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Twin Peak

Wieder einmal ist ein Paket von Maisel mit einer Flasche Bier bei mir eingetroffen, dem Twin Peak. Es handelt sich dabei um das Siegerbier des ersten Hobbybrauerwettbewerbs, den die Brauerei Maisel & Friends gemeinsam mit der BrauBeviale ausgerichtet haben. Entwickelt hat diesen Weizen-Doppelbock Max Luttner, ein Polizeibeamter aus Schrobenhausen. Dieser profitierte vom Know How seines Sohnes, der Brauer gelernt hat. Teil des Preises war, dass er sein Siegerbier auf der 25 hl-Anlage bei Maisel & Friends brauen durfte. Und so hat eine Flasche auch den Weg zu mir nach Essen gefunden.

Der Sondersud strahlt nach Bernstein und bildet viel festen Schaum, der lange erhalten bleibt. Auffällig ist die viele Hefe, die das Bier enthält.

Intensive Aromen nach Banane verwöhnen meine Nase, unterstützt durch Noten nach Nelken und Vanille. Zusammen mit der hervorragenden Optik kann ich mir bereits jetzt vor dem ersten Schluck vorstellen, weshalb dieses Bier den Wettbewerb gewonnen hat.

Der Antrunk ist süß und fruchtig. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Der Alkohol ist sehr gut eingearbeitet und das Bier ist vollmundig. Auch der Abgang ist durch den Bananengeschmack geprägt. Bitterstoffe sind so gut wie nicht vorhanden.

Dieses süffige Bier überrascht dadurch, dass es keine Überraschungen bietet. Von Anfang bis Ende dominiert das Bananenaroma der Hefe. Dabei wird es aber niemals langweilig. Obwohl das Twin Peak nicht sonderlich komplex ist, passt es doch zu sehr vielen Speisen. Nicht nur zu einem süßen Pfannkuchen mit Früchten lässt es sich genießen, auch zu mit Curry gewürzten Speisen kann ich es mir vorstellen, genau wie zu Fisch oder Geflügel. Ein Bier wie dieses möchte ich häufiger vor mir haben.

Und wie gesagt: Es handelt sich um einen Sondersud. Wenn er weg ist, ist er weg. Dann gibt es ihn nicht wieder. Derzeit gibt es das Bier aber im Brauereishop in Bayreuth sowie unter www.flaschenfreund.de.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen (Bavaria, Mandarina, Hallertauer Smaragd, Münchner Malz), Hefe

Alkoholgehalt:

7,8 % Vol.

Stammwürze:

18,5° Plato

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Paulaner Oktoberfest Bier

Das Oktoberfest in München gilt als das größte Bierfest der Welt. Eine Besonderheit des Oktoberfestes ist, dass nur sechs Brauereien aus München auf der Wiesn ausschenken dürfen. Neben Augustiner, Hacker Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu und Spaten gehört auch Paulaner zu diesem illustren Kreis. Auch wenn das diesjährige Oktoberfest schon einige Zeit vergangen ist, steht jetzt das Oktoberfest Bier von Paulaner vor mir.

Hellgold strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber bildet sich leicht überdurchschnittlich viel feinporiger Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert, unterstützt durch einige würzige Noten des Hopfens. Damit ist das Aroma nicht sonderlich komplex, aber durchaus angenehm. Dazu trägt auch bei, dass dieses Bier ohne Hopfenextrakt gebraut wird.

Beim ersten Kontakt mit der Zunge zeigt sich eine leichte Süße, die durch recht wenig sehr feinperlige Kohlensäure begleitet wird. Das Bier erzeugt ein volles Mundgefühl. Dabei kommt ein leichtes Bitter zum Vorschein. Im Abgang wird das Bitter etwas stärker, es klingt aber nur kurz nach.

Das Paulaner Oktoberfest Bier lässt sich gut trinken. Es ist wirklich nicht schlecht, aber auch kein großer Genuss. Es ist eher für das Trinken großer Mengen geeignet.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Brauerei:

Paulaner Brauerei Gruppe GmbH & Co. KGaA
Ohlmüllerstr. 42
81541 München
www.paulaner.de

Maisel&Friends Hoppy Amber Mosaic

öööööööööö

Wieder einmal kam bei mir ein Paket aus Bayreuth an. Inhalt: eine Flasche Hoppy Amber Mosaic, ein Imperial Amber Ale. Und zu diesem Bier gibt es auch eine Geschichte, die die Brauerei auf ihrer Website erzählt und die ich hier unverändert übernehme: “Das Licht der Welt erblickte dieses Bier eigentlich durch Zufall. Ursprünglich wollten unsere Braumeister ein helles Bier mit deutlicher Bittere brauen, das ist aber nicht so ganz gelungen. Zum Glück!

