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Ayinger Celebrator

Neunmal wurde dieser Doppelbock aus der Privatbrauerei Ayinger seit 2010 bei verschiedenen Wettbewerben ausgezeichnet, unter anderem 2016 bei Meiningers International Craft Beer Award und 2017 beim Word Beer Award 2017 in der Kategorie Germany Gold Lager Strong jeweils mit er Goldmedaille. Damit gehört dieses Bier weltweit zu den Besten in seiner Klasse. Da kann doch bei dieser Verkostung eigentlich nichts mehr schieflaufen.

Dunkelrot und praktisch schwarz zeigt sich das Bier im Glas. Darüber ein fester hellbrauner Schaum, der lange erhalten bleibt. Die Optik ist auf jeden Fall schon mal Weltklasse.

Das komplexe Aroma ist schwer, süß und würzig. Ich rieche überreife Früchte sowie deutliche Karamell- und Schokoladennoten. Dazu steigt mir noch ein leichtes Nussaroma in die Nase.

Der Antrunk ist deutlich süß. Dabei sorgt aber die sanfte Kohlensäure für eine angenehme Frische. Schnell übernehmen die Röststoffe das Kommando, zu der Note nach dunkler Schokolade aus dem Aroma gesellt sich der Geschmack von Kaffee. Das Mundgefühl ist rund, samtweich und wärmend. Trotzdem bleibt der frische Geschmack erhalten. Der Abgang ist wenig bitter, aber der Schokoladen- und Kaffeegeschmack klingen zusammen mit einigen würzigen Noten noch lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,7 % Vol.

Stammwürze:

18,5° Plato

Brauerei:

Brauerei Aying
Franz Inselkammer KG
Münchner Str. 21
85653 Aying
www.ayinger.de

Fiege Pilsbock

Bereits seit 1736 braut die Familienbrauerei Fiege in Bochum Bier. Das heute bekannteste Bier ist das Pils, das seit 1927 gebraut wird. Daneben stellt das Traditionsunternehmen noch etwa ein Dutzend anderer Bierstile her. Jetzt steht der seit 2016 gebraute Pilsbock vor mir. Dieses Bier wird mit den Hopfensorten Amarillo und Simcoe kaltgehopft, weshalb ich mich wieder einmal auf ein besonderes Bier freuen darf.

Hell bernsteinfarben und leicht hefetrüb steht das Bier vor mir. Der Schaum ist feinporig und er bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Malz und Hopfen sind im Aroma gleichberechtigt. Anfangs ist das Aroma würzig, später kommt eine leichte Fruchtigkeit nach Zitronengras dazu, die gut mit dem ebenfalls vorhandenen Biskuitteig harmoniert.

Der Antrunk ist recht süß, was bei einem Bockbier nicht verwunderlich ist. Die Süße passt aber gut zur reichlich vorhandenen feinperligen Kohlensäure des Pilsbock. Auf der Zunge ist der Geschmack intensiv, der Hopfen kommt gut zur Geltung und sorgt für ein volles rundes Mundgefühl. Mir ist klar, dass dieses Bier ein hervorragendes Preis-/Leistungsverhältnis hat. Der Abgang ist moderat bitter und er klingt längere Zeit nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Taurus, Perle, Tettnanger, Saphir)

Alkoholgehalt:

7,8 % Vol.

Stammwürze:

18,1 %

Bittereinheiten:

35 IBU

Brauerei:

Privatbrauerei MORITZ FIEGE GmbH & Co. KG
Moritz-Fiege-Straße 1
44787 Bochum
www.moritz-fiege.de

Eulchen Bock

Das Bockbier gehört in Deutschland zu den beliebtesten Bierstilen und so ist es auch nicht verwunderlich, dass die kleine aufstrebende Brauerei Eulchen aus dem rheinland-pfälzischen Mainz auch einen Doppelbock im Angebot haben. Eine Flasche steht jetzt vor mir und möchte gerne verkostet werden. Mache ich sie also auf und schenke ein.

Sehr dunkel mahagonifarben zeigt sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge hellbrauner größtenteils feinporiger Schaum, der lange erhalten bleibt. An der Optik gibt es schon mal nichts auszusetzen.

Im Aroma mischen sich die Röststoffe des Malzes, die den Duft dunkler Schokolade beisteuern, mit vielen fruchtigen Noten des Hopfens, die Düfte nach Kirschen und roten Beeren beitragen. Der Duft zeigt bereits, dass das Bier recht viel Süße enthält.

