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Zombräu Richtfest

Im Jahr 2015 gründeten die Brüder Tobias und Bastian Merches im niederbayerischen Mirskofen die Brauerei Zombräu. Nun haben die beiden mir sechs ihrer Biere für eine Verkostung zugeschickt. Aus dieser Sammlung verkoste ich heute das erste, Richtfest genannt. Dabei handelt es sich um ein helles Bockbier.

Das Richtfest hat eine Besonderheit. Das Etikett wurde in Zusammenarbeit der Brauerei mit dem Fotokünstler Andreas Richter gestaltet. Und dieses Bockbier hat nicht nur ein Etikett. Auf der Website von Zoombräu sind sechs Etiketten für das Richtfest abgebildet.

Cognacfarben mit einem leichten Rotstich und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Ich sehe relativ wenig Kohlensäure. Die Schaumkrone ist durchschnittlich voluminös und mit leichtem Gelbstich. Sie löst sich bis auf einen Rest durchschnittlich schnell auf, aber der Rest bleibt lange erhalten. Optisch ist das Bier schon mal sehr ansprechend.

Das leicht süße Aroma wird durch das Malz mit seinen leichten Röstaromen dominiert. Das ist für einen Bock typisch. Dazu kommen aber noch fruchtige Aromen. Düfte nach Mango und Ananas steigen mir in die Nase. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Im Antrunk fällt zunächst eine ordentliche Süße auf, zusammen mit einer feinperligen Kohlensäure, die deutlich reichlicher dosiert ist als es die Optik offenbart hatte. Damit macht das Bier einen sehr frischen Eindruck. Schnell gesellt sich eine leichte fruchtige Säure dazu. Das Bier macht einen vollmundigen und frischen Eindruck und es ist ungeheuer süffig. Der Abgang zeichnet sich durch in leichtes freundliches Bitter mit einem sehr langen Nachklang aus.

Das Richtfest von Zombräu ist ein sehr leckeres Bockbier, das mit seinen fruchtigen Noten zu überraschen weiß. Die 6,6 Volumenprozent sind dabei gut versteckt, so dass das Bier nicht sprittig wirkt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Cara 20), Hopfen (Nugget, Hallertauer Melon, Vic Secret), Hefe

Alkoholgehalt:

6,6 % Vol.

Bittereinheiten:

30 IBU

Brauerei:

Zombräu
Obere Sendlbachstr. 19
840051 Mirskofen
www.zombräu.de

BRLO Porter

BRLO ist der altslawische Name von Berlin. Auf dem vorderen Etikett des BRLO Porter steht “Handcrafted with Berlin Love” während auf dem Rückenetikett versichert wird, dass die Brauerei in Berlin verwurzelt ist und sich für ein nachhaltiges Miteinander einsetzt. Da würde ich eigentlich erwarten, dass das Bier aus Berlin stammt. Das ist aber ein Irrtum, denn das Porter stammt aus dem sachsen-anhaltinischen Landsberg im Saalekreis. OK, das muss kein Nachteil sein. Im Gegenteil, die kleine Brauerei bezieht ihr Wasser aus einem eigenen Brunnen, verfügt über eine eigene Malzfabrik und zumindest die eigenen Biere werden mit Hopfen aus dem Elbe-Saale-Anbaugebiet gebraut, so dass die Grundstoffe für das Bier maximal 80 Kilometer transportiert werden. Das macht die Brauerei und auch das dort gebraute BRLO Porter doch gleich sympathisch.

Sehr dunkel bernsteinfarben präsentiert sich das BRLO Porter im Glas. Damit entspricht das Bier schon mal nicht so ganz meinen Erwartungen, da ich eigentlich erwarte, dass ein Porter schwarz wie die Nacht und blickdicht daherkommt. Die leicht bräunliche Schaumkrone gefällt mir schon besser, größtenteils feinporig und mit langem Leben.

Der Antrunk ist schwer und süß, aber absolut nicht schlecht. Der Geschmack nach Karamell, Kaffee, Nüssen und Honig breitet sich auf der Zunge aus. Dabei bleibt das Bier schön süffig. Der Abgang ist mit einem leichten Kaffeegeschmack überraschend mild und er klingt nicht allzu lange nach.

