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Gaffel Sonnenhopfen

Viele Konsumenten meinen, dass die Brauereien in Köln nur Kölsch brauen können. Zwar macht das Kölsch den Großteil des in Köln gebrauten Bieres aus, aber die Brauerei Gaffel versucht sich seit einigen Jahren auch an einem Pale Ale, das nur im Sommer verkauft wird, dem Gaffel Sonnenhopfen. Von diesem Bier verspreche ich mir einiges. Es wurde nicht nur von der DLG mit der Goldmedaille ausgezeichnet, sondern auch der österreichische Bierpapst Conrad Seidl hat es einmal zum Bier der Woche gekürt.

Auf ihrer Website veröffentlicht die Brauerei recht umfangreiche Informationen über den Sonnenhopfen, besonders über den Hopfen Citra aus dem amerikanischen Yakima Valley, dem zweitgrößten Hopfenanbaugebiet der Welt, sowie über die obergärige Hefe aus eigener Zucht. Lediglich auf das Malz wird nicht näher eingegangen. Aber genug der Theorie, jetzt ist es an der Zeit, die Flasche zu öffnen.

Leuchtend golden und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Es bildet sich eine leicht überdurchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die recht lange erhalten bleibt. Dazu kommt noch eine reichlich dosierte und sehr aktive Kohlensäure. Optisch macht das Bier jedenfalls schon mal einen guten Eindruck.

Düfte nach Ananas, Zitrus, Mango und Zitronenschale steigen mir in die Nase, begleitet durch ein leichtes Biskuitaroma. Das Aroma ist so komplex, dass sicherlich jede Nase noch weitere Aromen feststellen wird. Kurz gesagt habe ich hier einen flüssigen Obstsalat vor mir. Das macht doch schon mal Lust auf den ersten Schluck.

Fruchtig und mit leichter Süße meldet sich das Bier auf der Zunge und vermittelt vom ersten Moment an einen schlanken und frischen Eindruck. Schnell gesellt sich ein gut abgestimmtes Bitter zur Fruchtigkeit, so dass das Bier rund, vollmundig und süffig ist. Der Abgang ist nur leicht bitter, während auch in der Kehle die Fruchtigkeit dominiert. Der Nachklang ist durchschnittlich lang.

Der Sonnenhopfen ist ein perfektes Sommerbier, das am Besten im Biergarten genossen werden möchte. Dazu ein leichtes Sommergericht mit Geflügel oder Fisch und eine nette Begleitung – schöner kann ein Sommertag nicht ausklingen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Citra), Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol. (diese Angabe stammt vom Etikett der Flasche, auf der Website ist von 4,7 % Vol. die Rede)

Bittereinheiten:

10 IBU

Brauerei:

Privatbrauerei Gaffel
Ursulaplatz 1
50668 Köln
www.sonnenhopfen.de

High on Rye

Das Buddelship HIgh on Rye ist ein traditionelles schottisches Bier, das mit Roggen eingebraut wird. Nicht nur die Blütezeit der Hanse, auch die der Heide verbindet Hamburg und Schottland – dieses Roggenbier ist mit beiden eng verwurzelt. Leider ist dieses Roggenbier nur saisonal verfügbar.

Hell bernsteinfarben und hefetrüb ist das High on Rye. Darüber bildet sich sehr viel cremiger elfenbeinfarbener Schaum, der sehr langsam in sich zusammenfällt.

In die Nase steigen mir Düfte nach Biskuit, blumige Noten, etwas Zitrusduft und Pumpernickel. Das komplexe Aroma macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist frisch und spritzig. Der Geschmack nach Orangenschale und Grapefruit macht sich breit. Der fruchtige Geschmack ist voll und sehr angenehm. Im Abgang kommt ein sanftes schmeichelndes Bitter dazu, das relativ lange nachklingt. Im Abgang kommen auch die blumigen Aromen wieder zum Vorschein.

Das High on Rye ist ein überraschendes und spannendes Bier, das sich sehr angenehm trinken lässt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Roggenmalz, Heideblüten, Hopfen (Ella, Bramling Cross), Hefe

Alkoholgehalt:

6,9 % Vol.

