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Hellers Weizenbock Winterbier

Für den Winter braut Hellers in Köln jedes Jahr einen Weizenbock. Das obergärige Bier wird bereits im Frühjahr eingebraut, so dass es viel Zeit zum Reifen hat. Das verspricht ein besonderes Trinkerlebnis.

Dunkel bernsteinfarben ist der Weizenbock mit einer durchschnittlichen beigen und feinporigen Schaumkrone, die aber recht flott in sich zusammenfällt.

Das Aroma ist sirupartig süß, unterstützt durch Trockenfeigen. Nicht so ganz mein Geschmack, aber sauber und ordentlich.

Der Antrunk ist wie erwartet süß, aber trotzdem durch die viele recht feinperlige Kohlensäure überraschend frisch. Auf der Zunge gesellt sich die Fruchtigkeit mit dem Geschmack nach Trockenfrüchten gemeinsam mit leichten Schokoladennoten dazu. Leider ist die Brauerei mit dem Hopfen etwas sparsam umgegangen, so dass das Bier kaum bitter ist und dadurch nicht ganz rund ist. Aber der Geschmack ist durchaus wärmend und passt zur Bezeichnung Winterbier. Der Abgang ist erstaunlich schlank und der Geschmack des Alkohols kommt erstmals durch.

Wüsste ich nicht, dass dieser Weizenbock aus dem Rheinland kommt, hätte ich es für ein belgisches Bier gehalten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Heller GmbH
Roonstr. 33
50674 Köln
www.hellers.koeln

Maisel & Friends Alkoholfrei

Als vor etwa 40 Jahren mit Clausthaler das erste alkoholfreie Bier auf den Markt kam, war dieses Bier wirklich kein Genuss. Inzwischen hat sich die Brauereitechnik deutlich weiterentwickelt und auch viele alkoholfreien Biere sind gut trinkbar. Kaum eine Brauerei verzichtet noch darauf, diese Biere anzubieten, bilden sie doch das Marksegment, das noch wächst. Auch viele Craft Beer-Brauereien bieten inzwischen alkoholfreie Biere an. So ist es auch kein Wunder, dass jetzt Maisel & Friends ein alkoholfreies Bier anbietet.

Beim Blick auf die Etiketten der Flaschen fällt auf, dass hier Maisel & Friends weder die verwendeten Malzarten noch die Hopfensorten angibt. OK, das sind freiwillige Angaben, so dass wir das der Brauerei nicht vorwerfen können, aber da diese Angaben ansonsten bei Maisel gängige Praxis sind, wollte ich es erwähnt haben. Interessanter ist schließlich auch das Ergebnis. Mache ich jetzt also die Flasche auf.

Honigfarben und mit viel Hefe strahlt mich das Bier aus dem Glas an. Darüber steht durchschnittlich viel feinporiger Schaum, der recht lange erhalten bleibt. Optisch hat die Brauerei schon mal alles richtig gemacht.

Das Aroma ist fruchtig mit Düften nach Grapefruit, Ananas und Vanille.

Der Antrunk ist frisch und spritzig. Dafür sorgt schon die reichlich vorhandene sehr feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge entwickelt sich zunächst eine ungeheure Fruchtigkeit, die die Aromen widerspiegelt. Schnell gesellt sich ein ordentliches Bitter dazu und die Fruchtigkeit tritt in die zweite Reihe zurück, bleibt aber präsent. Das Mundgefühl ist voll und rund. Im Abgang wird die Fruchtigkeit wieder stärker und überlagert das Bitter fast. Der Geschmack klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Gärungskohlensäure, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Gebr. Maisel KG
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Neumarkter Lammsbräu Fastenbier

Zum Fasten aus religiösen Gründen kann man stehen wie man will. Diese Sitte geistert auf jeden Fall in den letzten Jahren verstärkt durch die Medien. Traditionell werden für die Fastenzeit spezielle Biere gebraut, in der Regel Bockbiere (nach dem Prinzip: “flüssiges bricht fasten nicht”), die nahrhafter sind, sonst wäre die körperlich schwere Arbeit früherer Zeiten nicht zu erledigen gewesen. Die Brauerei Lammsbräu in der Oberpfalz geht seit dem letzten Jahr einen anderen Weg. Statt für das Fasten ein stärkeres Bier zu brauen stellt die Brauerei für die Fastenzeit ein dunkles alkoholfreies Bier her. Mir erscheint dies im 21. Jahrhundert auch irgendwie logischer. Aus der gleichen Brauerei kommt auch ein dunkles alkoholfreies Bier, das in dem Bioladen, in dem ich regelmäßig einkaufe, nicht angeboten wird. Ob in der Flasche das gleiche Bier ist kann ich daher nicht sagen. Einen Unterschied gibt es auf jeden Fall: von jeder Flasche Fastenbier, die verkauft wird, gehen 20 Cent als Spende an Misereor.

