Archiv der Kategorie: Craft Beer

Surfine

Die Brasserie Dubuisson braut das Surfine schon sehr lange. In den 1930er und 1940er Jahren war es das beliebteste Bier dieser Brauerei. Der Saison-Stil hat seinen Ursprung in den Bauernhöfen der belgischen Provinz Hennegau, wo die Bauern dieses Rezept im Sommer brauten, um die Aushilfskräfte abzukühlen, die während der heißen Monate zur Hilfe kamen. Ende 2014 beschloss die neue Generation der Familie Dubuisson, den Erfolg der Vergangenheit fortzusetzen und das Surfine erneut zu brauen und anzubieten. Die Idee dabei war, das Bier so original wie möglich wiederzubeleben, also nicht nur das Rezept, sondern auch das Logo und den Produktionsprozess. Surfine ist ein Klassiker des Saison in dreifacher Hinsicht: hergestellt mit 3 verschiedenen Malzsorten, 3 verschiedenen belgischen Hopfensorten und vergoren mit 3 Arten von Hefe. Und das scheint sich wirklich auszuzahlen, denn das Surfine wurde beim World Beer Awards als bestes europäisches Bier ausgezeichnet.

Bernsteinfarben und hefetrüb läuft das Bier ins Glas und bildet dabei sehr viel grobporigen Schaum, der erstaunlich lange erhalten bleibt.

Das Aroma überrascht mit seiner Komplexität. Im Vordergrund sind die Aromen nach Zitrusfrüchten, aber auch blumige Noten sowie die Dürfte nach Kräutern und Gewürzen steigen mir in die Nase. Zusammen mit der Hefe ist das Aroma überwältigend und macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist leicht süß und durch die reichlich vorhandene Kohlensäure ungeheuer spritzig. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider und werden durch ein gut abgestimmtes Bitter ergänzt. Im Abgang wird das Bier trockener, das freundliche leichte Bitter übernimmt das Kommando und klingt überraschend lange nach.

Das Surfine hat seine Auszeichnung beim WBA zu Recht erhalten. Es ist ein leichtes und erfrischendes Bier.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Zucker, Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Bittereinheiten:

32 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° Celsius

Brauerei:

Brasserie Dubuisson
Chaussée de Mons, 28
7904 Pipaix
Belgien
www.dubuisson.com

BroBier Helles Rauchbier

Aus der Leidenschaft zum Trinken guter Biere entstand diese ganz besondere kleine Brauerei. BroBier ist eine Gypsybrauerei. Wer gerne Bier trinkt, der sollte sich auch mit dem Brauen auskennen. So oder so ähnlich lautete der Grundgedanke der Brauer und Gründer von BroBier. Mittels zahlloser Bücher arbeiteten sich Andreas und Johannes so lange in die Thematik ein, bis sie soweit waren ihren allerersten Brauversuch zu starten. In einem Glühweinkocher setzten sie ihren ersten Sud an und wurden mit einem soliden Amber belohnt. Auf Basis dieser guten Erfahrung wurde von nun an experimentiert, probiert und verbessert. Sie wollten von Anfang an ihr eigenes Ding machen und ihr Bier nach neuen Rezepten brauen. Aus diesem Ehrgeiz erwuchs ein dicker Ordner mit eigenen Rezepturen und die Nachfrage im Freundes- und Bekanntenkreis, der sie schon bald nicht mehr gerecht wurden. Doch selbst das Aufstocken ihres Equipments reichte nicht. 2017 wichen die Brauer von BroBier deshalb erstmals auf eine professionelle Brauerei aus und brauten fortan dort ihr zunehmend beliebter werdendes Bier.

Die Jungs legen großen Wert auf Regionalität und wählen, wenn möglich, Zutaten aus, die aus dem fränkischen Raum kommen. Um nicht päpstlicher als der Papst zu sein, beschränken sie sich jedoch nicht ausschließlich auf regionale Produkte: Wenn ein amerikanischer Hopfen den aus dem Altmühltal geschmacklich übertrifft, dann wandert der Ami in den Kessel, ob nun fränkisch oder nicht. In individuellen Interpretationen klassischer Braustile entstehen BroBiers allseits beliebte Biere wie das Freiraum Ale, eine Komposition aus fünf verschiedenen Hopfensorten, oder der Helle Rauschbock, ein bernsteinfarbener Bock der hält, was er verspricht. Jetzt steht aber das helle Rauchbier vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Golden mit leichter Hefetrübung fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine recht kleine feinporige Schaumkrone, die aber lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal eine gute Figur.

