen. Weshalb zum Mitnehmen? Ganz einfach: Die Flasche ist nicht mit einem Kronkorken verschlossen, sondern mit einer Abziehkappe mit einer Öse, so dass sie ohne einen Flaschenöffner aufgemacht werden kann.

Das Maxlrainer Zwickl Max ist ein Helles, das lediglich nicht gefiltert wird und daher noch die Hefe enthält und dementsprechend trüb ist. Naturtrübe Biere sind in den meisten Fällen süffiger als gefilterte Biere, da die Hefe ein Geschmacksträger ist. Trotzdem werden vor allem in Großbrauereien die meisten Biere gefiltert, da nicht nur der Geschmack geringer wird, sondern auf diese Weise auch einige Geschmacksfehler entfernt werden. Kommen wir jetzt aber zum Bier, das in den letzten Jahren regelmäßig von der DLG mit der Goldmedaille ausgezeichnet wurde.

Hellgolden und mit feiner Opaleszenz präsentiert sich das Bier im Glas. Die Farbe erinnert an Honig. Es ist leicht hefetrüb und bildet eine durchschnittlich voluminöse Schaumkrone, die aber recht flott in sich zusammenfällt. Mir fällt noch auf, dass das Zwickl Max recht viel Kohlensäure enthält.

Das Aroma ist frisch. Ich rieche Hefe, Limone und einige grasige Noten. Bis hierhin gefällt mir das Bier recht gut.

Der Antrunk ist wenig süß und der erste Eindruck wird durch die Kohlensäure geprägt. Das sorgt zwar für eine gewisse Frische, aber irgendwie fehlt mir etwas, so dass sich anfangs eine leichte Enttäuschung bei mir breitmacht. Die hält aber nicht lange vor. Auf der Zunge treffen sich das Malz und der verwendete Aromahopfen. Die leichte Süße verbindet sich mit einer hintergründigen Säure und einem minimalen Bitter zu einem vollmundigen und süffigen Mundgefühl. Im Abgang bleibt das Bitter mild und es klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenauszüge, Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Stammwürze:

12,3 %

Brauerei:

Schlossbrauerei Maxlrain
Aiblinger Str. 1
83104 Maxlrain
www.maxlrain.de

Borbecker Zwickl

Und wieder einmal steht ein Bier aus der zur Brauerei Stauder gehörenden Dampfbierbrauerei in Essen-Borbeck vor mir, diesmal das Zwickl.

Sehr schön bernsteinfarben ist das Zwickl. Es enthält allerdings vergleichsweise wenig Hefe. Quasi als Ausgleich bildet sich eine leicht überdurchschnittliche Krone aus festem Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist mild und wird vollständig durch das Malz und die Hefe bestimmt. Düfte nach Toffee und Hefe steigen mir in die Nase; Hopfen kann ich nicht riechen.

Der Antrunk ist wenig süß und ich stelle fest, dass die Kohlensäure sehr feinperlig ist. Schnell kommt eine leichte Säure dazu, die zusammen mit dem Malz für eine ordentliche Süffigkeit sorgt. Auch die Hefe meldet sich auf der Zunge, dazu wenig bitter. Auch im Abgang bleibt das leichte Bitter erhalten und es klingt noch lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

11,8 %

Brauerei:

Privatbrauerei Jacob Stauder
Stauderstr. 88
45326 Essen
www.dampfe.de

Altfränkisch Klosterbier

Die Klosterbrauerei in Weißenohe wurde Ende des 11. Jahrhunderts gegründet und gehört nach eigenen Angaben zu den ältesten Klosterbrauereien Deutschlands. Wann genau erstmals im Kloster Weißenohe Bier gebraut wurde lässt sich nicht mehr feststellen. Das Kloster wurde auf jeden Fall um das Jahr 1050 gegründet und vermutlich wird es nicht mehr allzu lange gedauert haben, bis dort regelmäßig Bier gebraut wurde. Schließlich gehörte Bier in der damaligen Zeit zur täglichen Ernährung. Die Mönche brauten bis zum Jahr 1803. In diesem Jahr wurden bis auf die Kirche die Gebäude des Klosters verkauft und der Braumeister übernahm die Brauerei, um zukünftig auf eigene Rechnung zu arbeiten. Im Jahr 1827 verkaufte er die Brauerei an Friedrich Kraus, dessen Familie das Unternehmen heute in der fünften Generation führt.

