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LaBieratorium Ordinary Bitter

Bitter ist ein obergäriger, englischer Bierstil mit einem Alkoholgehalt zwischen 3 % und 7 % Vol. sowie einer goldenen bis rötlichen Farbe.

Das Bitter hat in der Regel wenig Kohlensäure und ein moderates Hopfenaroma. In England werden “Bitter” und “Pale Ale” synonym verwendet. Dies ist historisch begründet, da im 19. Jahrhundert die beliebten Pale Ales mit ihrem bitteren, hopfenaromatischen Charakter auch als “Bitters” bezeichnet wurden. In den USA beispielsweise wäre diese Gleichsetzung der Begriffe irreführend, da Pale Ales dort in der Regel sehr stark gehopft sind und ein anderes Geschmacksprofil aufweisen. (Quelle: craftbeer-revolution)

Bernsteinfarben und mit einer ordentlichen Portion Hefe strahlt mir das Bier entgegen. Die Schaumkrone ist durchschnittlich voluminös und sie bleibt auch durchschnittlich lange erhalten.

Das Bier duftet frisch und fruchtig. Düfte nach Toffee, Limone, Gras sowie einige würzige Noten. Das lässt ein wirklich leckeres Bier erwarten.

Der Antrunk ist recht süß, durch die gut dosierte feinperlige Kohlensäure aber frisch. Auf der Zunge entwickelt sich der Geschmack nach Toffee, zusammen mit einer angenehmen Fruchtigkeit und etwas Bitter. Die Bitterstoffe verstärken sich im Abgang, wo sie lange nachklingen.

Das Ordinary Bitter ist ein sehr ansprechendes Bier für den Sommer, das deutlich an ein Pale Ale erinnert.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Caramalz Hell, Wiener Malz), Weizenmalz, Hopfen (Perle, Mandarina Bavaria), Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

12,3 %

Bittereinheiten:

35 IBU

Brauerei:

LaBieratorium GmbH
Finsterwalderstr. 41 a
03048 Cottbus
www.labieratorium.de

Apfel Bier

Bereits seit dem 6. Jahrhundert wird in Mitteleuropa der Apfel angebaut, das Bier gehört sogar noch deutlich länger zur europäischen Kultur. Beides vereint das Apfel Bier aus der Klosterbrauerei Neuzelle in dem Bier, das jetzt vor mir steht. Im Internet habe ich mehrere Rezensionen gefunden, in denen das Apfel Bier als Biermischgetränk bezeichnet wurde. Ich habe darüber mit Herrn Fischer, dem Geschäftsführer der Klosterbrauerei, gesprochen und er hat mir erläutert, dass die Brauerei das Bier zunächst nach dem Reinheitsgebot braut und anschließend mit verschiedenen Zusätzen veredelt. Er hat mir versichert, dass für alle Biere eine Ausnahmegenehmigung als “besonderes Bier” nach dem vorläufigen Biergesetz aus dem Jahr 1993 vorliegt. Daher dürfen die Biere aus Neuzelle auch als Bier verkauft werden.

Trotzdem bin ich zunächst kritisch, denn ehrlich gesagt kann ich mir die Mischung des Geschmacks von Äpfeln mit dem von Bier nicht so richtig vorstellen. Aber gut, eventuell werde ich ja positiv überrascht. Schließlich kommen aus Belgien auch sehr gute Apfelbiere.

Im Glas sieht das Bier erst einmal aus wie ein Pils. Golden, klar, mit einer durchschnittlichen Schaumkrone. Unspektakulär, aber nicht schlecht.

Das ändert sich, als ich am Bier rieche. Es duftet intensiv nach Malz, unterstützt durch den Duft grüner Äpfel. Den Hopfen kann ich nicht riechen, eventuell wird er ja durch die Äpfel überdeckt.

Der Antrunk ist recht süß, was aber durchaus zu der recht reichlich vorhandenen Kohlensäure passt. Bereits auf der Zungenspitze meine ich, den Apfel zu schmecken, was aber durchaus auch am Duft des Bieres liegen kann, der mir in die Nase steigt. Auch als sich das Bier auf der Zunge verteilt, bleibt das Bier angenehm süß; die Süße verträgt sich aber gut mit dem Herben des Bieres. Das schlanke Bier ist erfrischend. Auch der Abgang ist überraschend gut, da sich auch hier die Apfelsüße gut mit dem ursprünglichen Bier verbindet. Mir persönlich fehlen die Bitternoten des Hopfens, eine Eigenschaft des Apfel Biers, die meiner Frau dagegen ausgesprochen gut gefällt.

