Archiv der Kategorie: Bücher

Bier vor Ort

Heute stelle ich mal ein Buch vor, das sich nur am Rande mit Bier beschäftigt. Volker R. Quante ist Bierblogger und hat viele Brauereien, Brauereigaststätten, Craft Beer-Bars und Craft Beer-Stores in ganz Europa besucht und über seine Besuche geschrieben. Dass er im Rahmen seiner Recherchen auch so manches Bier gekauft und getrunken hat, dürfte wohl außer Frage stehen. Aber in diesem Buch beschreibt er nicht die Biere, sondern die Menschen, die dafür sorgen, dass gutes Bier gebraut wird und dass dieses Bier auch zu uns, die Konsumenten, kommt.

67 Betriebe in 15 Ländern werden zusammen mit den dort arbeitenden Menschen in diesem Buch vorgestellt. Dabei dürfen Sie keine reine Faktenaufzählung erwarten, sondern das Buch enthält 67 Kurzgeschichten, alle unterhaltsam geschrieben (na gut, ich habe noch nicht alle Kapitel von vorne bis hinten gelesen, aber was ich gelesen habe, gefällt mir ausnehmend gut). Lediglich nach welchen Kriterien die Betriebe ausgewählt wurden, die es bis ins Buch geschafft haben, wird mir nicht klar. Als Beispiel gibt es für die benachbarten Niederlande nur einen Eintrag, die Stadsbrouwerij van Kollenburg in ´s-Hertogenbosch. Dabei gibt es in den Niederlanden doch viel mehr zu beschreiben in der Craft Beer-Szene. Dort hat mich besonders der Bierkoning in Amsterdam beeindruckt. In einem winzigen Laden in der Innenstadt werden mehr als 1500 Biere angeboten und das Personal kennt die Biere sogar und ist in der Lage, fachkundig zu beraten. Aber das nur nebenbei.

Die doch recht willkürlich erscheinende Auswahl (wann komme ich schon mal nach Island) macht der Autor mit seiner lebendigen Erzählweise und seinem hintergründigen Humor mehr als wett. Dabei ist er nicht immer begeistert von den Lokalitäten, von denen er schreibt, was seiner Glaubwürdigkeit durchaus entgegenkommt. Ein Buch, in das es sich immer wieder hineinzusehen lohnt, wenn die Reise in eine andere Stadt geht, eventuell gibt es hier den einen oder anderen Tipp. Und falls das nicht der Fall sein sollte, ist es doch ein Buch mit netten Geschichten, in dem es sich zu lesen lohnt.

Bier vor Ort
Volker R. Quante
Oktober Verlag
ISBN 978-3-944369-62-4
€ 16,90

Das original Altenmünster Bier-Kochbuch

Dieses kleine Kochbuch wurde von der Brauerei Altenmünster im schwäbischen Landkreis Augsburg herausgegeben, die zum Allgäuer Brauhaus gehört, die wiederum Teil der Radeberger-Gruppe ist. Nachdem die in Altenmünster gebrauten Biere vorgestellt wurden folgen Rezepte für bayrische Speisen mit oder zum Bier, die alle von Brauerei getestet wurden. Dabei führt uns das Buch durch alle Facetten der Küchen Bayerns und selbst die Vegetarier werden nicht vergessen.

Das Buch ist im normalen Handel nicht erhältlich. Es wird aber regelmäßig bei eBay für kleines Geld angeboten. Es lohnt sich wirklich, einmal danach zu suchen.

Titel:
Das original Altenmünster Bier-Kochbuch mit urigen Rezepten

Herausgeber:
Allgäuer Brauhaus AG
Beethovenstr. 7
87435 Kempten

Redaktion und Verlag:
B3 Verlag
Markgrafenstr. 12
60487 Frankfurt

Der Bierkrieg – Im Fadenkreuz der Bürokratie

Heute stelle ich Ihnen ein nicht mehr ganz neues Buch vor, das sich nicht mit dem Brauen von Bier beschäftigt, das auch keine Rezepte mit Bier oder Gerichte zu Bier enthält. Stattdessen beschreibt es den jahrelangen Kampf von Helmut Fritsche gegen die Mühlen der Bürokratie.

Worum geht es? Das deutsche Reinheitsgebot ist eigentlich ganz klar: Bier darf ausschließlich Wasser, Malz und Hopfen enthalten. Aber es gibt eine Ausnahme. Für Biere, die nach alten Rezepten gebraut werden, dürfen auch andere Zutaten verwendet werden. Sie müssen aber zugelassen werden. Und genau um so eine genehmigungspflichtige Zutat geht es hier, genauer gesagt um Zucker. Aber der Reihe nach.

Als Helmut Fritsche nach der Wende nach Neuzelle in der Lausitz kam entdeckte er dort die Klosterbrauerei, die eigentlich abgewickelt werden sollte. Obwohl er Bier vorher nur als Konsument kannte, verliebte er sich in die kleine Brauerei und entschied sich, den Betrieb weiterzuführen und damit zu retten. So weit, so gut (und auch so mutig). Nun wurde aber in dieser Brauerei auch ein Schwarzbier gebraut, dem nach dem Brauen noch eine geringe Menge Zucker zugefügt wird. Dafür beantragte Helmut Fritsche die Zulassung und damit begann eine jahrelange Odyssee. Diesen Kampf, der zumindest zeitweise an Don Quichotes Kampf gegen die Windmühlen erinnert, beschreibt Helmut Fritsche mit dem ihm eigenen Humor auf immerhin 192 Seiten, ohne dabei langatmig zu werden.

Ich habe das Buch in einem Zug durchgelesen. Die gedruckte Ausgabe des Buches ist nicht mehr erhältlich, aber das eBook steht noch zum Download bereit.