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BRLO Naked

Alkoholfreie Biere erfreuen sich immer größer Beliebtheit. Da verwundert es nicht, dass auch die Brauerei BRLO aus der Hauptstadt auf diesen Zug aufgesprungen ist und ein alkoholfreies Bier mit dem Namen Naked auf den Markt gebracht hat. Der Name ist Programm: ein Bier, nackt, alkoholfrei und ganz auf sich und seine Zutaten zurückgeworfen.

Bernsteinfarben und hefetrüb blickt mich das Bier aus dem Glas an und wartet auf die Verkostung. Es lockt mich mit einer relativ kleinen gemischtporigen Schaumkrone, die aber recht lange erhalten bleibt. Für ein alkoholfreies Bier hat es eine gute und ansprechende Optik.

Das Aroma ist frisch und für ein alkoholfreies Bier recht intensiv. Düfte nach Grapefruit, Orange und Mandarine steigen mir in die Nase, begleitet durch leichte Röstaromen des Malzes sowie von einigen würzigen und grasigen Noten.

Recht süß ist der erste Eindruck, den das Bier auf der Zunge hinterlässt. Durch die reichlich vorhandene Kohlensäure ist es aber auch frisch. Auf der Zunge kommt ein dazu passendes Bitter dazu. Das Mundgefühl ist weich, rund und voll. Im Abgang lässt das Bittere etwas nach, Fruchtigkeit und Bitter bleiben ausgewogen. Trotzdem wirkt das Bier jetzt etwas schlank, so dass erstmals die Alkoholfreiheit wirklich auffällig wird.

Das BRLO Naked gehört eindeutig zur Spitzengruppe der alkoholfreien Biere. Trotzdem würde ich empfehlen, dieses Bier gut gekühlt zu genießen.

Zutaten:

Brauwasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen (Citra, Lemon Drop, Mandarina Bavaria), Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

7,5° Plato

Bitterwert:

40 IBU

Brauerei:

Braukunst Berlin GmbH
Schöneberger Straße 16
10963 Berlin
www.brlo.de

Gruthaus Münsterländer Hanf

Bereits seit dem Jahr 2016 braut Philipp Overberg in der belgischen Brauerei Anders sein Münsterländer Hanf. Der Hanf stammt aus dem Münsterland und wird von Ursula Tenhumberg in Warendorf angebaut. Wenn Sie genauere Informationen über den Hanfanbau haben wollen, finden Sie sie auf der Website der Erzeugerin.

Honigfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist unterdurchschnittlich groß, gemischtporig und fällt schnell in sich zusammen. Die Optik kann mich nicht wirklich ansprechen.

Düfte nach Karamell, Honig und Wiesenkräutern steigen mir in die Nase unterstützt durch eine leichte Fruchtigkeit. Langsam wird mir das Bier sympathisch.

Der erste Eindruck beim Antrunk ist, dass das Bier recht süß und durch die reichlich vorhandene Kohlensäure durchaus erfrischend ist. Der Hanf ist deutlich zu schmecken. Auf der Zunge kommt noch ein ordentliches Bitter dazu und mischt sich mit dem Geschmack des Hanfes. Jetzt kommt auch die leichte Fruchtigkeit zum Tragen, die ich bereits in der Nase festgestellt habe. Zusammenfassend ist das Bier nicht ganz rund, aber trotzdem vollmundig und süffig. Im Abgang wird das Bier etwas trockener, die Fruchtigkeit bleibt bei wenigen Bitterstoffen, die nur kurz nachklingen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Hafer, Zucker, Hefe, Hanfblüten, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Brauerei:

Gruthaus-Brauerei
Krummer Timpen 61
48143 Münster
www.gruthaus.de

Gold Ochsen Porter Jahrgangsbier 2019

Inzwischen ist es bereits ungefähr einen Monat her, dass mich die Pressemitteilung der Brauerei Gold Ochsen erreichte, dass das siebte Jahrgangsbier erschienen ist. Während im letzten Jahr ein Rauchbock die Brauerei aus Ulm als Jahrgangsbier vertrat, ist es in diesem Jahr ein Porter. Wie im letzten Jahr wurden vom Jahrgangsbier 1597 Flaschen von Hand abgefüllt. Weshalb eine so krumme Anzahl? Ganz einfach. Die Brauerei wurde im Jahr 1597 gegründet. Inzwischen ist das Gold Ochsen Porter bei mir eingetroffen und ich hatte nun die Gelegenheit, es zu verkosten.

