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Taliman Sluga – Das österreichische Bier-Kochbuch

Ich muss ja zugeben, dass ich von Taliman Sluga noch nie etwas gehört hatte, bis ich sein neues Buch in den Händen hielt. Das liegt vermutlich daran, dass er eher aus der Ecke der Köche stammt, denn bereits seit fünfzehn Jahren schreibt er (unter anderem) Kochbücher. Sein aktuelles Buch fällt schon mal durch sein Format auf, das so gewählt wurde, dass es in so manche Jackentasche passt, zumindest aber in die Handtasche der Frau.

Solange ich nur das Inhaltverzeichnis ansehe, enthalten die ersten 90 Seiten das, was jedes Kochbuch enthält: Texte, die die Themen des jeweiligen Buchs behandeln. Erst als ich die Texte lese bemerke ich den Unterschied: Taliman Sluga hat seine Texte so gestaltet, dass jeder, der sich erstmals mit dem Thema Bier näher beschäftigen will, die Texte versteht und er in der Lage ist, selbstständig im Internet die Themen weiter zu recherchieren. Er erklärt die Geschichte des Bieres, in groben Zügen den Unterschied zwischen der österreichischen Gesetzgebung und dem deutschen Reinheitsgebot und viele andere Themen rund um das Bier. Hervorheben möchte ich dabei zwei Themenbereiche, die ansonsten von den Autoren vernachlässigt werden: die Form der Gläser, die zum jeweiligen Bierstil passen soll (ich kann aus eigener Erfahrung berichten, dass das Glas einen großen Unterschied macht) und die Trinktemperatur.

Aber kommen wir nun zum Hauptteil des Buches, zu den Rezepten. In fast allen Fällen ist die Bierküche extrem fleischbetont. Zu einem Braten wird eine Biersoße gereicht und gut ist. In älteren Kochbüchern finden wir ab und an auch eine Biersuppe, die aber meist recht einfallslos und langweilig erscheint. Bei Faliman Sluga ist das anders. Er nutzt in seinem Buch das Bier vom Salat bis zum Dessert. Bei den Hauptspeisen beschränkt er sich auch nicht nur auf Fleischgerichte, sondern er nutzt das Bier auch für die Zubereitung von Fisch und Gemüse. Auch an die Vegetarier hat er gedacht. Die größte Begeisterung haben bei mir aber die Desserts ausgelöst. Hier reicht die Spannweite von geeister Biercreme über eine Bier-Karamellsause bis zur Porter-Sabayon.

Und haben Sie keine Angst vor den österreichischen Namen der Lebensmittel, die uns in Deutschland häufig doch recht fremdartig vorkommen. Im Anschluss an den Rezeptteil hat Taliman Sluga ein Glossar geschrieben, so dass die Rezepte auch in Deutschland verständlich sind.

Die Texte sind unterhaltsam geschrieben und die Rezepte sind originell. Daher sind die € 19,95 für jeden Bierliebhaber gut angelegt.

Conrad Seidls „Bier Guide 2020“ macht Lust auf Biergenuss & Bierkultur

Nicht nur die deutschen Konsumenten haben in den letzten zwei Monaten sehnsüchtig darauf gewartet, dass die Gastronomie wieder öffnet. Auch die österreichischen Bierfreunde warten seit 70 Tagen auf das Aufsperren der Lokale, in denen sie ein gepflegtes Bier genießen können. Jetzt geht es für viele Gäste darum, den versäumten Genuss nachzuholen – und der Bier Guide 2020 versucht, wie schon in den vergangenen 20 Jahren den Gästen den Weg zu jenen Gastronomiebetrieben zu weisen, wo sie verlässlich Biergenuss finden können.

Bierpapst Conrad Seidl: “Das Angebot ist nach dem Neustart der Gastronomie im Frühjahr 2020 besser als je zuvor: Überall hat die Brauwirtschaft frische Fässer an frisch gereinigte Bierleitungen geliefert – und überall gibt es motivierte Gastronomen, die die Bierfreunde willkommen heißen und ihnen Bier in der ersehnten Qualität anbieten.”

