Burgdorfer Schwarzbier

Jetzt habe ich mal wieder ein Bier aus der Brauerei Burgdorf in der Nähe von Hannover vor mir stehen. Es handelt sich um ein Schwarzbier, einen Bierstil, der bis zur Wende eher in der DDR beheimatet war, jetzt aber auch im Westen immer mehr Anhänger findet. Mal sehen, wie sich dieses Bier so macht.

Dunkelbraun und mit wenig grobporigem Schaum, der sich auch schnell auflöst, präsentiert sich das Bier im Glas. Mit dieser Farbe und ganz ohne Schaum erinnert es eher an Cola.

Düfte nach dunkler Schokolade und Brotkrume steigen mir in die Nase. Aromen des Hopfens kann ich in der Nase nicht feststellen.

Der Antrunk ist leicht süß, die Kohlensäure sehr feinperlig. Auf der Zunge entwickelt sich ein Schokoladengeschmack, dazu eine leichte Säure. Das Bier ist recht schlank und unausgeglichen. Mir fehlen Körper und die Weichheit, die ich von einem Schwarzbier erwarte. Erst im Abgang macht sich eine leichte Hopfenbittere bemerkbar, aber auch hier verschwindet der Geschmack sehr schnell.

Das Burgdorfer Schwarzbier ist absolut nicht meins. Schade. Andere Biere aus der Brauerei können mich durchaus begeistern. Ich habe keine Ahnung, weshalb das Schwarzbier so verunglückt ist.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

12 %

Farbe:

62,9 EBC

Brauerei:

Brauerei Burgdorf GmbH & Co. KG
Lise-Meitner-Str. 8
31303 Burgdorf
www.brauerei-burgdorf.de

Nur noch etwa zwei Wochen dauert es, bis die BRAUKUNST LIVE! wieder ihre Pforten öffnet. Nationale und internationale Aussteller präsentieren Trends, Neuheiten sowie Sondersude und sorgen auf diese Weise für jede Menge Entdeckungen. Das Genussfestival gewährt einen spannenden Einblick in die feinsten Biere der Welt. Hier kommt man mit Experten und Brauern direkt ins Gespräch. BRAUKUNST LIVE! ist das besondere Genuss-Event für Bierkenner, -liebhaber und alle, die einfach neugierig sind.

Erstmals rufen die Veranstalter alle Brauereien auf, am Wettbewerb um den besten FestivalBrew teilzunehmen. Der Premiumpartner der BRAUKUNST LIVE, BarthHaas®, hat mit Fantasia eine kreative Flavour-Hopfenkomposition aufgelegt, eine Mischung verschiedener Hopfensorten, die Bieren fruchtige Noten von Aprikose und einen Hauch von Sahne und Karamell verleiht. Das Siegerbier wird im Rahmen der Veranstaltung bekanntgegeben.

Das BierForum

Das BierForum ist eine neue Plattform für Bierwissen und richtet sich an Biermacher und/oder Biervertreiber. Die Kooperationsveranstaltung zwischen der BRAUKUNST LIVE! und BierBegeisterung soll in Zukunft jährlich jeweils am Freitag mit unterschiedlichen Schwerpunkten glänzen und findet erstmals am 31. Januar von 9.00 Uhr – 14.00 Uhr statt. Die Frage, um die sich in diesem Jahr alles drehen wird, lautet: Wie schaffen wir es, den Wert des Bieres beim Verbraucher darzustellen? Das Thema wird aus den Blickwinkeln von Handel und Gastronomie ausführlich beleuchtet. Mit Top-Speakern wie Prof. Dominik Durner (Prof. für Lebensmitteltechnologie und Oenologie-Hochschule Kaiserslautern), den Bier-Experten Dr. Wolfgang Stempfl und Hans Wächtler, den Bier-Sommelièren Dorothea Wächtler und Klaus Artmann sowie dem Rhetoriktrainer Michael Ehlers kommt das Wissen rund um das Kulturgut Bier direkt an den richtigen Punkt: an den PoS.

Helle im Test: Machen Sie mit!