In sehr dunklem Rotbraun präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittliche beige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal eine gute Figur.

Das Aroma ist vorwiegend getreidig, Düfte nach Karamell und Pumpernickel steigen mir in die Nase, unterstützt durch einen Hauch dunkler Schokolade.

Der Antrunk ist mäßig süß und die reichlich vorhandene Kohlensäure sorgt für eine überraschende Frische. Auf der Zunge dominieren wie im Aroma die Röststoffe des Malzes, wobei der Schokoladengeschmack mehr in den Vordergrund kommt. Für ein alkoholfreies Bier ist das Fastenbier nicht schlecht, auch wenn es nicht ganz rund wirkt. Jetzt würde ich mir etwas mehr Hopfen wünschen. Der kommt erst im Abgang hervor und zeigt sich in einem leichten Bitter mit grasig-kräuterigen Noten, die recht lange nachklingen.

Wer ein dunkles alkoholfreies Bier trinken will oder muss ist mit dem Fastenbier von Neumarkter Lammsbräu gut bedient.

Zutaten:

Mineralwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Gärungskohlensäure

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

7° Plato

Brauerei:

Neumarkter Lammsbräu
Amberger Str. 1
92318 Neumarkt
www.lammsbraeu.de

Hopfenreiter 2019

In jedem Jahr braut Maisel & Friends seinen Hopfenreiter, ein Double IPA, in diesem Jahr zum vierten Mal. Das Besondere an diesem Bier ist, dass verschiedene Brauereien für diesen Sondersud ihren Lieblingshopfen spenden. Die Brauereien wechseln von Jahr zu Jahr, so dass auch jeder Hopfenreiter anders ist. Lediglich der Bierstil bleibt der gleiche. In diesem Jahr sind einige Hopfensorten dabei, die ich noch nicht kenne, so dass es sich lohnt, zunächst einen kurzen Blick darauf zu werfen, bevor ich das Bier verkoste.

Moutere

Dieser Hopfen stammt von Tiny Rebel Brewing in Newport, South Weles. Dieser Hopfen hat nicht nur viel Alphasäure, die für eine ordentliche Bitterkeit sorgt (17,5 – 19,5 %), sondern bringt auch einen unverwechselbaren Duft nach Grapefruit und Passionsfrucht ins Bier.

Citra

Gespendet von der Brouwerij De Molen in Bodegraven, Niederlande. Dies ist der Obstsalat unter den Hopfen. Neben Limetten und Grapefruit bringt diese Hopfensorte einen ganzen Korb tropischer Früchte ins Bier.

Ekuanot

Sudden Death Brewing vom Timmendorfer Strand hat diesen Hopfen beigetragen. Düfte nach Zitrusfrüchten, Beeren Melone und Kräutern zeichnen diesen Hopfen aus.

Comet

Dieser Hopfen stammt von Tilmans Biere im schönen München. Dieser Hopfen hat eine wechselreiche Geschichte hinter sich. Anfangs als Bitterhopfen gezüchtet und erstmals 1961 in den USA zugelassen wurde der Anbau in den 1980er Jahren aufgrund des geringen Alphasäuregehalts von 10 % eingestellt. Da er aber Düfte und Geschmack von Ananas und Holunderblüten ins Bier bringt, erlebt er derzeit ein Comeback.

El Dorado

Tropische Aromen nach Ananas und Mango steuert dieser von ÜberQuell in Hamburg beigesteuerte Hopfen in die Flasche und ins Glas.

Azacca

Auch Maisel & Friends selbst wollte und konnte nicht ohne Hopfenspende brauen und hat diesen erst 2014 freigegebenen Hopfen mit Aromen nach Zitrusfrüchten, Mango, Apfel, Birne und Tannennadeln beigesteuert.

Na, bei dieser Hopfenmischung muss das Bier doch wohl etwas ganz Besonderes sein. Und tatsächlich – bereits als ich das Bier einschenke steigen mir intensive Aromen nach Grapefruit, Ananas und Harz in die Nase. Da muss ich doch gleich noch weiter schnuppern. Bei jedem Atemzug stellt meine Nase neue Düfte fest, die ich bereits bei der Beschreibung der Hopfen beschrieben habe. Ob der Geschmack ebenfalls so komplex ist?

