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Lemke Black Rye IPA

Die Brauerei Lemke aus Berlin bescheibt diesen Bierstil so: “Zu Beginn des 18. Jahrhunderts entwickelten die Engländer mit dem dunklen, röstmalzbetonten Porter das erste Bier nach heutiger Brauart. Das nahmen sie auch mit auf ihre Reise nach Nordamerika, wo Roggen (Rye) das erste Brau-Getreide war, das die Auswanderer anbauten. Als schließlich 100 Jahre später mit dem IPA das erste helle und stark hopfenbetonte Bier das Licht der Welt erblickte – und seinen großen Siegeszug antrat, lag es nahe, beide Bierstile zu vereinen, das Black Rye IPA war geboren.” Mit dem Black Rye IPA von Lemke steht also ein traditioneller Bierstil vor mir und ich will jetzt mal feststellen wie er mir so gefällt.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier. Darüber bildet sich ein ordentlicher fester mittelbrauner Schaum, der nur langsam in sich zusammenfällt. Optisch gibt es an diesem Bier schon mal nichts auszusetzen.

Das Aroma überrascht mit seiner Komplexität. Anfangs dominieren fruchtige Aromen nach Ananas, Melone und der Süße getrockneter Feigen. Etwas später wagen sich auch Düfte nach Pumpernickel und Schokolade an die Oberfläche. Es lohnt sich also, der Nase mehr als einen Versuch zu gönnen.

Der Antrunk ist durch die Süße des Malzes geprägt, die durch die extrem feinperlige und sanfte Kohlensäure sowie den Noten nach Roggen umschmeichelt wird. Dabei ist das Bier überraschend frisch. Schnell kommt die Fruchtigkeit in den Vordergrund und die Aromen, die die Nase bereits festgestellt hat, spiegeln sich auf der Zunge wider. Ich frage mich nur, wo sich die 65 Bittereinheiten verstecken. Ein gewisses Bitter spielt beim Geschmack mit, aber irgendwie hätte ich ja mehr erwartet. Insgesamt produziert das Black Rye IPA ein angenehmes, rundes und samtiges Mundgefühl. Im Abgang lässt die Süße nach und macht einem fruchtigen und freundlichen Bitter mit sehr langem Nachklang Platz.

Die Brauer haben in Berlin ein Bier kreiert, an das ich mich glatt gewöhnen könnte.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale Ale, Caraaroma, Carafa), Roggenmalz, Hopfen (Cascade, Amarillo, Galaxy), Hefe

Alkoholgehalt:

7,2 % Vol.

Stammwürze:

18,5° Plato

Bittereinheiten:

65 IBU

Brauerei:

Brauerei Lemke GmbH
Dircksenstr., S-Bahnbogen 143
10178 Berlin
www.lemke.berlin

Vulkan IPA

Genau genommen beginnt die Geschichte der Vulkan Brauerei in Mendig bereits vor etwa 13.000 Jahren. Damals brach der Laacher-See-Vulkan aus, Bei diesem Ausbruch entstanden die Bimslagerstätten im Neuwieder Becken. Bis in das 19. Jahrhundert diente der Abbau des Bimssteins überwiegend der Mühlsteingewinnung. Seit dieser Zeit wurden die Basaltgewölbe von den bis zu 28 in Mendig ansässigen Brauereien als Kühl- und Lagerhallen genutzt. Das einzige noch betriebsfähige Kühllager befindet sich hier unterhalb der Vulkan Brauerei. Noch heute nutzt die Brauerei diesen Felsenkeller für die Lagerung ganz besonderer Edelbiere in original Bourbon-Holzfässern aus den USA.

Leuchtend kupferfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittlich voluminöse feinporige Schaumkrone mit einem Stich ins elfenbeinfarbene, die lange erhalten bleibt. Die Optik ist schon mal sehr ansprechend.

Für ein IPA duftet das Bier überraschend stark nach Karamell. Dieser Duft versucht, die fruchtigen Aromen in den Hintergrund zu drängen, was ihm aber nicht wirklich gelingt. Auch wenn die Zitrusnoten etwas zurückhaltend sind, können sie sich gut durchsetzen.

