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Eine Brauerei macht Allgäuer Stolz

Eigentlich hat die Familie Stolz dieses Jahr schon genug Grund, zu feiern: Die Brauerei der Isnyer Familie wird 100 Jahre alt. Im Frühjahr gewann das Unternehmen dann auch noch überraschend den “German Brand Award” – einen der wichtigsten Markenpreise Deutschlands. Das Bier “Allgäuer Stolz Hell” ist “Produktmarke des Jahres” und legte laut Jury eine “exzellente Markenkampagne” an den Tag.

Als die Urkunde per Post kam, hielt die Familie das erst mal für einen Irrtum. Wir haben bei der Agentur angerufen und gesagt: “Wir haben da was für Euch, das ist bei uns gelandet”, erzählt Junior-Chefin Tanja Stolz und muss dabei immer noch lachen. Die Mitarbeiter der Agentur klärten sie freundlich auf: Der Preis zeichne die gemeinsame Überarbeitung, die Neugestaltung und die öffentliche Darstellung der Biersorte aus. “Das sind Entscheidungen, die treffen am Ende die Unternehmer”, sagt Christian Rast, der das Bier aus Isny mit den Ideen aus seiner Agentur vor Produkten der Firmen Bahlsen und Coca-Cola platzierte.

So war das am Anfang freilich nicht gedacht: Vor zwei Jahren wollten die Brauer Hans und Johannes Stolz einfach ein neues Bier entwickeln. Mild und süffig sollte es sein und genug Zeit zum Reifen haben. Als beim Probezapfen endlich ein Ergebnis ins Glas floss, das allen schmeckte, waren sie stolz. Und so tauften sie es auch: Allgäuer Stolz. “Wir wollten vor allem unserer Heimat mit dem Namen ein bisschen was zurückgeben”, erklärt Johannes den Gedanken.

Die Brauer füllten das neue Bier in dickbauchige Flaschen ab und ließen dafür noch ein Etikett entwickeln. Ein Freund gestaltete den Flaschenaufkleber, Christian Rasts Agentur Kodiak sollte nur noch Flyer und Plakate dazu drucken. Bei der Besprechung fragte der Grafiker, ob er “was ausprobieren” dürfe, erzählen die Brauer. Zum nächsten Treffen brachte der junge Mann zehn neue Etiketten mit. Man schaute sich die Sache an. “Wir waren schon kurz überfordert mit den Ideen”, erzählt Johannes Stolz. Aber eine handgemachte Zeichnung mit Bergen, einem Fass und einem Mann mit Bierkrug und Fallschirm drauf gefiel der Familie, den Mitarbeitern und einem ausgesuchten Kreis von Freunden sofort. Eine ganze Werbekampagne startete.

Heute, 36 Monate nach dem ersten verkauften “Allgäuer Stolz” mit den handgemalten Etiketten ist klar: Das neue Bier läuft. “Wir waren dazwischen sogar einmal kurz ausverkauft”, erzählt Brauer Johannes Stolz. “Den Leuten schmeckt’s offenbar.” Und den Designern deutschlandweit gefällt’s: Denn die 100 Jahre alte Familienbrauerei aus Isny im Allgäu ist jetzt im sogenannten “Style Book” vertreten. Ein 400 Seiten starkes Buch, das Designern in Agenturen als Inspiration dient. “Hier wird geschaut, wie man Produkte im Moment emotional auflädt und zum Schwingen bringt”, sagt Rast.

Familie Stolz ist von dem überragenden Erfolg immer noch ein bisschen überrascht. Der erfahrene Mann von der Agentur hat vorher schon gewusst, dass “Allgäuer Stolz” gut funktioniert. Die Familie, die Brauerei, die Geschichte, das Produkt: “Die Kampagne war prädestiniert für einen Preis.” Auch wenn er es schon geahnt hatte, stolz ist er jetzt natürlich trotzdem. Genau wie die Brauerfamilie aus Isny.

Bevor ich es vergesse: Das 100-jährige Jubiläum feiert die Familie Stolz mit einem Fest. Am 12. und 13. Oktober lädt die Brauerei ins große Festzelt ein. Vier Kapellen sorgen am Samstagabend für Stimmung und bodenständige Unterhaltung. In der Bar gibt’s interessante Kreationen von originellen Biercocktails. Am Sonntag ist um 9.30 Uhr großer Festgottesdienst. Danach lädt die Familie zum Frühschoppen und zum Tag der offenen Brauerei ein. Gäste können die Herstellung verfolgen und Allgäuer Stolz-Biere verkosten. Der Brauereigasthof Engel serviert an beiden Tagen Krustenbraten und am Nachmittag Kaffee und Kuchen.

Hoepfner AZUBIS beim Hopfen-Ernteeinsatz

Von der Karlsruher Bierburg direkt ins Hopfenfeld zog es die Auszubildenden der Privatbrauerei Hoepfner – und das mit gutem Grund. In Tettnang, wo bester Hopfen angebaut wird, sollten Steffen Büscher, Jonathan Köhler und Haruka Hizawa gemeinsam mit Auszubildenden der Fürstenberg Brauerei praktische Erfahrungen sammeln.

Hopfenbauer Bernhard Bentele freute sich über die Unterstützung. Obwohl bei ihm Hochbetrieb herrschte, ließ er es sich nicht nehmen, die angehenden Brauer und Mälzer über die Anforderungen beim Hopfenanbau und die richtige Pflege der Pflanzen aufzuklären: “Hopfen zu ernten bedeutet jede Menge Arbeit, alles muss genau geplant werden. Zeit ist bei den sensiblen Pflanzen kostbar.” Die Auszubildenden dankten es ihm auf ihre Weise, indem sie kräftig halfen auf den Erntemaschinen. Sie lernten aber auch, von Hand Hopfen zu ernten. Schließlich mussten die wertvollen Pflanzen noch geschnitten, verpackt und für den Transport vorbereitet werden.