Nachdem mich die Optik nur teilweise überzeugen konnte, konnte das Bier doch durch den Geschmack noch richtig punkten.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Caramelmalz, Röstmalz), Hopfen (Herkules, Tettnanger), Hefe

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Bittereinheiten:

30 IBU

Brauerei:

Braukunst Berlin GmbH
Torstr. 33-35
10119 Berlin
www.brlo.de

 

Dieses Bier können Sie ab 12 Flaschen oder einem Bestellwert von mindestens 49 Euro (auch gemischt) versandkostenfrei online bestellen:


And Union Friday IPA

Das Friday von And Union nennt sich nicht nur IPA, sondern auf dem Rückenetikett der Flasche wird es als Über IPA bezeichnet, was immer das auch genau heißen mag. Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass es sich um ein IPA handelt und dementsprechend werde ich das Bier auch versuchen zu bewerten.

Rotblond und nur leicht hefetrüb, dafür mit einer durchschnittlich großen feinporigen Schaumkrone zeigt sich das Bier im Glas. Der Schaum hat einen leichten Stich ins Beige und er bleibt lange erhalten. Die Optik ist schon mal sehr ansprechend.

Das Aroma verrät sofort das Pale Ale. Ein kräftiger Malzkörper bildet mit seinem Toffeeduft den Boden für Aromen von Zitrusfrüchten, Pfirsich und Minze.

Der Antrunk ist leicht süß und dabei durch die ordentlich dosierte feinperlige Kohlensäure richtig schön frisch. Schnell gesellt sich ein kräftiges Bitter dazu, so dass die Fruchtigkeit etwas in den Hintergrund tritt. Das Bitter dominiert auch den Abgang, der lange nachklingt.

Das Friday überrascht, überzeugt dabei durch seine Kraft und hohe Trinkbarkeit. Dabei weiß es zu gefallen. Damit zeigt es mir mal wieder, weshalb ich einfach an keinem Bier vorbeikomme, das ich noch nicht kenne.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hefe, Hopfen (Chinook)

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Stammwürze:

16° Plato

Bittereinheiten:

55 IBU

Brauerei:

Brewers & Union UG
Ganghofer Straße 31
80339 München
www.andunion.com

Dieses Bier können Sie ab 12 Flaschen oder einem Bestellwert von mindestens 49 Euro (auch gemischt) versandkostenfrei online bestellen:

Eibauer Schwarzbier

Ich glaube, es war im Jahr 2002, als ich das Eibauer Schwarzbier kennengelernt habe. Genauer gesagt war es in einer Musikkneipe in Radebeul. Dort gab es zwei Biere zur Auswahl – irgendein Fernsehbier und halt das Eibauer, von dem ich bis dahin noch nie etwas gehört hatte. Immerhin konnte mir die Bedienung auf Nachfrage das Eibauer Schwarzbier beschreiben. Bedienungen, die wissen, was sie an den Tisch tragen, sind relativ selten, auch wenn ich den Eindruck habe, dass dies im Osten der Republik häufiger der Fall ist als hier im Westen.

Die Optik entspricht exakt dem, was ich von einem Schwarzbier erwarte: es ist schwarz mit einer durchschnittlichen größtenteils feinporigen Schaumkrone, die allerdings bis auf einen Rest überdurchschnittlich schnell in sich zusammenfällt. Damit reißt mich die Optik nicht vom Hocker, aber sie ist durchaus ansprechend.

Düfte nach Röststoffen steigen mir in die Nase, besonders ein Hauch nach dunkler Schokolade. Dazu kommt ein leichter Duft nach Trockenfrüchten, obwohl – es ist wohl eher eine Ahnung nach Trockenfrüchten. Auch das Aroma hat keine Fehler, ist aber schwächer als ich aufgrund der Optik erwartet hätte. Dabei dürfen wir allerdings nicht vergessen, dass das Eibauer Schwarzbier nicht als Craft Beer verkauft wird, dass wir also keine Hopfen- und Malzbomben erwarten dürfen.

Im Antrunk erreicht mich eine leichte Süße, gepaart mit einer guten Dosis sehr feinperliger Kohlensäure. Dadurch macht das Eibauer Schwarzbier einen sehr frischen Eindruck. Dieser Eindruck bleibt auch auf der Zunge erhalten, als ein leichtes Bitter einen leichten Geschmack nach dunkler Schokolade dazu liefert. Der Abgang ist nur wenig bitter und er klingt nur recht kurz nach.