Das Aroma wird wie von mir erwartet durch den Duft des Rauchmalzes dominiert. Deutliche Schinkennoten steigen mir in die Nase, aber auch einige Karamelldüfte des Malzkörpers kommen noch durch.

Der Antrunk ist spritzig und für ein Rauchbier überraschend frisch. Auf der Zunge ist der Rauchgeschmack eindeutig im Vordergrund, aber er hält sich etwas zurück, so dass er nicht aufdringlich wird. Abgesehen vom Rauch habe ich hier ein normales Helles mit leichter Süße und einem Hauch fruchtiger Säure vor mir. Im Abgang wird das Bier trockener und der Rauchgeschmack klingt noch einige Zeit nach.

Für mich persönlich könnte der Rauch noch etwas kräftiger durchschmecken. Das helle Rauchbier von BroBier ist wohl eher ein Bier für Menschen, die in die Welt der Rauchbiere einsteigen möchten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Brauerei:

BroBier UG (haftungsbeschränkt)
Im Grund 7
96182 Reckendorf

Piraat Red

Das Piraat Red wurde im Jahr 1982 auf Anfrage eines italienischen Importeurs entwickelt und gehört heute zu den weltweiten Erfolgen der ostflämischen Brouwerij Van Steenberge, die es inzwischen zusammen mit ihrem Flaggenschiff Gulden Draak in mehr als 50 Länder exportiert. So hat das Bier auch seinen Weg zu mir gefunden und wartet jetzt auf seine Verkostung.

Rubinrot mit einer voluminösen festen rosa Schaumkrone, die lange erhalten bleibt, strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Selten sieht ein Fruchtbier so einladend aus.

Das Aroma ist fruchtig süß. Der Duft von Kirschen und Marzipan steigt mir in die Nase und ich meine. Aus dem Hintergrund einen Hauch nach Johannisbeeren wahrzunehmen.

Der Antrunk ist wie erwartet recht süß, dabei aber spritzig. Auch als sich auf der Zunge der Geschmack der Sauerkirschen ausbreitet bleibt die Süße vorhanden. Während bei anderen Bieren der Fruchtgeschmack manchmal künstlich erscheint ist er hier wirklich natürlich. Dabei ist der Alkohol gut in den Geschmack eingearbeitet, so dass er zwar wärmt, aber nicht hervorsticht. Das Mundgefühl ist weich und schwer. Der Abgang ist mild und er bringt den Geschmack des Marzipans in den Vordergrund, der aber nur kurz nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale Ale, Pilsner, Münchner Malz, Spezialmalze), Hopfen (Saazer, Hallertauer, Aurora, Petra), Hefe

Alkoholgehalt:

10,5 % Vol.

Stammwürze:

23° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 11° Celsius

Bittereinheiten:

30 IBU

Auszeichnungen:

2015 Gold World Beer Cup, 2015 Silber European Beer Star (Belgian-Style Tripel), 2017 Gold New York International Beer Competition

Brauerei:

Brouwerij Van Steenberge
Lindenlaan 25
9940 Ertvelde
Belgien
www.vansteenberge.com

Bock auf Bock

Für einen Collaboration Brew tun sich in der Regel zwei Brauereien zusammen, um gemeinsam ein besonderes Bier zu kreieren. Bei dem Bockbier, das jetzt vor mir steht, haben gleich drei Brauer ihre Kenntnisse eingebracht, nämlich Hausfreund aus Ottobrunn, Yankee & Kraut aus Ingolstadt und Hensen aus Mönchengladbach. Jetzt will ich doch mal sehen, was dabei herausgekommen ist.

Das Bier ist wunderbar kräftig goldfarben mit einer durchschnittlich großen sahnigen Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist malzbetont nach Karamell, aber auch würzige Noten nach weißem Pfeffer steigen mir in die Nase.