An beiden Tagen können gängige Münchner Helle blind verkostet werden. Hier werden Marketing und Marke ausgeblendet, was zählt ist der pure Geschmack. Wie schneiden große Brauereien ab? Schmeckt man die Biere von unabhängigen Produzenten heraus? Schmecken und beurteilen Sie selbst.

Live Acts

Für gute Stimmung wird auch musikalisch gesorgt. Das garantieren De.Eva, die als Ein-Frau-Band bayerischen Pop/Rock mit internationaler Note verbindet, die Frauen-Rockband Queen Baba aus München sowie Touch Wood, die mit Gesang, Gitarre und Perkussionsinstrumenten den musikalischen Bogen über Jahrzehnte und Musikrichtungen spannen.

Foodtrucks

Wer Hunger verspürt oder sich zwischendrin stärken möchte, hat Foodtrucks wie Die Suppenhühner, Futterkiste, OX Grill by Ringlers und Wunderbar zur Auswahl.

BarthHaas® ist Premium-Partner 2020

BarthHaas® ist eine familiengeführte Unternehmensgruppe mit Standorten in Deutschland, den USA, Australien, Großbritannien und China. Die Gruppe ist der weltweit führende Dienstleister rund um den Hopfen. Als Visionäre, Impulsgeber und Ideenumsetzer gestalten sie seit 225 Jahren den Markt rund um einen einzigartigen Genussrohstoff. Ziel ist es, die Brauer, genauso wie die Verbraucher, zu inspirieren! Hopfen kann in Bier unendlich viel und die Hopfen-Experten zeigen, wie es geht und was alles möglich ist. Für die BRAUKUNST LIVE! hat BarthHaas® zwei Getränkeinnovationen im Gepäck: Die Hopfenlimo “Hopinade” – hier treffen Kindheitserinnerungen auf einen einzigartigen Hopfengeschmack – und German Brown Ale, ein mit Provoak® gebrautes Münchner Dunkel, das Eichenholz und Hopfen verbindet. Die “Hop Heads” im Green Room von BarthHaas® geben gerne Einblick in die hopfige Vielfalt – zum Anfassen, Riechen und Probieren!

Auch der andere Premiumpartner Hofbräu München blickt auf über 400 Jahre Braukunst zurück: 1589 gründete Herzog Wilhelm V. das Hofbräuhaus im Herzen der Stadt. Die Münchner Traditionsbrauerei versteht sich als internationaler Botschafter für Münchner Braukunst und Bierkultur. Hofbräu München braut jedes Jahr – speziell für die Braukunst Live – eine ganz besondere Bierspezialität mit dem Namen “Hallodri”. Für 2020 haben sich die Brauer, passend zur Hopfenvorgabe des FestivalBrews durch die Braukunst Live! und BarthHaas®, für “mit Fantasie gehopfter Hallodri” entschieden: Ein untergäriges, unfiltriertes Spezialbier mit einem Alkoholgehalt von 5,5 % Vol., das im schonenden Infusionsmaischverfahren gebraut wird. Der fantasievoll gehopfte Hallodri zeichnet sich durch eine besondere Vollmundigkeit aus und hat ein fruchtig-süßes Aroma mit einem Hauch von Karamell. Das Bier kann am Hofbräu-Stand verkostet werden. Zudem gibt es das “Hofbräuhaus Hell”, ein helles Vollbier und den “Hofbräu Winterzwickl”, ein naturtrübes Dunkles zum Entdecken.

Eine Auswahl der Aussteller

BraufactuM

Braufactum sind die Experten der ersten Stunde, brachten die Craft-Bier-Bewegung 2010 aus den USA nach Deutschland und verbinden amerikanische Experimentierfreudigkeit mit deutscher Brauhandwerkskunst. Das Team sagt von sich selbst: “Wir brauen, was uns Spaß macht und was uns auch selber schmeckt. Unsere Biere machen Lust auf mehr.”

Browar Gzub

Wieder mit dabei ist Browar Gzub – eine polnische Brauerei, die aus einer Heim-Brauerei entstanden ist und nun im Familienbetrieb geführt wird. Auf der BRAUKUNST LIVE! präsentiert Browar Gzub ihre neuesten Kreationen.

