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Brugse Zot

In Deutschland wie in Belgien werden zu besonderen Anlässen spezielle Biere gebraut. Ich denke dabei an die Weihnachtsböcke wie auch an den Maibock, der von immer mehr Brauereien in Deutschland angeboten wird. Weihnachten und der Mai sind ja Anlässe, die uns klar vor Augen stehen. Aber das Bockbier, das jetzt vor mir steht, erinnert an ein Ereignis, das im Mittelalter in Brügge vorgefallen ist.

Die Geschichte des Brugse Zot geht auf die mittelalterliche Legende um Kaiser Maximilian von Österreich zurück. Nach dem Tod seiner Frau Maria von Burgund übernahm Maximilian 1482 die Regentschaft über die Niederlande, zu denen damals auch Brügge gehörte. Die Bürger von Brügge hatten jedoch ihre Schwierigkeiten, sich der strengen Herrschaft ihres neuen Herrschers unterzuordnen. Die Steuern waren hoch und es herrschte ein Klima der Unzufriedenheit und des Aufruhrs.

Als Maximilian im Frühjahr 1488 nach Brügge kam, um eine Revolte zu unterdrücken, kerkerten die Brügger ihren Fürsten ein. Nach der Freilassung rächte sich Maximilian, indem er Feste und Jahrmärkte verbietet. Um ihn zu beruhigen, veranstalteten die Brügger ein großes Fest zu seinen Ehren, bei dem sie eine farbenfrohe Prozession von ausgelassenen Partygästen und Narren an ihm vorbeiziehen ließen. Danach baten sie ihn um die Erlaubnis, neue Messen abzuhalten und ein neues Narrenhaus zu bauen. Die Antwort von Maximilian? Schließen Sie alle Tore von Brügge und Sie haben die Narren!

Seitdem lautet der Spitzname der Einwohner “Brugse Zotten” (Narren) und wird auch in der Geschichte der Stadt genannt. Mit der Herstellung des Stadtbiers “Brugse Zot” erinnert die Brauerei De Halve Maan die Einwohner von Brügge mit einem Augenzwinkern an ihre Geschichte.

Heute ist Brugse Zot, neben Straffe Hendrik, das einzige Bier, das in der historischen Innenstadt von Brügge gebraut wird. Als vor einiger Zeit die Brauerei in der Innenstadt zu klein wurde, verlegte die Brauerei die Abfüllung in ein zweites Werk außerhalb von Brügge. Zunächst wurde das Bier in LKW von der Brauerei zur Abfüllung gebracht, was bei den schmalen Straßen der mittelalterlichen Stadt eine deutliche Verkehrsbelastung bedeutete. Daher hat die Brauerei eine Pipeline bauen lassen, durch die das Bier seinen Weg zur Abfüllung findet.

Das Brugse Zot wurde in den vergangenen Jahren insgesamt sieben Mal ausgezeichnet, unter anderem beim World Beer Cup und beim European Beer Star. Jetzt ist es aber an der Zeit, die Flasche zu öffnen und das Bier zu verkosten.

Goldgelb und leicht hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine sehr voluminöse sahnige Schaumkrone, die auch sehr lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier sehr ansprechend.

Das Aroma ist fruchtig. Der Duft von Ananas und Malz steigt mir in die Nase. Das ist wirklich angenehm, allerdings fehlen mir bittere und würzige Noten.

Der Antrunk ist frisch und fruchtig mit einer zurückhaltenden Süße. Auf der Zunge kommt eine leichte Säure dazu. Auch der Abgang ist überraschend frisch und fruchtig, aber fast ohne Bitterstoffe. Das wenige Bitter klingt aber lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Kandiszucker

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij De Halve Maan
Walplein 26
8000 Brügge
Belgien
www.brugsezot.be

Piwoteka Łódka

Bereits im Jahr 2008 eröffneten polnische Bier-Enthusiasten in Lodz einen Bier-Shop namens Piwoteka, in dem sie vor allem Craft Beer verkauften. 2011 folgte dann der Pub “Piwoteka Narodowa”, der heute längst Kultstatus bei Bier-Kennern genießt. Neben speziellen Events wie der legendären Halloween-Feier bieten die Betreiber auch regelmäßig Tastings an, bei denen mittlerweile auch viele eigene Produkte vorgestellt werden – vom tiefschwarzen Russian Imperial Stout bis zum goldklaren American Pale Ale. Seit 2013 gibt es auch eine eigene Brauerei, in der eine große Bandbreite an Craft Beer hergestellt wird, so auch wie das Polskie Pale Ale, das jetzt vor mir steht. Ich bin gespannt auf dieses Bier. Bei den traditionellen Bierstilen bringen die Polen ja sehr gute Ergebnisse zustande. Mal sehen, ob dort auch ein gutes Pale Ale gebraut werden kann. Außerdem ist das Piwoteka Łódka mit den zwei polnischen Hopfensorten Lubelski und Marynka gebraut worden, von denen ich noch nie etwas gehört habe. Dieser Test wird also auf jeden Fall spannend.

