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Kuehn, Kunz, Rosen – Schrille Nacht

Weihnachten ist schon lange vorbei, die Hälfte der Zeit bis zum nächsten Weihnachten ist vergangen, und ich habe noch eine Flasche Weihnachtsbier aus Mainz erhalten. Ob das Bier jetzt bei mehr als 20° Außentemperatur auch schmeckt? Gleich werde ich es wissen.

Hell bernsteinfarben fließt das Bier ins Glas. Die Schaumkrone ist eher klein und gemischtporig. Sie bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Das Aroma ist eher nicht weihnachtlich. Die Düfte nach tropischen Früchten zusammen mit dem Aroma von Pinien und einigen würzigen Noten erinnern eher an die Südsee. Na gut, die Südsee in den deutschen Winter zu holen ist ja auch nicht schlecht.

Der Antrunk überrascht mich durch eine geringere Süße als ich erwartet habe. Zusammen mit einer sehr angenehmen Frische erscheint mir das Bier jetzt richtig sympathisch. Auf der Zunge verändert sich das Bier. Zunächst steht die Fruchtigkeit im Vordergrund, anschließend stechen würzige Noten hervor, die letztendlich durch ein freundliches Bitter verdrängt werden. Alle Aromen, die ich in der Nase wahrgenommen habe, finden sich auch auf der Zunge wieder. Der Abgang ist milder als erwartet, harzige Noten kommen in den Vordergrund und klingen lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Karamellmalz), Hopfen (Simcoe), Gewürze (Kardamom, Piment), Piniennadeln, Hefe

Alkoholgehalt:

6,8 % Vol.

Brauerei:

K.K.R. GmbH
Weisenauer Straße 15
55131 Mainz
www.kuehnkunzrosen.de

Last Chance to Dance

Vom Timmendorfer Strand kommt das IPA, das jetzt vor mir steht. Es handelt sich um “Last Chance to Dance”. Dieses Bier wurde mit immerhin fünf Aromahopfen gebraut, so dass ich mich auf ein sehr fruchtiges Bier freuen kann. Schließlich sind Jan Eric Nagel & Oliver Schmökel bekannt dafür, starke Biere zu brauen und ich hoffe, dass sie mich auch diesmal nicht enttäuschen.

Honigfarben und mit sehr viel Hefe fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine größtenteils feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist extrem fruchtig. Ein ganzer Obstsalat steigt mir in die Nase. Ich rieche Zitrusfrüchte, Ananas, Pfirsich und Hefe. Wahnsinn. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist weniger süß als ich es erwartet hätte, so dass auch die geringe Dosierung der Kohlensäure kein Nachteil ist. Aber vor Allem kommt zu den Aromen ein kräftiges Bitter dazu, gegen das die Aromen wirklich ankämpfen müssen. Das Malz kann ich überhaupt nicht schmecken, da es vom Bitter vollständig überdeckt wird. Trotzdem ist das Bier einigermaßen süffig. Im Abgang wird das Bitter milder und jetzt kommen noch einige Aromen ins Spiel, die ich vorher nicht festgestellt habe. Harzige und grasige Noten unterstützen sowohl das Bitter als auch die Fruchtigkeit. Langsam lässt das Bitter etwas nach, die Fruchtigkeit bleibt aber bestehen und jetzt gefällt mir das Bier ausnehmend gut.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hafermalz, Haferflocken, Hopfen (Galaxy, Mosaic, Vic.Secret, Cascade), Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Bittereinheiten:

45 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 10° Celsius

Brauerei:

Sudden Death Brewing Co. GbR
Jan Eric Nagel & Oliver Schmökel
Strandallee 81
23669 Timmendorfer Strand
https://suddendeathbrewing.de/

Flügge Lutz

Lutz ist ein weiteres Angebot aus dem breit gefächerten Sortiment der Brauerei Flügge in Frankfurt, das verspricht, uns mit einer Menge Hopfen und einer besonderen Hefe zu begeistern.

