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Gold Ochsen Ulmer Hell

Seit einigen Jahren erfreut sich “Helles” großer Beliebtheit. Früher war es eher im bayerischen und süddeutschen Raum verbreitet, hat sich dieser Bierstil heute deutschlandweit verbreitet und verzeichnet zweistellige Zuwachsraten. Aus diesem Grund hat sich die Brauerei Gold Ochsen entschlossen, ihr Portfolio um diese Bierspezialität zu erweitern. Dabei ist es für die Brauerei keine echte Neuigkeit, denn bis in die 1960er Jahr hat die Brauerei aus Ulm noch das Helle gebraut. Damals hatte sich aber der Konsum geändert und es verkaufte sich nicht mehr gut. Daher stellte die Brauerei damals die Produktion ein. Heute spricht das Helle wieder mehr Menschen an, so dass dieser Bierstil wieder ins Sortiment aufgenommen wurde. Dann wollen wir doch mal sehen, wie die Wiedereinführung des Hellen gelungen ist.

Hell goldfarben, die Brauerei beschreibt das Helle als “strohblond”, strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber zeigt sich eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Ein Helles wie gemalt.

Das frische Aroma ist malzbetont. Düfte nach Karamell steigen mir in die Nase, unterstützt durch einige würzige und kräuterige Noten. Ich meine, einen Hauch nach weißem Pfeffer zu riechen. Da bekomme ich wirklich Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist mäßig süß mit einer angenehmen sanften und feinperligen Kohlensäure. Als sich das Bier auf der Zunge verteilt kommt ein angenehmes leichtes Bitter dazu, wobei die Malzsüße im Vordergrund bleibt. Das Bier ist angenehm rund und süffig. Im Abgang führt ein leichtes Bitter das Kommando, das durchschnittlich lange nachklingt.

Das Ulmer Helle passt gut zu der deftigen süddeutschen Küche.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,4 %

Brauerei:

Brauerei Gold Ochsen GmbH
Veitsbrunnenweg 3-8
89073 Ulm
www.goldochsen.de

Schwaben Bräu Das Schwarze

Aus Stuttgart kommt das Bier, das jetzt vor mir steht – Das Schwarze von der Brauerei Dinkelacker-Schwaben Bräu. Die Brauerei bewirbt dieses Bier vollmundig: “Das Schwarze ist ein Vollbier für Kenner und Liebhaber des besonderen Geschmacks. Gebraut mit speziell ausgewählten Naturprodukten von bester Qualität, eigenständig und edel in der Ausstattung. Das ist Braukunst höchster Güte.” An diesem formulierten Anspruch muss sich das Bier jetzt messen lassen.

Fast blickdicht schwarz und mit einem hellgrauen festen Schaum kommt das Bier daher. Die Optik erinnert schon fast an ein Porter. Damit macht das Bier schon mal eine gute Figur.

Pumpernickel und Röstnoten nach Schokolade und Kaffee prägen zusammen mit einigen würzigen Noten das Aroma des Schwarzen. Bis hierhin lässt dieses Bier keine Wünsche offen.

Frische ist der erste Eindruck, den das Bier aufgrund der reichlich vorhandenen Kohlensäure an der Zunge hinterlässt. Für ein so malzbetontes Bier ist das schon erstaunlich und überraschend. Der Geschmack des Malzes kommt erst an die Oberfläche, als sich das Bier auf der Zunge verteilt. Die Röststoffe dominieren mit ihrem Geschmack nach Kaffee und dunkler Schokolade. Dazu kommt ein diskretes Bitter sowie eine gewisse Fruchtigkeit, die ich in den Aromen nicht festgestellt habe, so dass das Bier angenehm vollmundig ist. Der Abgang ist durch ein freundliches leichtes Bitter geprägt, das leider nur kurz nachklingt.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,5 %

Brauerei:

Dinkelacker-Schwaben Bräu GmbH & Co. KG
Tübinger Straße 46
70178 Stuttgart
www.schwabenbraeu.de

Wolpertinger Helles

Was ein Wolpertinger ist? Wikipedia beschreibt dieses Wesen wie folgt: “Der Wolpertinger ist ein bayerisches Fabelwesen, dessen genauer Ursprung unklar ist. Im Grunde handelt es sich beim Wolpertinger um ein Mischwesen, wie sie bereits aus der Antike bekannt sind. Allerdings gab es kein festes Schema, das heißt, es wurden zum Beispiel Eichhörnchen mit Entenschnäbeln versehen oder Hasen mit Entenflügeln.” Der Wolpertinger gilt allgemein als sehr scheu. Er kann nur bei Vollmond in der Abenddämmerung von jungen Frauen gesehen werden. Gejagt wird er, indem ihm Salz auf den Schwanz gestreut wird. Der Wolpertinger, der auf dieser Bierdose gezeigt wird, ist im Übrigen auch bei Wikipedia abgebildet. Wie er sich in der Dose macht, will ich jetzt feststellen.