Hell bernsteinfarben mit viel Hefe ist das Polskie Pale Ale. Darüber bildet sich relativ wenig feinporiger Schaum, der aber sehr lange erhalten bleibt. Von daher ist an der Optik des Piwoteka Łódka nichts auszusetzen.

Das Aroma ist nicht intensiv, ich würde es eher als zurückhaltend beschreiben. Aber es ist sehr angenehm. Bergamotte steigt mir in die Nase, dazu etwas Ananas. Im Hintergrund spielen noch einige würzige Noten mit.

Der Antrunk ist recht schlank, wobei die reichlich vorhandene Kohlensäure für eine ordentliche Frische sorgt. Auf der Zunge zeigt sich schnell eine ordentliche Fruchtigkeit. Ich schmecke intensiv Zitrusfrüchte und deutlich Kräuter. Dabei ist das Bier relativ trocken. Die Bitterstoffe sind zwar eindeutig zu schmecken, ordnen sich aber den anderen Geschmacksrichtungen unter. Auch im Abgang ist das Bitter überraschend leicht, es klingt aber trotzdem lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener), Limette, Hopfen (Lubelski, Marynka), Hefe

Alkoholgehalt:

4,3 % Vol.

Stammwürze:

10,5° Plato

Bitterwerte:

15 IBU

Brauerei:

Piwoteka Sp. z o.o. ul. 6 Sierpnia 1/3
90-606 Łódź
www.piwoteka.pl

Stiegl Columbus 1492

Jetzt steht mal wieder ein Bier aus der Brauerei Stiegl im österreichischen Salzburg vor mir. Benannt ist das Pale Ale nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus im Jahr 1492. Was dieses Pale Ale mit diesem Ereignis zu tun hat erschließt sich mir nicht, aber falls ich dafür eine Begründung finden sollte, werde ich sie hier noch nachtragen.

Golden und fast klar präsentiert sich das Bier. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Krone aus feinporigem Schaum, der recht lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier schon mal gelungen.

Anfangs duftet das Bier recht intensiv nach Zitronengras und Biskuitteig, unterstützt durch einige würzige Noten. Ich meine, im Hintergrund den Duft nach Pfeffer wahrzunehmen. Das Aroma nach Zitronengras verfliegt recht schnell, dabei bleibt aber trotzdem ein sehr angenehmer Duft übrig.

Der Antrunk ist nur leicht süß, so dass es auch nicht stört, dass das Bier relativ wenig Kohlensäure enthält. Schnell übernimmt die Fruchtigkeit das Kommando und das Bier schmeckt nach Zitrusfrüchten, Trauben und leicht nach Brot. Dazu kommt ein zurückhaltendes Bitter. Auch der Abgang ist leicht bitter und herb, trotzdem klingt er mittellang nach.

Wenn Ihnen ein IPA zu bitter ist, sie ein sehr fruchtiges Bier suchen und auf eine gute Trinkbarkeit achten ist das Stiegl Columbus 1492 genau das richtige Bier für Sie.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Stammwürze:

11,3° Plato

Brauerei:

Stieglbrauerei zu Salzburg GmbH
Kendlerstraße 1
5017 Salzburg
www.stiegl.at

Slaapmutske

Ups, hoffentlich habe ich keinen Fehler gemacht, als ich dieses Bier gekauft habe. Erst als ich die Flasche zu Hause stehen hatte fiel mir auf, dass es sich um ein glutenfreies Dubbel handelt. So sehr es auch für Menschen mit einer Allergie gegen Gluten zu begrüßen ist, dass es glutenfreie Biere gibt, so ist es für Menschen wie mich, die dieses Problem nicht haben, in der Regel kein echter Genuss. Bislang habe ich noch kein glutenfreies Bier gefunden, das mir gefallen hätte.

Das obergärige Bier ist dunkel bordeausrot mit einem feinporigen hellbraunen Schaum, etwas mehr als durchschnittlich viel, der lange erhalten bleibt. Zumindest in der Optik ist die Glutenfreiheit kein Nachteil.