Bereits die Zutatenliste von Lutz ist durchaus geeignet, mich zu begeistern: Die Aromahopfensorten Azacca, Citra, Chinook und Columbus wurden verwendet, zudem ein norwegischer Hefestamm namens Kveik Hornindal. Außerdem wanderten fünf verschiedene Malzsorten in den Kessel, darunter verschiedene Gerstenmalze, ein Weizen- und ein Hafermalz. Das saure IPA hat stattliche 7,2% Alkoholgehalt und wurde mit drei der vier Hopfensorten kaltgehopft.

Bernsteinfarben und mit sehr viel Hefe fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine voluminöse Krone aus festem Schaum, der wirklich lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist extrem fruchtig. Ich rieche Zitrusfrüchte, Ananas und Biskuitteig. Dazu kommen noch einige harzige Töne.

Der Antrunk ist recht süß, was durch die reichlich dosierte feinperlige Kohlensäure ausbalanciert wird. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider, wobei ein freundliches Bitter dazukommt. Das Mundgefühl ist weich, vollmundig und samtig. Der Abgang ist anfangs überraschend mild und wirklich fruchtig. Das Bitter kommt erst langsam hinzu, dann aber mit Macht.

Das Lutz ist ein gut ausgewogenes IPA, das zu gebratenem Fisch oder auch indischen Speisen passt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Sauermalz), Weizenmalz, Haferflocken, Hopfen (Azacca, Citra, Chinook, Columbus), Hefe (Kveik)

Alkoholgehalt:

7,2 % Vol.

Stammwürze_

16,5° Plato

Brauerei:

Brauerei Flügge
Goldsteinstraße 254
60529 Frankfurt am Main
www.brauerei-fluegge.de

Hopfenstopfer Comet IPA

Im Nordwesten Baden-Württembergs liegt die Kleinstadt Bad Rappenau. Von dort kommt das India Pale Ale, das jetzt vor mir steht und das ich nun ohne weitere Vorrede verkosten will.

Golden und hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet es recht viel feinporigen Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet angenehm nach Karamell mit ordentlicher Fruchtigkeit. Ich rieche Zitrusfrüchte, Ananas und Johannisbeeren. Sicher wird eine andere Nase noch weitere Aromen feststellen können.

Der Antrunk ist leicht süß, wobei die feinperlige Kohlensäure für eine angenehme Frische sorgt. Auf der Zunge kommt ein dazu passendes Sauer ins Spiel und nicht zu vergessen das Bitter mit seinen 55 IBU. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Das Mundgefühl ist vollmundig und rund. Auch der Abgang ist angenehm bitter und mit langem Nachklang.

Das Hopfenstopfer Comet IPA ist ein India Pale Ale mit hoher Drinkability, das auf jeden Fall in die Spitzenklasse der deutschen IPAs gehört.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen Hefe

Alkoholgehalt:

6,8 % Vol.

Stammwürze:

16,7° Plato

Bittereinheiten:

55 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 12° Celsius

Brauerei:

Häffner Bräu GmbH
Salinenstraße 24
74906 Bad Rappenau
www.brauerei-haeffner.de

Øcto No2

Yankee & Kraut sind, wie sollte es anders sein, ein Amerikaner und ein Deutscher. Bryan und Max sind ein besonderes Dreamteam, das ein hervorragendes Bier braut.

Dass hinter den meisten erfolgreichen Männern großartige Frauen stecken, ist kein Geheimnis. Und auch am Anfang der Erfolgsgeschichte von Yankee & Kraut steht eine Frau. Bryans Mutter höchstpersönlich ist der erste Bierlieferant in seinem damals noch jungen Leben. Sie stillt die Bierneugier ihres bierverrückten Sohnes bereits im Teenageralter mit immer neuen Biersorten und zieht damit einen virtuosen Brauer heran, dessen erster Taproom das eigene Kinderzimmer war. Mit siebzehn Jahren braute Bryan bereits sein eigenes Bier – und schenkte es an der eigens dafür zusammengezimmerten Zapfanlage in seinem Zimmer aus.

