BrauBeviale 2020 Special Edition: Präsentation des Hobbybrauer-Gewinnerbiers „Hoptimism“

Der Gewinner des 3. Hobbybrauerwettbewerbs von Maisel & Friends und der BrauBeviale heißt Christoph Wolfrum. Im Februar 2020 wurde sein American Pale Ale “Hoptimism” bei der “Home Brew Bayreuth” zum Sieger gekürt und in der Zwischenzeit bei Maisel & Friends nachgebraut. Das Hobbybrauer-Gewinnerbier wird im Rahmen der BrauBeviale 2020 Special Edition erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Am Donnerstag, 12. November 2020, präsentiert Michael König, Biersommelier bei Maisel & Friends, gemeinsam mit Christoph Wolfrum “Hoptimism” live auf der digitalen Dialogplattform myBeviale.com.

Die kreativen Brauer von Maisel & Friends und die BrauBeviale als wichtigste Investitionsgütermesse für die Getränkeindustrie haben den Wettbewerb für Hobby- und Heimbrauer im Jahr 2018 ins Leben gerufen und er erfreut sich jedes Jahr zunehmender Beliebtheit. Im dritten Veranstaltungsjahr war das Wettbewerbsthema “American Pale Ale” und Heimbrauer aus ganz Deutschland reichten ihre Kreationen ein. Um das Gewinnerbier zu ermitteln, führte eine hochkarätig besetzte Fachjury aus Braumeistern, Biersommeliers, Fachjournalisten und Bloggern im Februar 2020 eine mehrere Stunden andauernde Blindverkostung durch.

Gewinner kommt aus der Heimat der BrauBeviale

Christoph Wolfrum aus Nürnberg überzeugte die Juroren und gewann den Wettbewerb mit seinem Pale Ale “Hoptimism”. Im September durfte der Hobbybrauer seine Kreation im großen Maßstab in der Brauwerkstatt von Maisel & Friends in Bayreuth nachbrauen. Einen Tag lang unterstütze Christoph Wolfrum das Maisel-Team tatkräftig beim Brauen und entwickelte auch das Etikett seines Bieres mit.

“Hoptimism” zur BrauBeviale 2020 Special Edition

Im Rahmen der BrauBeviale 2020 Special Edition wird das Hobbybrauerbier “Hoptimism” erstmals der Öffentlichkeit präsentiert: Am 12. November 2020 wird Christoph Wolfrum gemeinsam mit Michael König, Biersommelier bei Maisel & Friends, sein Bier von 12 bis 12:30 Uhr auf myBeviale.com vorstellen – live mitzuerleben auf der Craft Beverages & brau@home Stage, dem zentralen Anlaufpunkt für Heim- und Hobbybrauer vom 10. bis 12. November 2020, den sogenannten Launch Days der neuen digitalen Dialogplattform für die Getränkeindustrie.

Die Launch Days der myBeviale.com, sprich der 10. November 2020, sind auch der Startschuss für den Verkauf des streng limitierten Biers im Maisel & Friends Onlineshop: www.maiselandfriends.com/shop.

Im Anschluss an die Launch Days können Probierpakete von Getränkespezialitäten, die ursprünglich in der Craft Drinks Area zur Verkostung bereitstehen sollten, bestellt werden. Für die Verkostung Zuhause werden auf myBeviale.com dann Verkostungsnotizen und Hintergrundinfos durch Sommeliers bereitgestellt. Auch “Hoptimism” wird in diesen Probierpaketen enthalten sein.

Der European Beer Star im Corona-Jahr

Der European Beer Star der Privaten Brauereien ist auch in diesem Jahr der wichtigste Bierwettbewerb weltweit. In diesem Jahr war die Durchführung des Wettbewerbs aufgrund der Reisebeschränkungen und anderer Widrigkeiten durch Corona nicht einfach, aber dank eines strengen Präventionskonzeptes konnte die Bewertung im Rahmen einer Präsenz-Verkostung beim European Beer Star-Partner Doemens durchgeführt werden. Leider konnten in diesem Jahr nicht so viele Tester teilnehmen wie im letzten Jahr, aber immerhin waren 74 Verkosterinnen und Verkoster Anfang Oktober in Gräfelfing bei München anwesend und beurteilten die vielen eingereichten Biere. Der Verband Private Brauereien verlieh die Awards in Gold, Silber und Bronze heute im Rahmen der BrauBeviale 2020 Special Edition zum ersten Mal digital.