Stammwürze:

16,5° Plato

Brauerei:

Buddelship Brauerei GmbH
Warnstedtstr. 16l
22525 Hamburg
www.buddelship.de

Keller-Pils

Fast jeder zweite Liter Bier, der in Deutschland verkauft wird, ist ein Pils. Vielen Menschen erscheint das Pils aber als recht langweilig, da ein Großteil des Bieres industriell hergestellt wird. Das Pils ist dann hell, klar, mehr oder weniger bitter. Das bedeutet nicht, dass diese Biere schlecht wären, aber sie sind sich so ähnlich, dass sie austauschbar sind. Wenn ich mich mit Craft Beer-Konsumenten unterhalte, stelle ich fest, dass das Pils dort aus diesem Grund einen schweren Stand hat. Trotzdem versuchen immer mehr Craft-Brauer, diesen Bierstil neu zu interpretieren und ihn mit verschiedenen Hopfensorten aufzupeppen. So auch die Hildesheimer Braumanufaktur, deren Keller-Pils ich jetzt vor mir stehen habe.

Schön golden und klar ist das Keller-Pils mit einer durchschnittlichen Menge feinporigem Schaum.

Im Aroma fallen mir zunächst die fruchtigen und blumigen Düfte auf, die sich mit dem Duft des Malzes gut ergänzen. Leichte zitronige Aromen verbinden sich mit dem Duft gelber Früchte.

Der Antrunk ist frisch, spritzig und fruchtig. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Erst etwas später kommt auch der Malzkörper dazu und verleiht dem Bier eine leichte süße Note, die sich perfekt mit den Hopfenaromen verbindet. Der Abgang ist erstaunlich mild und weist nur ein leichtes fruchtiges Bitter auf, das gut zu der Fruchtigkeit passt, die sich auch in der Kehle bemerkbar macht. Dafür ist der Nachklang recht lang.

Mit ihrem Keller-Pils beweist die Hildesheimer Braumanufaktur, dass Pils nicht langweilig sein muss und durchaus auch für Genießer eine Alternative darstellt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Agnus, Saaz, Premiant), Hefe

Alkoholgehalt:

5,3% Vol.

Brauerei:

Hildesheimer Braumanufaktur
Jan Pfeiffer R Malte Feldmann GbR
Goslarsche Landstr. 15
31135 Hildesheim
www.hildesheimer-braumanufaktur.de

Tallinn Baltic Porter

Vermutlich kann niemand ein Bier so gut beschreien wie der Brauer selbst, zumindest weiß niemand besser als er, was er sich bei der Entwicklung des Bieres vorgestellt hat. Lassen wir also am Beginn dieser Bierverkostung Oliver Wesseloh selbst zu Wort kommen: “Unser Tallinn Baltic Porter ist der Grund sich auf ungemütliches Wetter zu freuen. Die Gischt wütet, der Wind tobt, Regen prasselt ans Fenster und drinnen sorgt unser malzbetontes, dunkles Tallinn für ein wohliges Gefühl, ob mit Kamin oder ohne. Unser Tallinn Baltic Porter war eigentlich als saisonales Bier gedacht. Aber dann hat es uns und Euch so gut geschmeckt, dass wir es in unser Standardportfolio aufgenommen haben. Denn bei uns in Norddeutschland gibt es ja nicht nur im Winter einmal ungemütliche Tage.”

Na gut, dann weiß ich ja schon mal, auf was ich mich einzustellen habe und hoffe nur noch, dass das Bier meine Erwartungen auch erfüllt. Aber bislang haben die Biere von Oliver mich ja noch nie enttäuscht.

Die Optik stimmt jedenfalls schon mal. Blickdicht schwarz ist das Tallinn Porter. Zwar bildet sich nur relativ wenig gemischtporiger hellbrauner Schaum, aber der bleibt lange erhalten.

Und auch das Aroma hat es in sich. Dass das Bier nach Schokolade und Kaffee duften würde, habe ich ja erwartet. Der Duft nach Rosinen ist aber genau wie die Intensität des Aromas eine Überraschung. Da kann ich es kaum abwarten, den ersten Schluck zu probieren.

