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BrewAge Hopfenauflauf

Brew Age ist eine Brauerei in Wien, die unter der Devise arbeitet: Höchste Qualität und maximale Frische! Der überschäumende Vulkan im Logo der Brauerei soll für die Kreativität bei der Entwicklung neuer Biere stehen. Kreativ sind die Jungs aber auch bei der Beschreibung ihrer Biere. Mehr oder minder originelle Texte haben ja viele Craft Beer-Brauer. Aber eine Empfehlung für ein Käse-Pairing habe ich bislang nur bei BrewAge gesehen.

Honigfarben und nur wenig hefetrüb zeigt sich das Bier. Darüber bildet sich nur wenig gemischtporiger Schaum, der recht schnell in sich zusammenfällt.

Das Aroma ist fruchtig mit Zitrusaromen sowie Düften nach Ananas und Mandarine, unterstützt durch einige blumige Noten. Aber auch das Malz kommt im Aroma mit leichten Röstaromen zu seinem Recht.

Der Antrunk ist spritzig-frisch und dabei fruchtig. Die Aromen, die sich mir bereits in der Nase mitgeteilt haben, spiegeln sich jetzt auf der Zunge wider. Dazu kommt ein freundliches Bitter, das gut auf die vorhandene Malzsüße abgestimmt ist. Das Bitter dominiert mit seinem langen Nachklang auch den Abgang.

Der Hopfenauflauf ist ein sehr angenehmes Pale Ale, das sich hervorragend trinken lässt.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsner, Karamell), Hopfen (Chinook, Citra, Centennial), Hefe

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Bittereinheiten:

35 IBU

Brauerei:

BrewAge GmbH
Haberlandtg. 64/3/1
1220 Wien
Österreich
www.BrewAge.at

West Coast Pale Ale

Hildesheim liegt etwa 30 Kilometer südlich von Hannover im Vorharzgebiet. An der B6, der Ausfallstraße Richtung Goslar, hat die Hildesheimer Braumanufaktur ihr Zuhause gefunden, von der das West Coast Pale Ale stammt, das jetzt vor mir steht. Die kleine Brauerei, die erst im Jahr 2016 von Jan Pfeiffer und Malte Feldmann gegründet wurde, verkauft ihr Bier nur in der näheren Umgebung, außerdem jeden Donnerstag von 15:00 Uhr bis 21:00 Uhr im Brauereiverkauf. Zu diesem Termin kommt auch ein Biohof, der seine Produkte anbietet, es lohnt sich also für die Hildesheimer, sich dort ihr Bier zu holen. Für mich war es nicht einfach, an das Bier zu kommen. Hildesheim liegt recht weit entfernt, aber jetzt ist es mir endlich gelungen.

Hell golden präsentiert sich das Bier im Glas. Es ist nur wenig hefetrüb, dafür bildet sich aber recht viel feinporiger Schaum, der durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Malz dominiert das Aroma und ich rieche erstaunlich wenig Fruchtigkeit. Das kann aber auch daran liegen, dass das Bier bereits kurz vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum war, als ich es in einem Supermarkt in Hildesheim gefunden habe. Die Aromen des Hopfens bauen sich im Laufe der Zeit ab, weshalb gerade Pale Ales eigentlich recht frisch getrunken werden sollten. Dementsprechend war das Bier auch bei mir auf der Zunge recht schlank. Der Abgang war Bier aber ordentlich bitter und mit langem Nachklang. Das überzeugt mich davon, dass dieses Bier noch einmal einer Nachprüfung bedarf. Dafür muss ich aber erst einmal nach Hildesheim kommen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Citra, Chinook, Summit), Hefe

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Brauerei:

Jan Pfeiffer & Malte Feldmann GbR
Goslarsche Landstr. 15
31135 Hildesheim
www.hildesheimer-braumanufaktur.de

Aromatisch und anständig bitter, so sind die amerikanischen Pale Ales und so ist auch unseres. Ein helles, obergäriges Bier mit fruchtigen Aromen der Hopfen von der amerikanischen Westküste. Dieses Ale zeigt fabelhaft, wie unterschiedlich ein Bier schmecken kann, obwohl Farbe und Alkoholgehalt so vertraut erscheinen.