Der Antrunk ist halbtrocken, so dass die geringe Dosierung der Kohlensäure mir nicht sauer aufstößt. Auf der Zunge zeigt sich der Malzkörper erstaunlich selbstbewusst und das kräftige Bitter ist mit dem Malz hervorragend austariert. Dazu kommt eine angenehme Fruchtigkeit, die den Geschmack nach Zitrusfrüchten sowie Stachelbeeren beisteuert. Der Abgang besticht durch ein ordentliches Bitter mit ellenlangem Nachklang. Dieses IPA bleibt sicher im Gedächtnis.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Caramelmalz Hell, Pilsner Malz, Pale Ale, Münchner), Hopfen (Galaxy, Delta, Calypso (Citra), Topaz), Hefe

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Stammwürze:

17° Plato

Brauerei:

Vulkan Brauerei GmbH & Co. KG.
Laacher-See-Straße 2
56743 Mendig
www.vulkan-brauerei.de

Dieses Bier können Sie ab 12 Flaschen oder einem Bestellwert von mindestens 49 Euro (auch gemischt) versandkostenfrei online bestellen:

Zombräu Voodoo

Jetzt steht das letzte Bier von Tobias und Bastian Merches aus Mirskofen vor mir, das Zombräu Voodoo. Es ist ein leichtes IPA mit nur 3,7 Volumenprozenten. Das Etikett verspricht also ein leichtes Sommerbier für zwischendurch. Mal sehen, ob ein IPA mit so wenig Alkohol auch schmecken kann. An dieser Stelle sage ich noch einmal “Danke” an die beiden Brauer für die Zusendung der Biere.

Rotgolden und wenig hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas. Ich sehe reichlich Kohlensäure und es bildet sich viel feinporiger Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist fruchtig und für ein India Pale Ale erstaunlich mild. Düfte nach Limonen, Maracuja und Mango steigen mir in die Nase. Bis jetzt kann mich das Bier wirklich begeistern.

Der Antrunk ist fruchtig und hopfenbetont, aber auch der Malzkörper kommt zu seinem Recht und sorgt für eine leichte Süße. Diese Mischung überzeugt vom ersten Moment an. Schnell kommt ein ordentliches Bitter dazu, das etwa so kräftig ist wie die Fruchtigkeit und sie beinahe überdecken will. Der Geschmack ist nicht so stark wie bei IPAs mit mehr Alkohol, aber überraschend voll. Auch der Abgang kann überraschen. Er ist vergleichsweise mild und klingt trotzdem lange und angenehm nach.

Mit seinem relativ wenigen Alkohol, seiner Frische und seiner Fähigkeit, den Durst zu löschen, ist dieses Bier ideal für einen heißen Sommertag.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Helles Caramelmalz), Hopfen (Nugget, Amarillo), Hefe

Alkoholgehalt:

3,7 % Vol.

Brauerei:

Zombräu OHG
Obere Sendlbachstr. 19
84051 Mirskofen
www.zombraeu.com

Camba IPA

Camba Bavaria wurde im Jahr 2014 von Meiningers International Award als Craft -Brauer des Jahres ausgezeichnet. 2017 erschien in der Welt ein Artikel, in dem die Redaktion die Brauerei als eine der innovativsten Brauereien beschrieb, gemeinsam mit Maisel & Friends. Diese Beschreibung bezog sich allerdings nicht auf das Bier, sondern auf die Produktion. Die Brauerei beschreibt sich auf ihrer Website wie folgt: “Von der Produktion bis hin zum Vertrieb verfolgen wir gemeinsam ein Ziel: unseren Kunden beste Biere zu bieten – dabei steht der persönliche Kontakt und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit stets an erster Stelle. Unsere Expertise und die Bündelung unterschiedlichster Kompetenzen unter einem Dach zeichnet uns als Brauerei aus. Eine internationale Ausrichtung sowie geballtes Branchen-Know-How, ermöglicht es uns, Kunden aus aller Welt zu beliefern und einen reibungslosen Ablauf zu garantieren.” Na, dann wollen wir doch mal sehen, ob sich so viel attestierte Kompetenz auch im Bier niederschlägt.