Dieses erfrischende Bier eignet sich im Sommer hervorragend, um nach einer Wanderung wieder fit zu werden. Dabei sollten aber die 4,8 Volumenprozente bedacht werden.

Zutaten:

Pilsner (Wasser, Gerstenmalz, Hopfen), Apfelsaftkonzentrat, Invertzuckersirup, Zitronensaftkonzentrat

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Klosterbrauerei Neuzelle GmbH
Brauhausplatz 1
15898 Neuzelle
www.klosterbrauerei.com

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Potsdamer Klosterbier

Wieder einmal steht ein Bier aus der Klosterbrauerei Neuzelle vor mir. Allerdings wird dieses Bier nicht unter der Marke Neuzeller verkauft, sondern als Potsdamer Klosterbier. Dann will ich jetzt wieder einmal ein Pils verkosten.

Golden und kristallklar steht das Bier im Glas. Es enthält sehr viel aktive Kohlensäure und bildet eine ungeheuer voluminöse Krone aus feinporigem weißem Schaum, der lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier also schon mal was her.

Das Aroma ist fruchtig, besonders Zitrusfrüchte und einige grasige Noten dominieren den Duft. Auch beim Hopfen hat die Brauerei ein gutes Händchen gehabt.

Der Antrunk ist mäßig süß und spritzig. Die Süße wird durch eine leichte fruchtige Säure abgelöst, mit der sich das Aroma im Geschmack widerspiegelt. Schnell kommen auch Bitternoten auf, die die Säure überdecken. Süße, Säure und Bitterstoffe sind gut aufeinander abgestimmt. Keiner der Geschmackseindrücke überspielt die anderen. Der Abgang ist freundlich bitter und er klingt recht lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,1 %

Stammwürze:

12,5 %

Brauerei:

Klosterbrauerei Neuzelle GmbH
Brauhausplatz 1
15898 Neuzelle
www.klosterbrauerei.com

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Lebensfreude

Nun steht wieder ein Bier aus Neuzelle vor mir. Diesmal handelt es sich um ein glutenfreies Bier, die Brauerei nennt es Bier-Getränk. Das liegt vermutlich daran, dass die Lebensfreude nach dem vorläufigen Biergesetz nicht als Bier verkauft werden darf. Ein Blick auf die Zutatenliste (siehe unten) zeigt auch sofort auf, weshalb.

Ich habe bereits mehrere glutenfreie Biere verkostet und ganz ehrlich gesagt hat mir keines so richtig zugesagt. Das haben aber glutenfreie Biere mit den meisten “frei von…”-Produkten gemeinsam. Gluten ist ein natürlicher Bestandteil der meisten Getreide und wenn bei der Produktion eines Lebensmittels ein wichtiger Bestandteil der Rohstoffe entfernt wird, ändert das selbstverständlich der Geschmack, in der Regel nicht zum Vorteil. Aber ich will versuchen, die Lebensfreude aus Neuzelle vorurteilsfrei zu testen und zu bewerten.

Helles Gelb strahlt mir aus dem Glas entgegen. Ich sehe relativ wenig Kohlensäure. Es bildet sich eine knapp durchschnittlich voluminöse Krone aus mittelporigem Schaum, die sich relativ schnell auflöst. Optisch macht das Bier einen bestenfalls durchschnittlichen Eindruck.

Das Aroma ist recht schwach. Ich rieche Karamell sowie einen Hauch von Zitrusfrüchten. Mir drängt sich der Eindruck auf, dass die Brauerei mit dem Hopfen etwas zu sparsam umgegangen ist.

Der Antrunk ist recht süßlich und auch etwas wässrig. Es zeigt sich aber, dass die Kohlensäure sehr feinperlig ist und im Bier war erheblich mehr Kohlensäure gelöst als ich erwartet hatte. Schnell schiebt sich eine kräftige Säure in den Vordergrund, die allerdings einiges an Fruchtigkeit vermissen lässt. Im Abgang fehlt mir jegliches Bitter, eventuell wird es durch die Säure überdeckt.

