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Hosen Hell

Derzeit ist es wohl Mode, dass Bands ihr eigenes Bier als Merchandise-Artikel auf den Markt bringen. Die Toten Hosen machen da keine Ausnahme. Eine Ausnahme ist aber wohl der Aufwand, den die Band im Vorfeld getrieben hat. Den hat die Band auf ihrer Website ausführlich beschrieben, weshalb ich ihn hier aber nicht wiederholden werde. Nur so viel: für das Hosen Hell haben die Jungs nicht nur mit Uerige eine tolle Brauerei ins Boot geholt, sondern sie kennen auch den Hopfenbauern. Da muss dann doch wohl etwas ganz Besonderes herausgekommen sein.

Strahlendhell und goldgelb präsentiert sich das Bier mit einer durchschnittlich großen Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Na gut, wäre die Optik anders gewesen, wäre ich sicher enttäuscht gewesen.

Malz bestimmt den Duft des Biers. Aromen von Karamell, Ananas sowie von Zitrusfrüchten steigen mir in die Nase. Jetzt gefällt mir das Bier immer besser.

Der Antrunk ist stiltypisch relativ süß. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider. Das Bitter ist sehr zurückhaltend. Trotzdem ist das Hosen Hell extrem süffig, vollmundig und rund. Das Bitter ist auch im Abgang kaum zu bemerken, dafür wird die Fruchtigkeit etwas stärker. Leider klingt der Geschmack nur recht kurz nach.

Das Hosen Helles ist das perfekte Bier für alle, die kein Bitter mögen. Außerdem passt es zu nahezu jeder Speise.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Schlossbrauerei
Schlossbräugasse 2
84072 Au-Hallertau
www. http://auerbier.de/

unter Leitung von

Uerige Obergärige Hausbrauerei GmbH
Berger Strasse 1
40213 Düsseldorf
www.uerige.de

Louis Barre Imperial

Im Jahr 1842 gründete der Lübbecker Ernst Johann Barre die Privatbrauerei Ernst Barre. Schnell errang die Brauerei regionale Bedeutung. Louis Barre, nach dem das Lager benannt ist, das jetzt vor mir steht, folgte dem Vater in der Firmenleitung, führte die maschinelle Kühlung in der Brauerei ein und brachte sie auf den neuesten Stand der Technik der damaligen Zeit. Auch der Vertrieb wurde unter seiner Führung massiv ausgeweitet. So bezog zum Beispiel ab 1885 die Bremer Reederei Norddeutscher Lloyd jährlich 300.000 Flaschen aus Lübbecke. Seit 1998 führt Christoph Barre das Unternehmen in der sechsten Generation. Aber kommen wir zum Bier.

Intensiv golden und klar präsentiert sich das Louis Barre Imperial. Beim Einschenken bildet sich eine leicht überdurchschnittliche Schaumkrone, die auch lange erhalten bleibt. Bei der Optik hat die Brauerei keine Fehler gemacht.

Das Aroma ist malzbetont. Düfte nach Karamell steigen mir in die Nase, unterstützt durch einige würzige und blumige Noten.

Der Antrunk ist harmonisch mit einer leichten Süße und Fruchtigkeit. Die Kohlensäure ist feinperlig und sanft, für meinen Geschmack aber etwas zu gering dosiert. Etwas mehr hätte wohl noch mehr Frische in den Geschmack gebracht. Auf der Zunge kommt ein freundliches Bitter zum Vorschein, gut abgestimmt mit den Karamellnoten des Malzes. Dazu kommt eine geringe Fruchtigkeit. Das Bier ist vollmundig und süffig. Der Abgang ist durch ein mildes Bitter geprägt, unterstützt durch die Karamellnote. Der Geschmack klingt lange nach.

Das Louis Barre Imperial ist ein recht universelles Bier, das zu vielen Speisen passt.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsner, Münchner, Caramel Pils, Caramel Hell), Hopfen (Hallertauer Perle, Hallertauer Saphir)

Alkoholgehalt:

5,4 % vol.