Der erste Eindruck auf der Zunge ist Süße, und das nicht zu knapp. Aber da kommt bei mir eine Frage auf: wenn Oliver beim Malz so großzügig war – weshalb wird er bei der Kohlensäure geizig? Aber dafür ist die Kohlensäure wunderbar sanft und feinperlig. Als sich das Bier auf der Zunge verteilt lässt die Süße nach; der Geschmack dunkler Schokolade kommt in den Vordergrund und bringt auch einen leichten Hauch von Espresso mit. Dabei entsteht ein volles und beinahe cremiges Mundgefühl. Jetzt bin ich mit der wenigen Kohlensäure ausgesöhnt. Im Abgang lässt der Schokoladengeschmack nach und der Espressogeschmack kommt mit seinem freundlichen Bitter in den Vordergrund, das auch lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (dunkles böhmisches Tennenmalz, Caramelmalz, Röstmalz), Hopfen (Ella), Hefe

Alkoholgehalt

6,3 % Vol.

Stammwürze

15,6° Plato

Brauerei:

Kehrwieder Kreativbrauerei
Oliver Wesseloh
Sinstorfer Kirchweg 74-92
21077 Hamburg
www.kehrwieder.beer

Dieses Bier können Sie ab einer Bestellsumme von 49,00 Euro durch einen Klick auf das folgende Banner versandkostenfrei bestellen:


Eibauer Porter

Wieder einmal steht ein Bier aus der Privatbrauerei in Eibau vor mir, diesmal das Eibauer Porter. Mir leuchtet nicht so recht ein, was mir der Junge auf dem Etikett sagen soll, trotzdem wirkt das Etikett durchaus edel und ich hoffe, dass diese Eigenschaft auch auf das Bier abfärbt. Also schenke ich mir das Bier mal ein.

Rubinrot präsentiert sich das Bier im Glas, nicht wie ich es bei einem Porter erwarte in tiefem Schwarz. Darüber bildet sich eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die bis auf einen Rest schnell in sich zusammenfällt. Der Rest bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Das Aroma ist malzbetont, auch wenn ich erst einmal überraschend wenige Röstaromen feststelle. Stattdessen steigen mir Kraramelldüfte in die Nase, die durch den Duft nach Pflaumen und Feigen ergänzt werden.

Der Antrunk offenbart nur geringe Süße, aber durch die reichlich vorhandene Kohlensäure wirkt das Bier recht frisch. Auf der Zunge kommt der Geschmack der Trockenfrüchte in den Vordergrund, die ich auch bereits in der Nase wahrgenommen habe. Obwohl das Porter mit nur 3,5 Volumenprozenten recht leicht ist, schmeckt der Alkohol doch deutlich durch. Aber das passt recht gut zum Geschmack der Trockenfrüchte. Die Fruchtigkeit dominiert auch im Abgang, wo sie lange nachklingt.

Ich mag dieses Bier, auch wenn es für ein Porter absolut ungewöhnlich ist. Hätte ich nicht gelesen, dass es um ein Porter handelt, hätte ich es für eine Lightversion eines Barley Wine gehalten.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

3,5 % Vol.

Stammwürze:

16° Plato

Brauerei:

Privatbrauerei Eibau i.Sa. GmbH
Neueibauer Straße 9
02739 Eibau
www.eibauer.de

London Ale

Und wieder einmal steht ein Bier aus der Hildesheimer Braumanufaktur vor mir, das London Ale. Die Brauerei verspricht mir ein würziges und leicht fruchtiges Bier. Na, dann wollen wir doch mal sehen.

Rot ist es mit einer durchschnittlichen Krone aus feinporigem elfenbeinfarbenen Schaum, die durchschnittlich schnell in sich zusammenfällt.

Der Antrunk ist schlank und frisch. Auf der Zunge meldet sich ein leichter Malzkörper, der wenig Hopfen mitbringt. Erst im Abgang kann ich ein leichtes Bitter feststellen, das nur kurz nachklingt.