Der Bierpapst rät, es sich nicht verdrießen zu lassen: Es mag ja ungewohnt sein, dass man in den nächsten Wochen eine Maske aufsetzen muss, wenn man auf ein Bier geht, es mag ungewohnt sein, dass man das freundliche Lächeln der Kellnerinnen und Kellner hinter deren Maske nur erahnen kann und erst recht ungewohnt ist es, dass man sein Bier am Tisch trinken muss und nicht an der Bar stehen darf. Seidl: “Das alles mindert nicht um den Genuss – den Biergenuss, wie wir ihn in den vergangenen zwei Monaten so schmerzlich vermissen mussten. Der Bier Guide 2020 widmet sich genau diesem Thema: Dem Genuss von Bier in der österreichischen Gastronomie.”

In seiner 21. Ausgabe stellt der Bier Guide auf 434 Seiten die wichtigsten Bierinnovationen vor, zudem die Besichtigungs- und Ab-Hof-Verkaufsangebote der Brauereiszene und natürlich wieder rund 1100 Bierlokale.

Wie immer gibt es einen einleitenden Essay, in dem sich Conrad Seidl heuer dem Hopfenanbau und der Hopfenzüchtung widmet. Dabei hat er einen in Österreich wenig beachteten Aspekt der neuen Craftbier-Kultur herausgefunden: Ohne die Forschungen und Züchtungsversuche des Niederösterreichers Alfred Haunold gäbe es die Hopfensorte Cascade nicht. Der Cascade und seine Verwandten haben es den Brauern erst ermöglicht, die Biervielfalt der letzten Jahre zu entwickeln.

Diese Vielfalt wird auch von den mehr als zwei Dutzend Bierinnovationen repräsentiert, die im Bier Guide ausgezeichnet wurden. Ausgezeichnet wurden unter anderem:

  • Das Bourbon Berliner – ein in Eichenfässern gereiftes Sauerbier nach Berliner Art von der Brauerei Bierol in Schwoich bei Kufstein
  • Das Don Marillo – ein holzfassgereiftes Fruchtbier, das die Craftbierbrauer von Brew Age in Wien mit Kveik-Hefe vergoren haben.
  • Das Gesellenstück – ein Altbier, mit dem Christian Harringer in der Bierschmiede am Attersee seine Lehre als Bierbrauer abgeschlossen hat.
  • Das Hell Berry – ein Red India Ale, das im Ottakringer Brauwerk Wien entstanden ist.
  • Das Honey Bane – ein Gewürzbier mit Honig und Zirbe von den Drei Prinzen in Bad Ischl
  • Das Melon Blanc – ein Brut IPA aus der ganz neuen Noom-Brauerei in Riegersburg
  • Die Schwarze Tinte – ein in mehreren Versionen erhältliches Stout aus der Dietrachtinger Brauerei im Innviertel
  • Das Omes Pale Ale – ein in Lech am Arlberg gebrautes Ale direkt aus dem Vorarlberger Bierlokal des Jahres.
  • Das Kimchi-Porter – das wahrscheinlich ungewöhnlichste Bier des Jahres aus der 1516 Brewing Company, die tatsächlich Kimchi verbraut.

Bier Guide 2020: Der Reiseführer zur Bierkultur

Wie jedes Jahr mit Spannung erwartet wird die Bewertung der Lokale – Conrad Seidl erläutert sie im aktuellen Bier Guide sogar mehrsprachig: “Bierlokale mit fünf Krügeln stellen Weltklasse dar – und es gibt beachtlich viele Betriebe in Österreich, die diese Auszeichnung verdienen. Sie sind aber international orientiert: Wer sich dort etwas typisch Österreichisches erwartet, wird möglicherweise enttäuscht sein, weil die Bierauswahl sich eben an internationalen Bieren orientiert. Ein Lokal mit vier Krügeln ist dagegen das, was man ‚iconic example of Austria’s beer culture’ bezeichnen würde. Ein Lokal mit drei Krügeln entspricht dem, was etwa das Hofbräuhaus in München oder Mc Sorley’s Old Ale House in New York darstellt – wenn man als Biertrinker niemals dort war, dann war man nicht in der jeweiligen Stadt.”

