Von Freude Just Pils

Vielen Konsumenten erscheint Pils als ein recht langweiliger Bierstil, und ich bin da keine Ausnahme. Schuld daran sind die vielen Industriebiere, die alle ziemlich gleich schmecken, teilweise nicht schlecht, aber halt auswechselbar. Will ein Craft Bier-Brauer ein Pils brauen, muss er sich schon etwas einfallen lassen, damit sein Bier einerseits unverwechselbar wird, dabei aber auch dem Bierstil entspricht. Die Brauerei Wahnsinn aus Hamburg, die ihre Biere unter dem Label Von Freude vertreibt, hat das Experiment gewagt und sein Bier Just Pils gebraut. Ich muss gestehen, dass ich die Brauerei nicht kannte bis ich ihr auf der ProWein in Düsseldorf begegnet bin. Dort hatte ich kurz die Möglichkeit, mit dem Brauer zu sprechen und er gab mir neben einigen anderen Bieren auch dieses zum Verkosten mit.

Weizengelb und zurückhaltend hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist leicht überdurchschnittlich voluminös und bleibt sehr lange erhalten. An der Optik gibt es nichts zu meckern.

Das Aroma ist fruchtig. Düfte nach Zitrusfrüchten und roten Beeren steigen mir in die Nase, unterstützt durch einige würzige Noten nach weißem Pfeffer. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist leicht süß und durch die gut dosierte sehr feinperlige Kohlensäure richtig frisch. Auf der Zunge präsentieren sich die Malzsüße, die Fruchtigkeit und ein gut abgestimmtes Bitter in hervorragender Harmonie. Dabei spiegeln sich die Aromen auf der Zunge wider. Das Mundgefühl ist samtig. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger, die Fruchtigkeit bleibt aber erhalten. Zum Schluss klingt der Geschmack noch ellenlang nach.

Das Just Pils weiß den Craft Beer-Trinker zu begeistern, ohne dass dieses Bier den durchschnittlichen Biertrinker verschreckt. Es handelt sich um ein richtig gutes Allround-Bier.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

12 %

Bittereinheiten:

30 IBU

Brauerei:

Wahnsinn GmbH
Colonnaden 72
20354 Hamburg
www.vonfreude.de

10. 5. – 12. 5. 2019: Wild auf Bock in Burgdorf

Nomen est Omen. Regionale Kulinarik trifft auf regionale Bierkultur. Auf dem 1. Musikulinarischen Festival in Burgdorf erfreuen Wildgerichte, Bockbiere und andere Spezialitäten den Gaumen. Es werden Maibock, Kolshorner Rotwild (ein rötlicher Bock mit 6%), Böhmisches dunkles Lager sowie Pils ausgeschenkt. Wild auf Bock ist eine “Umsonst und draußen”-Veranstaltung, das bedeutet, der Eintritt ist frei. Livemusik verschiedener Musikrichtungen und ein kleine, aber feines Rahmenprogramm sorgt in Burgdorf für Unterhaltung. Die Veranstalter versprechen sich für die Veranstaltung einen großen Zuspruch, berichten doch Radio Hannover, Marktspiegel Burgdorf, Neue Woche sowie der Altkreisblitz über die Veranstaltung.

10. 5. – 11. 5. 2019: 1. Bierfestival Hann. Münden

In Hann Münden fließen Werra und Fulda zusammen und vereinen sich zur Weser. Was Bierfeste anbelangt ist die Stadt an den drei Flüssen aber bislang eine Wüste. Das ändert sich jetzt. Am 10. Und 11. Mai findet im Dielengraben, direkt an der Werra gelegen, das 1. Bierfestival statt. Die Besucher können zwischen Werra und Welfenschloss flanieren und sich die verschiedensten Biersorten schmecken lassen und ihr persönliches Lieblingsbier finden. Mit von der Partie sind unter anderem die Braumanufaktur Steckenpferd, Hohmanns Brauhaus, Rehbocks Braumanufaktur, Craftbee-Honigbier, Schinkels Brauhaus, Braumanufaktur Werk 2, Hessisches Löwenbier, Hütt-Brauerei. Die große Auswahl hat jedoch auch einen kleinen Haken: Die Qual der Wahl ist nicht ganz einfach. Zur Neutralisierung der Geschmacksnervengibt es als kleine Stärkung unter anderem Flammkuchen (Heißer Ofen) und Flaguettes (Party-Liner Events).