Mit seiner dunklen Bernsteinfarbe, die einen deutlichen Rotstich aufweist und der kräftigen Hefetrübung spricht mich das Bier schon mal an. Auch die sich darüber bildende sehr voluminöse und sahnige Schaumkrone lässt mir das Wasser im Munde zusammenlaufen.

Im Aroma halten sich die Fruchtigkeit des Hopfens und der Malzkörper die Waage. Mir steigen Aromen von Mandarinen, Limetten und Ananas in die Nase, gepaart mit dem Karamellduft des Malzes sowie einigen grasigen Noten. Das macht doch richtig Lust auf den ersten Schluck.

Eine leichte Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure prägen den ersten Eindruck dieses Bieres. Für ein IPA geht es überraschend leicht über die Zunge. Die Bitterstoffe halten sich zunächst diskret im Hintergrund, so dass das Bier recht leicht wirkt. Das bleibt aber nicht so. Als sich das Bier im Mund verteilt, kommt der Geschmack nach Grapefruit in den Vordergrund und zieht auch die Bitterstoffe mit sich. Immer noch wirkt das Bier aber frisch und gut trinkbar. Der Abgang ist durch ein freundliches Bitter mit einem langen Nachklang geprägt.

Zutaten

Brauwasser, helle und dunkle Gerstenbraumalze, Hopfen (Mosaic, Cascade, Chinook, Citra), obergärige Bierhefe

Alkoholgehalt

6,6 % Vol.

Stammwürze

15,5 %

Bittereinheiten

62 IBU

Brauerei:

Camba Bavaria
Gewerbering 3
83370 Seeon
www.cambabavaria.de


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Zombräu Macumba

Bei diesem Bier fällt zunächst der etwas merkwürdig anmutende Name auf. Eine kurze Internetrecherche lüftet das Geheimnis aber. Macumba ist eine Voodoo-Technik für die Partnerrückführung. Verschiedene Esoterikanbieter versprechen schnelle und zuverlässige Erfolge. Na ja, wer es glaubt… Hoffen wir mal, dass das Bier einen besseren Erfolg nachweisen kann.

Bernsteinfarben, hefetrüb und mit viel festem Schaum zeigt sich das Macumba im Glas. Der Schaum bleibt lange erhalten, so dass das Bier eine gute Figur abgibt.

Ordentliche Fruchtnoten steigen mir in die Nase. Ich rieche Aromen nach Grapefruit, Mango und Ananas. Aber auch der Malzkörper ist deutlich zu riechen, was mir sehr gut gefällt.

Der Antrunk ist mäßig süß und mir fällt auf, dass die sehr feinperlige Kohlensäure recht knapp dosiert ist. Trotzdem sorgt die Fruchtigkeit, die die Aromen widerspiegelt, für eine ordentliche Frische. Diese wird schnell durch ein kräftiges Bitter ergänzt, später sogar fast überdeckt. Trotzdem bleibt eine angemessene Süffigkeit erhalten. Der Abgang ist durch ein kräftiges Bitter mit relativ langem Nachklang geprägt.

Ich weiß nicht, ob ich das Macumba wirklich als das India Pale Ale bezeichnen soll, das mir am Besten gefällt, aber es befindet sich auf jeden Fall in der Spitzengruppe. Ob es sich für die Partnerrückführung eignet? Eventuell ja, aber auf einen Selbstversuch will ich dann doch lieber verzichten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Caraamber), Hopfen (Nugget, Galaxy, Chinook, Summit), Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

13° Plato

Bittereinheiten:

35 IBU

Brauerei:

Zombräu
Obere Sendlbachstr. 19
84051 Mirskofen
www.zombräu.de

And Union Friday IPA

Das Friday von And Union nennt sich nicht nur IPA, sondern auf dem Rückenetikett der Flasche wird es als Über IPA bezeichnet, was immer das auch genau heißen mag. Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass es sich um ein IPA handelt und dementsprechend werde ich das Bier auch versuchen zu bewerten.