Ich meine, wer keine Probleme mit dem Gluten hat, sollte dieses Bier-Getränk meiden. Anders sieht es bei Menschen aus, die an Zöliakie leiden und daher Gluten nicht vertragen. Für diese Menschen ist die Lebensfreude sicher eine Alternative. Meist weichen diese Menschen auf Wein aus, aber zu manchen Speisen passt Wein einfach nicht. Ich habe im Internet den Blog “Glutenfrei leben im Alltag” gefunden, in dem das Bier von einer Frau mit Zöliakie beschrieben wird. Sie war von dem Produkt absolut begeistert. Sie finden den Beitrag hier.

Zutaten:

Wasser, Invertzuckersirup. glutenfreier Gerstenmalz-Grundstoff, Bieraroma, Hopfen, Hopfen-Aroma, Schaumstabilisator (E405)

Alkoholgehalt:

4,8 %

Brauerei:

Klosterbrauerei Neuzelle GmbH
Brauhausplatz 1
15898 Neuzelle
www.klosterbrauerei.com

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Allgäuer Heubier

Wenn Sie annehmen, dass das Allgäuer Heubier aus Bayern kommt, ist diese Annahme zwar nachvollziehbar aber falsch. Tatsächlich kommt das Allgäuer Heubier aus der Klosterbrauerei im brandenburgischen Neuzelle. Seit dem Jahr 2014 überrascht die kleine Brauerei nahe der Grenze zu Polen mit dieser Bierspezialität. Grundlage ist ein Pils, das mit Heuextrakt aufgewertet wird.

Nun habe ich bislang mit Heuextrakt noch keine Berührung gehabt und musste daher erst einmal nachforschen, was das ist und was denn so mit diesem Extrakt alles gemacht wird. Tatsächlich gibt es den Heuextrakt in der Apotheke zu kaufen – als Badezusatz, der entspannend und wohltuend für die Muskulatur ist und dabei den Stoffwechsel anregt. Nur mal so nebenbei: die Quelle, in der ich die Gebrauchsinformationen gefunden habe, veröffentlicht auch Informationen über die Käufer. So wird Heuextrakt ausschließlich von Frauen über 50 Jahren gekauft, das Durchschnittsalter beträgt 57 Jahre. Stärker beschäftigt mich aber die Frage, ob es sinnvoll ist, einen Badezusatz ins Bier zu kippen und es anschließend zu trinken. Dabei fällt mir aber ein, dass in Bayern sogar Sterneköche ihre Braten auf dem Heubett garen. Damit sind dann auch meine Bedenken hinsichtlich dieses Zusatzes zerstreut. Jetzt bleibt nur noch die Frage nach dem Geschmack.

Das Aroma wird durch Karamell bestimmt, dazu kommen einige blumige Noten. Ich vermute, dass als Grundlage für das Allgäuer Heubier das Pilsener der Klosterbrauerei verwendet wurde. Insgesamt gesehen ist das Aroma aber durchaus angenehm.

Der Antrunk ist recht süß, dabei aber spritzig und voll. Der erste Eindruck im Mund ist schon mal angenehm. Während sich das Bier im Mund verteilt kommt ein weiterer Geschmack dazu, vermutlich stammt er vom Heuextrakt. Dazu kommt ein leichtes Bitter. Ungewöhnlich, aber nicht schlecht. Auch der Abgang ist nur leicht bitter, dazu kommt der grasige und krautige Geschmack des Heuextrakts.

Das Bier ist ungewöhnlich und obwohl ich es mir durchaus als Begleitung zu einem Schweinebraten oder einem kräftigen Käse vorstellen kann, verstehe ich es durchaus, wenn jemand dieses Bier ablehnt. Es ist ungewöhnlich und auf jeden Fall einen Versuch wert.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Heuextrakt

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Klosterbrauerei Neuzelle GmbH
Brauhausplatz 1
15898 Neuzelle
www.klosterbrauerei.com

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Neuzeller Imperial Porter

Jetzt steht mal wieder ein Bier aus der Klosterbrauerei Neuzelle vor mir. Das Etikett unterscheidet sich deutlich von den Etiketten der anderen Biere, gefällt mir von der Optik her erst einmal richtig gut. Lediglich die Beschriftung verwundert mich. Einerseits ist als Bierstil Stout vermerkt, weiter unten dagegen Imperial Porter. Angeboten wird das Bier von der Brauerei als Imperial Porter, weshalb ich annehme, dass dies der korrekte Bierstil ist und dementsprechend werde ich das Bier jetzt auch testen.