Der Antrunk ist frisch und mich verwundert die für ein Bockbier geringe Süße. Die Kohlensäure ist sehr feinperlig. Auf der Zunge bleibt der malzbetonte Eindruck bestehen, den ich bereits in der Nase verspürt hatte und der auch hier vom Hopfen gewürzt wird. Das Mundgefühl ist voll und rund. Insgesamt ein ungeheuer süffiges Bier. Der Abgang ist mild-malzig, aber auch hier bleiben die würzigen Noten erhalten. Bitterstoffe sind nur wenig vorhanden. Trotzdem klingen sie lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (helles), Hopfen (Chinook), Hefe

Alkoholgehalt:

7,25 % Vol.

Stammwürze:

16,8° Plato

Brauerei:

Yankee&Kraut GbR
Donaustraße 3
85049 Ingolstadt
https://yankeeundkraut.de/

Barbe Noire

Das Barbe Noire, das jetzt vor mir steht, stammt aus der Brouwerih Verhaeghe im flämischen Vichte. Der Name des Bieres geht aber auf die alte Brauerei “Barbe d’Or in Lüttich zurück, die im Zentrum vom Lüttich beheimatet war und der Familie de Romsée gehörte. Deren Wappen ist heute Teil des Logos der Barbe-Biere.

Blickdicht schwarz steht das Bier im Glas. Die überdurchschnittlich große feste Schaumkrone ist mittelbraun und bleibt sehr lange erhalten. So soll ein Stout aussehen.

Düfte nach dunkler Schokolade und Mokka steigen mir in die Nase, abgerundet mit Aromen nach Vanille und Pumpernickel.

Der Antrunk ist weniger süß als ich es erwartet habe und das Bier macht einen überraschend leichten Eindruck. Auf der Zunge kommt zur Süße noch ein passendes Bitter, begleitet durch den Geschmack der Röststoffe. Das Bier ist vollmundig und der Alkohol ist sehr gut eingearbeitet. Im Abgang wird das Bier trockener, der Geschmack nach Espresso kommt in den Vordergrund und er klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Stammwürze:

20° Plato

Brauerei:

Brouwerij Verhaeghe Vichte
Sint-Dierikserf 1
8570 Vichte
Belgien
www.brouwerijverhaeghe.be

Wilderen Cuvée Clarisse

Die im Jahr 1743 gegründete Brouwerij Wilderen ist in Flandern beheimatet. Mit Ausnahme der Information, dass es dort einen großen Biergarten gibt, konnte ich keine Informationen über diese Brauerei finden. Aber von dort kommt das Wilderen Cuvée Clarisse, das jetzt vor mir steht und das bei den World Beer Awards 2019 als weltbestes seines Stils ausgezeichnet wurde.

In einem schönen tiefen Rubinrot fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine durchschnittliche feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Ein Bier wie gemalt.

Das Aroma ist malzbetont, süß und sirupartig. Düfte nach dunkler Schokolade und Karamell steigen mir in die Nase, unterstützt durch einen Hauch Lakritz sowie einige florale Noten.

Überraschend ist der erste Kontakt des Bieres mit der Zunge, denn es ist nicht so süß wie ich es aufgrund des Aromas erwartet hätte. Dazu kommt eine sehr feinperlige Kohlensäure, die das Bild zu einem sehr eleganten Bier abrundet. Auf der Zunge stelle ich eine leichte Säure fest und ich schmecke Trockenfrüchte, die durch den Hopfen mit einer leichten Schärfe gut abgerundet werden. Die 9,2 Volumenprozent Alkohol sind sehr gut eingearbeitet, so dass der Alkohol nicht in den Vordergrund trifft und nur wärmend wirkt. Der Abgang ist mild und der Geschmack nach Trockenfrüchten klingt kurz nach.

Auch wenn das Wilderen Cuvée Clarisse nicht als Weihnachts- oder Winterbier ausgewiesen ist, passt es doch perfekt in diese Jahreszeit.

Zutaten:

Wasser, Gerste, Hopfen, Hefe, Kräuter

Alkoholgehalt:

9,2 % Vol.