Frisches Bier

Frisches Bier, 14 Zapfhähne und eine gemütliche Bar mit Anspruch auf Wohnzimmerflair: Frisches Bier ist in München längst eine Insitution geworden. Für ein außergewöhnliches Bier-Angebot sorgen Braumeister Tilman Ludwig und sein Partner Maximilian Heisler. Als Highlight in diesem Jahr bringen die Jungs besondere italienische Biere mit.

Hoppebräu

Die Craft Bier Brauerei Hoppebräu aus Waakirchen mit ihrem Geschäftsführer und Braumeister Markus Hoppe bereichert das traditionelle Handwerk durch kreatives Denken und Brauen. In innovativen Arbeitsweisen entstehen außergewöhnliche Biere, die aber alle eins vereint, beste Qualität.

Lösch-Zwerg

Das Zusammenspiel traditionelles Brauverfahren – die offene Bottichgärung –, Qualitätsgedanke und die handliche 0,33l-Flasche mit extravagantem Pull-Off-Verschluss ist das Geheimnis der Lösch-Zwerg Braumanufaktur. Hanf-Bier und Hanf-Energy-Drink.

Schoppe Bräu

Mit Hopfen, Malz und Muskelschmalz ist das Motto der Brauerei aus Kreuzberg. Sie sind Brauer mit “Herz und Seele”, wie sie selbst von sich sagen. Ihre Biere sind in Sterne-Gastronomie ebenso vertreten wie in Szene-Lokalen.

Belle-Vue Kriek Classique

Das Kriek Classique aus der belgischen Brauerei Belle Vue, die zum Konzern AB InBev gehört, ist einem klassischen Kriek nachempfunden. Es wurde mit wilden Hefen gebraut, aber nicht mit Früchten, sondern mit Fruchtsaftkonzentrat, auch Aromen finden bei AB InBev Verwendung.

Bordeauxrot strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber steht eine durchschnittlich große rosafarbene und feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Optisch haben die Belgier schon mal alles richtig gemacht.

Das Bier duftet intensiv nach Kirschen, unterlegt durch einen Hauch Karamell.

Der Antrunk ist fruchtig und überraschend trocken. Die reichlich dosierte Kohlensäure verleiht dem Bier eine angenehme Frische. Auch auf der Zunge bleibt die Frucht im Vordergrund. Das Bier wird etwas süßer und ist dabei vollmundig mit einem samtigen Mundgefühl. Die Fruchtigkeit bleibt auch im Abgang dominant und sie klingt durchschnittlich lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, konzentrierter Kirschsaft (2,8 %), Zucker, Kirschen (0,2 %), Aromen, Hopfen, Kräuter (Koriander, Orangenschale)

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Brauerei:

InBev Belgium SPRL/BVBA
Boulevard Industriel 21
1070 Brüssel
Belgien
www.tapintoyourbeer.com

Umfrage: Deutsche erkennen bei Fernsehbieren kaum Unterschiede

Einer aktuellen repräsentativen Studie zufolge offenbaren die Deutschen mehrheitlich traditionelle Einstellungen und Konsumpräferenzen in Bezug auf Bier. Die Imageanalyse deckt darüber hinaus Nachholbedarf bei der Markenbildung zahlreicher Brauereien auf.

Das Marktforschungsinstitut SPLENDID RESEARCH hat im Oktober 2019, im Rahmen einer repräsentativen Umfrage, 1.229 in Deutschland lebende Biertrinker zwischen 16 und 69 Jahren online zum Thema Bier befragt. Die Studie gibt Aufschluss über allgemeine Einstellungen sowie das Trink- und Kaufverhalten. Daneben wurden Marken-Indikatoren zu insgesamt 146 Biermarken ermittelt, darunter Werte zu Bekanntheit, Konsumhäufigkeit und Image.

Die Ergebnisse der Studie zeigen: Deutschlands Biertrinker sind nach wie vor eher traditionell eingestellt. So stimmt die Mehrheit überein, Bier sei ein Kulturgut, das nach dem Reinheitsgebot zu brauen ist. Geschmack, Aroma und Natürlichkeit sind für über drei Viertel der Biertrinker entscheidende Merkmale. Kreativität, Exklusivität oder exotische Geschmacksnoten spielen für die breite Masse dagegen nur eine untergeordnete Rolle.