Rotblond und nur leicht hefetrüb, dafür mit einer durchschnittlich großen feinporigen Schaumkrone zeigt sich das Bier im Glas. Der Schaum hat einen leichten Stich ins Beige und er bleibt lange erhalten. Die Optik ist schon mal sehr ansprechend.

Das Aroma verrät sofort das Pale Ale. Ein kräftiger Malzkörper bildet mit seinem Toffeeduft den Boden für Aromen von Zitrusfrüchten, Pfirsich und Minze.

Der Antrunk ist leicht süß und dabei durch die ordentlich dosierte feinperlige Kohlensäure richtig schön frisch. Schnell gesellt sich ein kräftiges Bitter dazu, so dass die Fruchtigkeit etwas in den Hintergrund tritt. Das Bitter dominiert auch den Abgang, der lange nachklingt.

Das Friday überrascht, überzeugt dabei durch seine Kraft und hohe Trinkbarkeit. Dabei weiß es zu gefallen. Damit zeigt es mir mal wieder, weshalb ich einfach an keinem Bier vorbeikomme, das ich noch nicht kenne.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hefe, Hopfen (Chinook)

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Stammwürze:

16° Plato

Bittereinheiten:

55 IBU

Brauerei:

Brewers & Union UG
Ganghofer Straße 31
80339 München
www.andunion.com

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Hopfenreiter 2018

(Fast) jeder Mensch und auch (fast) jedes Unternehmen hat gewisse Höhepunkte im Jahresablauf, auf die der Mensch oder das Unternehmen hinarbeitet. Maisel & Friends macht da keine Ausnahme. In der Bayreuther Brauerei gehört das erste Wochenende im März zu diesen Highlights. In diesem Jahr wurde an diesem Wochenende der zweite Geburtstag des Liebesbier gefeiert und die dritte Auflage des Hopfenreiters wurde der Öffentlichkeit vorgestellt. Und die Öffentlichkeit war reichlich vertreten. Etwa 5000 Menschen kamen zusammen, um mit dem Hoppy Birthday Festival das Ereignis gebührend zu feiern. Aber das ist eine andere Geschichte; in diesem Artikel geht es um den diesjährigen Hopfenreiter.

Jeff Maisel ließ es sich nicht nehmen, den Hopfenreiter persönlich vorzustellen. Dabei waren die Brauereien, die für den Freundschaftssud des Hopfenreiters 2018 die Hopfensorten beigetragen haben. Vor Ort waren die Brauereien Superfreunde, Mikkeler, Duvel, Bevog und Frau Gruber. Aber kommen wir jetzt endlich zum Bier.

In intensivem hellem Bernstein leuchtet das hefetrübe Bier im Glas. Darüber bildet sich eine feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch gibt es an diesem Bier wirklich nichts auszusetzen.

Wenn in einem Bier sechs Aromahopfen verbraut wurden, ist es ziemlich sicher, dass auf die Nase ein echtes Abenteuer wartet. Und tatsächlich, das Bier duftet intensiv nach Ananas, Limonen, Zitronenschale sowie einigen roten Beeren. Auch würzige Noten schmeicheln der Nase. Ein Fest für jeden Liebhaber von IPAs. Jetzt ist es aber Zeit für den ersten Schluck.

Der erste Eindruck zeichnet sich durch eine feine Süße und durch die sehr feinperlige Kohlensäure durch eine ungeheure Spritzigkeit aus. Als sich das Bier auf der Zunge verteilt bleibt die Süße erhalten, wobei sich ein kräftiges hopfiges Bitter dazugesellt, unterstützt durch die für ein IPA typischen Zitrusnoten. Der Abgang zeichnet sich durch ein freundliches Bitter aus, das an den Geschmack von Grapefruitkernen erinnert und er klingt ellenlang nach.

