Archiv der Kategorie: Dies und Das

Lauter Irrtümer um das Reinheitsgebot

Die “Bravo” schrieb es bereits vor Jahrzehnten: “Die Geschichte des Reinheitsgebots ist eine Geschichte voller Irrtümer”. Ach nein, da ging es um ein anderes Thema. Aber auch rund um das Biergesetz geistern viele irrige Annahmen durch die Welt. Der Biersepp hat in seinem Blog die seiner Meinung nach häufigsten Irrtümer in einem Artikel zusammengefasst und erläutert. Mir gefällt die Analyse, die diesem Artikel zugrunde liegt und da Sepp mir die Erlaubnis gegeben hat, meinen eigenen Beitrag auf seinem Artikel aufzubauen (wofür ich ihm ausdrücklich danken möchte), habe ich die Struktur des Artikels hier übernommen.

Irrtum #1: “Das Reinheitsgebot heißt Reinheitsgebot”.

Der Begriff “Reinheitsgebot” wird im Alltag verwendet, auch wenn die Vorschrift, die damit gemeint ist, niemals so hieß. “Reinheitsgebot” wurde für die Vorschriften im Zusammenhang mit dem Bierbrauen erstmals im März 1918 verwendet. Er bezeichnet eine rechtliche Norm, welche in der “Landesverordnung” vom 23. April 1516 begründet ist und heute “Vorläufiges Biergesetz” heißt. Ich werde in diesem Artikel aber trotzdem vom Reinheitsgebot schreiben.

Irrtum #2: Das Reinheitsgebot ist das älteste noch gültige Lebensmittel- und Verbraucherschutzgesetz der Welt.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Herrschenden des beginnenden 16. Jahrhunderts sich viele Gedanken um die Gesundheit ihrer Untertanen gemacht haben. Ich bin davon überzeugt, dass es denen damals ausgereicht hat, wenn das gemeine Volk noch in der Lage war, in die vielen Kriege zu ziehen und dass das eigene verschwenderische Wohlergehen gesichert war. Ich kenne noch einige andere Begründungen für den Erlass des Reinheitsgebots, die von den Befürwortern dieser Vorschrift allerdings nicht so gerne verwendet werden:

  • Zwar lassen sich grundsätzlich alle Getreidearten mälzen und anschließend verbrauen. Aber Weizen und Roggen waren für das Brot erforderlich, ohne das die Bevölkerung nicht genügend zu Essen hatte und nicht kriegstauglich war. Hafer war für die Fütterung der Pferde erforderlich, die wiederum für die Kriegsführung erforderlich waren. Wir trinken heute ja auch den Panzern nicht den Diesel weg. Damit blieb nur noch die Gerste übrig, die zu nichts anderem als zur Bierherstellung zu gebrauchen war.
  • Da zum Brauen nur noch Gerste verwendet werden durfte war es möglich, für jedes Fuder Gerste, das zur Mühle gebracht wurde, eine Abgabe zu verlangen. Mir ist nicht bekannt, ob die Einführung dieser Abgabe in direktem zeitlichen Zusammenhang mit der Bekanntgabe des Reinheitsgebots steht, aber auf jeden Fall wurde mit der Landesverordnung von 1516 die Grundlage für Abgaben gelegt, die in die heutige Biersteuer münden.
  • Der Kirche galten damals Krankheiten als Strafe Gottes, woraus der Schluss gezogen wurde, dass auch nur Gott die Krankheit wieder vom Menschen nehmen durfte. Kräuterkundige Frauen boten trotzdem Tränke aus Kräutern an, die Krankheiten heilen oder zumindest die Symptome lindern sollten. Dafür mussten die Wirkstoffe aus den Pflanzen extrahiert werden, wofür sich das Bier anbot, da beim Brauen sowohl der Heißauszug als auch der Kaltauszug und der Auszug in einer alkoholischen Lösung möglich ist.

Mir sind noch einige andere Begründungen für die Landesverordnung bekannt, die mich aber zu sehr an Verschwörungstheorien erinnern und die ich an dieser Stelle nicht erwähne.

Tatsächlich wurde das Biergesetz 1987 außer Kraft gesetzt, weil es mit EU-Recht unvereinbar war. 2005 wurde auch das “vorläufige Biergesetz” von 1993 gekippt – nur die zugehörige Durchführungsverordnung ist weiterhin gültig.

Zusätzlich haben sich Inhalte und Vorgaben im Laufe der 500 Jahre mehrfach und auch in entscheidenden Punkten geändert. So war schon um 1551 die Verwendung von Lorbeer und Koriander als Zutaten zum bayerischen Bier erlaubt. Die Beschränkung auf Hopfen und Malz wurde erst 1868 (!) wieder eingeführt – aus fiskalischen Gründen.

Irrtum #3: “Das Reinheitsgebot gilt nur für Produkte, die unter “Bier” in den Verkehr gebracht werden”.

Kann ein Bier das nicht nach dem Reinheitsgebot gebraut wurde, als “Brauspezialität” auf den Markt gebracht werden? Nein. Tatsächlich gilt, vor allem in Bayern und Baden-Württemberg: Egal wie das Produkt genannt wird, wenn es wie Bier aussieht und einem Bier auch sonst “ähnlich” ist, fällt es unter das Reinheitsgebot. Auch “Brauspezialitäten” oder “Malzgetränke” würden und werden daher, wenn sie Bier ähnlich sind, aus dem Verkehr gezogen.

Irrtum #4: “Das Reinheitsgebot erlaubt zur Bierherstellung ausschließlich die Verwendung von Hopfen Wasser, Hefe und Malz”.