63 Prozent aller Bierkonsumenten trinken an mindestens zwei Tagen in der Woche Bier. Am häufigsten wird dabei zum klassischen Pils gegriffen – 85 Prozent trinken die untergärige Brauart mindestens gelegentlich. Dahinter folgen Biermischgetränke (73 Prozent) und Helles (70 Prozent), welches längst nicht mehr nur in Münchens Biergärten zu finden ist.

In dieser Hinsicht besonders auffällig: Der Frauenanteil unter den Liebhabern des hellen Bieres fällt mit 46 Prozent merklich höher aus, als beispielsweise bei Pils oder Export. Im Falle der Biermischgetränke übersteigt der Anteil weiblicher Konsumentinnen (53 Prozent) sogar den der männlichen (47 Prozent).

Die zumeist handwerklich hergestellten Craft Beer-Sorten werden dagegen weiterhin hauptsächlich von Männern zwischen 20 und 40 Jahren getrunken. Zwar haben 43 Prozent aller Biertrinker schon einmal ein Craft Beer probiert, die überwiegende Mehrheit greift jedoch nur wenige Male im Jahr oder sogar noch seltener zu diesen besonderen Sorten.

“Damit liegt Craft Beer zwar weiter im Trend, es bleibt jedoch eine Nische. Zudem wird sich die Marktlage demnächst zuspitzen, da große Brauereien zunehmend ähnlich anmutende Bierprodukte am Markt positionieren werden”, prognostiziert Alexander Claßen, Studienleiter bei SPLENDID RESEARCH.

Hinsichtlich der Brauereien klassischer Biersorten sind keine eindeutigen Präferenzen festzustellen. Die bekanntesten Marken sind gleichzeitig am beliebtesten: Für neun Prozent der Biertrinker ist Krombacher die Marke der Wahl, dicht gefolgt von Beck’s (8 Prozent) und Bitburger (6 Prozent). Das mit Abstand beliebteste Mischgetränk ist Schöfferhofer Grapefruit (15 Prozent) und unter den alkoholfreien Bieren nehmen Krombacher 0,0% (13 Prozent) und Erdinger Alkoholfrei (12 Prozent) die Spitzenplätze ein.

Die Imageanalyse offenbart, ein Großteil der etablierten Brauereien unterscheidet sich aus Sicht der Verbraucher nur geringfügig voneinander. Lediglich speziellere Marken wie Guinness oder Andechser können in den Kategorien Einzigartigkeit bzw. Authentizität überzeugen. Oettinger besticht zudem durch ein positiv empfundenes Preis-Leistungs-Verhältnis.

“Die etablierten Brauereien sollten gezieltere Maßnahmen zur Markendifferenzierung ergreifen und ihre Alleinstellungsmerkmale stärker betonen. Auf diese Weise können sie ihre Position in einem von Markenvielfalt geprägten Umfeld nachhaltig stärken”, empfiehlt Claßen abschließend.

Kolshorner Rotwild

Wieder einmal steht ein Bier aus der Brauerei Burgdorf vor mir. Diesmal ist es das Kolshorner Rotwild, ein Bockbier. Ob es sich um einen hellen oder um einen dunklen Bock handelt, ist auf dem Etikett nicht ersichtlich.

Kupferfarben und mit geringer Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber eine vergleichsweise kleine Schaumkrone, die schnell in sich zusammenfällt.

Da gefällt mir das Aroma schon besser. Ich rieche Karamell, Toffee, kräutrige Noten und die Herbheit des Hopfens. Auch der Alkohol steigt mir in die Nase, aber er ist gut eingepasst, so dass er weder störend noch unangenehm wirkt.