Für Dagmar Zimmermann, Pressesprecherin bei der Privatbrauerei Hoepfner, war das eine gelungene Aktion. “Wir wollen unserem Nachwuchs eine gute Ausbildung garantieren und dazu gehört es einfach auch, praktische Erfahrungen zu sammeln, gerade wenn es um die für uns wichtigen Rohstoffe geht.” Die Nachwuchsbrauer waren begeistert von ihrem Ausflug, den sie mit launigen Worten kommentierten: “Das war richtig hart. Da schätzt man ein frisch gezapftes Hoepfner umso mehr, wenn man weiß, was alles an Arbeit dahintersteckt, bevor der eigentliche Brauprozess beginnt.”

Heute ist der Tag des österreichischen Bieres

Heute, am 30. September, wird der Tag des österreichischen Bieres gefeiert. Weltweit ein Grund zur Freude, denn die österreichische Erfindung Lagerbier revolutionierte vor knapp 180 Jahren das Brauwesen und erlebt nun einen neuen Aufschwung.

Traditionell wurde am 30. September als Start für die neue Biersaison Brausilvester gefeiert. Bis vor 200 Jahren konnte temperaturbedingt nur zwischen Ende September und Mitte April gebraut werden. Durch das Lagerbier des Österreichers Anton Dreher senior wurde das Brauwesen revolutioniert.

Revolutionäre Braukunst wurde in der Brauerei Schwechat geboren

1841, vor 178 Jahren, braute Anton Dreher senior, der die weltweit größte Brauerei in der österreichischen Monarchie vor den Toren Wiens, in Schwechat besaß, das erste helle, untergärige Lagerbier. Neu war die Kombination des hellen Malzes mit der untergärigen Braumethode, der langen kühlen Lagerung. Das Bier eroberte als Wiener Lager daraufhin die Welt. In Österreich geriet der Bierstil wieder lange in Vergessenheit, bevor ihn die Brauerei Schwechat zum 175-Jahr-Jubiläum mit dem Schwechater Wiener Lager wiederaufleben ließ.

Der Craft Bier-Bewegung ist es zu verdanken, dass die Österreicher wieder ein verstärktes Interesse an Bier haben. Für knapp 90% der Österreicher ist Bier wichtig für die österreichische Getränkekultur und fast jeder Zweite meint, dass sich das Image von Bier in den letzten zehn Jahren verbessert hat.

Auch das Lager findet unter den Biertrinkern in Österreich wieder vermehrt Anklang, jeder Dritte (32%) trinkt laut aktuellem Bierkulturbericht (sehr) gerne Lager. Bei der Austrian Beer Challenge, der österreichischen Staatsmeisterschaft der Brauereien und Heimbrauer, ist dem Wiener Lager sogar eine von 17 Kategorien der Prämierung gewidmet.

Das Schwechater Wiener Lager wurde erneut gekürt

Das Schwechater Wiener Lager wurde in dieser Kategorie aus 14 Einreichungen von einer 65-köpfigen Fachjury, bestehend aus Biersommeliers, Beerkeepern, Braumeistern und erfahrenen Brauern, auf den 2. Platz verkostet. Insgesamt steigt auch das Interesse an der Staatsmeisterschaft seit ihrem 16-jährigen Bestehen stetig an. Heuer nahmen 153 Brauereien mit insgesamt 593 Bieren teil.

“Es erfüllt mich mit Freude, dass wir den von Anton Dreher begründeten Bierstil des Wiener Lagers in der Brauerei Schwechat brauen dürfen. Wir sind stolz darauf, dass unser Bier den Bierkennern so gut mundet und auch von der Fachjury geschätzt und prämiert wurde”, meint DI Dr. Andreas Urban, Präsident des Bundes der österreichischen Braumeister und Brauereitechniker und selbst Braumeister in Schwechat.

Trend Weizenbier

Obwohl mehr als jeder zweite Österreicher (57%) nach wie vor Märzen präferiert, zeigen sowohl der aktuelle Bierkulturbericht als auch die Staatsmeisterschaft ein wachsendes Interesse an Weizenbier. Mehr als jeder Dritte (34%) trinkt gerne Weizenbier, unter den 18-29-Jährigen sind es sogar 42%. Da verwundert es nicht, dass auch das Angebot entsprechend groß ist. In der Kategorie der Weizen- und Roggenbiere, Weizenböcke wurden mit 25 die zweithöchste Anzahl an Bieren eingereicht. Österreichs beliebtestes Weizenbier, das Edelweiss Hefetrüb, wurde unter diese Menge an Einreichungen mit einem 2. Platz prämiert.

Über Schwechater

Seit 1632 steht Schwechater für Pionierleistungen in der Braukunst. Anton Dreher stellte 1841 das erste untergärige Lagerbier der Braugeschichte her und machte damit das Schwechater Bier weltberühmt. 2016 gab es etwas zu feiern: 175 Jahre Wiener Lager aus Schwechat. Das beliebte Schwechater Bier zählt heute zu den größten Biermarken in Österreich und ist Marktführer im Dosensegment.

Österreich im Rennen um Weltmeistertitel

Wenn am 27. September in Italien die 6. Weltmeisterschaft der Sommeliers für Bier über die Bühne geht, zählt Österreich zu den Titelanwärtern. Schließlich reist die Mannschaft als aktueller Vizeweltmeister an. In Rimini stellen sich die zehn besten Biersommeliers des Landes der großen internationalen Konkurrenz – 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 18 Ländern werden erwartet. Um sensorische Fähigkeiten zu schärfen und an Präsentationstechniken zu feilen, findet sich das bierige “A-Team” am 23. September zum abschließenden Trainingslager ein.

