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Veto Orangenfalter

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Jetzt steht eine noch recht neue Schöpfung von Ralph Hertrich aus der Hopferei Hertrich vor mir. Der Orangenfalter ist ein Witbier. Witbier ist ein anerkannter Bierstil, der in Belgien sehr viel gebraut wird und da im Witbier Koriander sowie Orangenschalen verbraut werden, entspricht dieses Bier nicht dem deutschen Reinheitsgebot. Es muss also als “alkoholhaltiges Malzgetränk” und “Lebensmittel eigener Art” angeboten werden. Im April 2018 wurde der Orangenfalter erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Aber an diesem Bier zeigt sich auch, wie skurril die Auswirkungen des deutschen Reinheitsgebots sind. Es gibt zwar nach dem vorläufigen Biergesetz die Möglichkeit, bei der Lebensmittelaufsichtsbehörde eine Ausnahmegenehmigung für besondere Biere zu beantragen, die nicht dem deutschen Reinheitsgebot entsprechen. Die Erteilung der Genehmigungen ist Ländersache. Bayern und Baden-Württemberg stellen diese Genehmigung nicht aus, während andere Bundesländer die Anträge einfach durchwinken. Entscheidend für die Zuständigkeit der Landesbehörden ist der Brauort. Wäre Ralph die paar Kilometer nach Hessen gefahren und hätte er sich dort in einer Brauerei eingemietet und sein Bier gebraut, hätte er seinen Orangenfalter als Bier verkaufen dürfen. Da er aber in Feucht gebraut hat, darf sein Erzeugnis kein Bier sein. Die Biersteuer wird aber trotzdem fällig. Aber kommen wir jetzt zum Bier.

Strohgelb und leicht hefetrüb strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die Schaumkrone ist größtenteils feinporig und recht standfest. Die Optik ist makellos.

Das Bier duftet teigig. Der Koriander ist deutlich zu riechen und unterstützt die Fruchtigkeit nach Orangen. Auch der sanfte Duft der Kamillenblüten ist unterschwellig zu riechen. Das Aroma ist stiltypisch, auch wenn in Belgien eher Kumquats zum Brauen von Witbier verwendet werden, die ein noch kräftigeres Orangenaroma ergeben.

Der erste Eindruck beim Antrunk ist sommerlich frisch. Sehr schnell kommt eine ordentliche Fruchtigkeit hinzu, die kräftiger ist als ich es aufgrund des Aromas erwartet hätte. Der Geschmack der Hefe und des Korianders verbinden sich hervorragend mit dem Geschmack nach Orange. Auch hier hält sich die Kamille diskret im Hintergrund. Auch im Abgang bleibt die Fruchtigkeit mit den würzigen Noten im Vordergrund und hier würde ich mir noch etwas mehr bitter wünschen. Aber – insgesamt ist dieses Bier von vorne bis hinten stimmig.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Weizenflocken, Haferflocken, Koriandersamen, Orangenschalen, Kamilleblüten, Hopfen (Saazer, Pacifica), Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 %

Stammwürze:

11,6° Plato

Brauerei:

Hopferei Hertrich
Brückkanalstraße 33
90537 Feucht
www.hopferei.de

St. Erhard Original

Aus Franken stammt dieses Kellerbier. Gebraut und abgefüllt wird es in Hallerndorf bei Bamberg. Sofort fällt die durchsichtige Flasche auf, die recht ungewöhnlich ist. Um das Bier vor dem Einfluss des Lichts zu schützen, ist sie aber mit einem UV-Schutz versehen. Für diese Flasche wurde St. Erhard mit dem German Design Award 2014 ausgezeichnet.

Bereits in der Flasche ist die klare bernsteinartige Farbe des St. Erhard zu sehen. Beim Einschenken steigt mir das intensive Hopfenaroma in die Nase. Das Bier enthält keine sichtbare Kohlensäure und es bildet sich eine durchschnittliche Krone aus sahnigem Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Aroma des Bieres ist malzbetont. Düfte nach Toffee steigen mir in die Nase. Der Hopfen kommt mit einigen fruchtigen Noten ebenfalls zu seinem Recht, er bleibt aber im Hintergrund.