Wie bereits beim Hopfenreiter 2017 bedauere ich, dass es sich um einen Sondersud handelt, bei dem gilt: Wenn weg, dann weg. Trotz des kräftigen Bitter von 70 IBU kann sich der Malzkörper doch die gesamte Zeit bemerkbar machen, was nicht bei jedem IPA der Fall ist.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Calypso, Citra, Styrian Golding, Styrian Fox, Enigma, Mandarina Bavaria, Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Stammwürze:

18,8° Plato

Bittereinheiten:

70 IBU

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

 

Dieses Bier können Sie ab 12 Flaschen oder einem Bestellwert von mindestens 49 Euro (auch gemischt) versandkostenfrei online bestellen:

Backbone Splitter

2012 gründete Biersommelier Christian Hans Müller in Aschaffenburg die Hanscraft Brauerei und bietet den Liebhabern von Craftbieren seitdem ein vielfältiges Sortiment besonderer Biere.

Nach mehreren Auslandsaufenthalten und einer Lehre in den USA kehrte Christian Hans Müller mit vielen Ideen für neue, spannende Biersorten und Rezepten in seine Heimat zurück. In Chicago hatte er zuvor eine Ausbildung als Biersommelier bei der World Brewing Academy absolviert. Die von ihm gegründete Hanscraft Brauerei zählt inzwischen zur Elite der lokalen und internationalen Craft Beer-Bewegung. Von ihm steht jetzt das Backbone Splitter vor mir, ein IPA.

Bernsteinfarben und naturtrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich sehr viel feinporiger Schaum, der auch sehr lange erhalten bleibt.

Aromen nach Grapefruit, Mango und Kumquats steigen mir in die Nase, unterstützt noch durch einige blumige Noten. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist mäßig süß und macht auch aufgrund der gut eingebundenen und feinperligen Kohlensäure einen guten Eindruck. Erst als sich das Bier auf der Zunge verteilt zeigt sich aber die ganze Kraft des Backbone Splitter. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider, indem sich die Fruchtigkeit mit dem Geschmack nach Grapefruit und Bitterorangen bemerkbar machen. Dazu kommt ein kräftiges Bitter. Im Abgang ist das Bier sanfter und freundlicher als ich es erwartet hätte, dabei auch leicht trocken. Dabei klingt der Geschmack aber lange nach. So bleibt insgesamt ein positiver Eindruck von diesem Bier zurück.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Münchner, Wiener, Caraamber), Hopfen (Horizon, Amarillo, Centennial, Simcoe), Hefe

Alkoholgehalt:

6,6 % Vol.

Bittereinheiten:

60 IBU

Brauerei:

Hanscraft & Co. GmbH
Würzburger Straße 152
63743 Aschaffenburg
http://hc-co.de/de/

DIE BIEROTHEK

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BRLO German IPA

Nun steht mal wieder ein Bier aus der Craft Beer-Schmiede BRLO vor mir, das German IPA. Seinen Namen bekam dieses India Pale Ale, da für das Brauen dieses Biers ausschließlich deutsche Hopfensorten verwendet werden. Da in der Regel für IPAs vorwiegend amerikanische Hopfensorten verwendet werden, bin ich auf dieses Bier wirklich gespannt.

Dunkel bernsteinfarben und hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas. Die Farbe ähnelt der von Cognac. Darüber bildet sich sehr viel cremiger Schaum, der lange Zeit erhalten bleibt. Auch wenn recht wenig Kohlensäure zu sehen ist, gefällt mir die Optik.

Zahlreiche Fruchtnoten steigen mir in die Nase. Ich rieche Ananas, Orange sowie rote Früchte. Aber auch einige süße Noten kommen zum Vorschein, zusammen mit leichten grasigen Aromen.