Bernsteinfarben glänzt das Bier im Glas. Ich sehe recht viel Kohlensäure sowie eine durchschnittliche Menge feinporigen Schaum, der durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Malz dominiert den Geruch des Altfränkisch Klosterbier. Neben dem Duft nach Toffee, der klar im Vordergrund steht, steigen mit auch leichte Röstaromen in die Nase. Der Hopfen ist, wenn überhaupt, im Aroma nur sehr dezent vorhanden.

Der Antrunk ist relativ süß, was aber zur reichlich vorhandenen Kohlensäure passt. Dann lässt das Bier seine Muskeln spielen. Der Geschmack ist rund, vollmundig, ausgewogen und dabei ungeheuer süffig. Damit ist das Bier aus der Weißenoher Klosterbrauerei ein typisches fränkisches Erzeugnis. Die Bitterstoffe kommen erst im Abgang zum Vorschein, sind dabei aber doch recht dezent.

Alles in Allem haben wir hier ein Bier, an das ich mich gewöhnen könnte.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Brauerei:

Klosterbrauerei Weißenohe
Klosterstr. 20
91367 Weißenohe
www.klosterbrauerei-weissenohe.de

Waldhaus Ohne Filter

Das Waldhaus Ohne Filter ist ein hefetrübes Kellerbier aus dem südlichen Teil des Schwarzwalds, das mit ganzem Doldenhopfen gebraut wird.

Vermutlich nicht ohne Grund wurde dieses Bier vielfach ausgezeichnet. Beim World Beer Award wurde es 2012 als World Best Seasonal Lager geehrt, beim International Taste & Quality Award in Brüssel erhielt es fünfmal 2 Sterne und dreimal drei Sterne, ebenfalls in Brüssel bekam es von 2012 bis 2017 in jedem Jahr die Goldmedaille, beim European Beer Star in München bekam es zweimal Gold, beim Meiningers International Craft Beer Award Platin, bei 1001 Degustations in Frankreich wurde es 2016 mit Silber und 2017 mit Gold ausgezeichnet und von der DLG bekam es insgesamt 18 Medaillen, davon immerhin zwölfmal Gold. Ich habe es jetzt nicht nachgeprüft, aber ich glaube, noch kein Bier, das ich hier verkostet habe, wurde häufiger ausgezeichnet.

Strohgelb und hefetrüb mit einem leichten Stich ins Grüne steht das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine sehr schöne feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Das gefällt mir schon mal.

Das Bier duftet blumig und erdig und der Naturhopfen spendet auch einige grasige Noten. Dazu kommen noch Düfte nach Vanille und Biskuitteig, unterstützt durch Vanille und etwas Waldhonig. Ein derart komplexes Aroma kann nur ein gutes Bier begleiten.

Durch die sehr feinperlige Kohlensäure ist der Antrunk spritzig. Sofort zeigt sich auch, wie vollmundig das Bier ist. Dabei sorgt die Hefe für ein weiches und rundes Mundgefühl. Der Abgang ist wenig bitter mit einem ordentlichen Malzgeschmack. Trotzdem kommt auch hier der Hopfen mit seinen grasigen Noten zu seinem Recht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Spalt, Tettnang, Hallertau), Hefe

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Brauerei:

Privatbrauerei Waldhaus
Waldhaus 1
79809 Waldhaus
www.waldhaus-bier.com

Aecht Nürnberger Kellerbier

Die Brauerei Tucher, die zum Radeberger Konzern gehört, bewirbt ihr Bier mit vollmundigen Worten: “Es war einmal … eine Zeit, da gab es in Nürnberg bis zu 42 Brauereien, die den Bierdurst der Bürger löschten. Um all das Bier kühl zu lagern, wurden tiefe Felsenkeller unter der Kaiserburg angelegt. Die richtige Lagerung ist auch bei unserem Aecht Nürnberger Kellerbier von entscheidender Bedeutung: Es reift in aller Seelenruhe und wird naturtrüb abgefüllt. Ein wahres Nürnberger Meisterbier.” Na, hoffentlich hat der Texter bei Radeberger da den Mund nicht zu voll genommen. An diesen Worten wird sich schließlich das Bier messen lassen müssen.