Das Eibauer Schwarzbier ist ein gutes süffiges Bier für einen lauen Sommerabend im Biergarten.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Brauerei:

Privatbrauerei Eibau i.Sa.
02739 Eibau
www.eibauer.de

Original Ritterguts Gose

Es ist schon erstaunlich – die Gose gehört in Deutschland zu den eher unbekannten Bierstilen, aber genau dieser relativ selten erhältliche Bierstil wird sehr häufig im Internet beschrieben. Und auch kein anderer Bierstil wird so unterschiedlich bewertet wie die Gose. Die einen müssen lediglich in der Ferne etwas sehen, das eine Gose, eine Berliner Weisse oder auch eine Geuze sein könnte, uns sofort wird “Gosianna” gerufen. Anderen gefällt kein saures Bier und vergleichen es gerne mit umgekipptem, also verdorbenen, Bier. Ich kann beide Seiten verstehen. Es gibt durchaus richtig leckere Sauerbiere mit zurückhaltender Säure und viel Fruchtigkeit. Andere Sauerbiere hinterlassen bei mir lediglich einen kräftigen sauren Eindruck, so dass ich sie nicht trinken mag. Aber trotzdem muss das Bier nicht in den Abguss. Ich verwende es aufgrund seiner sauberen Säure gerne beim Kochen. Was wollen wir mehr? Jetzt will ich aber testen, wie sich die Original Ritterguts Gose macht.

Mit seiner klaren und goldenen Farbe, seiner reichlich dosierten Kohlensäure und der leicht überdurchschnittlichen Schaumkrone, die lange erhalten bleibt, macht das Bier einen richtig guten Eindruck.

Das Aroma ist fruchtig. Der Duft überreifer Birnen steigt mir in die Nase, dazu kräftige säuerliche Noten sowie einige Würzigkeit, die vom Koriander stammt. Ich glaube fast, dass diese Gose ernsthaft versucht, mir zu gefallen.

Der erste Eindruck auf der Zunge ist trocken und frisch. Schnell kommt eine deutliche fruchtige Säure nach Limone dazu, die gut zu der leichten Note nach Koriander passt. Im Aroma hatte ich überreife Birnen festgestellt, die ich auf der Zunge aber absolut nicht wiederfinde. Überhaupt fehlt mir in dieser Gose etwas Süße, die die Säure ausbalancieren würde. So erscheint die Original Ritterguts Gose recht unausgewogen. Auch der Abgang kann mich nicht überzeugen. Er ist zu schlank und ohne Nachklang.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hefe, Hopfen, Kochsalz, Koriander

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Stammwürze:

11,5° Plato

Brauerei:

Ritterguts Gose GmbH
Häuerweg 1
04552 Borna
www.leipziger-gose.com

Liebhart’s Bio Weizen alkoholfrei

Dem Liebhart’s Bio Weizen alkoholfrei, das jetzt vor mir steht, wird nicht nachträglich der Alkohol entzogen. Es wird auf natürliche Weise gebraut, ohne Alkohol entstehen zu lassen. damit verbleiben auch das volle Aroma und alle wertvollen Bestandteile im Bier und ich erwarte auch einen volleren Geschmack.

Goldgelb strahlt mir das Bier entgegen. Was mich nur verwundert ist die fast nicht vorhandene Hefe. Nur eine sehr leichte Trübung ist zu erkennen, das Bier ist fast kristallklar. Gut gefällt mir dagegen die Schaumkrone, feinporig und reinweiß. Sie bleibt lange Zeit erhalten.

Das Bier duftet nach Malz und Karamell, nach Trockenfrüchten und Bananen. Allerdings ist der Bananenduft bei weitem nicht so ausgeprägt wie bei den meisten Weizenbieren. Das ist aber vermutlich der Tatsache geschuldet, dass es sich hier um ein alkoholfreies Bier handelt.

Der Antrunk zeigt erstaunlich wenig Süße, wirkt durch die gut dosierte Kohlensäure aber frisch. Während sich das Bier auf der Zunge verteilt, stelle ich fest, dass der Geschmack fast ausschließlich durch das Malz bestimmt wird, während sich der Geschmack des Hopfens diskret im Hintergrund hält, so dass er praktisch nicht zum Tragen kommt. Auch im Abgang kann ich kaum Bitterstoffe feststellen.

