Archiv für den Monat: Mai 2016

Kasztelan Chmielowe

Nun teste ich erstmals ein Bier aus Polen. Es handelt sich um ein Lager. Auf dem vorderen Etikett sind Hopfendolden abgebildet, das Rückenetikett schreibt etwas von Tradition und Braukunst. Das Bier muss also wohl etwas ganz Besonderes sein – oder sollte es sich um einen Blender handeln? Für einen Blender spricht schon mal, dass die Brauerei nicht genannt wird, sondern das Rückenetikett sagt lediglich aus, dass die Distribution dieses Bieres von Carlsberg in Warschau organisiert wird. Hätte ich mir beim Kauf die Etiketten genauer ansehen sollen? Aber ich will jetzt keine Vorurteile aufkommen lassen, sondern ich mache jetzt erst einmal die Flasche auf.

Das Bier zeigt sich in einem sehr hellen Gelb. Es ist kristallklar und macht einen fast wässrigen Eindruck. Dazu kommt eine durchschnittliche Menge gemischtporiger Schaum, der aber relativ schnell in sich zusammenfällt.

Das Aroma wird durch Karamell geprägt, dazu Bitternoten des Hopfens oder besser gesagt des Hopfenextrakts. Der Antrunk ist recht süß, für meinen Geschmack zu süß. Lediglich die feinperlige Kohlensäure rettet jetzt den Geschmack. Auch der Körper ist süß, zusammen mit einem unangenehmen Bitter. Er hat absolut kein Volumen und wirkt eindimensional und hohl. Der Abgang ist leicht bitter, wirkt aber auch absolut nichtssagend.

Würde es sich hier um ein alkoholfreies Bier handeln, würde ich sagen, dass die Brauerei noch etwas üben muss und dass es noch etwas werden kann. Schließlich geht mit dem Alkoholentzug auch ein Teil des Geschmacks verloren. Aber dieses Bier hat 5,2 %, damit sollte es einen vollen Geschmack aufweisen. Da kann ich nur sagen: Ziel verfehlt.

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Vertrieb durch:

Carlsberg Polska SP. Z. o.o.
ul. Ilzecka 24
02-135 Warzawa
Polen

Strong Suffolk Dark Ale

Ich weiß gar nicht, weshalb ich schon so lange kein Bier aus Großbritannien mehr verkostet habe. Auch wenn der Geschmack des Essens auf der Insel eine legendär schlechte Qualität hat, können die Engländer doch richtig gutes Bier brauen. Nun steht ein Dark Ale vor mir, das Strong Suffolk aus der Greene King Brewery.

Dunkel Mahagoni präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber ein feinporiger haselnussbrauner Schaum, der sich aber leider recht flott auflöst.

Das Aroma ist durch das Malz dominiert und eine leichte Rauchnote verbindet sich mit dem Duft von Madeira zu einem harmonischen Ganzen.

Der Antrunk ist recht süß, was aber aufgrund der reichlich vorhandenen feinperligen Kohlensäure nicht unangenehm ist. Schnell entwickelt sich auf der Zunge ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Geschmäcker: Röstnoten, Whiskey, Kaffee… Bei diesem Bier habe ich wirklich den Eindruck, bei jedem Schluck zusätzliche Nuancen herauszuschmecken. Allein schon dafür hat es sich gelohnt, dieses Bier zu kaufen. Der Abgang ist nur leicht bitter, wird aber von einem leichten Whiskeygeschmack sowie einer leichten Säure begleitet.

Dieses Bier ist wunderbar ausgeglichen, ich könnte auch sagen, es ist ein Gesamtkunstwerk.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Brauerei:

Greene King Brewery
Westgate St, Bury St Edmunds
Suffolk IP33 1QT
Großbritannien
www.greeneking.co.uk

Hösl Whiskey-Weiße

Wieder einmal steht ein Bier vor mir, von dem ich mir etwas ganz besonderes verspreche – das Whiskey-Weiße aus der Brauerei Hösl in der Oberpfalz. Die Bezeichnung Whiskey sagt aus, dass das Gerstenmalz, das normalerweise auch im Weizenbier enthalten ist, durch Whiskey-Malz ersetzt wird. Dieses Malz wird ebenfalls aus Gerste hergestellt, es wird aber anders gedarrt. Mal sehen, ob sich dieser Unterschied auch im Geschmack wiederfindet.

