Archiv für den Monat: November 2015

3. – 5. Juni 2016: Hallertauer Bierfestival in Attenkirchen

Bierfeste kennen wir meist aus Großstädten – aus Hamburg, Berlin, München und sogar Bochum. Dass aber auch kleine Orte und Städte in der Lage sind, ein großes Bierfest auf die Beine zu stellen beweist die kleine Gemeinde Attenkirchen aus dem Hallertau. Anfang Juni werden wieder Bierliebhaber aus der gesamten Region in den Ort mit lediglich 2.600 Einwohnern pilgern, um viele Bierspezialitäten zu verkosten. Im letzten Jahr kamen bereits 20.000 Besucher.

Im Premierenjahr 2010 stellten die Brauer der Region noch etwa 50 verschiedene Biere vor, im letzten Jahr hatte sich die Zahl der Biere bereits verdoppelt. Inzwischen haben sich auch verschiedene Mikro-Brauereien mit ihren Craft-Bieren in Attenkirchen eingefunden, die ihre Biere auch selbst ausschenken.

Attraktiv ist nicht nur die Bierauswahl, sondern auch der Eintrittspreis – es gibt schlicht keinen. Der Eintritt ist kostenfrei und auch die Bierpreise sind mit zwei Euro für 0,25 Liter mehr als moderat. Dazu kommt noch das Rahmenprogramm: ein Kunsthandwerkermarkt ist genauso vorhanden wie ein Musikprogramm. Selbstverständlich darf auch eine Kinderbetreuung nicht fehlen.

Der Erlös der dreitägigen Veranstaltung kommt den örtlichen Vereinen zu Gute, die mit ehrenamtlichen Helfern dieses Festival ausrichten. Ich finde, diese Veranstaltung sollte Schule machen.

Riedenburger Dolden Dark Sud 11

Nun befasse ich mich mal wieder mit einem Bier aus Bayern, das Dolden Dark aus dem Riedenburger Brauhaus. Es handelt sich um ein handwerklich gebrautes Porter. Eine Besonderheit dieses biologischen Bieres aus dem Altmühltal ist die Verwendung von Emmermalz. Emmer ist eine alte Getreidesorte, die zwischenzeitlich nahezu ausgestorben war. Erst in den letzten Jahren gewinnt sie langsam wieder etwas an Bedeutung. Aber wenden wir uns dem Bier zu.

Ein Blick auf das Etikett zeigt bereits eine Besonderheit. Da die Rohstoffe für diese Bierspezialität vermutlich nicht in beliebigen Mengen vorhanden sind und sich die Brauer daher nicht sicher sein können, beim nächsten Mal das exakt gleiche Ergebnis zu erzielen, ist auf dem Etikett die Nummer des Suds vermerkt. In diesem Fall ist es der Sud 11.

Absolut schwarz und blickdicht ist das Bier, darüber ein nussbrauner gemischtporiger Schaum, der allerdings recht flott verschwindet. Lediglich ein kleiner Rest des Schaums bleibt dauerhaft erhalten.

Das Aroma ist durch Röstaromen geprägt, das Bier duftet nach Kaffee und Schokolade. Der Hopfen kommt hier nicht in den Vordergrund.

Der Antrunk ist leicht süß und hier kommt erstmals die sehr feinperlige Kohlensäure zum Vorschein. Zu sehen war sie nicht, da das Bier so konzentriert ist, dass wirklich kein Licht in es eindringt.

Der Körper ist ausgewogen, ich schmecke bittere Schokolade gemischt mit Kaffee, dazu eine leichte Säure. An so ein Bier könnte ich mich doch glatt gewöhnen. Der Abgang ist anfangs wie eine gute Bitterschokolade, die etwas Säure mit sich bringt. Dann wandelt sich der Geschmack und es kommen die Kaffeetöne zum Vorschein. Der Geschmack bleibt auch einige Zeit erhalten, bevor er langsam verklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Emmermalz, Hopfen, Hefe

Mit Ausnahme des Wassers und der Hefe stammen alle Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau.

Alkoholgehalt:

6,9 % Vol.

Bittereinheiten:

28 IBU

Brauerei:

Riedenburger Brauhaus
93339 Riedenburg
http://www.riedenburger.de

Dieses Bier können Sie ab 12 Flaschen oder einem Bestellwert von mindestens 49 Euro (auch gemischt) versandkostenfrei online bestellen:

Bierol Going Hazelnuts

Lange habe ich kein Porter getestet. Nun ist es mal wieder an der Zeit und ich habe mir ein Bier aus Österreich ausgesucht, von dem ich mir eine Menge verspreche. Immerhin haben dieses Bier die Brauer von Bierol nicht allein kreiert, sondern sie haben sich auch Chris Sullivan von “Outlaw’s Collaborations” dazu geholt. Jetzt bin ich mal gespannt, ob die Erfahrungen sich ergänzen oder ob das Sprichwort ” Viele Köche verderben den Brei” zum Tragen kommt. Aber wenn die Tiroler sich einen Braumeister aus Oregon zu Hilfe holen bin ich doch eher optimistisch.

