Archiv der Kategorie: Craft Beer

Doppelleu Single Hop Black Ale

Das Single Hop Black Ale stammt aus der Doppelleu Brauwerkstatt im schweizerischen Winterthur. Alle Biere dieser Brauerei sind obergärig und modern gehopft. Es gibt zwei Produktlinien: die Chopfab-Biere (7 Sorten) und die aufwändigen Doppelleu-Biere (6 Sorten).

Blickdicht und glänzend schwarz präsentiert sich das Bier. Es bildet leicht überdurchschnittlich viel festen Schaum, der ungewöhnlich dunkel ist und sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma wird durch die Röststoffe dominiert. Ich rieche Kaffee und Schokolade, unterstützt durch den Duft nach Pumpernickel.

Der Antrunk ist trocken und ich stelle fest, dass dieses Bier nur wenig dafür aber sehr feinperlige Kohlensäure enthält. Der Geschmack nach Pumpernickel zusammen mit kräftigen Kaffeenoten treten bei diesem Bier in den Vordergrund. Trotz des Eindrucks von Pumpernickel ist das Bier angenehm herb. Im Abgang kommt noch eine Schokoladennote zum Vorschein, die sich mit einem leichten Geschmack nach Mokka hervorragend verträgt. Der Nachklang ist ellenlang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale Ale, CaraAroma, Münchner), Röstgerste, Hopfen (Galaxy), Hefe

Alkoholgehalt:

7,0 %

Bittereinheiten:

70 IBU

Brauerei:

Doppelleu Brauwerkstatt AG
Industriestrasse 40
8404 Winterthur
Schweiz
www.doppelleu.ch

Hanalei Island IPA

Derzeit scheint es große Mode zu sein, die Biere mit kurzen Geschichten zu bewerben, die eine positive Stimmung erzeugen sollen. Da macht auch die Brauerei Kona Brewing Co. auf Hawaii keine Ausnahme, die zu ihrem Hanalei Island IPA den folgenden Text schreibt: “An der Nordküste von Kauai liegt die perfekt sichelförmige Hanalei-Bucht vor üppigen, grünen Bergen, die von Wasserfällen durchzogen sind, welche vom warmen pazifischen Regen gespeist werden. Das ist das Hawaii deiner Träume. Lassen Sie Ihr Kajak in das ruhige blaue Wasser an der historischen Mole gleiten und genießen Sie den unvergleichlichen Blick auf die weißen Sandstrände, das kleine Dorf Hanalei und den Makana Berg (bekannt als Bali Hai), der über Ihnen thront. Wenn Sie von dieser Bucht aus zur Nā Paliküste oder den Hanalei River hinauf paddeln, werden Sie weitere Naturwunder entdecken, die Sie nur sehen können, wenn Sie über das Wasser gleiten. Mit der Sonne über Ihnen und Ihren Sorgen hinter Ihnen, könnten Sie sich einfach so fühlen, als wäre dieser Ort so nah am Paradies wie nie zuvor.” (Übersetzung von mir)

Aha, so ganz das Paradies soll dieses Bier nicht sein, nur knapp davor. Im Vergleich zu anderen Geschichten hält sich Kona mit solchen Superlativen angenehm zurück. Dann wollen wir doch mal sehen, wie gut das Bier der Geschichte entspricht. In den fünf Jahren von 2013 bis 2017 wurde dieses Bier immerhin achtmal ausgezeichnet, dreimal mit Silber beim Great American Beer Festival, einmal Gold beim International Craft Awards Competition, je einmal Silber und Bronze beim Great International Beer Competition sowie einmal Gold bei der North American Brewers Association und einmal Silber bei den North American Beer Awards. Na, wenn das nichts ist.

Altgolden und mit sehr viel Kohlensäure präsentiert sich das Bier im Glas. Leider bildet sich nur wenig mittelporiger Schaum, der sich zu allem Überfluss sehr schnell auflöst.

Das Bier duftet intensiv nach tropischen Früchten. Ich rieche Passionsfrucht, Orange, Mango und Ananas. Es wundert mich, dass ich für ein IPA nur wenige Bitternoten riechen kann.

Der Antrunk ist spritzig und nur leicht süß. Damit ist der erste Eindruck im Mund sehr erfrischend. Dann breitet sich der Geschmack nach Südfrüchten auf der Zunge aus, so dass ich die Aromen wiederfinde, die ich auch in der Nase wahrgenommen habe. Darauf folgt ein für mich recht unangenehmes Bitter, das auch den Abgang dominiert und sehr lange nachklingt.