Dieser Absatz ist ein Zitat aus Sepps Artikel: Tatsächlich ist – unter anderem – die Verwendung von “technisch reinem Rohr- Rüben- oder Invertzucker sowie von Stärkezucker und aus Zucker der bezeichneten Art hergestellten Färbemitteln” gestattet. Demnach dürfen nach dem “Reinheitsgebot” Industriezucker, nicht aber hochwertiger Honig (etwa zur Bereitung von Honigbier nach uraltem Rezept) verwendet werden. Die große Ausnahme bildet dabei Bayern. 1906 hat man sich nicht nur den Freistaat-Status ausbedungen, sondern auch das strikte Festhalten am Reinheitsgebot – ohne Ausnahmen von der Regel.

Es gibt außerdem eine lange Liste von erlaubten Hilfsstoffen, die im Rahmen der Produktion eingesetzt werden dürfen. Sie fallen nicht unter “Zusätze”, weil sie der Flüssigkeit wieder entnommen werden. (z.B. Klärungsmittel). Dazu ein Zitat aus dem Vorl. Biergesetz, §9 Abs 6: “bis auf gesundheitlich, geruchlich und geschmacklich unbedenkliche, technisch unvermeidbare Anteile”.

Sie wünschen ein Beispiel? Bitte, hier ist es: Zur Filterung des Bieres ist es erlaubt, Polyvinylpyrrolidon (PVPP) zu verwenden. Dabei handelt es sich um ein feines Kunststoffgranulat, von dem geringe Mengen im fertigen Bier verbleiben (halt der “unvermeidliche Anteil”). Zu Recht läuft derzeit eine recht breite Diskussion um Mikroplastik in den Meeren, der zumindest für die Zukunft vermieden werden soll. Aber was im Meerwasser als nicht akzeptabel gilt, hat in einem Lebensmittel erst recht nichts verloren.

Irrtum #5: “Das Reinheitsgebot gilt für ganz Deutschland gleich.

Die Spruchpraxis unterscheidet sich in Deutschland von Bundesland zu Bundesland. Und zwar drastisch. Mehrere Brauer aus Hamburg haben mir versichert, dass eine Ausnahmegenehmigung für andere Rohstoffe beim Brauen kein Problem darstellen würde. Die Anträge würden schnell genehmigt. Bayern erteilt keinerlei Ausnahmegenehmigungen, so dass die dortigen Brauer gezwungen sind, in ein anderes Bundesland oder ins Ausland zu “flüchten”, wenn sie ein Kreativbier brauen wollen. Abschließend möchte ich noch einmal an den Bierkrieg erinnern, den die Brauerei im brandenburgischen Neuzelle mit den Behörden ausfechten musste, um ihren Schwarzen Abt als Bier verkaufen zu dürfen. Dort gab es noch ein Kuriosum: obwohl die Behörden verboten, den Schwarzen Abt als Bier zu verkaufen, musste dafür trotzdem die Biersteuer abgeführt werden. Der Geschäftsführer der Brauerei, Herr Fritsche, hat mir aber in einem Gespräch im letzten Jahr versichert, dass die Brauerei jetzt keine Probleme mehr mit den Ausnahmegenehmigungen hat. Die Anträge auf Ausnahmen werden inzwischen durchgewunken.

Irrtum No 6: “Das Reinheitsgebot kennt keine Ausnahmen”.

Tatsächlich gibt es mehrere Ausnahmen. In Bezug auf alte Traditionsstile, wie Berliner Weiße (Milchsäurenachgärung) oder Leipziger Gose (Salz, Koriander). Oder in Bezug auf juristisch erstrittene, wirtschaftlich begründete Ausnahmegenehmigungen (Spargelbier, Kirschbier). In Bayern gibt es allerdings keine solchen Ausnahmegenehmigungen. So durfte zum Beispiel die Marke Köstritzer in Thüringen ein Witbier auf den Markt bringen, Christian Hans Müller wurde hingegen dasselbe im Nachbarland Bayern verboten.

Irrtum No 7: “Das Reinheitsgebot ist der einzige Garant für reine Biere”.

Mit Verlaub, das ist Blödsinn. Nicht nur Gerste und Weizen sind rein, wertvoll und von der Landwirtschaft erzeugt. Es gibt eine Vielzahl von weiteren hochwertigen Rohstoffen aus der Natur, die zum Brauen gut verwendet werden können. Auch wenn die Brauer einmal Kirschen oder Himbeeren zum Brauen einsetzen, wird das Bier dadurch nicht unrein.

Selbst wenn das Reinheitsgebot ganz wegfallen würde, käme es sicher nicht zum Bier-Chaos. Zum Beweis für diese Behauptung müssen wir nur einmal über die Grenzen blicken, dorthin, wo das deutsche Reinheitsgebot nicht gilt. Auch in Dänemark, Belgien oder Österreich gibt es wirklich gute Biere, die zum Großteil aus den vier Grundstoffen des Reinheitsgebots hergestellt sind. Zwar wird auch häufig in der Liste der Inhaltsstoffe Zucker ausgewiesen, aber auch der ist nach dem Reinheitsgebot erlaubt.

Irrtum No 8: “Das Reinheitsgebot ist ein Einheitsgebot”.

Tatsächlich ist auch innerhalb des Reinheitsgebots eine enorme Biervielfalt möglich. Es ist erstaunlich und begeisternd, wie groß die Vielschichtigkeit an Geschmäckern, Intensitäten, Texturen, Farben in den Bieren ist, die von den (deutschen) Braumeisterinnen und Braumeistern hergestellt werden.

Irrtum #9: “Das Reinheitsgebot verhindert, dass giftige Stoffe ins Bier geraten”.