Bevor ich das Bier verkoste sehe ich es mir erst einmal an. Rotgolden bis honigfarben strahlt mir das Bier entgegen mit seiner sehr voluminösen Krone aus sehr festem Schaum, der auch wirklich lange erhalten bleibt. Jetzt ist es aber wirklich an der Zeit für den ersten Schluck.

Der erste Eindruck, den der Hopfenreiter beim allerersten Kontakt mit der Zunge macht, ist eine frische leichte Süße. Ist da das richtige Bier in der Flasche? Ja, unverzüglich lässt der Hopfenreiter seine Muskeln spielen. Eine kräftige Fruchtigkeit breitet sich in meinem Mund aus, die Süße wird noch stärker und paart sich mit einem angenehmen Bitter. Das Mundgefühl ist fast dickflüssig. Jetzt kommt noch der Geschmack nach Erdbeeren auf und verbindet sich mit dem Geschmack tropischer Früchte. Ich habe einen ganzen Obstsalat im Mund. Dabei sind die 8,5 Volumenprozent Alkohol gut eingearbeitet, so dass er nicht durchschmeckt. Der Abgang ist erstaunlich mild, dabei fruchtig und bitter, und er klingt lange nach. Sogar nach 10 Minuten kann ich das Bier noch leicht schmecken.

Ich weiß nicht, wie Maisel & Friends dieses Bier im nächsten Jahr noch toppen will. Der Hopfenreiter ist wie in jedem Jahr ein Sondersud und wenn er weg ist, ist er weg. Sie können ihn bei www.flaschenfreund.de bestellen oder direkt im Brauereiladen von Maisel & Friends erwerben.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Moutere, Citra, Ekuanot, Comet, El Dorado, Azacca), Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Stammwürze:

18,8° Plato

Bittereinheiten:

70 IBU

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Rehbocks Pale Ale

Aus der Nähe von Kassel kommt Rehbocks Pale Ale, das jetzt vor mir steht. Im Regal fällt dieses Bier sofort auf. Der Rehbock vor dem Sudkessel ist recht originell. Dass ich zweimal hinsehen musste, um den Schriftzug Pale Ale lesen zu können ist sicherlich gewollt und der Auffälligkeit geschuldet. Mal sehen, ob der Inhalt der Flasche so originell ist wie das Etikett.

Die Optik passt jedenfalls schon mal. Hell bernsteinfarben und leicht hefetrüb strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber steht eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die recht lange erhalten bleibt.

Auch das Aroma ist so wie ich es von einem Pale Ale erwarte. Fruchtige Noten nach Grapefruit und Mandarine steigen mir in die Nase, unterstützt durch das Aroma der Hefe.

Der Antrunk ist spritzig-frisch mit einer ordentlich dosierten sanften und feinperligen Kohlensäure. Dazu kommt eine leichte Süße des Malzes. Während sich das Bier auf der Zunge verteilt kommt ein kräftiges fruchtiges Bitter in den Vordergrund. Obwohl das Bier kaum Säure enthält ist es recht vollmundig und weist eine gute Drinkability auf. Der Abgang ist mild bitter. Leider klingt der Geschmack nur recht kurz nach.

Das Pale Ale von Rehbock passt gut zu Pilzgerichten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Herkules, Hallertauer Mittelfrüh, Cascade), Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12,5 %

Bittereinheiten:

32 IBU

Brauerei:

Rehbocks Braumanufaktur
Am Gasterfelderholz 10
34466 Wolfhagen
www.rehbocks.de

Leikeim Weißbier

Das Brauhaus Leikeim hat seinen Sitz in Altenkunstadt in Oberfranken. Diese Gegend ist für seine guten Biere bekannt und hat nach eigenen Aussagen die größte Brauereidichte der Welt. Mal sehen, wie sich das Weizenbier von Leikeim in diese Landschaft einfügt. Bemerkenswert finde ich allerdings, dass Leikeim ab und an die Rezeptur seines Weißbiers verändert. Das wird meines Wissens aber nicht in Form von Werbung mitgeteilt, sondern dem aufmerksamen Biertrinker fällt auf, dass sich die Alkoholkonzentration ändert. Mal sind es 5,1 % Vol., mal 5,5 % und derzeit enthält das Leikeim Weißbier 5,4 Volumenprozent Alkohol. Wenn Ihr Leikeim eine andere Alkoholkonzentration aufweist, hat die Brauerei die Rezeptur wieder geändert, so dass die folgende Beschreibung vermutlich nicht mehr zutreffend ist.

Bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Für ein Weizenbier bildet sich recht wenig Schaum, der aber sahnig ist und lange erhalten bleibt. Die Optik geht also in Ordnung.

Düfte nach Karamell, Banane, Nelke und Hefe steigen mir in die Nase. Das Aroma entspricht meinen Erwartungen für ein bodenständiges Bier, das ohne Besonderheiten auskommen will, also ohne Aromahopfen, die das Bier einmalig machen.

Der Antrunk ist trocken und spritzig und der erste Geschmackseindruck gefällt mir. Aber auf der Zunge wird das Bier recht schlank. Der Geschmack nach Banane und Hefe wird durch ein minimales Bitter begleitet. Leider ist das Bier nicht sonderlich vollmundig. Der Abgang erzeugt einen leichten metallischen Geschmack in der Kehle, auch jetzt kann ich fast kein Bitter feststellen und der Geschmack klingt nur lange nach.

Anfangs hat mir das Bier recht gut gefallen, aber zum Ende fällt es doch ziemlich ab.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Stammwürze:

12,3 %

Brauerei:

Brauhaus Leikeim
Gewerbegebiet 4
96264 Altenkunstadt
www.leikeim.de

Hofbräu Sommerzwickl

Der Sommer ist ja schon lange vorbei, aber jetzt habe ich ganz weit hinten in meinem Kühlschrank noch ein Hofbräu Sommerzwickl gefunden. Das musste ich selbstverständlich gleich öffnen und verkosten, denn bereits Ende April kommt der neue Jahrgang auf den Markt.

Das Bier sieht aus wie ein typisches Märzen, bernsteinfarben und hefetrüb. Die feinporige Schaumkrone ist etwas mehr als durchschnittlich groß und bleibt recht lange erhalten. Optisch haben die Münchner alles richtig gemacht.

Das Aroma ist würzig. Düfte nach Brotkrume und Kernobst steigen mir in die Nase.

Der Antrunk ist recht süß, was aber zur reichlich vorhandenen sehr feinperligen Kohlensäure passt. Auf der Zunge kommt ein leichtes Bitter dazu und die Hefe entfaltet ihren Geschmack. Dabei ist das Bier recht vollmundig. Im Abgang bleibt ein leichtes und freundliches Bitter, das mittellang nachklingt.

Ich kann beim Hofbräu Sommerzwickl keine Fehler feststellen, aber so richtig zufrieden bin ich mit diesem Bier nicht. Irgendetwas fehlt mir, auch wenn ich nicht genau definieren kann, was ich vermisse. Aber zum Essen oder beim Fernsehen ist dieses Bier eine gute Wahl.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Helles Gerstenmalz, Münchner Malz), Hopfen (Herkules, Perle, Magnum, Select), Hefe

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

11,8 %

Bittereinheiten:

24 IBU

Brauerei:

Staatliches Hofbräuhaus in München
Hofbräuallee 1
81829 München
www.hofbraeuhaus.com

Wolpertinger Helles

Was ein Wolpertinger ist? Wikipedia beschreibt dieses Wesen wie folgt: “Der Wolpertinger ist ein bayerisches Fabelwesen, dessen genauer Ursprung unklar ist. Im Grunde handelt es sich beim Wolpertinger um ein Mischwesen, wie sie bereits aus der Antike bekannt sind. Allerdings gab es kein festes Schema, das heißt, es wurden zum Beispiel Eichhörnchen mit Entenschnäbeln versehen oder Hasen mit Entenflügeln.” Der Wolpertinger gilt allgemein als sehr scheu. Er kann nur bei Vollmond in der Abenddämmerung von jungen Frauen gesehen werden. Gejagt wird er, indem ihm Salz auf den Schwanz gestreut wird. Der Wolpertinger, der auf dieser Bierdose gezeigt wird, ist im Übrigen auch bei Wikipedia abgebildet. Wie er sich in der Dose macht, will ich jetzt feststellen.

In hellem Gelb präsentiert sich das Bier im Glas, darüber überdurchschnittlich viel feinporiger Schaum, der lange erhalten bleibt. Meine Vorurteile gegenüber Dosenbier scheinen sich als falsch herauszustellen.