Do ist es auch nicht verwunderlich, dass der Antrunk recht süß ist. Aus diesem Grund könnte die Kohlensäure auch etwas großzügiger dosiert erden. Aber das vollmundige Bier gefällt mir mit seinem vollmundigen Geschmack trotzdem von Beginn an. Sobald sich das Bier im Mund verteilt zeigt sich der Geschmack nach Marzipan, was zusammen mit dem sich auf der Zunge dezent widerspiegelnden Kirscharoma sehr apart ist. Im Abgang gesellt sich noch ein freundliches und sanftes Bitter mit durchschnittlichem Nachklang zur Fruchtigkeit.

Der Doppelbock von Eulchen ist ein wirklich angenehmes Bier, bei dem ich mich nur frage, weshalb es ausschließlich im Winter gebraut wird.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Saphir), Hefe

Alkoholgehalt:

7,6 % Vol.

Stammwürze:

19,3 %

Brauerei:

Eulchen GmbH
Hindenburgstr. 7
55118 Mainz
www.eulchen-bier.de

Horny Betty

Horny Betty – das ist schon ein merkwürdiger Name für ein Bier. Horny bedeutet hornig, geil oder spitz. Welches dieser Adjektive auf dieses Bier zutrifft überlasse ich Ihrer Vorstellungskraft. Es stammt aus der Brauerei Gusswerk, die sich selbst als die österreichische Bio-Brauerei bezeichnet. Nun ist sie nicht die einzige Brauerei in Österreich, aus der Biobiere kommen, aber mehr als zwei Dutzend Biobiere aus einer Brauerei sind schon eine Seltenheit. Mal sehen, ob aus Hof in der Nähe von Salzburg nicht nur Masse, sondern aus Klasse kommt.

Da bin ich allerdings optimistisch. Sicher hat Horny Betty zweimal den ersten Platz bei den österreichischen Staatsmeisterschaften der Kleinbrauereien errungen und einmal den zweiten Platz. Die Brauerei beschreibt die Horny Betty so: “Die dreifache Maische und die doppelte Gärung entfachen in ihr ein leidenschaftliches Feuer. Sie bietet ein würzig-fruchtiges Aroma, das sich aus dem Weinglas genossen am besten entfaltet!”

Dunkel Kastanienbraun präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine Krone aus hellbraunem feinporigem Schaum, die recht lange erhalten bleibt. Optisch gefällt mir das Bier schon mal.

Das Aroma ist süß und malzbetont. Ich rieche Trockenpflaumen und Rosinen, unterstützt durch einen Hauch Vanille. Die 9 Volumenprozent Alkohol passen sich gut in das Aroma ein.

Es ist nicht überraschend, dass auch der Antrunk recht süß ist. Die intensive Süße wird durch die feine moussierende Kohlensäure ausgeglichen. Schnell kommt eine leichte Fruchtigkeit nach Cranberrys dazu, begleitet durch die wärmenden alkoholischen Noten. Im Abgang bringen die Röststoffe den Geschmack von Karamell und Trockenpflaumen, dazu kommt sehr wenig bitter. Der Abgang klingt nur kurz nach.

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Stammwürze:

19,9° Plato

Bittereinheiten:

36 IBU

Brauerei:

Brauhaus Gusswerk
Römerstr. 3
5322 Hof bei Salzburg
Österreich
www.brauhaus-gusswerk.at

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La Trappe Bockbier

La Trappe ist eines von zwei niederländischen Trappistenbieren. Das Bier wird im Trappistenkloster Onze Lieve Vrouw van Koningshoeven in Berkel-Enschot bei Tilburg gebraut und vertrieben. Die Trappisten brauen hier schon seit 1884 Bier und verdienen damit ihren Lebensunterhalt, wie es die Regel des hl. Benedikt vorsieht.

Das La Trappe Bockbier hat einige Besonderheiten. La Trappe Bock Bier ist ein Bockbier, das einer zweiten Gärung unterzogen wird. La Trappe Bockbier ist nach Angaben der Brauerei das einzige Trappisten-Bockbier in der Welt. Es wird mit natürlichen Zutaten gebraut und durchläuft eine zweite Gärung in der Flasche. Im Jahr 2014 wurde das La Trappe Bockbier zum besten Bockbier der Niederlande gekürt.

Das Bockbier ist dunkel-rubinrot, beinahe ist es schwarz. Im Glas bildet sich sehr viel feinporiger beiger Schaum, der lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier perfekt gelungen.

Das Bier duftet nach Röstmalz. Ich rieche Kaffee, dunkle Schokolade und auch einen Hauch roter Früchte.