Wie sollte ein Gesetz das verhindern können? Man braucht sich nur die jüngste “Glyphosat-Diskussion” ansehen. Pestizide, die beim Getreide- und oder Hopfen Anbau eingesetzt werden, geraten leider in alle so gewonnen Lebensmittel, also auch in das Bier. Zum Glück (siehe erneut “Glyphosat”) meist in sehr geringen Mengen, die meist deutlich unter “Schwellenwerten” liegen. Trotzdem sollte da etwas geändert werden. Unkrautvernichtungsmittel u.ä. gehören meiner Meinung nach in kein Lebensmittel.

Irrtum #10: “Das Reinheitsgebot ist Kandidat für das immaterielle Weltkulturerbe”.

War. Wurde aber nicht aufgenommen. Aus der Begründung des Auswahlgremiums: “Hier stand die Lebensmittelvorschrift zu sehr im Vordergrund. Wir hatten auch den Eindruck, dass die Bierproduktion inzwischen sehr industriell geprägt ist. Der Mensch als Wissensträger der Brautradition scheint zunehmend eine nachrangige Rolle zu spielen.”

Irrtum #11: “Das Reinheitsgebot schafft eindeutige Produktbezeichnungen”.

Zur Erinnerung: Gerste stand in der Verordnung von 1516! Folglich dürfte der Satz “gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516” nur am Etikett von Bieren aus Gerstenmalz stehen. (Nähme man diesen Satz sprachlich genau, dürfte er nur auf Produkten stehen, die aus Gerste – Rohfrucht – und nicht aus Gerstenmalz gebraut werden. Aber solche Biere dürften ja nach der gültigen Durchführungsbestimmung gar nicht Biere heißen und vor allem nicht in den Verkehr gebracht werden). Der Einsatz dieses Spruchs auf einer Weißbierflasche ist aber besonders dreist. Das meinen auch die Gerichte. Denn erst vor kurzem musste eine große bayerische Weißbierbrauerei in einem diesbezüglichen Rechtsstreit mit einer Verbraucherzentrale klein beigeben. Sie darf die Falsch-Aussagen ab Mitte 2016 nicht mehr auf ihre Flaschen schreiben.

Und auch hier hilft ein Blick über die Grenzen. Auch im Ausland ist eindeutig, was ein Bier ist und was nicht. Was soll die Bemerkung mit den eindeutigen Produktbezeichnungen überhaupt?

Irrtum #12: “Das Reinheitsgebot verbietet die Herstellung von (Craft-) Bierstilen wie IPA oder Stout”.

Natürlich nicht. IPA (India Pale Ale) riecht so fruchtig, weil Hopfensorten eingesetzt werden, welche Öle enthalten, die das Bier fruchtig duften lassen. Stout duftet nach Kaffee und Schokolade, weil geröstetes Malz solche Aromen ins Bier zaubern kann. (Achtung: Original-Rezepturen für Stout enthalten aber – unvermälzte – Röstgerste. Gerste war ja in der Landesverordnung von 1516 ausdrücklich erlaubt! Ein Bierrezept, das unvermälzte Röstgerste enthält, ist also ganz nahe am Ursprungstext des “Reinheitsgebotes”).

Irrtum #13: “Das Reinheitsgebot macht das Brauen von Craft Bier in Deutschland unmöglich”.

Die meisten Craft-Biere, vor allem jene, die in Deutschland gebraut werden, werden nach dem Reinheitsgebot gebraut. Dabei ist noch nicht geklärt, welche Biere überhaupt als Craft Beer bezeichnet werden sollte. Aber diese Diskussion würde den Rahmen dieses Artikels sprengen.

TV-Tipp: 10. 6. 2018: Heimatleuchten – Unser Bier – Hopfen, Malz & Tradition

Vom Märzen bis zum Zwickl – Bier ist in Österreich beliebtes Kulturgut. Mit über 1000 verschiedenen Sorten und mehr als 200 Brauereien ist Österreich sogar eine der führenden Biernationen der Welt. In der ältesten Brauerei des Landes, auf den Hopfenfeldern des Mühlviertels oder bei Craft-Bier-Brauern in Wien – unser Bier ist reich an Geschmack und Geschichte. Wie kaum ein anderes Land der Welt hat sich in Österreich die Bierkultur entfaltet. Seit Jahrhunderten wird zwischen Boden- und Neusiedlersee aus einfachen Zutaten köstliches und vor allem beliebtes Brauwerk hergestellt. Das zeigt sich unter anderem im Mühlviertel. Egal ob beim Hopfen, den Biobauer Albert Starlinger hier kultiviert oder in der ältesten Brauerei Österreichs in Hofstetten. Hier wird seit 1229 Hopfen, Wasser und Malz verarbeitet – drei einfache Rohstoffe, aus denen hier Einzigartiges entsteht. In seiner Feinheit und Finesse zeigt sich der Gerstensaft vor allem beim Verkosten, wie Braumeister Axel Kiesbye und eine Vielzahl an Bier-Sommeliers wissen. Das Tradition und neue Zugänge zum Thema sich nicht im Weg stehen, zeigen die Brauerei Gösser, die die Abwärme ihrer Brauerei nutzbar macht oder die Trappisten des Stifts Engelszell. Die Mönche brauen mit Hingabe und nach strengen, alten Regeln ihr exklusives Trappistenbier, das den Geschmack der Menschen auch heute noch trifft. So vielfältig die Menschen zwischen Alpen und Donaumetropole sind, verbindet sie doch alle eines: Die Liebe zu den Rohstoffen, die ihnen ihre Heimat Jahr für Jahr schenkt und nicht zuletzt zum fertigen Produkt, das jeder auf seine eigene Art interpretiert. Einmal bodenständig, einmal wild oder auch einmal ausgefallen – jedoch immer mit dem einen Ziel: dem Genuss. (Quelle: Servus TV)