Bereits seit 2006 trägt der Verband der Brauereien Österreichs ein weltweit einzigartiges Ausbildungsprogramm zum zertifizierten Biersommelier. Mittlerweile Vorbild für viele Nationen, ist die Nachfrage in Österreich groß. “Aktuell haben wir hierzulande rund 2800 bestens ausgebildete Sommeliers für Bier, davon rund 400 Absolventen der höchsten Stufe, also Diplom-Biersommeliers”, weiß Brauereiverbands-Geschäftsführerin Jutta Kaufmann-Kerschbaum.

Bierflavours erschmecken, Rhetorik schulen

Bevor sich das österreichische Nationalteam mit der hochkarätigen internationalen Konkurrenz misst, werden im Trainingslager – das auch diesmal wieder von Kiesbye´s BierKulturHaus veranstaltet wird – nochmals die Sinne geschärft. Neben theoretischem Wissen rund ums Bier sind vor allem höchste sensorische Fähigkeiten im Erkennen von Bierstilen und Bierflavours gefragt. Und schließlich möchte das Auditorium beim Finale in Rimini auch unterhalten werden. Extra dafür werden Mimik, Gestik und Rhetorik mittels Videoanalyse genauestens betrachtet und geschult.

Gold in Sicht

Die Weltmeisterschaft der Sommeliers für Bier wird alle zwei Jahre von der Doemens Akademie mit wechselndem Austragungsort durchgeführt. In diesem Jahr wird Rimini, Italien, zum Mekka der absoluten Bierexpertinnen und -experten. Am Ende der mehrstufigen Bewerbungsprozedur, der neben einem theoretischen Wissensteil auch mit sehr schwierigen sensorischen Geschmacksprüfungen aufwartet, steht für die Besten der Zunft das große Finale. Dort muss vor Publikum sowie hochkarätiger Fachjury eine gleichsam wissenswerte wie unterhaltende Bier-Showpräsentation gehalten werden. Nur wer alle Runden übersteht und am Ende auf der großen Bühne überzeugt, hat Chancen auf den Weltmeistertitel.

“Wir drücken unseren Damen und Herren ganz fest die Daumen”, so Kaufmann-Kerschbaum. “Auch im Hinblick darauf, dass nur wenige Tage später die Nation – am 30.09. zu Brausilvester – den Tag des österreichischen Bieres feiert, wäre ein Stockerlplatz oder gar die Goldmedaille etwas ganz Besonderes für das Bierland Österreich!”

Das zehnköpfige “A-Team” aus Österreich für die WM besteht aus:

  • Michael Kolarik-Leingartner (Wien, aktueller österr. Staatsmeister)
  • Felix Schiffner (Oberösterreich, aktueller Vize-Welt- und -Staatsmeister)
  • Julian Selinger (Oberösterreich, aktueller österr. Vize-Staatsmeister )
  • Manuel Bartolacci (Wien)
  • Philipp Geiger (Tirol)
  • Christian Harringer (Oberösterreich)
  • Mag. Clemens Kainradl (Burgenland)
  • Harry Mittermaier (Oberösterreich)
  • Birgit Rieber (Wien)
  • Julia Telsnig (Tirol)

Die Brauerei, in der Milch und Honig fließen

“Wo Bienen sind und Honig fließt, da ist Wohlergehen”, wussten die alten Römer. Und Albert Einstein hat einmal gesagt: Wenn die Biene von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Weil die summenden Insekten auch in Bayern immer weniger werden, ging die Regensburger Brauerei Bischofshof als eine der ersten der gut 600 Brauereien im Freistaat 2018 mit gutem Beispiel voran: Drei Bienenvölker mit rund 60.000 fleißigen Honigproduzentinnen siedelten die Oberpfälzer auf dem Brauereigelände in der Regensburger Innenstadt an. Eineinhalb Jahre später steht fest: Das Experiment ist gelungen. “Die Bienen fühlen sich wohl bei uns und haben hier eine neue Heimat gefunden”, sagt Laila Schmidt, die Nachhaltigkeitsbeauftragte der Brauerei.

Ohne Bienen kein Leben: Mehr als sieben Millionen Bienenvölker sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten bereits in Europa verschwunden – viele davon auch hierzulande. Das war auch die Motivation für Bischofshof, neue Wege zu gehen: “Gerade weil wir als Brauerei natürliche Rohstoffe in höchster Qualität brauchen, ist das Gleichgewicht in der Natur für uns so wichtig und unser Bienenprojekt ist ein Beispiel, wie wir als Brauerei dazu einen Beitrag leisten können”, sagt Bischofshof-Geschäftsführerin Susanne Horn.

Verein “Beefuture” würdigt Initiative als vorbildlich

Entstanden ist die in Bayern einzigartige Initiative 2018 in Zusammenarbeit mit dem Verein “Beefuture” aus der Nähe der baden-württembergischen Stadt Heilbronn. Dessen Initiator Frank Weiß brachte die Bienen seinerzeit nach Regensburg. “Es ist einzigartig in Bayern, dass eine Brauerei eigene Bienenvölker ansiedelt”, sagt Weiß. Er macht deutlich: Von den 100.000 Tonnen Honig, die in Deutschland pro Jahr gegessen werden, stammen nur 19.000 Tonnen noch aus heimischer Produktion. Oder anders formuliert: Nur jedes fünfte Glas des süßen Nektars auf deutschen Frühstückstischen kommt aus der Bundesrepublik. Gerade deshalb ist es nach Weiß’ Worten so wichtig, aktiv etwas für den Erhalt der Bienen zu tun. Er würdigte die Bischofshof-Initiative bei der Einweihung als vorbildlich.