Stammwürze:

12,5 %

Bittereinheiten:

24 IBU

Brauerei:

Privatbrauerei Ernst Barre GmbH
Berliner Straße 122-124
32312 Lübbecke
www.barre.de

Feldschlößchen Urbock

Die Brauerei Feldschlößchen aus Dresden gehört zu den größten Braustätten Sachsens und blickt auf eine lange Geschichte zurück, die durch viele wechselnde Eigentumsverhältnisse geprägt ist. Bereits im Jahr 1644 erhielt ein einzelnstehender Bauernhof am Fuße des Hahnebergs in der Südvorstadt die Erlaubnis zum Bier- und Weinausschank. Etwa Vierzig Jahre später wurde hier außerhalb des Hofes, auf dem Felde, das “Schlösschen” im Felde gebaut, ein beliebtes Ausflugslokal. Seitdem haben die Besitzer häufig gewechselt. Zuletzt verkaufte 2011 der Konzern Carlsberg die Brauerei an eine mittelständische Brauereigruppe, zu der auch das Frankfurter Brauhaus und die französische Brauerei Brasserie Champigneulles gehörten. Seit 01.01.2016 ergänzt außerdem die Gilde Brauerei GmbH aus Hannover die Braugruppe. Jetzt reicht es aber mit den Bemerkungen über die Brauerei, schließlich geht es hier um das Bier. Und von diesem Bier erwarte ich einiges, schließlich hat es im Jahr 2013 beim World Beer Awards die Geldmedaille verliehen bekommen.

Sehr dunkel Rubinrot steht das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittlich große Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Bei der Optik hat die Brauerei schon mal alles richtig gemacht.

Das Aroma ist stiltypisch geprägt leicht süß durch das Malz. Dazu kommen Röststoffe, der Duft von Karamell, Pumpernickel und Schokolade, ergänzt durch Trockenfrüchte und Vanille.

Der Antrunk ist leicht süß-malzig. Trotz der eher gering dosierten Kohlensäure macht das Bier mit seinen nussigen Noten einen guten Eindruck. Als sich das Bier auf der Zunge verteilt verstärken sich die Röstnoten noch. Der Geschmack nach Espresso und dunkler Schokolade füllt meinen Mund, zusammen mit einer fruchtigen Säure, die den Geschmack roter Früchte beiträgt. Der Alkohol ist gut eingearbeitet und schmeckt leicht durch, wodurch er den Geschmack unterstützt. Stiltypisch ist das minimale Bitter. Das Mundgefühl ist angenehm und halbwegs voll. Der Abgang ist eher schlank mit wenigen Bitterstoffen, so dass die Fruchtigkeit noch einmal gut durchkommt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Stammwürze:

16,3° Plato

Brauerei:

Feldschlösschen AG
Cunnersdorfer Str. 25
01189 Dresden
www.feldschloesschen.de

Gold Ochsen Ulmer Hell

Seit einigen Jahren erfreut sich “Helles” großer Beliebtheit. Früher war es eher im bayerischen und süddeutschen Raum verbreitet, hat sich dieser Bierstil heute deutschlandweit verbreitet und verzeichnet zweistellige Zuwachsraten. Aus diesem Grund hat sich die Brauerei Gold Ochsen entschlossen, ihr Portfolio um diese Bierspezialität zu erweitern. Dabei ist es für die Brauerei keine echte Neuigkeit, denn bis in die 1960er Jahr hat die Brauerei aus Ulm noch das Helle gebraut. Damals hatte sich aber der Konsum geändert und es verkaufte sich nicht mehr gut. Daher stellte die Brauerei damals die Produktion ein. Heute spricht das Helle wieder mehr Menschen an, so dass dieser Bierstil wieder ins Sortiment aufgenommen wurde. Dann wollen wir doch mal sehen, wie die Wiedereinführung des Hellen gelungen ist.

Hell goldfarben, die Brauerei beschreibt das Helle als “strohblond”, strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber zeigt sich eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Ein Helles wie gemalt.

Das frische Aroma ist malzbetont. Düfte nach Karamell steigen mir in die Nase, unterstützt durch einige würzige und kräuterige Noten. Ich meine, einen Hauch nach weißem Pfeffer zu riechen. Da bekomme ich wirklich Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist mäßig süß mit einer angenehmen sanften und feinperligen Kohlensäure. Als sich das Bier auf der Zunge verteilt kommt ein angenehmes leichtes Bitter dazu, wobei die Malzsüße im Vordergrund bleibt. Das Bier ist angenehm rund und süffig. Im Abgang führt ein leichtes Bitter das Kommando, das durchschnittlich lange nachklingt.