Der leicht süße Antrunk zeigt, dass das Bier nur wenig Kohlensäure enthält, die aber sehr feinperlig ist. Trotzdem macht das Bier einen angenehmen frischen Eindruck. Der Geschmack des Malzes ist ausgewogen mit dem des Hopfens. Damit macht das Bier einen angenehm süffigen Eindruck. Schnell gesellt sich noch ein angenehmes und recht intensives Bitter dazu. Auch der Abgang ist durch ein freundliches Bitter geprägt, das lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Wiener, Cara-Münch®), Hopfen (Tettnanger)

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

13° Plato

Brauerei:

St. Erhard GmbH
Hafenstraße 13
96052 Bamberg
www.bierothek.de

Dieses Bier können Sie ab 12 Flaschen oder einem Bestellwert von mindestens 49 Euro (auch gemischt) versandkostenfrei online bestellen:

Hohenthanner Kellerbier Dunkel

Jetzt steht das Hohenthanner Kellerbier Dunkel vor mir. Dabei handelt es sich um ein unfiltriertes dunkles Kellerbier, das im Zweimaischverfahren hergestellt wurde. Ich erwarte von diesem Bier einiges, denn es wurde bei Meiningers International Craft Beer Award 2017 mit der Platinmedaille ausgezeichnet.

Dunkel bernsteinfarben präsentiert sich das Bier im Glas. Für ein nicht gefiltertes Bier enthält es sehr wenig Hefe. Die feinporige Schaumkrone ist hellbraun und sie bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Düfte nach Karamell steigen mir in die Nase, unterstützt durch einige fruchtige Aromen von Birne und Banane.

Im Antrunk sorgt die feinperlige Kohlensäure für eine angenehme Frische. Auf der Zunge entwickelt sich ein intensiver Karamellgeschmack mit einer diskreten Kaffeenote und einer leichten Säure. Das Malz ist eindeutig dominant und der Hopfen unterstützt den Geschmack des dunklen Malzes, ohne in den Vordergrund zu treten. Der Abgang ist mild und recht kurz.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,7 % Vol.

Stammwürze:

13,4 %

Brauerei:

Hohenthanner Schlossbrauerei GmbH & Co. KG
Brauhausstraße 1
84098 Hohenthann
www.hohenthanner.de

Gestopfter Bär

Wieder einmal hat mir Maisel eine Flasche Bier geschickt, einen Sondersud mit dem Namen Gestopfter Bär. Den Sud hat die Brauerei in Zusammenarbeit mit der Brauerei Schanzenbräu in Nürnberg angesetzt. Dabei handelt es sich um ein Bockbier. Und da Nürnberg für sein Rotbier bekannt ist, handelt es sich um einen roten Bock.

Schon das vordere Etikett gefällt mir sehr gut. Der brüllende Bär, dessen Fell aus den Blättern einer Hopfendolde gefällt – Maisel hat schon einen guten Designer.

Die Brauerei beschreibt das Bier auf dem Rückenetikett so: “Allmächd – ein gestopfter Bär! Rot wie Franken, bärenstark wie Schanzenbräu und kräftig, fruchtig, hopfig wie Maisel & Friends! Bassd scho!” Das macht doch schon mal richtig Lust auf das Bier. Nur die Formulierung “rot wie Franken” verstehe ich nicht so richtig. Bei der letzten Bundestagswahl hat die CSU sämtliche Direktmandate in Franken errungen. Ich sehe Franken eher als schwarz. Aber hier geht es ja um das Bier.

Wenn die Brauerei das Kupferrot als sagenhaft beschreibt ist das nicht übertrieben. Dazu eine durchschnittlich große Krone aus sahnigem beigem Schaum, die sehr lange erhalten bleibt.

Sagenhaft ist auch das Aroma. Düfte nach Malz, Toffee und etwas Waldhonig steigen mir in die Nase. Dazu kommt eine überwältigende Fruchtigkeit. Südfrüchte, Zitrus, Ananas, rote Beeren und Cassis verwöhnen meine Nase. Ich kann die Nase gar nicht vom Glas nehmen um den ersten Schluck zu nehmen. Dabei macht das Aroma Lust auf den ersten Schluck.

