Archiv für den Monat: Juli 2018

3. 8. – 4. 8. 2018: Bierfeest Ermelo

Wie in jedem Jahr findet am 1. Wochenende im August das Bierfest von Burg Bieren in den Niederlanden statt. Auch wenn dieses Bierfest bei uns in Deutschland nicht so bekannt ist, lohnt sich der Weg doch. Schließlich werden 35 niederländische Brauer vor Ort sein und ihre Biere vorstellen. Außerdem lohnt es sich, das Fest an beiden Tagen zu besuchen, da die Brauer wechseln.

FREITAG 3. AUGUST

von 15:00 BIS 22:00 UHR

Am ersten Tag der Burg Bieren Bierfeest gibt es mehr als 18 Brauereien auf unserem Festivalgelände mit eigenen Bierspezialitäten.

Neben den vielen leckeren Bieren gibt es am Freitag viel Aufmerksamkeit für kulinarische Genüsse! Viele lokale Restaurants bieten ihre schmackhaftesten Spezialitäten an. Die Kombination aus den holländischen Bieren und schönen lokalen Gerichten sorgt dafür, dass Sie diesen Abend nicht verpassen sollten!

SAMSTAG 4. AUGUST

von 12:00 BIS 20:00 UHR

Der Samstag steht für alle Bierliebhaber natürlich schon auf dem Programm! Letztes Jahr haben sich die Veranstalter selbst übertroffen, und das haben sie sich auch für dieses Jahr wieder vorgenommen. Mit einem größeren Festivalgelände und fast 40 Brauereien ist das möglich. Das bedeutet, dass Sie über 150 verschiedene Biere vom Fass genießen können! Auch ein Schwein am Spieß wird nicht fehlen, die Aale werden frisch geräuchert und mit guter Live-Musik wird es ein unvergesslicher Tag!

Gut zu wissen:

Um die Biere konsumieren zu können, kaufen Sie am Eingang ein Festglas sowie eine beliebige Anzahl Münzen, mit denen Sie die Biere bei den Brauern erwerben. KEIN FESTIVALGLAS, KEIN BIER.

Die Verbrauchermünzen können sowohl bei den Brauereien als auch in den Restaurants abgegeben werden. Wenn Sie auch am Freitagabend anwesend sind, können Sie Ihr Glas natürlich auch am Samstag verwenden.

Der Preis für das Festivalglas beträgt € 10,- inklusive 2 Münzen für das Auffüllen.

Separate Münzen je 2,50 €.

Und sollte das Wetter wider Erwarten nicht mitspielen, können Sie trotzdem kommen, denn ein Großteil des Geländes ist überdacht.

Location:

Burg Bieren Bierwinkel
Putterweg 45
Ermelo
Niederlande

Carlsberg und Microsoft wollen mit Künstlicher Intelligenz neue Biere kreieren

Carlsberg wurde im Jahr 1847 gegründet und hat 140 Getränkemarken in 150 Ländern der Welt im Angebot. Die Brauerei, die es seit 1847 gibt, will jetzt mit künstlicher Intelligenz neue Geschmacksrichtungen vorhersagen und ausloten. Das “Beer Fingerprinting Project” soll Forschern dabei helfen.

Sensoren und KI-Software

Jochen Förster alias “Dr. Beer” ist als Professor für die Fermentierung im Carlsberg Research Laboratory zuständig. Gegenüber MSN beschreibt er die Gründe für dieses Projekt: “Es klingt nett, wenn man jeden Tag einen Haufen Bier verkosten darf, aber wir kreieren hunderte Microliter an Bier und in so kleinem Volumen, dass es nicht einmal möglich ist, die alle zu testen”, sagt Förster. “Also haben wir bemerkt, dass uns Sensoren dabei helfen könnten”, so der Professor. Diese sollen nun verschiedene chemischen Zusammensetzungen und Komponenten, die den Geschmack ausmachen, ausprobieren und vorhersagen, wie ein Bier schmecken wird.

Das Lab arbeitet dabei eng mit der Aarhus Universität zusammen, um die Sensoren zu entwickeln sowie mit der Technischen Universität von Dänemark im Norden von Kopenhagen, um herauszufinden, wie man diese in verschiedenen Stadien des Brauprozesses einsetzen kann. Das Lab arbeitet zudem mit Microsoft zusammen, um die Signale der Sensoren zu analysieren. Dabei kommt künstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz. Lernende Algorithmen sollen die Geschmäcker und Aromen kennenlernen und abwägen.

Unterschied zwischen Pils und Lager

Das Projekt ist auf einen Zeitraum von drei Jahren angelegt und hat vor sechs Monaten begonnen, heißt es in einem Blogeintrag von Microsoft. Ergebnisse liegen daher bisher keine vor. Die Sensoren können allerdings bereits zwischen einem Pils und einem Lager unterscheiden. Man arbeite bereits am Feintuning, so Förster.

Das Ziel des Projekts ist es, die Zeit zu reduzieren, die es benötigt, um Kombinationen und Prozesse auszutesten, um neue Sorten zu kreieren. Damit könnte Carlsberg künftig früher neue Biersorten auf den Markt bringen als die Konkurrenz.

Von Anfang an hat Carlsberg daran geforscht, die Braukunst zu optimieren. Der dänische Brauer gründete bereits 1876 ein Labor – was zu dieser Zeit ein völlig neues Konzept war – und entdeckte 1883 einen Weg zur Reinigung von Hefe, der eine konsequente Bierproduktion ermöglichte. Das Unternehmen beschloss, es mit anderen Brauereien zu teilen, und die Carlsberg Hefe wird in den meisten der heute hergestellten Biere der Welt verwendet. Das Labor entwickelte auch die pH-Skala, die zum Standard bei der Bestimmung des Säuregehalts einer Flüssigkeit geworden ist.