Edel sieht schon der Karton aus, in dem die Flaschen einzeln verpackt wurde. Schwarzer Karton, viel Gold und etwas Rot im Druck, das macht schon Eindruck. Das gilt auch für die Flasche. Auch sie ist schwarz, der Druck wiederholt sich auf den Etiketten. Dann noch der Naturkork als Verschluss – das weckt durchaus hohe Erwartungen.

Nachdem ich die Flasche geöffnet habe (das war nicht ganz einfach, denn der Korken saß wirklich fest), fließt das Bier blickdicht schwarz in das Glas und bildet dabei eine leicht überdurchschnittlich große Schaumkrone, hellbraun und sahnig, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal richtig was her.

Die komplexen Duftnoten des Gold Ochsen Porter stehen der Optik in nichts nach. Süße Noten steigen mir in die Nase, die an Rübensirup erinnern, zusammen mit dem Duft nach dunkler Schokolade und Kaffee, unterstützt durch einen Hauch angenehmer Säure. An diesem Bier zu riechen macht richtig Lust und bei jedem Atemzug kann ich weitere Nuancen feststellen, Vanille ist dabei und auch einige Kräuter.

Der Antrunk ist wie erwartet recht süß, aber die passend dosierte sehr feinperlige Kohlensäure macht dieses Bier vom ersten Moment an zu einem vollmundigen Genuss. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider. Ich schmecke dunkle Schokolade, Espresso und Rübensirup und auch die geringe Säure, die ich in der Nase festgestellt habe, findet sich auf der Zunge. Bitter ist kaum vorhanden. Das Mundgefühl ist voll, rund und samtig. Alle Geschmackseindrücke sind perfekt aufeinander abgestimmt. Im Abgang wird das Bitter etwas deutlicher und der Geschmack nach Espresso kommt mehr in den Vordergrund. Der Geschmack klingt sehr lange nach.

Dieses Bier passt sowohl zu vielen Geflügelgerichten als auch zum Dessert mit Lebkuchen oder Dominosteinen.

Die Brauerei empfiehlt eine Trinktemperatur von 8° – 10° Celsius. Ich meine, dass es wie die meisten malzbet0nten und kräftigen Biere durchaus auch etwas wärmer sein darf. Und seien wir ehrlich – wer kann ein Bier schon so exakt temperieren? Ich empfehle dieses Bier im Keller zu lagern und auch mit der Kellertemperatur zu trinken.

Beim Gold Ochsen Porter hat die Brauerei in ihrer Pressemitteilung wirklich nicht übertrieben. Im Gegenteil – es gefällt mir noch besser als ich es erwartet hätte. Ich empfehle Ihnen, gleich zwei Flaschen des diesjährigen Jahrgangsbiers zu kaufen – eine zum sofort trinken und eine legen Sie sich in den Keller und lassen sie noch einige Jahre nachreifen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass dieses Bier durch eine längere Lagerung noch an Geschmack gewinnt.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Gold Ochsen GmbH
Veitsbrunnenweg 3-8
89073 Ulm
www.goldochsen.de

Buddelship Smook in de Piep

Simon Siemsglüss hatte den Traum einer eigenen Brauerei. So mietete er sich im Jahr 2014 im Hamburger Stadtteil Stellingen die Räume einer alten Fischkonservenfabrik und im Mai 2014 ging es mit dem Slogan “Bier mit Charakter – unfiltriert und ohne Kompromisse” mit dem ersten Sud los. Nun steht vor mir ein Imperial Porter von Simon, das Smook in de Piep. Seinen Namen hat das Bier vom Rauchmalz, mit dem es gebraut wurde. Dann wollen wir doch mal sehen, was dabei herausgekommen ist.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Beim Einschenken bildet sich eine ordentliche mittelbraune und feste Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Düfte nach Mokka und dunkler Schokolade steigen mir in die Nase, dazu einige Rauch- und Speckaromen, deutlich wahrnehmbar, aber nicht aufdringlich. Abgerundet wird die Aromenvielfalt durch den Duft nach Vanille.

Der Antrunk ist süß, was aber durch die großzügig dosierte Kohlensäure wirkt das Bier erfrischend. Das Mundgefühl ist voll, fast sirupartig dickflüssig. Jetzt kommen auch die Röststoffe zum Tragen, die einen angenehmen Espressogeschmack auf die Zunge zaubern, dessen Bitterkeit gut auf die Süße abgestimmt ist. Durch die Kohlensäure wirkt das Bier auch jetzt lebendig. Der Abgang ist zunächst überraschend mild, der Geschmack nach Espresso lässt nach und macht einem freundlichen Bitter Platz, das sehr lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Roggenmalz, Hopfen (Goldings Nugget Triskei), Hefe

Alkoholgehalt:

9,6 % Vol.

