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Camba IPA

Camba Bavaria wurde im Jahr 2014 von Meiningers International Award als Craft -Brauer des Jahres ausgezeichnet. 2017 erschien in der Welt ein Artikel, in dem die Redaktion die Brauerei als eine der innovativsten Brauereien beschrieb, gemeinsam mit Maisel & Friends. Diese Beschreibung bezog sich allerdings nicht auf das Bier, sondern auf die Produktion. Die Brauerei beschreibt sich auf ihrer Website wie folgt: “Von der Produktion bis hin zum Vertrieb verfolgen wir gemeinsam ein Ziel: unseren Kunden beste Biere zu bieten – dabei steht der persönliche Kontakt und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit stets an erster Stelle. Unsere Expertise und die Bündelung unterschiedlichster Kompetenzen unter einem Dach zeichnet uns als Brauerei aus. Eine internationale Ausrichtung sowie geballtes Branchen-Know-How, ermöglicht es uns, Kunden aus aller Welt zu beliefern und einen reibungslosen Ablauf zu garantieren.” Na, dann wollen wir doch mal sehen, ob sich so viel attestierte Kompetenz auch im Bier niederschlägt.

Mit seiner dunklen Bernsteinfarbe, die einen deutlichen Rotstich aufweist und der kräftigen Hefetrübung spricht mich das Bier schon mal an. Auch die sich darüber bildende sehr voluminöse und sahnige Schaumkrone lässt mir das Wasser im Munde zusammenlaufen.

Im Aroma halten sich die Fruchtigkeit des Hopfens und der Malzkörper die Waage. Mir steigen Aromen von Mandarinen, Limetten und Ananas in die Nase, gepaart mit dem Karamellduft des Malzes sowie einigen grasigen Noten. Das macht doch richtig Lust auf den ersten Schluck.

Eine leichte Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure prägen den ersten Eindruck dieses Bieres. Für ein IPA geht es überraschend leicht über die Zunge. Die Bitterstoffe halten sich zunächst diskret im Hintergrund, so dass das Bier recht leicht wirkt. Das bleibt aber nicht so. Als sich das Bier im Mund verteilt, kommt der Geschmack nach Grapefruit in den Vordergrund und zieht auch die Bitterstoffe mit sich. Immer noch wirkt das Bier aber frisch und gut trinkbar. Der Abgang ist durch ein freundliches Bitter mit einem langen Nachklang geprägt.

Zutaten

Brauwasser, helle und dunkle Gerstenbraumalze, Hopfen (Mosaic, Cascade, Chinook, Citra), obergärige Bierhefe

Alkoholgehalt

6,6 % Vol.

Stammwürze

15,5 %

Bittereinheiten

62 IBU

Brauerei:

Camba Bavaria
Gewerbering 3
83370 Seeon
www.cambabavaria.de

Dieses Bier können Sie ab 12 Flaschen oder einem Bestellwert von mindestens 49 Euro (auch gemischt) versandkostenfrei online bestellen:

Zombräu Hopfenzupfer

Und wieder einmal steht ein Bier aus der niederbayerischen Brauerei Zombräu vor mir. Der Hopfenzupfer stammt aus der Reihe Mirskofener Mutation. Unter diesem Namen vertreiben die beiden Brauer saisonale und experimentelle Biere, die nur einmal gebraut werden. Wenn sie weg sind, sind sie weg und dieses spezielle Bier wird nie wieder in dieser Form gebraut. Eine Besonderheit dieses Festbieres sei aber auch nicht verschwiegen: es wurde mit frischem Doldenhopfen aus dem eigenen Anbau der Brauer gebaut und mit ebenfalls frischem Hopfen aus der Hallertau kaltgehopft.

Intensiv golden mit minimaler Hefetrübung und viel Kohlensäure präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge größtenteils feinporiger Schaum.