Bei einem gemütlichen Bierchen kommen einem bekanntlich die besten Ideen, so geschehen auch bei Bryan und Max, die bei einer gemeinsamen Führung durch eine Klosterbrauerei auf die glorreiche Idee einer eigenen Craftbier-Brauerei kamen. Bryan schreibt sich an der Uni ein, um professioneller Brauer zu werden. Dort entwickelt er ein IPL, ein India Pale Lager, mit dem er den deutschen Biermarkt um eine Spezialität bereichern will. Innovation trifft hier auf Tradition, Qualität trifft auf Vielfalt. Jetzt steht aber erst einmal das Øcto vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Golden mit einem leichten Rotstich fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große sahnige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Was ich vom Aroma halten soll ist mir nicht ganz klar. Dass das Karamellaroma des Malzes in der Nase festzustellen ist spricht für das Bier. Dazu kommen Zitrusnoten, was mir gefällt. Aber dann steigt mir noch ein anderer Duft in die Nase – er ist irgendwie animalisch, besser kann ich ihn nicht beschreiben – der den ansonsten guten Eindruck verdirbt. Es ist möglich, dass dieser Duft entstanden ist, weil das Bier bereits auf das Ende des Mindesthaltbarkeitsdatums zugeht, was bei hopfenlastigen Bieren nicht optimal ist.

Der Antrunk ist für ein NEIPA ungewöhnlich süß, aber da die Kohlensäure gut dosiert ist, kann mir das sogar gefallen. Auf der Zunge entwickelt sich eine angenehme Fruchtigkeit nach Zitrusfrüchten, Ananas und Birne. Dazu überrascht mich das geringe Bitter. Das Mundgefühl ist frisch und leicht. Erst im Abgang kommen die Bitterstoffe mehr in den Vordergrund, freundlich und nicht übermäßig intensiv, und sie klingen durchschnittlich lange nach.

Nach einem Beginn, der mich fast enttäuscht hat, gelang es dem Bier dann doch, meine Sympathie zu erringen. Es ist ungewöhnlich und wäre der Misston im Aroma nicht gewesen, wäre ich wohl restlos begeistert.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafermalz, Hopfen (Comet, Callista, Ariana), Hefe

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Brauerei:

Yankee&Kraut GbR
Donaustraße 3
85049 Ingolstadt
www.yankeeundkraut.de

Houblon Chouffe

Die Brauerei nennt den Bierstil des Houblon Chouffe “Triple IPA” Tatsächlich ist es ein Crossover-Bier, genauer gesagt eine belgische Interpretation des aus England stammenden India Pale Ale (IPA). Diesen Bieren wurde der Überlieferung nach zusätzlicher Hopfen zugesetzt, um sicherzustellen, dass das Bier die lange Seereise nach Indien überlebte – daher der Name. Und in letzter Zeit ist der IPA-Stil in den Vereinigten Staaten, wo Bierliebhaber auf den Geschmack der bitteren Seite der Dinge aus sind, in aller Munde.

Die Brasserie d’Achouffe war eine der ersten belgischen Brauereien, die das Potenzial erkannte und 2006 ihre eigene IPA ins Leben rief. Sie verwendete dafür sogar amerikanischen Hopfen. Das Ergebnis, das Houblon Chouffe, ist dreimal so bitter wie das La Chouffe. Ich vermute, es handelt sich um ein Bier, das nicht erst um den heißen Brei herumredet, wenn es um die Intensität des Hopfens geht. Dann will ich doch mal feststellen, ob meine Erwartungen erfüllt werden.

Golden und hefetrüb ist das Houblon Chouffe mit einer voluminösen Feinporigen Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch ist an diesem Bier schon mal nichts zu verbessern.