Dieses Bier ist nicht mein Geschmack. Sicher ist das kein objektives Urteil, sensorische Tests sind immer subjektiv. Dieses Bier ist so häufig ausgezeichnet worden, dass es sicher nicht schlecht sein kann, aber meins ist es nicht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale), Hopfen (Mt. Hood, Hallertau, Sterling, Millennium), Hefe, Passionsfrucht, Orange, Guave

Alkoholgehalt:

4,6 % Vol.

Stammwürze:

10,95° Plato

Bittereinheiten:

20 IBU

Brauerei:

Kona Brewing Company
74-5612 Pawai Pl
Kailua-Kona
HI 96740
USA
www.konabrewingco.com

Zöttler Gold alkoholfrei

Alkoholfreies Bier ist mittlerweile bei den Biertrinkern angekommen. Schließlich muss es nicht immer Alkohol sein. Das haben auch die Brauer der Privat-Brauerei Zötler verstanden, die nach eigenen Angaben die älteste Familienbrauerei der Welt ist. Die geschmackliche Qualität der alkoholfreien Biere hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert, so dass hier keine Abstriche mehr gemacht werden müssen.

Das Zötler Gold alkoholfrei wird im Kälte-Kontakt-Verfahren gebraut. Das bedeutet, dass die Brauhefe dem Biersud bei einer Temperatur knapp über dem Gefrierpunkt zugegeben wird. Dort erledigt sie ihre Arbeit, bis ein Alkoholgehalt von maximal 0,5 gemessen wird. Dieser Zeitpunkt ist im Durschnitt nach 24 Stunden erreicht. Die Grenze, bis zu der ein Bier als alkoholfrei verkauft werden darf, liegt bei 0,5 % Vol.

In hellem Goldgelb strahlt mir das Bier im Glas entgegen. Der Schaum ist recht grobporig, bleibt aber lange erhalten.

Das Aroma ist malzbetont nach Biskuitteig, unterstützt durch blumige Noten des Hopfens. Dabei ist es nicht so intensiv wie von einem Bier mit Alkohol, aber das können wir von einem alkoholfreien Bier auch nicht erwarten.

Der Antrunk ist weniger süß als ich es erwartet habe und die sehr feinperlige Kohlensäure ist reichlich vorhanden. Auf der Zunge ist deutlich das Getreide zu schmecken, der Hopfen hält sich dezent im Hintergrund. Ich könnte mir vorstellen, dass eine etwas reichhaltigere Gabe von Aromahopfen das Bier deutlich aufwerten würde. Der Abgang ist mild und er klingt nur kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Stammwürze:

7,8° Plato

Bittereinheiten:

22 IBU

Brauerei:

Privat-Brauerei Zötler
87549 Rettenberg
www.zoetler.de

Insel Kap

Markus Berberich, Braumeister der Rügener Inselbrauerei sagt über sein Bier: “Durch die spezielle Verarbeitung von Hafer und Röstgetreide erreichen wir einen intensiven Duft von Schokolade und Kaffee. Dieses Bier ist extrem trocken und hat dabei einen erfrischenden cremigen, aber dennoch sehr schlanken Trunk. Das ist wirklich eine neue Erfahrung für ein so tief schwarzes Bier.” Bislang haben mir alle Biere von der größten Insel in der Ostsee sehr gut gefallen, so dass ich mir auch von diesem Oatmeal Stout viel verspreche.

Absolut blickdicht schwarz ist das Insel Kap mit leicht überdurchschnittlich viel stabilem braunem Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Karamell, dunkler Schokolade, Kaffee und etwas Vanille. Bis hierhin ist alles stimmig.

Der Antrunk ist weniger süß als ich es erwartet habe. Die Kohlensäure ist sehr feinperlig, aber recht knapp dosiert. Erst als sich das Bier im und verteilt nimmt der Geschmack richtig Fahrt auf. Besonders intensiv ist de Geschmack nach Schokolade, dazu kommen Kaffee sowie eine leichte Säure, die den Geschmack gut abrundet. Auch der Abgang wird durch den Geschmack nach Schokolade dominiert und er klingt ellenlang nach.