Kein Wunder also, dass Carlsberg heute eine Vorreiterrolle spielen will, wenn es darum geht, künstliche Intelligenz (KI) in eine der ältesten Industrien der Welt zu bringen. Das Beer Fingerprinting Project soll den Forschern von Carlsberg, dem viertgrößten Braukonzern der Welt, helfen, Aromen schneller zu erkennen und vorherzusagen. Dazu trägt auch der Wechsel in die Cloud bei, um die Wachstumsstrategie “Sail 22” zu beschleunigen und dem erhöhten Wettbewerbsdruck besser zu begegnen.

Als Förster vor 20 Jahren mit Hefe zu arbeiten begann, hatte ein internationales Konsortium von Dutzenden von Forschern gerade das Hefegenom entschlüsselt und veröffentlicht, nachdem sie es jahrelang gemeinsam untersucht hatten. Jetzt kann er innerhalb einer Woche die gleichen Daten über eine bestimmte Belastung zurückbekommen, die viel detaillierter charakterisiert sind. Diese Geschwindigkeit hat eine Flut von Daten erzeugt und eine Situation geschaffen, in der die KI wirklich glänzen kann, sagt er, indem sie Datensätze schnell analysiert und Muster zeigt.

Technologische Fortschritte in der Kommunikation helfen dem Team von Förster, auch in der Praxis Schritt zu halten. Das Beer Fingerprinting Project ist “ein sehr skandinavisches Projekt”, an dem in verschiedenen Städten in Dänemark und Schweden gearbeitet wird, sagt Förster. Die Entfernung zwischen ihnen macht es schwierig, sich regelmäßig persönlich zu treffen, aber Tools wie Teams, Sharepoint und Skype haben den Prozess der kollektiven Kreativität beschleunigt, sagt er.

Der dänische Brauereikonzern hat gerade “ein massives Reengineering und Reimagining” seiner Infrastrukturplattform durchlaufen, um seine Leistung und vor allem seine Agilität und Geschwindigkeit zu steigern”, sagt Haywood.

Die Hauptaufgabe des Carlsberg Forschungslabors besteht darin, eine möglichst vollständige wissenschaftliche Grundlage für die Mälzerei, Brauerei und Gärung zu schaffen.

Die Darstellungen von Microsoft und Carlsberg sind naturgemäß recht optimistisch formuliert. Ich habe mich in der jüngeren Vergangenheit etwas mit der Künstlichen Intelligenz beschäftigt und mein Eindruck ist, dass dieses Projekt an die Grenzen des derzeit technologisch möglichen geht. Das Bierbrauen ist zwar eine Abfolge relativ einfacher Arbeitsschritte, aber die chemischen Prozesse, die dabei in Gang gesetzt werden, ist ungeheuer komplex.

Das beginnt bereits mit der Auswahl der Zutaten. Es gibt mehr als fünf Dutzend Malze, die je nach gewünschtem Ergebnis miteinander gemischt werden können. Das lässt sich noch relativ einfach durch traditionelle IT unterstützen. Aber es gibt mehr als 200 Hopfensorten, die ebenfalls untereinander gemischt werden können. Bei den Bitterhopfen ist das noch keine allzu große Hürde, denn bei denen kommt es ja auf den Gehalt an Alphasäure an. Schwieriger wird es bei den Aromahopfen, die unterschiedliche Aromen ins Bier bringen.

Die Aromen aus dem Hopfen wirken allerdings nicht additiv. Sorgt ein Hopfen für das Aroma roter Beeren und ein anderer Hopfen für das Aroma von Grapefruit, heißt das nicht, dass daraus ein Bier mit den Aromen roter Beeren und von Grapefruit entsteht. Teilweise werden einzelne Düfte exponentiell verstärkt, die Aromen einiger Hopfensorten verschwinden auch, wenn ein bestimmter anderer Hopfen zugefügt wird. Zusätzlich gibt es im Brauprozess unterschiedliche Zeitpunkte, zu denen Hopfengaben eingesetzt werden. Je nach Zeitpunkt der Hopfengabe reagiert der Hopfen unterschiedlich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich diese Effekte alle in einer Datenbank darstellen lassen. Jetzt komme ich aber langsam in den Bereich der Kaffeesatzleserei.

Realistisch erscheint mir aber, dass es möglich ist, auf traditionelle Weise, also analog mit natürlicher Intelligenz des Brauers, zu entwickeln und durch die Sensoren den Geschmack des Probesuds analysieren zu lassen. Aber auch das wäre sicher der Wirtschaftlichkeit der Entwicklung eines neuen Bieres zuträglich.

Privatbrauerei Hoepfner holt Platin beim Meininger Craft Beer Award

Die Privatbrauerei Hoepfner ist beim Meininger Craft Beer Award 2018 in der Kategorie “Märzen/Festbier” mit “Platin” für das “Hoepfner Jubelbier” ausgezeichnet worden. Bei der fünften Auflage des Meininger’s International Craft Beer Award wurden 1.090 Biere eingereicht – ein neuer Rekord. Bewertet wurden die Award-Teilnehmer von einer 84köpfigen internationalen Expertenjury.