So sehr ich die anderen Biere der Hildesheimer Braumanufaktur gemocht habe, kann mich das London Ale wirklich nicht begeistern.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Fuggles, East Kent Goldings), Hefe

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Brauerei:

Jan Preiffer & Malte Feldmann GbR
Goslarsche Landstr. 15
31135 Hildesheim
www.hildesheimer-braumanufaktur.de

St. Marienthaler Klosterbräu Hell

St. Marienthaler Klosterbräu, kurz St. M, ist eine Marke der Brauerei im sächsischen Eibau. Auf dem Rückenetikett des Hellen, das jetzt vor mir steht, formuliert die Brauerei einen hohen Anspruch: “Gebraut nach einer überlieferten Rezeptur aus dem Jahre 1357, entfaltet es eine opulente Herrlichkeit, die ihresgleichen sucht.” Ein hoher Anspruch, den es zu erfüllen gilt. Inwieweit das Nonnenkloster St. Marienthal in Ostritz in dem Bier involviert ist, ist mir nicht bekannt. Auf den Bildern des Klostermarktes im Internet ist das Bier jedenfalls nicht zu entdecken.

Intensiv golden und mit sehr viel sichtbarer Kohlensäure strahlt mich das Bier aus dem Glas an. Darüber steht eine überdurchschnittliche Krone aus sahnigem Schaum, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist malzig, unterstützt durch den Duft getrockneter Feigen.

Der Antrunk ist recht süß, was durch die reichlich vorhandene Kohlensäure aber durchaus angenehm ist. Das Mundgefühl ist vollmundig und rund. Der Geschmack des Malzes ist dominant und drückt jede Fruchtigkeit oder Bitterstoffe in den Hintergrund. Bis hierhin gefällt mir das Helle recht gut. Der Abgang wird aber durch einen undefinierbaren leicht metallischen Fehlgeschmack gestört, der lange nachklingt.

Anfangs war es ein recht ordentliches Helles, aber der Abgang hat den zunächst guten Eindruck zerstört.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

Privatbrauerei Eibau i. Sa. GmbH
02739 Eibau
www.eibauer.de

Vulkan Porter

Mendig, in der Eifel gelegen, ist seit langem als Bierbrauerstadt bekannt. Das liegt an der durch frühere vulkanische Aktivität, durch die viele natürliche Felsenkeller entstanden sind, in denen die Temperatur konstant bei 5° – 8° Celsius liegt. Deshalb gab es in Mendig zeitweise 28 Brauereien, die bis auf eine letzte geschlossen wurden. Auch diese letzte Brauerei stand vor der Schließung, wurde aber durch die Brüder Malte und Hannes Tack gerettet. So entstand im Jahr 2011 die Vulkan Brauerei, aus der das Porter stammt, das jetzt vor mir steht und auf die Verkostung wartet. Von diesem Bier erwarte ich einiges, hat es doch 2016 und 2017 beim Meininger International Craft Beer Award Gold gewonnen.

Praktisch blickdicht schwarz ist dieses Bier mit einer durchschnittlichen Menge cremigem hellbraunem Schaum, der lange erhalten bleibt. Das gefällt mir schon mal.

Intensiver Duft nach dunkler Schokolade und Kaffee steigt mir in die Nase. Bei dieser Farbe hätte ich auch nichts anderes erwartet.

Der Antrunk ist recht süß und die sehr feinperlige Kohlensäure ist relativ knapp dosiert. Hier würde ich mir mehr wünschen. Auf der Zunge entwickelt sich der Geschmack dunkler Schokolade. Fruchtige Noten fehlen vollständig, sondern der Geschmack dieses Bieres konzentriert sich vollständig auf Kaffee und Schokolade. Das Mundgefühl ist weich und cremig. Beeindruckend ist auch die Ausgewogenheit des Geschmacks. Auch im Abgang dominiert der Geschmack dunkler Schokolade, der lange nachklingt.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Caramelmalz Hell, Pilsner Malz, Pale Ale, Münchner), Hopfen (Herkules, Tradition), Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Stammwürze:

15° Plato

Bittereinheiten:

34 IBU

Brauerei:

Vulkan Brauerei GmbH & Co. KG
Laacher-See-Straße 2
56743 Mendig
www.vulkan-brauerei.de

Dieses Bier können Sie ab 12 Flaschen oder einem Bestellwert von mindestens 49 Euro (auch gemischt) versandkostenfrei online bestellen:

Black Czech

Wieder einmal steht ein Bier aus Hildesheim vor mir, ein spezieller Sud aus der Hildesheimer Braumanufaktur. Jan und Malte brauen ihre Biere unter zwei Labeln. Einerseits brauen sie ihre “normalen” Craft-Biere, die sie ausschließlich im Direktverkauf und über verschiedene Händler in der Umgebung von Hildesheim vertreiben. Unter dem Label “Funk Soul Brewers” stellen sie zusätzlich ausgefallene und besonders spezielle Sude her. Diese Sude sollen auch überregional angeboten und verschickt werden. Derzeit gibt es unter diesem Label zwei Biere, von denen ich das “Black Czech” finden konnte und das jetzt vor mir steht. Es wurde mit drei tschechischen Hopfen gebraut, womit die Namensgebung schon mal geklärt wäre.