Intensiv golden steht das Bier im Glas. Mir fällt auf, dass es fast keine Hefe enthält, obwohl es doch als naturtrübes Bier angeboten wird. Na gut, diesen Effekt hatte ich ja bereits häufiger, so dass ich das der Tucher-Brauerei nicht ankreiden möchte, aber ein Bier, das fast wie gefiltert aussieht, hatte ich nicht erwartet und es war ja auch nicht versprochen worden. Die Krone aus gemischtporigem weißen ist überraschend klein und sie fällt auch schnell in sich zusammen.

Das Aroma ist blumig, dazu kommt bereits im Aroma eine leichte Malzsüße zum Vorschein. Damit enthält das Aroma keine falschen Töne, aber um mich zu begeistern ist es einfach zu wenig. Mit einer besseren Hopfenauswahl könnte mir das Aroma durchaus gefallen.

Der Antrunk ist leicht süß und wenig spritzig. Und so ähnlich geht es auch weiter. Der Körper ist schlank, wenig bitter und ohne Fruchtigkeit. Der Abgang ist ebenfalls nur gering bitter und er klingt nur kurz nach.

Nein, dieses Bier enthält keine falschen Töne, aber irgendwie von Allem zu wenig. So sehr ich mich auch anstrenge, kann ich dieses Bier nicht als Meisterbier anerkennen.

Alkoholgehalt:

12,5 % Vol.

Stammwürze:

12,5 %

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hefe, Hopfen, Hopfenextrakt

Brauerei:

Tucher Bräu GmbH & Co. KG
Tucher Straße 10
90763 Fürth
www.tucher.de

Hohenthanner Kellerbier Hell

Die niederbayrische Schlossbrauerei in Hohenthann wurde bereits im Jahr 1864 gegründet. Bis heute ist sie im Familienbesitz und von den großen Braukonzernen unabhängig. Bis heute arbeitet sie handwerklich und mit regionalen Zutaten. Der Hopfen kommt aus der Hallertau und das Malz aus Bayern. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Biere dieser Brauerei vielfach ausgezeichnet wurden, sowohl beim European Beer Star als auch bei Meiningers und der DLG. Das helle Kellerbier, das jetzt vor mir steht, wurde im Jahr 2013 beim European Beer Star mit der Silbermedaille geehrt. Es handelt sich um ein naturbelassenes untergäriges und helles Lagerbier, das im klassischen Einmaischverfahren hergestellt wurde.

Goldgelb präsentiert sich das Bier im Glas, dazu hefetrüb und mit einer agilen Kohlensäure. Darüber bildet sich eine durchschnittlich große Schaumkrone aus feinporigem weißem Schaum, die auch durchschnittlich schnell in sich zusammenfällt. Bei der Optik hat die Brauerei schon mal nichts verkehrt gemacht.

Das Aroma ist malzbetont. Ich rieche das Getreide und die Hefe. Dieser Duft wird durch blumige Noten und einen Hauch Bergamotte unterstützt. Das macht Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht süß und wird durch die sehr feinperlige Kohlensäure richtig schön spritzig. Schnell gesellt sich eine fruchtige Säure dazu, so dass ich meine, den Geschmack von Birnen zu schmecken. Insgesamt ist das Bier vollmundig und rund. Der Abgang ist mild und enthält nur wenige Bitterstoffe, so dass er auch nur kurz nachklingt.

An so ein Bier könnte ich mich gewöhnen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

11,8 %

Brauerei:

Hohenthanner Schlossbrauerei
Brauhausstr. 1
84098 Hohenthann
www.hohenthanner.de

Bitburger 1817 Jubiläumsbier

Nun will ich mich einem Bier der Bitburger Gruppe zuwenden, dem Bitburger 1817 Jubiläumsbier. Auch wenn Bitburger eigentlich nur für Fernsehbiere bekannt ist, hoffe ich doch bei einem Bier, das zum 200jährigen Jubiläum der drittgrößten Brauerei Deutschlands gebraut wurde, etwas mehr Charakter.