Der Bier Guide legt also als Maßstab internationale Referenzbetriebe an: Bietet ein österreichisches Lokal ein Maß an internationaler Bierkultur, wie man es etwa im Brüsseler Delirium Cafe findet? Oder ist es so bedeutend für die Identität der Stadt wie U Zlateho Tygra in Prag? Ist es von nationaler Bedeutung wie die Brasserie Federal in Zürich? Daran bemisst sich die Zahl der Krügel, die von Conrad Seidls Bier Guide-Team vergeben werden.

Der Bierpapst listet in seinem neuen Bier Guide 2020 auf 434 Seiten:

  • Mehr als 1.100 Adressen von Bierlokalen,
  • in denen man unter insgesamt rund 5.300 Bierangeboten wählen kann auf.
  • Dazu gibt er einen Überblick über alle Besichtigungsprogramme der österreichischen Bierszene.

Neu ist, dass es zum Bier Guide einen Newsletter gibt, mit dem Conrad Seidl und sein Team auch Zwischendurch über Neuerungen in der Bierszene berichten. Bestellen können Sie diesen Newsletter unter: https://medianet.at/news/newsletter/

Die Top-Bierlokale

Der “Bier Guide 2020 will Biertrinkern dazu verhelfen, Biergenießer zu werden – mit besten Empfehlungen aus allen Bundesländern.

Und das sind die Top-Empfehlungen 2020:

  • Burgenland    Chilli Lounge, Oberwart
  • Kärnten    Mc Mullen’s, Villach
  • NÖ    Mahlzig, Herzogenburg
  • OÖ    Bierhotel Ranklleiten, Pettenbach
  • Salzburg    Stofflerwirt, St.Michael im Lungau
  • Steiermark    The Thirsty Heart, Graz
  • Tirol    Penzinghof, Oberndorf
  • Vorarlberg    Hotel Gotthard/Omesbräu, Lech
  • Wien    Hefenbrüder, Wien VI

Bierinitiative des Jahres    

GeBiergsweg Gaming

Mikrobrauerei des Jahres    

Kaltenhauser Botschaft, Wien XV

Biergeschäft des Jahres    

Stiegl Getränkeshop, Salzburg

Biergarten des Jahres    

Stöckl im Park, Wien III

Lokalbewertungen auch online

Alle Lokaltipps des Bier Guide sind abrufbar: Die Webpräsenz www.bier-guide.net ermöglicht sogar eine Suche, wo man in der Nähe ein bestimmtes Bier gut gezapft finden kann. Sie gibt Bierfreunden auch die Gelegenheit, unmittelbares Feedback zu den Bierlokalen zu geben, in denen sie gerade waren – viele derartige Bewertungen wurden von der Redaktion berücksichtigt und haben auch im laufenden Jahr immer wieder zu Korrekturen geführt. Denn die Bierszene ist in ständiger Bewegung und ohne das Feedback der Bierfans wäre ein Guide in diesem Umfang nicht auf letztem Stand zu halten.

Und: Wer mit dem Smartphone unterwegs ist, findet sein Lieblingsbier und seine Lieblingsbrauerei unkompliziert mit einer eigenen App (erhältlich für iOS und Android).

Technische Details zum Buch

Conrad Seidls Bier Guide 2020

Umfang:         434 Seiten

Auflage:         25.000 Stück

ISBN:              978-3-903254-27-5

Preis:         14,90 Euro

Verlag:         medianet Verlag GmbH

        Brehmstr. 10/ 4, 1110 Wien

            T: +43 1 919 20 – 0

            F: +43 1 298 20 – 2231

             www.medianet.at

Bier-Erlebnis mit dem Wohnmobil

Lust auf eine Einkehr in einer Brauereigaststätte oder im Biergarten? Und dabei gleich noch die Brauerei besichtigen? Dann ist der “Stellplatzführer urige Brauereien” für Sie genau das Richtige: Das Nachschlagewerk, herausgegeben von dem Fachmagazin Reisemobil International, leitet hin zu Brauereien, die einen eigenen Stellplatz betreiben oder einen Übernachtungsplatz für Reisemobile nicht weiter als anderthalb Kilometer entfernt haben. Ideal also, um nach der Ankunft noch ein Bier zu trinken – und anschließend im eigenen rollenden Zuhause zu übernachten.