Dann ist es so weit – ich nehme den ersten Schluck. Der erste Kontakt mit der Zunge zeigt eine stiltypische Süße, passend zur sehr feinperligen Kohlensäure, die für eine angenehme Frische sorgt. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider, die ich bereits in der Nase wahrgenommen habe und es kommt sogar noch der Geschmack nach Grapefruit dazu. Aber auch der Malzkörper kommt auf der Zunge zu seinem Recht. Auffällig ist, dass bereits auf der Zunge auch eine ordentliche Bittere zu schmecken ist. Malz und Hopfen stehen in einem sehr guten Verhältnis zueinander. Ich wundere mich, dass die 7,3 Volumenprozent Alkohol nicht zu schmecken sind, so perfekt verstecken sie sich hinter Hopfen und Malz. Das Bier ist mit seinem cremigen und weichen Mundgefühl einfach angenehm zu trinken. Im Abgang kommt kurz der Geschmack nach Ananas in den Vordergrund und anschließend dominiert das freundliche Bitter den langen Nachklang.

Der Gestopfte Bär weiß zu überraschen. Er sticht deutlich aus der Menge der Bockbiere heraus. Dabei hat er viel Charakter und ist in der Lage, auch Konsumenten zu überzeugen, die normalerweise den Bockbieren eher ablehnend gegenüberstehen. Meine Ehefrau gehört zu dieser Gruppe und selbst sie war bärig begeistert.

Erhältlich ist der Gestopfte Bär im Onlineshop von Maisel & Friends. Aber wie bei jedem Sondersud gilt: wenn weg dann weg.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (u.a. Hallertauer Saphir, Topaz, Vic Secret, Ariana), Hefe

Alkoholgehalt:

7,3 % Vol.

Stammwürze:

16,8° Plato

Bittereinheiten:

50 IBU

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

gemeinsam mit:

Brauerei Schanzenbräu
Proeslerstr. 3
90431 Nürnberg
www.schanzenbraeu.de

Weihenstephaner Hefeweißbier Alkoholfrei

Jetzt steht mal wieder ein Bier aus Weihenstephan vor mir, passend zur andauernden Hitze in diesem Jahr das alkoholfreie Hefeweizen. Die Brauerei beschreibt das Bier wie folgt: “Unser satt-goldgelbes “Hefeweißbier Alkoholfrei” schmeckt, wie ein Premiumweißbier schmecken muss. Spritzig, frisch und vollmundig, mit Nuancen von Gewürznelken und Honig sowie einer feinen Hefenote. Der einzigartige Weißbiergeschmack wird durch ein in Zusammenarbeit mit der TU München-Weihenstephan entwickeltes Verfahren erreicht: Die Obergärung wird nicht während des Gärprozesses unterbrochen – das Bier erhält die gesamte Zeit zu reifen. Erst nach der vollen Entwicklung wird der Alkohol schonend entzogen. Ein erstklassiger Durstlöscher nach dem Sport oder ein guter Begleiter zu leichten Sommerspeisen, süß-sauren Gerichten oder zu Fruchtsorbets. Gebraut mit der Jahrhunderte währenden Biertradition am Weihenstephaner Berg.” Na, dann wollen wir mal sehen.

Golden und hefetrüb mit sahniger Schaumkrone präsentiert sich das Bier im Glas. Der Schaum bleibt lange erhalten. Damit macht die Optik schon mal eine gute Figur.

Das Aroma ist stiltypisch. Düfte nach Banane, Nelke und Hefe steigen mir in die Nase. Nichts Überraschendes, aber nicht schlecht.