Das Bier trägt seinen Namen zu Recht. Es ist blickdicht schwarz, selbst als ich das Glas gegen das Licht halte, schimmert kein Licht durch. Darüber bildet sich eine durchschnittliche mittelbraune Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch haben die Brauer schon mal alles richtig gemacht.

Das komplexe Aroma wird durch Düfte nach Kaffee und Kakao dominiert, aber auch fruchtige und würzige Noten sind vorhanden. Das macht doch schon mal Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeigt eine leichte Süße und die obwohl sehr feinperlige Kohlensäure knapp dosiert ist, passt diese Dosierung durchaus. Auf der Zunge lassen die Röststoffe ihre Muskeln spielen, vor allem der Geschmack nach Kaffee. So sehr ich tiefschwarze Biere mag, würde ich mir doch noch etwas Säure und mehr Bitter wünschen. Aber das ist meine persönliche Vorliebe; auch diese Interpretation hat sicher ihre Liebhaber. Im Abgang dominiert der Geschmack nach Espresso, der lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Agnus, Kazbek, Premiant), Hefe

Alkoholgehalt:

6,2 % Vol.

Brauerei:

Hildesheimer Braumanufaktur
Jan Pfeiffer & Malte Feldmann GBR
Goslarsche Landstr. 15
31135 Hildesheim
www.hildesheimer-braumanufaktur.de

Industriebier

Das Industriebier habe ich bei meiner letzten Reise nach Leipzig im Supermarkt gefunden. Mit dem Etikett sticht es im Regal auch gleich aus der Reihe der anderen Biere hervor. Da musste ich es einfach mitnehmen.

Beim Lesen des Rückenetiketts fiel mir einiges auf. Es wird nicht einmal angegeben, um was für einen Bierstil es sich handelt. Auch die Brauerei ist nicht angegeben, sondern lediglich, dass das Bier für eine Firma SLG-Lebensmittelgroßhandel in Leipzig gebraut wurde. Da dachte ich mir, dass ich im Internet weitere Informationen über das Industriebier finden würde. Da wurde es aber vollkommen verwirrend. Hier hieß es, dass das Bier von einer Firma Indiebrew kommen würde. Weder SLG-Lebensmittelgroßhandel noch Indiebrew haben einen eigenen Internetauftritt. Unter www.industriebier.de findet sich eine kleine Website, die aber weder über das Bier noch über den Hersteller weitere Informationen bietet. Auf www.bier-in-leipzig.de habe ich einen Beitrag gefunden, dessen Autor sich an das Unternehmen gewandt hat, um zu versuchen, nähere Informationen zu erhalten. Da diese Anfrage nicht beantwortet wurde. Da kann ich mir eine weitere Recherche wohl sparen und beginnen, das Bier zu verkosten.

Intensiv goldfarben und mit einer durchschnittlichen Menge gemischtporigem Schaum zeigt sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone bleibt lange erhalten.

Das Aroma ist malzig mit einigen würzigen Noten, die aber relativ schwach sind, so dass ich sie nicht näher definieren kann.

Der Antrunk ist recht süß und wirkt durch die zurückhaltend dosierte Kohlensäure auch nicht übertrieben frisch. Schnell kommt zur Süße ein angemessenes Bitter dazu. Trotzdem ist der Geschmack nicht richtig rund. Der Abgang ist mild und er klingt nur kurz nach.

Als mittelprächtiges Helles geht das Bier durch, aber auf die Liste des Weltkulturerbes schafft es die deutsche Braukunst mit diesem Bier sicher nicht. Nicht zu Unrecht hat es das Industriebier auf Platz 4 der schlechtesten Biere aus Leipzig geschafft. Dort wird als Foodpairing übrigens Zuckerrübensirup empfohlen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

SLG-Lebensmittelgroßhandel
Hans-Jürgen Lohmann e.K.