Das Aroma ist recht angenehm. Düfte nach Malz und Toffee steigen mir in die Nase, dazu leichte blumige Noten.

Als das Bier erstmals auf die Zunge trifft ist die reichlich vorhandene Kohlensäure der vorherrschende Eindruck. Dazu kommt eine ordentliche Trockenheit. Auf der Zunge ist das Bier schlank und mir fehlt weitgehend der Geschmack. Der Abgang ist unangenehm muffig, so dass ich nach dem ersten Schluck die Verkostung abgebrochen und das Bier in den Ausguss gekippt habe. Besonders im Abgang machte das Bier den Eindruck, als würde es beginnen zu verderben.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Brauerei:

Überkinger GmbH
73337 Bad Überkingen
www.ueberkinger.com

Brauerei Simon Hell

Fragen Sie mich jetzt bitte nicht, wie lange es die Brauerei, die jetzt unter dem Namen Brauerei Simon firmiert, bereits gibt. Mir sind nur die folgenden Informationen bekannt: 1875 übernahm Johann Simon das Köbel´sche Anwesen am Laufer Marktplatz, das mit Braurecht sowie Metzgerei und Branntweingerechtigkeit ausgestattet war. Er konzentrierte sich auf das Bierbrauen, das an dieser Stelle bereits durch das in Lauf typische Kommunbrauwesen lange Tradition hatte. In den Folgejahren führten sein Sohn Georg und sein Enkel Karl Simon den Betrieb erfolgreich weiter. Im Grunde ist das Gründungsdatum ja auch unerheblich; wichtig ist nur das Bier, das derzeit gebraut wird. Das Helle, das jetzt vor mir steht, beschreibt die Brauerei aus Lauf wie folgt: “Fränkische Gerste und Hersbrucker Hopfen prägen den authentisch-bodenständigen Charakter dieses typisch fränkischen Lagerbieres. Eine kräftige, goldgelbe Farbe sowie ein gut ausbalanciertes Verhältnis von Malz- und Hopfenaromen sorgen für ein harmonisches Geschmackserlebnis. Süffig, angenehm rezent und mild – ein Genuss für jede Gelegenheit.”

Und wirklich – golden und kristallklar fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittliche sahnige Schaumkrone, die auch durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Wie ich es erwartet habe, wird das Aroma durch das Malz geprägt. Dazu kommen leichte würzige und fruchtige Aromen, in denen ich den Duft Feigen zu bemerken meine.

Der Antrunk ist frisch und spritzig. Auf der Zunge kommt zur diskreten Süße ein passendes Bitter. Obwohl im Geschmack keine Fruchtigkeit festzustellen ist, ist das Bier schön süffig. Der Abgang ist mild und wenig bitter. Er klingt nur kurz nach.

Das Helle der fränkischen Brauerei Simon ist ein ordentliches Allround-Bier ohne Überraschungen. Aber es ist durchaus möglich, sich daran zu gewöhnen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Simon GmbH
Heroldstrasse 12
91207 Lauf a. d. Pegnitz
www.brauerei-simon.de

Schwarzwald Michel

Wilhelm Hauff hat ihn ersonnen, den Schwarzwald Michel, auch Holländer Michel genannt. Wenn Sie die Geschichte interessiert, können Sie eine Zusammenfassung auf www.schwarzwald.net/stories/michel.html nachlesen. Diesem fiktiven Holzfäller und Flößer hat die Brauerei Alpirsbacher ein Helles gewidmet, das ursprünglich ausschließlich für Edeka gebraut wurde. Dieses Bier steht jetzt vor mir. Es wurde im Jahr 2017 bei Meiningers International Craft Beer Award mit der Silbermedaille ausgezeichnet.

Golden und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas mit relativ wenig Schaum, der sich auch schnell auflöst.

Das Aroma wird durch Biskuit, Hefe und einige würzige Noten dominiert.

Im Antrunk stelle ich eine leichte Süße fest, die gut zur sehr feinperligen Kohlensäure des Bieres passt. Das Malz dominiert auch auf der Zunge, dazu ein leichtes Bitter. Richtig rund ist das Bier nicht, aber eine gewisse Vollmundigkeit und Süffigkeit kann ich nicht abstreiten. Im Abgang sind fast keine Bitterstoffe festzustellen, aber einige würzige Noten sind vorhanden. Der Nachklang ist nur kurz.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11° Plato

Brauerei:

Alpirsbacher Klosterbräu
Marktplatz 1
72275 Alpirsbach
www.alpirsbacher.de