Hundertwassers Weißbiertraum in Abensberg

Wenn einer allein träumt, ist es nur ein Traum. Wenn viele gemeinsam träumen, ist es der Anfang einer neuen Wirklichkeit”, soll Friedensreich Hundertwasser einmal gesagt haben. Im niederbayerischen Abensberg hatte der vor 18 Jahren verstorbene österreichische Künstler einen Seelenverwandten gefunden: den Besitzer der Traditionsbrauerei Kuchlbauer, Leonhard Salleck. Gemeinsam erträumten der Brauerei-Chef und der wohl berühmteste “Gegner der geraden Linie” eine Hundertwasser-Welt für das Industriegelände am Stadtrand von Abensberg, wo jedes Jahr allein mehr als 100.000 Hektoliter Weißbier gebraut werden. Nach dem Tod Hundertwassers im Jahr 2000 setzte der Brauereichef alles daran, den gemeinsamen Traum in die Tat umzusetzen – mit überwältigendem Erfolg. Seit der Fertigstellung des Hundertwasserturms 2009 und des Kunsthauses im Sommer 2014 lassen sich jedes Jahr bis zu einer halben Million Menschen von der bunt-verspielten Architektur faszinieren.

“Krumm bauen kostet viel mehr Geld wie gerade – und dauert mindestens dreimal so lang”, hat Brauerei-Seniorchef Salleck zur Eröffnung des Kunsthauses einem Journalisten in den Block diktiert. Über die genauen Baukosten schweigt er sich bis heute aus – genau wie schon zuvor bei dem 34 Meter hohen architektonisch verspielten und mit fließenden Linien gestalteten Hundertwasser-Turm mit vergoldeter Kuppel. Dieser beherbergt die mehr als 4.000 Gläser umfassende Bierglas-Sammlung seines inzwischen 75 Jahre alten Erbauers. Der Brauereichef übergab die Geschäfte im Frühjahr 2018 an seinen 25-jährigen Sohn Jakob Horsch. “Wir haben mit dem Hundertwasserturm, Kunsthaus sowie unseren Märkten einen Besuchermagnet, der 500 000 Touristen pro Jahr anlockt”, sagte Salleck stolz zur Übergabe. Beim Bierausstoß selbst liegt Kuchlbauer heute auf Platz 37 der bayerischen Brauereien.

Nicht wenige hielten den Traum Sallecks von einer Hundertwasser-Erlebniswelt anfangs für eine Spinnerei. Acht Jahre musste er gegen Bayerns Denkmalpfleger und Behörden kämpfen, bis der Bau endlich beginnen konnte. Allerdings stutzten die Verwaltungsbeamten den Turm auf die Hälfte der ursprünglich geplanten Höhe zurück. Dem Erfolg tut das keinen Abbruch: Seit dem ersten Tag brummt das Geschäft mit Turm und angeschlossener Erlebnisgastronomie. Mittlerweile sind die Kritiker von damals verstummt.

Die Begeisterung inspirierte den Brauer zu einem weiteren Projekt – ganz im Sinne der großen Pläne, die er mit Hundertwasser einst gesponnen hatte: Die Stadtvilla neben dem Brauerei-Areal – dort wohnten einst Sallecks Großeltern – ließ er zu einem Kunsthaus im Hundertwasser-Stil umbauen. Der Hundertwasser-Schüler Peter Pelikan ließ die Vision Wirklichkeit werden: mit den typischen farbenfrohen Mosaiken aus Fliesen, Wolkenmotiven, glitzernden Kugeln und Bändern aus Keramik, die sich mit Leichtigkeit über die Fassade ziehen und an ihr nach oben ranken.

Gekrönt wird der Bau durch einen knapp 20 Meter hohen schiefen Turm, dessen Äußeres Schuppen trägt, die an einen Drachenrücken erinnern. Auch das Innere ist eine Hommage an den großen Künstler: Fast das gesamte graphische Werk Hundertwassers ist auf knapp 300 Quadratmetern und über zwölf verschiedene Ebenen verteilt erlebbar – wie die Brockhaus-Enzyklopädie, die er Ende der achtziger Jahre entwarf. Im Untergeschoss des Museums findet sich ein kleiner Kinoraum, der Einblicke in das Leben des Künstlers Friedensreich Hundertwassers bietet. Von zentraler Bedeutung sind auch die Eiche, die mitten im Haus steht, und der vergoldete Nussbaum, der den Eingang ziert. Die Verbindung aus Natur, Ökologie und Architektur war für Hundertwasser zeit seines Lebens zentral. Wenn er noch leben würde, er hätte wohl einen Riesenspaß an dem Wirklichkeit gewordenen “Weißbiertraum”.

Wenn Sie einmal in der Nähe sind, lohnt es sicher, sich das Ergebnis einmal anzusehen.

Foto: obx-news/Kuchlbauer

Australier braut Bier mit 220 Jahre alter Hefe

In Zusammenarbeit mit dem Queen Victoria Museum auf der Insel Tasmanien hat die Craft-Beer-Marke James Squire ein Bier hergestellt, das auf 220 Jahre alter Hefe basiert. Die Zutat wurde im Jahr 1977 in einem Schiffswrack vor der australischen Küste geborgen, wo es knapp 200 Jahre auf gut versteckt auf ihre Wiederentdeckung gewartet hat.