Und das enthält das Nachschlagewerk:

  • 170 Stellplätze mit Zisch
  • Anschrift, Kontaktdaten, vor allem aber das Angebot der Brauereien rund ums Bier: Führungen, Seminare, Verkostungen, dazu tolle Fotos
  • Entfernungsangabe zum nächsten Wohnmobilstellplatz, Brauereien mit eigenem Stellplatz sind gekennzeichnet
  • Informationen zu den nächstgelegenen Stellplätzen: Adresse, GPS-Daten, Kontakt, Service- und Freizeitangebot, Übernachtungspreis, aussagefähige Fotos
  • Tipp: Das ist das Deutsche Reinheitsgebot
  • Reportage: Besuch im Schussenrieder Bierkrugmuseum
  • Reportage: Radeln rund um Kloster Andechs

Chefredakteur Claus-Georg Petri empfiehlt: “Der “Stellplatzführer urige Brauereien” gehört in jedes Reisemobil. Das Buch ermöglicht aktiven Wohnmobil-Fahrern, in ganz Deutschland Brauereien samt deren vielfältiges Angebot zu entdecken und guten Gewissens die unterschiedlichen Biere zu trinken. Das eigene Reisemobil gleich nebenan garantiert eine angenehme Nacht.”

Zum Buch: Stellplatzführer urige Brauereien: Bier-Erlebnis mit dem Wohnmobil, DoldeMedien Verlag, Stuttgart, Veröffentlichungstermin 16. April 2020, 192 Seiten, Format: 23,5/16,5 cm, ISBN: 978-3-928803-92-2, 19,90 Euro

Where to Drink Beer

Das Problem kennen wir wohl alle: Wir fahren in eine Stadt, die wir nicht kennen und wissen nicht, wohin wir am Abend gehen sollen. Dieses Buch ist der ultimative globale Leitfaden von echten Experten – 500 der angesehensten Brauer und Barkeeper enthüllen ihre Lieblingsorte, wenig bekannt, vielseitig und überraschend, um Bier in mehr als 70 Ländern zu trinken.

Herausgekommen ist dieses Buch mit 480 Seiten. Die Brauer und Barkeeper, die ihre Lieblingsorte werden genauso kurz wie die Locations vorgestellt. Damit haben wir schon mal eine gute Orientierung bei unseren Reisen.

Allerdings frage ich mich, ob ein gedrucktes Buch für eine solche Datensammlung das richtige Medium ist. Zum Einen ist die Liste selbstverständlich unvollständig und in der Auswahl etwas beliebig. Das liegt in der Natur der Sache. Wichtiger ist mir aber, dass Bars geöffnet werden, die Konzepte werden irgendwann geändert und irgendwann wird die Lokalität auch wieder geschlossen. Das Buch veraltet mehr und mehr.

Sinnvoller wäre eine Website mit den Informationen. Diese Website hätte diverse Vorteile. Sie kann durch neue Bars ergänzt werden und geschlossene Lokale könnten gelöscht werden. Der größte Nachteil eines gedruckten Buches ist aber der beschränkte Platz. Die Beschreibungen der Locations müssen sehr kurz sein, denn wer will schon ein mehrbändiges Werk mit auf die Reise nehmen? Ich meine, der Verlag sollte sich einmal Gedanken machen, ob eine digitale Version dieses Buches nicht sinnvoller wäre und ob sich nicht auch eine digitale Veröffentlichung refinanzierbar wäre. Bis dahin ist aber auch das gedruckte Buch sicher ein wertvoller Begleiter auf den Reisen.

Verlag:

Phaidon

ISBN:

9780714876016

Preis:

€ 24,95

Der ultimative Bier Guide

Als mir der Heyne-Verlag dieses Buch zuschickte, muss ich zugeben, dass ich mit falschen Erwartungen an dieses Buch gegangen bin. 222 Grafiken klang für mich nach vielen Statistiken mit interessanten und weniger interessanten Informationen. Aber bereits beim ersten Durchblättern dieses Buches wurde ich angenehm überrascht. Aber der Reihe nach.