Zu den Siegern: Deutschland gewinnt vor USA und Italien

Deutschlands Brauereien führen wie schon im Jahr 2019im Medaillenspiegel. Sie dürfen sich mit 72 European Beer Stars schmücken: 21 Mal in Gold, 23 Mal in Silber und 28 Mal in Bronze. Platz zwei belegten die USA mit 11 Mal Gold, 5 Mal Silber und 6 Mal Bronze. Platz drei geht an Italien, mit 9 Mal Gold, 10 Mal Silber und 8 Mal Bronze.

Die erfolgreichste internationale Brauerei des European Beer Star 2020 kommt aus Taiwan. Buckskin freut sich über 3 Mal Gold in den Kategorien “German-Style Pilsener”, “German-Style Heller Bock” und “Smoke Beer Franconian Style”. Dazu kommen 3 Mal Silber in den Kategorien “Session Beer”, “Alt” und “South German-Style-Kristallweizen”. Aber auch hier strahlt ein Teil des Ruhms auf Deutschland, denn die Buckskin-Sudkessel werden von einem deutschen Braumeister geführt.

Württembergische Brauerei führt europäisches Ranking an

Die erfolgreichste Brauerei Deutschlands ist im Taubertal in Baden-Württemberg beheimatet. Die Distelhäuser Brauerei gewinnt 3 Mal Gold. Für ihr Jubiläumsbier 1670 in der Kategorie “Belgian-Style Strong Blond Ale”, für ihren Weizen Bock, Kategorie “South-German Weizenbock Hell” und für das Distelhäuser Dinkel in der Kategorie “Beer with alternative Cereals”. Hinzu kommen zwei European Beer Stars in Bronze in den Kategorien “SouthGerman-Style Hefeweizen Hell und -Kristallweizen”. Distelhäuser ist damit auch die beste europäische Brauerei beim globalen Wettbewerb European Beer Star.

Trotz der widrigen Umstände im Corona-Jahr war die Internationalität des Wettbewerbs enorm: 61 Prozent der eingereichten Biere kamen von Brauereien außerhalb Deutschlands und zwar aus 41 Ländern. Die Medaillen gehen in 28 Länder. Die Brauereien, die beim European Beer Star 2020 ausgezeichnet wurden, kommen aus Europa, aus Nord- und Südamerika, aus Asien und aus Australien.

Bayerische Brauereien sammeln die meisten European Beer Star Awards

Die Camba Bavaria aus Seeon ist die zweitbeste deutsche Brauerei des Wettbewerbes: Gold für Camba Dark Side und Bavarian Wit; Silber für Camba Hell und Bronze für das Camba Märzen. Damit konnte Camba Bavaria den großen Erfolg aus dem vorigen Jahr noch übertrumpfen.

Viele Brauereien Bayerns konnten an ihre Erfolge im Jahr 2019 anknüpfen. Etwa die Schönramer Landbrauerei – mit Gold für Schönramer Hell und Silber für Schönramer Pils. Oder Eittinger Fischerbräu – mit 2 Mal Silber – für das Kirta Bier in der Kategorie “German-Style Märzen” sowie Urtyp Dunkel in der Kategorie “European-Style Dunkel”. Auch die Ayinger Brauerei gehört wieder zu den Siegern: Die Ayinger Urweisse erhielt zum fünften Mal Gold in der Kategorie “South German-Style Hefeweizen Bernsteinfarben”. Bronze gibt es zudem für Ayinger Altbairisch Dunkel.

Barbe Noire

Das Barbe Noire, das jetzt vor mir steht, stammt aus der Brouwerih Verhaeghe im flämischen Vichte. Der Name des Bieres geht aber auf die alte Brauerei “Barbe d’Or in Lüttich zurück, die im Zentrum vom Lüttich beheimatet war und der Familie de Romsée gehörte. Deren Wappen ist heute Teil des Logos der Barbe-Biere.