Honig 2019 von überdurchschnittlicher Qualität

Die drei Bischofshof-Völker sind getauft auf die Namen Sportbienen, Kulturbienen und soziale Bienen. Die Bezeichnungen spiegeln das Engagement der Brauerei für die Gesellschaft wider. Zu jeder der “Bienen-Nationen” gehören eine Königin, tausende Arbeitsbienen und einige Drohnen. Bester Beleg, dass sich die Bienen bei Bischofshof wohlfühlen: Bereits zum zweiten Mal konnten die Regensburger jetzt den “Brauerei-Bienenhonig” ernten, der nun in den kommenden Wochen abgefüllt wird. “Wir erwarten dieses Jahr eine überdurchschnittlich gute Qualität”, sagt Schmidt.

Den Bischofshof-Bienen machte dabei allerdings der lange Winter und der verregnete Mai ebenso zu schaffen wie ihren Artgenossinnen fast überall in Mitteleuropa: Sie fanden wenig Nahrung, weshalb der Ertrag des “gelben Goldes” in diesem Jahr mengenmäßig geringer ausfällt. Den Honig, der in Nachbarschaft der Braukessel entstanden ist, können sich dennoch nicht nur die Mitarbeiter schmecken lassen: Er steht künftig auch in den benachbarten Braustuben auf der Frühstückskarte.

Neuer Bienenlehrpfad als Erlebnis-Lernort

Nach der erfolgreichen Ansiedlung der Honigproduzentinnen gehen die Traditionsbrauer derzeit noch einen Schritt weiter: Im Herbst ist die Eröffnung eines eigenen Bienenlehrpfads als Erlebnis-Lernort geplant. Er entsteht in enger Zusammenarbeit mit den Schülern der benachbarten Regensburger Kreuzschule. “Die Kinder sollen die Schöpfung erleben und die Biene als Partner des Menschen kennenlernen”, sagt Laila Schmidt. 21 Lerntafeln informieren künftig über Bedeutung und Leben der Bienen.

Bereits seit dem vergangenen Jahr arbeitet die Brauerei mit der Grundschule zusammen: So halfen im vergangenen Jahr 80 Viertklässler den Imkern tatkräftig beim Ernten, Schleudern und Verkosten des ersten Honigs. Modernste Technik bringt die Bienen – zumindest virtuell – bereits heute auch ins Klassenzimmer: Die Kinder können via Internet beispielsweise live verfolgen, ob die Bienen gerade unterwegs sind oder wie warm oder kalt es im Bienenstock ist. In den “Bienenhotels” angebrachte Sensoren messen Gewicht, Luftfeuchte und Temperatur.

Nachhaltigkeit – bei Bischofshof seit Jahren ein Schwerpunkt

Die Brauerei Bischofshof, vor 370 Jahren gegründet, beschäftigt sich bereits seit langem mit dem Thema Nachhaltigkeit: So arbeiten die Regensburger Brauer beispielsweise in einem Sudhaus, das als das modernste der Welt gilt. Es hilft, rund 40 Prozent an Primärenergie einzusparen. Im Herbst öffnet auf dem Gelände eine neue Energiezentrale, die die Brücke zwischen Ökonomie und Ökologie schlagen soll: So wird die im Sudhaus entstehende Wärme der Brauerei beispielsweise genutzt, um die Wohngebäude im benachbarten Wohnviertel zu beheizen. Damit soll ein außergewöhnlich hoher Wirkungsgrad von über 90 Prozent erreicht werden. (Bild: Brauerei Bischofhof)

Die Hacker-Pschorr Wiesnbierprobe

Traditionell verkostet der Hacker-Pschorr Braumeister Rainer Kansy kurz vor dem Oktoberfest zusammen mit den Wirtefamilien Heide (Pschorr Bräurosl) und Roiderer (Hacker-Festzelt) das Hacker-Pschorr Wiesnbier. Dieses Jahr das erste Mal mit dem Braumeisterkollegen Christian Dahncke von der Paulaner Brauerei, der auch sein Bier vorstellte.

Das sagt der Hacker-Pschorr Braumeister Rainer Kansy: “Natürlich waren wir wieder gespannt vor dem ersten Verkosten. Wie wird’s dieses Jahr schmecken? Man hat ja nur diesen einen Versuch und der muss sitzen. Aber mein Team hat wieder ganze Arbeit geleistet und es ist uns ein Top Wiesnbier gelungen. Das Hacker-Pschorr Oktoberfestbier ist bernsteinfarben und ist im Aroma kräftig malzaromatisch mit einem Hauch von Honig und hellem Karamell. Es hat im Geschmack eine merkliche, aber nicht aufdringliche Hopfennote, vollmundig und markant, ein Bier mit einem eigenständigen Charakter. Im Abgang besticht es durch eine ausgewogene Balance. Jeder Schluck ist ein Fest!”

Eckdaten Hacker-Pschorr Wiesnbier:

  • Stammwürze: 13,7 %
  • Alkoholgehalt: 6,0 % Vol.
  • Farbe (EBC): 11
  • Bittere (EBU): 23

Die Pschorrs auf der Wiesn

Schon seit 1830 gibt es nachweislich “Pschorr” auf dem Oktoberfest und Kommerzienrat Georg Pschorr war 1893 der erste, der ein Gespann mit Pracht-Pferdegeschirren auf die Wiesn schickte. Diese hatten ihn auf einer Reise nach Wien begeistert und er schickte seinen Sattlermeister zu Studienzwecken dorthin. Die Aufmerksamkeit beim Wiesneinzug war ihm und seinem Gespann gewiss. 1901 überraschte die Pschorr-Brauerei die Wiesn-Besucher mit einem elektrisch beleuchteten Zelt, der “Bräurosl”. Heute genießt man das Hacker-Pschorr Oktoberfestbier im “Hackerfestzelt”, in der “Bräurosl und zahlreichen kleineren Zelten.

Zusammen mit der Hacker-Pschorr Brauerei verköstigte Paulaner sein diesjähriges Oktoberfestbier. Mit dabei die Wiesnwirtinnen Arabelle Schörghuber und Ramona Pongratz aus dem Paulaner Festzelt.