An Bord der “Sydney Cove”, wie das Schiff heißt, befanden sich die ältesten Flaschen Bier, die jemals entdeckt wurden. Bislang standen sie im Museum. Allerdings hat es ein Team aus Museumsmitarbeitern, Brauern und Winzern geschafft, den Hefestamm dieses Ur-Bieres zu isolieren, sodass man ihn als Zutat für neue Biere verwenden kann.

Das Ergebnis dieses Vorhabens nennt sich “The Wreck Preservation Ale” und soll nach schwarzer Johannisbeere und Gewürzen schmecken, ein wenig wie belgische Trappistenbiere. Zu kaufen ist es allerdings zunächst nur in Australien.

Quelle: noizz.de

Neu gewählte Bayerische Bierkönigin Johanna Seiler lernt anzapfen!

Sie ist noch keine ganze Woche im neuen Amt und schon geht für Johanna Seiler, die frisch gewählte Bayerische Bierkönigin, der Stress los. Die ersten Anzapftermine auf Volksfesten und Dulten in Bayern stehen auf dem Terminplan. Doch auch richtiges Anzapfen will gelernt sein.

Denn gerade vor Publikum und im Scheinwerferlicht der Medien ist eine sichere Hand und viel Selbstvertrauen gefragt, bevor die ersten Maßkrüge gefüllt werden können. Steht der Kandidat erst einmal auf der Bühne, eingerahmt von den Honoratioren der Stadt und bekommt er die Schürze angelegt, gibt es kein Zurück. Alle Augen, Fotoapparate, Kameras und unzählige Mobiltelefone zielen genau auf das Fass und erwarten die magischen Schläge:

Eins, zwei drei – sitzt der Wechsel fest? Braucht es einen Sicherheitsschlag? Die richtige Technik, aber auch die Nervenstärke kommen erst mit viel Übung und mit der Zeit. Ein professionelles Anzapftraining liefert aber die Basis für die ersten Auftritte vor Publikum.

Wichtig sind auch die Kenntnisse der “dos and don´ts” beim Anzapfen. So weiß der Könner, welche Stellung der Wechsel haben muss, damit er beim Anzapfen auch wirklich zu ist und muss dies nicht erst mittels “Durchblasen” feststellen. Nicht zuletzt gilt es für die Bayerische Bierkönigin auch die richtigen Begriffe, also das Vokabular des Anzapfens zu beherrschen: Angezapft wird mit dem konischen Wechsel und dem Schlegel und zwar am Spundloch. Danach wird die Pfeife gesetzt.

Damit die Bayerische Bierkönigin Johanna Seiler immer eine sichere Hand und vor allem das Selbstvertrauen für ein stimmgewaltiges “Ozapft is!” hat, wurde sie in der Paulaner Brauerei, München, von Dipl. Ing. Martin Zuber, Geschäftsführer der Brauerei im Eiswerk, in die hohe Kunst des Anzapfens eines Holzfasses eingewiesen. Auch Paulaner Geschäftsführer Andreas Steinfatt hatte aus jahrelanger Anzapferfahrung vor Publikum noch hilfreiche Tipps für Johanna Seiler.

Hohe Braukunst entlang der Romantischen Straße

An Deutschlands beliebtester Ferienstraße finden sich zahlreiche alteingesessene Brauereien. Diese laden zur geselligen Verkostung von sowohl traditionellen und ganz typischen Biersorten als auch von ausgefalleneren ein.

Bier ist ein wichtiger Teil der deutschen Kultur. Erst kürzlich informierte der Deutsche Brauerbund darüber, dass die Zahl der Brauereien kontinuierlich steigt. Die meisten von ihnen befinden sich in Bayern und Baden-Württemberg. Da wundert es nicht, dass sie auch entlang der Romantischen Straße, die von Würzburg bis Füssen verläuft, zahlreich vertreten sind. Vor allem alteingesessene Traditionsbetriebe sind hier sesshaft und bieten durstigen Besuchern ihren nach dem Reinheitsgebot erzeugten Saft aus Hopfen und Malz an.

Genussreiche Pfade

In der mainfränkischen Residenzstadt Würzburg existiert seit 1643 die Brauerei Würzburger Hofbräu, die vom Fürstbischof Johann Philipp von Schönborn gegründet wurde und zur Erinnerung daran noch heute die Krone in ihrem Logo trägt. Die Vielfalt der Biere dort ist groß: Neben einem klassischen Weizen und einem Schwarzbier, zeichnet sich der “Haustrunk” durch seinen ungefilterten naturtrüben Charakter aus. Sein bernsteinfarbenes Aussehen und der mild-malzige Geschmack macht es nicht nur zum Lieblingsbier des Braumeisters, sondern auch vieler Besucher. Eine weitere kleine Besonderheit ist auch das “1643”, ein feines Lagerbier, das zu Ehren des Gründungsjubiläums gebraut wurde.