9. 5. – 11. 5. 20119: Bierfest Köln

Die Kölner Bierbörse bekommt Konkurrenz: durch das Bierfest, welches im Mai seine Kölner Premiere feiert. An drei Tagen laufen am Südstadion Biere aus 50 Ländern aus dem Zapfhahn, darunter viele Craft-Biere. Die Veranstalter teilen mit, dass sie vom 9. bis 11. Mai über 250 Biere aus 50 Ländern nach Köln bringen. Der Eintritt zum Kölner Bierfest ist frei.

Außerdem gibt es vor Ort eine mobile Brauerei in Form eines umgebauten Trucks.

Termin und Öffnungszeiten

Donnerstag, 9. Mai – ab 17:00 Uhr
Freitag, 10. Mai – ab 17:00 Uhr
Samstag, 11. Mai – ab 14:00 Uhr

7. 5. 2019: Bierakademie in der Trinkhalle Bochum

Wieder einmal ist es der erste Dienstag im Monat und selbstverständlich findet in der Trinkhalle in Bochum die traditionelle Bierakademie statt. In diesem Monat kommt zum wiederholten Mal Holger Kittler mit den Auszubildenden der Privatbrauerei Moritz Fiege, Bochum, um zu zeigen, welche tollen Ergebnisse die Azubis auf der brauereieigenen Testanlage erzielt haben. Diese Biere werden an diesem Abend auch zur Verkostung gelangen. Beginn ist wie immer um 19:00 Uhr.

Ort:

Trinkhalle
Herner Str. 8
Bochum

7. 5. 2019: 8.Hobbybrauer-Stammtisch in der Bierothek® Nürnberg

Bereits zum 8. Mal richtet die Bierothek in Nürnberg ihren Hobbybrauer-Stammtisch aus. Jeder Hobbybrauer kann mitmachen und sich anmelden. Die Anmeldung ist kostenfrei. Einzig das eigene Bier sollte natürlich mitgebracht werden. Die Verkostung läuft im sehr lockeren und geschlossenen Rahmen der Hobbybrauer ab und jeder erklärt kurz etwas zu seinem Bier. Aufgrund von Platzkapazitäten ist es leider pro Hobbybrauer nur eine Begleitperson möglich.

Wenn Sie an diesem Event teilnehmen wollen, senden Sie Ihre Anmeldung an nuernberg@bierothek.de oder alternativ an Die Bierothek® Nürnberg über facebook. Bis spätestens sieben Tage vor der Veranstaltung benötigen die Veranstalter zudem die groben Daten des Bieres (Bierstil, Alkohol, eventuell IBU), damit eine kleine Verkostung aufgebaut können. Sie haben auch die Möglichkeit, das Bier ein paar Tage vorher in der Bierothek® vorbeizubringen, damit es zur Verkostung gut temperiert werden kann.

Am Abend selbst werden die angemeldeten Biere gemeinsam verkostet und die Teilnehmer diskutieren darüber.

Die Veranstalter hoffen, auf diese Weise die Hobbybrauer zusammenzubringen und natürlich einen schönen Abend mit spannenden Bieren zu genießen! Die Veranstaltung beginnt um 17:00 Uhr.

Brewers Association veröffentlicht die Beer Style Guidelines 2019

Die Brewers Association (BA) eine gemeinnützige Handelsgruppe, die sich der Förderung und dem Schutz der kleinen und unabhängigen amerikanischen Handwerksbrauerei widmet – hat am 1. Mai ihre Beer Style Guidelines für das Jahr 2019 veröffentlicht. Diese Richtlinien dienen als Quelle für Brauer, Bierjuroren und Wettbewerbsorganisatoren für das Great American Beer Festival® und die World Beer Cup® und werden jährlich von der Brewers Association und einem Gremium globaler Mitarbeiter bewertet und angepasst.