Wie üblich beginnt das Buch mit einem Vorwort, in dem Sünye Nicolaysen erklärt, weshalb und für wen sie dieses Buch geschrieben hat. Auf den Seiten 10 und 11 folgen einige Fakten in Zahlenform. Auf diesen Seiten greift die Autorin teilweise zu kurz. So kann ich den Grafiken entnehmen, dass im Jahr 2016 jeder Deutsche im Durchschnitt 104 Liter Bier getrunken hat, dass aber jeder Deutsche im gleichen Jahr nur 37,3 Liter Bier und Biermix-Getränke gekauft hat. Da fragt sich der geneigte Leser doch glatt, woher die 66,7 Liter stammen, die getrunken aber nicht gekauft wurden. Ich will die Zahlen nicht anzweifeln, aber spätestens beim Lektorat hätte auffallen können, dass hier der eine oder andere erklärende Satz fehlt. Das ist halt die Crux mit den Statistiken. Wenn die Grundlagen der Ermittlung der Zahlen nicht erläutert werden, können die Statistiken ihre Bedeutung verlieren oder im schlimmsten Fall in die Irre führen. Aber wir wollen nicht päpstlicher werden als der Papst. Sehen wir uns den Rest des Buches an.

Einfach und allgemeinverständlich beschreibt Sünye die entscheidenden Themen rund ums Bier. Sie beginnt mit der Geschichte des Bieres im alten Ägypten, setzt sich kurz mit der Industrialisierung und dem Reinheitsgebot auseinander und beschreibt das Aufkommen des Craft Beers. Auch dass es außerhalb von Deutschland eine Bierkultur gibt und dass diese Bierkulturen sich unterscheiden wird nicht verschwiegen.

Aber wichtiger sind doch die Inhaltsstoffe des Bieres. Etwas intensiver befasst Sünje sich mit dem Hopfen und beschreibt ihn vom Anbau über die Ernte bis zu den Inhaltsstoffen. Ähnlich umfangreich fällt auch die Beschreibung des Malzes aus. Lediglich bei der Hefe wird sie etwas wortkarg, aber das ist ja üblich.

Dafür werden die einzelnen Schritte des Brauens sowie der Lagerung beschrieben, sowohl in der professionellen Brauerei als auch in der eigenen Küche. Zum Selbstbrauen reicht die Beschreibung aber eher nicht aus, sie dient eher, den angehenden Hobbybrauern die Angst vor der Aufgabe zu nehmen. Bevor es ans Werk geht, sollten sich die hoffnungsvollen Hobbybrauer doch lieber noch in den zahlreich vorhandenen Internetforen näher informieren.

Damit ist etwa die Hälfte des Buchinhalts beschrieben. Jetzt geht es endlich ums Bier. Wie wird es richtig eingeschenkt, bei welcher Temperatur und in welches Glas (gerade bei diesem Thema hätte ich mir mehr gewünscht)? Welches Bier passt zu welcher Speise? Einige Rezepte zum Kochen mit Bier dienen der Inspiration, es einmal selbst zu versuchen. Außerdem beschreibt Sünje die wichtigsten Bierstile.

Recht umfangreich beschreibt Sünje auch das Biertasting, auf das ich hier aber nicht näher eingehen möchte.

Alle Themen werden für Einsteiger geeignet beschrieben und wurden von Ole Schleef ansprechend illustriert.

Das Buch bekommen Sie in jeder Buchhandlung. Sollte es nicht vorrätig sein, kann der Buchhändler es innerhalb eines Tages beschaffen. Die ISBN-Nummer lautet 978-453-60475-9. Das Buch ist im Verlag Heyne erschienen und kostet € 16,99.

Hirter Bierkochbuch

Kochen mit Wein oder Weinempfehlungen zu den servierten Speisen – das macht jeder Gastwirt, der etwas auf sich hält. Kochen mit Bier oder Bierempfehlungen zu den servierten Speisen – das ist bislang im Wesentlichen Brauereigaststätten und den wenigen Restaurants in Deutschland vorbehalten, die auch Craft Beer im Angebot haben. Es ist an der Zeit, dass sich da etwas ändert.