Passt immer, wenn auch Kellerpils passt 😀

Ename Blond

Seit mehr als 460 Jahren beherbergt Oudenaarde die Brauerfamilie Roman, die die Brautradition vom Vater zum Sohn vererbt. Offiziell begann die Geschichte der Brauerei im Jahre 1545, was Roman zur ältesten Familienbrauerei Belgiens macht. Oudenaarde liegt im Zentrum der flämischen Ardennen und ist bekannt für seine braunen Biere. Es war das Grundelement, auf dem die Brauerei bis 1945 ihren Ruf begründete. Mit der Einführung von Romy Pils wurde eine neue Expansionsphase für die römische Brauerei eingeleitet und das Segment Pils zum zweiten wichtigen Standbein. Das machte Roman zu einem wichtigen Akteur für die Gastronomie der Region. Die achtziger Jahre waren der Beginn der obergärige Biere mit Nachgärung in der Flasche. Mit dieser neuen Technik erreichte Roman auch ein neues Qualitätsniveau. Schließlich hat die Brauerei in den letzten 30 Jahren eine ganze Reihe belgischer Biere mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen und Farben entwickelt.

1990 war ein wichtiges Jahr für die Brauerei Roman, als sie ein triumphales Trio von Abteibieren gründeten: Ename Blond, Dubbel und Tripel. Der Start fiel mit einem Open-Air-Spektakel zwischen den Klosterruinen zusammen. Das Ename Blond war vielleicht das beliebteste dieser drei Biere. Und dieses Bier steht jetzt vor mir, darauf wartend, verkostet zu werden.

Bereits die Optik dieses hellgoldenen Bieres besteht aus Superlativen: es enthält sehr viel agile Kohlensäure und es bildet sich eine sehr voluminöse Krone aus festem Schaum, der auch sehr lange erhalten bleibt.

In der Nase zeigt sich eine deutliche Fruchtigkeit. Neben dem Aroma des Malzes kann ich einen Hauch Ananas sowie etwas weißen Pfeffer riechen.

Der allererste Eindruck beim Kontakt dieses Bieres mit der Zunge ist eine kräftige Süße, aber durch die ordentlich dosierte Kohlensäure wirkt es doch wirklich frisch. Schnell gesellt sich eine kräftige Fruchtigkeit dazu. Der Geschmack nach Zitrone, Mandarine und Orange kommt in den Vordergrund, während die Süße in die zweite Reihe zurücktritt. Der trockene Abgang ist durch ein sehr mildes Bitter geprägt; trotzdem klingt er lange nach.

Alles in allem ein robustes, aber dennoch leichtes Bier mit einem schönen, trockenen und anhaltenden Abgang. Das Ename Blond ist Durstlöscher und Degustationsbier in einem. Erfrischend, leicht, aber mit viel Komplexität.

Nicht umsonst hat dieses Bier im Jahr 2014 zwei Auszeichnungen errungen:

  • Brussels Beer Challenge – Bronze Abbey Style
  • World Beer Challenge – Silver – Belgian Style Abbey Ale

Alkoholgehalt:

6,6 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Roman
Hauwaart 105
9700 Oudenaarde
Belgien
http://www.roman.be/

Lemke Black Rye IPA

Die Brauerei Lemke aus Berlin bescheibt diesen Bierstil so: “Zu Beginn des 18. Jahrhunderts entwickelten die Engländer mit dem dunklen, röstmalzbetonten Porter das erste Bier nach heutiger Brauart. Das nahmen sie auch mit auf ihre Reise nach Nordamerika, wo Roggen (Rye) das erste Brau-Getreide war, das die Auswanderer anbauten. Als schließlich 100 Jahre später mit dem IPA das erste helle und stark hopfenbetonte Bier das Licht der Welt erblickte – und seinen großen Siegeszug antrat, lag es nahe, beide Bierstile zu vereinen, das Black Rye IPA war geboren.” Mit dem Black Rye IPA von Lemke steht also ein traditioneller Bierstil vor mir und ich will jetzt mal feststellen wie er mir so gefällt.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier. Darüber bildet sich ein ordentlicher fester mittelbrauner Schaum, der nur langsam in sich zusammenfällt. Optisch gibt es an diesem Bier schon mal nichts auszusetzen.