Goldgelb, recht hell und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittlich große gemischtporige weiße Schaumkrone, die leider recht schnell in sich zusammenfällt. Abgesehen von der kurzen Standzeit der Schaumkrone ist an der Optik nichts auszusetzen.

Das Aroma wird durch die Hefe dominiert. Dazu kommen fruchtige Noten nach Aprikose und Zitrusfrüchten.

Der Antrunk ist frisch und mäßig süß. Aber sobald sich das Bier im Mund verteilt, fällt das Bier in ein Loch. Allein Das Malz sowie der Hopfen mit seinen leichten grasigen Noten reichen hier leider nicht aus, um ein vollmundiges Bier zu bilden. Mehr Stammwürze könnte ein Lösungsweg sein; mehr Hefe ein weiterer, da mit der Entfernung der Hefe auch ein Teil des Geschmacks verlorengeht. Der Abgang ist dann unerwartet kräftig bitter, was nicht schlecht ist, aber auch nur kurz nachklingt.

Das Bitburger 1817 Jubiläumsbier würde ich zwar einem 08/15-Pils vorziehen, aber von einem echten Genuss ist es in meinen Augen doch noch recht weit entfernt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt, Hefe

Alkoholgehalt:

5 % Vol.

Stammwürze:

11,93 %

Brauerei:

Bitburger Braugruppe GmbH
54634 Bitburg
www.bitburger.de

Flensburger Kellerbier

Lange Zeit trauten sich die großen Brauereien nicht an das Kellerbier ran. Die Biere wurden alle gefiltert, teilweise wohl, weil die Biertrinker an klare Biere gewohnt waren. Außerdem verliert das Bier durch das Entfernen der Trubstoffe bis zu einem bestimmten Grad auch Fehlgeschmäcker. Auf der anderen Seite machen die Hefe sowie die anderen Trubstoffe das Bier vollmundiger und geschmackvoller, was vermutlich die steigende Beliebtheit der Kellerbiere, in Süddeutschland meist als Zwickl oder Zwickel bezeichnet begründet. In den letzten Jahren wurden die hefetrüben Biere immer beliebter und so versuchen sich nun auch die großen Brauereien daran. So auch die Brauerei in Flensburg, deren Kellerbier ich jetzt vor mir stehen habe.

Traditionell füllt das Familienunternehmen in Flensburg das Bier in die traditionellen Bügelflaschen ab. In den 1980er Jahren war das auch einer der Gründe, dass die Biere aus Flensburg (wenn ich mich richtig erinnere gab es damals ausschließlich das Pilsener) Kultstatus erlangten.

Optisch macht das Bier schon mal was her. Schön bernsteinfarben und hefetrüb steht das Bier im Glas, darüber viel sahniger weißer Schaum, der durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist malzbetont mit Anklängen getrockneter Datteln und einem Hauch Cognac. Dabei ist das Bier aber für ein norddeutsches Bier nur sehr zurückhaltend gehopft worden.

Der Antrunk ist relativ süß und die Kohlensäure sorgt für eine angemessene Frische. Schnell verschiebt sich der Schwerpunkt des Geschmacks hin zu bitter. Dabei bleibt der Geschmack aber vollmundig und rund. Der Abgang ist dann erstaunlich wenig bitter, aber jetzt macht sich der Alkohol bemerkbar, wodurch der Abschluss leicht sprittig ist.

