Schlagwort-Archive: Franken

Brauhaus Wiesen Frühlingsbock

In Unterfranken im Landkreis Aschaffenburg liegt die Gemeinde Wiesen, aus der der Frühlingsbock stammt, der jetzt vor mir steht. Bei Meiningers Craft Beer Award 2018 wurde dieses Bockbier mit der Silbermedaille ausgezeichnet, zwei Jahre vorher sogar mit Gold. Da kann ich mich wohl mit Fug und Recht auf ein richtig gutes Bier freuen.

Intensiv goldfarben mit einem leichten Rotstich präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist nur klein und sie löst sich auch schnell auf.

Das Aroma ist malzbetont und wird durch den Duft nach Karamell dominiert. Dazu kommen fruchtige Noten mit den Düften roter Früchte.

Bei der ersten Berührung der Zunge überrascht mich das Bier durch eine für ein Maibock geringen Süße. Die stiltypische Süße entwickelt sich erst auf der Zunge, wobei der Hopfen diskret im Hintergrund bleibt. Das Mundgefühl ist voll, obwohl mir das Aroma der Früchte, das ich in der Nase festgestellt habe, jetzt doch etwas fehlt. Die 7,5 Volumenprozent Alkohol sind gut eingearbeitet. Sie unterstützen den Geschmack dieses Bieres ohne sich selbst in den Vordergrund zu drängen. Der Abgang ist mild und malzbetont und er klingt durchschnittlich nach.

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Stammwürze:

17,5 %

Brauerei:

Bürgerliches Brauhaus Wiesen
Christof Hartmann Gmbh & Co. KG
Hauptstraße 97
63831 Wiesen
www.brauhaus-wiesen.de

Aecht Schlenkerla Fastenbier 2020

Ob das Fasten noch in die heutige Zeit passt muss jeder für sich entscheiden. Auf jeden Fall sind die Fastenbiere aber auch heute noch aktuell, so auch das Aecht Schlenkerla Fastenbier, das die Brauerei in Bamberg so beschreibt: “Das Aecht Schlenkerla Fastenbier ist ein unfiltriertes Rauchbier, das gemäß dem Bayerischen Reinheitsgebot von 1516 gebraut wird. Die untergärige Hefe verleiht dem rötlich hellbraunen Fastenbier eine leichte natürliche Trübung. Sein Raucharoma ist schon im Geruch erkennbar und wird begleitet von einer edlen Hopfennote. Im Antrunk entfaltet das vollmundige, süffige Fastenbier ein starkes Malzaroma, das durch den Rauchgeschmack und die dezente Bittere im Nachtrunk abgerundet wird. Durch die vollmundige Hefe ist im Aecht Schlenkerla Fastenbier die ‘Brotzeit schon mit drin’.” Nach diesen vollmundigen Ausführungen will ich das Aecht Schlenkerla Fastenbier nun aber auch verkosten.

Mahagonifarben und leicht hefetrüb fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine große hellbraune Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Bereits beim Einschenken steigen mir die Düfte nach Rauch und Schinken in die Nase. Daneben können sich lediglich einige würzige Noten des Hopfens noch durchsetzen.

Als ersten Eindruck beim Kontakt mit der Zunge liefert das Bier eine leichte angenehme Süße zusammen mit der sehr feinperligen Kohlensäure. Schnell übernehmen aber die Raucharomen das Kommando. Bitterstoffe sind nur gering zu schmecken, trotzdem ist das Mundgefühl weich und voll. Das Bier macht einfach einen edlen Eindruck. Auch im Abgang steht zunächst der Rauch im Vordergrund. Wenn dieser Geschmack langsam nachlässt kommt ein freundliches Bitter mit langem Nachklang zum Vorschein.

Zutaten:

Brauwasser, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,9 % Vol.