Stammwürze:

23,6° Plato

Bittereinheiten:

50 IBU

Brauerei:

Buddelship Brauerei GmbH
Warnstedtstrasse 16L
22525 Hamburg
www.buddelship.de

Insel-Brauerei Überseehopfen India Pale Ale

Wer hat sie im Getränkemarkt noch nicht gesehen, die in braunes Packpapier gehüllten Flaschen aus der Insel-Brauerei in Rambin auf Rügen. Inzwischen ist die Auswahl der Biere aus Rambin recht umfangreich und vor mir steht jetzt wieder einmal ein Überseehopfen, das India Pale Ale. Das Bier wurde mit nur einer Hopfensorte gebraut, die aus Tasmanien stammt. Und die Brauer setzen nicht nur auf eine Hopfensorte, sondern verwenden Doldenhopfen, keine Pellets.

Und die Optik dieses IPAs passt absolut zum Anspruch, der im Nordosten unserer Republik an die dort gebrauten Biere gestellt wird. Bernsteinfarben und mit kräftiger Hefetrübung präsentiert sich das Bier, gekrönt von viel elfenbeinfarbenem Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist ähnlich verlockend wie die Optik. Die Düfte nach Zitrusfrüchten, Ananas und Kräutern steigen mir in die Nase, dazu der Duft der Hefe. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der erste Eindruck, den das Bier beim Kontakt mit der Zungenspitze vermittelt, ist trocken und spritzig. Als sich das Bier auf der Zunge verteilt spiegeln sich dort die Aromen wider, die ich bereits in der Nase festgestellt habe – Ananas und Mango sind die hervorstechenden Geschmäcker. Dazu kommt ein ordentliches angenehmes Bitter, das an eine Grapefruit erinnert. Das Mundgefühl ist samtig. Der Abgang ist fruchtig und trocken und er klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Traubenzucker (vollständig während der Flaschenreifung vergoren), Naturhopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Brauerei:

Rügener Insel-Brauerei
Hauptstr. 2c
18575 Rambin
www.insel-brauerei.de

Bremer Weißbier

Seit dem 11. Jahrhundert wird in Bremen Bier gebraut. Die Qualität der traditionellen Bremer Sorten wie Rotbier, Porter und Ale wurden dabei nicht nur in der Heimat geschätzt. Bremer Braukunst wurde im großen Stil nach Holland, England und Skandinavien exportiert.

Die Zahl der Brauereien war einst groß. So wurden im Jahr 1748 noch 35 Brauereien in Bremen gezählt. Diese Vielfalt nahm später kontinuierlich ab. Kaum zu glauben, dass in einer Stadt mit 550.000 Einwohnern 2015 nur drei Brauereien in Bremen Bier brauten. Es war an der Zeit, ein neues Kapitel aufzuschlagen: Im Dezember 2015 wurde die Freie Brau Union Bremen (wieder)eröffnet. Von dort steht jetzt das Weißbier vor mir.

Hell bernsteinfarben und mit leichter Hefetrübung steht das Bier nun vor mir. Die Schaumkrone ist klein, grobporig und nicht wirklich stabil. Die Optik kann mich zumindest nicht überzeugen.

Das Aroma gefällt mir schon mal besser. Ich rieche reife Banane, Brot, sowie etwas Nelke und Zitrus.

Der Antrunk ist leicht süß und da die Kohlensäure recht knapp dosiert ist, fehlt dem Bier die Frische. Auf der Zunge zeichnet es sich durch eine mittlere Fruchtigkeit aus, bei der der weizenbiertypische Geschmack nach Banane überraschend kräftig zum Ausdruck kommt. Dazu passen eine leichte fruchtige Säure sowie der diskrete Geschmack nach Nelken. Bitterstoffe kann ich praktisch nicht feststellen. Das Mundgefühl ist samtig und voll. Auch der Abgang ist fruchtig nach Banane mit einem kurzen Nachklang.