Alles in Allem ist das Kellerbier aus Flensburg nicht schlecht, aber mir fehlt doch noch einiges an Charakter.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Flensburger Brauerei Emil Petersen GmbH & Co. KG
Munketoft 12
24937 Flensburg
www.flens.de

Red Castle Kellerbier

Jetzt habe ich ein Bier vor mir stehen, das ich von meinem letzten Aufenthalt in Nürnberg mitgebracht habe. Die kleine Brauerei verkauft ihr Bier und die anderen Produkte, die sie aus dem eigenen Bier herstellt, auf dem Hauptmarkt in Nürnberg. Als ich die Brauerei vor einigen Jahren kennenlernte, war sie ein Ein-Mann-Unternehmen. Ob das heute noch so ist entzieht sich meiner Kenntnis, aber groß ist sie nicht geworden, aber offensichtlich trotzdem erfolgreich. Immerhin hat Michael Bellair, der Brauer und Inhaber, vor einiger Zeit seine Website abgeschaltet, nach eigenen Angaben war die Pflege zu aufwändig und auch der Versand des Bieres war einfach nicht mehr leistbar. Außerdem ist die Brauerei vor einiger Zeit in größere Räumlichkeiten umgezogen. Die Brauerei ist im Internet inzwischen nur noch über Facebook zu erreichen.

Kräftig rot ist es, das Kellerbier aus Gräfenberg. Dazu kommen eine sehr lebhafte Kohlensäure und etwas Hefe. Auf dem Bier bildet sich eine leicht überdurchschnittliche Krone aus sahnigem weißem Schaum. Optisch macht das Bier schon mal einen sehr guten Eindruck.

Leichte Röstaromen sind der erste Eindruck des Aromas, unterstützt durch den Duft von Trockenfeigen und Rosinen. Dazu kommen noch leichte würzige Noten.

Der Antrunk ist intensiv, recht süß und durch die reichlich vorhandene Kohlensäure auch frisch. Ein Geschmack nach Banane mischt sich noch darunter. Schnell taucht noch eine leichte angenehme Säure und Fruchtigkeit auf, die den Geschmack abrunden. Mir persönlich fehlt noch etwas Bitterkeit, von der ich erwarten würde, dass sie dem Geschmack noch etwas mehr Komplexität verleihen würde. Auch der Abgang bringt nur ein leichtes Bitter hervor, das aber gut mit der Süße und Säure auf der Zunge spielt. Im Nachklang meine ich noch einen leichten Geschmack von Cognac zu bemerken.

Das Red Castle Kellerbier ist seinen Preis auf jeden Fall wert und wenn Sie einmal den Hauptmarkt von Nürnberg besuchen, sollten Sie sich die eine oder andere Flasche mitnehmen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Red Castle Brew
Gewerbepark Hüll 17
91322 Gräfenberg
https://www.facebook.com/search/top/?q=red%20castle%20brew

Detmolder Kellerbier

Nun habe ich mal wieder ein Bier aus Ostwestfalen-Lippe vor mir stehen, das Detmolder Kellerbier. Es stammt aus der 1863 gegründeten Brauerei Strate, die inzwischen in der fünften Generation in Familienbesitz ist und von den drei Schwestern Renate, Friederike und Simone Strate als geschäftsführende Gesellschafterinnen geführt wird. Friederike Strate war einmal die jüngste Braumeisterin Deutschlands.

Dunkel-rotbraun und hefetrüb steht das Bier im Glas. Darüber bildet sich leicht unterdurchschnittlich viel feinporiger Schaum, weiß mit leichtem Beigestich, der relativ schnell in sich zusammenfällt.

Das Aroma wird durch Röstaromen dominiert, vor allem durch den Duft dunkler Schokolade. Aber auch Vanille sowie einige blumige Noten steigen mir in die Nase.

Der Antrunk ist nur leicht süß und das Malz hält sich diskret zurück. Stattdessen sorgt die sehr feinperlige Kohlensäure für eine angenehme Spritzigkeit. Schnell kommt der Geschmack der dunklen Schokolade dazu, den ich bereits im Aroma festgestellt habe, gepaart mit überraschend vielen Bitterstoffen. Das Mundgefühl dieses Bieres ist nicht wirklich ausgewogen, aber mir gefällt es. Der Abgang ist dann trocken und überraschend mild. Er klingt recht kurz nach, nur ein leichtes Bitter bleibt mir lange erhalten.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Privatbrauerei Strate GmbH & Co. KG
32756 Detmold
www.brauerei-strate.de