Das Aroma überrascht mit seiner Komplexität. Anfangs dominieren fruchtige Aromen nach Ananas, Melone und der Süße getrockneter Feigen. Etwas später wagen sich auch Düfte nach Pumpernickel und Schokolade an die Oberfläche. Es lohnt sich also, der Nase mehr als einen Versuch zu gönnen.

Der Antrunk ist durch die Süße des Malzes geprägt, die durch die extrem feinperlige und sanfte Kohlensäure sowie den Noten nach Roggen umschmeichelt wird. Dabei ist das Bier überraschend frisch. Schnell kommt die Fruchtigkeit in den Vordergrund und die Aromen, die die Nase bereits festgestellt hat, spiegeln sich auf der Zunge wider. Ich frage mich nur, wo sich die 65 Bittereinheiten verstecken. Ein gewisses Bitter spielt beim Geschmack mit, aber irgendwie hätte ich ja mehr erwartet. Insgesamt produziert das Black Rye IPA ein angenehmes, rundes und samtiges Mundgefühl. Im Abgang lässt die Süße nach und macht einem fruchtigen und freundlichen Bitter mit sehr langem Nachklang Platz.

Die Brauer haben in Berlin ein Bier kreiert, an das ich mich glatt gewöhnen könnte.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale Ale, Caraaroma, Carafa), Roggenmalz, Hopfen (Cascade, Amarillo, Galaxy), Hefe

Alkoholgehalt:

7,2 % Vol.

Stammwürze:

18,5° Plato

Bittereinheiten:

65 IBU

Brauerei:

Brauerei Lemke GmbH
Dircksenstr., S-Bahnbogen 143
10178 Berlin
www.lemke.berlin

Beck’s Red Ale

Lange Jahr war die Brauerei Beck’s in Bremen, die seit 2002 zu AB InBev gehört, fast ausschließlich für ihr Pils bekannt. Beworben wurde das Bier mit einem Segelschiff, das die grenzenlose Freiheit der Meere symbolisierte. So ist es auch kein Wunder, dass die Brauer im Jahr 2015 die Reihe “Taste The World” herausbrachten, zu der auch das Red Ale gehört, das die Werbung als die Verkörperung des irischen Lebensgefühls beschreibt.

Rubinrot und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine recht große feste und elfenbeinfarbene Schaumkrone, die auch lange erhalten bleibt. Optisch haben die Hanseaten alles richtig gemacht.

Das Aroma ist malzig-süß. Neben dem Duft nach Karamell steigt mir kein Hopfenaroma in die Nase. Schade, da hätte ich mir eigentlich mehr erwartet.

Der Antrunk wird durch eine leichte Malzsüße dominiert und er ist durch die feinperlige Kohlensäure recht spritzig. Aber dann fällt das Bier in ein Loch. Es bleibt bei der Süße, weitere Geschmackseindrücke suche ich leider vergebens. Erst im Abgang zeigt sich neben der Süße ein leichtes Bitter mit einem vergleichsweise kurzen Nachklang.