Das Ulmer Helle passt gut zu der deftigen süddeutschen Küche.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,4 %

Brauerei:

Brauerei Gold Ochsen GmbH
Veitsbrunnenweg 3-8
89073 Ulm
www.goldochsen.de

Lemke 030 Berlin Pale Ale

Ursprünglich wurde dieses fassgereifte Bier in englischen Pubs als “Bitter” gezapft. Erst mit der Abfüllung auf Flaschen wurde daraus das “Pale Ale”. Anfang der 1980er Jahre nahmen sich die ersten Craft-Brauer in den USA des alten Braustils an und interpretierten ihn neu. So wurde das “Pale Ale” zu dem Bier, das bis heute wie kaum ein anderes für die Craft-Bewegung steht.

Bernsteinfarben und hefetrüb ist das Pale Ale mit einer großen feinporigen Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Aromen nach Zitrusfrüchten, Vanille, Waldhonig und tropischen Früchten steigen mir in die Nase. Offenbar hat die Brauerei den Bierstil gut getroffen.

Der erste Eindruck, den das Bier beim Kontakt mit der Zunge hervorruft, ist eine wunderbare Frische, hervorgerufen durch die reichlich dosierte Kohlensäure zusammen mit einer leichten malzigen Süße. Auf der Zunge breitet sich ein angenehmes zurückhaltendes Bitter aus, das gut mit der Fruchtigkeit nach Grapefruit und Zitrone harmonisiert. Im Abgang wird das Bitter etwas schwächer und es taucht eine grasige Note des Hopfens auf. Der Geschmack klingt noch lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale Ale, Wiener, Carared, Melanoindin), Hopfen (Cascade, Centinnial), Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

11,8° Plato

Bittereinheiten:

30 IBU

Brauerei:

Brauerei Lemke Berlin GmbH
Dircksenstraße
S-Bahnbogen 143
10178 Berlin
www.lemke.berlin

Füchschen Pils

Als die Hausbrauerei Füchschen im Juli 2017 ihr Pils auf den Markt brachte, brach erst einmal ein Shitstorm im Internet aus (ich hatte damals darüber berichtet). Der Shitstorm hat sich inzwischen gelegt und kürzlich habe ich das Bier erstmals im Handel gesehen und jetzt will ich es verkosten.

Rotgolden und gefiltert strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber steht eine recht große feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Die Farbe ist zwar für ein Pils nicht typisch, sieht aber sehr ansprechend aus.

Das Aroma ist blumig und würzig. Ich rieche Zitrusfrüchte und Mango, unterstützt vom Aroma von Biskuitteig.

Der Antrunk ist leicht süß und mir ist die Kohlensäure etwas zu knapp dosiert. Auf der Zunge dominiert ein freundliches Bitter, das aber gut mit der Süße abgestimmt ist. Außerdem kommt eine leichte Fruchtigkeit zum Vorschein, die die Aromen widerspiegelt. Der Abgang ist überraschend mild und wenig bitter, dafür aber fruchtig mit langem Nachklang.

Obwohl dieses Bier mit seiner Farbe und auch der vorhandene Süße eigentlich nicht als Pils durchgeht, kann es mit seinem Geschmack durchaus überzeugen. Ich würde es aber eher für ein hopfenbetontes Helles halten. Nichtsdestotrotz kann mich der Geschmack begeistern und es ist ein schönes Bier für warme Sommerabende.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Brauerei im Füchschen
Ratinger Str. 28
40213 Düsseldorf
www.fuechschen.de

Glaab’s Vicky loves Pale Ale

Glaabsbräu ist nicht nur die älteste Brauerei Südhessens, sondern nach eigenen Angaben auch eine der modernsten Brauereien Deutschlands Im Jahr 2018 hat Glaab’s anlässlich der CraftbeerMesse in Mainz mit ihrem neuen Craftbier “Vicky loves Pales Ale” eine exotische Interpretation des Pale Ale auf den Markt gebracht. Erstmalig in Hessen und in Deutschland kaum bekannt, setzt Glaabsbräu den australischen Hopfen “Vic Secret” ein, der diesem Bier fruchtige Aromen verleihen soll.