In hellem Gelb präsentiert sich das Bier im Glas, darüber überdurchschnittlich viel feinporiger Schaum, der lange erhalten bleibt. Meine Vorurteile gegenüber Dosenbier scheinen sich als falsch herauszustellen.

Das Aroma ist recht angenehm. Düfte nach Malz und Toffee steigen mir in die Nase, dazu leichte blumige Noten.

Als das Bier erstmals auf die Zunge trifft ist die reichlich vorhandene Kohlensäure der vorherrschende Eindruck. Dazu kommt eine ordentliche Trockenheit. Auf der Zunge ist das Bier schlank und mir fehlt weitgehend der Geschmack. Der Abgang ist unangenehm muffig, so dass ich nach dem ersten Schluck die Verkostung abgebrochen und das Bier in den Ausguss gekippt habe. Besonders im Abgang machte das Bier den Eindruck, als würde es beginnen zu verderben.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Brauerei:

Überkinger GmbH
73337 Bad Überkingen
www.ueberkinger.com

Schwarzwald Michel

Wilhelm Hauff hat ihn ersonnen, den Schwarzwald Michel, auch Holländer Michel genannt. Wenn Sie die Geschichte interessiert, können Sie eine Zusammenfassung auf www.schwarzwald.net/stories/michel.html nachlesen. Diesem fiktiven Holzfäller und Flößer hat die Brauerei Alpirsbacher ein Helles gewidmet, das ursprünglich ausschließlich für Edeka gebraut wurde. Dieses Bier steht jetzt vor mir. Es wurde im Jahr 2017 bei Meiningers International Craft Beer Award mit der Silbermedaille ausgezeichnet.

Golden und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas mit relativ wenig Schaum, der sich auch schnell auflöst.

Das Aroma wird durch Biskuit, Hefe und einige würzige Noten dominiert.

Im Antrunk stelle ich eine leichte Süße fest, die gut zur sehr feinperligen Kohlensäure des Bieres passt. Das Malz dominiert auch auf der Zunge, dazu ein leichtes Bitter. Richtig rund ist das Bier nicht, aber eine gewisse Vollmundigkeit und Süffigkeit kann ich nicht abstreiten. Im Abgang sind fast keine Bitterstoffe festzustellen, aber einige würzige Noten sind vorhanden. Der Nachklang ist nur kurz.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11° Plato

Brauerei:

Alpirsbacher Klosterbräu
Marktplatz 1
72275 Alpirsbach
www.alpirsbacher.de

Klosterhof Hopfenfuchs

Zunächst einmal das Versprechen der Brauerei zum Klosterhof in Heidelberg: “Eine ganz besondere Bierspezialität, mit dem besonderen Hopfenaroma ohne bitter zu sein. Frisch gepflückter Bio-Cascade Hopfen aus der Hallertau und verschiedenste Biomalze machen unseren Hopfenfuchs zu einem besonderen Genuss für alle Sinne.” Na, dann wollen wir doch mal sehen, was der Braumeister für uns gezaubert hat.

Die Farbe bewegt sich irgendwo zwischen fuchsrot und bernsteinfarben. Damit wäre schon mal die Namensgebung dieses Bieres geklärt. Das hefetrübe Bier bildet eine durchschnittliche Schaumkrone, die leicht beige ist und durchschnittlich lange erhalten bleibt.

In der Nase halten sich Karamell- und Zitrusaromen die Waage. Sie werden durch den Duft von Gras unterstützt. Damit macht der Hopfenfuchs schon mal einen guten Eindruck.

Der Antrunk zeigt, dass dieses Bier viel sehr feinperlige Kohlensäure enthält. Die Süße ist nicht sonderlich ausgeprägt, aber eindeutig vorhanden. Auf der Zunge zeigt sich eine gute Balance zwischen Süße, Säure und Bitterstoffen. Die Fruchtnoten des Hopfens halten sich diskret im Hintergrund und dienen lediglich der Abrundung des Geschmacks. Der Abgang ist angenehm kräftig bitter und die Grasnoten kommen wieder zum Tragen. Der Geschmack klingt durchschnittlich lange nach.

