Veto Orangenfalter

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Jetzt steht eine noch recht neue Schöpfung von Ralph Hertrich aus der Hopferei Hertrich vor mir. Der Orangenfalter ist ein Witbier. Witbier ist ein anerkannter Bierstil, der in Belgien sehr viel gebraut wird und da im Witbier Koriander sowie Orangenschalen verbraut werden, entspricht dieses Bier nicht dem deutschen Reinheitsgebot. Es muss also als “alkoholhaltiges Malzgetränk” und “Lebensmittel eigener Art” angeboten werden. Im April 2018 wurde der Orangenfalter erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Aber an diesem Bier zeigt sich auch, wie skurril die Auswirkungen des deutschen Reinheitsgebots sind. Es gibt zwar nach dem vorläufigen Biergesetz die Möglichkeit, bei der Lebensmittelaufsichtsbehörde eine Ausnahmegenehmigung für besondere Biere zu beantragen, die nicht dem deutschen Reinheitsgebot entsprechen. Die Erteilung der Genehmigungen ist Ländersache. Bayern und Baden-Württemberg stellen diese Genehmigung nicht aus, während andere Bundesländer die Anträge einfach durchwinken. Entscheidend für die Zuständigkeit der Landesbehörden ist der Brauort. Wäre Ralph die paar Kilometer nach Hessen gefahren und hätte er sich dort in einer Brauerei eingemietet und sein Bier gebraut, hätte er seinen Orangenfalter als Bier verkaufen dürfen. Da er aber in Feucht gebraut hat, darf sein Erzeugnis kein Bier sein. Die Biersteuer wird aber trotzdem fällig. Aber kommen wir jetzt zum Bier.

Strohgelb und leicht hefetrüb strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die Schaumkrone ist größtenteils feinporig und recht standfest. Die Optik ist makellos.

Das Bier duftet teigig. Der Koriander ist deutlich zu riechen und unterstützt die Fruchtigkeit nach Orangen. Auch der sanfte Duft der Kamillenblüten ist unterschwellig zu riechen. Das Aroma ist stiltypisch, auch wenn in Belgien eher Kumquats zum Brauen von Witbier verwendet werden, die ein noch kräftigeres Orangenaroma ergeben.

Der erste Eindruck beim Antrunk ist sommerlich frisch. Sehr schnell kommt eine ordentliche Fruchtigkeit hinzu, die kräftiger ist als ich es aufgrund des Aromas erwartet hätte. Der Geschmack der Hefe und des Korianders verbinden sich hervorragend mit dem Geschmack nach Orange. Auch hier hält sich die Kamille diskret im Hintergrund. Auch im Abgang bleibt die Fruchtigkeit mit den würzigen Noten im Vordergrund und hier würde ich mir noch etwas mehr bitter wünschen. Aber – insgesamt ist dieses Bier von vorne bis hinten stimmig.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Weizenflocken, Haferflocken, Koriandersamen, Orangenschalen, Kamilleblüten, Hopfen (Saazer, Pacifica), Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 %

Stammwürze:

11,6° Plato

Brauerei:

Hopferei Hertrich
Brückkanalstraße 33
90537 Feucht
www.hopferei.de

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