Kräftige Hopfenaromen steigen mir in die Nase. Ich rieche Zitrusfrüchte und Ananas, dazu Biskuit und Vanille. Nicht zu vergessen die Aromen, die von der brauereieigenen Hefe stammten. Das Aroma ist sehr vielversprechend, auch wenn es nicht so kräftig ist wie bei vielen anderen IPAs.

Der Antrunk ist recht süß, was aber zur reichlich dosierten feinperligen Kohlensäure passt. Anfangs ist das Bier erstaunlich malzbetont, bevor sich eine diskrete Fruchtigkeit entwickelt, die in ein kräftiges Bitter übergeht. Dabei ist das Mundgefühl voll und rund. Im Abgang wird das Bier trockener, das Bitter schwächer und es klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Tomahawk, Amarillo, Saaz), Hefe, Invertzucker

Alkoholgehalt:

9 % Vol.

Bittereinheiten:

47 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

Temperatur: 6 – 10 °Celsius

Brauerei:

Brasserie d Achouffe
Achouffe 32
6666 Wibrin-Achouffe
Belgien
www.achouffe.be

Snorkelers Sea Salt IPA

Die Rügener Insel-Brauerei ist mit vier alkoholfreien Bieren auf dem Markt. Jetzt steht das Snorkeler`s Sea Salt vor mir. Markus Berberich (Brauereigründer) und Frank Lucas (Braumeister) versprechen, mit Hilfe einer neuen Braumethode, die sie in einjähriger intensiver Entwicklungszeit erschaffen haben, ein Bier mit einem ausgereiften Zusammenspiel aller Komponenten einen unglaublichen Geschmack erzeugt zu haben. Gebraut wird in Rambin ausschließlich mit Naturhopfen.

Bei unter 35 ° C ist die neuartige Frische-Destillation ein ungemein schonendes Verfahren, um den typischen Geschmack des Bieres zu erhalten. Bedeutende Duftnoten sollen geschützt werden und als Ergebnis erwartet uns dann ein alkoholfreies Craft Bier mit einem natürlichen Mundgefühl wie man es von einem Bier erwartet und einem wahrlich umwerfenden Geschmack. Die sorteneigene Kohlensäure wird während der Gärung von der Brauerei aufgefangen und dann später dem alkoholfreien Bier wieder zurückgeführt. Für die alkoholfreien Craft Biere der Rügener Insel-Brauerei bedeutet das ein natürliches Bieraroma und den für diesen Bierstil typischen Charakter. Nach dem Abfüllen reifen die alkoholfreien Biere nach der traditionellen Methode. Diese Flaschenreifung mit allen seinen Besonderheiten garantiert die Sauerstofffreiheit der Flaschen und ist dank der Verbindung mit dem Naturpapier als Lichtschutz ausschlaggebend für eine besonders lange Frische. Das Snorkeler?s Sea Salt ist ein alkoholfreies IPA, welches mit Meersalz gebraut wurde. Jetzt steht es endlich vor mir, damit ich es verkosten kann.

Bernsteinfarben läuft das Bier ins Glas. Die leicht überdurchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die sich dabei bildet, bleibt sehr lange erhalten. Damit sticht das Snorkelers Sea Salt IPA schon mal aus der Masse der alkoholfreien Biere heraus, bei denen der Schaum eher knapp ausfällt.

Das Aroma ist fruchtig-herb. Neben Zitrusfrüchten und süßen Südfrüchten steigen mir aber auch einige herb-bittere Noten in die Nase. Damit erinnert das Bier deutlich an seine norddeutsche Heimat.