Der Antrunk ist süß und ohne die reichlich vorhandene sehr feinperlige Kohlensäure würde ich hier die Kostprobe abbrechen. Schnell kommen etwas Säure sowie ein leichtes Bitter dazu, was zusammen mit dem leicht schokoladigen Geschmack durchaus einen runden Geschmack erzeugt. Im Abgang kommen zunächst die Kaffeenoten zum Vorschein, die im recht langen Nachklang aber durch den Geschmack von Kakao abgelöst werden.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Glukosesirup, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Bittereinheiten:

38 IBU

Brauerei:

Bierbrouwerij de Koningshoeven B.V,
Eindhovenseweg 3
5056 RP.Berkel-Enschot
Niederlande
www.latrappetrappist.com

Lasser Urbock

Lörrach ist eine Kreisstadt am Rande des Schwarzwalds, nicht weit vom Dreiländereck Deutschland – Schweiz – Frankreich gelegen. Dort hat die Brauerei Lasser ihren Sitz, von der jetzt der Urbock vor mir steht. Auf ihrer Website verrät die Brauerei nicht viel über sich, aber dort finden sich etliche Rezepte, bei denen Bier als Zutat verwendet wird. Die Rezepte lesen sich vielversprechend, weshalb sich der Besuch der Website sicher lohnt. Aber kommen wir zum Bier.

Kastanienbraun präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine kleine Krone aus hellbraunem Schaum, die sich schnell auflöst. Mit einem stabileren Schaum hätte ich sicher von einer perfekten Optik berichten können.

Das Aroma wird durch das dunkle Malz dominiert, das einen reizvollen Kontrast zum Duft von Waldhonig bildet. Komplettiert wird der Duft durch die Aromen von Trockenobst, besonders von Pflaumen.

Der Antrunk ist recht süß und durch die reichlich vorhandene kräftige Kohlensäure moussierend. Im kräftigen Körper spiegelt sich das Aroma wider, ich schmecke die Obstnoten. Dazu kommt noch eine leichte Cognacnote, die sich im Abgang noch verstärkt. Dabei ist der Abgang kaum bitter und der Cognacgeschmack klingt noch lange nach.

Wer den Einbecker Urbock, und das ist das Original, kennt, wird im Lasser Urbock kein Bockbier erkennen. Auch wenn das Lasser Urbock der Definition von Bockbier entspricht, handelt es sich im Geschmack um einen anderen Bierstil. Der Lasser Urock erinnert eher an ein belgisches Weihnachtsbier; als solches kann es mich durchaus begeistern, besonders als Begleitung zu einem passenden Essen. Als Speiseempfehlung übernehme ich an dieser Stelle die Empfehlungen der Brauerei: Deftige Speisen wie z.B. Schweinshaxe, Schweinesteak mit Pfeffersoße, aber auch Meerrettich könnte dieses Bier gut mindern und ergänzen. Genauso passend zu Gans mit Birne und Preiselbeeren-Konfitüre mit Rotkohl in der Weihnachtszeit. Unbedingt probieren: Vanille- oder Walnusseis mit Himbeeren oder getrocknete Aprikosen und diese Köstlichkeit dazu.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

6,6 % Vol.

Stammwürze:

17,7

Brauerei:

Brauerei Lasser GmbH & Co. KG
Belchenstraße 5
79539 Lörrach
www.lasser.de

Riegele Speziator Hell

Wenn Sie mich fragen, was mich an Riegele verwundert und fasziniert, dann ist es die ungeheure Marktdurchdringung dieser Brauerei. Unabhängig davon, ob Sie im Supermarkt, im Getränkemarkt, im Craft Beer-Store oder im Bioladen stehen – überall haben Sie die Chance diese Biere aus Augsburg zu finden. Das hat neben Riegele wohl nur die Braumanufaktur Störtebeker geschafft. Das ist auch kein Zufall, denn Riegele schafft es, trotz des deutschen Reinheitsgebots nicht nur sehr gute, sondern auch sehr unterschiedliche Biere zu kreieren. So ist es auch kein Wunder, dass ich den Speziator sofort kaufen musste als ich ihn im Bierregal gesehen habe. Es handelt sich um einen hellen Doppelbock mit 8,5 Volumenprozent Alkohol.

Kräftig goldgelb ist der helle Speziator. Ich kann nur wenig Kohlensäure sehen, was aber bedeuten kann, dass sie im Bier gelöst ist und sich erst im Mund bemerkbar macht. Die Schaumkrone ist nicht allzu voluminös, dafür aber schön feinporig und sie bleibt auch recht lange erhalten.

Neben der Süße des Malzes nimmt meine Nase den Geruch von Mango, anderen Südfrüchten und Äpfeln wahr. Damit hebt sich der Speziator wohltuend von der Masse der Doppelböcke ab.

Der Antrunk ist süß und recht schwer. Jetzt stelle ich auch Honignoten fest, die ich im Aroma nicht bemerkt habe. Schnell gesellt sich ein freundliches Bitter dazu, begleitet von dezentem Geschmack nach getrockneten Äpfeln und Birnen. Damit wird auch bereits der Abgang eingeläutet, bei dem sich sowohl das Bitter als auch die Fruchtigkeit verstärkt. Abgeschlossen werden die Geschmackseindrücke durch einen ewig langen Abgang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Stammwürze:

19,3° Plato

Brauerei:

Brauerei S.Riegele
Frölichstraße 26
86150 Augsburg
www.riegele.de

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Erlkönig Imperator

Nun steht mal wieder ein Bier aus der niederbayrischen Familienbrauerei Ludwig Erl vor mir. Bereits seit 1871 und in der sechsten Generation wird dort die handwerkliche Braukunst gepflegt. Seit 2016 arbeitet dort neben zwei männlichen Brauern auch die erste Bierbrauerin in der Geschichte der Brauerei.

Und die Biere von Erl scheinen auch zu halten, was die Brauerei verspricht. Nicht umsonst wurde der Erlkönig im Jahr 2016 beim European Beer Star mit der Goldmedaille ausgezeichnet. Von einem Bier mit dieser Auszeichnung kann ich etwas ganz Besonderes erwarten.

Der Erlkönig Imperator ist ein helles Doppelbock mit 8,5 Volumenprozenten Alkohol und vier Hopfengaben. Das Etikett zeigt eine Reiterzeichnung, die dem ältesten Erl Bräu-Schild über dem Stammtisch des Brauereigasthofs entnommen wurde. Jetzt wird es aber wirklich Zeit, dass ich mir das Bier einschenke.

Intensiv goldfarben ist das Erlkönig Imperator, je nach Lichteinfall mit einem leichten Rotstich. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge weißer feinporiger Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist blumig mit einer leichten fruchtig-säuerlichen Note. Ich kann in dem Aroma allerdings keine einzelnen Fruchtaromen identifizieren.

Der Antrunk ist recht süß und voll. Das ist auch sortentypisch, aber für meinen Geschmack hätte etwas mehr Kohlensäure das Bier noch weiter aufgewertet. Schnell gesellen sich zur Süße die Bitterstoffe dazu. Das Verhältnis der Süße zum Bitteren ist gut ausgewogen, so dass ein vollmundiges Bier entstanden ist, das ein weiches Mundgefühl erzeugt. Der Abgang ist sortentypisch sehr mild mit wenig bitter. Trotzdem klingt er lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

8,5 %

Stammwürze:

19,5 %

Brauerei:

Landbrauerei Ludwig Erl
Straubinger Straße 10
94333 Geiselhöring
www.erl-braeu.de

The Ring

Jetzt steht mal wieder ein Bier aus dem fränkischen Gräfenberg vor mir. Es handelt sich um einen Doppelbock namens The Ring, einen Sondersud, der nicht ständig im Angebot ist. Bislang haben mir die Biere der Red Castle Brew gut gefallen, so dass ich auch bei diesem Bockbier etwas Besonderes erwarte. Wie bei dieser Brauerei üblich enthält das Etikett keine weiteren Angaben, außer der Zusicherung, dass das Bier nach dem bayerischen Reinheitsgebot von 1516 gebraut wurde. Beginne ich also mit der Verkostung und schenke mir das Bier ein.

Tief dunkelrot und fast blickdicht ist das Doppelbock. So einen dunklen Bock hatte ich noch nicht. Die Schaumkrone aus sahnigem hellbraunen Schaum ist durchschnittlich voluminös und hält sich lange. Die Optik gefällt mir.

Das Bier duftet intensiv nach Rosinen und Trockenpflaumen. Dazu kommen leichte Röstaromen. Insgesamt ist das Aroma für ein Bockbier ungewöhnlich, es erinnert eher an ein Barley Wine.

Bereits auf der Zungenspitze zeigt sich, dass sich der Duft im Geschmack widerspiegelt. Das Bier ist wirklich sehr süß, was mich sicher nicht stören würde, wenn etwas mehr Kohlensäure vorhanden wäre. Bei der Süße bleibt es auch, dazu kommt der Geschmack der Trockenfrüchte. Durch die gering dosierte Kohlensäure wirkt das Bier fast etwas abgestanden. Wäre die Brauerei da nicht so geizig gewesen und würde das Bier auch etwas mehr Bitterstoffe enthalten, wäre der Geschmack runder und das Bier könnte mir wirklich gefallen. Der Eindruck ändert sich auch nicht im Abgang. Er ist süß, sehr fruchtig und die Noten der Trockenfrüchte klingen lange nach. Bitterstoffe sind nicht zu schmecken.