In meinen Augen hält das Bier nicht, was das Etikett verspricht. Schade. Die anderen Biere von Liebhart’s haben mir eigentlich alle recht gut gefallen.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

10° Plato

Brauerei:

Liebhart’s Privatbrauerei GmbH & Co. KG
Am Geldkamp 6
32758 Detmold
www.residenz-biere.de

Hopfmeister Surfers Ale

Jetzt steht das Hopfmeister Surfers Ale des Münchener Gypsy-Brauers Marc Gallo vor mir. Dieses Bier hat im Jahr 2016 beim International Craft Beer Award von Meininger die Goldmedaille gewonnen. An dieses Bier, das in der Schlossbrauerei Hohenthann gebraut wurde, kann ich also große Erwartungen hegen.

Goldgelb und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge feinporiger Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist fruchtig. Düfte nach Grapefruit, Mandarine und Gras steigen mir in die Nase, unterstützt durch den angenehmen Duft des Malzes.

Der erste Eindruck auf der Zunge ist eher trocken. Leider enthält das Surfers Ale nur wenig Kohlensäure; eine etwas großzügigere Dosierung hätte sicher noch einiges an Frische gebracht. Erst als sich das Bier auf der Zunge verteilt und ein ordentliches fruchtiges Bitter im Mund verteilt, macht das Bier einen frischen und vollmundigen Eindruck. Der Abgang ist überraschend mild bitter und mit langem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Magnum, Cascade, Citra, Simcoe), Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Stammwürze:

12,4 %

Bitterwert:

35 IBU

Brauerei:

HOPFMEISTER Braumanufaktur
Marc Gallo
Kyreinstraße 18
81371 München
www.hopfmeister.de

Hopfenreiter 2018

(Fast) jeder Mensch und auch (fast) jedes Unternehmen hat gewisse Höhepunkte im Jahresablauf, auf die der Mensch oder das Unternehmen hinarbeitet. Maisel & Friends macht da keine Ausnahme. In der Bayreuther Brauerei gehört das erste Wochenende im März zu diesen Highlights. In diesem Jahr wurde an diesem Wochenende der zweite Geburtstag des Liebesbier gefeiert und die dritte Auflage des Hopfenreiters wurde der Öffentlichkeit vorgestellt. Und die Öffentlichkeit war reichlich vertreten. Etwa 5000 Menschen kamen zusammen, um mit dem Hoppy Birthday Festival das Ereignis gebührend zu feiern. Aber das ist eine andere Geschichte; in diesem Artikel geht es um den diesjährigen Hopfenreiter.

Jeff Maisel ließ es sich nicht nehmen, den Hopfenreiter persönlich vorzustellen. Dabei waren die Brauereien, die für den Freundschaftssud des Hopfenreiters 2018 die Hopfensorten beigetragen haben. Vor Ort waren die Brauereien Superfreunde, Mikkeler, Duvel, Bevog und Frau Gruber. Aber kommen wir jetzt endlich zum Bier.

In intensivem hellem Bernstein leuchtet das hefetrübe Bier im Glas. Darüber bildet sich eine feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch gibt es an diesem Bier wirklich nichts auszusetzen.

Wenn in einem Bier sechs Aromahopfen verbraut wurden, ist es ziemlich sicher, dass auf die Nase ein echtes Abenteuer wartet. Und tatsächlich, das Bier duftet intensiv nach Ananas, Limonen, Zitronenschale sowie einigen roten Beeren. Auch würzige Noten schmeicheln der Nase. Ein Fest für jeden Liebhaber von IPAs. Jetzt ist es aber Zeit für den ersten Schluck.

Der erste Eindruck zeichnet sich durch eine feine Süße und durch die sehr feinperlige Kohlensäure durch eine ungeheure Spritzigkeit aus. Als sich das Bier auf der Zunge verteilt bleibt die Süße erhalten, wobei sich ein kräftiges hopfiges Bitter dazugesellt, unterstützt durch die für ein IPA typischen Zitrusnoten. Der Abgang zeichnet sich durch ein freundliches Bitter aus, das an den Geschmack von Grapefruitkernen erinnert und er klingt ellenlang nach.