Um nebenbei mal ein Bier zu trinken ist das Red Ale von Becks ja in Ordnung, aber einen besonderen Genuss darf der Konsument leider nicht erwarten. Ich bin enttäuscht. Eventuell hatte ich ja auch falsche Erwartungen, da ich meist Craft-Biere trinke. AB InBev positionierte das Red Ale wie folgt: “Wir haben nicht den Plan aus einer Marke wie Beck’s ein Craft-Bier zu machen. Das erwartet der Konsument nicht von einer internationalen Marke wie Beck’s. Wir zielen mit den Produkten in die Kategorie ‚Internationale Biere’ und weniger in die ‚Craft”-Ecke'”.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Brauerei:

Anheuser-Busch InBev
Deutschland GmbH & Co. KG
28199 Bremen
http://www.ab-inbev.de/marken/becks.html

Artbeer #1 Case Maclaim

Jetzt steht mal wieder ein Sondersud von Maisel & Friends vor mir, Artbeer #1 genannt. Das auffällige Etikett wurde von Andreas von Chrzanowski gestaltet, auch als Case Maclaim bekannt. Na ja, bekannt ist wohl relativ. Ich hatte noch nie von ihm gehört, aber immerhin hat er es zu einem eigenen Eintrag auf Wikipedia gebracht. Der Bildausschnitt auf dem Etikett zeigt, wie filigran Case sprayt. Damit passt das Bild gut zu den in der Regel gut komponierten Bieren aus Bayreuth.

Beim Artbeer #1 handelt es sich um ein Hoppy Strong Ale, so dass ich also ein kräftiges, schweres und ordentlich gehopftes Bier erwarte. Mal sehen, wie mir dieses Bier gefällt, bei dem bereits der Name aussagt, dass es sich um das erste einer Reihe handelt.

Golden mit einem ordentlichen Stich ins orange präsentiert sich das Bier im Glas. Dazu kommt eine leichte Hefetrübung, die mich aber noch sehen lässt, dass das Bier recht viel Kohlensäure enthält. Die Schaumkrone ist durchschnittlich groß, dabei aber cremig und mit langer Haltbarkeit. Optisch macht das Bier schon mal einen sehr guten Eindruck.

Das Aroma ist frisch und fruchtig. Düfte nach Zitrusfrüchten, Ananas, Mango und Himbeeren steigen mir in die Nase. Ich kann kaum glauben, dass diese frischen Aromen wirklich mit satten 9,5 Volumenprozenten Alkohol daherkommen. Jedenfalls bekomme ich richtig Lust auf den ersten Schluck.

Bereits beim ersten Kontakt des Bieres mit meiner Zungenspitze spiegeln sich die fruchtigen Aromen wider. Die Süße ist angenehm zurückhaltend. Während sich das Bier auf der Zunge verteilt nimmt die Fruchtigkeit noch zu und das Mundgefühl ist cremig und rund. Ich frage mich nur, wo sich denn die 38 Bittereinheiten verstecken. Die verstecken sich offensichtlich irgendwo hinter der ungeheuren Fruchtigkeit der Hopfensorten Mosaic und Citra und sie kommen erst im recht trockenen Abgang wirklich zum Vorschein. Auch der Geschmack des Alkohols meldet sich erstmals im Abgang, wo er aber gut eingebunden ist. Und wo wir schon beim Abgang sind: die Fruchtigkeit klingt noch ellenlang nach.

Das Artbeer #1 hat mich wirklich überrascht und auch überzeugt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

9,5 % Vol.

Stammwürze:

19,3° Plato

Bittereinheiten:

38 IBU

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstaße 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Braukatz Hop Cat

Das Allgäu – eine Bilderbuchlandschaft. Von dort kommt das Bier, das jetzt vor mir steht, das Braukatz Hop Cat aus der Brau-Manufaktur Allgäu in Nesselwang. Die Brauerei ist seit 1883 in Familienbesitz. Neben den traditionsreichen bayrischen Bieren werden hier auch einige Craft-Biere kreiert, so auch das Hop Cat.

Das helle Gelb des Bieres und die leichte Trübung durch die Hefe gefallen mir schon mal gut. Leider hat das Bier nur recht wenig gemischtporigen Schaum, der auch schnell in sich zusammenfällt.