Beim Einschenken fällt nicht nur die typische braune Farbe eines Whiskey-Biers mit der Trübheit durch die Hefe auf, sondern auch der für ein Weizenbier absolut untypische Schaum. Er ist braun, sehr grobporig und fällt in Nullkommanichts in sich zusammen. Der Schaum erinnert eher an den kleinen Schaumrest beim Einschenken von Cola. Da hätte ich wirklich etwas anderes erwartet. Optisch kann das Bier mich also nur teilweise überzeugen.

Der Duft des Rauchmalzes duftet bereits nach Whiskey und macht Lust auf den ersten Schluck. Und tatsächlich – bereits im Antrunk fällt die rauchige Note des Malzes angenehm auf, zusammen mit dem Geschmack der Hefe. Dieser runde und angenehme Geschmack intensiviert sich im Mund noch weiter. Der Hopfen kommt im Abgang nur sehr schwach zum Vorschein. Geschmacklich ist an diesem Bier absolut nichts auszusetzen.

Nicht jeder mag den Geschmack des Whiskey-Malzes, aber wenn Sie das Bier einmal in Ihrem Getränkemarkt sehen sollten Sie es auf jeden Fall mitnehmen. Es ist auf jeden Fall ein Erlebnis.

Zutaten:

Brauwasser, Weizenmalz, Whiskeymalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Brauerei:

Privatbrauerei Hösl
95666 Mitterteich
http://www.hoeslbraeu.de

Mashsee Hafensänger Black Porter

Nun steht mal ein Bier aus der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover vor mir, das Mashsee Hafensänger Baltic Porter. Pate bei der Namensgebung war der Maschsee, das südlich der Innenstadt gelegene und mit einer Größe von 78 Hektar größte künstliche Gewässer in Hannover. Die Brauerei liegt nur wenige hundert Meter von diesem Naherholungsgebiet entfernt. Aber kommen wir zum Bier.

Blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas. Darüber eine durchschnittliche Menge haselnussbrauner cremiger Schaum, der lange erhalten bleibt. Also, optisch hat das Bier bei mir schon mal gewonnen. Mal sehen, ob das Bier geschmacklich mit der Optik mithalten kann.

Das Aroma ist bestechend komplex. Ich nehme Noten von Karamell, Kaffee, Kakao und Schokolade fest, dazu einen leichten säuerlichen Duft sowie Rauch.

Der Antrunk ist mäßig süß, aber nicht so sehr, wie ich es erwartet hätte. Dazu zeigt sich die sehr feinperlige Kohlensäure. Der Körper ist ähnlich komplex wie das Aroma. Karamell zeigt sich, dazu leichte Röstaromen sowie die Säure, die ich bereits im Aroma feststellen konnte. Mir persönlich ist die Säure etwas zu dominant, aber sie ist noch nicht unangenehm. Erst im sehr trockenen Abgang wird die Säure recht dominant und überdeckt die vermutlich vorhandenen Bitternoten. Spätestens jetzt wird das Bier etwas unausgewogen.

Ich habe den Verdacht, dass Bier irgendwann nicht sachgemäß gelagert wurde. Nur so kann ich mir die vergleichsweise kräftige Säure erklären. Vermutlich wäre das Bier ansonsten runder.

Zutaten:

Wasser, , Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,1 % Vol.

Stammwürze:

16,1° Plato

Bittereinheiten:

34 IBU

Brauerei:

Mashsee Brauerei GmbH & Co. KG
Schlägerstr. 17
30171 Hannover
www.mashsee.de

Dieses Bier können Sie ab einer Bestellsumme von 49,00 Euro durch einen Klick auf das folgende Banner versandkostenfrei bestellen:

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Hofbräu München Münchner Sommer

Als ich kürzlich in meinem Getränkemarkt war, bot das Unternehmen ein Sommerbier an. Mitten im Dezember. Trotzdem hat selbstverständlich eine der Flaschen sofort den Weg in meine Tasche gefunden, vor allem, weil ich der Meinung bin, dass die Saisonbiere meist besser sind als die Standardbiere. Jetzt will ich das Bier testen.