Bittereinheiten:

28 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

10° Celsius

Brauerei:

Brouwerij Wilderen
Wilderenlaan 8
3803 Sint-Truiden (Wilderen)
www.brouwerijwilderen.be

Coopers Best Extra Stout

Coopers ist Australiens älteste Brauerei in Familienbesitz und befindet sich in Südaustralien. Seit sechs Generationen ist die Familie Hüter eines stolzen Vermächtnisses, das 1862 begann, als Thomas Cooper seine erste Charge Bier braute. Die Leidenschaft für das Brauen hat die Familie zusammengehalten und sie durch Wirtschaftsrezessionen, Kriege, staatliche Auflagen, wechselnde Geschmacksrichtungen und das gelegentliche feindliche Übernahmeangebot hindurch unterstützt.

Inzwischen werden Coopers’ Biere und Stouts auf der ganzen Welt genossen, und diese Biere werden immer noch nach denselben traditionellen Brauweisen wie durch Thomas Coopers hergestellt. Wenn die Brauerei also sagt, handgemacht von der Familie Cooper, dann meint sie das auch so.

Blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas. Die gemischtporige mittelbraune Schaumkrone ist nur klein und sie fällt auch schnell in sich zusammen. An der Optik könnten die Australier durchaus noch etwas optimieren.

Aber das Aroma gefällt mir schon besser. Düfte nach Espresso und dunkler Schokolade, nach Pumpernickel, Lakritz und gerösteten Haselnüssen steigen mir in die Nase.

Der Antrunk ist süß und aufgrund der gut dosierten und sehr feinperligen Kohlensäure angenehm frisch. Auf der Zunge mischen sich die süßen und bitteren Eindrücke und der Geschmack nach Pumpernickel kommt in den Vordergrund. Das Mundgefühl ist voll und rund. Fast macht das Bier im Mund einen dickflüssigen Eindruck. Auch der Abgang ist leicht bitter, die Süße bleibt und die Geschmackseindrücke klingen lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerste, Hopfen (Pride of Ringwood), Hefe

Alkoholgehalt:

6,3 % Vol.

Bittereinheiten:

40 IBU

Farbe:

180 EBC

Brauerei:

Coopers Brewery Ltd.
461 South Road
Regency Park, S.A.
Australien
https://coopers.com.au/

Hausbrauerei zur Sonne – Zunfttrunk

Das Bier, das jetzt vor mir steht, stammt aus der Hausbrauerei zur Sonne im oberfränkischen Bischberg, Landkreis Bamberg.

Rotbraun mit wenig Hefe strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen, darüber eine elfenbeinfarbene feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Schon optisch handelt es sich um ein typisches fränkisches Bier.

Das Aroma wird durch die Röststoffe des Malzes dominiert, aber auch ordentliche süße Düfte nach Karamell steigen mir in die Nase. Zusammen mit dem Duft nach dunkler Schokolade bekomme ich richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht süß. Das hatte ich bei dem Aroma auch erwartet, aber leider ist die sehr feinperlige Kohlensäure eher knapp dosiert. Da hätte ich mir wirklich mehr gewünscht. Auf der Zunge treten die Röststoffe etwas in den Hintergrund und machen einem leichten Bitter Platz. Das Mundgefühl ist weich und rund. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger, untermalt durch die Röststoffe. Der Geschmack klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Brauerei:

Brauerei zur Sonne Bischberg
Regnitzstr.2
96120 Bischberg
https://www.sonnenbier.de/

De Ranke – Père Noël

Nun steht Père Noël vor mir, also der Weihnachtsmann, und wartet auf seine Verkostung. Ganz nebenbei bemerkt wundert es mich doch, dass das kleine Belgien so viel mehr Weihnachtsbiere zu bieten hat als das deutlich größere Deutschland. Ich meine, da könnten die deutschen Brauer und Bierkonsumenten von unseren Nachbarn noch eine Menge lernen.

Dunkel bernsteinfarben und kräftig hefetrüb steht das Bier vor mir. Die durchschnittlich große Schaumkrone ist feinporig und sie bleibt lange erhalten.

Düfte nach Karamell sowie das typische Aroma belgischer Hefe steigen mir in die Nase, unterlegt durch die Düfte nach Zitrusfrüchten und Brotrinde. Das gefällt mir und ich bekomme richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk überrascht mich mit einer für ein Weihnachtsbier geringen Süße, die aber mit einer reichlichen Dosis feinperliger Kohlensäure unterlegt ist. Auf der Zunge wirkt das Bier voll und schwer, der Malzkörper und die Hefe führen eindeutig das Kommando. Dazu kommen leichte bittere Noten sowie eine geringe Fruchtigkeit. Im Abgang wird das Bitter überraschend kräftig und das Bier wird recht trocken. Der Geschmack klingt ewig lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Zucker, Hefe, Lakritze

Alkoholgehalt:

7 % Vol.