Blickdicht schwarz steht das Bier im Glas. Die überdurchschnittlich große feste Schaumkrone ist mittelbraun und bleibt sehr lange erhalten. So soll ein Stout aussehen.

Düfte nach dunkler Schokolade und Mokka steigen mir in die Nase, abgerundet mit Aromen nach Vanille und Pumpernickel.

Der Antrunk ist weniger süß als ich es erwartet habe und das Bier macht einen überraschend leichten Eindruck. Auf der Zunge kommt zur Süße noch ein passendes Bitter, begleitet durch den Geschmack der Röststoffe. Das Bier ist vollmundig und der Alkohol ist sehr gut eingearbeitet. Im Abgang wird das Bier trockener, der Geschmack nach Espresso kommt in den Vordergrund und er klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Stammwürze:

20° Plato

Brauerei:

Brouwerij Verhaeghe Vichte
Sint-Dierikserf 1
8570 Vichte
Belgien
www.brouwerijverhaeghe.be

ater Kellerbier

Wieder einmal steht ein Bier von David Hertl im fränkischen Schlüsselfeld vor mir. Fast hätte ich es nicht als solches erkannt, denn diesmal hat David Hertl sich ein ganz besonderes Etikett einfallen lassen. Auch wenn ich weder den Namen noch die Zeichnung des Teufels im Zusammenhang mit einem Bier so ganz verstehe, fällt sie im Bierregal doch auf. Aber weshalb der Name? Pons übersetzt ihn beispielsweise mit den folgenden Begriffen: traurig, unglücklich, grauenvoll, unheilvoll, böse, giftig, hämisch. Na, hoffentlich ist das Bier freundlicher.

Golden mit einem leichten Rotstich fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große feste Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Die Optik ist wie gemalt.

Das Aroma ist angenehm und komplex. Düfte nach Brotkrume und Hefe steigen mir in die Nase, unterstützt durch einige würzige Noten.

Der Antrunk ist malzbetont. Trotzdem enthält das Bier nur wenig Süße. Die Kohlensäure ist sehr feinperlig. Auf der Zunge bildet sich eine überraschend kräftige angehnehme Bitterkeit, begleitet durch leichte Zitrusaromen. Das Mundgefühl ist voll und rund. Insgesamt ein sehr süffiges Bier. Der Abgang überrascht durch Milde und ein leichtes angenehmes Bitter klingt zusammen mit dem Geschmack der Hefe lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Brauerei:

Braumanufaktur Hertl
David Hertl
Thüngfeld 61
96132 Schlüsselfeld
https://braumanufaktur-hertl.de

Cuvée du Chateau

Die Geschichte der Brouwerij Kasteel beginnt 1865 mit Amandus Van Honsebrouck. Er besaß nicht nur diese Brauerei, sondern auch noch einen Bauernhof, eine Molkerei und Brennerei und war auch noch der Bürgermeister des Ortes Werken. Nach dem Tod Amandus übernimmt sein Sohn Emile die Brauerei, da seine Frau Louise mit der Schwiegermutter nicht so richtig warm wurde, deshalb eröffneten sie ihre Brauerei auf einen kleinen Bauernhof in Ingelmunster, dem Geburtsort von Louise im Jahre 1900. Die Brauerei entwickelte sich prächtig, es wurden Spezialbiere gebraut, die Brauerei vergrößert, das Schloss und der Park in Ingelmunster gekauft. Im Jahre 2010 wurde das Castel Cuveè entwickelt, ein Bier, das mit Noten von Portwein hergestellt wird und nach einen 10 Jahre lang gelagerten Kasteel schmecken soll, das Cuvée du Chateau. Die Brauerei legt also die Latte sehr hoch und ich will jetzt mal prüfen, ob das Bier diesen Ansprüchen auch genügen kann.

Tiefrubinrot präsentiert sich das Bier im Glas, fast blickdicht schwarz. Die mittelbraune Schaumkrone ist durchschnittlich groß und feinporig. Sie bleibt lange erhalten.