Über die meiner Meinung nach doch noch verbesserungsfähige Optik dieses Bieres trösten aber die fruchtigen Aromen hinweg, die mir bereits während des Einschenkens in die Nase steigen. Vor Allem Limone und Ananas kann ich riechen. Spätestens mein Geruchssinn verrät mir, dass ich hier ein besonderes Bier vor mir stehen habe.

Bei diesem fruchtigen Aroma erwarte ich einen recht süßen Antrunk – und ich werde auch nicht enttäuscht. Die fruchtige Süße, in der sich das Aroma widerspiegelt, wird aber durch die gut dosierte feinperlige Kohlensäure ausgeglichen. Schnell verbindet sich ein kräftiges aber freundliches Bitter mit der Fruchtigkeit. Jetzt zeigt das Hop Cat seinen Charakter – kräftig und ausgewogen, damit aber absolut nicht langweilig. Trotz des kräftigen Bitter bleibt das Bier sehr gut trinkbar. Auch der Abgang ist fruchtig und zeigt dabei ein erstaunlich mildes Bitter. Trotzdem klingt er ellenlang nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Triskel, Brewers Gold), Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11,0 %

Bittereinheiten:

42 IBU

Brauerei:

Post-Brauerei Nesselwang
Karl Meyer
Hauptstr. 25
87484 Nesselwang
www.brau-manufactur-allgaeu.de

Insel Saison

Die Insel-Brauerei aus Rambin auf Rügen steht einfach für Qualität. Daher habe ich auch keine Befürchtungen das Insel Saison von dort zu öffnen und zu verkosten. Saison, auch Farmhouse Ale genannt, ist ein alter belgischer Bierstil. Traditionell wurde er im Winter gebraut, um im Sommer die Erntehelfer zu motivieren, am nächsten Tag wieder zur harten Arbeit aufs Feld zu gehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dabei groß aus Qualität und konsistenten Geschmack geachtet wurde; vermutlich war die Menge wichtiger und es wurde mit den Zutaten gebraut, die noch in ausreichender Menge verfügbar waren.

Heute ist das Saison ein sehr komplexer Bierstil. Die meisten dieser Biere verfügen über ein sehr fruchtiges Aroma, das sich auch im Geschmack widerspiegelt. Achten Sie auf erdige Hefetöne, milde bis mäßige Säure. Viel Würze und mit mittlerer Bitterkeit. Sie neigen dazu, halbtrocken zu sein, wobei viele nur einen Hauch von Süße haben. Ob dies auch auf das Produkt von Deutschlands größter Insel zutrifft will ich jetzt feststellen.

Rotgolden und praktisch ohne Hefetrübung zeigt sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich sehr viel fester Schaum mit einem leichten Gelbstich, der sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal eine gute Figur.

Angenehme Fruchtaromen nach Trockenpflaumen, Orange und Pfirsich seigen mir in die Nase, unterstützt durch einige würzige Noten. Ich meine, Koriander und einen Hauch Nelke zu erkennen.

Der Antrunk ist recht süß und fruchtig, wobei die Orange etwas stärker in den Vordergrund tritt als im Aroma. Leider ist die sehr sanfte und feinperlige Kohlensäure recht knapp bemessen. Da würde ich mir etwas mehr wünschen. Auf der Zunge entwickelt sich eine ordentliche geschmackliche Intensität. Zur Süße gesellt sich eine gut abgestimmte fruchtige Säure, so dass mich die wenige Kohlensäure nicht mehr stört. Bitterstoffe kann ich zu diesem Zeitpunkt nicht feststellen. Dafür erinnert das Bier jetzt etwas an Wein. Auch der Abgang ist sehr mild und mit minimalen Bitterstoffen. Leider klingt auch die Fruchtigkeit nur kurz nach.