Ich glaube, es gibt wenige Brauereien, die sich so viel Mühe mit dem Entwickeln und Brauen spezieller Biere gibt. Der Aufwand lohnt sich aber auf jeden Fall. Die Biere aus Rambin haben ein hervorragendes Preis-/Leistungsverhältnis.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafermalz, Traubenzucker (vollständig vergoren in Flaschenreifung), Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Brauerei:

Rügener Insel Brauerei GmbH
Hauptstraße 2c
18573 Rambin
www.insel-brauerei.de

Steamworks Heroica Red Ale

Seit 1995 gibt es das Steamworks Brewpub in Gastown, Vancouver, in dem die Braukessel nach wie vor mit Dampfleitungen aus der Pionierzeit beheizt werden. Als die Biervielfalt und auch die Mengen immer größer wurden, haben die Brauer begonnen, zusätzlich in anderen Brauereien zu brauen. Nach 18 Jahren reichten die Kapazitäten endgültig nicht mehr aus, um der steigenden Nachfrage und den vielen neuen Steamworks Bierkreationen gerecht zu werden.

2013 erfolgte der Spatenstich zum Bau der neuen Brauerei in Burnaby mit eigener Abfüllanlage für Flaschen, Dosen und Fässer. Nun war Steamworks bereit für den Export in die USA und Europa, vornehmlich nach Deutschland, Österreich und die Schweiz. Inzwischen haben die Brauer bereits in einige neue Brautanks investiert und es ist noch Platz für den ein oder anderen Tank mehr.

Das Red Ale, das jetzt vor mir steht, ist wie alle Ales ein mit obergäriger Hefe gebrautes Bier. Wie der Name bereits aussagt, leuchtet es mir rot aus dem Glas entgegen. Da es nicht filtriert ist, enthält es auch eine gute Menge Hefe. Über dem Bier bildet sich unterdurchschnittlich viel feinporiger beiger Schaum, der aber lange erhalten bleibt. Die Optik ist jedenfalls sehr ansprechend.

Das trockene Aroma wird durch das Malz dominiert, zu dem Toffeeduft kommt eine leichte Fruchtigkeit mit Düften nach Zitrusfrüchten und unterstützt durch leichte Aromen von Holz und Vanille.

Der Antrunk ist leicht süß mit sehr feinperliger Kohlensäure. Dann wird das Bier recht schlank, bevor eine leichte Fruchtigkeit einsetzt. Ich schmecke Birne und Litschi. Der Abgang ist überraschend kräftig bitter mit sehr langem Nachklang.

Das Steamworks Heroica Red Ale ist überraschend und spannend.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Cara, Münchner Malz, Chocolate), Hopfen (Cascade, Citra, Simcoe, Amarillo), Hefe

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

STP GmbH & Co. KG
Moosweg 23
83416 Saaldorf – Surheim
www.steamworks.eu

Brown Ale

Jetzt steht das Brown Ale von Tilmans Biere aus München vor mir. Tilman Ludwig hat keine eigene Braustätte, sondern er braut seine Biere bei befreundeten Brauereien. Das Brown Ale wird bei der Brauerei Weissbräu Schwendl gebraut. Auch das künstlerisch gestaltete Etikett stammt nicht von ihm, sondern vom Münchner Künstler Mikael Ross. Darüber will ich mich aber nicht weiter auslassen. Wenn Sie mehr über den Künstler erfahren wollen, besuchen Sie seine Website www.mikaelross.com. Die Beschreibung des Bieres auf dem Etikett, die “Schmatzi Schmatzi Yamyamyam” lautet ist sicherlich Geschmackssache. Aber schließlich kaufen wir das Bier nicht in erster Linie wegen des Etiketts, sondern wegen des Inhalts. Ich hoffe dieser gefällt mir besser als die Beschriftung des Etiketts. Testen wir es.

Hefetrüb und Kastanienbraun strahlt mich das Bier aus dem Glas an. Darüber steht eine durchschnittlich voluminöse hellbraune Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch gibt es an diesem Bier schon mal nichts auszusetzen.

Überraschend ist auch das Aroma. Anfangs duftet das Bier ordentlich nach Zitrusfrüchten und Orangen. Dieser Duft lässt nach einiger Zeit nach und es kommen die Aromen des Malzes mit den diskreten Röstaromen durch. Nach einigen Minuten könnte ich annehmen, ein anderes Bier im Glas zu haben als am Beginn.

Der Antrunk ist trocken, spritzig und fruchtig. Die Fruchtaromen spiegeln sich auf der Zunge wieder. Schnell kommt ein kräftiges aber angenehmes Bitter dazu, so dass das Bier auch einen Hauch Grapefruit enthält. Der Abgang ist mild bitter und die Bitterstoffe klingen einige Zeit nach. Die Fruchtigkeit bleibt aber noch länger erhalten.