Auch wenn das Bier für meinen Geschmack noch perfektioniert werden kann, ist es doch jetzt bereits ein gutes Weißbier, das sich an traditionelle Muster anlehnt.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Bittereinheiten:

14 IBU

Brauerei:

Union Brauerei Bremen GmbH
Theodorstraße 13
28219 Bremen
www.brauerei-bremen.de

Insel-Brauerei Surfers Summer Ale

Die Rügener Insel-Brauerei hat 4 neue alkoholfreie Biere auf dem Markt gebracht. Mit dem Snorkeler`s Sea Salt, dem Surfers Summer Ale, dem Swimmer`s Saison und dem Skipper`s Special Bitter bietet das Unternehmen uns nun vier alkoholfreie Craft Bier Spezialitäten an. Die Besonderheit dieser Biere liegt nach Angaben der Brauerei unter anderem auch in der erstmalig angewendeten neuen Braumethode. Markus Berberich (Brauereigründer) und Frank Lucas (Braumeister) haben sich in einjähriger intensiver Entwicklungszeit bemüht, durch ein ausgereiftes Zusammenspiel aller Komponenten einen unglaublichen Geschmack zu erzeugen. Gebraut wird ausschließlich mit Naturhopfen. Die verwendeten ganzen Dolden entfalten im Braukessel ihrem feinsten Duft und die beste Bittere. Durch diese natürliche Brauart soll sich eine langanhaltend hohe Qualität ergeben.

Bei unter 35 ° C ist die neue Frische-Destillation ein besonders schonendes Verfahren, das den typischen Geschmack des Bieres erhalten soll, indem die bedeutenden Duftnoten werden geschützt werden sollen und das Ergebnis soll dann ein alkoholfreies Craft Bier mit einem natürlichen Mundgefühl, wie wir es von einem Bier erwarten, entstehen. Die Biere aus der Insel-Brauerei sind ja für ihren umwerfenden Geschmack bekannt. Die sorteneigene Kohlensäure wird während des Gärens aufgefangen und dann später dem alkoholfreien Bier wieder zugeführt. Für die alkoholfreien Craft Biere der Rügener Insel-Brauerei bedeutet das ein natürliches Bieraroma mit dem für diesen Bierstil typischen Charakter. Nach dem Abfüllen reifen die alkoholfreien Biere nach der traditionellen Methode. Diese Flaschenreifung mit allen ihren Besonderheiten garantiert die Sauerstofffreiheit der Flaschen und ist dank der Verbindung mit dem Naturpapier als Lichtschutz ausschlaggebend für eine besonders lange Frische.

Soweit die Theorie. Jetzt will ich aber wirklich wissen, wie diese ganzen Mühen sich im fertigen Produkt machen.

Hell kupferfarben und leicht hefetrüb mit sehr viel festem weißem Schaum zeigt sich das Bier im Glas. Der Schaum bleibt lange erhalten.

Das Aroma ist fruchtig-herb. Ich rieche Grapefruit, verschiedene andere Südfrüchte und einen Hauch Vanille.

Der Antrunk ist weich und cremig. Er zeichnet sich durch eine leichte Süße und reichlich Kohlensäure aus, die für eine ordentliche Frische sorgt. So geht es auch auf der Zunge weiter. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider, unterstützt durch ein angenehmes Bitter, das die Süße und Fruchtigkeit nicht überdeckt. Insgesamt ist das Bier sehr süffig. Im Abgang halten sich Frucht und Bitter die Waage und der Geschmack klingt sehr lange nach.

Das Surfer’s Summer Ale von der Insel-Brauerei in Rambin auf Rügen ist ein tolles Sommerbier, das mich vergessen lässt, dass es keinen Alkohol enthält und das sich an viele Speisen anpassen kann. Ich denke da an verschiedene Gerichte mit Fisch oder Meeresfrüchten, aber auch an Currys.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Naturhopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Rügener Insel-Brauerei GmbH
Hauptstraße 2 c
18573 Rambin auf Rügen
www.insel-brauerei.de

Nörten-Hardenberger Zwickl

Die Marke Nörten-Hardenberger gehört zur Einbecker Gruppe. In Einbeck wird das Nörten-Hardenberger Zwickl, das jetzt vor mir steht, auch gebraut. Die letzten Biere von Nörten-Hardenberger, die ich verkostet habe, stammten noch aus der Martini-Brauerei in Kassel, die aber in der Zwischenzeit geschlossen und abgerissen wurde.

Golden und mit etwas Hefe zeigt sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist durchschnittlich, sowohl von der Größe als auch von der Haltbarkeit her.

Das Aroma ist eher schwach. Die Würzigkeit des Hopfens trifft auf einen leichten Hefeduft. Das Malz bleibt bescheiden im Hintergrund.