Für ein IPA ist der erste Eindruck auf der Zunge relativ süß, aber die Malznoten sind angenehm und harmonisch. Trotzdem würde ich mir an dieser Stelle etwas mehr Kohlensäure wünschen. Noch besser gefällt mir aber der Mittelteil. Ein kräftiger Geschmack nach Orange sorgt zusammen mit einem leicht dominanten Bitter für einen ausgewogenen und runden Geschmack. Im Abgang wird das Bitter kräftiger, bleibt aber freundlich und es klingt auch lange nach, wobei im Nachklang auch wieder einige süße Malztöne auftauchen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsner, Münchener, Caramelmalz), Weizenmalz, Hopfen (Comet, Hüll Melon, Polaris) Hefe (London Ale)

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Bittereinheiten:

50 IBU

Brauerei:

Braukunst Berlin GmbH
Schöneberger Straße 16
10963 Berlin
www.brlo.de

Hanalei Island IPA

Derzeit scheint es große Mode zu sein, die Biere mit kurzen Geschichten zu bewerben, die eine positive Stimmung erzeugen sollen. Da macht auch die Brauerei Kona Brewing Co. auf Hawaii keine Ausnahme, die zu ihrem Hanalei Island IPA den folgenden Text schreibt: “An der Nordküste von Kauai liegt die perfekt sichelförmige Hanalei-Bucht vor üppigen, grünen Bergen, die von Wasserfällen durchzogen sind, welche vom warmen pazifischen Regen gespeist werden. Das ist das Hawaii deiner Träume. Lassen Sie Ihr Kajak in das ruhige blaue Wasser an der historischen Mole gleiten und genießen Sie den unvergleichlichen Blick auf die weißen Sandstrände, das kleine Dorf Hanalei und den Makana Berg (bekannt als Bali Hai), der über Ihnen thront. Wenn Sie von dieser Bucht aus zur Nā Paliküste oder den Hanalei River hinauf paddeln, werden Sie weitere Naturwunder entdecken, die Sie nur sehen können, wenn Sie über das Wasser gleiten. Mit der Sonne über Ihnen und Ihren Sorgen hinter Ihnen, könnten Sie sich einfach so fühlen, als wäre dieser Ort so nah am Paradies wie nie zuvor.” (Übersetzung von mir)

Aha, so ganz das Paradies soll dieses Bier nicht sein, nur knapp davor. Im Vergleich zu anderen Geschichten hält sich Kona mit solchen Superlativen angenehm zurück. Dann wollen wir doch mal sehen, wie gut das Bier der Geschichte entspricht. In den fünf Jahren von 2013 bis 2017 wurde dieses Bier immerhin achtmal ausgezeichnet, dreimal mit Silber beim Great American Beer Festival, einmal Gold beim International Craft Awards Competition, je einmal Silber und Bronze beim Great International Beer Competition sowie einmal Gold bei der North American Brewers Association und einmal Silber bei den North American Beer Awards. Na, wenn das nichts ist.

Altgolden und mit sehr viel Kohlensäure präsentiert sich das Bier im Glas. Leider bildet sich nur wenig mittelporiger Schaum, der sich zu allem Überfluss sehr schnell auflöst.

Das Bier duftet intensiv nach tropischen Früchten. Ich rieche Passionsfrucht, Orange, Mango und Ananas. Es wundert mich, dass ich für ein IPA nur wenige Bitternoten riechen kann.

Der Antrunk ist spritzig und nur leicht süß. Damit ist der erste Eindruck im Mund sehr erfrischend. Dann breitet sich der Geschmack nach Südfrüchten auf der Zunge aus, so dass ich die Aromen wiederfinde, die ich auch in der Nase wahrgenommen habe. Darauf folgt ein für mich recht unangenehmes Bitter, das auch den Abgang dominiert und sehr lange nachklingt.

Dieses Bier ist nicht mein Geschmack. Sicher ist das kein objektives Urteil, sensorische Tests sind immer subjektiv. Dieses Bier ist so häufig ausgezeichnet worden, dass es sicher nicht schlecht sein kann, aber meins ist es nicht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale), Hopfen (Mt. Hood, Hallertau, Sterling, Millennium), Hefe, Passionsfrucht, Orange, Guave

Alkoholgehalt:

4,6 % Vol.

Stammwürze:

10,95° Plato

Bittereinheiten:

20 IBU

Brauerei:

Kona Brewing Company
74-5612 Pawai Pl
Kailua-Kona
HI 96740
USA
www.konabrewingco.com

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