Ausgezeichnete Brauereien

In Tauberbischofsheim befindet sich mitten im Grünen die Distelhäuser Brauerei, die sich bereits über zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen freuen durfte und sogar zu den erfolgreichsten Brauereien weltweit zählt. Dazu tragen das “Distelhäuser Landbier” mit dezenter Karamellnote sowie das kernig-vollmundige Exportbier bei, das 2004 unter anderem mit dem “European Beer Star” ausgezeichnet wurde. Echte Handwerkskunst erlebt man auch in der Herbsthäuser Brauerei in Bad Mergentheim, deren Tradition im Jahr 1581 ihren Anfang nahm. Um dies zu unterstreichen, findet sich im Sortiment das kellertrübe “1581”, ein untergäriges Erzeugnis mit mild-­würzigem Geschmack. Die jüngste Errungenschaft im Sortiment ist das “Herbsthäuser Helles”, das ganz für süffigen Biergenuss steht. Dafür steht auch das “Exportbier Friedrich Hauf” der Brauerei Hauf in Dinkelsbühl. Seinen Namen hat es natürlich dem Gründer zu verdanken, der hier im Jahr 1901 mit dem Brauen begann. Heute ist das Unternehmen in der Region unersetzlich und man trifft sich in der hauseigenen Gaststätte “Zum wilden Mann” zur geselligen Runde. Die nächste Kostprobe können Sie im Fürstlichen Brauhaus Wallerstein im gleichnamigen Ort nehmen. Seit über 400 Jahren wird dort mit Leidenschaft und Liebe zu heimischen Rohstoffen gebraut. Das beliebte “Fürst Wallerstein Original Hell”, ein feinhefiges, leicht fruchtiges Weißbier, rundet sowohl die Brotzeit als auch jedes Festmahl ideal ab.

Geballte Braukraft

In Augsburg können Sie sich in gleich drei alteingesessenen Häusern von der Braukunst überzeugen lassen. Die älteste von ihnen ist die Hasen-Bräu, deren Wurzeln bis ins Jahr 1464 zurückreichen. Bei Führungen besteht hier auch die Möglichkeit, direkt in die Sudkessel zu blicken. Bei dieser Gelegenheit erfahren Sie auch, wo das “Häsle”, ein helles Vollbier, oder das “Hasen hell”, ein seit Generationen beliebtes Traditionsgetränk, ihren Ursprung haben. Auch in der Brauerei Riegele wird die Liebe zum Gerstensaft schon lange gelebt, nämlich seit über 600 Jahren. Dies macht sie zu einer der ältesten Braustätten der Welt. Neben den charakterstarken Bieren können Sie hier beim Genuss der Hausspezialitäten eine kleine Reise durch die Welt erleben. Dies gelingt etwa mit dem “Amaris 50”, das einen Hang zur extremen nordamerikanischen Hopfung hat. Ein besonderes Erzeugnis des Augsburger Brauhauses Thorbräu, das seit 1582 existiert, ist die “Augsburger Weisse”. Aber auch ausgefallene Bierkreationen, wie etwa ein Celtic Biobier, gibt es hier.

Krönender Abschluss

Weiter südlich stoßen Sie auf das Schongauer Brauhaus, eine besonders familienfreundliche Gasthausbrauerei, die mit Abstand die jüngste Adresse ist. Im Sortiment findet sich ein klassisch helles Lagerbier, ein aromastarkes Dunkles und ein helles Weißbier. Die letzte Station entlang der Romantischen Straße ist das Schlossbräuhaus in Schwangau, dem Ort der Königsschlösser. Mit dem Blick auf diese kann man das bayrische Nationalgetränk dort entweder im gemütlichen Braustüberl oder im Biergarten genießen. Doch nicht nur der Gaumen kommt hier auf seine Kosten: Im Schlossbräuhaus kann der Besucher im Rahmen eines Brauseminares sogar selbst zum Braumeister werden.

Autor: bfs

Bilder: Romantische Straße

 

 

Einige der Biere dieser Brauereien habe ich in diesem Blog auch bereits beschrieben. Wenn Sie nun den Ursprung der Biere kennenlernen wollen, liste ich hier die Adressen der Brauereien an der Romantischen Straße auf:

Würzburger Hofbrau
Höchberger Str. 28, 97082 Würzburg

Distelhäuser Brauerei
Grünsfelder Str.3, 97941 Tauberbischofsheim

Herbsthäuser Brauerei
Alte Kaiserstraße 28, 97980 Bad Mergentheim

Brauerei Hauf KG
Heiningerstraße 28, 91550 Dinkelsbühl

Brauhaus Wallerstein
Obere Bergstraße 78, 86757 Wallerstein

Brauerei Hasen-Bräu
Berliner Allee 36, 86153 Augsburg

Brauerei Riegele
Fröhlichstraße 26, 86150 Augsburg

Brauerei Thorbräu
Wertachbrucker-Tor-Straße 9, 86152 Augsburg

Schongauer Brauhaus
Altenstadter Straße 13, 86956 Schongau

Schossbräuhaus Schwangau
Gipsmühlweg 5, 87645 Schwangau

Die Bundesagentur für Arbeit zum Tag des Bieres

Heute ist der 23. April und damit der Tag des Bieres, da sich an diesem Tag die Verkündung des Reinheitsgebots für Bier zum 602. Mal jährt. Da will auch die Bundesagentur für Arbeit nicht abseits stehen und hat die folgende Pressemitteilung veröffentlicht:

Ob obergärig, untergärig, Craft- oder Bockbier – Bier gilt in vielen Regionen Deutschlands als Kulturgut. Da wundert es nicht, dass laufend neue Biersorten entwickelt werden oder Bierverkostungen für Biersommeliers immer mehr Zuspruch bekommen. Nicht nur das macht den Beruf “Brauer und Mälzer” zu einem attraktiven Ausbildungsberuf.