Braumeister Michael Huschens nahm im Neustadter Saalbau den Preis entgegen. “Das ist eine hohe Wertschätzung für das gesamte Hoepfner-Brauerteam und motiviert uns auch weiterhin innovative Biere auf den Markt zu bringen.” Christian Wolf, Verkostungsleiter und Vorstandsmitglied des Wettbewerbs, betonte die hohe Wertigkeit des Awards. Eine strenge Limitierung der Auszeichnungen stelle sicher, dass jedes prämierte Bier tatsächlich zu den Besten gehöre. Auch die Qualität der Jury sei erstklassig: “Wir haben über die Jahre ein hochkarätiges, internationales Verkostungspanel aufgebaut und sind stolz darauf, dass zu unserem Award inzwischen die besten Bierverkoster kommen.” Insgesamt wurden 90 Brauereien aus dem In- und Ausland für die hohe Qualität ihrer Biere ausgezeichnet.

Der Meininger-Award ist eine weitere Bestätigung für die erstklassige Arbeit der Brauer aus der Hoepfner Bierburg in Karlsruhe. Ebenfalls in der Kategorie Craft-Bier gab es 2018 bei der DLG-Prüfung, dem “härtesten Biertest der Welt” für die Hoepfner-Bierspezialität Porter eine Goldmedaille. Hoepfner Hefeweizen und Hoepfner Goldköpfle holten in anderen Kategorien ebenfalls diese begehrte Medaille. Beim Wettbewerb der Deutschen-Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) bewertet die Zertifizierungsstelle jedes Jahr die Qualität von mehreren hundert Bieren aus dem In- und Ausland, die “nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut werden”.

Den hochkarätigen Medaillenreigen rundete schließlich eine weitere DLG-Auszeichnung ab: Die Privatbrauerei Hoepfner erhielt in diesem Jahr auch den begehrten “Preis für langjährige Produktqualität” – und das zum 29. Mal. Willy Schmidt, Geschäftsführer der Hoepfner-Brauerei, freut sich vor allem auch über die Medaillen im Craft-Bier-Bereich: “In den vergangenen Jahren hat sich weltweit eine innovative Brau-Szene rund um das Thema Craft-Biere entwickelt. Durch kreativen Einsatz und Verarbeitung von Rohstoffen wie Hopfen oder Hefe Bierspezialitäten sollen individuelle Geschmacksprofile und eine abwechslungsreiche Stilistik entwickelt werden. Dafür stand Hoepfner schon lange vor dem Trend. Schön, dass dies jetzt auch bei verschiedenen Wettbewerben gebührend gewürdigt wurde.”

7. 9. – 8. 9. 2018: Craft Brauer Festival in Bayreuth

Anfang September ist es wieder so weit: bereits zum dritten Mal findet im Liebesbier in Bayreuth das CRAFT BRAUER FESTIVAL statt. findet in diesem Jahr schon zum 3. Mal statt. Geplant ist es, das Festival im Garten stattfinden zu lassen. Sollte es aber regnen, wird es halt nach innen verlegt. Die Veranstaltung ist wieder einmal ein Treffpunkt für Bierbegeisterte nicht nur aus Franken, sondern sicher werden wieder viele Besucher aus ganz Deutschland anreisen. Ich war Anfang des Jahres bei der Geburtstagsfeier des Liebesbier und kann daher sagen, dass sich die weiteste Anreise lohnt.

Auch dieses Mal hat Maisel & Friends wieder viele befreundete Brauereien eingeladen und fast ein Dutzend Brauereien haben auch zugesagt. Sie kommen aus Italien, Tschechien, Estland und allen Ecken Deutschlands. Somit haben die Besucher die Möglichkeit, sich durch die unterschiedlichen Bierstile zu probieren, viele neue Biere kennenzulernen und die Braumeister persönlich kennenzulernen. Zusätzlich gibt es Führungen durch Maisel’s Bier-Erlebnis-Welt, Tastings und Foodpairings sowie ein Bier-Roulette, was immer das auch sein mag. Die Küchenmannschaft des Liebesbier sorgt mit feinstem Festival-Food für das leibliche Wohl der Gäste.

Am Freitagabend geht es um 18 Uhr los. Die Gäste können den Feierabend zusammen mit den Brauern genießen oder beim Bier-Roulette in Maisel´s Bier-Shop einsteigen. Im Barbereich des Liebesbier wird ein DJ auflegen.

Für den Samstag ist ab 14:00 Uhr auch wieder ein feines Unterhaltungsprogramm geplant: Während die Kleinen werden bei der Kinderbetreuung bespaßt, während sich die Großen entspannt zu feinsten Chill Out Beats durch die ausgefallenen Biere probieren oder beim Cornhole-Wurfspiel ihr Geschick unter Beweis stellen. Wer Lust zu Tanzen hat, kommt am Samstag bei der After-Festival-Party mit der Kommune in der Alten Abfüllerei voll auf seine Kosten, wenn satte Beats auf knackige Malzbretter und aromareiche Hopfenbomben treffen!

Die kreativen Köpfe von Maisel and Friends werden zum ersten Mal das Ergebnis ihres neuesten Collaboration-Brews präsentieren. Sie verraten aber noch nicht, mit welcher anderen Brauerei dieser Sondersud entstanden ist. Es bleibt also spannend.

Das Craft Brauer Festival ist die perfekte Gelegenheit, um sich bei leckeren Bierspezialitäten mit Gleichgesinnten auszutauschen und eine gute Zeit zu verbringen!
Wie immer ist der Eintritt frei. Am Eingang gibt es gegen 5 Euro Pfand ein Probierglas, mit dem die Besucher sich gegen kleines Geld ihre Proben holen können.