Der Antrunk ist weich und rund. Obwohl er recht süß und die Kohlensäure eher zurückhaltend dosiert ist, ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild. Auf der Zunge steht das Malz im Vordergrund, das gut mit dem Hopfen zusammenspielt. Das Bier ist vollmundig und süffig. Im Abgang bleibt die Süße erhalten, der Hopfen tritt noch weiter in den Hintergrund, klingt aber trotzdem lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Stammwürze:

16%

Farbe:

20 EBC

Brauerei:

Brauerei Burgdorf GmbH & Co. KG
Lise-Meitner-Str. 8
31303 Burgdorf
www.brauerei-burgdorf.de

Echt Kriekenbier

Die Geschichte der familiengeführten Brasserie Verhaeghe, aus der das Bier stammt, das ich jetzt verkosten will, reicht bis ins Jahr 1885 zurück. Heute ist die vierte Generation der Familie Verhaeghe Eigentümerin der Brauerei.

“Echt Kriekenbier” ist ein echtes Kirschbier und wird nur mit ganzen Kirschen hergestellt. Im Gegensatz zu den bekanntesten Fruchtbieren ist das Basisbier kein Lambic, sondern ein in Eichenholz gereiftes westflämisches rotbraunes Bier. Etwa Mitte Juli bei der Ernte werden die Nordkirschen in die Brauerei gebracht und auf das Basisbier gelegt.

Tief bordeauxrot präsentiert sich das Bier im Glas, dazu eine durchschnittlich große rosa Schaumkrone, die durchschnittlich lange erhalten bleibt. Das Bier sieht wirklich edel aus.

Kirschen sind der dominante Duft, wenn er auch nicht so intensiv ist wie bei vielen anderen Kirschbieren, bei denen Saft oder gar Aromen verwendet werden. Vom Bier selbst ist nicht allzu viel zu riechen, den Hopfen kann ich eher erahnen.

Der Antrunk ist nicht so süß wie ich es erwartet habe, dafür aber wirklich frisch mit viel Kohlensäure. Auf der Zunge wird die Süße etwas kräftiger, das Bier schmeckt beinahe wie Kirschmuttersaft. Damit ist es mir persönlich fast zu intensiv. Dabei ist das Mundgefühl rund und die für ein Fruchtbier erstaunlichen 6,8 Volumenprozent Alkohol schmecken nicht durch. Auch der Abgang ist fruchtig mit kurzem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Kirschen (150 g/l), Hopfen, Zucker

Alkoholgehalt:

6,8 % Vol.

Brauerei:

Brasserie Verhaeghe Vichte
Sint Dierikserf 1
8570 Vichte
Belgien
www.brouwerijverhaeghe.be

Lille Stout

An dem Bier, das jetzt vor mir steht, ist bereits das Etikett auffällig. Auf dem Hauptetikett steht lediglich der Name der Brauerei und groß, dass es der dritte Sud ist. Um was für ein Bier es sich handelt (es ist ein Stout), steht lediglich klein auf der Halskrause. Inzwischen hat die Brauerei die Etikettierung wohl geändert. Der Name ist in die Mitte des Etiketts gerückt, um den wievielten Sud es sich handelt erscheint nicht mehr. Nur der Bierstil ist weiterhin klein auf der Halskrause vermerkt. Es ist schon erstaunlich, was sich die Brauer alles einfallen lassen, damit ihre Biere im Regal auffallen.

Auch das Rückenetikett erstaunt mich. Dort sind nicht nur die Zutaten aufgeführt, sondern beim Malz auch die Lieferanten. Erstmals erlebe ich es auch, dass nicht nur erwähnt wird, dass Hefe verwendet wurde, auch nicht, ob es sich um ober- oder untergärige Hefe handelt, sondern es steht sogar der Hefestamm auf dem Etikett. Es handelt sich um Safale s04. Jetzt ist aber genug der Vorrede, kommen wir zum Bier.

Das Bier begrüßt mich in einem sehr dunklen Rubin. Der sahnige Schaum ist mittelbraun und bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Das Aroma verrät schon, dass die Kieler viel kräftig geröstetes Malz verwendet haben. Ich rieche Kakaopulver und Kaffee unterstützt durch würzige Noten. Die Brauer schreiben, dass auch der Duft von Zimt zu riechen wäre, aber das kann ich nicht identifizieren. Aber das tut meiner Begeisterung für dieses Aroma keinen Abbruch.