Das Aroma wird durch die Röststoffe dominiert. Ich rieche Karamell, Schokolade sowie eine leichte Fruchtigkeit nach Kirschen, unterstützt durch einige würzige Noten.

Der Antrunk ist süffig und vollmundig, nicht allzu süß und mit einer passenden Menge feinperliger Kohlensäure. Auf der Zunge bildet sich der Geschmack nach Kaffee und Schokolade, zusammen mit einer leichten Fruchtigkeit. Jetzt spiegeln sich also die Aromen aus der Nase wider. Der Abgang ist mild, weniger bitter als erwartet. Der Geschmack nach Kaffee klingt aber einige Zeit nach.

Das glutenfreie Dubbel von Slaapmutske ist das erste glutenfreie Bier, das mich geschmacklich überzeugen kann.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,4 % Vol.

Brauerei:

Brasserie Slaapmutske
Oefenpleinstraat 15
9090 Melle
Belgien
www.slaapmutske.be

Doppelleu Single Hop Black Ale

Das Single Hop Black Ale stammt aus der Doppelleu Brauwerkstatt im schweizerischen Winterthur. Alle Biere dieser Brauerei sind obergärig und modern gehopft. Es gibt zwei Produktlinien: die Chopfab-Biere (7 Sorten) und die aufwändigen Doppelleu-Biere (6 Sorten).

Blickdicht und glänzend schwarz präsentiert sich das Bier. Es bildet leicht überdurchschnittlich viel festen Schaum, der ungewöhnlich dunkel ist und sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma wird durch die Röststoffe dominiert. Ich rieche Kaffee und Schokolade, unterstützt durch den Duft nach Pumpernickel.

Der Antrunk ist trocken und ich stelle fest, dass dieses Bier nur wenig dafür aber sehr feinperlige Kohlensäure enthält. Der Geschmack nach Pumpernickel zusammen mit kräftigen Kaffeenoten treten bei diesem Bier in den Vordergrund. Trotz des Eindrucks von Pumpernickel ist das Bier angenehm herb. Im Abgang kommt noch eine Schokoladennote zum Vorschein, die sich mit einem leichten Geschmack nach Mokka hervorragend verträgt. Der Nachklang ist ellenlang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale Ale, CaraAroma, Münchner), Röstgerste, Hopfen (Galaxy), Hefe

Alkoholgehalt:

7,0 %

Bittereinheiten:

70 IBU

Brauerei:

Doppelleu Brauwerkstatt AG
Industriestrasse 40
8404 Winterthur
Schweiz
www.doppelleu.ch

N’Ice Chouffe

Die Brauerei, ein Tochterunternehmen von Duvel, preist dieses Winter Ale vollmundig an: “Die Gnome des Märchenlandes lieben dieses goldene Bier besonders. LA CHOUFFE, mit seinem leicht hopfigen Geschmack, der Noten von frischem Koriander und fruchtigen Noten kombiniert, ist das Getränk, das ihnen Lebensfreude verleiht. Zumindest ist es das, was diese Kobolde sagen, wenn sie durstig sind. Ihr Geheimnis wurde von Generation zu Generation eifersüchtig gehütet, bis zu dem Tag, an dem sie das Rezept mit den Menschen teilten, um ihre Freundschaft zu besiegeln. Von allen Legenden aus der wunderschönen Region der belgischen Ardennen ist die Geschichte von LA CHOUFFE diejenige, die es am meisten verdient, nacherzählt zu werden.” Na ja, wenn nur die Hälfte dieses Textes der Wahrheit entspricht, lohnt es sich doch wohl bestimmt, dieses Bier zu verkosten.