Der Antrunk ist recht trocken und durch die großzügig bemessene Kohlensäure spritzig. Nach diesem guten Anfang lässt das Bier leider nach. Der Körper ist sehr schlank und die Hefe ist der kräftigste Geschmack. Der Abgang ist wenig bitter und er klingt nur kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, dunkles und helles Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Perle, Hallertauer Magnum), Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

12,7 % vor Alkoholentzug

Bittereinheiten:

14 IBU

Brauerei:

Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan
Alte Akademie 2
D-85354 Freising
www.weihenstephaner.de

Spaten Oktoberfestbier

Das Oktoberfest in München steht mal wieder vor der Tür und so ist es auch für mich an der Zeit, mal wieder ein Oktoberfestbier zu verkosten. Allerdings muss ich zugeben, dass ich gegenüber dem Oktoberfest so meine Vorurteile habe. Ich war bereits mehrfach während der Oktoberfestzeit in München, habe die Wiesn aber immer gemieden. Oktoberfest bedeutet für mich, dass in München die Hotelpreise explodieren und es deutlich mehr Betrunkene in den Straßen gibt (letzteres wurde mir von mehreren Gastronomen bestätigt, die während der jährlich stattfindenden Veranstaltung kaum etwas zu tun haben). Andererseits habe ich auch die Menschenströme gesehen, die zur Wiesn strömen. Irgendetwas muss das Event besonders machen. Ich glaube, wenn ich wieder einmal zur Zeit des Oktoberfests nach München fahre und auch die nötige Zeit aufbringen kann, werde ich mich einmal auf dem Festgelände umsehen und versuchen, das Geheimnis dieser Münchner Besonderheit zu ergründen. Aber jetzt bleibe ich erst einmal beim Bier und hoffe, dass ich trotz meiner Vorurteile eine halbwegs ordentliche Beschreibung zustande bringe.

In recht hellem Gold und beinahe blass präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittliche gemischtporige Schaumkrone, die aber lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist süß und würzig. Eigentlich nicht schlecht, aber irgendwie fehlt mir das Besondere. Der Duft ist einfach 08/15. Es gelingt dem Aroma nicht, mich zu begeistern.

Der erste Eindruck auf der Zunge wird durch eine recht kräftige Süße geprägt, was für sich noch ein Manko wäre, aber die Kohlensäure ist doch sehr zurückhaltend dosiert. Auch wenn die Kohlensäure sehr feinperlig und mild ist, fehlt dem Bier in dieser Kombination die Frische. Schnell gesellt sich ein für ein Märzen überraschend kräftiges Bitter dazu, das leider von keinerlei Fruchtigkeit begleitet wird. Im Abgang lässt das Bitter nach und der Nachklang ist nur kurz.

Mich kann das Oktoberfestbier nur sehr bedingt begeistern. Es ist süffig und lässt sich gut “hinter die Binde kippen”, aber ein wirklicher Genuss sieht für mich anders aus. Wenn es Ziel der Brauerei war, ein Bier zu brauen, das in Massen getrunken werden kann, ohne dass irgendjemand auf die Nuancen des Geschmacks achtet, dann hat sie dieses Ziel aber exakt erreicht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

5,9 % Vol.

Stammwürze:

13,7 %

Brauerei:

Spaten-Franziskaner-Bräu GmbH
80335 München
www.spatenbraeu.de

Veto Weißer Hai

Bereits bevor ich die Flasche, die jetzt vor mir steht, öffne, weiß ich, dass mir der Weizenbock gefallen wird. Bislang haben mir alle Biere aus der Hopferei Hertrich, die ich bislang getrunken habe, sehr gut gefallen. Außerdem Ich hatte den Weißen Hai bereits einmal getrunken; damals war er allerdings vom Fass. Und letztendlich hat dieser Weizenbock bei Meininger’s International Craft Beer Award 2018 die Goldmedaille gewonnen. Was soll da schon schiefgehen?

Bevor ich die Flasche öffne will ich aber noch einige Worte zum Bierstil des Weißen Hai verlieren. Der Weizenbock ist ein Weizenbier, das mindestens 16° Plato Stammwürze hat, also ein stärker eingebrautes Weizenbier. Als Weizenbier werden Biere bezeichnet, die mit mindestens 50% Weizenmalz gebraut wurden. Häufig wird Weizenbier auch als Weizen, Weißes oder Weiße bezeichnet. “Weizen” und “weiß” besitzen denselben etymologischen Ursprung. Weizenbiere werden obergärig gebraut. Jetzt ist es aber an der Zeit, mit dem Test zu beginnen.

Orange-gelb mit einem Rotstich präsentiert sich das Bier im Glas. Sofort fällt mir auch auf, dass dieses Bier sehr viel Hefe enthält. Es bildet eine durchschnittliche Blume aus sahnigem Schaum, der sehr lange erhalten bleibt. Ein Weizenbock wie gemalt.