Diese Brauereien sind vor Ort:

Atelier-der-Braukünste
Birrificio San Giovanni
Brauerei Flügge
BRLO
BroBier GbR
Craftwerk Brewing
HBH Braumeister Edition Fulda
In-Ale
Maisel and Friends
MÜCKE – Craft Beer ausm Revier
Schanzenbräu
Tanker Brewery
Únětický pivovar

WM und Supersommer bescheren den bayrischen Brauern ein Absatzplus von 4,5 %

Wie der Bayerische Brauerbund mitteilt, ist der Absatz der bayerischen Brauereien im ersten Halbjahr 2018 um 4,5% angestiegen. Insgesamt produzierten Sie von Januar bis Juni 12,2 Millionen hl, knapp 530.000 Hektoliter (für die Leser südlich des Weißwurstäquators: das sind satte 53 Mio. Maß0) mehr als im selben Vorjahreszeitraum. Mit diesem Absatzplus liegt Bayern weit über dem Bundesdurchschnitt (+ 0,6%). Das erste Halbjahr 2018 ist für Bayerns Brauer nach Angaben ihres Spitzenverbandes das Beste seit 25 Jahren.

Der Bayerische Brauerbund macht die positive Absatzentwicklung im Wesentlichen am sommerlich warmen und trockenen Wetter fest. Seit Anfang April sind Freiluftveranstaltungen möglich, die typischerweise mit Bierkonsum verbunden sind: Abende im Wirts- oder Biergarten, Volksfestbesuche oder das Grillen im eigenen Garten schlagen sich umgehend in den Absatzzahlen der Brauereien nieder. Sicherlich ist das positive Absatzergebnis aber auch im Zusammenhang mit der anhaltenden Konsumfreude insgesamt, dem Trend zu Regionalität und Vielfalt und dem “Sondereffekt” Fußballweltmeisterschaft 2018 zu begründen.

Auf ein Rekordniveau stieg auch der Absatz alkoholfreier Biere: Erstmalig lag der Gesamtabsatz bereits zum Halbjahr deutlich über 1 Million Hektoliter. (Vorjahr: 975.000 hl)

Dass Bayern von der positiven Absatzentwicklung ganz besonders stark profitiert, führt der Bayerische Brauerbund auf den Siegeszug bayerischer Bierspezialitäten in anderen Bundesländern und im Ausland zurück.

Gerade das traditionelle milde “Bayerisch Hell” erfreut sich bundesweit wachsender Beliebtheit. Im alkoholfreien Segment steht hingegen das alkoholfreie Weiß- oder Weizenbier ganz oben auf der Hitliste, auch ein Klassiker aus dem Sortiment bayerischer Braumeister.

Unverändert gut entwickelt sich der Export Bayerischer Biere, der auch im ersten Halbjahr gerade in Drittländer zulegte (+ 10,6%), was der wachsenden Beliebtheit Bayerischer Bierspezialitäten und der von der EU geschützten Bezeichnung “Bayerisches Bier g.g.A.” als europäische Spezialität zuzuschreiben ist.

Der Jahrhundertsommer hat jedoch für die Brauwirtschaft auch einen Wermutstropfen parat: Sorge bereiten den Brauern die ersten Ernteprognosen für Bierrohstoffe. Die Braugersten- und Weizenernte fällt 2018 wohl in ganz Europa unterdurchschnittlich, in manchen Regionen sogar katastrophal aus. Doch noch stehen viele Getreidebestände und vor allem der Hopfen auf dem Feld, sodass eine endgültige Beurteilung der Versorgungssituation erst nach der Ernte möglich sein wird.

Braukatz Red Ale

Wieder einmal steht ein von Stephanie und Kathrin Meyer in der Brau-Manufactur Allgäu vor mir. Diesmal handelt es sich um das Red Ale, ein American Amber, das mit einer ordentlichen Menge Karamell- und Alemalz sowie den fruchtigen Hopfen Comet und Galaxy eingebraut wurde. Das lässt doch schon mal ein richtig gutes Bier erwarten.

Cognacfarben ergießt sich das Bier ins Glas. Schaum bildet sich nur wenig, aber er ist sehr schön feinporig und bleibt auch lange erhalten. Die Optik des Red Ale gefällt mir schon mal.

Das Aroma ist mit den intensiven Düften nach Karamell und Biskuit malzbetont, aber auch der Hopfen kommt mit seinen Düften nach Trockenfrüchten, Limone und Grapefruit zu seinem Recht. Das Bier gefällt mir immer besser.

Der erste Kontakt mir der Zunge fällt recht süß aus, aber die reichlich dosierte sehr feinperlige Kohlensäure sorgt für eine angenehme Frische. Schnell gesellt sich eine ordentliche Fruchtigkeit dazu, die die Aromen auf der Zunge widerspiegelt. Der Alkohol ist deutlich zu schmecken, passt sich aber sehr gut in die anderen Geschmacksnoten ein. Selten wirkt ein Bier mit einem so intensiven Geschmack so frisch und spritzig wie das Red Ale. Im Abgang wird die Fruchtigkeit durch ein leichtes Bitter begleitet, das relativ lange nachklingt.