Im Duft mischen sich Karamellaromen mit fruchtigen Noten nach Limone und einem Hauch würziger Düfte. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist mäßig süß, dabei auch frisch und fruchtig. Die Fruchtigkeit nach Zitrus bleibt auch dominant, als ein leichtes freundliches Bitter dazukommt. Das Bier macht auf der Zunge einen ausgewogenen, runden und süffigen Eindruck. Der Abgang ist mild bitter mit einem langen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Stammwürze:

14° Plato

Brauerei:

Zombräu
Obere Sendlbachstr. 19
84051 Mirskofen
www.zombräu.de

Zombräu Motor Oil

Craftbeer-Revolution beschreibt Zombräu so: “Zombräus Mission ist es, der Welt zu zeigen, was Bier alles kann. Niemals aufhören zu experimentieren und niemals aufhören sich zu verbessern. Bier ist für die beiden Brauer Tobi und Basti keine Massenware. Für sie ist Bier so kompliziert und einzigartig, wie das Leben selbst. Und sie wollen dafür sorgen, dass das auch so bleibt.” Ich habe die beiden Brauer vor einiger Zeit in Bayreuth kennengelernt und kann diese Aussagen nur bestätigen. Jetzt steht das Motor Oil vor mir, ein Imperial Stout, das auf dem Etikett ein Versprechen gibt: “Guaranteed Satisfaction”. Ein hoher Anspruch, von dem ich hoffe, dass dieses Bier ihn erfüllt.

Blickdicht schwarz ist das Bier, mit einer durchschnittlichen Menge mittelbraunen feinporigen Schaums, der lange erhalten bleibt. Optisch ist an dem Motor Oil nichts auszusetzen.

Das Bier duftet nach Espresso, Schokolade und Karamell, unterstützt durch einen Hauch Vanille. Das macht schon mal Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist nicht allzu süß und durch die sehr feinperlige Kohlensäure wunderbar frisch. Damit entspricht das Bier nicht meinen Erwartungen, sondern es überrascht mich. Die Überraschung ist aber durchaus positiv. Langsam entwickelt sich aber eine samtige Süße zusammen mit dem Geschmack nach Espresso und Karamell, unterstützt durch ein ordentliches Bitter. Jetzt ist das Bier vollmundig und wärmend, auch der Alkoholgehalt von 7,5 Volumenprozent passt sich gut in das Geschmacksbild ein. Das Bier geht runter wie Öl. Im Abgang kommt die Schokolade mit einem langen Nachklang in den Vordergrund.

Das Motor Öl ist einfach ein tolles Bier, das zu vielen Desserts und anderen Süßspeisen passt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmal (Pilsener Malz, Caraamber, Caraaroma, Röstmalz, Chocolate Malt), Hopfen (Nugget), Hefe

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Stammwürze:

19° Plato

Bittereinheiten:

45 IBU

Brauerei:

Zombräu
Obere Sendlbachstr. 19
84051 zombräu.de
www.zombraeu.com

Das Bier ohne Namen

Das Bier, das ich jetzt testen werde, ist neu. Ganz neu. Wirklich neu. So neu, dass es noch nicht im Handel erhältlich ist. Es ist sogar so neu, dass es noch nicht einmal einen Namen hat. Und so wundert es auch nicht, dass dieses Bier bis heute noch so ganz nackt und ohne Etikett daherkommt.

Einige Infos habe ich aber trotzdem. Maisel & Friends hatte sich vorgenommen, ein Bier zu kreieren, das den klassischen Weißbierkonsumenten anspricht und ihn dabei überrascht. Dieses Bier steht jetzt vor mir. Es handelt sich um einen Weizenbock mit 7,6 Volumenprozent Alkohol. Aber zunächst fällt mir die reichlich vorhandene Hefe auf. Aber Maisel & Friends hätte seinen guten Namen zu Unrecht, wäre nicht auch eine Idee in dem Bier enthalten, die überrascht: Im Gegensatz zu den anderen Weizenböcken wurde dieses Bier noch einer Kalthopfung unterzogen, so dass dieses Bier verspricht, überraschend fruchtig, frisch und süffig zu sein. Soweit die Theorie. Jetzt will ich bei einer Verkostung feststellen, ob dieses Bier seine Versprechen auch einhalten kann.