Also lag das Bier im Tank und wartete auf seine weitere Bestimmung. Zum Tag des Bieres im April 2016 wollten wir in unserer Gastronomie Liebesbier ein besonderes Bier an den Hahn bringen und so haben wir dem “missglückten Bier” eine neue Chance gegeben und es doch noch einmal verkostet. Die lange Reifezeit hat unserem Hoppy Amber Ale mehr als gut getan, denn plötzlich schmeckte es uns fantastisch!

Das Hoppy Amber Ale bekam auch von allen Verkostern einen so überragenden Zuspruch, dass wir es selbst kaum fassen konnten. Nicht nur die Gäste im Liebesbier fanden es toll, wir hatten es auch bei den CRAFT BEER DAYS 2016 in Hamburg dabei und es war binnen kürzester Zeit der Festival-Geheimtipp. Also haben wir es 2017 nochmals gebraut und wieder kam es supergut an. Seitdem ließen die Fans des Bieres nicht locker und baten uns, das Hoppy Amber doch bitte auch mal in die Flasche zu bringen. Tadaaaaa! Hier ist es also in der 0,33 l Flasche, aber auch bei der Neuauflage streng limitiert.” Na, da muss der Braumeister ja mal wieder etwas ganz Besonderes gezaubert haben. Mal sehen, ob ich das auch so empfinde.

Seinen Namen hat das Bier zu Recht. Wunderbar bernsteinfarben strahlt es mir aus dem Glas entgegen mit einer großen dichten und stabilen Schaumkrone, die auch sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma tropischer Früchte steigt mir in die Nase. Ich rieche Düfte nach tropischen Früchten, Mango und roten Früchten. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der erste Kontakt mit der Zunge zeigt die Süße und Spritzigkeit des Bieres. Aber erst als sich das Bier im Mund verteilt und erwärmt lässt es seine Muskeln spielen. Im cremigen Mundgefühl spiegeln sich die Aromen wider, die bereits meine Nase verwöhnt haben. Fast wie Marmelade präsentiert sich das Bier jetzt mit dem Geschmack nach Karamell, Grapefruit, Mango und Himbeeren. Die Intensität ist beeindruckend. Im Abgang wird das Bier trockener und das Bitter verstärkt sich. Der Abgang klingt lange nach.

Zum Hoppy Amber Mosaic passt gut ein süßer Pfannkuchen mit Blaubeeren. Aber auch dieses Bier sollte schnell gekauft werden, denn: wenn weg, dann weg.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Citra, Amarillo, Columbus, Perle, Ella, Wai-iti, Bramling Cross, Herkules, Mosaic), Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Stammwürze:

18,5° Plato

Bittereinheiten:

50 IBU

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Neumarkter Lammsbräu Festbier Winter

Ich meine mich zu erinnern, dass Neumarkter Lammsbräu die größte Brauerei Deutschlands ist, die ausschließlich mit Rohstoffen aus kontrolliert biologischem Anbau braut. Auch wenn ich mir da nicht vollkommen sicher bin, gehört die Brauerei auf jeden Fall zu den ganz großen in der Bio-Nische. Außerdem verwendet die Brauerei nicht die Rohstoffe nach EU-Bio, das eher ein “Bio Light” ist, sondern die Brauerei ist von Naturland zertifiziert, verwendet also “echtes” Bio. Besonders beeindruckt mich aber, dass die Brauerei sich noch weitere Regeln auferlegt hat:

  • Die Rohstoffe stammen aus biologischem Anbau. Na gut, dass ist für eine Bio-Brauerei selbstverständlich.
  • Lammsbräu verwendet ausschließlich die vollständigen Dolden von Aromahopfen-Sorten. Das geht schon über das Übliche hinaus. Häufig wird Bier mit Pellets gebraut. Damit nimmt die Brauerei einige zusätzliche Mühen in Kauf, da der Hopfen in jedem Sack einen etwas anderen Gehalt an Alphasäuren und Hopfenölen enthalten kann. Außerdem ist die Lagerhaltung aufgrund des höheren Volumens des Hopfens aufwändiger.
  • Das Getreide wird eigens von Lammsbräu gemalzt. Dabei wird durch eine indirekte Beheizung eine Nitrosaminbildung verhindert.
  • Das Bier wird schonend gebraut. Dabei verzichtet die Brauerei sowohl auf Schnellgärverfahren als auch auf Aktivkohlefilter für die Entfernung missliebiger Geschmacksstoffe als auch auf die Einstellung der Farbe durch Röstmalzextrakt.
  • Das Bier wird nicht künstlich haltbar gemacht. Das bedeutet, dass auf den Einsatz von Polyvinylpolypyrrolidon (PVPP) oder Kieselsäurepräparate (Stabilisierungsmittel) zur Verlängerung der Haltbarkeit verzichtet wird.
  • Das Bier wird ausschließlich in Mehrwegverpackungen abgefüllt.

Soweit die Theorie; jetzt ist es an der Zeit, dass wir die Flasche zu öffnen und uns mit dem Festbier Winter zu beschäftigen.

Bernsteinfarben fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittliche Krone aus größtenteils feinporigem Schaum, die lange erhalten bleibt.

Das Malz dominiert das Aroma. Düfte nach Karamell steigen mir in die Nase, unterstützt durch den Duft des Hopfens, der Noten nach Gras und Blumen zusteuert. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Als erstes macht das Bier auf der Zunge einen vollmundigen und runden Eindruck. Die mäßige Süße korrespondiert gut mit der sehr feinperligen Kohlensäure. Schnell kommt ein mildes Bitter dazu und das Bier macht ein fast cremiges Mundgefühl. Jetzt stelle ich noch eine leichte Fruchtigkeit fest, die für einen ausgewogenen Geschmack sorgt. Das wird durch den gut eingearbeiteten Alkohol unterstützt. Im Abgang wird das Bier etwas trockener. Mit seinem leicht bitteren Geschmack sorgt es für einen mittleren Nachklang.

Das Neumarkter Lammsbräu Festbier Winter trägt seinen Namen zu Recht; es passt gut zu winterlichen Gerichten wie Wildbraten, aber auch zu Geflügel.

Zutaten:

Mineralwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Stammwürze:

13,6 %

Brauerei:

Neumarkter Lammsbräu
Gebr. Ehrnsperger KG
Amberger Str. 1
D-92318 Neumarkt
www.lammsbraeu.de

CREW Republic Roundhouse Kick

Die Brauerei CREW Republic aus Unterschleißheim steht im Allgemeinen für ehrliche, handwerklich gebraute und geschmacklich außergewöhnliche Biere. Damit schafft das Team ein Zuhause für alle, denen “Standardbiere” nicht genug sind. Jetzt steht das Roundhouse Kick vor mir, ein Imperial Stout.

Absolut blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Es entwickelt sich nur wenig mittelbrauner Schaumgemischtporiger Schaum, der sich sehr schnell auflöst. Würde der Schaum länger erhalten bleiben, würde mir das Bier richtig gut gefallen.

Meiner Nase gefällt das Bier schon erheblich besser, denn hier kommt der erste Kick. Düfte dunkler Schokolade, nach Kaffee und Karamell schmeicheln ihr, unterstützt durch den Duft dunkler Früchte. Ich meine, Kirschen und Pflaumen wahrzunehmen. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Samtweich umschmeichelt das Roundhouse Kick meine Zunge mit seiner Malzsüße. Die Kohlensäure ist sehr feinperlig, aber auch recht knapp dosiert. Da hätte ich mir mehr gewünscht. Dafür gefällt mir aber der Geschmack nach dunklen Früchten und Trockenfrüchten, bevor die Röstaromen mich mit dem Geschmack nach dunkler Schokolade und Espresso begeistern. Der Geschmack der 9,2 Volumenprozente Alkohol hält sich diskret im Hintergrund und zeigt sich gerade soweit, dass er den Geschmack des Malzes unterstützt. Jetzt kommt ein ausgewogenes Bitter dazu. Was für ein Bier. Auch im Abgang drängen sich zunächst die Röstaromen in den Vordergrund, bevor im Nachklang der Hopfen wieder zu seinem Recht kommt.