Für das neue Bier hat sich die Brauerei durch die Kundenwünsche inspirieren lassen. “Viele unserer Kunden kamen immer wieder mit der Frage auf uns zu, warum wir kein Pale Ale kreieren”, betont Braumeister Julian Menner. “Auch wenn Pale Ale mittlerweile in Deutschland eine bekannte Craftbier-Gattung ist, wollten wir unsere übliche kreative Note setzen. Deswegen haben wir uns für einen Hopfen entschieden, der unserem Pale Ale eine besondere fruchtige exotische Note verleiht und in Deutschland kaum eingesetzt wird: Vic Secret, aus Australien.”, ergänzte er. “Die Craftbier-Messe in Mainz mit über 4.000 Besuchern ist für uns eine ideale Möglichkeit gewesen, um unser neues Craftbier zu präsentieren und Feedback von Konsumenten einzuholen. Das Feedback hat sogar unsere Erwartungen übertroffen!”, ergänzt Brauereichef Robert Glaab. Die Brauer haben mir auf der Internorga eine Flasche des Pale Ale mitgegeben. Dann will ich mal sehen, wie das neue Craft Beer mir gefällt.

Kupferfarben fließt das Bier ins Glas und bildet dabei überdurchschnittlich viel feinporigen Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Die Optik ist schon mal sehr ansprechend.

Das Aroma ist betörend. Düfte nach Grapefruit und roten Johannisbeeren steigen mir in die Nase, unterstützt durch einen Hauch Biskuitteig. Da haben die Brauer ganz tief in die Säcke mit den drei Aromahopfen gegriffen.

Frische, unterstützt durch eine leichte Süße, prägt den ersten Eindruck auf der Zunge. Schnell gesellen sich eine ordentliche Fruchtigkeit sowie ein gut abgestimmtes Bitter dazu. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Dabei bleibt die Frische erhalten und das volle Mundgefühl rundet den positiven Gesamteindruck ab. Auch im Abgang bleiben die Fruchtigkeit und das freundliche Bitter erhalten und sie klingen noch lange nach.

Das Glaab’s Vicky loves Pale Ale passt gut zu allen pikanten Gerichten, kommen die Rezepte aus Indien oder China, auch zu einem Sauerbraten kann ich mir dieses Bier gut vorstellen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Münchner Malz, Cara Red, Cara Hell), Weizenmalz, Hopfen (Summit, Vic Secret, Monroe), Hefe

Alkoholgehalt:

5,7 % Vol.

Stammwürze:

13,2 %

Brauerei:

Glaabsbräu GmbH & Co. KG
Wallstr. 1
63500 Seligenstadt
www.glaabsbraeu.de

Schwaben Bräu Das Schwarze

Aus Stuttgart kommt das Bier, das jetzt vor mir steht – Das Schwarze von der Brauerei Dinkelacker-Schwaben Bräu. Die Brauerei bewirbt dieses Bier vollmundig: “Das Schwarze ist ein Vollbier für Kenner und Liebhaber des besonderen Geschmacks. Gebraut mit speziell ausgewählten Naturprodukten von bester Qualität, eigenständig und edel in der Ausstattung. Das ist Braukunst höchster Güte.” An diesem formulierten Anspruch muss sich das Bier jetzt messen lassen.

Fast blickdicht schwarz und mit einem hellgrauen festen Schaum kommt das Bier daher. Die Optik erinnert schon fast an ein Porter. Damit macht das Bier schon mal eine gute Figur.

Pumpernickel und Röstnoten nach Schokolade und Kaffee prägen zusammen mit einigen würzigen Noten das Aroma des Schwarzen. Bis hierhin lässt dieses Bier keine Wünsche offen.