Bittereinheiten:

30 IBU

Brauerei:

“Heller-Bräu” Trum GmbH
Dominikanerstraße 6
96049 Bamberg
www.schlenkerla.de

Smoky IPA

Da hat sich die Brauerei Maisel and Friends im fränkischen Bayreuth wieder einmal etwas Neues ausgedacht. Einmal im Jahr soll zukünftig ein Bier gebraut werden, das gut zu Gegrilltem passt. Dazu wollen die Brauer jeweils einen bekannten Griller einladen, der gemeinsam mit ihnen das Bier entwickelt und braut. In diesem Jahr war mit dem Smoky IPA die Premiere.

Selbstverständlich haben die Franken nicht irgendjemanden eingeladen, sondern Camillo Tomanek alias Don Caruso. Er wurde dreimal Deutscher Meister und 2008 sogar Weltmeister im Grillen. Und wer jetzt meint, dort geht es nur darum, die Bratwürste möglichst kunstvoll auf den Grill zu legen, der irrt. Bei diesen Meisterschaften wird ein wirklich anspruchsvolles Programm vorgelegt. Geben Sie einfach in der Suchmaschine Ihres Vertrauens einmal “grillmeisterschaft 2020” ein und sehen Sie sich die Suchergebnisse an. Aber kommen wir jetzt endlich zum Smoky IPA.

Rotbraun fließt das Bier ins Glas und entwickelt dabei eine durchschnittlich große elfenbeinfarbene Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. An der Optik gibt es wirklich nichts zu meckern.

Das Aroma ist sehr fruchtig. Düfte roter Beeren steigen mir in die Nase, dazu Ananas und eher zurückhaltend auch Zitrusfrüchte. Erst allmählich taucht auch der Rauch auf, der aber eher dezent bleibt. Das ist wohl auch gut so, sonst würde das Bier nach geräucherter Ananas riechen, was ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann. Aber so unterstreicht das Raucharoma die Fruchtigkeit.

Wie erwartet ist der Antrunk leicht süß und die passend dosierte Kohlensäure bringt von Anfang an eine ordentliche Frische ins Bier. Als sich das Bier auf der Zunge verteilt kommt die Überraschung: der Rauch kommt deutlich kräftiger durch als ich es erwartet habe. Und – die Fruchtigkeit passt gut zu den Raucharomen. Jetzt würde ich bei einem IPA aber doch etwas mehr Bitter erwarten – obwohl, irgendwie passt es doch. Vor allem bei dem weichen Mundgefühl. Im Abgang kommt die nächste Überraschung, denn jetzt kommen die Bitterstoffe doch noch zu ihrem Recht. Freundlich und angenehm melden sie sich in der Kehle und sie klingen lange nach.

Das Bier gibt es exklusiv im Onlineshop der Brauerei unter www.maiselandfriends.com/shop. Und auch diesmal heißt es wieder: wenn das Bier weg ist, ist es weg. Es wird keinen neuen Sud geben. Eigentlich schade.

Das IPA ist ja ein typisches Sommerbier und auch das Grillen gehört zum Sommer dazu. Aber mit einem IPA die Bratwurst runterspülen? Das kann ich mir nicht so recht vorstellen. Aber ein passend mariniertes Hähnchenbrustfilet würde mir zu diesem Bier durchaus gefallen. Bei der Marinade könnte man sich an der Zusammensetzung eines indischen Curry orientieren, dann steht einem gelungenen Sommerabend im Garten nichts mehr im Weg, zumindest wenn die Corona-Kontaktsperre aufgehoben wurde.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Schlappeseppel Die Specialität

Der Schlappeseppel ist ein Bier, das mich bereits vor dem Öffnen überrascht. Immerhin wurde es in den Jahren 2009 und 2017 von ProBier zum Bier des Jahres gewählt. Und das, obwohl die Specialität von Schlappeseppel mit Hopfenextrakt gebraut wurde, was nicht unbedingt ein Qualitätszeichen ist. Aber lassen wir uns vom Bier überzeugen.