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Stammwürze:

13,0%

Bittereinheiten:

Brau-Manufactur Allgäu
Karl Meyer
Hauptstr. 25
87484 Nesselwang
www.brau-manufactur-allgaeu.de

Welde IPA

Die Braumanufaktur Welde ist seit über 260 Jahren für authentisches Brauhandwerk und exklusiven Biergenuss bekannt. Dabei hat sich die Braumanufaktur Welde stets weiterentwickelt. Braumeister Johann Welde übernahm die Brauerei 1888. Seitdem kamen eine eigene Flaschenabfüllung sowie ein vollautomatisiertes Sudhaus im Nachbarort Plankstadt hinzu. Heute unter der Leitung von Dr. Hans Spielmann hat sich aus dem traditionellen Familienbetrieb ein modernes Brauhaus entwickelt. Das Erfolgsrezept hat sich allerdings nie verändert: Tradition, Qualitätsbewusstsein, Leidenschaft, Mut und Kraft werden hochgehalten. So auch beim IPA, einem der drei neuen Craft-Biere von Welde, das jetzt vor mir steht. Dieses Bier wurde fast zwölf Wochen lang kältegereift und hopfengestopft. Durch diese lange Reifung soll es einen besonders frischen Duft haben.

Kupferfarben und leicht hefetrüb macht das Bier mit seiner durchschnittlich großen elfenbeinfarbenen Schaumkrone im Glas eine richtig gute Figur, auch weil der Schaum lange erhalten bleibt.

Das komplexe und fruchtige Aroma entspricht meinen Erwartungen an ein IPA. Düfte nach Grapefruit, Ananas, Mango und etwas Kokos steigen mir in die Nase. Das gefällt mir und macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist mit seiner leichten Süße und viel feinperliger Kohlensäure frisch und spritzig. Dazu kommt schnell ein recht kräftiges und dabei angenehmes Bitter, das auch den Geschmack nach Zitrusfrüchten mit sich bringt. Das Bitter dominiert auch den ellenlangen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen (Azzaca, Cascade, Sorachi Ace), Hefe (American Ale)

Alkoholgehalt:

6,7 % Vol.

Stammwürze:

15,2° Plato

Bittereinheiten:

55 IBU

Brauerei:

Weldebräu GmbH & Co. KG
Brauereistr. 1
68723 Plankstadt-Schwetzingen
www.welde.de

Flensburger richtet erneut das nördlichste Coverbandfestival aus

Am Samstag den, 11.08.2017 ist es wieder soweit. Dann öffnet Deutschlands nördlichste Kultbrauerei wieder ihre Pforten, um mit allen Festivalfans in bieriger Umgebung einen besonderen Abend zu feiern.

Das besondere Gefühl mitten in der Brauerei zu sein, teilt Flens auch in diesem Jahr wieder mit allen die Lust auf Festivals haben. Denn dann wird die Kultbrauerei aus lieb gewonnener Tradition für einen Abend lang Gastgeber und bietet 4 Cover Bands eine einzigartige Bühne auf dem Brauereigelände. In diese Kulisse heißt die traditionelle Brauerei Alt und Jung willkommen, um einen unvergesslichen Abend unter freiem Himmel zu erleben.

Für gute Stimmung und musikalische Höhepunkte sorgen:

Mr. Rod Show mit einer Hommage an den britischen Weltstar Rod Stewart, Alex im Westerwald der mit dem Witz von “Die Ärzte” die Energie von “Die Toten Hosen” vereint, Heaven in Hell der den Rocksound der 80er auf die Bühne bringt sowie die Hit Radio Show mit Hits von Katy Perry bis Queen und Nena bis Beyonce.

An diesem Abend wird auf dem Brauereihof alles traditionell gegen Flens Taler gezahlt (Eintausch an der Taler-Tauschstation im Eingangsbereich (1,50 € = 1 Taler)). Dafür erhält man kalte alkoholfreie Getränke sowie die frischen gut gekühlten Biere der Flensburger Brauerei und für den kleinen Hunger werden Fischbrötchen, Crêpes, Pommes und Bratwurst vom Schwenkgrill geboten.

Tickets gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen, im Plop-Shop der Flensburger Brauerei oder im Internet unter www.eventim.de für 13€ incl. VVK-Gebühren. Restkarten werden an der Abendkasse am Veranstaltungsabend für 15€ verkauft. Einlass ab 17:30 Uhr – Beginn ab 18:00 Uhr.

Da es keine Garderobe gibt und Sicherheit bei der Flensburger Brauerei GROSS geschrieben wird muss auf das Mitführen großer Taschen und Rucksäcke verzichtet werden. Das Mitbringen von Sitzgelegenheiten, Getränken und Spraydosen jeglicher Art ist ebenfalls nicht gestattet.

27. 7. – 29. 7. 2018: Weldefest in Plankstadt

Drei Tage randvoll mit Programm erwarten die Besucher beim diesjährigen Weldefest. Leckere Biere, Food Trucks, Verkostungen, ein Kinderprogramm und selbstverständlich Livemusik lassen mit Sicherheit keine Langeweile aufkommen.

Zum nordbadischen Craft Beer-Eldorado erwartet die Braumanufaktur Welde wieder befreundete Brauereien mit ihren Bierspezialitäten aus der Region und ganz Deutschland. Die Brauer sind höchstpersönlich anwesend, schenken die Biere aus und stehen zwei Tage und Abende lang Rede und Antwort rund um ihre Kreationen. Die Plankstadter Braumanufaktur hat neben der Badisch Gose auch ihre drei neuen Craft Biere am Hahn.

Welde-Braumeister Stephan Dück und sein Kollege Benni Wehle habe außerdem mit dem Brauer-Azubi-Team eine kleine Menge New England India Pale Ale (NEIPA) sowie drei weitere Spezialitäten vorbereitet.

Dück freut sich auf die Brauer-Kollegen von Landgang aus Hamburg, Hopfenstopfer aus Bad Rappenau, Flügge aus Frankfurt, auf Schanzenbräu aus Nürnberg und auf die drei Berliner Craft Brewer Superfreunde, Straßenbräu und Berliner Berg. Gespannt ist er auch auf die schottischen Biere der Brauerei BrewDog, die für ihre extrem gehopften Spezialitäten bekannt ist, und auf die Biere von Kuehn-Kunz-Rosen aus Mainz.