Das Roundhouse Kick ist ein Imperial Stout, das zu überraschen weiß. Obwohl – etwas anderes hätte ich von Crew Republic auch nicht erwartet.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Chocolate Malt, Karamellmalz, Röstmalz), Hopfen (Columbus, Tradition), Hefe

Alkoholgehalt:

9,2 % Vol.

Bittereinheiten:

71 IBU

Brauerei:

CREW Republic Brewery GmbH
Andreas-Danzer-Weg 30
85716 Unterschleissheim
www.crewrepublic.de

Dieses Bier können Sie ab 12 Flaschen oder einem Bestellwert von mindestens 49 Euro (auch gemischt) versandkostenfrei online bestellen:

Augustiner Weissbier

Bereits seit Beginn des 14. Jahrhunderts wurde in München von den Augustiner-Mönchen in München eine Brauerei gegründet. Im Jahr 1328 wurde sie erstmals namentlich erwähnt. Dieses Jahr kann also als das Gründungsjahr der Augustiner-Brauerei gelten, aus der jetzt ein Hefeweißbier vor mir steht.

Bernsteinfarben und ordentlich hefetrüb ergießt sich das Bier ins Glas. Die feste Schaumkrone ist für ein Weizenbier vergleichsweise klein, aber sie bleibt lange erhalten.

Düfte nach Hefe, Banane und Nelken steigen mir in die Nase. Damit enthält der Duft des Augustiner Weissbier die stiltypischen Duftnuancen, ohne dass es mich überrascht.

Der Antrunk ist frisch, fruchtig und spritzig, außerdem mit erstaunlich wenig Malzsüße. Schnell kommt die Hefe in den Vordergrund und verdrängt die Fruchtigkeit. Erst im Abgang kommt ein leichtes Bitter durch, aber auch hier überwiegt die Fruchtigkeit. Trotzdem klingt der Geschmack vergleichsweise lange nach.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Brauerei:

Augustiner-Bräu Wagner KG
Landsberger Straße 31-35
80339 München
www.augustiner-braeu.de

Veto Lammbock

Wieder einmal steht ein Bier von Ralph Hertrich vor mir. Diesmal hat er ein dunkles Bockbier kreiert. Da die anderen Biere aus Feucht alle von hervorragender Qualität waren, gehe ich an diese Verkostung mit sehr hohen Erwartungen. Die Erwartungen werden noch weiter gesteigert, als ich auf das Rückenetikett der Flasche sehe. Obwohl Bockbiere eigentlich ihren Geschmack aus dem Malz gewinnen, hat Ralph auch bei diesem Bock richtig gute Hopfensorten verwendet. Zusammen mit den drei verwendeten Malzen wird das wohl ein richtig guter Bock sein. Jetzt ist aber an der Zeit, die Flasche zu öffnen.

Mahagonifarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist durchschnittlich groß, sahnig, hellbraun und bleibt lange erhalten. Optisch ist der Lammbock ansprechend.

Düfte nach Karamell, frischem Brot und Waldhonig steigen mir in die Nase. Dabei ist das Aroma recht süß und verdrängt die Röststoffe des dunklen Malzes weitgehend. So weit ist es ziemlich normal für ein dunkles Bockbier. Herausragend aus der Masse der dunklen Böcke ist aber der Duft nach Trockenfrüchten, vornehmlich Rosinen sowie einem Hauch Haselnuss, der vom Hopfen stammt.

Wie erwartet fällt der Antrunk ziemlich süß und auch recht intensiv aus. Die extrem feinperlige Kohlensäure nimmt dem Lammbock aber die Schwere und sorgt für eine angenehme Frische. Auf der Zunge kommen dann die Röststoffe leicht in den Vordergrund und sorgen mit einer leichten Fruchtigkeit für ein volles Mundgefühl. Fast meine ich, den Geschmack von Rübenkraut festzustellen. Der Abgang ist leicht rauchig und mild, die leichte Fruchtigkeit bleibt bestehen und klingt lange nach.