Die Optik des Schlappeseppel ist schon mal nicht schlecht: bernsteinfarben mit einer durchschnittlichen Schaumkrone, die aber lange erhalten bleibt.

Düfte nach Toffee sowie einige zarte würzige Noten steigen mir in die Nase. Bis hierhin würde ich sagen, dass dies ein ordentliches Bier für jeden Tag ist.

Der Antrunk ist recht süß und das Bier enthält nur wenig Kohlensäure. Auf der Zunge kommt ein minimales Bitter dazu, wobei das Schlappeseppel weiterhin recht schlank bleibt. Auch die leichte Fruchtigkeit, die im Abgang kurz auftaucht, kann mich zu keinen Begeisterungsstürmen hinreißen, insbesondere weil der Geschmack nur kurz nachklingt.

Ich bin etwas enttäuscht von diesem Bier. Die Auszeichnungen, die es bekommen hat (auch Slowfood zeigte sich begeistert) kann ich schlecht nachvollziehen. Sicher – Fehler hat das Bier keine, aber ihm fehlt auch das Besondere.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Brauerei:

Schlappeseppel GmbH
Aschaffenburger Str. 3-5
63762 Großostheim
www.schlappeseppel.de

Veldensteiner Rotbier

Ich muss schon sagen, dass die Brauerei bei der Werbung für ihr Rotbier den Mund ganz schön voll nimmt: “Nürnberg und sein Umland galten bereits im frühen Mittelalter als Hochburg der Rotbiere. Diese Tradition wird mit dem Veldensteiner Rotbier gepflegt und fortgesetzt. Seit Generationen privat gebraut im Veldensteiner Land. Fränkische Spezialmalze, die bei höheren Temperaturen gedarrt wurden, sorgen für rötliche Farbreflexe und einen barocken, kernigen Körper sowie eine herausragende Vollmundigkeit.”. Andererseits macht diese Aussage keinen allzu weit hergeholten Eindruck, wenn ich mir ansehe, welche Auszeichnungen das Veldensteiner Rotbier erhalten hat: 2017 erhielt das Bier die Goldmedaille beim European Beer Star, 2018 wurde es mit dem World Beer Award ausgezeichnet und 2019 gab es Silber bei Meininger International Craft Beer Awards. Na, dann kann bei dieser Verkostung wohl kaum etwas schiefgehen.

Rubinrot und gefiltert läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große beige gemischtporige Schaumkrone.

Das Bier duftet nach Karamell mit einem Hauch dunkler Schokolade. Ja, so stelle ich mir ein Rotbier aus Franken vor.

Der Antrunk ist durch eine leichte Karamellsüße geprägt. Dazu kommen einige herbe Noten, wobei die verwendeten Malze eindeutig überwiegen. Zusammen sorgen die Geschmäcker für ein weiches volles Mundgefühl. Im Abgang kommt erstmals auch ein leichtes Bitter zum Vorschein. Trotz der zurückhaltenden Bitterstoffe klingt das Bier überraschend lange nach.

Dieses Rotbier ist der perfekte Begleiter zu einem deftigen fränkischen Mahl.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenauszüge

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Stammwürze:

12,4 %

Brauerei:

Kaiser Bräu GmbH & Co. KG
Oberer Markt 1
91284 Neuhaus
www.veldensteiner.de

Hoppy Hell

Für eine Brauerei aus Bayern ist es ja eigentlich eine Selbstverständlichkeit, eine Helle zu brauen. Da macht Maisel & Friends aus dem fränkischen Bayreuth jetzt keine Ausnahme mehr. Ab sofort ist im Standardsortiment dieser Brauerei das Hoppy Hell erhältlich. Auch wenn es sich beim Hellen um ein Standardbier der Bayern handelt, bedeutet dies nicht, dass es einfach zu brauen ist. Gerade bei diesem Bierstil fallen Bierfehler stark auf. Da die Bayreuther ihre Biere immer sehr sorgfältig brauen und sie die Bierstile immer individuell interpretieren, erwarte ich hier etwas ganz Besonderes.

