Bald kommt wieder Bier aus der Abtei von Grimbergen

Im Jahr 1128 wurde im Kloster Grimbergen erstmals Bier gebraut. Der Braubetrieb wurde im 18. Jahrhundert während der französischen Revolution eingestellt und seit 1958 stellt die belgische Brauerei-Gruppe Alken-Maes ein Abteibier unter dem Namen Grimbergen her. Das soll sich jetzt ändern und die Mönche der Abtei in der Provinz Flämisch-Brabant wollen wieder ihr eigenes Bier brauen. Geplant ist nach Informationen des Onlineportals flanderninfo.be, in den Gebäuden der Abtei eine Mikrobrauerei und ein Erlebniszentrum zu einzurichten. Derzeit sind sie in ihrer eigenen historischen Bibliothek auf der Suche nach dem alten mittelalterlichen Braurezept.

Seit rund einem Jahr sind die Mönche der Abtei von Grimbergen auf der Suche nach dem alten Rezept ihres angestammten Bieres. Dabei haben sie Hilfe von einigen Ehrenamtlichen, die noch Altniederländisch lesen können. Die Zutaten für das Bier, wie es hier im Mittelalter gebraut wurde, sind bereitsbekannt. Das sind ganz einfach Hopfen, Gerste und Weizen (früher nutzten die Menschen auch die Kräutermischung Grut, bevor Hopfen allgemein üblich wurde). Doch in welchem Verhältnis standen diese Zutaten zueinander? Das wird noch stets in den alten Büchern der Bibliothek gesucht.

Eine weitere Frage, die noch unbeantwortet ist, ist die nach dem Geschmack. Kann ein Bier aus der Zeit des Mittelalters heute noch den Geschmack der Leute finden? Und wenn Rezept und Zutaten passen, stimmt das Ganze denn noch mit dem Wasser überein, dass für den Brauprozess genutet werden wird? Gibt es überhaupt noch die Zutaten? 800 Jahre Hopfenzüchtung haben schließlich ihre Spuren hinterlassen. Das alles muss sich noch erweisen, doch die Pater sind von ihrer Sache überzeugt.

“Wir wollen sehr gerne zurück zu den Wurzeln unseres Bieres. Seit der Französischen Revolution ist Grimbergen nicht mehr in der Abtei selbst gebraut worden, doch die Leute habe ein Recht auf ein authentisches Bier. Darum möchten wir wieder einen direkten Bezug zum Brauprozess haben.”, erklärt Pater Karel Stautemans. Seit vielen Jahren wird das Grimbergen-Bier in all seinen Varianten und Geschmacksrichtungen in der Brauerei Alken Maes gebraut und dass soll auch so bleiben, so die Pater der Abtei. In der noch einzurichtenden Mikrobrauerei soll ein eigenes und exklusives Bier gebraut werden, eben ein Bier nach dem uralten und ureigenen Rezept aus dem Mittelalter.

Auch die Pater von Grimbergen sind in der modernen Zeit angekommen. Um herauszufinden, wie sie an die Sache und nicht zuletzt an den mittelalterlichen Geschmack des Bieres im Verhältnis zu den heutigen Geschmäckern herangehen können, haben sie eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Die Pater wollen, um die Brauerei und ihr Erlebniszentrum einrichten zu können, mehrere Räume innerhalb der Abtei zusammenführen, bzw. Mauern dazwischen einreißen lassen. Dazu gehören das Bistrot Fenikshof, der gleichnamige Festsaal und die Volkssternenwarte MIRA. Das Problem ist, dass der Festsaal Fenikshof der einzige größere Veranstaltungssaal der Gemeinde Grimbergen ist. Viele Vereine nutzen diesen Saal für ihre Events. Der seit 20 Jahren laufende Vertrag zwischen der Gemeinde und der Abtei dazu läuft im Oktober 2019 aus und verlängert wird er nicht. Doch alle Beteiligten suchen nach einer gemeinsamen Lösung. “Vielleicht baut die Gemeinde ja ein neues Vereinshaus.”, so Pater Stautemans.

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