Das Brown Ale von Tilman überrascht mit seinem Wechselspiel der Aromen und Geschmäcker. Es lohnt sich auf jeden Fall, es zu probieren.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Citra, Centennial), Hefe

Alkoholgehalt:

5,8 % Vol.

Stammwürze:

13,2° Plato

Brauerei:

Weissbräu Schwendl GmbH und Co. KG
Schalchener Str. 115
83342 Tacherting
www.weissbraeu-schwendl.de

für

Tilmans Biere
St.-Martin-Str. 24
81541 München
www.tilmansbiere.de

Eulchen Bock

Das Bockbier gehört in Deutschland zu den beliebtesten Bierstilen und so ist es auch nicht verwunderlich, dass die kleine aufstrebende Brauerei Eulchen aus dem rheinland-pfälzischen Mainz auch einen Doppelbock im Angebot haben. Eine Flasche steht jetzt vor mir und möchte gerne verkostet werden. Mache ich sie also auf und schenke ein.

Sehr dunkel mahagonifarben zeigt sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge hellbrauner größtenteils feinporiger Schaum, der lange erhalten bleibt. An der Optik gibt es schon mal nichts auszusetzen.

Im Aroma mischen sich die Röststoffe des Malzes, die den Duft dunkler Schokolade beisteuern, mit vielen fruchtigen Noten des Hopfens, die Düfte nach Kirschen und roten Beeren beitragen. Der Duft zeigt bereits, dass das Bier recht viel Süße enthält.

Do ist es auch nicht verwunderlich, dass der Antrunk recht süß ist. Aus diesem Grund könnte die Kohlensäure auch etwas großzügiger dosiert erden. Aber das vollmundige Bier gefällt mir mit seinem vollmundigen Geschmack trotzdem von Beginn an. Sobald sich das Bier im Mund verteilt zeigt sich der Geschmack nach Marzipan, was zusammen mit dem sich auf der Zunge dezent widerspiegelnden Kirscharoma sehr apart ist. Im Abgang gesellt sich noch ein freundliches und sanftes Bitter mit durchschnittlichem Nachklang zur Fruchtigkeit.

Der Doppelbock von Eulchen ist ein wirklich angenehmes Bier, bei dem ich mich nur frage, weshalb es ausschließlich im Winter gebraut wird.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Saphir), Hefe

Alkoholgehalt:

7,6 % Vol.

Stammwürze:

19,3 %

Brauerei:

Eulchen GmbH
Hindenburgstr. 7
55118 Mainz
www.eulchen-bier.de

Waldhaus Ohne Filter

Das Waldhaus Ohne Filter ist ein hefetrübes Kellerbier aus dem südlichen Teil des Schwarzwalds, das mit ganzem Doldenhopfen gebraut wird.

Vermutlich nicht ohne Grund wurde dieses Bier vielfach ausgezeichnet. Beim World Beer Award wurde es 2012 als World Best Seasonal Lager geehrt, beim International Taste & Quality Award in Brüssel erhielt es fünfmal 2 Sterne und dreimal drei Sterne, ebenfalls in Brüssel bekam es von 2012 bis 2017 in jedem Jahr die Goldmedaille, beim European Beer Star in München bekam es zweimal Gold, beim Meiningers International Craft Beer Award Platin, bei 1001 Degustations in Frankreich wurde es 2016 mit Silber und 2017 mit Gold ausgezeichnet und von der DLG bekam es insgesamt 18 Medaillen, davon immerhin zwölfmal Gold. Ich habe es jetzt nicht nachgeprüft, aber ich glaube, noch kein Bier, das ich hier verkostet habe, wurde häufiger ausgezeichnet.

Strohgelb und hefetrüb mit einem leichten Stich ins Grüne steht das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine sehr schöne feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Das gefällt mir schon mal.

Das Bier duftet blumig und erdig und der Naturhopfen spendet auch einige grasige Noten. Dazu kommen noch Düfte nach Vanille und Biskuitteig, unterstützt durch Vanille und etwas Waldhonig. Ein derart komplexes Aroma kann nur ein gutes Bier begleiten.