Im Glas zeigt das Bier ein kräftiges Goldgelb, eingetrübt durch die darin vorhandene Hefe. Darüber eine kräftige weiße Schaumkrone, die auch recht lange stehenbleibt. Der Duft wird vom Hopfen dominiert, dazu der Duft der Hefe und von Gewürzen. Insgesamt erinnert der Duft deutlich an ein Märzen.

Der Antrunk ist zwar intensiv, aber deutlich milder als es der Duft vermuten lässt. Dafür ist vermutlich die Hefe verantwortlich, die geschmacklich aber diskret im Hintergrund bleibt. Der lange Abgang ist mild bitter.

Doch, dieses süffige Bier erinnert sofort an warme Sommerabende in einem Biergarten in München.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Brauerei:

Staatliches Hofbräuhaus in München
Hofbräuallee 1
81829 München
http://www.hofbraeuhaus.com

Lindemans Kriek

Jetzt steht mal wieder eines der Fruchtbiere aus dem Hause Lindemans vor mir. Wie bei den anderen Bieren aus dieser Brauerei handelt es sich auch hier nicht um ein Mischgetränk, sondern der Kirschsaft wurde bereits während des Brauprozesses zugegeben, so dass ein ganz besonderer Geschmack entsteht. Auch das Kriek ist ein Lambic, also ein Bier, das mit wilden Hefen gebraut wurde, ein Vorgang, der nur in der Umgebung von Brüssel funktionieren soll.

Tiefrot steht das Bier im Glas. Darüber ein rosa Schaum, der sich allerdings recht schnell auflöst. Na ja, ich hatte auch nichts anderes erwartet. Das ist bei allen Fruchtbieren aus dem Hause LindemanS so. Dazu der intensive Duft nach Schwarzkirschen, der Duft des Hopfens ist eher zu erahnen. Wer wie ich die Fruchtbiere mag, kann den ersten Schluck kaum erwarten. Fangen wir also an.

Der Antrunk ist süß und der Geschmack der Kirschen füllt sofort den gesamten Mund aus. Dazu die leichte Herbe des Hopfens, die hervorragend zur Säure der Kirschen passt. Der Kirschgeschmack ist fast zu intensiv, aber durchaus lecker. Lediglich im Abgang ist das Kriek etwas schwach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe, 25% Kirschsaft, Fructose, Süßstoff, Aromen

Alkoholgehalt:

3,5 % Vol.

Brauerei:

Brouerij LindemanS
Lenniksebaan 1479
1602 Vlezenbeek
Belgien
http://www.lindemans.be

Dieses Bier können Sie ab 12 Flaschen oder einem Bestellwert von mindestens 49 Euro (auch gemischt) versandkostenfrei online bestellen:

Grüner Vollbier hell

Nun wende ich mich mal wieder einem Bier aus Franken zu. Das Grüner Vollbier hell wird nicht mehr in der 1709 gegründeten Brauerei Grüner gebraut, die ihren Betrieb 1977 eingestellt wird, sondern seit 2011 in der Brauerei Tucher, die ebenfalls in Fürth ansässig ist.

Das untergärige Lagerbier ist im Glas goldgelb mit einer nicht allzu üppigen aber feinporigen Schaumkrone, die auch relativ lange erhalten bleibt. Dafür sorgt wohl auch die reichlich vorhandene Kohlensäure. Optisch hat Tucher also schon mal alles richtig gemacht. Der Duft ist vom Malz geprägt, während der Geruch des Hopfens eher zu erahnen ist. Wir können also schon mal von einem recht milden Bier ausgehen.
Diesen Eindruck unterstreicht auch der Antrunk. Zurückhaltend süß ist er, dabei aber kräftig. Auffällig ist der vollmundige und runde Geschmack, der auf eine sorgfältige Auswahl des Malzes schließen lässt. Auch der Körper ist wirklich lecker. Da der Hopfen eher zurückhaltend eingesetzt wurde, ist das Bier recht süffig. Der Abgang ist frisch, ebenfalls durch das Malz geprägt und erst jetzt kommt der Hopfen wirklich zu seinem Recht.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Brauerei:

Tucher Traditionsbrauerei
90763 Fürth
http://www.tucher.de

Hasseröder Schwarz

Nun steht ein Schwarzbier aus Sachsen-Anhalt vor mir, das Hasseröder Schwarz. In der DDR war die im Jahr 1872 gegründete Brauerei in einem Vorort von Wernigerode die größte Brauerei des Landes. Nachdem sie die Wende überlebt hatte, wurde sie 2002 von ABInBev aufgekauft. Ich wundere mich etwas, dass die Brauerei erst 2011 begonnen hat, Schwarzbier zu brauen, obwohl Schwarzbiere im Osten eigentlich ziemlich beliebt sind.