Das sagt der Paulaner Braumeister Christian Dahncke:

“Für mein Team und mich ist es Anfang Juli immer ein ganz besonderes Highlight das Oktoberfestbier zu brauen. Und uns ist wieder ein ganz besonderes Paulaner Wiesnbier dieses Jahr gelungen. Es besticht durch eine perfekte Balance zwischen leichten Malzaromen und dezenten Hopfennoten im Aroma und hat eine sehr milde und feine Bittere die im Hintergrund bleibt. Der Körper des Paulaner Oktoberfestbieres ist abgerundet und sündhaft süffig, im Abgang ist es samtweich und harmonisch. Die Farbe ist ein sattes Gold-Gelb. Macht schon jetzt richtig Lust auf die Wiesn”

Eckdaten Paulaner Oktoberfestbier:

  • Stammwürze: 13,6 %
  • Alkoholgehalt: 6,0 % Vol.
  • Farbe (EBC): 9
  • Bittere (EBU): 21

Paulaner und das Oktoberfest

Die tiefe Verbundenheit zu München manifestiert sich auch in der starken Präsenz auf dem Oktoberfest – für Paulaner eine echte Herzensangelegenheit. Das Logo mit dem Mönchskopf prägt das Erscheinungsbild der Wiesn ebenso wie der berühmte Paulaner-Turm mit dem überdimensionalen Maßkrug auf der Spitze. In drei großen Zelten wird Paulaner Oktoberfest Bier ausgeschenkt, neben dem Paulaner-Feszelt in der Armbrustschützen-Festhalle und Käfer’s Wies’n-Schänke sowie in zahlreichen kleineren Zelten. Das Paulaner Oktoberfest Bier gehört zu den beliebtesten seiner Art. Es ist das meistverkaufte Oktoberfest Bier im Handel sowohl national als auch international.

TÜV SÜD: Microbrewing im Trend

Dass der TÜV eine Presseerklärung veröffentlicht ist eigentlich nichts Besonderes. Aber dass der TÜV Süd eine Veröffentlichung zu Kleinbrauereien und Craft Beer aussendet, ohne auf seine Kompetenzen bei der Überwachung hinzuweisen. hat mich dann doch verwundert. Ich kenne die Beweggründe nicht, die den TÜV zu diesem Text veranlasst haben, und ich bin auch nicht mit allem einverstanden, was in der Presseerklärung steht (insbesondere die kritiklose Huldigung des Reinheitsgebots stößt mir sauer auf), trotzdem übernehme ich den Text hier einmal unverändert:

“Am 21. September ist es wieder soweit: “O’zapft is” heißt es dann zum 186. Mal auf dem Münchener Oktoberfest. Das Reinheitsgebot ist dabei immer noch der Qualitätsmaßstab für die bayerische Bierkultur, die jedes Jahr zahlreiche Gäste aus aller Welt auf die Wiesn zieht. Zunehmend fassen aber auch andere Ideen der Braukunst Fuß. Unter dem Schlagwort Microbrewing wächst die Zahl der Kleinst- und Kleinbrauereien stetig. TÜV SÜD informiert, worin sich diese neuen Biere von traditionell gebrauten unterscheiden.

Das Reinheitsgebot von 1516 sollte die Bürger vor illegalen Zutaten schützen. Tollkirsche und Stechapfel waren damals ein größeres Problem. Das älteste, sinngemäß noch unverändert geltende Verbraucherschutzgesetz der Welt schafft bis heute Transparenz: Wasser, Hopfen, Malz und Hefe sind nach deutschem Reinheitsgebot gebrauten Bier zugelassen – sonst nichts. Während die ausländischen Hersteller für die Vermarktung von Bier in Deutschland nicht an das deutsche Reinheitsgebot gebunden sind, gibt es für deutsche Hersteller nur wenige Ausnahmeregeln.

Mehr kleinere Braustätten

Laut Deutschem Brauerbund ist die Zahl der deutschen Braustätten in den letzten Jahren gestiegen, 2018 gab es 1.539 in Deutschland betriebene Braustätten. Unter ihnen nimmt die Zahl der kleinen Braustätten – mit maximal 5.000 Hektolitern Produktionsmenge pro Jahr – zu. In einer Zeit, in der Verbraucher trendgemäße Abwechslung lieben und Deutschlands Biermarkt offen ist für Produkte aus der ganzen Welt, etablierten sich neue Biersorten und Brauereien auch in Deutschland. Das “Craft Beer” aus Mikrobrauereien, fasst auch in Deutschland seit den Neunzigerjahren Fuß. Der Craft Beer-Anteil der Bier-Neueinführungen in Deutschland lag 2018 bei 12 Prozent.

Klassische Biervielfalt: Aus den im Reinheitsgebot festgeschriebenen vier Zutaten steht auch heute noch eine weiterhin wachsende Auswahl an Weizenbier, Leichtbier, Pils, Schwarzbier, Märzen und vielen anderen Biersorten zur Verfügung. Wer unter der klassischen Biervielfalt mit ca. 40 Biersorten nichts für den persönlichen Geschmack findet, kann auch die besonderen Biere nutzen.

Craft Beer: “Craft-Beer” hat seinen Ursprung in den Vereinigten Staaten. Der Begriff “craft” steht dabei für Bier, das handwerklich von unabhängigen Brauereien gebraut wird, oft in sogenannten Microbreweries. Die Kategorie fasst aromaintensive Biere zusammen und sagte zunächst lediglich etwas über die Größe der Brauerei, die wirtschaftliche Unabhängigkeit von den großen Getränkeherstellern und die überwiegend “traditionelle” Machart (Herstellung aus Wasser, Hopfen, Malz und Hefe) aus. “Für Deutschland ist diese Kategorisierung nicht anwendbar, da viele ‚große’ Brauereien ohnehin dieser Definition entsprechen”, erklärt Lebensmittelexperte Dr. Andreas Daxenberger von TÜV SÜD. “Hier ist der Begriff rechtlich nicht geregelt und wird umgangssprachlich für Produkte genutzt mit besonderer Art der Aromagebung, z.B. über besondere Hopfensorten und spezielle Gärführung.” Während diese Biere dem Reinheitsgebot entsprechen, wird der Begriff gleichzeitig für Biere mit eher exotischen Inhaltsstoffen genutzt, z.B. für Biere mit Barrique-Lagerung, Hanf-, Mango- und Passionsfrucht-Auszügen oder Champagner-Hefe anstelle von Bierhefe.