Der Lammbock ist ein ungewöhnliches Bier, das sich wohltuend aus der Masse der Bockbiere abhebt. Am Bier, das sich sehr gut als Begleitung zu Wild eignet, ist in meinen Augen nichts auszusetzen. Aber Ralph hat bei der Beschreibung des Lammbock auf seiner Website doch glatt noch einen Bock geschossen: “Dieser Bock ist die Deluxe-Version. Dieser Bock ist die “Jakobs Krönung” des Bockbiers” Ja, was den nun? Deluxe oder Jakobs Dröhnung? Ich tendiere zu ersterem. Zu Jakobs-Kaffee gibt es mit Sicherheit bessere Alternativen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Münchner, Pilsner, Wiener, Karamell, Rauch), Hopfen (Hallertauer Mittelfrüh, Hersbrucker Spät, Spalter Select, Enigma, Merkur), Hefe

Alkoholgehalt:

7,3 % Vol.

Stammwürze:

17,9° Plato

Bittereinheiten:

33 IBU

Brauerei:

Hopferei Hertrich
Brückkanalstraße 33
90537 Feucht bei Nürnberg
www.hopferei.de

Poculator

Jetzt steht ein Bier mit Tradition vor mir. Das FürthWiki schreibt dazu: “Der Poculator ist ein Doppelbock-Starkbier und wurde 1884 zum ersten Mal von Johann Geismann gebraut. Unter Poculator versteht man auch die gleichnamigen Feste im Geismannsaal anläßlich der Ausschank des berühmtesten Fürther Bieres … Der 1883 – 1884 von Johann Geismann in dessen Brauerei kreierte Doppelbock trug anfänglich den Namen “Salvator”, in Rechtsstreitigkeiten setzte die Münchner Paulaner-Brauerei vor Gericht durch, das Wort sei keine Gattungs- sondern eine Markenbezeichnung. So ging man offiziell zur Bezeichnung “Frühlings-Doppelbier” über, während die Bevölkerung weiterhin vom “Salvator” sprach, ehe man 1913 die Bezeichnung “Poculator” einführte. Obwohl auch zu Patrizier-Zeiten lange nach den Fusionen noch weiter Poculator gebraut worden war ging mit dem Abriss des Geismannsaals auch der Poculator unter, da Saal und Starkbierfest zu einer Einheit geworden waren … Erst ab dem Jahr 2006 fand auf Initiative von Volker Heißmann und Festwirt Hermann Murr wieder zwei Mal ein Poculator-Fest statt. In Remineszens auf den legendären Geismannsaal trägt das Zelt auf der Fürther Freiheit den Namen “Geismannhalle” und ist mit historischen Fotografien von Geismann -Brauerei und – Saal ausgestaltet.” Ein Bier, das so viel Wirbel verursacht hat, muss doch wohl gut sein. Mal sehen, ob dieses meiner Vorurteile richtig ist.

Fast blickdicht schwarz steht das Bier im Glas. Als ich es gegen das Licht halte, schimmert schwach ein leichtes Kastanienbraun durch. Die recht kleine Schaumkrone ist feinporig, bleibt aber lange erhalten.

Das Aroma ist malzbetont und süßlich. Düfte nach Rübensirup, Karamell, dunkler Schokolade und Trockenfrüchten steigen mir in die Nase.

Der Antrunk ist süß und sirupartig. Die sehr feinperlige Kohlensäure ist so schwach dosiert, dass sie kaum Frische einbringen kann. Die Süße bleibt auch auf der Zunge bestehen. Bitterstoffe sind kaum festzustellen und eine Fruchtigkeit fehlt vollständig. Zwar ist das cremige Mundgefühl recht angenehm, aber das Bier macht keinen ausgewogenen Eindruck. Auch der Abgang ist durch den Malzzucker geprägt, jetzt ist aber auch eine leichte Fruchtigkeit zu schmecken. Der Geschmack klingt durchschnittlich lange nach.

Insgesamt macht das Bier keinen ausgewogenen Eindruck. Mit einem passenden Aromahopfen hätte es mir aber gefallen können.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

7,6 % Vol.

Brauerei:

Klosterbrauerei Scheyern
Schyrenplatz 1
85298 Scheyern
www.klosterbrauerei-scheyern.de

Pepper Pils

Welde und Himbergs Braukunst-Keller haben sich zusammengetan, um das Pepper Pils zu kreieren. Beide Brauereien stehen für gute Biere, so dass ich von diesem Bier etwas Besonderes erwarte. Besonders gespannt bin ich, welche Aromen des rosa Pfeffers dem Bier hinzufügen. Ist es scharf oder fruchtig? Gleich werde ich es wissen.