Frische ist der erste Eindruck, den das Bier aufgrund der reichlich vorhandenen Kohlensäure an der Zunge hinterlässt. Für ein so malzbetontes Bier ist das schon erstaunlich und überraschend. Der Geschmack des Malzes kommt erst an die Oberfläche, als sich das Bier auf der Zunge verteilt. Die Röststoffe dominieren mit ihrem Geschmack nach Kaffee und dunkler Schokolade. Dazu kommt ein diskretes Bitter sowie eine gewisse Fruchtigkeit, die ich in den Aromen nicht festgestellt habe, so dass das Bier angenehm vollmundig ist. Der Abgang ist durch ein freundliches leichtes Bitter geprägt, das leider nur kurz nachklingt.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,5 %

Brauerei:

Dinkelacker-Schwaben Bräu GmbH & Co. KG
Tübinger Straße 46
70178 Stuttgart
www.schwabenbraeu.de

Spießbraten Bier

Auf den ersten Blick erscheint der Name des Bieres, das jetzt vor mir steht, etwas merkwürdig. Aber wenn wir einen Moment darüber nachdenken wird er logisch. Beim Wein gibt es eine ähnliche Namensgebung, beispielsweise den “Wein zum Spargel”. OK, jetzt haben wir das Bier zum Spießbraten. Warum nicht. Messen wir dieses Bier also daran, ob es sich als Begleiter zum Spießbraten eignet.

In hellem Goldgelb mit geringer Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal einen ordentlichen Eindruck.

Düfte nach Brotkrume steigen mir in die Nase, unterstützt durch einige würzige Noten.

Der erste Eindruck auf der Zunge ist die sehr reichlich dosierte Kohlensäure, die die leichte Süße des Bieres in den Hintergrund treten lässt. Auf der Zunge kommt ein leichtes Bitter dazu. Dabei ist das Bier einigermaßen vollmundig. Mich stört aber weiterhin die viele Kohlensäure. Sollte ich das Bier eventuell einmal umrühren, damit die anderen Geschmackseindrücke besser zum Tragen kommen? Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger, bleibt aber diskret und es klingt auch nur kurz nach.

Passt denn der Name jetzt? Ja, als Begleiter zum Grillen ist das Bier durchaus geeignet, aber es hinterlässt bei mir keinen allzu nahhaltigen Eindruck. So richtig überzeugt scheint auch die Brauerei nicht von dem Bier zu sein. Auf der Website der Brauerei wird es nicht erwähnt und auch die Webadresse, die auf dem Rückenetikett abgedruckt ist, lässt sich nicht aufrufen. Andere Biere von Arcobräu gefallen mir jedenfalls deutlich besser.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Arcobräu GmbH
Schlossallee 1
94554 Moos

Füchschen Alt

In der Ratinger Straße, mitten in der Altstadt von Düsseldorf, liegt die Brauerei Füchschen. Der Familienbetrieb wird von Peter König inzwischen in der vierten Generation geführt. Bei einer so langen Familientradition soll es doch wohl gelingen, ein gutes Bier zu brauen. Das obergärige Altbier, das jetzt vor mir steht, wird mit einem hauseigenen Hefestamm gebraut, der bereits seit dem Jahr 1848 verwendet wird. Da die Hefe einen Gutteil zum Geschmack eines Bieres ausmacht, darf ich wohl davon ausgehen, dass ich gleich ein unverwechselbares Bier verkosten werde.

Dunkel kupferfarben und gefiltert strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Beim Einschenken hat sich eine sehr große elfenbeinfarbene und feinporige Schaumkrone gebildet, die sehr lange erhalten bleibt. Die Optik ist hervorragend und so, wie ich es mir von einem Altbier aus der Landeshauptstadt von NRW wünsche.

Auch das recht komplexe Aroma kann mich mit seinen malzigen Nuancen begeistern. Düfte nach Brotkrume, Karamell und überraschend dezente Röstaromen mit einem Hauch dunkler Schokolade steigen mir in die Nase. Das macht Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist überraschend trocken und mit der reichlich vorhandenen sehr feinperligen Kohlensäure spritzig. Auf der Zunge dominieren die Röststoffe mit einer leichten Schokoladennote. Dazu kommt eine leichte Säure, die dem Bier eine gewisse Fruchtigkeit verleiht. Auch der Abgang ist recht trocken. Er beginnt zunächst relativ schlank, bevor die Röststoffe mit einem leichten Kaffeegeschmack wieder hervorkommen und dann sehr lange nachklingen.

Zusammen mit dem Mitbewerber Uerige bildet das Füchschen Alt den Maßstab für Altbier aus Düsseldorf.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Brauerei und Wirtschaft “Im Füchschen”
Peter König e.K.
Ratinger Straße 28
40213 Düsseldorf
www.fuechschen.de