Der Antrunk ist überraschend trocken, die feinperlige Kohlensäure ist schmeichelt sanft meiner Zunge. Auf der Zunge spiegeln sich die die Aromen wider, dazu kommt der leichte Geschmack des Salzes. Nicht zu stark, aber die 0,7 Gramm Salz pro Liter sind durchaus schmeckbar. Der Abgang ist trocken und norddeutsch-herb und er klingt sehr lange nach

Während viele andere alkoholfreie Biere eher lasch schmecken, bringt das Snorkelers Sea Salt IPA den vollen Geschmack mit, sodass der Alkohol mir nicht fehlt.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Naturhopfen, Hefe, Meersalz

Alkoholgehalt:

<0,5 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

7° – 8° Celsius

Brauerei:

Rügener Insel-Brauerei
Hauptstraße 2c
18573 Rambin/Rügen
www.insel-brauerei.de

Smoky IPA

Da hat sich die Brauerei Maisel and Friends im fränkischen Bayreuth wieder einmal etwas Neues ausgedacht. Einmal im Jahr soll zukünftig ein Bier gebraut werden, das gut zu Gegrilltem passt. Dazu wollen die Brauer jeweils einen bekannten Griller einladen, der gemeinsam mit ihnen das Bier entwickelt und braut. In diesem Jahr war mit dem Smoky IPA die Premiere.

Selbstverständlich haben die Franken nicht irgendjemanden eingeladen, sondern Camillo Tomanek alias Don Caruso. Er wurde dreimal Deutscher Meister und 2008 sogar Weltmeister im Grillen. Und wer jetzt meint, dort geht es nur darum, die Bratwürste möglichst kunstvoll auf den Grill zu legen, der irrt. Bei diesen Meisterschaften wird ein wirklich anspruchsvolles Programm vorgelegt. Geben Sie einfach in der Suchmaschine Ihres Vertrauens einmal “grillmeisterschaft 2020” ein und sehen Sie sich die Suchergebnisse an. Aber kommen wir jetzt endlich zum Smoky IPA.

Rotbraun fließt das Bier ins Glas und entwickelt dabei eine durchschnittlich große elfenbeinfarbene Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. An der Optik gibt es wirklich nichts zu meckern.

Das Aroma ist sehr fruchtig. Düfte roter Beeren steigen mir in die Nase, dazu Ananas und eher zurückhaltend auch Zitrusfrüchte. Erst allmählich taucht auch der Rauch auf, der aber eher dezent bleibt. Das ist wohl auch gut so, sonst würde das Bier nach geräucherter Ananas riechen, was ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann. Aber so unterstreicht das Raucharoma die Fruchtigkeit.

Wie erwartet ist der Antrunk leicht süß und die passend dosierte Kohlensäure bringt von Anfang an eine ordentliche Frische ins Bier. Als sich das Bier auf der Zunge verteilt kommt die Überraschung: der Rauch kommt deutlich kräftiger durch als ich es erwartet habe. Und – die Fruchtigkeit passt gut zu den Raucharomen. Jetzt würde ich bei einem IPA aber doch etwas mehr Bitter erwarten – obwohl, irgendwie passt es doch. Vor allem bei dem weichen Mundgefühl. Im Abgang kommt die nächste Überraschung, denn jetzt kommen die Bitterstoffe doch noch zu ihrem Recht. Freundlich und angenehm melden sie sich in der Kehle und sie klingen lange nach.

Das Bier gibt es exklusiv im Onlineshop der Brauerei unter www.maiselandfriends.com/shop. Und auch diesmal heißt es wieder: wenn das Bier weg ist, ist es weg. Es wird keinen neuen Sud geben. Eigentlich schade.

Das IPA ist ja ein typisches Sommerbier und auch das Grillen gehört zum Sommer dazu. Aber mit einem IPA die Bratwurst runterspülen? Das kann ich mir nicht so recht vorstellen. Aber ein passend mariniertes Hähnchenbrustfilet würde mir zu diesem Bier durchaus gefallen. Bei der Marinade könnte man sich an der Zusammensetzung eines indischen Curry orientieren, dann steht einem gelungenen Sommerabend im Garten nichts mehr im Weg, zumindest wenn die Corona-Kontaktsperre aufgehoben wurde.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Hoppa Hontas

Maenhout ist eine kleine Brauerei, die ursprünglich im Jahr 2009 von dem Ehepaar Birgit und Thijs gegründet wurde. Anfangs arbeiteten sie mit einem kleinen 500-Liter-Brausystem, aber aufgrund der Beliebtheit ihrer Biere zogen sie 2015 in größere Räumlichkeiten um. Die neue Brauerei befindet sich in der Stadt Pittem in Westflandern, südlich von Brügge und westlich von Gent.