Schwarz und fast blickdicht steht das Bier im Glas. Nur wenn ich es gegen das Licht halte, schimmert etwas rubinrot durch. Dazu kommt eine voluminöse hellbraune Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Jetzt hoffe ich nur, dass der Geschmack so gut ist wie die Optik.

Das Aroma wird eindeutig durch die Röststoffe dominiert. Das Bier duftet nach dunkler Schokolade. So einen würzigen Duft würde ich mir häufiger wünschen.

Der Antrunk ist recht süß, wobei die Süße gut mit der sehr schön feinperligen Kohlensäure korrespondiert. Zusammen sorgen sie für eine ungeheure Spritzigkeit. Aber richtig überraschend ist das Bier erst, als es sich im Mund verteilt hat. Es sorgt für ein samtiges Mundgefühl und während im Aroma die Schokoladennoten im Vordergrund standen zeigt sich jetzt ein kräftiger Espressogeschmack. Dazu kommt ein angenehmes Bitter, so dass der Geschmack gut ausgewogen ist. Der Abgang ist leicht bitter, er klingt aber lange nach.

Das Imperial Porter gehört mit Sicherheit zu meinen Lieblingsbieren aus Neuzelle. Es passt gut zu sahnigen Desserts.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

8,1 % Vol.

Brauerei:

Klosterbrauerei Neuzelle GmbH
Brauhausplatz 1
15898 Neuzelle
www.klosterbrauerei.com

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Neuzeller Dunkel

Die Klosterbrauerei Neuzelle gehört zwar seit langer Zeit nicht mehr zum Kloster Neuzelle, sondern ist als GmbH seit langer Zeit davon unabhängig. Trotzdem will ich jetzt nicht versäumen, zu erwähnen, dass in das herrlich renovierte Kloster in Kürze wieder einige Mönche einziehen. Wenn Sie in der Lausitz unterwegs sind, sollten Sie auch nicht versäumen, die Klosterkirche in Neuzelle zu besichtigen. Sie ist absolut sehenswert. Aber jetzt wollen wir uns um das Neuzeller Dunkel kümmern.

Dieses Bier trägt seinen Namen zu Recht. Es stammt nicht nur aus Neuzelle, sondern es ist schwarz. Nur wenn ich das Glas mit dem Bier gegen das Licht halte, schimmert ein dunkles Rubinrot durch. Darüber bildet sich eine große feinporige Schaumkrone, die auch lange erhalten bleibt. Optisch macht das Dunkle also richtig etwas her. Die Brauerei weist auch ausdrücklich darauf hin, dass das Bier nicht gefärbt wurde, sondern dass die dunkle Farbe ausschließlich aus den verwendeten Röst- und Caramalzen stammt.

Das Aroma passt zur Optik. Es wird eindeutig vom Malz dominiert und ich rieche dunkle Schokolade, unterstützt durch den Duft von Trockenpflaumen und Vanille. Da bekomme ich richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeigt sofort, dass das Bier nicht so viel Malzzucker enthält wie ich aufgrund der Optik erwartet habe. Eine leichte Süße ist eindeutig zu schmecken, aber sie drängt sich nicht in den Vordergrund. Auch die Röststoffe machen sich gleich auf der Zungenspitze durch den Geschmack nach Kaffee bemerkbar. Die feinperlige Kohlensäure ist für meinen persönlichen Geschmack etwas unterdosiert, aber ich weiß, dass es durchaus Konsumenten gibt, denen etwas weniger Kohlensäure gut gefällt. Die Brauerei kann es nun mal nicht jedem rechtmachen. Schnell mischt sich auch eine Schokoladennote unter den Geschmack und es kommt eine leichte fruchtige Säure hinzu, so dass sich ein samtiges Mundgefühl breitmacht und das Bier einen guten runden Eindruck hinterlässt. Jetzt stört mich auch die wenige Kohlensäure nicht mehr. Der Abgang ist sehr mild und ich kann kaum Bitterstoffe entdecken. Dafür bleibt aber der Geschmack nach Schokolade einige Zeit erhalten.