Sie kennen die Legende von Ca Chouffe nicht, wollen sie aber gerne kennenlernen? Na gut, hier ist sie: “Sie müssen wissen, dass die kleine Brauerei und das Restaurant im malerischen Dorf Achouffe, im Wallonieteil der belgischen Ardennen, untergebracht sind. Chouffe stammt aus dem wallonischen Dialekt und kann mit Gnom übersetzt werden. Die Verschwörungstheoretiker unter uns würden wohl vermuten, dass der Name der Brauerei und des Bieres ausschließlich aus dem Namen des Dorfes abgeleitet wurde. Obwohl das wahr sein mag, soll die Region die Heimat einer Kolonie von Gnomen gewesen sein, die einst genug Bier gebraut haben, um das ganze belgische Volk das ganze Jahr über betrunken zu halten. Das Bier floss direkt aus einer Quelle in den Wäldern von Cedrogne, in der Nähe des geheimen Treffpunkts der Tempelritter vor den Kreuzzügen. Dieses Gebiet ist auch heute noch als das Tal der Feen bekannt, das, wie die Legende sagt, einst der höchste Punkt Belgiens war. Von diesem Zeitpunkt an floss das Bier bergab ins ganze Land. Schließlich wurde das Gebiet durch die große Pest verwüstet und viele Dörfer in der Region verschwanden völlig. Eine Katastrophe ereignete sich und die Zwerge von Achouffe wurden lebendig begraben. Die große Goblinbrauerei stellte die Bierproduktion ein und die Belgier waren gezwungen, ihr eigenes Bier zu brauen. Die Bierquelle von Cedrogne produziert nur noch Wasser – genau das Wasser, mit dem La Chouffe gebraut wird. 1978 besuchte der einzige überlebende Gnom die Schwager Bauweraerts und Gobron und vermittelte das Rezept für den klassischen goldenen La Chouffe. Gobron, der Braumeister, kündigte 1982 seinen Job und gründete die kleine Brauerei. Als Hommage an A. Chouffe gelobten sie, sein Bild auf jeder Flasche des Bieres, das sie verkaufen, anzubringen. Die Brauereibesichtigung beinhaltet bis heute eine Hommage an den Gnom. Gobron, der Duvel seither verlassen hat, um Lupulus zu gründen, ist bekannt dafür, dass er sich ganz der Überlieferung der Geschichte der Gnome widmet.”

Aber kommen wir zum Bier. Jeden Winter bringt Achouffe eine neue Version von N’Ice Chouffe auf den Markt, ein Winter Ale mit 10 % Vol. Alkohol. Bei diesem Bier müssen wir also wie bei einem guten Wein jeden Jahrgang einzeln betrachten. Diese Biere sind dafür bekannt, dass sie gut altern, so dass sie sich für eine längere Lagerung eignen, während der sie ihre Qualität noch verbessern. Lassen Sie sich dabei nicht von der recht kurz angegebenen Mindesthaltbarkeit irritieren. Nun ist es doch wohl wirklich an der Zeit, mit der Verkostung zu beginnen.

Kastanienbraun präsentiert sich dieses Winter Ale im Glas mit viel hellbraunem und größtenteils feinporigem Schaum, der durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Aroma wird durch die Röststoffe dominiert. Düfte dunkler Schokolade und von Vanille steigen mir in die Nase.

Der Antrunk ist leicht süß und bringt einen leichten und angenehmen Karamellgeschmack mit sich. Schnell gesellt sich der Geschmack der dunklen Schokolade dazu, die ich bereits im Aroma festgestellt habe. Auf der Zunge wird sie aber noch durch einen zurückhaltenden Kaffeegeschmack unterstützt, der durch würzige Noten begleitet wird. Dabei enthält das Bier nur wenige Bitterstoffe, die sich auch im Abgang zurückhalten. Dafür wird der Kaffeegeschmack in der Kehle stärker, der auch lange nachklingt.

Ein angenehmes wärmendes Winterbier.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Invertzucker

Alkoholgehalt:

10 % Vol.

Brauerei:

Brasserie d´Achouffe
Achouffe 32
6666 Houffalize
Belgien
www.achouffe.be

Steamworks Heroica Red Ale

Seit 1995 gibt es das Steamworks Brewpub in Gastown, Vancouver, in dem die Braukessel nach wie vor mit Dampfleitungen aus der Pionierzeit beheizt werden. Als die Biervielfalt und auch die Mengen immer größer wurden, haben die Brauer begonnen, zusätzlich in anderen Brauereien zu brauen. Nach 18 Jahren reichten die Kapazitäten endgültig nicht mehr aus, um der steigenden Nachfrage und den vielen neuen Steamworks Bierkreationen gerecht zu werden.

2013 erfolgte der Spatenstich zum Bau der neuen Brauerei in Burnaby mit eigener Abfüllanlage für Flaschen, Dosen und Fässer. Nun war Steamworks bereit für den Export in die USA und Europa, vornehmlich nach Deutschland, Österreich und die Schweiz. Inzwischen haben die Brauer bereits in einige neue Brautanks investiert und es ist noch Platz für den ein oder anderen Tank mehr.