Beim Einschenken fällt mir zunächst die ungeheure Menge Hefe auf, die in diesem bernsteinfarbenen Bier enthalten ist. Der feinporige Schaum ist nicht sonderlich voluminös und er fällt bis auf einen Rest recht schnell in sich zusammen.

Das Bier duftet intensiv nach Biskuitteig. Düfte nach Zitronen, Grapefruit, Südfrüchten und grünen Früchten steigen mir in die Nase. Die für ein Weizenbier typischen Aromen nach Banane und Nelke halten sich ziemlich im Hintergrund. Nach einer Zeit meine ich auch, einen minimalen Hauch nach Buchenrauch zu riechen, auch wenn dies nicht stiltypisch ist. Dieses komplexe Aroma macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der erste Eindruck auf der Zunge ist die ungeheure Spritzigkeit dieses Bieres, die durch die reichlich vorhandene Kohlensäure zusammen mit einer angenehmen leichten Malzsüße hervorgerufen wird. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen nach Zitrus- und Südfrüchten wider. Zusammen mit der Hefe bildet sich so eine extreme Süffigkeit. Der Abgang enthält fast kein Bitter, aber die Fruchtaromen kommen auch in der Kehle zur Wirkung und sie klingen lange nach.

Das Bier, das noch keinen Namen hat, ist einerseits ein klassischer Weizenbock, der auf der anderen Seite durch die Kalthopfung neu interpretiert wurde. Er kann mit seiner Fruchtigkeit durchaus mit einem belgischen Witbier konkurrieren. Durch seine Vollmundigkeit gefällt es mir sogar noch besser als ein Witbier, und das will etwas heißen.

Ob dieses Bier den klassischen Weißbierkonsumenten, für den “Weißbier wie Weißbier schmecken” muss, ansprechen kann, kann die Brauerei auf jeden Fall besser einschätzen als ich. Aber ich bin mir sicher, dass dieses Bier andere Konsumenten zu Weißbiertrinkern machen kann. Im Sommer kann dieses Weißbier zusammen mit einer bayerischen Brotzeit sicher zu einem meiner Favoriten werden.

Alkoholgehalt:

7,6 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Gebrüder Maisel KG
Hindenburgstraße 9
D-95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Zombräu Macumba

Bei diesem Bier fällt zunächst der etwas merkwürdig anmutende Name auf. Eine kurze Internetrecherche lüftet das Geheimnis aber. Macumba ist eine Voodoo-Technik für die Partnerrückführung. Verschiedene Esoterikanbieter versprechen schnelle und zuverlässige Erfolge. Na ja, wer es glaubt… Hoffen wir mal, dass das Bier einen besseren Erfolg nachweisen kann.

Bernsteinfarben, hefetrüb und mit viel festem Schaum zeigt sich das Macumba im Glas. Der Schaum bleibt lange erhalten, so dass das Bier eine gute Figur abgibt.

Ordentliche Fruchtnoten steigen mir in die Nase. Ich rieche Aromen nach Grapefruit, Mango und Ananas. Aber auch der Malzkörper ist deutlich zu riechen, was mir sehr gut gefällt.

Der Antrunk ist mäßig süß und mir fällt auf, dass die sehr feinperlige Kohlensäure recht knapp dosiert ist. Trotzdem sorgt die Fruchtigkeit, die die Aromen widerspiegelt, für eine ordentliche Frische. Diese wird schnell durch ein kräftiges Bitter ergänzt, später sogar fast überdeckt. Trotzdem bleibt eine angemessene Süffigkeit erhalten. Der Abgang ist durch ein kräftiges Bitter mit relativ langem Nachklang geprägt.