Es ist ein Beruf mit Tradition und großer wirtschaftlicher Bedeutung. Denn seit 1934 ist der Beruf im Verzeichnis der Gewerbe eingetragen, die als Handwerk betrieben werden können. Außerdem zählte der Deutsche Brauerbund für 2016 knapp über 1400 und für 2017 sogar 1482 Brauereien in Deutschland. Er verweist darauf, dass die Zahl erstmals seit 1978 wieder über der Marke von 1400 liegt und Deutschland international die viertgrößte Bierbraunation ist. Der Beruf zum Gerstensaft ist vielseitig und hat viel zu bieten. Denn Brauer und Mälzer stellen nicht nur Getränke her, sie beschäftigen sich mit chemischen Abläufen, industrieller und maschineller Produktion und mit Lebensmittelrecht. Ausbildungsbetriebe zahlen übrigens je nach Bundesland zwischen 764 EUR und 881 EUR als Ausbildungsvergütung im ersten Lehrjahr. Die Ausbildungsstellen bundesweit sind zwar gezählt – für den Ausbildungsstart 2017 waren bei Arbeitsagenturen und Jobcentern 185 Ausbildungsstellen gemeldet. Trotzdem lohnt es sich, über diesen Beruf nachzudenken. Wer sich für eine Ausbildung zum Brauer und Mälzer bei einer vom Wohnort entfernten Brauerei entscheidet, sollte bei seiner Arbeitsagentur vor Ort nach Unterstützung fragen, z.B. nach Berufsausbildungsbeihilfe.

Hintergrund: Der Deutsche Brauer-Bund feiert seit 1994 den Tag des Deutschen Bieres jeweils am 23. April. Bundesweit gab es im Juni 2017 knapp 5.500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Brauer und Mälzer. Im März 2018 waren bei Arbeitsagenturen und Jobcentern 125 Arbeitslose Brauer und Mälzer gemeldet.

Informieren Sie sich über den Beruf “Brauer und Mälzer”: https://berufenet.arbeitsagentur.de

FOODprint: Jetzt Essen ohne Gentechnik sichern!

Diese Pressemitteilung hat zwar nur bedingt mit Bier zu tun, aber ich meine, dass dieses Thema uns alle angeht und die Initiative es absolut wert ist, unterstützt zu werden.

Wer weiterhin wissen will, ob gentechnisch veränderte Lebensmittel auf seinem Teller landen, sollte jetzt handeln: Bis 30. April 2018 noch läuft die Initiative “FOODprint – Ich stehe auf Essen ohne Gentechnik”. Bereits über 100.000 Menschen haben mit ihren Händen, Füßen oder ihrer Unterschrift on- und offline ein unmissverständliches Zeichen zur Sicherung von genfreiem Essen und Saatgut gesetzt. “Machen auch Sie jetzt mit, damit wir gegenüber der Politik mit noch mehr Nachdruck unsere Forderungen nach gesetzlichen Regelungen für die neuen Gentechnik-Verfahren vertreten können”, ruft Joseph Wilhelm, “FOODprint”-Initiator und Gründer von Rapunzel Naturkost, im Endspurt zur Beteiligung auf. Dies geht online unter https://www.change.org oder “analog” auf Unterschriftenlisten in vielen Läden des deutschen Naturkost-Fachhandels.

Aktuell drängen so genannte neue Gentechnikverfahren ohne gesetzliche Regelung auf den Markt. Die Wahlfreiheit und die gentechnikfreie Zukunft unserer Bio-Lebensmittel stehen somit auf dem Spiel. Darum hat der Bio-Pionier mit 30 Partnern aus der Bio-Branche im September 2017 “FOODprint” gestartet – um mit Händen und Füßen abzustimmen für eine gentechnikfreie Welt.

Dieses Leitmotiv der Initiative ist wörtlich zu nehmen. Neben den Unterschriften hat das Bündnis auf der Weltleitmesse, der Biofach in Nürnberg, dem Rapunzel Eine Welt Festival im Allgäu sowie auf den Bio-Regionalmessen Süd und Nord auch 2.000 echte Fuß- und Handabdrücke gesammelt. Das ergibt eindrucksvolle 400 Meter bunte Stoffbahnen – für Vielfalt statt Einfalt! Damit möchten die “FOODprint”-Beteiligten bei der Übergabe der Unterschriften an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner besonders viel Aufmerksamkeit auf das Thema lenken. Darüber hinaus organisiert Rapunzel Naturkost am 17. Oktober 2018 ein Gentechnik-Forum mit Workshops und Vorträgen für alle Interessierten (Anmeldung und mehr Informationen unter www.rapunzel.de/gentechnik-forum), um das Thema weiter zu verfolgen.

“FOODprint” als unmissverständlicher Appell an die Politik

Jeweils die Hälfte der bis heute gesammelten Stimmen ging über die Online-Petition und die analogen Unterschriften-Listen ein, die in zahlreichen Geschäften des deutschen Naturkost-Fachhandels ausliegen. Damit kommt ein besonders starkes Veto gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel direkt aus den Bio-Läden. “Wir bedanken uns bei unseren Partnern für diese großartige Unterstützung”, so Joseph Wilhelm. “Die Initiative zeigt das massive Misstrauen der Gesellschaft gegenüber den internationalen Agrarkonzernen und, dass Menschen in unserem Land gentechnisch veränderte Lebensmittel ablehnen. Gleichzeitig ist “FOODprint” ein Appell an die Politik, Genome Editing als gentechnisches Verfahren einzustufen und das bestehende EU-Verbot für gentechnisch veränderte Produkte nicht anzutasten”.

Kein Einsatz (neuer) Gentechnikverfahren ohne Kennzeichnung

Rapunzel rief die Initiative “FOODprint” ins Leben, da zu befürchten ist, dass mit den neuen Gentechnikverfahren (Genome Editing) die bestehenden Gesetze zur Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel unterwandert werden. Obwohl dieses Verfahren unter die gesetzliche EU-Definition von Gentechnik fällt, wird die Methode gegenwärtig nicht als gentechnisches Verfahren mit entsprechender Zulassungs- und Risikoprüfung behandelt. Das hat zur Folge, dass pflanzliche Nahrungsmittel und Saatgut, in deren Erbgut Wissenschaftler über Verfahren der neuen Gentechnik eingegriffen haben, nicht gekennzeichnet werden müssen. Sie können damit unerkannt auf unsere Teller und in die Umwelt gelangen.