Das Red Ale, das jetzt vor mir steht, ist wie alle Ales ein mit obergäriger Hefe gebrautes Bier. Wie der Name bereits aussagt, leuchtet es mir rot aus dem Glas entgegen. Da es nicht filtriert ist, enthält es auch eine gute Menge Hefe. Über dem Bier bildet sich unterdurchschnittlich viel feinporiger beiger Schaum, der aber lange erhalten bleibt. Die Optik ist jedenfalls sehr ansprechend.

Das trockene Aroma wird durch das Malz dominiert, zu dem Toffeeduft kommt eine leichte Fruchtigkeit mit Düften nach Zitrusfrüchten und unterstützt durch leichte Aromen von Holz und Vanille.

Der Antrunk ist leicht süß mit sehr feinperliger Kohlensäure. Dann wird das Bier recht schlank, bevor eine leichte Fruchtigkeit einsetzt. Ich schmecke Birne und Litschi. Der Abgang ist überraschend kräftig bitter mit sehr langem Nachklang.

Das Steamworks Heroica Red Ale ist überraschend und spannend.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Cara, Münchner Malz, Chocolate), Hopfen (Cascade, Citra, Simcoe, Amarillo), Hefe

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

STP GmbH & Co. KG
Moosweg 23
83416 Saaldorf – Surheim
www.steamworks.eu

Brown Ale

Jetzt steht das Brown Ale von Tilmans Biere aus München vor mir. Tilman Ludwig hat keine eigene Braustätte, sondern er braut seine Biere bei befreundeten Brauereien. Das Brown Ale wird bei der Brauerei Weissbräu Schwendl gebraut. Auch das künstlerisch gestaltete Etikett stammt nicht von ihm, sondern vom Münchner Künstler Mikael Ross. Darüber will ich mich aber nicht weiter auslassen. Wenn Sie mehr über den Künstler erfahren wollen, besuchen Sie seine Website www.mikaelross.com. Die Beschreibung des Bieres auf dem Etikett, die “Schmatzi Schmatzi Yamyamyam” lautet ist sicherlich Geschmackssache. Aber schließlich kaufen wir das Bier nicht in erster Linie wegen des Etiketts, sondern wegen des Inhalts. Ich hoffe dieser gefällt mir besser als die Beschriftung des Etiketts. Testen wir es.

Hefetrüb und Kastanienbraun strahlt mich das Bier aus dem Glas an. Darüber steht eine durchschnittlich voluminöse hellbraune Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch gibt es an diesem Bier schon mal nichts auszusetzen.

Überraschend ist auch das Aroma. Anfangs duftet das Bier ordentlich nach Zitrusfrüchten und Orangen. Dieser Duft lässt nach einiger Zeit nach und es kommen die Aromen des Malzes mit den diskreten Röstaromen durch. Nach einigen Minuten könnte ich annehmen, ein anderes Bier im Glas zu haben als am Beginn.

Der Antrunk ist trocken, spritzig und fruchtig. Die Fruchtaromen spiegeln sich auf der Zunge wieder. Schnell kommt ein kräftiges aber angenehmes Bitter dazu, so dass das Bier auch einen Hauch Grapefruit enthält. Der Abgang ist mild bitter und die Bitterstoffe klingen einige Zeit nach. Die Fruchtigkeit bleibt aber noch länger erhalten.

Das Brown Ale von Tilman überrascht mit seinem Wechselspiel der Aromen und Geschmäcker. Es lohnt sich auf jeden Fall, es zu probieren.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Citra, Centennial), Hefe

Alkoholgehalt:

5,8 % Vol.

Stammwürze:

13,2° Plato

Brauerei:

Weissbräu Schwendl GmbH und Co. KG
Schalchener Str. 115
83342 Tacherting
www.weissbraeu-schwendl.de

für

Tilmans Biere
St.-Martin-Str. 24
81541 München
www.tilmansbiere.de

Vicaris Winter 2017

Die Brauerei Dilewyns ist eine junge Familienbrauerei, die aus der Bierleidenschaft des Gründers Vincent Dilewyns und seiner vier Töchter entstanden ist. Im Jahr 2005 wurden die ersten Vicaris-Biere gebraut. Nach 5 erfolgreichen Jahren gründete die Familie Dilewyns in Dendermonde eine eigene, hochmoderne Brauerei.

Heute wird die Brauerei von Vincent und zwei seiner Töchter, Anne-Cathérine und Claire Dilewyns, geleitet. Die Familienbrauerei braut fünf Biere: Vicaris Tripel, Vicaris Generaal, Vicaris Winter, Vicaris Tripel/Gueuze und Vicaris Quinto. Jetzt steht das Vicaris Winter vor mir.