Das Aroma des Bieres ist sehr komplex. Düfte nach dunkler Schokolade, Kaffee und nach Trockenfeigen steigen mir in die Nase. Diese Aromen vereinen sich mit dem Geruch des Alkohols zu einem Eindruck, der an Portwein erinnert. Zusammen mit der Malzsüße macht das alles richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk weist eine angenehme Süße auf, die zusammen mit der extrem feinperligen Kohlensäure ein sehr edles Gesamtbild ergibt. Während sich das Bier auf der Zunge verteilt kommt die Fruchtigkeit in den Vordergrund. Ich schmecke die Feigen, die ich bereits in der Nase festgestellt hatte. Der Geschmack nach Schokolade kommt dazu, abgerundet durch einen Hauch Lakritz. Das Mundgefühl ist samtig und schwer. Im Abgang wird das Bier trockener und die Süße wird teilweise durch ein freundliches Bitter ersetzt. Der Alkohol, der auf der Zunge noch recht zurückhaltend war, sorgt jetzt für ein wärmendes Gefühl. Der Geschmack klingt noch lange nach.

Das Cuvée du Chateau ist ein sehr schönes Weihnachtsbier, das prima zu Lebkuchen oder Pfeffernüssen passt. Aber auch Wildgerichte passen gut zu diesem Bier.

Zutaten:

Gerstenmalz, Hopfen, Zucker, Hefe, Wasser

Alkoholgehalt:

11,0 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

12° Celsius

Brauerei:

Kasteel Brouwerij Vanhonsebrouck
Brouwerijstraat 1
8870 Izegem
Belgien
www.vanhonsebrouck.be

Heute ist Weltmännertag

Heute ist Weltmännertag. Ja, den gibt es wirklich und er sollte nicht mit dem 19. November verwechselt werden, denn das ist der Internationale Männertag. Da ist es doch der richtige Zeitpunkt sich einmal den Bierkonsum der Männer anzusehen. Verlässliche und aktuell Zahlen liegen mir nur aus Österreich vor. Aber so groß sind die kulturellen Unterschiede zwischen den Deutschen und unseren südlichen Nachbarn nun auch wieder nicht. Der Blick auf den männlichen Bierkonsum anlässlich des Weltmännertages ist wenig überraschend: Dreiviertel sind regelmäßige Bierkonsumenten und Bier hat in vielen Situationen mehr Bedeutung für Männer als für Frauen.

Nach dem Sport greifen 16 % der Männer zu Bier. Zur alkoholfreien Variante sogar 19 %. Und dabei tun sie auch ihrem Körper etwas Gutes. Denn die im Bier enthaltenen Inhaltsstoffe wie Maltodextrin, Kalium und Magnesium sorgen für Mineralstoffnachschub und revitalisieren den Körper. Ansonsten ist der Hauptgrund alkoholfreies Bier zu trinken für sechs von zehn Männern das Autofahren.

Regelmäßiger Bierkonsum

Darüber hinaus überrascht der männliche Bierkonsum wenig. Dreiviertel der österreichischen Männer (77 %) trinken regelmäßig Bier, also zumindest mehrmals pro Monat. Jeder Zweite ist zudem wenig probierfreudig und greift eher zu einer ihm bekannten Biersorte. An Neuheiten in der Bierszene, wie etwa an neuen Bierlokalen, privaten Verkostungen, Bierreisen, Festivals rund um Bier und Biermuseen, sind Männer hingegen wieder überdurchschnittlich interessiert.

Mehr Bedeutung als für Frauen

Bier spielt bei Männern in vielen Situationen eine wichtigere Rolle als für Frauen: beim Frühschoppen, beim Feiern, beim abendlichen Fortgehen und Treffen mit Freunden. Auch den Feierabend zu Hause begeht ein Viertel der Männer gerne mit dem Genuss von Bier, im Gegensatz zu 9 % der Frauen. Entsprechend ist auch der Bierkauf für den Haushalt vorwiegend in Männerhand. Doppelt so viele Männer (15 %) wie Frauen (7 %) kaufen mindestens 1x pro Woche Bier für den Haushalt ein.