Der Hopfenfuchs ist das Bier, das mir von den Erzeugnissen der Brauerei zum Klosterhof am Besten gefällt. Die Brauerei schreibt weder auf der Website noch auf dem Etikett der Flasche, um welchen Bierstil es sich handelt; ich halte es aber für ein Bockbier.

Zutaten:

Wasser, Bio-Gerstenmalz, Bio-Aromahopfen (Cascade, Perle, Tradition, Tettnanger), Hefe

Stammwürze:

13 %

Brauerei:

Brauerei zum Klosterhof GmbH
Stiftweg 4
69118 Heidelberg
www.brauerei-zum-klosterhof.de

Gold Ochsen Weihnachtsbier

Jetzt werden die Tage kürzer, die Weihnachtsmärkte öffnen und die Temperaturen sinken. Damit ist auch die Zeit für die Weihnachtsbiere gekommen. Die Brauerei Gold Ochsen bietet seit Jahrzehnten jeden Winter ein eigens für diese Saison gebrautes Bier an, dessen Rezept über Generationen weitergereicht wurde. In diesem Jahr hat mir die Brauerei einige Flaschen dieser Bierspezialität zur Verkostung geschickt.

Golden glänzend präsentiert sich das Bier im Glas. Beim Einschenken bildet sich eine durchschnittlich große Krone aus größtenteils feinporigem Schaum, der lange erhalten bleibt. Optisch hat die Brauerei schon mal alles richtig gemacht.

In der Nase mischt sich der volle Duft des Malzes mit würzigen und floralen Noten des Hopfens. Wenn der Geschmack dieses Festbieres dem Aroma entspricht, kann mich dieses Bier wirklich begeistern.

Frisch, vollmundig und mit leichter Süße meldet sich das Weihnachtsbier auf der Zunge. Das angenehm weiche Mundgefühl gefällt mir. Schnell kommt noch ein auf die Süße abgestimmtes Bitter dazu. Dabei bleiben die würzigen Noten des Hopfens erhalten, auch im Abgang, der mittellang nachklingt.

Das Weihnachtsbier der Ulmer Brauerei ist unkompliziert und gut ausbalanciert. Damit kann es wirklich punkten. Es passt gut zu einem vorweihnachtlichen Festessen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Stammwürze:

13,4 %

Brauerei:

Gold Ochsen GmbH
Veitsbrunnenweg 3-8
89073 Ulm
www.goldochsen.de

Gold Ochsen Ulmer Rauch Doppelbock Jahrgangsbier 2018

Es war im Jahr 1597, als der Wirt Gabriel Mayer in der Herdbruckerstraße in der Ulmer Altstadt nahe der Donau die Herberge, Brauerei und Wirtschaft “Zum Goldenen Ochsen” gründete. Nach mehreren Eigentümerwechseln erwarb 1867 die Familie Leibinger die Brauerei, die sich seitdem im Familienbesitz befindet. Ich hatte erstmals auf der Grünen Woche 2017 Kontakt mit der Brauerei, als ich auf dem Messestand eines der angebotenen Bier verkostete. Da mir dieses Bier recht gut gefallen hatte freute ich mich, als die Brauerei in diesem Jahr auf mich zukam und mir anbot, das Jahrgangsbier 2018 zu verkosten. Dabei handelt es sich um ein Bockbier mit immerhin 9 Volumenprozent Alkohol, gebraut mit Rauchmalz. Mir war also von Anfang an klar, dass dies ein ganz spezielles Bier ist.

Das Jahrgangsbier kommt auch in einer eindrucksvollen Verpackung. Schwarz gilt bekanntlich als edel, so dass der stabile schwarze Karton, in dem dieses Bockbier zu mir kommt, absolut passend ist. Dann die mit einem Naturkorken verschlossene Sektflasche mit einem dreiviertel Liter Inhalt… Wenn das Bier die gleiche Qualität hat wie das Drumherum, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Golden und leicht hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich lediglich eine kleine Schaumkrone, die sehr schnell in sich zusammenfällt.

Das Aroma wird durch den Duft des Rauchmalzes dominiert. Das Raucharoma ist aber nicht so kräftig, dass es die anderen Aromen verdrängt. Im Gegenteil. Auch ein leichter Karamellduft kommt zu seinem Recht, genauso wie leichte blumige und pfeffrige Noten, die sich noch aus dem Hintergrund melden. Aufgrund des Aromas kann ich dieses Bier schon in mein Herz einschließen.