Die Version 2019 enthält über 1.000 Bearbeitungen, Überarbeitungen, Formatänderungen und allgemeine Aktualisierungen sowie das Hinzufügen, Löschen und Kombinieren mehrerer Bier-Stilrichtlinien. Hier einige der bemerkenswerten Änderungen:

Neue Bierstile

  • Fruchtige oder hefebetonte Pale Ales
  • Der im Moment beliebte belgische Bierstil Gueuze Lambic
  • Rotbier im fränkischen Stil
  • American IPA

Änderungen an den Bierstilen

  • Helle und dunkle American-Belgo-Style Ale-Stile wurden in einer Richtlinie zusammengefasst.
  • Beim Kellerbier oder Zwickelbier wurden die Ale- und Lager-Stile in einer Richtlinie zusammengefasst.

Streichungen von Bierstilen

  • American Eislager

“Während die Brauer weiterhin innovativ sind und Stile entwickeln, müssen auch die Kriterien, die ihre Leidenschaft und ihr Bier auf dem US-amerikanischen und globalen Markt widerspiegeln, erfüllt sein”, erläutert Chris Swersey, Wettbewerbsmanager, Brewers Association. “Die jährliche Auditierung der Bier-Stilrichtlinien der Brauereivereinigung ist ein komplexes Unterfangen und ein wirklich kooperativer Prozess, der einen soliden Dialog und ein hervorragendes Endprodukt ermöglicht. Wir sind stolz darauf, eine so wichtige Ressource für die globale Gemeinschaft von Brauern, Trinkern und Bierliebhabern hervorzubringen.”

Die 2019 Beer Style Guidelines bilden die Grundlage für das Great American Beer Festival 2019 und die Wettbewerbsrichtlinien der Weltmeisterschaft 2020. Einige der Stilkonsolidierungen, die sich in BA Bier-Stilrichtlinien 2019 der Brewers Association widerspiegeln, werden bei diesen Wettbewerben in mehrere Kategorien aufgeteilt. Beispiele dafür sind die verschiedenen Weizenbierstile im amerikanischen Stil sowie die Stile Wood und Barrel-Aged.

Seit 1979 veröffentlicht der Brauerverband Bierstilrichtlinien als Referenz für Brauer und Wettbewerbsveranstalter. Die Bierstilrichtlinien werden von der gewerblichen Brauindustrie, Bieranalysen und Beratungen mit Bierindustrieexperten und sachkundigen Bierliebhabern erstellt.

Die Bierstilrichtlinien 2019 stehen unter BrewersAssociation.org zum Download bereit.

Lupulus Blanche

Wenn mich jemand nach meiner belgischen Lieblingsbrauerei fragen würde, käme mir sicher die Brasserie Lupulus in den Sinn. Von der steht jetzt das Lupulus Blanche vor mir, ein Witbier.

Beim Blick auf das Rückenetikett fällt mir noch etwas auf. Das belgische Witbier wird bekanntlich mit Koriander und Orangenschalen gebraut. Diese beiden Zutaten stehen aber nicht auf der Zutatenliste. Andererseits werden sie weiter unten auf dem Etikett genannt. Das verunsichert mich jetzt etwas. Na ja, die Antwort werde ich gleich mit meiner Nase und meiner Zunge erfahren.

Weizengelb und kräftig hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine üppige feinporige Schaumkrone, die sich mit dem Zusammenfallen viel Zeit lässt. Die Optik kann mich wirklich begeistern.

Düfte nach Zitrusfrüchten steigen mir in die Nase, dazu eine geringe Malzsüße, die sich mit dem Duft nach Banane vereint.

Der Antrunk ist frisch und mäßig süß. Dabei sorgt die reichlich vorhandene feinperlige und trotzdem kräftige Kohlensäure für eine ungeheure Spritzigkeit. Auf der Zunge dominiert der fruchtig-bittere Geschmack von Grapefruit, untermalt von den würzigen Noten des Korianders, den ich jetzt erstmals feststelle. Das Mundgefühl ist voll und rund. Im Abgang lässt das Bitter überraschend nach und die Fruchtigkeit des Hopfens tritt in den Vordergrund, wo sie lange nachklingt.