Golden und nur leicht hefetrüb läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine durchschnittlich große Schaumkrone, die überraschend schnell in sich zusammenfällt.

Zitrusaromen stechen im Duft besonders hervor. Dazu kommen der Duft von Mirabellen und aus der zweiten Reihe meldet sich noch diskret der Duft nach Karamell.

Der Antrunk ist frisch und spritzig. Auf der Zunge entwickelt sich ein charmanter Zitrusgeschmack der die Frische noch unterstreicht. Zum vollen Mundgefühl kommt eine hervorragende Süffigkeit. Im Abgang tritt die Fruchtigkeit etwas in den Hintergrund und macht einem freundlichen Bitter mit langem Nachklang Platz.

Meiner Meinung nach ist der Bierstil nicht so ganz getroffen. Aufgrund der für ein Helles kräftigen Kalthopfung ähnelt das Bier schon fast einem Pale Ale. Aber das ändert nichts daran, dass mir das Bier gefällt und es ein Bier für (fast) jede Gelegenheit ist.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Stammwürze:

11,5 %

Bittereinheiten:

25 IBU

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

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Bayreuther Hell

Bayerisches Bier und das Helle gehören einfach zusammen. Auch über die Grenzen von Bayern wird dieser traditionelle Bierstil immer beliebter. Jetzt steht ein Helles aus dem Bayreuther Brauhaus vor mir, einer Marke von Maisels Weiße.

In sehr hellem Goldgelb mit einer leicht überdurchschnittlichen feinporigen Schaumkrone präsentiert sich das Bier im Glas. Der Schaum bleibt auch recht lange erhalten.

Ein malzbetonter und würziger Duft steigt mir in die Nase, unterstützt durch leichte Noten nach Honig und Zitrone. Insgesamt ist das Aroma unaufdringlich und angenehm und macht so Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeigt überraschend wenig Süße, aber viel feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge ist das Helle aus Bayreuth schlank, frisch und ungeheuer süffig. Das Hopfenaroma verbindet sich gut mit der Malzigkeit. Erst im Abgang kommt ein leichtes Bitter zum Vorschein, das überraschend lange nachklingt.

Das Bayreuther Hell ist ein schönes Allround-Bier, das sich als Begleitung für die meisten Speisen anbietet. Lediglich wenn die Speisen kräftig gewürzt sind, könnte dieses Bier als Begleitung erschlagen werden, so dass ein anderes Bier sicherlich empfehlenswert wäre.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,6 %

Bittereinheiten:

17 IBU

Brauerei:

Bayreuther Bierbrauerei AG
Hindenburgstraße 9
95445 Bayreuth
www.bayreuther-brauhaus.de

Mönchshof Maibock

Wie so viele Brauereien bringt auch die fränkische Brauerei Kulmbacher in jedem Jahr ein Maibock auf den Markt. Und im Gegensatz zu den meisten Maiböcken gehört der Mönchshof Maibock zu den wenigen saisonalen Bieren, die es bis ins Ruhrgebiet schaffen und hier angeboten werden. Dann will ich mal testen, ob dieses Bier es zu Recht in die Regale des regionalen Getränkehandels geschafft hat.

Kupferfarben und klar strahlt mir das Mönchshof aus dem Glas entgegen. Die Schaumkrone ist überdurchschnittlich groß, fest und in hellem Beige. Der Schaum bleibt lange erhalten. Optisch gibt es schon mal an diesem Bier nichts zu meckern.

Das Aroma ist malzbetont. Düfte von Röstaromen steigen mir mit Düften nach Rübenkraut und leichten Schokoladennoten in die Nase. Der Hopfen hält sich, wie es sich für ein Bockbier gehört, diskret im Hintergrund und ist höchstens zu erahnen.