Tiefschwarz zeigt sich das Bier im Glas. Selbst wenn es gegen das Licht gehalten wird, ist nur ein schwacher Rotton zu erkennen. Dazu eine sehr schöne feinporige und feste Schaumkrone. Das Bier duftet intensiv nach Malz, unterstützt von feinen Schokoladen- und Kaffeenoten. Das macht Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeigt eine intensive Röstmalznote zusammen mit einer leichten Süße, die das Malz angenehm unterstützt. Dazu die leichte Schokoladennote. Im recht langen Abgang kommen noch einige diskrete Bitterstoffe zum Tragen. Ich bin der Meinung, dass das Hasseröder Schwarz ein wirklich gut trinkbares Schwarzbier ist. Leider sind die verschiedenen Zutaten nicht wirklich gut aufeinander abgestimmt, so dass die Qualität noch steigerbar ist.

Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:
5,0 % Vol.

Brauerei:
Hasseröder Brauerei GmbH
Auerhahnring 1
38855 Wernigerode
http://www.hasseroeder.de

Frankenbräu Pilsener

Pils macht etwa zwei Drittel der deutschen Bierproduktion aus. Grund genug also, mal wieder ein Bier Pilsener Brauart zu testen. Allerdings habe ich das Vorurteil, dass die Pilsener meist ziemlich ähnlich schmecken.

Irgendwie mag ich ja die Flaschen mit dem Bügelverschluss. Das könnte einerseits daran liegen, dass ich das Design mag, andererseits lässt sich die Flasche auch wieder verschließen, was vor Allem im Sommer hilfreich ist, wenn auf diese Weise die Insekten abgehalten werden. Vor allem bleibt das Bier aber auch frisch, wenn es nicht sofort ausgetrunken wird.

Nachdem ich bereits im ersten Absatz meine Bedenken geschrieben habe, ziehe ich hier mein Fazit vor: Dieses Bier ist etwas ganz besonderes. So etwas würde ich mir häufiger wünschen. Es ist einfach so, wie ich mir ein Bier aus Franken vorstelle.

Schon im Glas macht das Bier einen hervorragenden Eindruck. Goldgelb steht das Bier im Glas, darüber eine wunderbar feinporige Schaumkrone, die auch lange stehen bleibt. Das Bier duftet vielseitig nach Getreide, Hopfen und Früchten.

Auch der Geschmack überzeugt. Der Antrunk ist von Malz geprägt, unterstützt durch eine fruchtige Note. Dazu zeigt das Bier einen vollen Körper und deutliche Hopfennoten im Abgang. So schmeckt Franken.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Brauerei:

Franken Bräu
96268 Mitwitz im Frankenwald
http://www.frankenbraeu.de

Pott’s Prinzipal

Nun habe ich mal wieder ein Bier aus der kleinen Brauerei Pott’s im münsterländischen Oelde vor mir.

Kräftig goldgelb steht das Bier im Glas. Dazu eine üppige Schaumkrone mit mittlerer Standzeit. Der Duft ist durch den Hopfen geprägt, unterstützt von Zitrusnoten. Optik und Duft lassen uns also ein herbes Bier erwarten.

Der Antrunk zeigt viel Malz und schnell wird klar, dass es sich um ein sehr schön süffiges Bier handelt. Das hätte mir auch bereits die Angabe des Stammwürzegehalts von 12,5 % auf dem Etikett sagen können. Im Abgang wird das Bier deutlich bitter, was aber nicht unangenehm ist. Der Geschmack bleibt auch lange erhalten.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Brauerei:

Pott’s Brauerei
59302 Oelde
http://www.potts.de