Alkoholfreie Biere: In Deutschland gebraute alkoholfreie Biere entsprechen dem Reinheitsgebot. Der Alkohol kann dem Bier auf zweierlei Wegen entzogen werden: Entweder wird die Gärung unterhalb der rechtlich zulässigen Restalkoholgrenze von 0,5 % gestoppt oder das Bier wird im Anschluss an den Brauprozess nochmal erwärmt, so dass der Alkohol entweicht. Mit derzeit ca. 6 % an der Bierproduktion insgesamt, ist diese Gruppe ein Wachstumssegment in der Bierbranche.

Informationen über die Zutaten finden Verbraucher auf dem Flaschenetikett bzw. im Zutatenverzeichnis. Während Bier deutschen Ursprungs dem Reinheitsgebot entspricht, besteht bei Bier ausländischen Ursprungs die Möglichkeit des Einsatzes weiterer Zutaten. Ein heimisches Erzeugnis nach Art eines Bieres, das weitere Zutaten enthält, ist in Verkehrsbezeichnung und Zutatenverzeichnis entsprechend beschrieben. So kann der Verbraucher selbst entscheiden, welches Bier er sich schmecken lässt. Pro Kopf waren das pro Einwohner in Deutschland 102 Liter Bier im vergangenen Jahr.

Teresas Meistersud

Teresa Seidl, ehemalige Auszubildende der Paulaner Brauerei in München, gewann in diesem Jahr die Münchner und südbayerische Meisterschaft der Brauer/innen und Mälzer/innen. Ihr dunkles Bier überzeugte die Jury und wurde als bestes in ihrem Jahrgang ausgezeichnet. Um ihren “Meistersud” zu würdigen, wurde er Ende Juli in der Gasthaus-Brauerei im Paulaner am Nockherberg von Teresa Seidl noch einmal eingebraut und wird dort nun auch ausgeschenkt.

Über Teresa Seidl

Teresa Seidl ist 21 Jahre alt und kommt ursprünglich aus Niederbayern und begann am 1. September 2016 ihre Ausbildung zur Brauerin und Mälzerin bei Paulaner. “Dafür habe ich mich entschieden, weil ich in diesem Beruf ein großes Zukunftspotential sehe und Paulaner hat in diesem Bereich einen exzellenten Ruf. Mir als Mädchen ist es natürlich auch ein großes Anliegen, der von Männern dominierten Branche zu zeigen, dass auch wir Mädels in der Lage sind, zu guten Brauern heranzuwachsen”, so Seidl. Seit ihrem Ausbildungsende im Frühjahr dieses Jahres arbeitet sie in der Qualitätssicherung im Labor der Paulaner Brauerei.

Über Teresas Meistersud

“Ich habe mich bei meinem Rezept eher an die traditionellen Sorten gehalten und deswegen Hercules und Hallertauer Tradition als Hopfen verwendet, dazu noch Münchner und Pilsner Malzsorten. Für mich war es wichtig, dass es ein dunkles Bier wird, das nicht zu exotisch ist, sondern einfach durch seine feinen Aromen besticht”, so Seidl. Ihr Bier findet sie, ist ein typisches “Frauenbier”, süffig und leicht süßlich mit wenig Röstaromen. “Aber es hat natürlich auch allen Männern, die es bisher probiert haben, geschmeckt”, lacht die 21jährige.

Die Hopfenernte in der Hallertau beginnt

Schon die alten Ägypter entdeckten, das Bier mit Hopfen besser schmeckt. Seitdem sind die Bitterextrakte der Hanfpflanze ein fester Bestandteil beim Bierbrauen. Besonders gefragt: Der Hopfen aus der bayerischen Hallertau, dem größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet der Welt. Hallertauer Hopfen wird heute in über 100 Länder der Erde exportiert, um den besten Bieren der Welt ihr einzigartiges Aroma zu verleihen. Im weltweit führenden Hopfenforschungszentrum in Hüll werden Anbau und Sorten ständig optimiert. Der Start der Hopfen-Ernte ist auch eine Touristen-Attraktion: Bis Ende September begeistern Volksfeste, Erlebnisführungen auf den Hopfen-Höfen und vieles mehr die Besucher in der Hallertau.

Alljährlich bis in den August hinein verwandelt sich das “Hopfenland” Hallertau in ein Meer aus bis zu sieben Meter hohen Hopfenpflanzen, die sich auf rund 17.000 Hektar Anbaufläche über das bayerische Hügelland zwischen Regensburg, Ingolstadt und München erstrecken. Mit dem Start der Ernte fahren die fast 1.000 Hopfenbetriebe der Region jährlich fast 40.000 Tonnen der gefragten Pflanze ein – das sind fast 90 Prozent der gesamten deutschen Hopfenernte und mehr als ein Drittel der weltweiten Produktion.

In diesem Jahr rechnen die Hopfen-Bauern nach aktuellen Schätzungen des Verbands Deutscher Hopfenpflanzer e.V. mit einer guten Ernte von rund 39.400 Tonnen in der Hallertau (bundesweit rund 45.800 Tonnen). Das wären rund knapp 3.000 Tonnen mehr als 2018. “Trotz der ungünstigen Witterungsverhältnisse während der Monate Juni und Juli mit regional unterschiedlich verteilten aber insgesamt zu geringen Niederschlägen und zu hohen Temperaturen wird aufgrund des Wetterumschwungs im August mit ausreichend Niederschlägen und gemäßigten Temperaturen eine gute Durchschnittsernte erwartet”, teilten die Hopfenpflanzer jetzt mit. Im Gegensatz zu den Vorjahren beginne die Ernte 2019 allerdings erst Anfang September und nicht bereits im August.