Dieser Artikel wurde mit Material der Brauunion Österreich verfasst.

Einbecker Weihnachtsbier

Aus dem Süden Niedersachses stammt das Einbecker Weihnachtsbier. Die Brauerei ist bereits seit dem Mittelalter für ihre Bockbiere bekannt und verspricht, dass dieses Weihnachtsbier nicht so süß und stark ist wie die Weihnachtsbiere anderer Brauereien. Und tatsächlich, das Weihnachtsbier aus Südniedersachsen enthält wirklich nur 5,3 Volumenprozent Alkohol, kaum mehr als ein industriell hergestelltes Pils.

Die erste Überraschung hält das Einbecker Weihnachtsbier bereits beim Einschenken bereit. Winter- und Weihnachtsbiere sind meist dunkel und enthalten vergleichsweise viel Alkohol. Über den Alkoholgehalt habe ich ja bereits geschrieben, aber auch in der Farbe gehen die Brauer aus Einbeck einen Sonderweg: vergleichsweise hell bernsteinfarben ist deren Weihnachtsbier. Die feinporige Schaumkrone ist durchschnittlich voluminös und bleibt lange erhalten. Optisch macht das Bier schon mal eine gute Figur.

Düfte nach Karamell sowie eine leichte Fruchtigkeit steigen mir in die Nase. Abgerundet wird das Aroma durch eine angenehme Sherrynote, die vermutlich von den 5,3 Volumenprozent Alkohol herrührt.

Der Antrunk ist frisch und spritzig mit einer sehr feinperligen Kohlensäure. Damit unterscheidet sich das Bier deutlich von den meisten anderen Weihnachtsbieren, die eher schwer und alkoholreich daherkommen. Auf der Zunge kommt der Sherrygeschmack noch mehr in den Vordergrund, so dass trotz des geringen Alkoholgehalts das Bier einen eher schweren Eindruck macht, passend zum Jahresende. Das Mundgefühl ist rund und wärmen. Im milden Abgang wird das Bier etwas trockener.

Ich wundere mich schon, dass ein Bier mit so geringem Alkoholgehalt so voll sein kann und trotz der Leichtigkeit des Geschmacks fast wuchtig.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,3% Vol.

Stammwürze:

12,6° Plato

Brauerei:

Einbecker Brauhaus AG
Papenstraße 4-7
37574 Einbeck
www.einbecker.de

Palm 0.0

Alkoholfreie Biere sind in Belgien ein Fall mit Seltenheitswert. Eine Recherche ergab, dass in Belgien nur etwa ein Dutzend dieser Biere hergestellt und angeboten werden. Mir erscheint das unverständlich, weisen in Deutschland und vermutlich auch anderen Ländern doch gerade die alkoholfreien Biere auch heute noch Zuwachsraten auf, während der Bierkonsum insgesamt geringer wird. Aber egal, jetzt will ich erst einmal feststellen, wie mir das Palm 0.0, das jetzt vor mir steht, gefällt.

Hell bernsteinfarben präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist mit ihrem leichten Gelbstich durchschnittlich groß und bleibt recht lange erhalten. Optisch gibt es hier schon mal nichts zu meckern.

Das Bier duftet nach Karamell und Zitrusfrüchten, allerdings etwas limonadenartig. Das Aroma kann mich nicht vollständig überzeugen.

Der Antrunk ist relativ süß, aber im ersten Moment recht vollmundig. Auf der Zunge kommt ein leichtes Bitter dazu und die Fruchtigkeit wirkt etwas künstlich. Alles in Allem ist das Bier nicht so richtig ausgewogen. Der Abgang ist mild und trotz des nur leichten Bitter klingt der Geschmack lange nach.