Wer intensive dunkle und milde Biere mag wird an diesem Bier nichts auszusetzen haben und gerne auch ein oder zwei weitere trinken.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Brauerei:

Klosterbrauerei Neuzelle GmbH
Brauhausplatz 1
15898 Neuzelle
www.klosterbrauerei.com

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Neuzeller Pilsner

Bereits im Jahr 1589 wurde die kleine Brauerei im brandenburgischen Neuzelle gegründet. Dass es sie heute noch gibt, liegt am heutigen Geschäftsführer Helmut Fritsche, der die damals marode Brauerei 1989 übernahm und jetzt das Unternehmen zusammen mit seinem Sohn führt. Nach der Übernahme folgte eine lange juristische Auseinandersetzung mit mehreren Behörden, die verhindern wollten, dass das Traditionsbier der Brauerei, der Schwarze Abt weiterhin gebraut und als Bier verkauft werden durfte. Erst nach vielen Kämpfen und Gerichtsverhandlungen erhielt er die Erlaubnis, das Bier weiterhin nach altem Rezept zu brauen.

Jetzt steht aber ein Bier vor mir, das nach dem deutschen Reinheitsgebot von 1516 gebraut wurde, das Neuzeller Pilsner. Auch hier hält sich die Brauerei an die traditionelle Brauweise und setzt keinen Hopfenextrakt ein, sondern arbeitet mit Pellets. Vereinfacht dargestellt werden bei der Herstellung der Pellets die Dolden gemahlen und anschließend in Form gepresst. Es handelt sich dabei also noch um ein Naturprodukt. Die Pellets haben gegenüber dem Doldenhopfen einige Vorteile. Zum einen sind die Wirkstoffe des Hopfens mehr oder weniger standardisiert, was die Dosierung vereinfacht. Zum anderen werden durch die Verwendung von Pellets die Lagerkosten deutlich verringert. Während ein Kubikmeter Doldenhopfen etwa 130 kg bis 150 kg wiegt, lassen sich auf dem gleichen Platz etwa 500 kg Hopfenpellets lagern. So weit ist also nichts gegen die Verwendung von Pellets sagen. Auf der anderen Seite gefallen mir die Biere, die mit Doldenhopfen gebraut wurden, häufig besser. Ich vermute aber mal, dass die Brauer, die Dolden einsetzen, einfach noch ambitionierter sind und sich bei der Hopfen- und Malzauswahl sowie beim Brauprozess mehr Mühe geben. Darüber muss ich noch einmal mit einem Brauer sprechen, der ausschließlich mit Doldenhopfen arbeitet. Jetzt ist es aber wirklich an der Zeit, dass ich mich endlich dem Bier zuwende.

In strahlendem hellen Goldgelb präsentiert sich das Bier im Glas. Es bildet sich eine voluminöse sahnige Schaumkrone, die sehr langsam in sich zusammenfällt. Die muntere Kohlensäure ist reichlich vorhanden. Die Optik dieses Biers gefällt mir jedenfalls schon mal.

Das Aroma ist malzig, während der grasige Hopfen eher zu erahnen ist. Wäre es eventuell sinnvoll, die Hopfensorte zu wechseln?

Der Antrunk ist im Vergleich zu anderen Pilsbieren relativ trocken. Damit hebt sich das Neuzeller Pilsner wohltuend von der Masse ab. Sobald sich das Bier auf der Zunge verteilt kommt ein angenehmes Bitter dazu. Mir fehlt aber etwas die Vollmundigkeit. Der Abgang ist dann überraschend kräftig bitter mit mittlerem Nachklang.

So ganz kann mich das Neuzeller Pilsner nicht überzeugen. Damit steht es aber nicht allein, sondern die ostdeutschen Pilsbiere treffen meinen Geschmack meist nicht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11 %

Brauerei:

Klosterbrauerei Neuzell GmbH
Brauhausplatz 1
15898 Neuzelle
www.klosterbrauerei.com

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Potsdamer Klosterbier dunkel

Weshalb die Klosterbrauerei in Neuzelle dieses Bier der Landeshauptstadt Potsdam widmet ist mir nicht bekannt. Ich kann mir nur vorstellen, dass dieses Bier in Zusammenarbeit mit dem Klosterkeller Biershop entstanden ist, einem Craft Beer-Händler aus Potsdam. Aber das sind lediglich Spekulationen, die ich an dieser Stelle nicht vertiefen möchte. Kommen wir also gleich zum Bier.