Die über 16 Hopfensorten der Hallertau – vom kraftvollen Hochalpha-Hopfen bis zu den feinsten Aroma-Hopfen – prägen heute die Seele von Spitzen-Bieren auf der ganzen Welt. Noch bis in die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde der Hopfen in der Hallertau von Hand gepflückt. Heute erledigen das Hightech-Maschinen, die weitgehend selbstständig pflücken, reinigen, trocknen, häckseln und konditionieren. Doch für die tausenden Touristen, die das Hopfenland Hallertau alljährlich besonders zur Erntezeit des grünen Goldes besuchen, lebt die Jahrhunderte alte Tradition des Hopfenpflückens weiter.

Hopfenzupfen wie zu Großmutters Zeiten ist ein Touristen-Renner in der Region – zum Beispiel im Gasthaus Rieder in Kirchdorf (Landkreis Kelheim): Dort lassen sich jedes Jahr hunderte Touristen in die uralten Techniken des “Hopfazupfa” einweisen und entspannen sich beim Hopfenkranzbinden. Zur Stärkung gibt es Hopfenbutterbrot oder “Hopfenschuxn”, ein säuerliches Schmalzgebäck.

Visit The USA empfiehlt zehn Reiseziele für Bierliebhaber in den Vereinigten Staaten

Am 21. September startet in München mit dem 186. Oktoberfest das größte Volksfest der Welt. Im Mittelpunkt steht dabei erneut der Gerstensaft, für den Deutschland international berühmt ist. Der Rekord hinsichtlich des Bierverbrauchs stellten die Besucher der Wiesn 1910 auf: 12.000 Hektoliter Bier wurden damals anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Oktoberfests ausgeschenkt. Auch die USA haben seit jeher ein Herz für Bier, der Durchschnittsamerikaner trinkt immerhin knapp 82 Liter pro Jahr. Inzwischen gibt es mehrere tausend Brauereien in den Vereinigten Staaten, vor allem Craftbeer und ausgefallene Biersorten erleben einen Boom, von den Genussstaaten von Neuengland bis nach Alaska. Visit The USA empfiehlt zehn Orte, die Liebhaber eines “kühlen Blonden” begeistern werden.

Helen, Georgia

In Georgia befindet sich die Stadt Helen, ein Hybrid aus süddeutschen Einflüssen und amerikanischem Erfindergeist. Die Stadt feiert dieses Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum und blickt auf eine skurrile Geschichte zurück: 1969 wandten sich Verantwortliche der Stadt an einen in Deutschland stationierten Künstlerfreund und baten ihn um Ideen, wie die ehemalige Holzfällerstadt gerettet und wiederbelebt werden könnte. Helen drohte damals der Niedergang zur Geisterstadt. Der Künstler machte sich ans Werk und versah in Skizzen die Gebäude der Stadt mit einem neuen, bayerisch angehauchten Anstrich. Seine Ideen wurden umgesetzt und Helen erinnerte mehr und mehr an eine Alpenstadt – damit ging auch die Einführung einer ausgeprägten Bierkultur einher. Die Umgestaltung verpasste Helen einen Schub, heute ist der Tourismus eine der Haupteinnahmequellen. Passend zum Flair der Stadt findet ein Mal im Jahr ein zwei Monate andauerndes Fest statt: Im September und Oktober wird in der “Edelweiß-Strasse” ein Oktoberfest veranstaltet, stilecht mit süddeutschem Essen und Bier.

Yakima Valley, Washington

Im Bundesstaat Washington werden im Yakima Valley etwa dreiviertel des US-Hopfens angebaut. Im Herzen des Valleys findet jedes Jahr Anfang Oktober ein Straßenfest statt, das zu den Top 10 der Bierfeste in den USA zählt. Auf dem “Fresh Hop Ale Festival Yakima” können Bier-Liebhaber die diversen Hopfensorten probieren. Gut für Genießer, noch besser für die Mitmenschen: Alle Einnahmen des Festivals gehen an gemeinnützige Organisationen und Projekte. Wer außerhalb der Festsaison in das Yakima Valley reist, findet eine Vielzahl von Aktivitäten: Brauereiführungen, Wanderungen durch die Hopfenfelder oder eine Tour mit dem “Pacific Pub Cycle”, einem Fahrrad für mehrere Personen, mit dem sieben Brauereien im Valley angesteuert werden.

Burlington, Vermont

In der größten Stadt Vermonts findet jedes Jahr am dritten Juli-Wochenende eines der ältesten Bierfestivals statt, das “Vermont Brewers Festival”. Direkt an der Uferpromenade des Lake Champlain mit Blick auf das Adirondack Gebirge probieren die Besucher die neuesten Craftbiere aus Vermont. Dazu zählen auch die Kreationen der lokalen “Foam Brewery” mit Wassermelonen-, Vanille- oder Obstkuchennote. Zwei Monate später dreht sich erneut alles um den Gerstensaft: Beim Oktoberfest Vermont, angelehnt an die Tradition aus München, gibt es neben amerikanischen Biersorten natürlich auch deutsches Bier im Masskrug. Zudem gibt es Aufführungen und Unterhaltungsangebote wie Live-Musik.