Der Antrunk ist stiltypisch recht süß. Leider ist die sehr feinperlige Kohlensäure recht knapp dosiert. Gerade bei einem relativ süßen und dunklen Bier würde ich mir eine kräftigere Karbonisierung wünschen. Auf der Zunge ist das Bier samtig frisch. Kaffee und leichte Bitterstoffe dominieren den Geschmack, dazu ein minimales Sauer, so dass ein recht vollmundiges Bier entsteht. Im Abgang schmecke ich zunächst eine leichte Fruchtigkeit, die schnell durch ein freundliches Bitter mit langem Nachklang abgelöst wird.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Schokoladenmalz), Hafer, Roggenmalz (Röstmalz), Hopfen (East Kent Goldings), Hefe (Safale S04)

Alkoholgehalt:

6,1 % Vol.

Stammwürze:

11,9° Plato

Bittereinheiten:

24 IBU

Brauerei:

Lillebräu GmbH
Eichkamp 9c
24116 Kiel
www.lillebraeu.de

Pecheresse

Jetzt steht mal wieder ein Bier aus der Brewery Lindemans im belgischen Vlezenbeek vor mir. Die Brauerei ist für ihre Lambic-Biere bekannt.

Das Lindemans Pecheresse wurde auf Basis eines auf Eiche gereiften einjährigen Lambic und reinem Pfirsichsaft hergestellt. Das Bier enthält mindestens 40 Prozent Pfirsichsaft, so dass ich mich auf ein sehr schön fruchtiges Bier freuen kann.

Rotgolden strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die gemischtporige Schaumkrone ist nur klein und sie fällt auch schnell in sich zusammen. Die Optik dieses Biers gefällt mir nicht so besonders.

Das Aroma ist, wie bei einem Lambic zu erwarten, säuerlich. Aber auch der Pfirsich ist deutlich zu riechen. Zusammen machen diese beiden Aromen den Duft wunderbar fruchtig.

Der Antrunk ist spritzig und fruchtig. Der Geschmack des Pfirsichsafts steht von Anfang an deutlich im Vordergrund und damit auch die Süße dieses Safts. Sie harmoniert aber gut mir der reichlich vorhandenen Kohlensäure. Das Mundgefühl ist rund und als das Bier sich im Mund erwärmt erinnert es mit seiner Säure und Süße an einen Dessertwein. Die Fruchtigkeit bleibt auch im Abgang dominant, aber sie klingt leider nur kurz nach.

Zutaten:

Brauwasser, roter Pfirsichsaft (mindestens 40 %), Gerstenmalz, Zucker, Weizen, natürliches Aroma, Hopfen, Stevia-Glykoside, Ascorbinsäure

Alkoholgehalt:

2,5 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Lindemans
Lenniksebaan 1479
1602 Vlezenbeek
Belgien
www.lindemans.be

Bremer Witbier

Witbier ist eine obergärige belgische Bierspezialität, die manchmal auch als “belgisches Weißbier” bezeichnet wird. Sie hat einen intensiven hefearomatischen Geschmack, der durch die Zugabe von Orangenschalen und Koriander zu einem ganz besonderen Geschmackserlebnis wird. Mit der Verbreitung der Craft-Biere wurde dieser Bierstil auch in Deutschland bekannt und so steht jetzt vor mir das Bremer Witbier aus der Union-Brauerei.

Blasses Goldgelb – so lässt sich die Farbe dieses kräftig hefetrüben Biers am Besten beschreiben. Beim Einschenken bildet sich nur wenig gemischtporiger Schaum, der sich leider auch recht schnell auflöst.

Düfte nach Biskuitteig mit Orangen und Zitronen steigen mir in die Nase, unterstützt durch das Aroma des Korianders.