Und dann gibt es noch ein Vorurteil gegen die Bierküche: sie gilt als extrem fleischlastig. Auch wenn die Brauereigaststätten sicher die Verantwortung dafür tragen, ist das Kochen mit Bier sicherlich nicht zwangsweise durch Fleisch geprägt.

Dass dies der Wirklichkeit entspricht beweist die Brauerei Hirter aus Michelsdorf in Oberösterreich in seinem Bierkochbuch. Für dieses Kochbuch hatte die Brauerei die besten Foodblogger Österreichs eingeladen, Rezepte für die verschiedenen Hirter-Biere zu kreieren, teils Gerichte, die mit Bier zubereitet werden, teils Gerichte als Begleitung zu den Bieren von Hirter.

Herausgekommen sind 30 Rezepte, teils mit Fleisch, teils vegetarisch, teils vegan, größtenteils pikant, teilweise aber auch süß, fest und flüssig. Mit nur 30 Rezepten zeigt das Kochbuch, dass Bier zu allen Arten von Speisen passt bzw. bei der Zubereitung aller Speisearten verwendet werden kann.

Dabei waren die Blogger aber nicht (nur) Mittel zum Zweck. Im Gegenteil. Die Brauerei stellt die Bloggerinnen (und auch den einen Blogger als Quoten-Mann) auf jeweils einer Seite vor. Die Autorinnen wurden dafür professionell abgelichtet, die URL des Blogs wird abgedruckt und die Bloggerinnen werden auch im Text kurz vorgestellt.

In gleichem Umfang wie die Bloggerinnen werden auch die Biere vorgestellt, die für die Rezepte verwendet werden bzw. die zu den Gerichten empfohlen werden. Dabei handelt es sich auch nicht um reine Werbeaussagen, sondern die in dem Buch gemachten Aussagen sind durchaus ausreichend, damit zu einem Fachhändler zu gehen, um sich einen Ersatz empfehlen zu lassen, wenn es nicht möglich ist, direkt ein Hirter-Bier zu kaufen.

Das Buch gefällt mir recht gut und ich würde mir weitere erweiterte Auflagen wünschen. Sie erhalten es in jeder guten Buchhandlung, die es innerhalb eines Tages bestellen kann.

Das Buch ist im Verlag Dachbuch erschienen.

ISBN: 978-3-903263-04-8

Preis: Euro 15,95

Bier vor Ort

Heute stelle ich mal ein Buch vor, das sich nur am Rande mit Bier beschäftigt. Volker R. Quante ist Bierblogger und hat viele Brauereien, Brauereigaststätten, Craft Beer-Bars und Craft Beer-Stores in ganz Europa besucht und über seine Besuche geschrieben. Dass er im Rahmen seiner Recherchen auch so manches Bier gekauft und getrunken hat, dürfte wohl außer Frage stehen. Aber in diesem Buch beschreibt er nicht die Biere, sondern die Menschen, die dafür sorgen, dass gutes Bier gebraut wird und dass dieses Bier auch zu uns, die Konsumenten, kommt.

67 Betriebe in 15 Ländern werden zusammen mit den dort arbeitenden Menschen in diesem Buch vorgestellt. Dabei dürfen Sie keine reine Faktenaufzählung erwarten, sondern das Buch enthält 67 Kurzgeschichten, alle unterhaltsam geschrieben (na gut, ich habe noch nicht alle Kapitel von vorne bis hinten gelesen, aber was ich gelesen habe, gefällt mir ausnehmend gut). Lediglich nach welchen Kriterien die Betriebe ausgewählt wurden, die es bis ins Buch geschafft haben, wird mir nicht klar. Als Beispiel gibt es für die benachbarten Niederlande nur einen Eintrag, die Stadsbrouwerij van Kollenburg in ´s-Hertogenbosch. Dabei gibt es in den Niederlanden doch viel mehr zu beschreiben in der Craft Beer-Szene. Dort hat mich besonders der Bierkoning in Amsterdam beeindruckt. In einem winzigen Laden in der Innenstadt werden mehr als 1500 Biere angeboten und das Personal kennt die Biere sogar und ist in der Lage, fachkundig zu beraten. Aber das nur nebenbei.