Bereits beim Einschenken des Bieres steigen mir würzige Noten in die Nase. Das macht das Pepper Pils schon mal sympathisch. Golden bis bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Krone aus feinporigem Schaum, der durchschnittlich lange erhalten bleibt. Bis hierhin haben die Brauer nichts verkehrt gemacht.

Das Aroma ist wahnsinnig komplex. Das hätte ich bei einem Pils in dieser Ausprägung nicht erwartet. Florale Aromen mischen sich mit dem Duft von Zitrusfrüchten und süßen Südfrüchten wie Mangos. Dazu kommt das würzige Aroma des Pfeffers. Der Duft des Malzkörpers wird dabei in den Hintergrund gedrängt. Bei mir steigt die Neugierde, wie sich der Pfeffer in den Geschmack einpasst.

Der erste Eindruck auf der Zunge ist süß und kräftig, die reichlich vorhandene Kohlensäure passt sehr gut dazu. Der Pfeffer liefert vom ersten Moment an eine angenehme Würzigkeit, wobei die Schärfe zwar zu schmecken ist, sich aber nicht in den Vordergrund drängt. Auf der Zunge entwickeln sich die Fruchtaromen. Ich schmecke Zitrusfrüchte, Maracuja und Pfirsich. Insgesamt macht das Pepper Pils einen ausgewogenen und frischen Eindruck. Auch der Abgang ist durch die Fruchtigkeit im Wechselspiel mit den Aromen und der Schärfe des Pfeffers geprägt. Diese Balance bleibt auch im langen Nachklang bis zum Ende erhalten. Auffällig ist die für ein Pils geringe Bitterkeit.

Das Pepper Pils von Welde und Himbergs Braukunstkeller ist kein Bier für jeden Tag. In meinen Augen eignet es sich aber hervorragend als Aperitif. Leider scheint es sich aber um einen Sondersud zu handeln, der nicht nachgebraut wird. Auf der Website von Welde wird dieses Bier jedenfalls nicht (mehr) erwähnt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Rosa Pfeffer

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Weldebräu GmbH & Co. KG
Brauereistr. 1
68723 Plankstadt
www.welde.de

gemeinsam mit

Himburgs Braukunstkeller GmbH
Alexander Himburg
Ehrengutstraße 27
80469 München
www.himburgs.com

Hofmark Pils

Nun steht nach längerer Zeit mal wieder ein Bier vor mir, das aus biologischen Zutaten gebraut wurde. Nun macht der Bio-Anbau das Bier nicht zwangsweise besser, aber wenn eine Brauerei die teuren Rohstoffe verwendet, geht sie in der Regel auch behutsam damit um, lässt dem Bier die Zeit zum Reifen… Diese Faktoren beeinflussen den Preis stärker als die Zutaten und sorgen in der Regel für einen besseren Biergenuss.

Daher weisen die Bio-Brauer meist auch in ihrem Webauftritt darauf hin. Die Brauerei Hofmark aus Loifling in der Pfalz macht da eine Ausnahme. Hier die Infos, die auf der Website zu finden sind: “Fein glänzend und in einem sattem Gold präsentiert sich das schaumgekrönte Pils. Seinen Geruch prägen grüne Noten, dezent nach Wiesenkräutern sowie würzige Hopfenaromen. Es ist angenehm spritzig und sehr erfrischend. Beim Trinken spürt man wie sich nach und nach um den leicht vollmundigen Körper eine intensive, harmonische und feinherbe Bittere aufbaut, welche dann langsam am Gaumen ausklingt.” Diese Beschreibung ist eher auswechselbar und von daher für ein Biobier ungewöhnlich.

Goldgelb und kristallklar strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge feinporiger Schaum, der lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier einen guten Eindruck.

Das Aroma ist malzbetont, unterstützt durch die Düfte grüner Äpfel und Birnen.

Der Antrunk ist frisch und durch die reichlich vorhandene Kohlensäure spritzig. Schnell kommt eine angenehme Bittere dazu. Obwohl der recht kräftige Körper nicht allzu fruchtig ist, macht das Bier einen vollmundigen frischen und süffigen Eindruck. Im Abgang wird das Pils trockener mit einem freundlichen Bitter, das lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz aus kontrolliert biologischem Anbau, Hopfen aus kontrolliert biologischem Anbau

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Bittereinheiten:

21 IBU

Brauerei:

Hofmark Brauerei KG
Hofmarkstraße
93455 Loifling b. Cham
www.hofmark-brauerei.de