Für mich ist das Insel Saison sicher nicht das beste Bier aus der Brauerei in Rambin, aber der Geschmack ist komplex und wirklich nicht zu verachten. Ich kann jeden Biergenießer verstehen, der von diesem Bier begeistert ist. Ich würde aber trotzdem empfehlen, es etwas kühler zu trinken als mit den von der Brauerei empfohlenen 12° Celsius. Es gilt aber: mit diesem Bier kann der Sommer kommen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Traubenzucker (während der Flaschenreifung vollständig vergoren), Naturhopfen, Hefe, Gewürz

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Brauerei:

Rügener Insel-Brauerei GmbH
Hauptstraße 2c
18573 Rambin
www.insel-brauerei.de

Dieses Bier können Sie ab einer Bestellsummer von 49,00 Euro durch einen Klick auf das folgende Banner versandkostenfrei bestellen:

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Tongerlo Lux

Jetzt steht das Tongerlo Lux vor mir. Die Brouwerij Haacht aus dem belgischen Boortmeerbeek war in der Craft Beer-Arena auf der Internorga in Hamburg vertreten und der Brauer hat mir unter anderem auch dieses Bier mitgegeben. Es handelt sich um ein helles Abteibier, also um ein Bier, das nach einem alten Klosterrezept in einer Vertragsbrauerei gebraut wurde. Wie so viele belgische Biere wurde auch das Tongerlo Lux einer zweiten Gärung in der Flasche unterzogen.

Das Bier strahlt intensiv leuchtend golden. Ich sehe viel agile Kohlensäure und es bildet sich überdurchschnittlich viel gemischtporiger Schau, der nur langsam in sich zusammenfällt.

Das Aroma ist malzbetont, leicht süßlich nach Trockenfrüchten und würzig. Bereits im Aroma kommen auch die 6 Volumenprozent Alkohol durch, was aber den guten Eindruck nicht trübt.

Der Antrunk ist recht süß und intensiv. Die feinperlige Kohlensäure sorgt für eine ordentliche Frische. Schnell kommt ein gut dosiertes freundliches Bitter dazu. Insgesamt ist das Bier süffig und der Alkohol ist auf der Zunge gut versteckt. Der Abgang ist dann überraschend mild und er klingt durchschnittlich lange nach.

Das Tongerlo Lux ist ein gutes belgisches Allroundbier.

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Haacht
Provinciesteenweg 28
3190 Boortmeerbeek
Belgien
www.tongerlo.be

Tongerlo Prior

Die Brauerei Haacht aus dem belgischen Boortmeerbeek war auf der Internorga und von dort habe ich auch das Tongerlo Prior mitgebracht. Das Triple wurde im Jahr 2011 bei den World Beer Awards als bestes helles Abteibier ausgezeichnet. Ich kann mich also auf ein sehr gutes Bier freuen. Wie viele Biere aus Belgien wurde das Bier einer zweiten Gärung in der Flasche unterzogen, wodurch der Geschmack intensiviert und die Haltbarkeit verlängert wird.

Bereits die Optik kann überzeugen. Golden und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine sehr voluminöse feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert. Etwas zurückhaltend aber deutlich wahrnehmbar kommen die Aromen des Hopfens dazu. Mir steigen Aromen grüner Früchte in die Nase, gepaart mit Nuancen von Gewürzen, Hefe und Karamell. Später gesellt sich noch der Duft überreifer Pflaumen dazu. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht süß, allerdings nicht unangenehm, denn die passend dosierte Kohlensäure sorgt für eine ordentliche Frische. Schnell kommt ein leichtes Bitter dazu. Die Aromen, die mir in die Nase gestiegen sind, spiegeln sich auf der Zunge wider. Die 9 Volumenprozent Alkohol sind gut eingebunden, so dass sie zwar zu schmecken sind, aber die anderen Geschmäcker des Bieres nicht überdecken sondern unterstützen. Im Abgang mischen sich die Fruchtigkeit und die Bitterstoffe. Dabei klingen die Fruchtnoten länger nach das das Bitter.

Das Tongerlo Prior ist ein sehr gutes belgisches Triple, das auch gut zu belgischen Speisen passt.

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Haacht
Provinciesteenweg 28
3190 Boortmeerbeek
Belgien
www.tongerlo.be