Das Aroma gefällt mir genauso gut wie die Optik. Düfte nach Hefe, Sauerteig, überreifer Banane, Nelken und roten Früchten steigen mir in die Nase. Dieses komplexe Aromaprofil macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Bereits der erste Kontakt mit der Zunge ist fruchtig und spritzig. Banane und Hefe prägen den ersten Eindruck. Aber das ist erst der Anfang. Auf der Zunge bildet sich die angenehme Süße der Banane, dazu eine fruchtige Säure. Aber da ist noch mehr. Die komplexen Geschmacksnuancen sind aber so subtil, dass ich sie nicht genau identifizieren kann. Ich denke, das muss jeder für sich selbst herausfinden. Auf jeden Fall ist der Weiße Hai sehr mild und mit wenigen Bitterstoffen. Auch der Abgang ist mild. In der Kehle zeigt sich eine leichte Fruchtigkeit, die ich jetzt als die dunklen Früchte identifiziere, die mir bereits im Aroma aufgefallen sind. Ich meine, Blaubeeren und Brombeeren zu erkennen. Der Geschmack klingt am Gaumen noch lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Weizenmalz, Gerstenmalz ((Münchner, Pilsner, Caramelmalz), Hopfen (Hallertauer Comet, Hallertauer Mittelfrüh), Hefe

Alkoholgehalt:

6,8 % Vol.

Stammwürze:

16,6° Plato

Bittereinheiten:

35 IBU

Brauerei:

Hopferei Hertrich
Brückkanalstr. 33
90537 Feucht
www.hopferei.de

Veto Zwickelhahn

Der “Zwickelhahn” ist eine Zapfvorrichtung im Lagertank, um Proben des reifenden Bieres zu nehmen. Der “Zwickelhahn”, also ein kleiner Probehahn am Lagertank, ermöglicht dem Braumeister während der Ausreifung des Gerstensaftes sein Bier zu verkosten, bevor es in Flaschen oder Fässer abgefüllt wird.

Die Benutzung ist nur den Brauern vorbehalten – das Bier ist noch nicht versteuert -, um ein frisches, nicht filtriertes Bier direkt aus dem Tank zu zapfen. Das Zwickeln gehört zu den Lieblingsbeschäftigungen aller Bierbrauer. Der Zwickelhahn ist auf etwa einem Drittel der Tankhöhe angebracht. Wenn am Zwickelhahn kein Bier mehr zu entnehmen ist, dann ist es ein wirklich guter Sud.

Um unkontrolliertes Öffnen des Probehahnes, meist eines Kükenhahnes, zu vermeiden, hatte das Hahnküken keinen Griff, sondern nur einen Schlitz für die Bedienung mit einem Schraubenzieher. Statt eines Schraubenziehers lässt sich auch eine Münze verwenden, am besten eignete sich dafür früher ein Zweimarkstück, häufig auch Zwickel genannt. So kam der Zwickelhahn zum seinem Namen. Nach ihm ist das Bier benannt, das jetzt vor mir steht.

Wunderbar golden zeigt sich das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittliche cremige Schaumkrone, die anfangs recht flott in sich zusammenfällt, aber ein Rest bleibt lange erhalten. Mich wundert, dass das Bier klar ist, es wirkt wie gefiltert. Ich hätte von einem Zwickelbier eigentlich eine Hefetrübung erwartet.

Das Aroma gefällt mir sehr gut. Mir steigen Karamellnoten in die Nase, dazu etwas dunkler Honig, Rosinen und einige Kräuterdüfte.

Der erste Eindruck auf der Zunge ist eine zurückhaltende Süße, gepaart mit der passenden Menge Kohlensäure. Unterstützt wird der Geschmack durch einige florale Noten. Schnell kommt eine Fruchtigkeit dazu, die mich überrascht, weil ich sie im Aroma nicht festgestellt habe. Im nächsten Moment kommt ein freundliches und gut abgestimmtes Bitter dazu. Im Abgang verstärkt sich das Bitter kurz, geht dann aber auch schnell wieder etwas zurück. Der Rest klingt lange nach.