Ich weiß nicht, ob ich das Macumba wirklich als das India Pale Ale bezeichnen soll, das mir am Besten gefällt, aber es befindet sich auf jeden Fall in der Spitzengruppe. Ob es sich für die Partnerrückführung eignet? Eventuell ja, aber auf einen Selbstversuch will ich dann doch lieber verzichten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Caraamber), Hopfen (Nugget, Galaxy, Chinook, Summit), Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

13° Plato

Bittereinheiten:

35 IBU

Brauerei:

Zombräu
Obere Sendlbachstr. 19
84051 Mirskofen
www.zombräu.de

Zombräu Richtfest

Im Jahr 2015 gründeten die Brüder Tobias und Bastian Merches im niederbayerischen Mirskofen die Brauerei Zombräu. Nun haben die beiden mir sechs ihrer Biere für eine Verkostung zugeschickt. Aus dieser Sammlung verkoste ich heute das erste, Richtfest genannt. Dabei handelt es sich um ein helles Bockbier.

Das Richtfest hat eine Besonderheit. Das Etikett wurde in Zusammenarbeit der Brauerei mit dem Fotokünstler Andreas Richter gestaltet. Und dieses Bockbier hat nicht nur ein Etikett. Auf der Website von Zoombräu sind sechs Etiketten für das Richtfest abgebildet.

Cognacfarben mit einem leichten Rotstich und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Ich sehe relativ wenig Kohlensäure. Die Schaumkrone ist durchschnittlich voluminös und mit leichtem Gelbstich. Sie löst sich bis auf einen Rest durchschnittlich schnell auf, aber der Rest bleibt lange erhalten. Optisch ist das Bier schon mal sehr ansprechend.

Das leicht süße Aroma wird durch das Malz mit seinen leichten Röstaromen dominiert. Das ist für einen Bock typisch. Dazu kommen aber noch fruchtige Aromen. Düfte nach Mango und Ananas steigen mir in die Nase. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Im Antrunk fällt zunächst eine ordentliche Süße auf, zusammen mit einer feinperligen Kohlensäure, die deutlich reichlicher dosiert ist als es die Optik offenbart hatte. Damit macht das Bier einen sehr frischen Eindruck. Schnell gesellt sich eine leichte fruchtige Säure dazu. Das Bier macht einen vollmundigen und frischen Eindruck und es ist ungeheuer süffig. Der Abgang zeichnet sich durch in leichtes freundliches Bitter mit einem sehr langen Nachklang aus.

Das Richtfest von Zombräu ist ein sehr leckeres Bockbier, das mit seinen fruchtigen Noten zu überraschen weiß. Die 6,6 Volumenprozent sind dabei gut versteckt, so dass das Bier nicht sprittig wirkt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Cara 20), Hopfen (Nugget, Hallertauer Melon, Vic Secret), Hefe

Alkoholgehalt:

6,6 % Vol.

Bittereinheiten:

30 IBU

Brauerei:

Zombräu
Obere Sendlbachstr. 19
840051 Mirskofen
www.zombräu.de

And Union Friday IPA

Das Friday von And Union nennt sich nicht nur IPA, sondern auf dem Rückenetikett der Flasche wird es als Über IPA bezeichnet, was immer das auch genau heißen mag. Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass es sich um ein IPA handelt und dementsprechend werde ich das Bier auch versuchen zu bewerten.

Rotblond und nur leicht hefetrüb, dafür mit einer durchschnittlich großen feinporigen Schaumkrone zeigt sich das Bier im Glas. Der Schaum hat einen leichten Stich ins Beige und er bleibt lange erhalten. Die Optik ist schon mal sehr ansprechend.