Der Antrunk ist frisch und wenig süß. Dazu kommt eine verhaltene Fruchtigkeit. Während sich das Bier auf der Zunge erwärmt kommt die Fruchtigkeit in den Vordergrund und die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Das Bitter ist zurückhaltend und sorgt für ein weiches und volles Mundgefühl. Der Abgang ist recht mild und der Geschmack klingt durchschnittlich lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Rohweizen, Weizenmalz, Orangenschalen, Hopfen, Koriander, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12,2° Plato

Bittereinheiten:

18 IBU

Brauerei:

Union Brauerei Bremen GmbH
Theodorstraße 13
28219 Bremen
www.brauerei-bremen.de

Gageleer Superior Dark

Immer wieder lese ich, dass Bioprodukte seit einigen Jahren einen Boom erleben. Aus irgendeinem Grund scheint das belgische Bier von diesem Trend nicht betroffen zu sein. Aber es gibt auch Ausnahmen. Eine solche Ausnahme steht jetzt vor mir.

Gageleer wurde aus einer kombinierten Leidenschaft für Bier und Natur geboren. Die Brauerei in Oud Turnhout möchte Bier aus traditionellen historischen Zutaten brauen und dabei modernste Brautechniken anwenden, die den Ansprüchen des modernen Verbrauchers gerecht werden. So wird das Gegeleer auch nicht mit Hopfen gebraut, sondern mit Gagel. Das Gagel stammt aus Wildsammlung und die Gerste aus biologischem Anbau. Und um die Verbindung von Bier und Region zu vervollständigen stammen die verwendeten Zutaten wenn möglich aus der Region um Antwerpen, genau wie die Brauerei. Allerdings gibt es dort nicht genügend biologische Braugerste, so dass diese teilweise auch aus anderen Gegenden stammen kann.

Die Geschichte dieses Biers ist fast so interessant wie das Bier selbst. Es war ungefähr das Jahr 1980, als der Wunsch nach einem Bier, das “nach mittelalterlichem Geschmack” gebraut wurde, die Brauer zum Cruydeboeck (“Buch der Kräuter”) des belgischen Botanikers und Arztes Rembert Dodoens (Mechelen, 1517 – 1585). Bis der Wunsch Wunsches Wirklichkeit werden konnte, lag noch ein langer Weg vor den Brauern, aber nach einem Abstecher durch eine (damals) kleine wallonische Brauerei kamen sie 1988 zu ihrem ersten “Garagenbier”, das in Beerse in der Provinz Antwerpen gebraut wurde.

Am 23. November 1996 füllte die neu gegründete Brauerei “Proef” in Lochristi die ersten 1.000 Liter Gageleer ab, das nach dem gleichen Rezept wie das ursprüngliche “Garagenbier” im Auftrag von De Wielewaal, damals ein Naturschutzverein in Turnhout (Provinz Antwerpen), gebraut wurde. 1997 brachten fünf Mitglieder des Naturschutzvereins De Wielewaal das Kapital auf, um eine Genossenschaft zu gründen, deren Ziel die Vermarktung eines Bieres zur Finanzierung des Kaufs und der Erhaltung von Naturschutzgebieten in den Campine ist. 2003 wurde das Unternehmen auf Bio umgestellt. Seit dem 29. August 2003 ist Gageleer ein zertifiziertes Bio-Bier. Im Jahr 2012 wurde die ursprüngliche Genossenschaft in eine Genossenschaft mit sozialer Zielsetzung umgewandelt, und aus Gageleer cvba wurde Gageleer cvba-so.

Das Gageleer Superior Dark, das jetzt vor mir steht, ist die dunkle Variante des Gageleer Original, gebraut mit dunklen Malzen, die aus biologischem Anbau stammen.

Mahagonifarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine große feste und hellbraune Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet intensiv nach würzigem Biskuitteig, dazu kommen Trockenfrüchte und Honig. Auch der Alkohol ist leicht zu riechen.

Der Antrunk ist weniger süß als ich es erwartet habe. So passt es auch, dass die Kohlensäure eher zurückhaltend dosiert wurde. Auf der Zunge ruft das Bier ein samtiges Mundgefühl auf. Dabei ist es frisch und würzig. Süße und Würze dominieren, Bitterstoffe sind kaum zu schmecken. Im Abgang wird das Bitter kurz stärker, bevor die Würze mit einem langen Nachklang wieder in den Vordergrund rückt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Kandiszucker, Gagel

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

10° – 12° C

Brauerei:

Gageleer cvby-so
Heerestraat 55
2360 Oud-Turnhout
Belgien
www.gageleer.be