Auch am Sonntag ist der Craft Beer Stand geöffnet und bietet die Welde Spezialitäten vom Fass an.

Für Craft Beer Enthusiasten und Bier-Interessierte ist der Craft Beer Tapday Rhein-Neckar in Plankstadt immer wieder eine hervorragende Gelegenheit, unterschiedliche Bierstile von Welde und den Gast-Brauereien kennenzulernen und in entspannter Atmosphäre mit den Brauern zu sprechen.

Kein WeldeFest ohne Brauereiführungen, Craft Beer Tastings und mehr. Die WeldeBierwelt öffnet ihr Tor am 28. und 29. Juli 2018 tagsüber für Brauereiführungen und bietet verschiedene Craft Beer-Verkostungen und ein besonderes Kinderprogramm an. Aber was soll ich groß schreiben, das Programm spricht für sich.

Craft Beer Verkostungen (Sa + So)

Samstag 28.07.2018
16.00 Uhr | Craft Beer & Schokolade von Chocami – Biersommelier Max Spielmann
17.30 Uhr | Craft Beer Revolution – Bierpadre
19.00 Uhr | Craft Beer & Käse – Biersommelier Malte Brusermann
20.30 Uhr | Mein Craft Beer – Biersommelière Sophia Wenzel (Hamburg)

Sonntag 29.07.2018
13.30 Uhr | Craft Beer & Schokolade von Chocami – Biersommelier Max Spielmann
15.00 Uhr | Holzfassgereifte Biere – Braumeister & Biersommelier Stephan Dück
16.30 Uhr | Craft Beer & Eis vom Eiscafé Negri – Biersommelier Malte Brusermann
18.00 Uhr | Craft Beer & Käse – Biersommelier Malte Brusermann

Zu den Verkostungen wird Brot vom Artisan Boulanger Peter Kapp gereicht. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Preis pro Person pro Verkostung: € 25,-. Tickets erhältlich im Eingang zur Welde Bierwelt.

Welde-Bierwelt / Brauereiführungen

Was wäre ein Brauereifest ohne Führungen durch die Brauerei? Das hat sich auch Welde gesagt und bietet diese Führungen am Samstag von 15 Uhr bis 19 Uhr und am Sonntag von 12 Uhr bis 19 Uhr an.

WeldeBierwelt / Fassbrauseforscher

Was für die Großen eine Brauereiführung ist, ist für den Nachwuchs die Erforschung der Fassbrause. Unter fachkundiger Anleitung entdecken die Kids, was Holunder so alles kann und wie man damit ein erfrischendes Getränk herstellt. Dann wird mit hochgekrempelten Ärmeln eine eigene Fassbrause gemixt. Natürlich fehlt ein selbstgemaltes Etikett nicht. Die Fassbrause-Forscher-Touren finden ungefähr alle anderthalb Stunden statt, einfach am Bierwelt-Eingang informieren.

Treffpunkt ist der Eingang zur Welde-Bierwelt am Samstag von 15 Uhr bis 19 Uhr und am Sonntag von 12 Uhr bis 19 Uhr. Die Fassbrause-Forscher-Touren finden etwa alle 1,5 Stunden statt.

Was gibt es zu essen?

Die Welde-Sudhausstraße wird zur kulinarischen Genussmeile: in Foodtrucks werden verschiedene saftige Burger mit selbstgemachten Pommes, zartes Pulled Pork oder Beef zu Poutines mit verschiedenen Toppings, herrliche Currygerichte mit oder ohne Fleisch, leckere ungarische Langos und süße Crêpes frisch zubereitet. Freunde von Gyros kommen ebenfalls auf ihre Kosten und die Biergarten-Küche bietet Flammkuchen, Bratwurst und mehr an.

…und dann noch die Live-Musik

Der Freitagabend wird das Programm um 18 Uhr von “Gallantry Music” eröffnet. Die Geschwister Gallant stehen auf richtig gute handgemachte Musik und bringen ab 18 Uhr selbst komponierte Songs ebenso wie Coversongs zu Gehör.

Anschließend rocken “Who2Ladies” die Bühne. Who2 Ladies sind fünf Schwetzinger Jungs, die nach eigener Aussage ein gemeinsames Ziel haben: die Audience im Biergarten mit einer wilden Musikmischung aus Rock und Pop in Ekstase zu versetzen.

Am WeldeFest-Samstag werden die Regler am Mischpult um 18 Uhr hochgefahren. Mit “NEWMAN’S LAND” betritt ein Duo die weltbedeutenden Bretter, das sich eigens für das WeldeFest formiert hat. Für Julia und Christoph aus Karlsruhe steht der Spaß an der Musik an erster Stelle. Sie sorgen für einen musikalischen Auftakt nach Maß für die Sommernacht.

Wenn um 20.30 Uhr die “Nightlive Band” auf die Bühne kommt, ist absolut mitreißende Musik und fulminante Party angesagt. Die grandiosen, international erfahrenen Musikerinnen und Musiker haben bereits im vergangenen Jahr mit aktuellen Hits und dem Besten aus Funk und Soul begeistert und für fantastische Stimmung gesorgt.

