Regensburger Brauerei Bischofshof wird klimaneutral

Bis zum Jahr 2019 will die Regensburger Stiftungsbrauerei Bischofshof zur ersten völlig klimaneutralen Brauerei in Bayern werden. Wichtigster Meilenstein auf dem Weg zu diesem Ziel soll eine rund 8,5 Millionen Euro teure neue Energiezentrale werden, die bis zum Herbst dieses Jahres ans Netz gehen soll. Die neue Energiezentrale, die der Regensburger Energieversorger Rewag auf dem Brauereigelände errichtet, wird die Brauerei sowie ein derzeit entstehendes neues Viertel mit 1.200 Wohnungen und die Kinderklinik St. Hedwig CO2-neutral mit Strom und Wärme versorgen.

Herzstück des neuen “grünen Energiehauses” sind eine Dampfkesselanlage sowie drei Blockheizkraftwerke, die mit Bio-Erdgas aus regionaler Biomasse betrieben werden, wie Bischofshof-Brauereidirektor Hermann Goß am 25. April in einem Pressegespräch ankündigte. Zusätzlich soll eine eigene neue Photovoltaikanlage helfen, die Eigenstromversorgung der Brauerei klimaneutral sicherzustellen. Sie produziert jährlich rund 60.000 Kilowattstunden Strom. Diese Menge reicht aus, um etwa eine halbe Million Hektoliter Bier zu brauen.

Die neue Energiezentrale soll nach Aussagen des Rewag-Vorstandschefs Olaf Hermes jährlich rund 28 Millionen Kilowattstunden Wärme und rund 5,5 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Wichtiger Schlüssel für die hohe Effizienz der Kraft-Wärme-Kopplung bei den Blockheizkraftwerken ist nach Angaben der Investoren die Nutzung von Synergien: So wird die Abwärme der Brauerei beispielsweise genutzt, um die Wohngebäude im neuen Dörnbergviertel zu beheizen. Damit würde ein außergewöhnlich hoher Wirkungsgrad von über 90 Prozent erreicht.

Brauereidirektor Hermann Goß sagte, bis zum kommenden Jahr wolle Bischofshof als Pionier in Bayern komplett klimaneutral produzieren. Bereits in den vergangenen Jahren habe die Brauerei mit Millioneninvestitionen an diesem Ziel gearbeitet und neue umweltschonende und energiesparende Technologien eingeführt. 2006 weihte die Stiftungsbrauerei, zu der auch Weltenburger gehört das modernste Sudhaus der Welt ein. Es hilft, rund 40 Prozent an Primärenergie einzusparen und erhielt den Umweltpreis der Stadt Regensburg.

Seit 2013 arbeiten die Bischofshof-Mitarbeiter in einer neuen Arbeitswelt, die zusammen mit dem Fraunhofer-Institut entstand und die eng an ökologischen und ökonomischen Grundsätzen ausgerichtet ist. Seit 2016 in Betrieb ist ein neuer Gär- und Lagerkeller mit einer deutlich effizienteren Kühlleistung. Weitere Investitionen beispielsweise in Tankmöglichkeiten für E-Fahrzeuge auf dem Brauereigelände sind nach Worten des Brauereidirektors in Planung. Regensburgs Umweltbürgermeister Jürgen Huber sprach bei der Vorstellung der Pläne für die neue Energiezentrale von einem “guten Tag für Regensburg”. Er freute sich, dass globale Herausforderungen mit regionaler Dynamik beantwortet würden.

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