Auch der Antrunk ist für einen Maibock stiltypisch, halt recht süß, aber die Kohlensäure ist gut dosiert und sorgt für eine angenehme Frische. Auch auf der Zunge bleiben die Süße und die Frische erhalten, wobei die Schokoladennoten kräftiger werden. Das Mundgefühl ist rund und voll. Der Abgang ist mild mit leichten Röstnoten; Bitterstoffe sind auch in der Kehle kaum zu schmecken. Der Geschmack klingt durchschnittlich lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

6,9 % Vol.

Stammwürze:

16,3 %

Brauerei:

Kulmbacher Brauerei Aktien-Gesellschaft
Lichtenfelser Straße 9
95326 Kulmbach
www.mönchshof.de

Maisel & Friends Pale Ale Alkoholfrei

Als vor etwa 40 Jahren mit Clausthaler das erste alkoholfreie Bier auf den Markt kam, war dieses Bier wirklich kein Genuss. Inzwischen hat sich die Brauereitechnik deutlich weiterentwickelt und auch viele alkoholfreien Biere sind gut trinkbar. Kaum eine Brauerei verzichtet noch darauf, diese Biere anzubieten, bilden sie doch das Marksegment, das noch wächst. Auch viele Craft Beer-Brauereien bieten inzwischen alkoholfreie Biere an. So ist es auch kein Wunder, dass jetzt Maisel & Friends ein alkoholfreies Bier anbietet.

Beim Blick auf die Etiketten der Flaschen fällt auf, dass hier Maisel & Friends weder die verwendeten Malzarten noch die Hopfensorten angibt. OK, das sind freiwillige Angaben, so dass wir das der Brauerei nicht vorwerfen können, aber da diese Angaben ansonsten bei Maisel gängige Praxis sind, wollte ich es erwähnt haben. Interessanter ist schließlich auch das Ergebnis. Mache ich jetzt also die Flasche auf.

Honigfarben und mit viel Hefe strahlt mich das Bier aus dem Glas an. Darüber steht durchschnittlich viel feinporiger Schaum, der recht lange erhalten bleibt. Optisch hat die Brauerei schon mal alles richtig gemacht.

Das Aroma ist fruchtig mit Düften nach Grapefruit, Ananas und Vanille.

Der Antrunk ist frisch und spritzig. Dafür sorgt schon die reichlich vorhandene sehr feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge entwickelt sich zunächst eine ungeheure Fruchtigkeit, die die Aromen widerspiegelt. Schnell gesellt sich ein ordentliches Bitter dazu und die Fruchtigkeit tritt in die zweite Reihe zurück, bleibt aber präsent. Das Mundgefühl ist voll und rund. Im Abgang wird die Fruchtigkeit wieder stärker und überlagert das Bitter fast. Der Geschmack klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Gärungskohlensäure, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Gebr. Maisel KG
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

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Hopfenreiter 2019

In jedem Jahr braut Maisel & Friends seinen Hopfenreiter, ein Double IPA, in diesem Jahr zum vierten Mal. Das Besondere an diesem Bier ist, dass verschiedene Brauereien für diesen Sondersud ihren Lieblingshopfen spenden. Die Brauereien wechseln von Jahr zu Jahr, so dass auch jeder Hopfenreiter anders ist. Lediglich der Bierstil bleibt der gleiche. In diesem Jahr sind einige Hopfensorten dabei, die ich noch nicht kenne, so dass es sich lohnt, zunächst einen kurzen Blick darauf zu werfen, bevor ich das Bier verkoste.

Moutere

Dieser Hopfen stammt von Tiny Rebel Brewing in Newport, South Weles. Dieser Hopfen hat nicht nur viel Alphasäure, die für eine ordentliche Bitterkeit sorgt (17,5 – 19,5 %), sondern bringt auch einen unverwechselbaren Duft nach Grapefruit und Passionsfrucht ins Bier.