Am Sonntagmorgen ab 11 Uhr spielt, passend zum entspannten Frühschoppen, “Brass2Go” auf: das sind sieben StudentInnen und AbsolventInnen der Musikhochschule Mannheim, die eine Brass Band im Stil der New Orleans Brass Band Tradition auf die Beine gestellt haben. Gekleidet in knallrote Anzüge, spazieren sie mit Susafon, Trompeten, Posaunen und Schlagzeug über das Festgelände und verbreiten mit viel Spaß gute Laune zum Mitsingen.

Den Nachmittag läutet “mocábo” mit spanisch-südamerikanischer Gitarrenmusik ein. Rumba-Flamenca aus Katalonien, relaxter Bossa-Nova aus Brasilien oder spanischer Pop, die Bandbreite von mocábo ist groß und bringt Sonne ins Herz. Mit fesselnden Melodien und feurigen Rhythmen versprühen die Musiker mediterranes Lebensgefühl.

Zum Abschluss gibt’s einen dicken, fetten “Knutschfleck” von Major Tom: Sternenhimmel, Ich will Spaß, Skandal im Sperrbezirk, König von Deutschland: Alles klar, Herr Kommissar! Endlich wieder beim WeldeFest dabei, lässt die Karlsruher Band das tolle musikalische Erbe der Neuen Deutschen Welle aufleben und begeistert außerdem mit deutschsprachigen Hits von den Ärzten, Nena, Falco, Klaus Lage und Co.

Danach klingt der Sonntagabend ganz entspannt bei Bier und Snacks aus der Biergartenküche aus.

Slow Brewing – was ist das?

Die Brauerei Welde aus Plankstadt hat mir kürzlich ihre drei neuen Craft-Biere geschickt. Auf den Rückenetiketten dieser Biere ist das Siegel “Slow Brewing” abgedruckt. Solche Siegel machen mich immer neugierig. Immer wieder finde ich in den Medien Berichte über sinnlose Siegel, die sich die Hersteller verschiedener Produkte teilweise sogar selber verleihen. Auf der anderen Seite ist der Großteil der Siegel durchaus sinnvoll und weist auf eine besondere Qualität der Produkte oder auf eine besonders sinnvolle Herstellung der Produkte hin. So habe ich einmal versucht, herauszufinden, wie es bei Slow Brewing aussieht.

Grundsätzlich hat das Wort “Slow” im Zusammenhang mit Lebensmitteln einen guten Ruf. Bekanntestes Beispiel ist “Slow Food”. Wo die Schnecke dieses Vereins auf der Verpackung eines Produkts zu sehen ist, können wir uns darauf verlassen, dass es sich um ein hochwertiges Erzeugnis mit eigenem Charakter handelt. Jetzt will ich versuchen herauszufinden, ob das beim Bier und Slow Brewing ebenfalls der Fall ist.

Slow Brewing ist ein eingetragener Verein, der nach der aktuellsten Pressemitteilung 26 Mitglieder in Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz hat. Von allen Bieren dieser Brauereien, die ich bislang getestet habe, war ich begeistert. Irgendetwas macht der Verein wohl richtig. Aber sehen wir uns erst einmal an, wie sich der Verein selbst darstellt:

“Herausragender Geschmack und ein gutes Gewissen beim Genießen. Dafür stehen Bierspezialitäten, die mit dem Slow Brewing Gütesiegel ausgezeichnet sind. Neben der Verwendung reinster, natürlicher Rohstoffe ist es die langsame, schonende Brauweise des Slow Brewing, die sich ganz wesentlich auf den besonders runden und ausgereiften Geschmack von Slow Brewing Bieren auswirkt. Slow Brewer geben ihren Bierspezialitäten die ideale Zeit zum Reifen. Außerdem verzichten sie ganz bewusst auf die weit verbreitete nachträgliche Verdünnung des fertigen Biers (High Gravity Brewing). Allgemein versteht man darunter eine Verdünnung von konzentriertem Bier auf die sortentypische Trinkstärke. Bei der Vergärung derartiger Würzen ergibt sich beim ausgedünnten Bier ein anderes Aromaprofil als bei Bieren mit Originalstammwürze. Aus diesem Grund ist High Gravity bei Slow Brewing eine “No-go-Technologie”. Die schonende Brauweise des Slow Brewing wirkt sich aber nicht nur positiv auf den Geschmack aus, es entstehen auch weniger sogenannte Fuselalkohole als bei beschleunigten Herstellungsverfahren, die oft in der industriellen Massenproduktion zum Einsatz kommen. Diese Gärungsnebenprodukte werden häufig für eine schlechtere Verträglichkeit verantwortlich gemacht. Damit man die herausragenden Slow Brewing Biere auch mit gutem Gewissen genießen kann, geht Slow Brewing über die Prüfung der Bierqualität hinaus und bewertet auch die Qualität der Brauerei, die es herstellt. Slow Brewing zertifiziert ausschließlich Unternehmen, die in allen Bereichen ihrer Wertschöpfungskette fair und bewusst agieren. Dieser ganzheitliche Zugang macht Slow Brewing zum konsequentesten Gütesiegel am internationalen Biermarkt.”

Wenn wir die Informationen aus diesem Pressetext zusammenfassen bleiben eigentlich nur zwei Informationen übrig: das Bier wird sofort in Trinkstärke gebraut und auch das soziale Verhalten der Brauerei gegenüber den Mitarbeitern und Lieferanten geht in die Bewertung ein. Der Rest klingt erst einmal nach Marketingsprüchen, deren inhaltliche Bedeutung im Einzelnen betrachtet werden sollte. Sehen wir uns die Details einmal an.

Wie und wie häufig prüft Slow Brewing?