Der erste Kontakt des Bieres mit der Zunge ist intensiv, ich könnte auch sagen er ist wuchtig. Die stiltypische Malzsüße mischt sich mit dem Geschmack des Rauchs, der an Katenschinken erinnert. Dabei drängt sich der Rauchgeschmack nicht in den Vordergrund, sondern er nimmt die Funktion einer Würze ein. Auf der Zunge kommt die Süße noch stärker in den Vordergrund, der Rauchgeschmack zieht sich etwas zurück. Der Hopfen ist nur zu ahnen, aber er spendiert dem Bier eine ungeheure Eleganz. Die 9 Volumenprozent Alkohol sind gut eingearbeitet und verstärken den Geschmack, ohne direkt schmeckbar zu sein. Die Kohlensäure ist passend dosiert. Der Abgang ist mild rauchig. Er klingt recht kurz nach.

Mit einem Preis von knapp 16 Euro für eine 0,75-Literflasche bewegt sich das Bier im Rahmen eines wirklich guten Sekts. Tatsächlich ist das schon der Einstiegspreis für einen günstigen Champagner. Das geht aber meiner Meinung nach durchaus in Ordnung, denn der Ulmer Rauch Doppelbock eignet sich durchaus als Aperitif bei einem Empfang, dazu passen Fingerfood und Löffelfood. Ein Bierliebhaber wird sich über ein solches Bier als Weihnachtsgeschenk sicher auch freuen. Das Bier erhalten Sie auf dem Stand von Gold Ochsen auf dem Weihnachtsmarkt in Ulm oder im Onlineshop der Brauerei.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Tettnanger), Hefe

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Gold Ochsen GmbH
Veitsbrunnenweg 3-8
89073 Ulm
www.goldochsen.de

Welde Bourbon Barrel Bock

In Holzfässern gereiftes Bier ist immer etwas Besonderes, da das Bier die Aromen des Holzes sowie der Flüssigkeiten aufnimmt, die vorher in dem Fass gelagert wurden. Das fassgereifte Bier der Brauerei Welde, der Bourbon Barrel Bock, wurde in Bourbon-, Rum- und Tequila-Fässern gelagert. Es ist eines von sechs Craft-Bieren, die von der Biermanufaktur in Plankstadt angeboten wird. Aber Stephan Dück, Braumeister und Biersommelier bei Welde, hat sich noch etwas anderes einfallen lassen und das Bier einer Kalthopfung mit Green Bullet-Hopfen unterzogen.

Intensiv goldfarben mit einem orangenen Stich zeigt sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine voluminöse beige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Bei der Optik hat die Brauerei schon mal alles richtig gemacht.

Auch das malzbetonte und dabei vielschichtige Aroma begeistert mich. Im Vordergrund sind die für ein Bockbier typischen süßen und süffigen Aromen. Düfte nach Karamell, Kandis und Brotrinde steigen mir in die Nase, unterstützt durch die Düfte des Hopfens nach Zitrusfrüchten und Trockenfrüchten. Auch einige würzige Aromen sind festzustellen.

Süß und fruchtig halten sich beim ersten Kontakt des Bieres mit der Zunge die Waage. Weich und mit wenig Kohlensäure schmeichelt das Bier der Zunge. Der Geschmack nach Karamell breitet sich im Mundraum aus und sorgt für einen vollen intensiven und ausgewogenen Geschmack. Im Abgang wird das Bier trockener. Der Geschmack klingt noch einige Zeit nach.

Der Bourbon Barrel Bock ist stiltypisch und trotzdem mit seiner Komplexität etwas ganz Besonderes. Er passt gut zu Wildgerichten und Kaninchenbraten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Green Bullet), Hefe

Alkoholgehalt:

6,6 % Vol.

Stammwürze:

16,0 %

Brauerei:

Weldebräu GmbH & CO. KG
Brauereistraße 1
68723 Plankstadt/Schwetzingen
www.welde.de

Das echte Schwaben Bräu Märzen

1878 legte Robert Leicht den Grundstein zu Schwaben Bräu. In Vaihingen auf den Fildern kaufte er zusammen mit seinem Schwiegervater dem Brauereibesitzer Widmaier die Gaststätte “Zum Ochsen” ab und begann dort mit dem Bau einer Brauerei.