Wie bereits beim Hopfenreiter 2017 bedauere ich, dass es sich um einen Sondersud handelt, bei dem gilt: Wenn weg, dann weg. Trotz des kräftigen Bitter von 70 IBU kann sich der Malzkörper doch die gesamte Zeit bemerkbar machen, was nicht bei jedem IPA der Fall ist.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Calypso, Citra, Styrian Golding, Styrian Fox, Enigma, Mandarina Bavaria, Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Stammwürze:

18,8° Plato

Bittereinheiten:

70 IBU

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

 

Dieses Bier können Sie ab 12 Flaschen oder einem Bestellwert von mindestens 49 Euro (auch gemischt) versandkostenfrei online bestellen:

Bilger Stümple

1821 wurde das Bilger Stümple von Nepomuk Bilger im kleinen Bodensee-Städtchen Gottmadingen entwickelt. Als erste Brauerei im Süden füllten die Bilgers ihr Bier in kleine standfeste Flaschen, die sich unter dem Namen “Stümple” bei Jung und Alt großer Beliebtheit erfreuten. Im Jahr 1968 wurde die Mehrheit der Brauereianteile an die Fürstlich Fürstenbergische Brauerei KG in Donaueschingen verkauft und 1976 wurde die Produktion in Gottmadingen eingestellt. 2013 erinnerte sich Braumeister Daniel Haag an das Bilger Stümple und seitdem wird dieses Bier wieder gebraut.

Hell bernsteinfarben und dabei intensiv zeigt sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine leicht überdurchschnittliche Menge feinporiger Schaum, der sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Stümple wirklich was her.

Das Aroma kann mich wirklich überraschen. Dermaßen fruchtige Aromen erwarte ich bei einem Supermarktbier wirklich nicht. Düfte nach Ananas und Limonen steigen mir in die Nase, unterstützt durch würzige Noten.

Der Antrunk ist spritzig und frisch, wofür die sehr feinperlige Kohlensäure sorgt. Schnell schiebt sich der Hopfen in den Vordergrund und ich schmecke ein kräftiges Bitter. Dabei bleibt die Süße vorhanden, obwohl die Fruchtigkeit leicht in den Hintergrund tritt. Der Abgang wird durch ein freundliches Bitter dominiert, das mich an Grapefruitkerne denken lässt. Der Geschmack klingt noch sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Aromahopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Brauerei:

Fürstlich Fürstenbergische Brauerei
Postplatz 1
78166 Donaueschingen
www.fuerstenberg.de

Nörten-Hardenberger Weizen

Nach langer Zeit steht mal wieder ein Bier aus dem südlichen Niedersachsen bzw. dem nördlichen Hessen vor mir. Die Nörten-Hardenberger Brauerei braut nicht mehr selbst, sondern lässt dies in der Martini Brauerei in Kassel erledigen. Beide Brauereien gehören zur Einbecker Brauerei, deren Biere ich sehr schätze. Das Nörten-Hardenberger Pils hat mir ja nur mittelprächtig gefallen und jetzt bin ich auf das Hefeweizen gespannt.

Golden, hefetrüb und mit viel sahnigem Schaum, der lange erhalten bleibt, präsentiert sich das Bier im Glas. Die reichlich vorhandene Kohlensäure ist sehr agil. Die Optik ist schon mal makellos.

Im Aroma sticht zunächst die Hefe hervor, aber auch die stiltypischen Düfte nach Banane und Gewürznelken sind deutlich wahrnehmbar. In der Nase ist das Bier stiltypisch, aber unspektakulär.

Der Antrunk ist frisch, spritzig und wenig süß. Das Mundgefühl wird durch die Hefe dominiert. Dazu kommt eine mäßige Fruchtigkeit. Dabei ist das Bier aber durchaus vollmundig. Der Abgang zeichnet sich durch ein leichtes Bitter mit einem metallischen Beigeschmack und einem relativ langen Nachklang aus.

Insgesamt kann mich das Nörten-Hardenberger Weizen nicht wirklich begeistern, aber es gefällt mir deutlich besser als das Pils aus dem gleichen Haus.

Zutaten:

Brauwasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

11,7 %

Brauerei:

Einbecker Brauhaus AG
Papenstr. 4–7
37574 Einbeck
www.noerten-hardenberger.de