Tiefschwarz steht das Bier im Glas, darüber wenig mittelbrauner Schaum, leider nur wenig und er bleibt uns auch nur kurz erhalten. Aber die Farbe des Bieres ist wirklich beeindruckend, tiefschwarz und blickdicht.

Das Aroma wird durch die Röststoffe geprägt, unterstützt durch Schokoladen-, Nuss- und Vanillenoten.

Der Antrunk zeigt erstaunlich wenig Süße; bei der Farbe hätte ich eigentlich einen höheren Gehalt an Malzzucker erwartet. Die reichlich vorhandene feinperlige Kohlensäure lässt aber bereits vom ersten Moment an keine Langeweile aufkommen. Umso stärker ist aber die Körper, der durch die Röststoffe des Malzes geprägt ist, unterstützt durch die Haselnüsse, die zwar deutlich bemerkbar sind, sich aber doch diskret im Hintergrund halten. Dieses Bier wurde wirklich sorgfältig komponiert. Der Abgang ist dann wieder erstaunlich mild, klingt aber trotzdem einige Zeit nach.

Zutaten:

Malz (Pilsener, Cara, Röstmalz), Hopfen (East Kent Golding), Haselnüsse aus biologischem Anbau

Alkoholgehalt:

5,7 % Vol.

Stammwürze:

15,6 ° Plato

Brauerei:

Bierol GmbH
Sonnendorf 27
6334 Schwoich
http://www.bierol.de

26. – 28. 2. 2016: Braukunst Live – Internationales Festival der feinen Biere in München

Es ist nicht das erste Mal, dass sich die deutsche Craft-Beer-Szene im MVG Museum in München trifft. Aber auch die Brauer aus dem Ausland sind auf diese Messe aufmerksam geworden, so dass wir uns auf eine umfassende Biermesse freuen dürfen. Karten zum Preis ab EUR 22,50 gibt es unter http://www.braukunst-live.com/tickets/#regdl=braukunst-live-in-munchen. Nun ist es ja sicherlich sinnvoll zu so einem Event nicht mit dem eigenen Auto zu fahren, sondern die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Das haben sich auch die Veranstalter der Braukunst Live gesagt und einen Busshuttle von und zur U-Bahn-Station Giesinger Bahnhof organisiert.

Alpirsbacher Weihnachtsbier 2015

Nachdem nun der erste Advent naht ist es an der Zeit, einmal eines der vielen Weihnachts- und Winterbiere zu verkosten. Ich habe mir das Alpirsbacher Weihnachtsbier aus Baden-Württemberg vorgenommen. Da die Etiketten nicht viel über das Bier verraten beginne ich direkt mit der Verkostung.

Leuchtend goldgelb zeigt sich das Bier im Glas. Darüber recht wenig weißer und feinporiger Schaum, der sich leider recht schnell auflöst. Dafür entschädigt aber die reichlich vorhandene Kohlensäure.

Das Aroma wird vom Malzduft bestimmt, unterstützt von Vanille und Trockenfrüchten. Die Rohstoffe hat die Brauerei auf jeden Fall sorgfältig ausgewählt.

Der Antrunk ist recht neutral, aber bevor ich Zeit habe, mich darüber zu wundern, entwickelt sich zunächst ein leicht saurer Geschmack, der dann in ein angenehmes Bitter übergeht. Dass sich der Geschmack ändert, je nachdem an welcher Stelle der Zunge gerade verkostet wird, ist ja normal. Aber bei diesem Bier habe ich wirklich den Eindruck, dass sich der Geschmack im Mund verändert. Außerdem ist der Geschmack wirklich intensiv, so dass ich eigentlich mehr als die 5,6 % Alkohol erwartet hätte. Der Abgang war dann überraschend neutral, keine Bitterstoffe in der Kehle zu schmecken. Das könnte aber auch an meiner derzeitigen Erkältung liegen.