Ich will das Bier nicht schlechtmachen. Es enthält keine falschen Geschmäcker, aber es wirkt unausgereift. Mehr Kohlensäure und etwas Bitterhopfen könnten aus The Ring eine echte Delikatesse machen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Brauerei:

Red Castle Brew
Gewerbepark Hüll 17
91322 Gräfenberg

Aventinus Eisbock

Nun steht der Aventinus Eisbock von Schneider Weiße vor mir. Der Eisbock ist der Legende nach dadurch entstanden, dass Ende des 19. Jahrhunderts es einige Lehrlinge in Kulmbach versäumt hatten, im Winter einige Fässer Weizenbock ins Lagerhaus zu bringen. Am nächsten Morgen waren die Fässer gefroren und der Meister ging davon aus, dass das Bier darin nun verdorben war. Zu dieser Zeit waren drakonische Strafen in den Betrieben noch üblich und so verdonnerte der Meister die Lehrlinge, die Eisblöcke aufzuschlagen und das noch flüssige Bier auszutrinken. Ich kann mir vorstellen, dass die Lehrlinge zunächst nicht wirklich begeistert von dieser Strafe waren, aber nachdem sie mir der Aufgabe begonnen hatten, schlug der Widerwillen schnell in Begeisterung um. Der nicht gefrorene Inhalt der Fässer bestand schließlich aus leckerem Eisbock.

Bis heute wird Eisbock im Prinzip auf die gleiche Weise hergestellt, wenn auch unter kontrollierten Bedingungen. Das Bockbier wird in Fässer gefüllt und sie werden gefroren. Da das Fass kälter ist als der Inhalt, gefriert das Wasser im Bier an der Innenseite des Fasses und der konzentrierte Bock bleibt in der Mitte flüssig, da der Alkohol bei niedrigeren Temperaturen gefriert als das Wasser. Der flüssige Inhalt wird abgelassen und trara – schon haben wir einen Eisbock. Obwohl es möglich ist, auf diese Weise ein Bier herzustellen, das mehr Alkohol enthält als mancher Schnaps, entspricht das Ergebnis immer noch dem deutschen Reinheitsgebot. Es handelt sich ja auch um Bier, dem lediglich ein Teil des Wassers entzogen wurde. Nun ist es aber endlich an der Zeit, die Flasche zu öffnen. Auch wenn die Brauerei empfiehlt, den Aventinus Eisbock im Cognacschwenker zu servieren, werde ich ihn im Probierglas verkosten.

Im dunklen Rotbraun und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich sehr viel hellbrauner sahniger Schaum, der sich sehr langsam auflöst. Es empfiehlt sich also, dieses Bier vorsichtig einzuschenken. Aber dafür haben wir ein Bier im Glas wie ein Gemälde.

Konnte die Optik schon begeistern haut mich die Komplexität des Aromas glatt aus den Schuhen. Ich rieche Trockenpflaumen, Bananen, Waldhonig, Nelken, Bittermandel… Sicher sind in diesem Bier noch weitere Aromen versteckt, die ich nicht entdecke.

Der Antrunk ist sehr süß mit einigen würzigen Noten. Vom ersten Moment an spiegeln sich die Aromen im Geschmack wider. Zusammen mit der extrem feinperligen Kohlensäure steigert das Bier meine Begeisterung immer weiter. Als sich das Bier im Mund verteilt bildet sich ein cremiges und wärmendes Mundgefühl. Dazu kommt noch ein Geschmack nach Sirup dazu. Der Aventinus Eisbock wirkt fast wie ein Likör. Der Abgang ist sehr mild und er klingt trotzdem lange nach. Bei manchen Schlucken schaffen es die 12 Volumenprozente Alkohol, in der Kehle angenehm zu brennen.

Der Aventinus Eisbock ist bestens als Aperitif geeignet oder als Begleitung zu einem edlen Dessert.

Zutaten:

Wasser
Weizenmalz
Gerstenmalz
Hopfen (Herkules)
Hefe

Alkoholgehalt:

12 %

Stammwürze:

25,5 %

IBU:

15

Brauerei:

Schneider Weisse
G. Schneider & Sohn GmbH
Emil-Ott-Straße 1-5
D-93309 Kelheim
www.scheider-weisse.de

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