Kastanienbraun präsentiert sich das Potsdamer Klosterbier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge feinporiger hellbrauner Schaum, der sehr lange erhalten bleibt. An der Optik ist also schon mal nichts auszusetzen.

Das Bier duftet nach Karamell, dazu nach Trockenfrüchten, besonders Pflaumen und auch ein leichtes rauchiges Aroma steigt mir in die Nase.

Der Antrunk ist durch das reichlich verwendete Malz recht süß, aber durch die sehr feinperlige Kohlensäure wirklich spritzig. Schnell gesellen sich die Röststoffe des dunklen Malzes mit ihren Espressonoten und einem leichten rauchigen Geschmack dazu. Mir persönlich fehlt an dieser Stelle etwas Säure, aber das ist eine Frage des individuellen Geschmacks. Der Abgang ist ein kurzes freundliches süß-bitter mit einem kurzen Nachklang in der Kehle, aber der Geschmack des Espressos bleibt recht lange auf der Zunge zurück.

Bei der intensiven Färbung hätte ich einen noch kräftigeren Geschmack erwartet, aber auch so gefällt mir das Bier richtig gut.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Brauerei:

Klosterbrauerei Neuzelle GmbH
Brauhausplatz 1
15898 Neuzelle
www.klosterbrauerei.com

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Marathon

Nun steht mal wieder ein Bier aus der Klosterbrauerei Neuzelle in der Lausitz vor mir. Diesmal handelt es sich um das Marathon, das, Nomen est Omen, Bier plus Energie verspricht. Weshalb Energie? Die Zutatenliste gibt Auskunft. Neben den üblichen Zutaten Wasser, Malz und Hopfen enthält das Marathon aus 250 mg L-Carnitin. Diese Zutat muss ich erst einmal im Internet recherchieren.

Wikipedia beginnt die Definition dieses Stoffes mit einem recht schwer verdaulichen Satz: “Carnitin, genauer L-Carnitin, ist eine natürlich vorkommende, chemische Verbindung, die aus den Aminosäuren Lysin und Methionin hergestellt wird. Es spielt eine essentielle Rolle im Energiestoffwechsel tierischer und pflanzlicher Zellen. L-Carnitin fungiert als Rezeptormolekül für aktivierte Fettsäuren im Cytosol und in Zellorganellen wie den Mitochondrien. Es übt diese Funktion im Wechselspiel mit Coenzym A aus. Fettsäuren können nur gebunden an L-Carnitin durch die Mitochondrienmembranen transportiert werden.” Na gut, damit kann ich nicht allzu viel anfangen. Im weiteren Verlauf dieses Artikels wird ausgeführt, dass das L-Carnitin noch als Fettverbrenner und als leistungssteigerndes Mittel gehandelt wird, beides Eigenschaften, die nicht unumstritten sind. Wenn Sie es genauer wissen wollen, beginnen Sie mit dem Lesen auf der Wikipedia-Seite, die ich am Beginn dieses Absatzes verlinkt habe. Dort finden Sie auch weitergehende Links zu diesem Thema. Hier will ich mich nur mit dem Aussehen und Geschmack des Bieres beschäftigen.

Goldgelb mit viel aktiver Kohlensäure präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine leicht überdurchschnittliche Krone aus feinporigem weißem Schaum, die allerdings relativ schnell in sich zusammenfällt.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert. Es enthält aber auch würzige Noten sowie einen süßen Duft, der an ein Sahnebonbon erinnert. Das gefällt mir schon mal nicht schlecht.

Der Antrunk ist nur leicht süß und die Kohlensäure verleiht ihm eine angenehme Spritzigkeit. Auf der Zunge lässt der Geschmack des Bieres nach und erst in der Kehle zeigt sich ein leichtes Bitter. Der Abgang ist mit einem freundlichen Bitter recht mild, aber der Geschmack klingt lange nach.

Das Marathon erinnert an ein bayerisches Helles und ist im Sommer ein recht angenehmes Bier.

Zutaten:

Wasser, Malz, Hopfen, L-Carnitin

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Klosterbrauerei Neuzelle GmbH
Brauhausplatz 1
15898 Neuzelle
www.klosterbrauerei.com

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