Der Zwickelhahn ist ein Bier, das wirklich überraschen kann.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Münchner, Pilsner, Caramellmalz), Hopfen (Hersbrucker Spät, Hallertauer Tradition, Opal), Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12,9° Plato

Bittereinheiten:

35 IBU

Brauerei:

Hopferei Hertrich
Brückkanalstr. 33
90537 Feucht
www.hopferei.de

Steph Weiss

Die beiden Geschäftspartner Rui Esteves und Bradley Armitage waren mit dem Bier, das sie in ihrer Heimat Kapstadt bekamen, nicht zufrieden. Sie machten sich kurzerhand auf nach Europa. Ihr Ziel war es gutes, handwerklich gebrautes Bier nach Afrika zu holen. Gebraut wird heute in Bayern bei vier verschiedenen kleinen bis mittelgroßen, familiengeführten Brauereien. Das Engagement der beiden hat sich ausgezahlt, denn heute sind ihre Biere in ganz Südafrika und in vielen Biershops Europas erhältlich. Aus dem Sortiment der beiden Brauer steht jetzt das Steph Weiss vor mir, ein Hefeweizen.

Rotgolden fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet es eine für ein Hefeweizen relativ kleine Schaumkrone, die aber feinporig ist und lange erhalten bleibt. Nachdem sich das Bier beruhigt hat, stelle ich fest, dass es recht wenig Hefe enthält.

Fruchtige Aromen steigen mir in die Nase. Ich rieche Banane, Grapefruit und Zitronenschale, unterstützt durch den Duft nach Gewürznelken. Wow, was für ein Hefeweizen.

Der Antrunk ist leicht süß und frisch. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Bitterstoffe sind nur sehr wenig vorhanden. Trotzdem ist das Bier vollmundig, rund und ungeheuer süffig. Erst im Abgang kommen die Bitterstoffe kurz in den Vordergrund. Der Geschmack klingt nur kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hefe, Hopfen

Alkoholgehalt:

5 % Vol.

Stammwürze:

12,0° Plato

Bittereinheiten:

20 IBU

Brauerei:

Brewers & Union UG
Ganghofer Straße 31
80339 München
www.andunion.com

Dieses Bier können Sie ab 12 Flaschen oder einem Bestellwert von mindestens 49 Euro (auch gemischt) versandkostenfrei online bestellen:

Braukatz Golden Cat

Nun steht die letzte Flasche vor mir, die mit Braukatz geschickt hat. Na ja, so ganz stimmt dieser Satz nicht, in der Sendung war auch eine Flasche Dark Cat, aber die war leider zerbrochen. Das ist schon recht erstaunlich, denn ich hatte vorher noch nie ein Paket erhalten, das so gut gepolstert war. Da muss jemand bei Hermes wirklich derbe mit dem Paket umgegangen sein. Schade. Aber kommen wir zur Golden Cat.

Im Glas macht die Golden Cat ihrem Namen alle Ehre, denn sie strahlt mir in einem intensiven Gold entgegen. Darüber eine durchschnittlich große Krone aus sahnigem Schaum, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist malzbetont, lediglich aus dem Hintergrund kommt ein leichter herber Ton vom Hopfen. Er ist aber so diskret, dass ich ihn nicht näher identifizieren kann.

Der erste Eindruck auf der Zunge ist eine ordentliche Frische, die durch eine reichlich dosierte Kohlensäure sowie eine zurückhaltende Süße unterstützt wird. Schnell kommt ein leichtes freundliches Bitter dazu und die Süße wird etwas kräftiger. Mann, ist dieses Bier süffig. Der Abgang ist wenig bitter, aber er klingt trotzdem recht lange nach.

Wenn Sie ein Liebhaber milder und charakterstarker Biere sind, werden Sie sich in dieses Bier verlieben.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

12,2 %

Bittereinheiten:

12 IBU

Brauerei:

Post-Brauerei Nesselwang
Karl Meyer
Hauptstr. 25
87484 Nesselwang
http://www.brau-manufactur-allgaeu.de/

5,1 % vol. alc

Stammwürze 12,2 %

Bittereinheiten: 12 IBU