1879 begann die Produktion mit einem 15-Zentner-Sudwerk, betrieben mit einer gebraucht gekauften 6 PS-Dampfmaschine. Ein einspänniger Leiterwagen bildete den ganzen Fuhrparks des kleinen Familienunternehmens. Heute gehört die Brauerei zu den großen regionalen Brauereien in Schwaben. Von dort kommt das Märzen, das jetzt vor mir steht.

Intensiv goldgelb mit einer leicht überdurchschnittlichen sahnigen Schaumkrone, die lange erhalten bleibt, präsentiert sich das Bier im Glas. An der Optik hat die Brauerei nichts verkehrt gemacht.

Malz steigt mir in die Nase, Düfte von Toffee und Waldhonig, unterstützt durch einige würzige Noten. Auch das Aroma gefällt mir.

Der Antrunk ist recht süß, was aber durch die sehr feinperlige Kohlensäure gut ausgeglichen wird. Dann dreht sich der Geschmack und auf der Zunge ist es angenehm hopfig. Jetzt ist das Bier ausgewogen, vollmundig und süffig. Der Abgang ist mild bitter und klingt durchschnittlich lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,7 % Vol.

Stammwürze:

13,3 %

Brauerei:

Dinkelacker-Schwaben Bräu GmbH & Co. KG
Tübinger Strasse 46
70178 Stuttgart
www.schwabenbraeu.de

Schwabenbräu Original

Im Stadtteil Vaihingen der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart befindet sich die Dinkelacker-Schwaben Bräu GmbH & Co. KG. Sie wurde 1878 von Robert Leicht gegründet, damals unter dem Namen Bier-Brauerei Robert Leicht. 1897 war Schwaben Bräu die erste Brauerei in Deutschland. Die ihr Bier mit einem LKW auslieferte. Noch in einem anderen Bereich war die Brauerei Vorreiter: bereits 1903 gab es dort eine automatische Flaschenabfüllanlage.

Die folgenden Informationen zur Geschichte der Brauerei in den letzten etwa 40 Jahren stammen aus Wikipedia: “Anfang der 1980er Jahre übernahm Schwaben Bräu die Pfullinger Brauerei Sigel-Klosterbräu. 1994 eröffneten die eigentlich konkurrierenden Brauereien Schwaben Bräu und Dinkelacker unter dem Namen Dinkelacker-Schwaben Bräu Logistik (DSL) ein gemeinsames Logistikzentrum. 1996 schloss sich Schwaben Bräu mit Dinkelacker zur Dinkelacker-Schwaben Bräu AG zusammen.

2003 übernahm InBev die Spaten-Franziskaner-Bräu GmbH, welche die Mehrheit der damaligen Dinkelacker-Schwaben Bräu AG hielt. Schwaben Bräu gehörte bis zum 31. Dezember 2006 zu InBev, ist aber seit dem 2. Januar 2007 zusammen mit Dinkelacker unter dem Namen Dinkelacker-Schwaben Bräu GmbH & Co. KG wieder eigenständig.”

Golden und klar mit einer leicht unterdurchschnittlichen Krone aus feinporigem Schaum, der sich durchschnittlich lange hält, präsentiert sich das Bier im Glas.

Das Malz steuert dem Aroma den Duft nach Brotkrume bei, der das Aroma dominiert. Vom Hopfen stammen einige würzige Noten. Damit ist das Aroma sauber und geradlinig, aber auch im Mainstream, so dass ich mir jetzt annehme, dass es sich um eines der vielen auswechselbaren Biere handelt, die zwar nicht schlecht sind, aber denen jedes Alleinstellungsmerkmal fehlt.

Der Antrunk ist verhalten süß, dabei aber durchaus spritzig und frisch. Auf der Zunge zeigt sich das Bier dann eher schlank, ein leichtes Bitter zeigt sich. Richtig rund ist das Bier nicht, aber es bleibt frisch und ist süffig. Der Abgang ist wenig bitter und er klingt nur kurz nach.

Das Schwabenbräu Original ist ein gutes Bier, um es auf einer Feier mit Freunden zu trinken. Es geht wirklich gut die Kehle runter und mit einer anderen Malzauswahl kann ich mir durchaus vorstellen, dass es in der Lage wäre, mich zu begeistern. Aber so ist es zwar gut, aber auch auswechselbar.

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze :

12,3 %

Brauerei:

Dinkelacker-Schwaben Bräu GmbH & Co. KG
Tübinger Straße 46
70178 Stuttgart
www.schwabenbraeu.de