Citra

Gespendet von der Brouwerij De Molen in Bodegraven, Niederlande. Dies ist der Obstsalat unter den Hopfen. Neben Limetten und Grapefruit bringt diese Hopfensorte einen ganzen Korb tropischer Früchte ins Bier.

Ekuanot

Sudden Death Brewing vom Timmendorfer Strand hat diesen Hopfen beigetragen. Düfte nach Zitrusfrüchten, Beeren Melone und Kräutern zeichnen diesen Hopfen aus.

Comet

Dieser Hopfen stammt von Tilmans Biere im schönen München. Dieser Hopfen hat eine wechselreiche Geschichte hinter sich. Anfangs als Bitterhopfen gezüchtet und erstmals 1961 in den USA zugelassen wurde der Anbau in den 1980er Jahren aufgrund des geringen Alphasäuregehalts von 10 % eingestellt. Da er aber Düfte und Geschmack von Ananas und Holunderblüten ins Bier bringt, erlebt er derzeit ein Comeback.

El Dorado

Tropische Aromen nach Ananas und Mango steuert dieser von ÜberQuell in Hamburg beigesteuerte Hopfen in die Flasche und ins Glas.

Azacca

Auch Maisel & Friends selbst wollte und konnte nicht ohne Hopfenspende brauen und hat diesen erst 2014 freigegebenen Hopfen mit Aromen nach Zitrusfrüchten, Mango, Apfel, Birne und Tannennadeln beigesteuert.

Na, bei dieser Hopfenmischung muss das Bier doch wohl etwas ganz Besonderes sein. Und tatsächlich – bereits als ich das Bier einschenke steigen mir intensive Aromen nach Grapefruit, Ananas und Harz in die Nase. Da muss ich doch gleich noch weiter schnuppern. Bei jedem Atemzug stellt meine Nase neue Düfte fest, die ich bereits bei der Beschreibung der Hopfen beschrieben habe. Ob der Geschmack ebenfalls so komplex ist?

Bevor ich das Bier verkoste sehe ich es mir erst einmal an. Rotgolden bis honigfarben strahlt mir das Bier entgegen mit seiner sehr voluminösen Krone aus sehr festem Schaum, der auch wirklich lange erhalten bleibt. Jetzt ist es aber wirklich an der Zeit für den ersten Schluck.

Der erste Eindruck, den der Hopfenreiter beim allerersten Kontakt mit der Zunge macht, ist eine frische leichte Süße. Ist da das richtige Bier in der Flasche? Ja, unverzüglich lässt der Hopfenreiter seine Muskeln spielen. Eine kräftige Fruchtigkeit breitet sich in meinem Mund aus, die Süße wird noch stärker und paart sich mit einem angenehmen Bitter. Das Mundgefühl ist fast dickflüssig. Jetzt kommt noch der Geschmack nach Erdbeeren auf und verbindet sich mit dem Geschmack tropischer Früchte. Ich habe einen ganzen Obstsalat im Mund. Dabei sind die 8,5 Volumenprozent Alkohol gut eingearbeitet, so dass er nicht durchschmeckt. Der Abgang ist erstaunlich mild, dabei fruchtig und bitter, und er klingt lange nach. Sogar nach 10 Minuten kann ich das Bier noch leicht schmecken.

Ich weiß nicht, wie Maisel & Friends dieses Bier im nächsten Jahr noch toppen will. Der Hopfenreiter ist wie in jedem Jahr ein Sondersud und wenn er weg ist, ist er weg. Sie können ihn bei www.flaschenfreund.de bestellen oder direkt im Brauereiladen von Maisel & Friends erwerben.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Moutere, Citra, Ekuanot, Comet, El Dorado, Azacca), Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Stammwürze:

18,8° Plato

Bittereinheiten:

70 IBU

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com