Durch die sehr feinperlige Kohlensäure ist der Antrunk spritzig. Sofort zeigt sich auch, wie vollmundig das Bier ist. Dabei sorgt die Hefe für ein weiches und rundes Mundgefühl. Der Abgang ist wenig bitter mit einem ordentlichen Malzgeschmack. Trotzdem kommt auch hier der Hopfen mit seinen grasigen Noten zu seinem Recht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Spalt, Tettnang, Hallertau), Hefe

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Brauerei:

Privatbrauerei Waldhaus
Waldhaus 1
79809 Waldhaus
www.waldhaus-bier.com

Schoppe Flower Power

Der Name des Bieres, das jetzt vor mir steht, ist ziemlich retro, schließlich haben wir von Flower Power zuletzt in den 1960er Jahren gesprochen. Aber das war nicht die schlechteste Zeit. Auch die Gestaltung des Etiketts orientiert sich an dieser Zeit. Da bin ich ja mal auf das Bier gespannt.

Bernsteinfarben und hefetrüb ist die Flower Power. Über dem Bier bildet sich eine durchschnittliche feinporige Schaumkrone, die recht lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Hefe, dazu nach Mango und roten Johannisbeeren. Ich meine, auch leichte blumige Noten festzustellen. Im Vergleich zu den meisten IPAs, die ich bislang getrunken habe, fehlt die ausgeprägte Zitrusnote im Aroma. Aber das muss ja nicht zwangsweise ein Nachteil sein.

Der Antrunk ist leicht süß und ich stelle eine sehr feinperlige Kohlensäure fest. Leider ist die Kohlensäure sehr knapp dosiert, so dass der erste Eindruck doch recht schlank ist. Schnell kommt ein dominantes aber doch angenehmes Bitter dazu. Jetzt schmeckt auch die Hefe durch und im Hintergrund spiegeln sich die Aromen. Der Abgang ist überraschend mild, dafür eine mit einem sehr langen Nachklang.

Das Flower Power ist so ungewöhnlich wie sein Name, hat aber Charakter und wenn ich dieses Bier noch öfters trinken sollte, könnte ich mich erneut in die Hippiebewegung meiner Jugend verlieben.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Saphir, Cascade, Chinook), US Ale- Hefe

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Stammwürze:

11° Plato

Bittereinheiten:

45 IBU

Brauerei:

Schoppe Bräu GmbH
In den Schifferbergen 14
13505 Berlin
www.schoppebraeu.de

Braukraft Hell-Oohh

Die Beschreibung, die die Brauerei für dieses Bier liefert, ist euphorisch: “Unsere untergärige Spezialität, für die man auch keinen Anlass zum Genießen braucht… Von allen Stimmungen unbeeindruckt bringt Sie meist einem Lächeln mit. Spätestens wenn sie den Gästen das erste Getränk serviert herrscht auch bei diesen ein zufriedenes Aufatmen. Sollte es dann noch ein wirklich gutes Bier sein wird aus einem langweiligen “Hallo” ein fröhliches “Hell-Oohh”… wer kennt Sie nicht? Die Kellnerin des Vertrauens…. Prost.”

Eine solche Beschreibung kann einem gefallen oder auch nicht. Wichtiger ist aber das Bier, das ich jetzt öffne. Ups, bereits beim Öffnen schäumt das Bier aus der Flasche. Das gefällt mir schon mal nicht sonderlich. Hätte ich die Flasche vorher geschüttelt würde ich das ja verstehen. Aber ich hatte sie doch ganz normal aus der Küche geholt.

Im Glas präsentiert sich das Bier hell bernsteinfarben und hefetrüb. Obwohl das Bier bereits beim Öffnen übergeschäumt war bildet sich im Glas nicht übertrieben viel Schaum. Dafür ist er aber feinporig und bleibt lange erhalten.

Das Aroma ist malzbetont, ansonsten aber recht diskret. Leichter Toffeeduft steigt mir in die Nase, unterstützt durch Düfte nach Hefe und Orangen. Ich würde mir den Duft intensiver wünschen, aber das ist mein persönlicher Geschmack.

Der Antrunk ist leicht süß, überraschend spritzig und rund. Insgesamt ist das Bier süffig. Die Hefe macht zusammen mit der Süße des Malzzuckers und einem leichten Bitter den Geschmack rund. Auch der Abgang ist nur leicht bitter, er klingt aber lange nach.

Anfangs war ich fast etwas enttäuscht von diesem Bier, aber je mehr ich davon trinke, gefällt es mir immer besser. Kurz gesagt war es Liebe auf den zweiten Schluck.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Braukraft GmbH & Co. KG
Hirtackerweg 35
82205 Geisenbrunn
www.braukraft.de