Eine zentrale Forderung der Initiative ist daher, alle neuen Gentechnikmethoden ausnahmslos als gentechnische Verfahren einzustufen, da sie alle direkt ins Erbgut eingreifen. Darüber hinaus sprechen sich die “FOODprint”-UnterstützerInnen für eine eindeutige gesetzliche Regelung der neuen Gentechnik-Verfahren aus und fordern die Vertreter aus Politik und Wissenschaft dazu auf, die gentechnikfreie Pflanzenzüchtung und Saatgutproduktion gleichwertig zu fördern.

Weitere Informationen, die Online-Petition und den Download der Unterschriftenliste finden Sie unter www.rapunzel.de/foodprint

Am 23. April feiert Bayern den „Tag des Bayerischen Bieres“

Hier eine Pressemeldung des Bayerischen Brauerbundes:

Der “Tag des Bayerischen Bieres” erinnert jedes Jahr an den Erlass des Bayerischen Reinheitsgebotes, das die bayerischen Herzöge Wilhelm IV. und Ludwig X. am Georgi-Tag, dem 23. April 1516, in Ingolstadt erließen. Bis heute sind Wasser, Malz, Hopfen und Hefe die einzigen Rohstoffe, die für die Bierherstellung in Bayern verwendet werden.

Das Reinheitsgebot ist natürlich auch ein Qualitätsversprechen der Brauer und neben der einzigartigen Biervielfalt, der mittelständischen Struktur der Braubranche und der langen Tradition die tragende Säule des weltweit guten Rufes von Bayerischem Bier.

Der Bierbrunnen sprudelt mit drei verschiedenen Sorten

Braumeister lassen sich anlässlich des Geburtstags gerne über die Schulter schauen und bieten Braukurse oder einen “Tag der offenen Brauerei” an. Oft werden auch Brauereijubiläen oder Feierlichkeiten auf diesen Tag gelegt oder wie am Münchner Bierbrunnen einfach mit Freunden und Liebhabern des Bayerischen Nationalgetränks kräftig gefeiert. Am Montag, dem 23. April 2018 ab 11:00 Uhr eröffnen die amtierende Bayerische Bierkönigin Lena Hochstraßer, die Hallertauer Hopfenkönigin Theresa Zieglmeier und Staatsministerin a.D. Ulrike Scharf zusammen mit dem Präsidenten des Bayerischen Brauerbundes Georg Schneider den Bierausschank aus dem Bierbrunnen.

Viele Geburtstagsfeiern haben sich mittlerweile fest etabliert und bei den “Stammgästen” Kultstatus. Wie beispielsweise das Fest der Freisinger Brauereien auf dem Marienplatz, die Eröffnung der Bayerischen Bierwoche in Eichstätt, das historische Schauspiel zum Erlass des Reinheitsgebotes in Ingolstadt oder das Brauereifest auf dem Regensburger Heidplatz. Aber auch am Wochenende finden bayernweit viele Veranstaltungen rund um das Nationalgetränk der Bayern statt und mancherorts dauern die Feste bis zum offiziellen Maibockanstich am 1. Mai.

Wer soll Bayerns nächste Bierkönigin werden?

Bereits am 3. Mai 2018 entscheidet sich auf einer glamourösen Wahl-Gala, wer Bayerns nächste Bierkönigin sein wird. Auch Ihre Stimme zählt, denn ein Drittel der Entscheidung wird über ein Online-Voting entschieden. Stimmen Sie noch bis zum 25. April 2018 ab unter www.bayerisches-bier.de

Karten für die Wahl-Gala gibt es bei www.muenchenticket.de.

TV-Tipp: 15:30 BR: Bier-Rebellen

Nicht nur in der bayerischen Bierwelt braut sich was zusammen: Junge, konzernunabhängige Brauer sagen mit ihren Kleinbrauereien den Großen der Zunft den Kampf an. Es ist ein Kampf um Geschmacks- und Stilvielfalt: jeder Sud und jede Brauerei mit einer eigenen Handschrift.

Bei “Bier-Weltmeisterschaften” landen seit Jahren innovative amerikanische Biere ganz vorne. In den USA ist der Trend zu neuen Biersorten, den sogenannten Craft-Bieren, unübersehbar – es sind in bester Handwerkstradition gebraute Biere. Bayern, so scheint es, hat diese Bewegung fast verschlafen. Doch jetzt lebt sie vor allem im Chiemgau, in München, im Allgäu und in Oberfranken auf.

Der Hopfen ist dabei die Zauberpflanze. Neue Züchtungen verleihen dem Bier ungewohnte Geschmacksrichtungen. Das Flaggschiff der Craft-Bier-Bewegung ist das India Pale Ale (IPA). Diese Biere haben fast dreimal so viel Hopfen wie das klassische bayerische Helle.

Die Allgäuer Brauertochter und Bier-Sommelière Kathrin Meyer besucht die bayerischen Revoluzzer am Sudkessel, die Bier-Rebellen. Wie wichtig ist ihnen das Reinheitsgebot? Sind traditionsbewusste Bayern überhaupt bereit für Biere, die nach Maracuja duften und “Wet Hop Pale Ale” heißen? Wo steht die bayerische Bierkultur heute? Volle Craft voraus?

Die heutige Sendung ist die zweite Folge des Zweiteilers. Die erste Folge können Sie aber noch in der BR Mediathek sehen.