Das Lupulus Blanche ist durchaus in der Lage, mich zu begeistern, auch wenn ich dieses Bier nicht für ein typisches Witbier halte, sondern es erinnert mich eher an ein Pale Ale. Und um auf meine eingangs gestellte Frage zurückzukommen: ja, Koriander und Orangenschale sind während des Brauprozesses verwendet worden. Weshalb sie nicht in der Zutatenliste stehen, erschließt sich mir allerdings nicht Herausgekommen ist ein angenehmes Bier, das hervorragend zu Muschelgerichten passt, aber auch an einem warmen Abend auf dem Balkon eine gute Figur macht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Hopfen, Zucker, Hefe

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Bittereinheiten:

25 IBU

Brauerei:

Brasserie Lupulus
Courtil 50
6671 Gouvy
Belgien
www.lupulus.be

Lemke Spreecoast

Das Spreecoast der Berliner Brauerei Lemke, das jetzt vor mir steht, erhielt bereits zwei Auszeichnungen – im Jahr 2017 von den Hop Growers of America als “Best German IPA 2017” und ein Jahr später beim European Beer Star als “Best new Style IPA 2018”. Na, dann kann ich mich ja auf ein richtig gutes Bier freuen.

Bevor ich die Flasche öffne, will ich noch auf eine Besonderheit des Spreecoast hinweisen: Das Bier wurde nicht nur wie üblich einmal gestopft, sondern gleich zweimal mit Cascade, Centennial und Crystal. So, jetzt ist es aber an der Zeit, die Flasche zu öffnen und das Bier einzuschenken.

Schön bernsteinfarben ergießt sich das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch haben die Berliner also alles richtig gemacht.

Aromen nach Grapefruit, Ananas, Mandarine und Vanille steigen mir in die Nase. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Spritzig-frisch mit einer verhaltenen Süße – das ist der erste Eindruck, als das Bier auf meine Zunge trifft. Von Anfang an hat das Bier recht viel Volumen. Der Geschmack nach Grapefruit steht im Vordergrund, aber auch die anderen Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider, getragen vom leichten Malzkörper. Im Abgang dominiert der Geschmack nach Grapefruit mit seinem Bitter, der lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale Ale, Münchner, Carapils, Carahell), Hopfen (Nugget, Cascade, Centinnial, Crystal), Hefe

Alkoholgehalt:

6,9 % Vol.

Stammwürze:

17° Plato

Bittereinheiten:

75 IBU

Brauerei:

Brauerei Lemke Berlin GmbH
Dircksenstr., S-Bahnbogen 143
10178 Berlin
www.lemke.berlin

3. 5. – 5. 5. 2019: Kleinbrauermarkt in Ulm fällt aus

Eigentlich sollte an diesem Wochenende auf dem Münsterplatz in Ulm der Kleinbrauermarkt stattfinden. Aufgrund der Wetterprognose haben die Veranstalter das Event aber abgesagt. Auf der Website des Events wird das wie folgt begründet:

wir sehen uns leider außerstande, den Kleinbrauermarkt vom 3.-5.Mai wie geplant stattfinden zu lassen. Die Wettervorhersagen sind für diese drei Tage so katastrophal (Höchsttemperaturen von 7-12 Grad bei einer Regenwahrscheinlichkeit von 70%), dass der Markt für keinen – weder Besucher, sofern diese überhaupt kommen würden – noch für uns und unsere Mitarbeiter eine erfreuliche Angelegenheit wäre. Es steht zu befürchten, dass wir und unsere Mitarbeiter uns erkälten bei Auf- und Abbau und während des Marktes aufgrund des nasskalten Wetters. Die Musikkapellen könnten mit klammen Fingern nicht gut spielen, die Waren finden mangels Besucher keine Abnehmer und Spaß haben auch die wenigen Besucher nicht wirklich. Dies ist unsere erste Absage. Bisher haben wir den Markt stets durchgezogen, hatten aber meist zumindest 1 Tag mit gutem oder erträglichem Wetter. Solche niedrigen Temperaturvorhersagen bei gleichzeitigem Regen hatten wir noch nie. Wir bitten alle um Verständnis für die Absage und bemühen uns nach Kräften, einen Ersatztermin zu finden.