St. Louis, Missouri

St. Louis gilt als Wiege des Bieres in den USA, da es die Heimat des größten Produzenten der USA ist: Anheuser-Busch, gegründet in der Mitte des 19. Jahrhunderts, braut unter anderem Budweiser, das einst meistverkaufte Bier in den Vereinigten Staaten. Um das Kultbier entbrannte ein jahrelanger Streit um Namensrechte mit einer tschechischen Brauerei, der 2010 zum Nachteil des US-Brauers ausging. Bei einer Brauereiführung lässt sich die bewegte Geschichte von Anheuser-Busch nachempfinden. Zudem präsentiert Anheuser-Busch seine saisonalen Kreationen: Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Mondlandung gibt es in diesem Jahr das limitierte “Discovery Reserve”, dessen Geschmack von einem Archivrezept aus der Zeit der Mondlandung inspiriert wurde. Mit Noten von geröstetem Voyager-Gerstenmalz erinnert die rötliche Farbe des Lagers an das nächste Ziel im Weltraum – den Mars.

Willamette Valley, Oregon

In der Region Eugene, Cascades and Coast in Oregon sind die Einheimischen besonders stolz auf ihr lokal hergestelltes Bier, das hauptsächlich mit regionalen Zutaten gebraut wird. Wer sich für die dortigen Braustile und Verfahren interessiert, sollte sich auf den sogenannten “Eugene Ale Trail” begeben. Dieser führt zu etlichen Zielen rund um das Bier: große und kleine Craftbier-Brauereien, Händler oder Bars, sowohl auf dem Land als auch in der Stadt.  Die Stationen lassen sich perfekt auf einer Genusstour durch Oregons Bierszene verbinden.

Chicago, Illinois

Das “Festival of Wood and Barrel-Aged Beer”, kurz “FoBAB”, ist eines der größten und renommiertesten Bierfestivals der Welt. Ausgerichtet wird es alljährlich im November, ein großer Teil davon ist der Wettbewerb: Brauereien aus der ganzen Welt werden nach Chicago eingeladen, um ihre herausragenden und innovativen Brauerzeugnisse zu präsentieren. Voraussetzung ist, dass diese während der Herstellung und Lagerung in Kontakt mit Holz gekommen sind oder im Holzfass gereift sind. 2018 nahmen 210 Brauereien aus 30 Ländern teil. Die exotischen und preisträchtigen Bier-, Cider- oder Metkreationen können Besucher bei Tastings testen. Tickets sind ab 85 US-Dollar erhältlich.

New Braunfels, Texas

Zu den experimentellen Brauereien der USA zählt auch die “New Braunfels Brewing Company” in Texas: Der Besitzer kam eines Tages beim Anblick eines halbleeren Gurkenglases auf die Idee, Bier mit Gurkenwasser zu brauen. Gesagt, gebraut – heute ist das Bier mit dem Namen “Pkl Fkr” eines von acht ausgeschenkten Sorten in Brauerei von New Braunfels. Doch das Gurkenwasser ist nicht die einzige Zutat, die im Bier landet. Die Hefe wird beispielsweise aus Sporen, die in der Luft umherschwirren, gegoren. Der Sud wiederum wird durch das Heu auf einem Bauernhof gefiltert, was ihr ein ganz außergewöhnliches Aroma gibt. Solche und weitere Experimente rund um das Bier liegen in Texas derzeit im Trend. Heraus kommen Craftbiere mit spannenden Geschmacksrichtungen wie Honig, Kürbis oder Erdnussbutter.

Grandy, North Carolina

North Caroline verfügt über die meisten Craftbier-Brauereien in den USA und widmet jeden April dem Gerstensaft einen kompletten Monat, in dem sich bei etlichen Veranstaltungen, Führungen und Verköstigungen alles rund um das Bier dreht. Zu den Pionieren zählt die Mikrobrauerei “Weeping Radish” in Grandy: Sie hat sich überregional einen Namen gemacht, da sie als erste Brauerei in den USA nach dem bayerischen Reinheitsgebot gebraut hat. Das Ergebnis können Besucher im dazugehörigen Weeping Radish Pub probieren. Die Brauerei geht sogar noch einen Schritt weiter und serviert im Restaurant “Reinheitsgebot Food”, das nur regionale und selbstangebaute Zutaten in Bioqualität beinhaltet.

Maui, Hawai’i

Bier im Paradies: Die “MAUI Brewing Co.” ist die größte Brauerei auf Hawai’i und präsentiert ihre Biere mit dem Slogan “Brewed with Aloha”. Dabei experimentieren die Braumeister und kreieren außergewöhnliche Sorten mit Ananas- oder Kokosnussnote, die nach Urlaub am Strand schmecken. Die exotischen Biere finden auch in der lokalen Küche Verwendung: Sie dienen als Zutat in Brownies oder Eiscreme. Besucher können die Kreationen in flüssiger und fester Form bei einer Brauereiführung erleben. Im Mai feiert Maui seine Brauereien bei einem Festival, dem “Annual Maui Brewer’s Festival”. In dessen Rahmen gibt es lokales Essen mit und ohne Biernote, Verkostungen, Live-Musik, einen Brauwettkampf und vieles mehr rund um den Gerstensaft.

Juneau, Alaska

Alaska hat eine überraschend reiche Bierkultur zu bieten: Vor allem im Sommer, wenn die Lachse und Heilbutte gefischt werden, ist der Bundesstaat ein perfektes Ziel für Liebhaber des Gerstensafts, da es zu jedem Fischgericht korrespondiere Biere gibt. Diese sind außerhalb Alaskas nur in ein paar Staaten der USA erhältlich, da viele Braumeister nur für lokale Abnehmer produzieren. Zu den größeren Brauereien zählt die “Alaskan Brewing Co.” bei Juneau, der Hauptstadt Alaskas. Diese sehr junge Brauerei zählt bereits zu den besten Bier-Repräsentanten des Staates und konnte schon einige Braukunstwettbewerbe für sich entscheiden. Neben Klassikern wie IPA, Kölsch oder Ale lockt die “Alaskan Brewing Co” mit schön gestalteten Flaschen, limierten Sorten und ausgefallenen Eigenkreationen wie “Raspberry Wheat” mit Himbeernote.