Die beiden jungen Brauer stellen Biere her, die auf traditionellen belgischen Stilen basieren, aber einen moderneren Ansatz haben. (Die Etikettenkunst ist allerdings eher unbelgisch)

Das Hoppa Hontas ist ein Beispiel. Es ist irgendwo zwischen einem belgischen Witbier und einem Blonde angesiedelt und wird in mehreren Varianten gebraut, jedes Mal mit anderen Hopfensorten. In der Regel werden aber Amarillo und Sorachi-Ace verwendet. Das bedeutet, dass jeder Sud anders schmeckt. Na ja, für die Konsumenten, die die Spannung lieben, ist ein solches Vorgehen sicher genau richtig.

Bersteinfarben und mit viel Hefe fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich leicht überdurchschnittlich viel fester Schaum, der lange erhalten bleibt.

Die Brauerei benennt den Bierstil des Hoppa Hontas mit Blond – IPA. Für ein IPA enthält das wirklich komplexe Aroma recht wenig Fruchtigkeit. Es weiß aber durchaus zu gefallen. Düfte nach Karamell, Limone, Waldhonig, Ananas und roten Beeren steigen mir in die Nase. Das weckt bei mir sofort die Lust auf den ersten Schluck.

Leicht süß, frisch und spritzig, dabei durchaus fruchtig – das sind die Eindrücke, die das Bier beim ersten Kontakt mit der Zunge hinterlässt. Als sich das Bier auf der Zunge verteilt kommen angenehme Bitterstoffe zum Vorschein, die gut auf die Süße abgestimmt ist. Die Fruchtigkeit, die ich im ersten Moment geschmeckt habe, fehlt mir jetzt aber. Der Abgang wird durch ein leichtes freundliches Bitter mit einem durchschnittlichen Nachklang dominiert.

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

10° Celdius

Brauerei:

Brouwerij Maenhout
Brugsesteenweg 157
8740 Pittem
Belgien
http://www.brouwerijmaenhout.be/

St. Austell Proper Job

Nun steht ein Bier aus St Austell in Cornwall vor mir. Ich erwarte, dass ich gleich ein ganz besonderes Bier verkosten werde, denn die Brauerei wurde in der Vergangenheit für ihre Biere vielfach ausgezeichnet. Im Jahre 2018 erreichte die Brauerei 35 unterschiedliche Auszeichnungen für ihre Biere, 2019 waren es immerhin noch 11 Auszeichnungen. Weshalb dieser Rückgang stattgefunden hat kann ich nicht sagen, aber die Liste ist wirklich beeindruckend. Aber kommen wir nun zum Bier.

Hellgolden fließt das Bier ins Glas und bildet dabei leicht überdurchschnittlich viel gemischtporigen Schaum, der lange erhalten bleibt.

Düfte nach Grapefruit, Zitronenschale, Mandarinen und Harz steigen mir in die Nase, unterstützt durch einige blumige Noten.

Der Antrunk ist wenig süß und angenehm herb. Allerdings ist die Kohlensäure für meinen Geschmack recht knapp dosiert. Auf der Zunge entwickelt sich das kräftige und angenehme Bitter, ohne die Fruchtigkeit zu überdecken, die die Aromen auf der Zunge widerspiegeln. Auch einige grasige Noten kann ich feststellen. Weniger gut gefällt mir der Abgang, der sich durch ein leichtes Bitter und geringe Fruchtigkeit auszeichnet, aber lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Maris Otter Pale), Hopfen (Willamette, Cascade, Chinook), Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Brauerei:

St Austell Brewery
63 Trevarthian
Rd St Austell, Cornwal
Großbritannien
www.staustellbrewery.co.uk