Alles in Allem ein sehr gutes Bockbier, das aber durchaus noch etwas Potential nach oben hat.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Brauerei:

Alpirsbacher Klosterbräu
72275 Alpirsbach
http://www.alpirsbacher.de

Doppelbock-Gelee

Heute teste ich mal wieder etwas Süßes, ein Doppelbock-Gelee aus der kleinsten Brauerei Deutschlands. Gekauft habe ich dieses Gelee auf dem Hauptmarkt in Nürnberg, wo der Brauer, der alleine arbeitet, seine Produkte den Konsumenten direkt anbietet.

Die Farbe stammt vom Bier, wurden keinerlei Farbstoffe zugesetzt. Der Duft wird hauptsächlich durch das Malz bestimmt, allerdings ahnt bereits die Nase, dass es sich um ein recht süßes Produkt handelt. Aber das ist für ein Gelee weder ungewöhnlich noch ist es ein Fehler. Der Geschmack bestätigt, was die Nase bereits ankündigte: das Gelee ist wirklich sehr süß. Auch wenn das Herbe des Bieres deutlich durchkommt, wäre dieses Gelee vermutlich mit etwas weniger Zucker noch schmackhafter. Aber das ist eine Frage der persönlichen Vorlieben.

Wenn Sie einmal auf den Hauptmarkt von Nürnberg kommen, sollten Sie nicht versäumen, sich ein Glas dieses Produkts mitzunehmen. Es lohnt sich.

Zutaten:
Doppelbock
Gelierzucker (Zucker, Zitronensäure, Pektin)


Hersteller:
Red Castle Brew
90562 Heroldsberg

Update vom 2. März 2017: Die Website der Brauerei ist leider nicht mehr erreichbar. Vermutlich gibt es die Brauerei nicht mehr.

20. 2. 2016 – 24. 7. 2016: Bier, Braukunst und 500 Jahre deutsches Reinheitsgebot

 

Bekanntlich trat am 23. April 1516 das Reinheitsgebot für Bier in Bayern in Kraft. Später wurde es auf ganz Deutschland ausgeweitet und ist heute in die Bierverordnung aufgegangen. Passend zum 500-jährigen Jubiläum des Gesetzes zeigt das TECHNOSEUM in Mannheim vom 20. Februar bis zum 24. Juli 2016 eine Sonderausstellung zum Thema “Bier. Braukunst und 500 Jahre deutsches Reinheitsgebot”. Dabei stehen nicht nur die Geschichte und Professionalisierung der Herstellung im Mittelpunkt, sondern auch die Inszenierung von Bier in der Werbung und seine Bedeutung als Markenartikel und Imagefaktor für die Bundesrepublik. Auch die Aspekte Rausch und Sucht sowie Prävention werden zur Sprache kommen.

Beim Bier vereinen sich Technik-, Sozial- und Kulturgeschichte. Dies dokumentiert das TECHNOSEUM: So war es eine Brauerei, die dem Tüftler Carl Linde den Auftrag gab, eine Kältemaschine zu konstruieren, mit der sich gärendes Bier kühlen ließ – der Vorläufer unserer heutigen Kühlschränke. Technische Innovationen wie der Kronkorken, der 1892 patentiert wurde, oder die Entwicklung der Dose hatten nicht zuletzt gesellschaftliche Auswirkungen und verlagerten den Biergenuss von der Kneipe ins heimische Wohnzimmer. Die Ausstellung bringt den Besucherinnen und Besuchern 4.000 Jahre Bierbrauen nahe, angefangen beim Brotbrei der Sumerer bis zur industriellen Herstellung in heutiger Zeit. Ausstellungsobjekte wie eine Sudhaube, ein Stammwürzekühler und eine Bierkutsche machen den Brauprozess und die Distribution des Bieres nachvollziehbar. An interaktiven Stationen lassen sich Bierdeckel mit Stempeln individuell verzieren und Hopfendolden unter dem Mikroskop betrachten – oder man kann endlich einmal heraus-finden, was es mit dem unter- und obergärigen Bier auf sich hat.

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.technoseum.de.

15. – 24. Januar 2016: Grüne Woche Berlin

Zum 500. Jubiläum kann auch die Grüne Woche in Berlin nicht abseits stehen und bietet ein umfangreiches Angebot rund um das Thema Bier an. Eine Ausstellersuche nach “Bier” bringt aktuell mehr als 144 Treffer. Die Aussteller kommen aus 22 Ländern. Die Auswahl ist also riesig. Auch wenn nicht alle Aussteller für den geneigten Ausstellungsbesucher interessant sind, bleibt immer noch genug Stoff für einen mehrtägigen Besuch. Außerdem ist auf diesem Event nicht nur das Thema Bier interessant, sondern es gibt noch viele andere ansprechende Themengebiete. Also: diesen Termin unbedingt vormerken. Nähere Informationen finden Sie unter www.gruenewoche.de.

