Erlbräu Helles Bockerl

Jetzt steht ein helles Bockbier vor mir, das Bockerl aus der hochdekorierten Brauerei Erl in Geiselhöring. Die Qualität der Biere aus diesem Ort in Niederbayern kommt nicht von ungefähr. Die Philosophie hinter diesem Bier erläutert die Brauerei auf ihrer Website. Hier die meiner Meinung nach entscheidenden Infos:

Die Rohstoffe stammen von alteingesessenen bayrischen Mälzereien und Hopfenbauern, mit denen die Brauerei bereits über Jahrzehnte zusammenarbeitt. Unabhängig von Weltmarktpreisen und Spekulation legt Erl-Bräu hier den Schwerpunkt auf die Zuverlässigkeit der Partner und die Qualität von Hopfen und Malz. Daher bezieht das Unternehmen seinen Naturhopfen direkt aus der Hallertau, pflegt noch Beziehungen zum Hopfenbauern und verzichtet bewusst auf Hopfenextrakt. Die Braumalze stammen aus der benachbarten Mälzerei Albert Müller sowie aus Bamberg von Mälzereien, die ihre Braugerste von bayrischen Bauern einkaufen. Das weiche Brauwasser stammt aus dem eigenen kontrollierten Tiefbrunnen, wird nicht chemisch aufbereitet und ist eines der wenigen noch nitratfreien Brauwässer in Niederbayern.

Die Biere dürfen nach einem betont langsamen Reifeprozess unter konsequenter Pflege und Verfeinerung der Familienrezepte, in kleinen Chargen, ihr volles Aroma entfalten. Dieser Reifeprozess ist im Zeitalter von Prozessautomation und Massenproduktion so selten wie sehenswert. Die Gärung findet stets handgeführt statt und nicht nur beim Weißbier, sondern auch noch bei untergärigen Sorten pflegt die Brauerei Tradition der offenen Gärbottiche. Im Brauereikeller reifen die Biere anschließend viele Wochen lang, wo sie von den Brauern manuell betreut werden. Bemerkbar machen sich hier auch die kalten, liegenden Lagertanks tief unter der Erde.

Im Anschluss werden die Biere rein natürlich filtriert und in der modernen und hochpräzisen Abfüllanlage der Umwelt zu Liebe in braune Mehrwegflaschen abgefüllt. Danach freuen sie sich schon darauf, von einem Kenner gekostet zu werden. Um den vollen Geschmack zu erhalten sind die Biere nicht kurzzeiterhitzt oder pasteurisiert.

Nach so viel Theorie mache ich jetzt aber endlich das Bier auf und schenke es mir ein. Dabei steigt mir bereits ein angenehmer Malzduft in die Nase, bevor sich das Bier im Glas Golden und hell präsentiert. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge feinporiger weißer Schaum, der langsam in sich zusammenfällt. Währenddessen gesellen sich zum Malzduft dieses Bieres noch einige blumige Noten.

Der Antrunk ist stiltypisch recht süß, aber durch die gut dosierte feinperlige Kohlensäure ist er wirklich spritzig und frisch. Aber erst nachdem sich das Bier auf der Zunge verteilt hat, zeigen sich die Stärken dieses Biers wirklich. Es ist intensiv malzig, vollmundig und rund. Der Hopfen wird gerade so stark eingesetzt, dass er den Geschmack des Malzes unterstützt und vervollständigt. Rundherum ein extrem ausgewogenes Bier, das aber trotzdem seinen eigenen Charakter bewahrt. So auch im Abgang, der stiltypisch mild ist und trotzdem lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Brauerei:

Landbrauerei Ludwig Erl
Straubinger Str. 10
94333 Geiselhöring
www.erl-braeu.de

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