Das Aroma verrät sofort das Pale Ale. Ein kräftiger Malzkörper bildet mit seinem Toffeeduft den Boden für Aromen von Zitrusfrüchten, Pfirsich und Minze.

Der Antrunk ist leicht süß und dabei durch die ordentlich dosierte feinperlige Kohlensäure richtig schön frisch. Schnell gesellt sich ein kräftiges Bitter dazu, so dass die Fruchtigkeit etwas in den Hintergrund tritt. Das Bitter dominiert auch den Abgang, der lange nachklingt.

Das Friday überrascht, überzeugt dabei durch seine Kraft und hohe Trinkbarkeit. Dabei weiß es zu gefallen. Damit zeigt es mir mal wieder, weshalb ich einfach an keinem Bier vorbeikomme, das ich noch nicht kenne.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hefe, Hopfen (Chinook)

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Stammwürze:

16° Plato

Bittereinheiten:

55 IBU

Brauerei:

Brewers & Union UG
Ganghofer Straße 31
80339 München
www.andunion.com

Dieses Bier können Sie ab 12 Flaschen oder einem Bestellwert von mindestens 49 Euro (auch gemischt) versandkostenfrei online bestellen:

Hopfmeister Surfers Ale

Jetzt steht das Hopfmeister Surfers Ale des Münchener Gypsy-Brauers Marc Gallo vor mir. Dieses Bier hat im Jahr 2016 beim International Craft Beer Award von Meininger die Goldmedaille gewonnen. An dieses Bier, das in der Schlossbrauerei Hohenthann gebraut wurde, kann ich also große Erwartungen hegen.

Goldgelb und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge feinporiger Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist fruchtig. Düfte nach Grapefruit, Mandarine und Gras steigen mir in die Nase, unterstützt durch den angenehmen Duft des Malzes.

Der erste Eindruck auf der Zunge ist eher trocken. Leider enthält das Surfers Ale nur wenig Kohlensäure; eine etwas großzügigere Dosierung hätte sicher noch einiges an Frische gebracht. Erst als sich das Bier auf der Zunge verteilt und ein ordentliches fruchtiges Bitter im Mund verteilt, macht das Bier einen frischen und vollmundigen Eindruck. Der Abgang ist überraschend mild bitter und mit langem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Magnum, Cascade, Citra, Simcoe), Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Stammwürze:

12,4 %

Bitterwert:

35 IBU

Brauerei:

HOPFMEISTER Braumanufaktur
Marc Gallo
Kyreinstraße 18
81371 München
www.hopfmeister.de

Hopfenreiter 2018

(Fast) jeder Mensch und auch (fast) jedes Unternehmen hat gewisse Höhepunkte im Jahresablauf, auf die der Mensch oder das Unternehmen hinarbeitet. Maisel & Friends macht da keine Ausnahme. In der Bayreuther Brauerei gehört das erste Wochenende im März zu diesen Highlights. In diesem Jahr wurde an diesem Wochenende der zweite Geburtstag des Liebesbier gefeiert und die dritte Auflage des Hopfenreiters wurde der Öffentlichkeit vorgestellt. Und die Öffentlichkeit war reichlich vertreten. Etwa 5000 Menschen kamen zusammen, um mit dem Hoppy Birthday Festival das Ereignis gebührend zu feiern. Aber das ist eine andere Geschichte; in diesem Artikel geht es um den diesjährigen Hopfenreiter.

Jeff Maisel ließ es sich nicht nehmen, den Hopfenreiter persönlich vorzustellen. Dabei waren die Brauereien, die für den Freundschaftssud des Hopfenreiters 2018 die Hopfensorten beigetragen haben. Vor Ort waren die Brauereien Superfreunde, Mikkeler, Duvel, Bevog und Frau Gruber. Aber kommen wir jetzt endlich zum Bier.

In intensivem hellem Bernstein leuchtet das hefetrübe Bier im Glas. Darüber bildet sich eine feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch gibt es an diesem Bier wirklich nichts auszusetzen.