Bittereinheiten:

50 IBU

Brauerei:

Brouwerig de Ranke
Rue du Petit Tourcoing 1A
7711 Dottignies
Belgien
http://www.deranke.be/

Broeder Jacob – Double Espresso

Jeder kennt das Volkslied über den Mönch, der zu lange schlief. Bruder Jacob (Frere Jacques wie in England bekannt). Aber warum ist dieser arme Mönch nicht rechtzeitig zur Frühmesse gekommen? Die Legende lautet wie folgt:

Wir befinden uns im Jahre 1385. Jacobus Klaaszn ist ein sechzehnjähriger Novize, und sein Abt gibt ihm den Auftrag, ein Lehrling von Bruder Isidoor zu werden. Bruder Isidoor ist der Braumeister des Klosters. Aber dieser gute Mann nähert sich dem reifen Alter von achtzig Jahren. Und der Abt will vermeiden, dass Isidoor seine Brauereigeheimnisse mit ins Grab nimmt. Das Bier von Isidoor ist ein angenehmes, leicht alkoholisches Bier. Die Mönche trinken es zu ihrem Mittagessen. Bruder Jakob – wie der Junge jetzt genannt wird – ist ein eifriger Student. Eines Tages schickt Bruder Isidoor ihn ins Kloster von Rochefort. Dort wird ihm ein Bier serviert, dessen Geschmack er sehr mag. Er beginnt ein Gespräch mit dem Mönch/Brauermeister und lernt ein paar Dinge. Zurück zu Hause berichtet er dem Abt, was er in Rochefort gelernt hat. Er bittet um die Erlaubnis, ein solches Bier selbst brauen zu dürfen. Der Abt erteilt seinen Segen, aber nur unter der Bedingung, dass Bruder Jakob in seiner Freizeit experimentiert. Deshalb ist Bruder Jakob mitten in der Nacht mit Pfannen, Kesseln und Fässern beschäftigt. Er ist so in seine Arbeit vertieft, dass er viel zu spät in seine Zelle zurückkehrt. Mit dem bekannten Ergebnis. “Bruder Jakob, schläfst du noch?” (Frère Jacques, dormez-vous?)

Aber die Arbeit von Bruder Jakob hat großartige Ergebnisse gebracht. Eines Tages ist sein Bier fertig. Er präsentiert Vater Abt sein erstes Fass. Der ist erfreut, aber auch besorgt. Das Bier schmeckt köstlich und ist reichhaltig, enthält aber mehr Alkohol als die Mönche und Brüder gewohnt sind. Deshalb weist er an, dass das Bier von Brüder Jakob nur im Geheimen gebraut werden darf. Und das nur für ihn. Und so wurde geschah es dann … bis Johan Claes im einundzwanzigsten Jahrhundert wieder auf den Geschmack kam. Er machte sich an die Arbeit und braute mit dem zustimmenden Segen von Bruder Jakob ein neues Bier, das jetzt auch seinen Weg zu mir gefunden hat.

Blickdicht schwarz mit einer durchschnittlich voluminösen hellbraunen und sahnigen Schaumkrone, die lange erhalten bleibt, präsentiert sich das Bier im Glas. So gefällt mir das.

Wie erwartet duftet das Bier nach Kaffee, dunkler Schokolade und Vanille. Der intensive Kaffeeduft ist kein Zufall, denn während des Brauvorgangs wird der Würze der nach türkischem Rezept für Mokka aufgegossene Kaffee aus Guatemala zugegeben.

Der Antrunk ist leicht süß und die Kohlensäure ist wirklich reichlich dosiert. Auf der Zunge wird die Süße noch kräftiger, dazu kommen eine leichte Säure und ein geringes Bitter, so dass die Aromen sich auf der Zunge widerspiegeln. Das Mundgefühl ist voll und rund. Der Abgang wird durch ein mildes Bitter geprägt, das trotzdem sehr lange anhält.

Alkoholgehalt:

7,7 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Broeder Jacob

Beninksstraat 28
3111 Wezemaal
Belgien
http://broederjacob.be/