Schwarz und fast blickdicht präsentiert sich das Bier vor mir im Glas. Erst als ich es gegen das Licht halte schimmert ein tiefes Bordeausrot durch. Über dem Bier bildet sich viel hellbrauner feinporiger Schaum, der sehr lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet intensiv nach Toffee, Kakao, Kaffee, Lakritz und Trockenfrüchten. Dazu kommen noch dezente würzige Düfte nach Gras, Nelken und Koriander.

Der Antrunk ist süß und spritzig, wofür die sehr feinperlige Kohlensäure sorgt. Zu der Süße kommt noch der Geschmack nach Schokolade dazu, der auch noch nussige Noten mitbringt. Im Abgang kommt der Schokoladengeschmack in den Vordergrund und Bitterstoffe tauchen auf. Sie sind zwar nicht kräftig, sorgen aber trotzdem für einen sehr langen Nachklang.

Kurz gesagt ist das Vicaris Winter 2017 ein typisches belgisches Winterbier, es ist aber noch deutlich intensiver als der Durchschnitt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

10,0 % Vol.

Brauerei:

Brewery Dilewyns
Vicaris Vlassenhout 5
9200 Dendermonde
Belgien
www.vicaris.be

Winterkoninkske

Die Brauerei von Kerkom wurde 1878 von Evarist Clerinx gegründet. Um 1936 übernahm sein Sohn Paul die Leitung, 1952 übernahm Jean Clerinx die Leitung. Jean musste wie so viele andere auch die Brauerei 1968 schließen. Doch die Leidenschaft seines Brauers veranlasste Jean, die heutige Brauerei 1988 nach seiner Pensionierung wieder in Betrieb zu nehmen. Seit 1999 hat Jean den Rührstab buchstäblich an Marc, einen Bierbrauer mit Leib und Seele, weitergegeben.

Seit dem Jahr 2000 wurde das Angebot der Brauerei immer weiter ausgebaut, so dass heute zehn unterschiedliche Biere gebraut werden, so auch das nur saisonal gebraute Winterkoninkske, das Winterbier, das jetzt vor mir steht.

Zur Brauerei gehört auch ein kleines Restaurant, das für viele Spaziergänger, Radfahrer, Bierverkoster und Genießer zum beliebten Ziel geworden ist. Im Sommer ist der Innenhof mit seinen schmiedeeisernen Tischen geöffnet und im Winter sitzen die Gäste um den gemütlichen Holzofen im ehemaligen Kutschenhaus. Und das ganze Jahr über können die traditionell gebrauten Biere genossen werden. Dazu gibt es Brot, Käse und Pastete, alles aus eigener Herstellung.

Bei der Komposition dieses Belgian Strong Dark Ale haben sich die Brauer viel Mühe gegeben. Sieben unterschiedliche Malze und zwei belgische Hopfensorten wurden kombiniert, damit hier ein einmaliges Bier entsteht. Jetzt ist es aber an der Zeit, dass wir uns dem Bier zuwenden, die Flasche öffnen und das Bier verkosten.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas, nur wenn ich das Glas gegen das Licht halte schimmert etwas Rubinrot durch. Über dem Bier bildet sich eine durchschnittliche Menge feinporiger hellbrauner Schaum, der durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist so süß wie ich es bei einem belgischen Winterbier erwarte, dabei aber ungewöhnlich komplex. Ich rieche Sirup, dunkle Schokolade und Trockenfrüchte, dazu im Hintergrund würzige Noten. Der Duft ist nicht schlecht, aber ich befürchte, dass mir das Bier zu süß sein könnte.

Diese Befürchtung bestätigt sich allerdings nicht. Zwar ist das Bier sortentypisch süß, aber nicht mehr als andere belgische Winterbiere. Aber der erste Eindruck ist, dass das Bier sehr intensiv ist, fast dickflüssig. Die Kohlensäure ist wirklich sanft. Auf der Zunge mischt sich der Geschmack von Zuckerrübensirup mit dem von Kirschsaft, dazu kommt noch etwas Wacholder. Dabei wirkt das Bier wie andere belgische Winterbiere wärmend. Der Geschmack des Sirups bleibt auch im Abgang vorhanden, hier gemischt mit dem von Kaffee.

Das Winterkoninkske ist ein Winterbier, wie es wohl nur die Belgier brauen können.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hafermalz, Wacholder, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,3 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Kerkom
Naamstesterweg 469
3800 Sint-Truiden
www.brouwerijkerkom.be