Das Palm 0.0 ist etwas leichter im Geschmack als sein berühmter alkoholhaltiger Bruder. Trotzdem kommt auch hier die reiche Würze zum Tragen. Auch wenn das Bier nicht vollständig überzeugen kann gehört es doch zu den besseren alkoholfreien Bieren, insbesondere wenn wir bedenken, dass es sich um ein Bier mit 0,0 % Alkohol handelt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt, Zucker

Alkoholgehalt:

0,0 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Palm NV
Steenhuffeldorp 39
1840 Steenhuffel
Belgien
www.palm.be

BroBier – Fränkisches Rotbier

Die Brauerei beschreibt das Fränkische Rotbier, das jetzt vor mir steht, wie folgt: “Bier von Franken für Franken und alle, die gerne Franken wären.” Das passt doch schon mal zu Franken. Bier ist fester Bestandteil der fränkischen Kultur und Element der hiesigen Lebensfreude. Kein Wunder also, dass dort bierbegeisterte Menschen heranwachsen.

Nicht nur Franken reklamiert die Urheberschaft des Rotbiers für sich, sondern auch in Hamburg rühmt man sich, das Rotbier erfunden zu haben. Wer nun Recht hat weiß ich nicht, aber meist gefällt mir die fränkische Interpretation dieses Bierstils besser. Mal sehen, ob auch die Jungs von BroBier dieser Erwartung entsprechen können.

Bernsteinfarben und klar läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine relativ kleine elfenbeinfarbene Schaumkrone, die aber fest ist und lange erhalten bleibt. So stelle ich mir ein Rotbier aus Franken vor.

Das Aroma ist malzbetont nach Brotrinde und Karamell, aber auch eine angenehme Fruchtigkeit mit dem Duft dunkler Trockenfrüchte steigt mir in die Nase.

Der Antrunk weist eine diskrete Süße auf. Auf der Zunge spiegelt das Bier die Aromen wider, angereichert durch einen Hauch roter Johannisbeeren, die eine leichte Säure mitbringen und so für einen reichhaltigen Geschmack sorgen. Bitter ist in dem erstaunlich leichten Bier nur wenig vorhanden. Erst im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger, ohne aufdringlich zu werden. Die Süße lässt nach und nur eine angenehme Karamellnote klingt noch lange in der Kehle.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Brauerei:

BroBier UG (haftungsbeschränkt)
Im Grund 7
96182 Reckendorf

Wilderen Cuvée Clarisse

Die im Jahr 1743 gegründete Brouwerij Wilderen ist in Flandern beheimatet. Mit Ausnahme der Information, dass es dort einen großen Biergarten gibt, konnte ich keine Informationen über diese Brauerei finden. Aber von dort kommt das Wilderen Cuvée Clarisse, das jetzt vor mir steht und das bei den World Beer Awards 2019 als weltbestes seines Stils ausgezeichnet wurde.

In einem schönen tiefen Rubinrot fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine durchschnittliche feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Ein Bier wie gemalt.

Das Aroma ist malzbetont, süß und sirupartig. Düfte nach dunkler Schokolade und Karamell steigen mir in die Nase, unterstützt durch einen Hauch Lakritz sowie einige florale Noten.

Überraschend ist der erste Kontakt des Bieres mit der Zunge, denn es ist nicht so süß wie ich es aufgrund des Aromas erwartet hätte. Dazu kommt eine sehr feinperlige Kohlensäure, die das Bild zu einem sehr eleganten Bier abrundet. Auf der Zunge stelle ich eine leichte Säure fest und ich schmecke Trockenfrüchte, die durch den Hopfen mit einer leichten Schärfe gut abgerundet werden. Die 9,2 Volumenprozent Alkohol sind sehr gut eingearbeitet, so dass der Alkohol nicht in den Vordergrund trifft und nur wärmend wirkt. Der Abgang ist mild und der Geschmack nach Trockenfrüchten klingt kurz nach.

Auch wenn das Wilderen Cuvée Clarisse nicht als Weihnachts- oder Winterbier ausgewiesen ist, passt es doch perfekt in diese Jahreszeit.

Zutaten:

Wasser, Gerste, Hopfen, Hefe, Kräuter

Alkoholgehalt:

9,2 % Vol.

Bittereinheiten:

28 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

10° Celsius

Brauerei:

Brouwerij Wilderen
Wilderenlaan 8
3803 Sint-Truiden (Wilderen)
www.brouwerijwilderen.be