Dazu schreibt Slow Brewing: “Die geschmackliche Qualitätsprüfung des Biers erfolgt jeden Monat durch das renommierte Forschungszentrum Weihenstephan (TU München). Die Bierqualität wird über 12 Monate im Jahr sowohl im frisch abgefüllten als auch im “gealterten” Produkt überprüft. Damit steht auch die Qualitätskonstanz des Biers im Fokus und das ist eine der schwierigsten Herausforderungen für jeden Brauer.”

Eine monatliche sensorische Qualitätsprüfung ist wohl nahe an der Grenze, was vertretbar und ökonomisch sinnvoll ist. Das gefällt mir. Zweifel habe ich aber an der Aussagekraft der Prüfungen am gealterten Bier. Dafür gibt es mehrere Gründe: In der Brauerei und/oder in Weihenstephan werden die Biere sicher ordnungsgemäß und produktschonend gelagert. In der Realität sieht die Situation aber anders aus. Sobald das Bier die Brauerei verlassen hat, hat die Brauerei keinen Einfluss mehr auf die Lagerbedingungen des Bieres. Das beginnt schon beim Transport. Das Thermometer zeigt derzeit deutlich über 30 Grad Celsius an. Stellen wir uns jetzt einmal vor, ein Fernfahrer soll eine Ladung Bier aus Süddeutschland nach Hannover bringen. Er ist die Nacht durchgefahren und lädt morgens das Bier. Anschließend muss er seine gesetzlich vorgeschriebene Pause machen. Nicht nur der Fahrer ist ein armes Schwein, das dann bei diesen Temperaturen im Auto schlafen soll. Auch auf der Ladefläche herrschen die gleichen Temperaturen. Nun mag ein industriell gebrautes Bier das schadlos überstehen, aber wie sich ein nicht pasteurisiertes Bier bei diesen Temperaturen verhält, mag sich jeder selbst vorstellen. Auch im Handel herrschen in der Regel nicht die optimalen Bedingungen. Im Getränkemarkt, in dem ich häufiger bin, werden die Biere bei Außentemperatur gelagert, und das sicher manchmal über mehrere Wochen oder gar Monate. Ein so gelagertes Bier dürfte wohl deutlich schneller altern als ein Bier in Weihenstephan.

Außerdem ist Bier nicht gleich Bier. In hopfenbetonten Bieren bauen sich die Aromen im Laufe der Zeit ab. Wer einmal ein deutlich überlagertes IPA getrunken hat, wird festgestellt haben, dass die Fruchtigkeit stark nachgelassen hat und aus dem leckeren Bier eine eher bittere Brühe geworden ist. Auf der anderen Seite gibt es die malzbetonten Biere, die im besten Fall in der Flasche reifen. Sie verändern sich also noch und werden dabei besser. Dabei denke ich beispielsweise an die Inselbrauerei auf Rügen, die nach belgischem Vorbild den Bieren eine zweite Gärung in der Flasche gönnt und die Biere nicht pasteurisiert. Solche aufwändig hergestellten Biere würden bei dieser Qualitätsprüfung vermutlich durchfallen.

Slow Brewing schreibt weiter: “Die Überprüfung der Brauerei und der Herstellung wird vom Slow Brewing Institut jährlich durchgeführt. Zertifiziert werden dabei u.a. Rohstoffqualität, Art und Qualität der Brauweise und die Qualität der Unternehmensführung und -kultur. Das strenge, wissenschaftlich fundierte Audit umfasst mehr als 500 Fragen, die von den unabhängigen Experten des Slow Brewing Instituts definiert wurden. Das Gütesiegel wird nur vergeben, wenn alle Bereiche als ausgezeichnet bewertet werden.”

Das Slow Brewing Institut – wissenschaftlich fundiert

Auch dazu schreibt Slow Brewing etwas: “Vergeben wird das Gütesiegel nach harter und umfangreicher Prüfung vom Slow Brewing Institut, einem unabhängigen und wissenschaftlich fundierten Kontrollorgan. Bestehend aus zehn Brauexperten aus Lehre und Forschung rund um Dr. August Gresser, Ehrenmitglied der “Accademia della Birra” und des Verbandes ehemaliger Weihenstephaner der Brauerabteilung e.V., arbeitet das Institut mit einem wissenschaftlichen Beirat und unabhängigen Experten der TU München und der CERB zusammen. Getragen wird das Institut durch faire Kommunikations- und Marketingbeiträge der ausgezeichneten Brauereien und Beiträge von Förderern mit der Motivation, strenge, objektive und konsequente Richtlinien für die Auszeichnung von herausragenden Bieren zu gewährleisten. Slow Brewing wurde 2011 als “Bewegung” mit äußerst strengen Aufnahmekriterien ins Leben gerufen. Nach der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Kriterien wurde 2016 als Konsequenz das Slow Brewing Institut gegründet. Seit diesem Zeitpunkt kann sich jede Brauerei für das Gütesiegel bewerben.”

Dem ist nicht viel hinzuzufügen. Ich habe die neun Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats von Slow Brewing recherchiert und dabei festgestellt, dass es ich um ausgewiesene und anerkannte Experten des Brauwesens handelt.

Ich habe hier einige Punkte genannt, bei denen ich jetzt nicht mit Slow Brewing übereinstimme. Dabei handelt es sich aber weniger um eine Kritik an der Arbeit von Slow Brewing, sondern mehr um Fragen, die noch einer Klärung bedürfen. Auf der BrauBeviale wird Slow Brewing einen Stand betreiben. Ich hoffe, dass mich die Messe Nürnberg für diese Veranstaltung akkreditiert. In diesem Fall werde ich die offenen Fragen sicher mit Slow Brewing klären können und hier weiter berichten.