Der Antrunk ist im ersten Moment recht trocken, eine gewisse Süße entwickelt sich erst auf der Zunge. Das überrascht mich und es gefällt mir auch. Die Bitterstoffe sind überraschend wenig vorhanden. Das Mundgefühl ist samtig. Der Abgang zeichnet sich durch ein leichtes Bitter mit durchschnittlichem Nachklang aus.

Alles in Allem ist das Nörten-Hardenberger Zwickl nicht schlecht, aber über einen guten Durchschnitt kommt es nicht hinaus. Andere Biere aus Einbeck können mich wirklich mehr begeistern.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

Einbecker Brauhaus
Papenstr. 4-7
37574 Einbeck
www.noerten-hardenberger.de

Karmeliten Kloster Gold

Bereits im Jahr 1367 wurde die Karmeliten Brauerei in Straubing gegründet. Seit 1879 ist die Brauerei im Familienbesitz.

Ein schöner heller Goldton lässt das kristallklare Bier im Glas strahlen. Weniger gut gefällt mir die grobporige Schaumkrone, die sich aber nach kurzer Zeit aufgelöst hat. An der Optik dieses Biers kann die Brauerei wirklich noch arbeiten.

Wie ich es bei einem Exportbier erwarte dominieren die Düfte des Malzes das Aroma, unterstützt durch einige Kräuternoten. Nicht schlecht, aber so richtig Freude auf den ersten Schluck kommt auch nicht auf.

Der Antrunk ist recht süß und spritzig. Auch auf der Zunge ist das Bier sehr mild, die Kräuter aus dem Aroma spiegeln sich hier wider und verbinden sich mit der Süße. Dazu kommt ein wirklich leichtes Bitter. Auch im Abgang bleibt die Süße erhalten, das Bitter kommt kurz etwas stärker durch, klingt aber kaum nach.

Auch wenn das Karmeliten Kloster Gold erfrischend ist, kann es mich nicht wirklich begeistern. Ich kann keine Fehler feststellen, aber das Bier hat keine Eigenarten, die es aus der Masse herausheben. Im Gegenteil, die Brauerei scheint zu versuchen, das Bier so unauffällig wie möglich zu gestalten.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Aromahopfen

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Brauerei:

Karmeliten Brauerei Karl Sturm GmbH & Co. KG
Senefelder Straße 21
94315 Straubing
www.karmeliten-brauerei.de

Bremer Porter

Porter aus Bremen hat eine recht lange Tradition. Bis in die 1970er Jahre wurde in der Hansestadt dieser Bierstil gebraut, dann wurde die Produktion eingestellt. Ab 2005 versuchte Slowfood, das Porter aus Bremen wiederzubeleben, indem der Verein gemeinsam mit einem Getränkevertrieb im Bremer Ostertor über mehrere Jahre ein Porter namens Nikolator braute. Was aus dieser Initiative geworden ist, ist mir nicht bekannt. Aber inzwischen ist das Porter nun wirklich nicht mehr vom Aussterben bedroht. Heute stehen andere Bierstile viel näher am Abgrund.

Dunkel kastanienbraun präsentiert sich das Bier. Die gemischtporige Schaumkrone fällt von Anfang an recht klein aus und löst sich dann flott auf. Schade, an der Optik könnte die Union Brauerei wirklich noch etwas feilen.

Die Röststoffe dominieren das Aroma. Aber einen Duft nach Kaffee hatte ich mir auch erhofft. Erst nach einiger Zeit kommen auch fruchtige Aromen zum Vorschein, die an Trockenfrüchte erinnern.

Der Antrunk ist frisch mit einer leichten Süße, die durch eine sanfte und sehr feinperlige Kohlensäure begleitet wird. Auf der Zunge entwickelt sich der Geschmack nach Mokka. Dabei ist das Porter aus Bremen überraschend leicht bei einem weichen Mundgefühl. Da das Bier nur dezent gehopft wurde, zeigen sich hier nur wenige Bitterstoffe. Der Abgang ist mild mit einem leichten Röstgeschmack und kurzem Nachklang.

Das Bremer Porter ist ungewöhnlich, aber gut. Es eignet sich auch für Bierliebhaber, die sich bislang noch nicht an ein Porter herangewagt haben.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Stammwürze:

10,5° Plato

Bittereinheiten:

20 IBU

Brauerei:

Union Brauerei Bremen GmbH
Theodorstr. 13
28219 Bremen
www.brauerei-bremen.de

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