Wenn in einem Bier sechs Aromahopfen verbraut wurden, ist es ziemlich sicher, dass auf die Nase ein echtes Abenteuer wartet. Und tatsächlich, das Bier duftet intensiv nach Ananas, Limonen, Zitronenschale sowie einigen roten Beeren. Auch würzige Noten schmeicheln der Nase. Ein Fest für jeden Liebhaber von IPAs. Jetzt ist es aber Zeit für den ersten Schluck.

Der erste Eindruck zeichnet sich durch eine feine Süße und durch die sehr feinperlige Kohlensäure durch eine ungeheure Spritzigkeit aus. Als sich das Bier auf der Zunge verteilt bleibt die Süße erhalten, wobei sich ein kräftiges hopfiges Bitter dazugesellt, unterstützt durch die für ein IPA typischen Zitrusnoten. Der Abgang zeichnet sich durch ein freundliches Bitter aus, das an den Geschmack von Grapefruitkernen erinnert und er klingt ellenlang nach.

Wie bereits beim Hopfenreiter 2017 bedauere ich, dass es sich um einen Sondersud handelt, bei dem gilt: Wenn weg, dann weg. Trotz des kräftigen Bitter von 70 IBU kann sich der Malzkörper doch die gesamte Zeit bemerkbar machen, was nicht bei jedem IPA der Fall ist.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Calypso, Citra, Styrian Golding, Styrian Fox, Enigma, Mandarina Bavaria, Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Stammwürze:

18,8° Plato

Bittereinheiten:

70 IBU

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

 

Dieses Bier können Sie ab 12 Flaschen oder einem Bestellwert von mindestens 49 Euro (auch gemischt) versandkostenfrei online bestellen:

Paulaner Hefe-Weißbier alkoholfrei

Nun steht mal wieder ein alkoholfreies Hefe-Weißbier vor mir, das Paulaner Hefe-Weißbier alkoholfrei. Bei Stiftung Warentest wurde das Bier im Jahr 2010 mit “befriedigend” getestet. Dabei wurde die Sensorik mit “gut” bewertet, woraus ich schließe, dass Paulaner hier ein ganz passables Bier abgeliefert hat. Irgendetwas müssen die Brauer in München auch richtig gemacht haben, da sie ansonsten nicht im Jahr 2016 erstmals mehr als eine Million Hektoliter Bier exportiert hätten. Obwohl – Quantität geht nicht immer Hand in Hand mit der Qualität. Sehen wir mal, wie sich dieses Bier so macht.

Bernsteinfarben und naturtrüb steht das Bier im Glas. Für ein Weizenbier bildet sich relativ wenig Schaum, der aber lange erhalten bleibt. Dass es nur so wenig Schaum gibt liegt vermutlich daran, dass es sich um ein alkoholfreies Bier handelt.

Das Aroma ist stiltypisch. Düfte nach Banane, Karamell und Gewürznelken steigen mir in die Nase.

Der Antrunk ist leicht süß und auf den ersten Eindruck gefällt mir bereits die gut dosierte feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge kommt eine leichte fruchtige Säure dazu, eigentlich fast nur ein Hauch. Das Bier macht keinen wirklich runden Eindruck, ist aber trotzdem süffig. Der Abgang ist fast ohne Bitterstoffe und er klingt auch kaum nach. Das hätte ich fast erwarten können, denn Hopfen steht in der Zutatenliste ganz hinten.

Nach einem ansprechenden Anfang lässt das Bier doch ziemlich nach. Zum Löschen des Durstes an einem heißen Sommertag ist es sicher gut geeignet, aber ansonsten ziehe ich so manches andere Bier vor.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Gärungskohlensäure, Hefe, Hopfen

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Paulaner Brauerei Gruppe GmbH & Co. KG
Ohlmüllerstr. 42
84541 München
www.paulaner.de