Die doch recht willkürlich erscheinende Auswahl (wann komme ich schon mal nach Island) macht der Autor mit seiner lebendigen Erzählweise und seinem hintergründigen Humor mehr als wett. Dabei ist er nicht immer begeistert von den Lokalitäten, von denen er schreibt, was seiner Glaubwürdigkeit durchaus entgegenkommt. Ein Buch, in das es sich immer wieder hineinzusehen lohnt, wenn die Reise in eine andere Stadt geht, eventuell gibt es hier den einen oder anderen Tipp. Und falls das nicht der Fall sein sollte, ist es doch ein Buch mit netten Geschichten, in dem es sich zu lesen lohnt.

Bier vor Ort
Volker R. Quante
Oktober Verlag
ISBN 978-3-944369-62-4
€ 16,90

Das original Altenmünster Bier-Kochbuch

Dieses kleine Kochbuch wurde von der Brauerei Altenmünster im schwäbischen Landkreis Augsburg herausgegeben, die zum Allgäuer Brauhaus gehört, die wiederum Teil der Radeberger-Gruppe ist. Nachdem die in Altenmünster gebrauten Biere vorgestellt wurden folgen Rezepte für bayrische Speisen mit oder zum Bier, die alle von Brauerei getestet wurden. Dabei führt uns das Buch durch alle Facetten der Küchen Bayerns und selbst die Vegetarier werden nicht vergessen.

Das Buch ist im normalen Handel nicht erhältlich. Es wird aber regelmäßig bei eBay für kleines Geld angeboten. Es lohnt sich wirklich, einmal danach zu suchen.

Titel:
Das original Altenmünster Bier-Kochbuch mit urigen Rezepten

Herausgeber:
Allgäuer Brauhaus AG
Beethovenstr. 7
87435 Kempten

Redaktion und Verlag:
B3 Verlag
Markgrafenstr. 12
60487 Frankfurt

Der Bierkrieg – Im Fadenkreuz der Bürokratie

Heute stelle ich Ihnen ein nicht mehr ganz neues Buch vor, das sich nicht mit dem Brauen von Bier beschäftigt, das auch keine Rezepte mit Bier oder Gerichte zu Bier enthält. Stattdessen beschreibt es den jahrelangen Kampf von Helmut Fritsche gegen die Mühlen der Bürokratie.

Worum geht es? Das deutsche Reinheitsgebot ist eigentlich ganz klar: Bier darf ausschließlich Wasser, Malz und Hopfen enthalten. Aber es gibt eine Ausnahme. Für Biere, die nach alten Rezepten gebraut werden, dürfen auch andere Zutaten verwendet werden. Sie müssen aber zugelassen werden. Und genau um so eine genehmigungspflichtige Zutat geht es hier, genauer gesagt um Zucker. Aber der Reihe nach.

Als Helmut Fritsche nach der Wende nach Neuzelle in der Lausitz kam entdeckte er dort die Klosterbrauerei, die eigentlich abgewickelt werden sollte. Obwohl er Bier vorher nur als Konsument kannte, verliebte er sich in die kleine Brauerei und entschied sich, den Betrieb weiterzuführen und damit zu retten. So weit, so gut (und auch so mutig). Nun wurde aber in dieser Brauerei auch ein Schwarzbier gebraut, dem nach dem Brauen noch eine geringe Menge Zucker zugefügt wird. Dafür beantragte Helmut Fritsche die Zulassung und damit begann eine jahrelange Odyssee. Diesen Kampf, der zumindest zeitweise an Don Quichotes Kampf gegen die Windmühlen erinnert, beschreibt Helmut Fritsche mit dem ihm eigenen Humor auf immerhin 192 Seiten, ohne dabei langatmig zu werden.

Ich habe das Buch in einem Zug durchgelesen. Die gedruckte Ausgabe des Buches ist nicht mehr erhältlich, aber das eBook steht noch zum Download bereit.