Schlaubetaler Landbier

Nun steht wieder ein Bier aus der Klosterbrauerei in Neuzelle vor mir, ein Lager, Schlaubetaler Landbier genannt. Zunächst einmal wollte ich selbstverständlich wissen, wo dieser doch etwas merkwürdig anmutende Name herkommt. Das Schlaubetal ist ein Naturpark in Brandenburg und lässt sich vermutlich kaum besser beschreiben als es auf der offiziellen Homepage des Naturparks geschieht: “Der Naturpark Schlaubetal ist ein kleines Wanderparadies südöstlich von Berlin. Im Norden prägen ihn die Wälder und die darin eingeschnittenen Täler der Flüsse Schlaube, Dorche, Oelse und Demnitz.Insbesondere das Tal der Schlaube, oft als schönstes Bachtal Ostbrandenburgs gelobt, ist seit vielen Jahrzehnten ein zu jeder Jahreszeit beliebtes Wandergebiet mit einem gut ausgebauten Wegenetz. An den Hängen des Schlaubetals wachsen Laubwälder. Durch das dichte Nebeneinander von nährstoffarmen Sandböden, kalkhaltigem Mergel und nassen Moorböden ist ein buntes Mosaik mit einem großen Reichtum an Pflanzen- und Tierarten entstanden. Die Geschichte der Region ist eng mit dem Kloster Neuzelle des Zisterzienserordens verbunden.” Damit wäre das schon mal geklärt. Kommen wir also zum wichtigsten Thema, dem Bier.

In einem hellen Goldgelb zeigt sich das Bier im Glas, darüber eine durchschnittliche Menge feinporiger Schaum, der durchschnittlich lange erhalten bleibt. Die Kohlensäure ist reichlich vorhanden und lebhaft.

Das Aroma wird durch das Gerstenmalz bestimmt, schon der Duft ist etwas bitter und zeigt eine leichte Säure. Insgesamt ist das Aroma aber ausgeglichen und angenehm.

Der Antrunk zeigt nur eine leichte Süße, während die reichlich vorhandene Kohlensäure dem Bier von Anfang an eine Spritzigkeit verleiht. Der Körper ist erfrischend bitter und durch die lebhafte Kohlensäure durchaus süffig, auch wenn dem Bier ein noch etwas intensiverer Geschmack sicher gut zu Gesicht stehen würde. Aber das ist eine Frage des individuellen Geschmacks. Der Abgang ist sehr mild und der Geschmack bleibt nur kurze Zeit erhalten.

Es ist halt ein Bier für alle, die es nicht so herb mögen. Sie sind aber mit diesem Bier durchaus gut beraten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Klosterbrauerei Neuzelle GmbH
15898 Neuzelle
http://www.klosterbrauerei.com

Dieses Bier können Sie portofrei bestellen, indem Sie auf den folgenden Banner klicken:

Seelsorger-Bier

Nun habe ich mal wieder ein Bier aus der Klosterbrauerei Neuzelle in der Lausitz vor mir stehen, das Seelsorger-Bier. Woher der Name kommt ist mir nicht bekannt, aber Sie müssen keine Angst haben, Sie müssen wirklich weder vor noch nach dem Genuss dieses Getränks beten.

Golden, klar und mit lebhafter Kohlensäure zeigt sich das Bier im Glas. Darüber sehe ich viel feinporigen Schaum, reinweiß und mit langer Standzeit. Optisch ist das Bier also schon mal makellos.

Dazu kommt noch das Aroma: Das Malz dominiert und wird durch Anklänge von Vanille und Banane unterstützt. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist vor allem spritzig. Da aus Neuzelle häufig Biere kommen, die recht süß sind, hatte ich das auch beim Seelsorger-Bier erwartet. Positiv überrascht kann ich hier feststellen, dass das hier nicht der Fall ist. Die reichlich vorhandene Kohlensäure sorgt von Anfang an für eine angenehme Spritzigkeit. Aber dieses Bier kann mich noch einmal überraschen: die Bitterstoffe des Hopfens machen sich zunächst sehr dezent auf der Zunge breit, so dass ich schon beinahe enttäuscht war. Aber dann werden sie immer stärker, ohne aber unangenehm zu werden. So würde ich mir häufiger ein Bier wünschen. Der Abgang ist dann wieder überraschend mild.

Für meinen Geschmack eines der besten Pils-Biere aus dem Osten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Klosterbrauerei Neuzelle GmbH
15898 Neuzelle
http://www.klosterbrauerei.com

Dieses Bier können Sie portofrei bestellen, indem Sie auf den folgenden Banner klicken: