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Staatsbrauerei Weihenstephan eröffnet ihr neues Logistikzentrum

Mit über 400 geladenen Gästen aus Brauwelt und Politik sowie dem Partner- und Kundenkreis feierte die Bayerische Staatsbrauerei am vergangenen Freitag die offizielle Eröffnung des neuen Logistikzentrums im Freisinger Gewerbegebiet Clemensänger. Für die Staatsbrauerei war die Entscheidung für das neue Logistikzentrum ein wichtiger Schritt in die Zukunft, um nun die komplette Logistik aus einer Hand auf höchstem Qualitätsniveau abwickeln zu können. Zudem stellt der Bau natürlich auch eine Investition in den Heimatstandort der Brauerei, Freising, verbunden mit der Schaffung neuer Arbeitsplätze dar. Brauereidirektor Prof. Dr. Josef Schrädler dankte in seiner Festrede allen am Bau Beteiligten für die stets konstruktiven Diskussionen, die schnelle, unbürokratische Projektabwicklung und die anpackende Mitarbeit ­– vom Aufsichtsrat der Brauerei, den Verantwortlichen in der Politik, Handwerkern, Kunden bis hin zu den Mitarbeitern.

In den neuen Lagerhallen, die bei einer Gebäudehöhe von 12,5 Meter 10.700 Quadratmeter überdachte Fläche umfassen, wurden am 24. Mai 2019 der Abschluss der Bauarbeiten sowie die Inbetriebnahme der Logistik am neuen Standort mit 400 geladenen Gästen gebührend gefeiert.

Für Staatsminister Bernd Sibler, MdL, bekennender Bierliebhaber und einer der Festredner, stellt die bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan eine der wichtigsten bayerischen Erfolgsgeschichten dar: “Es ist eine tolle Marke, die international bekannt ist und einen wichtigen Beitrag für die Stellung und das Image Bayerns in der Welt leistet; eine hervorragende Werbung für die Marke Bayern. Das neue Logistikzentrum ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg der Brauerei in die Zukunft. Und es stellt zweifellos auch die größte Investition in der Geschichte der ältesten Brauerei dar.” Es ist eine Investition, die der Brauerei am Berg Luft verschafft und ein weiteres Wachstum möglich macht, eine Investition, die sich bezahlt machen wird.

Der wesentliche Grund für den Bau des Logistikzentrums war der Platzmangel am Weihenstephaner Berg, an dem die älteste Brauerei der Welt seit Jahrhunderten die international bekannten und mehrfach ausgezeichneten Bierspezialitäten braut. Das Brauereigelände ist umgeben von den modernen Institutsgebäuden der Technischen Universität München in Weihenstephan, die in der ganzen Welt als Ausbildungsstätte von Braumeistern und -ingenieuren bekannt ist. Aus diesem Grund bestand am Weihenstephaner Berg für die Brauerei, die aktuell 450.000 Hektoliter produziert, keine Möglichkeit zur Expansion am Standort. “Der Bau eines Logistikzentrums im Gewerbegebiet nahe der Autobahnzufahrt war ein unumgänglicher Schritt, da die Situation am Weihenstephaner Berg für alle Beteiligten zum Ende hin kaum noch tragbar war. Wir haben dort nur eine einzige Ladestraße, weshalb die täglichen An- und Ablieferungszeiten detailliert geplant werden mussten. Trotz der sehr guten Arbeit des Teams kam es immer wieder zu einem leichten Verkehrschaos. 30 bis 40 Lastwagen wurden in den Hochzeiten am Weihenstephaner Berg abgefertigt. Ich habe großen Respekt vor der Leistung der Mitarbeiter, die dafür gesorgt haben, dass trotz der schwierigen Umstände die Logistik mehr oder weniger reibungslos gelaufen ist. Daher mussten wir die Prozessabläufe dringend überdenken”, erklärt Brauereidirektor Prof. Dr. Josef Schrädler die Entstehungsgeschichte des Neubaus.

Prof. Dr. Josef Schrädler hat sich mit einem umfangreichen Kriterienkatalog auf die Suche nach einem geeigneten Grundstück für das geplante Logistikzentrum gemacht. Brauereinähe, günstige Verkehrsanbindung, ausreichend Fläche, um die gewünschten Gebäudeelemente unterzubringen, waren nur einige der Punkte, die es zu beachten galt. Fündig wurde die Brauerei mit der Unterstützung der Stadt Freising im Gewerbegebiet Clemensänger. Für die Stadt war es sehr wichtig, eine für alle Seiten gute Lösung in Freising zu finden. Das machte Eva Bönig, Bürgermeisterin der Stadt Freising (Bündnis 90/Die Grünen), im Rahmen der Grundsteinlegung deutlich: “Das traditionsreiche Unternehmen ist ein Pfund, mit dem die Stadt Freising wuchern kann.” Nachdem man sich einig wurde, ging die Planung zügig voran und die Terminierung sah verschiedene Phasen der Inbetriebnahme vor, um den täglichen Ablauf in der Brauerei so wenig wie möglich zu stören und die kontinuierliche Belieferung aller Geschäftspartner im In- und Ausland auch während der Bau- und Umzugsphase zu gewährleisten.

Auch Landrat Josef Hauner bestätigte abschließend der Staatsbrauerei eine enorme Weitsicht bei der Konzeption und Umsetzung des großen Projektes Logistikzentrum, mit dem Weihenstephan in und für die Zukunft geplant hat.

Seit Mai 2019 wird nun die komplette Logistik, national und international, über das Logistikzentrum an vier Rampen zur Container Be- und Entladung und drei Staplerverladeplätzen im Clemensänger abgewickelt. “Nun haben wir alle wichtigen Prozesse in der eigenen Hand, von der Produktion über die Verpackung bis hin zur Verladung. Wir müssen durch die Bündelung der Prozesse weniger LKW einsetzen, die zudem immer mit voller Auslastung fahren. Es fallen keine zusätzlichen Fahrten zum Dienstleister mehr an, womit wir nicht nur Ressourcen sparen, sondern auch umweltschonend und nachhaltig agieren. Ein weiterer Vorteil des neuen Logistikzentrums liegt darin, dass wir nun über ein überdachtes Winterlager verfügen und damit im Herbst keine Außenlager für Leergut mehr bestimmen müssen. Wenn zudem 2020 noch die Westtangente eröffnet werden wird, wird der Transportverkehr auch von unserer Seite durch die Freisinger Innenstadt komplett entfallen und für die Bürger eine enorme Entlastung und ein Gewinn an Lebensqualität darstellen”, zählt Prof. Dr. Josef Schrädler die Vorteile auf. Damit ist die älteste Brauerei der Welt sehr modern und zukunftsfähig aufgestellt und kann durch die Auslagerung der Logistik auch bei weiterem Wachstum nach wie vor am Weihenstephaner Berg brauen.

Raritäten-Bier aus dem Wienerwald: Waldbier Jahrgang 2019 von „der schönen Else“

Abbildung 1. Die Früchte der Elsbeere. Foto: Archiv der Österreichischen Bundesforste, W.Simlinger

Oschitzn, Adletzbeere oder Schweizer Birnbaum – mit dem neuen Waldbier Jahrgang 2019 rücken die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) und Braumeister Axel Kiesbye eine uralte, selten gewordene Baumart in den Mittelpunkt: die Elsbeere (Sorbus torminalis). Wer dieser Tage aufmerksam durch die Wälder geht, sieht ihre honigfarben-cremeweißen Blüten aus dem Blätterwald leuchten. “Die Elsbeere ist ein Jahrhunderte alter Wildobstbaum, der nahezu in Vergessenheit geraten ist”, erklärt Rudolf Freidhager, Vorstand der Österreichischen Bundesforste (ÖBf), “heute ist die “Königin der Wildfrüchte” rar geworden.” Die Sorbusart aus der Familie der Rosengewächse (Rosacae) ist ein “Langschläfer” und erblüht als eine der letzten im Mai bis Juni. Für das Waldbier wurden erstmals ihre Beeren verwendet, die botanisch betrachtet Früchte und keine Beeren sind. “Hauptzutat des neuen Waldbier-Jahrgangs 2019 sind vollreife, sehr kostbare Elsbeeren”, zeigt sich Freidhager über die Rarität begeistert, “die Ernte hat heuer im Forstrevier Breitenfurt im Wienerwald stattgefunden. Geerntet wurden rund 30 Kilogramm Elsbeeren, und wir hatten großes Ernteglück, denn die Elsbeerbäume tragen nicht jedes Jahr”. Für Braumeister Axel Kiesbye wieder eine kulinarische Wald-Erfahrung mehr: “Die Früchte der Elsbeere sind weich, leicht saftig, süß-säuerlich und zeichnen sich durch eine besondere aromatische Note und einem Hauch von Mandel und Marzipan aus. Ihre Früchte sind selten und nicht zuletzt für Edelbrände heiß begehrt – das wird ein Raritäten-Bier”, ist Kiesbye jetzt schon überzeugt. In den nächsten Tagen startet der Brauprozess, bei dem die wertvollen Elsbeeren eingebraut werden. Das Waldbier 2019 “Elsbeere” wird im September vorgestellt und ab Oktober 2019 erhältlich sein.

Waldbier mit Edelbeere – Dolde für Dolde handgepflückt

Geerntet wurden die Elsbeeren in einem Eichen-Buchen-Wald der Bundesforste im Wienerwald, wo die Elsbeere ein ideales Verbreitungsgebiet vorfindet. Schon Wochen zuvor hatten die Förster Bäume gesucht, die zur Beerntung geeignet waren. Die Ernte gilt als zeitaufwändig, mühsam und nicht ungefährlich. Da es sich um echte Wildobstbäume handelt, war allein die Höhe der Bäume eine Herausforderung. “Geerntet wurde an mehreren Bäumen und Standorten, um die Bestände zu schonen. Die Elsbeeren waren rund 15 Meter hoch, die Früchte hingen weit oben in den Kronen”, erzählt Rudolf Freidhager. “Mittels Hubsteiger sind wir schließlich sicher in den Baumkronen gelandet und konnten die Elsbeeren auf Augenhöhe gefahrlos beernten”, berichtet Braumeister Axel Kiesbye. “Dennoch gestaltete sich die Ernte arbeitsintensiv, mussten die Elsbeeren doch Dolde für Dolde händisch gepflückt und – zurück am Boden – die Früchte noch gerebelt werden.” Die 1-2 Zentimeter großen, ei- oder birnenförmigen Früchte sind rötlich-gelb bis ockerfarben und tragen zahlreiche weiße Pünktchen. Auch die Vögel, insbesondere die Wacholderdrosseln, schätzen die kostbaren Früchtchen. “Da hieß es schnell sein!”, so Axel Kiesbye schmunzelnd.

Elsbeere – die “Königin des Wildobstes”

Die Elsbeere gilt als Ureinwohnerin der österreichischen Pflanzenwelt. Ihr Hauptverbreitungsgebiet findet sie in den Wäldern der Voralpen bis etwa 700 Meter Seehöhe vor. Sie wächst gerne auf warmen, trockenen Südhängen, Streuobstwiesen oder Waldrändern und prägt vor allem zur Herbstzeit mit ihrem auffällig bunten Blätterkleid das Landschaftsbild alter Kulturlandschaften. “Ihr sehr hartes, rötlich-braunes Holz, ähnlich dem Birnbaum, zählt zu einem der wertvollsten überhaupt und erzielt bei Versteigerungen jährlich Höchstwerte”, so Freidhager. In der Kunsttischlerei und im Instrumentenbau wird Elsbeerenholz zur Fertigung von Möbeln und Intarsien, Musikinstrumenten wie Flöten oder Zwergpfeifen bis hin zu (früher) Spindeln und Webkämmen verwendet. Bereits Martin Luther erwähnte die heilkundliche Wirkung der Elsbeere in der Volksmedizin (daher auch die Bezeichnung als “Lutherin-Baum”), die kulinarische Verwendung lässt sich bis in die Römerzeit zurückverfolgen. Heute wird die uralte Frucht langsam wiederentdeckt von getrockneten Früchten über Blütensirup bis zum Elsbeerenbrand, der höchst erlesen und schwer erhältlich ist. “Elsbeeren tragen erheblich zur Artenvielfalt bei, sind eine wertvolle Trachtpflanze für Bienen und Insekten und auch Wildtiere wissen ihre Früchte zu schätzen”, fasst Freidhager zusammen. “Wir fördern gezielt bestehende Bäume und haben in den letzten Jahren tausende Jungbäume gesetzt. So wollen wir diesen “heimischen Exoten” wieder zurück in unsere Wälder bringen und – nicht zuletzt in Zeiten des Klimawandels – die Biodiversität in den Wäldern fördern”, betont Rudolf Freidhager abschließend.

Wald am Speisetisch

Begonnen hat alles im Internationalen Jahr des Waldes 2011, als Braumeister Axel Kiesbye und die Österreichischen Bundesforste das Waldbier als kulinarisches Wald-Projekt ins Leben riefen. “Heute wie damals bringen wir mit dem Waldbier den Wald in die Wohnzimmer und auf den Speisetisch”, erklärt Rudolf Freidhager. “Wir wollen einen innovativen Zugang zum Wald schaffen, das Bewusstsein für die Schätze der Natur schärfen und verloren gegangenes Wissen neu vermitteln.” Das “Rezept” ist bei allen Jahrgängen unverändert geblieben: Waldwissen und Zutaten kommen von den Bundesforsten, die kulinarische Kreation von Axel Kiesbye, eingebraut wird in der Trumer Privatbrauerei.

Alle Waldbier-Jahrgänge auf einen Blick

Jahrgang 2018 “Holzbirne” aus dem Forstrevier Wildalpen (Stmk.), Jahrgang 2017 “Wilde Kirsche” aus dem Forstrevier Hermagor (Ktn.), Jahrgang 2016 “Wacholder” aus dem Forstrevier Zederhaus im Lungau (Sbg.), Jahrgang 2015 “Fichtenharz” aus dem Forstrevier Traunstein (OÖ), Jahrgang 2014 “Schwarzkiefer” aus dem Forstrevier Hinterbrühl im Wienerwald, Jahrgang 2013 “Lärche” aus dem Forstrevier Bad Aussee (Salzkammergut), Jahrgang 2012 “Zirbe” aus dem Forstrevier Pfunds im Tiroler Radurschltal und Jahrgang 2011 “Tanne” aus Wäldern am Hochkönig (Sbg.).

Waldbier Jahrgang 2019 “Elsbeere” ab Herbst erhältlich

Das neue Waldbier 2019 “Elsbeere” wird wie seine Vorgänger in limitierter Auflage hergestellt und ab Oktober erhältlich sein. Abgefüllt wird das Jahrgangsbier in Gourmet-Flaschen zu 0,75 l und 0,33 l und in Kleinfässern. Es verfügt über eine ausgezeichnete Lagerfähigkeit und kann als Jahrgangsbier nachhaltig gesammelt und mehrere Jahre gelagert werden. Bisherige Waldbier-Jahrgänge sind nahezu ausverkauft und nur mehr vereinzelt bzw. als Sammlerobjekte erhältlich.

 

Weihenstephaner Brauerei räumt bei den Australian International Beer Awards ab

Zum fünften Mal in Folge räumte das Weihenstephaner Kristallweißbier bei den Australian International Beer Awards (AIBA) in Melbourne die Goldmedaille ab. Insgesamt regnete es Edelmetall für die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan: Zehn Medaillen konnte die Brauerei am Ende der Gewinner-Bekanntgabe zählen.

Das Weihenstephaner Kristallweißbier hat bei den AIBA gewonnen – und erhielt die Goldmedaille in der Kategorie “German Style Kristal”. Aber: Nicht nur das Kristallweißbier im Fass wurde zur Bewertung eingereicht, auch aus der Flasche wurde es getestet. Dafür gab es noch zusätzlich die Silbermedaille. Für dieses Bier ist das ein weiterer Höhepunkt in der langen Erfolgsgeschichte bei den AIBA. Seit 2005 wird das goldgelbe, fein perlende und glanzfeine Weißbier jährlich ausgezeichnet. Das Kristallweißbier überzeugte vor allem mit seinem feinen Aroma und dem ausgewogenen Körper.

Doch nicht nur das Kristallweißbier kam aufs Treppchen: Das Weihenstephaner Hefeweißbier durfte sich gleich über zwei Silbermedaillen – einmal Flasche, einmal Fass – freuen. Das Hefeweißbier Dunkel und der Weizenbock Vitus (beide Flasche) erhielten ebenfalls Silber, das Original Helle (Fass), das Pils (Fass und Flasche) sowie das Hefeweißbier Alkoholfrei landeten mit Bronze auch noch auf dem Podest.

“Wir sind jedes Jahr auf die Auswertungen bei den AIBA gespannt. Umso mehr freuen wir uns, wenn die exzellente Arbeit unserer Brauer in diesem Maße anerkannt wird”, so Tobias Zollo, 1. Braumeister der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan.

Die AIBA wurden vor 27 Jahren zum ersten Mal auf internationaler Ebene ausgetragen, um der Vielfalt der Bierstile und Geschmacksrichtungen eine öffentliche Plattform zu bieten. Heute ist es der größte, jährlich stattfindende Bierwettbewerb der Welt, mit einer Rekordteilnahme von 2.594 weltweit eingereichten Bieren von 402 Brauereien aus 26 Ländern.

Alpirsbacher blickt auf erfolgreiches Jahr 2018 zurück

Die Alpirsbacher Klosterbrauerei Glauner GmbH & Co. KG bleibt weiter wirtschaftlich erfolgreich. Auch 2018 übertraf die Brauerei aus dem Schwarzwald nach Angaben der Geschäftsführer Carl Glauner und Markus Schlör “deutlich die positiven Marktentwicklungen” und verzeichnete in allen Bereichen “eine besonders positive Entwicklung”. So stieg der Bierabsatz um 5,4 % (Vorjahr 5,0 %), die Bruttoerlöse legten sogar um 8,6 % zu. Überproportional und losgelöst vom Biermarkttrend in Deutschland und Baden-Württemberg wuchs der Absatz bei den Flaschenbieren (+ 7,2 %); auch den Fassbier-Absatz konnte die Familienbrauerei aus dem Kinzigtal um 1,4 % steigern.

“Besonders erfreulich entwickelten sich die Segmente Kloster-Spezialitäten, die in der Produktausstattung überarbeitete Linie der Weizenbiere, die alkoholfreien Biere und die Retro-Linie Schwarzwald Michel”, berichtet Inhaber Carl Glauner, der das erfolgreiche Unternehmen in vierter Generation führt. Geschäftsführer Markus Schlör ergänzt: “Bei den Kloster-Spezialitäten und den Kleingebinden verzeichneten wir Zuwächse von mehr als 30 Prozent, bei den alkoholfreien Bieren mehr als 20 Prozent.” Die Zuwächse seien ausschließlich auf das Plus im steuerpflichtigen Inlandsgeschäft zurückzuführen. Alpirsbacher treffe weiterhin den Geschmack seiner Kunden, sagt Carl Glauner: “Weiterhin ist die Hinwendung der Verbraucher zu regionalen, hochwertigen Bierspezialitäten zu erkennen, dies bildet sich in den Marktdaten entsprechend ab.”

Die Alpirsbacher Klosterbrauerei Glauner GmbH & Co. KG trotzte damit auch 2018 dem allgemeinen Trend auf dem Biermarkt. Beim steuerpflichtigen Bierabsatz – also dem Inlandsabsatz ohne Export und Haustrunk – verkauften die deutschen Brauereien 2018 lediglich 0,5 % oder rund 450 000 hl mehr als 2017. Der Gesamtbierabsatz von Deutschlands Brauwirtschaft stieg um 0,6 Prozent, ging beim Export in EU-Länder jedoch um 2,8 % zurück.

Auch 2018 investierte die Alpirsbacher Klosterbrauerei nach Angaben von Markus Schlör rund 3,7 Millionen Euro in die Zukunft des Unternehmens. Die Mittel flossen in technische Verbesserungen in der Abfüllung und Logistik sowie in Gebinde- und Markt-Investitionen.

Für das Geschäftsjahr 2019 geht die Geschäftsleitung von Alpirsbacher von einer “weiterhin leicht steigenden Absatzentwicklung” aus. Im Bereich Bier erwartet Alpirsbacher einen Mengenzuwachs von 1 % und einen Umsatzzuwachs von 4 %. Die Brauerei möchte durch neu eingeführte Produkt- und Packungsvarianten die positive Entwicklung der Vorjahre fortsetzen. Aktuell zeigt das neue Produkte Kräuter-Radler “eine sehr positive Resonanz”, konstatiert Markus Schlör. Im Sommer sollen außerdem die Produktlinien Spezial und Pils in der Etikettenoptik überarbeitet werden, wodurch eine deutlichere Schwarzwald-Positionierung und eine höhere Attraktivität für den Verbraucher erreicht wird. Mit der Umstellung haben dann alle Alpirsbacher Produkte nur noch FSC zertifizierte Etiketten.

Im Geschäftsjahr 2020 möchte sich Alpirsbacher dann mit weiteren Produktimpulsen im Bereich Bier und alkoholfreie Getränke zusätzliche Absatz- und Ertragspotenziale erschließen.

Auch für Marktveränderungen fühlt sich die Alpirsbacher Klosterbrauerei gewappnet. Marktseitigen Risiken wie dem Konzentrationsprozess im Lebensmittel-Einzelhandel sowie der rückläufigen Zahl der Gastronomiebetriebe im ländlichen Raum begegnet das Familienunternehmen mit einer starken Markenpräsenz und einer intensiven vertrieblichen Betreuung der Kunden. “Mit entsprechenden Beratungsdienstleistungen stärken wir die Kompetenz sowohl im Handels- als auch im Gastronomiegeschäft”, sagt Markus Schlör. Auch die schwierige Rohstoffsituation beschäftigt das Unternehmen. Durch die dürrebedingten Missernten 2018 sei die Rohstoffversorgung angespannt und das Preisniveau deutlich über dem langjährigen Durchschnitt, erklärt Carl Glauner.

Über die Brauerei Alpirsbacher Klosterbräu Glauner GmbH & Co.

Die Alpirsbacher Klosterbrauerei wird in vierter Generation von Carl Glauner geleitet. Der 61jährige ist der Urenkel des Brauerei-Gründers Johann Gottfried Glauner, der 1877 das Unternehmen kaufte und damit die Benediktiner-Klosterbrauerei aus dem elften Jahrhundert reaktivierte. 1880 ging die Firma an Carl Albert Glauner über. 1906 erfolgte die Umfirmierung in Alpirsbacher Klosterbräu. Geschäftsführer sind der Inhaber Carl Glauner und Markus Schlör. Das Unternehmen im oberen Kinzigtal beschäftigt rund 135 Mitarbeiter. Alpirsbacher Biere werden regelmäßig bei den internationalen Bierwettbewerben World Beer Award und European Beer Star ausgezeichnet. Das Familienunternehmen ist Mitglied beim Verbund “Die Freien Brauer”.

Teilnahmerekord bei Meininger’s International Craft Beer Award

Noch nie wurden so viele Biere beim Meininger’s International Craft Beer Award eingereicht wie in diesem Jahr. Rund 1.200 Biere werden am 14. und 15. Mai von einer Expertenjury in Neustadt/Weinstraße verkostet und bewertet. Damit wächst der Wettbewerb im sechsten Jahr seines Bestehens kontinuierlich weiter und erzielt in diesem Jahr eine Steigerung um 12 Prozent. Neues Mitglied im Vorstand ist die preisgekrönte Journalistin und Bier-Expertin Mareike Hasenbeck.

1229 Biere aus 31 Ländern konkurrieren beim 6. Meininger’s International Craft Beer Award um eine Auszeichnung. Eingereicht haben in diesem Jahr 250 Brauereien. Die geschmackliche Vielfalt umfasst 74 Kategorien und reicht dabei von holzfassgereiften Bieren, IPA, Pale Ale, helles Weizen über Freestyle Biere, Helles Pils, Kellerbier bis zu Export. Die Anzahl der alkoholfreien Biere beträgt knapp 50 (2018: 38). Der Anteil der internationalen Biere liegt bei 33 Prozent (2018: 23 Prozent). Unter anderem nehmen Biere aus USA, Tschechischen Republik, Taiwan und Dänemark teil. 93 Juroren aus 13 Ländern, darunter Brauer und Biersommeliers sowie Experten aus Forschung und Lehre, verkosten und bewerten die Biere an zwei Tagen.

Neues Vorstandsmitglied bei Meininger’s International Craft Beer Award ist Mareike Hasenbeck. Sie ist von der DLG als sensorische Sachverständige zur Bewertung von Getränken im Bereich Bier zertifiziert und diplomierte Biersommelière. Die gelernte Journalistin betreibt seit fünf Jahren das Portal feinerhopfen.com und war damit eine der ersten Bloggerinnen, die sich der jungen Craft-Bierbranche widmeten. Darüber hinaus schreibt sie als freie Journalistin für Medien wie Focus und Lust auf Genuss, für Meiningers CRAFT-Magazin sowie für die Onlineauftritte der Getränkemessen wie drinktec und BrauBeviale. Für ihre journalistische Tätigkeit ist sie bei den “Beerkeeper Awards” als beste Bierjournalistin im deutschsprachigen Raum ausgezeichnet worden.

Christoph Meininger, Geschäftsführende Gesellschafter Meininger Verlag: “Wir freuen uns außerordentlich mit Mareike Hasenbeck eine der profundesten Kennerinnen der BierBranche an Bord zu haben. Mit ihrem langjährigen Know-how und ihrer ausgezeichneten Expertise wird sie den Vorstand verstärken und neue Impulse setzen.”

Mareike Hasenbeck, Vorstand Meininger’s International Craft Beer Award: “Der Wettbewerb zählt nicht nur zu den größten in Europa, sondern ist in seiner Vielfalt auch einzigartig. Die Auszeichnungen sind in der Craft-Beer-Branche sehr begehrt. Deshalb freue ich mich, Teil des Teams zu sein und den Wettbewerb gemeinsam weiterzuentwickeln.”

Theresa Seidl ist Siegerin bei der bayerischen Brauermeisterschaft

Kürzlich haben etwa 100 Azubis ihre Lehre zum Brauer und Mälzer beendet. Zum Abschluss traten sie noch einmal gegeneinander um den Titel der Münchner und Südbayerischen Braumeisterschaft an. Aufgabe im praktischen Teil war es, ein untergäriges Münchner Dunkel zu brauen. Teresa Seidl, Auszubildende bei der Paulaner Brauerei, gelang dies am besten. Sie gewann die Wertung aus theoretischer und praktischer Prüfung.

Seit Jahren belegen die Auszubildenden von Paulaner vordere Plätze bei den Brauermeisterschaften. “Paulaner steht schon immer für höchste Qualität. Gut, Besser, Paulaner ist nicht nur ein Werbeslogan, sondern auch Richtschnur für jeden Mitarbeiter. Diese Brautradition wollen wir weitergeben und deswegen liegt uns die Ausbildung ganz besonders am Herzen. Wahnsinn, dass Teresa jetzt südbayerische und Münchner Meisterin geworden ist, wir sind unglaublich stolz”, so Susanne Weber, Leiterin der Brauer- und Mälzer Ausbildung bei Paulaner. Neben dem klassischen Brauhandwerk bekommen die Azubis in ihrer Lehrzeit einen Einblick in die Qualitäts- und Rohstoffkontrolle. “Uns ist es wichtig, eine ganzheitliche Ausbildung unserer Auszubildenden zu ermöglichen. Sie sollen alle Facetten des Brauereiwesens kennenlernen. So bekommt man das richtige Gespür für das Handwerk und das Produkt Bier”, erklärt Weber.

Teresa Seidl hat all dies mit in ihren “Meistersud” eingebracht: “Das Besondere an meinem Bier ist, dass es mit Liebe gebraut ist. Mir macht es Spaß mit dem Bier ein Produkt zu kreieren, das für Zusammenhalt steht”, so Seidl auf der gestrigen Preisverleihung. Ihr Bier überzeugte die Jury durch eine hohe Schaumkrone und einen süffigen, vollmundigen Geschmack.

Brewers Association veröffentlicht die Beer Style Guidelines 2019

Die Brewers Association (BA) eine gemeinnützige Handelsgruppe, die sich der Förderung und dem Schutz der kleinen und unabhängigen amerikanischen Handwerksbrauerei widmet – hat am 1. Mai ihre Beer Style Guidelines für das Jahr 2019 veröffentlicht. Diese Richtlinien dienen als Quelle für Brauer, Bierjuroren und Wettbewerbsorganisatoren für das Great American Beer Festival® und die World Beer Cup® und werden jährlich von der Brewers Association und einem Gremium globaler Mitarbeiter bewertet und angepasst.

Die Version 2019 enthält über 1.000 Bearbeitungen, Überarbeitungen, Formatänderungen und allgemeine Aktualisierungen sowie das Hinzufügen, Löschen und Kombinieren mehrerer Bier-Stilrichtlinien. Hier einige der bemerkenswerten Änderungen:

Neue Bierstile

  • Fruchtige oder hefebetonte Pale Ales
  • Der im Moment beliebte belgische Bierstil Gueuze Lambic
  • Rotbier im fränkischen Stil
  • American IPA

Änderungen an den Bierstilen

  • Helle und dunkle American-Belgo-Style Ale-Stile wurden in einer Richtlinie zusammengefasst.
  • Beim Kellerbier oder Zwickelbier wurden die Ale- und Lager-Stile in einer Richtlinie zusammengefasst.

Streichungen von Bierstilen

  • American Eislager

“Während die Brauer weiterhin innovativ sind und Stile entwickeln, müssen auch die Kriterien, die ihre Leidenschaft und ihr Bier auf dem US-amerikanischen und globalen Markt widerspiegeln, erfüllt sein”, erläutert Chris Swersey, Wettbewerbsmanager, Brewers Association. “Die jährliche Auditierung der Bier-Stilrichtlinien der Brauereivereinigung ist ein komplexes Unterfangen und ein wirklich kooperativer Prozess, der einen soliden Dialog und ein hervorragendes Endprodukt ermöglicht. Wir sind stolz darauf, eine so wichtige Ressource für die globale Gemeinschaft von Brauern, Trinkern und Bierliebhabern hervorzubringen.”

Die 2019 Beer Style Guidelines bilden die Grundlage für das Great American Beer Festival 2019 und die Wettbewerbsrichtlinien der Weltmeisterschaft 2020. Einige der Stilkonsolidierungen, die sich in BA Bier-Stilrichtlinien 2019 der Brewers Association widerspiegeln, werden bei diesen Wettbewerben in mehrere Kategorien aufgeteilt. Beispiele dafür sind die verschiedenen Weizenbierstile im amerikanischen Stil sowie die Stile Wood und Barrel-Aged.

Seit 1979 veröffentlicht der Brauerverband Bierstilrichtlinien als Referenz für Brauer und Wettbewerbsveranstalter. Die Bierstilrichtlinien werden von der gewerblichen Brauindustrie, Bieranalysen und Beratungen mit Bierindustrieexperten und sachkundigen Bierliebhabern erstellt.

Die Bierstilrichtlinien 2019 stehen unter BrewersAssociation.org zum Download bereit.

3. 5. – 5. 5. 2019: Kleinbrauermarkt in Ulm fällt aus

Eigentlich sollte an diesem Wochenende auf dem Münsterplatz in Ulm der Kleinbrauermarkt stattfinden. Aufgrund der Wetterprognose haben die Veranstalter das Event aber abgesagt. Auf der Website des Events wird das wie folgt begründet:

wir sehen uns leider außerstande, den Kleinbrauermarkt vom 3.-5.Mai wie geplant stattfinden zu lassen. Die Wettervorhersagen sind für diese drei Tage so katastrophal (Höchsttemperaturen von 7-12 Grad bei einer Regenwahrscheinlichkeit von 70%), dass der Markt für keinen – weder Besucher, sofern diese überhaupt kommen würden – noch für uns und unsere Mitarbeiter eine erfreuliche Angelegenheit wäre. Es steht zu befürchten, dass wir und unsere Mitarbeiter uns erkälten bei Auf- und Abbau und während des Marktes aufgrund des nasskalten Wetters. Die Musikkapellen könnten mit klammen Fingern nicht gut spielen, die Waren finden mangels Besucher keine Abnehmer und Spaß haben auch die wenigen Besucher nicht wirklich. Dies ist unsere erste Absage. Bisher haben wir den Markt stets durchgezogen, hatten aber meist zumindest 1 Tag mit gutem oder erträglichem Wetter. Solche niedrigen Temperaturvorhersagen bei gleichzeitigem Regen hatten wir noch nie. Wir bitten alle um Verständnis für die Absage und bemühen uns nach Kräften, einen Ersatztermin zu finden.

Conrad Seidls Bier Guide 2019 feiert Jubiläum

Wo gibt’s gutes Bier? Diese Frage stand im Jahr 2000 als erster Satz in Conrad Seidls ersten Bier Guide – er hat sie damals auf 194 Seiten beantwortet. 20 Ausgaben später ist der Guide auf mehr als den doppelten Umfang angewachsen, auf 452 Seiten stellt er nicht nur die wichtigsten Bierinnovationen vor, sondern auch die Besichtigungs- und Ab-Hof-Verkaufsangebote der in zwei Jahrzehnten ebenfalls auf einen vielfachen Umfang gewachsenen Brauereiszene und natürlich wieder an die 1200 Bierlokale.

Wie immer gibt es Skurrilitäten zu vermelden: Unter den als Innovation ausgezeichneten Bieren des Jahres gibt es ein Imperial India Pale Ale, das mit Brettanomyces-Hefen nachvergoren worden ist. “Vor 20 Jahren haben die meisten Gastronomen noch nicht einmal IPA buchstabieren können, geschweige denn, dass sie etwas von Brettanomyces verstanden hätten”, verweist der Autor auf die Weiterentwicklung der Bierkultur, die sein Guide bereits 20 Ausgaben lang begleitet hat: “Heute aber gibt es dutzende Lokale, in denen die Gäste nach immer spezielleren Bieren Ausschau halten – und immer wieder mit neuen Angeboten überrascht werden.”

Dieser Entwicklung der Bierszene ist ein breites Kapitel im neuen Guide gewidmet: Es beginnt mit dem wohl ersten Craftbier, das in Wien um das Jahr 1700 gebraut worden ist – Veit Veltischhoffer, Braumeister der Brauerei des Wiener Bürgerspitals, hat für die damalige “Kayserin” ein Weinbier gebraut, “welches nichts anderst ist, alß daß weis gemain bier, worin … auff ieden emer 4 mass gueter wein eingegossen werden”, wie der Bier Guide penibel berichtet. Es ist der Kaiserin wohl bekommen: Sie überlebte ihren Gatten um 15 Jahre und starb 1720 im damals als hoch geltenden Alter von 65 Jahren.

Seidl zeichnet die Geschichte des heimischen Bieres von damals über die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts, die der Welt den Wiener Bierstil geschenkt hat, bis zu den heutigen Craftbieren nach. Umgekehrt merkt er aber auch an: “Es ist nicht zu verkennen, dass Bierimporte einen sehr wichtigen Beitrag dazu geleistet haben, dass es die heutige Vielfalt auf dem heimischen Markt gibt.”

Der Bierpapst belegt das anhand des Weizenbieres: “Solche Importe waren und sind ein gesunder Anstoß für die Bierkultur und Biervielfalt in unserem Land. Nachdem das Salmbräu vor einem Vierteljahrhundert als erste Kleinbrauerei in Wien ein Weizenbier gebraut hat, dürften heute an die 100 österreichische Brauereien zumindest gelegentlich mit Weizen brauen. Haben diese heimischen Weizenbiere die bayerischen Importe verdrängt? Natürlich nicht: Gerade in den vergangenen zwei, drei Jahren hat die Nachfrage nach besonderen Weißbieren aus dem Nachbarland zugenommen.”

Übrigens: Auf dem Cover der Jubiläumsausgabe des Bier Guide hat Günter Menzl den Bierpapst mit einem Weizenbierglas von Ritzenhoff abgebildet – welches Bier drinnen ist, bleibt ein Geheimnis. Kein Geheimnis ist, dass das Glas von der niedersächsischen Künstlerin Ellen Wittefeld gestaltet worden ist und inzwischen ein begehrtes Sammlerstück ist.

Über all die Fortschritte in Sachen Biervielfalt dürfe man aber nicht vergessen, “dass ein Gast, der einfach ‚Ein Bier’ bestellt, das Recht hat, ein schön gezapftes klassisches Märzen serviert zu bekommen.” Das nämlich macht die österreichische Bierkultur aus: Sie ist enorm vielfältig und gleichzeitig sehr verlässlich. Es gibt ganz bescheidene Wirte, die ohne viel Aufhebens Spitzenqualität beim Bierzapfen bieten. Und es gibt Craftbier-Bars, die verlässlich die interessantesten Spezialitäten an den Zapfhahn hängen. Dahinter stehen Bierbrauer mit Charakter und Bierhändler, die all die guten Biere aus dem In- und Ausland auch an die Theke und ins Regal bringen. Sie werden im aktuellen Bier Guide vor den Vorhang gebeten.

Kann man die unterschiedlichen Lokaltypen mit ihren Angeboten überhaupt vergleichen? Der Bier Guide legt dafür als Maßstab internationale Referenzbetriebe an: Bietet ein österreichisches Lokal ein Maß an internationaler Bierkultur, wie man es etwa im Brüsseler Delirium Tremens Cafe findet? Oder ist es so bedeutend für die Identität der Stadt wie das Hofbräuhaus in München? Ist es von nationaler Bedeutung wie die Brasserie Federal in Zürich? Daran bemisst sich die Zahl der Krügerl, die von Conrad Seidls Bier Guide-Team vergeben werden.

Bier Guide 2019: Der Reiseführer zur Bierkultur

Das Bierangebot ist in ständigem Wandel begriffen und bei manchen Bieren muss man sich beeilen, weil sie nur ein einziges Mal gebraut werden – Bierkenner lieben solche One-Of-Brews, die vielleicht nie wieder zu bekommen sein werden. Jedenfalls gilt laut Seidl: “Wer immer das gleiche Bier bestellt, verpasst die Vielfalt der österreichischen Bierkultur”.

Der Bierpapst listet in seinem neuen Bier Guide 2019 auf 452 Seiten:

  • Mehr als 1.200 Adressen von Bierlokalen,
  • in denen man unter insgesamt rund 5.300 Bierangeboten wählen kann auf.
  • Dazu gibt er einen Überblick über alle Besichtigungsprogramme der österreichischen Bierszene
  • Ein Verzeichnis der bestsortierten Bier-Shops.

Die Top-Bierlokale

Der “Bier Guide 2019” will also Biertrinkern dazu verhelfen, Biergenießer zu werden – mit besten Empfehlungen aus allen Bundesländern.

Und das sind die Top-Empfehlungen aus “Conrad Seidls Bier Guide 2019”:

  • Burgenland    Hopfen & Soehne, Eisenstadt
  • Kärnten    Hotel Prägant, Bad Kleinkirchheim
  • Niederösterreich    Denkenhof, Kilb
  • Oberösterreich    Fruhstorfer, Oberthalheim
  • Salzburg    Markterwirt, Altenmarkt
  • Steiermark    Bierapotheke, Murau
  • Tirol    Jati, Sölden
  • Vorarlberg    Löwen Tisis, Feldkirch
  • Wien    Bierraum, Wien XVII
  • Mikrobrauerei des Jahres    Anton Paar Sudhaus, Graz
  • Biergeschäft    Bier Welt Tirol, Innsbruck
  • Biergarten des Jahres    Donaubräu, Wien

Lokalbewertungen auch online

Alle Lokaltipps des Bier Guide sind abrufbar: Die Webpräsenz www.bier-guide.net ermöglicht sogar eine Suche, wo man in der Nähe ein bestimmtes Bier gut gezapft finden kann. Und sie gibt Bierfreunden die Gelegenheit, unmittelbares Feedback zu den Bierlokalen zu geben, in denen sie gerade waren – viele derartige Bewertungen wurden von der Redaktion berücksichtigt und haben auch im laufenden Jahr immer wieder zu Korrekturen geführt. Denn die Bierszene ist in ständiger Bewegung und ohne das Feedback der Bierfans wäre ein Guide in diesem Umfang nicht auf letztem Stand zu halten.

Und: Wer mit dem Smartphone unterwegs ist, findet sein Lieblingsbier und seine Lieblingsbrauerei unkompliziert mit einer eigenen App (erhältlich für iOS und Android).

Das Buch

Conrad Seidls Bier Guide 2019
Umfang:         452 Seiten
Auflage:         23.000 Stück
ISBN:         978-3-903254-15-2
Preis:         14,90 Euro
Verlag:     MN Anzeigenservice GmbH
Brehmstraße 10/ 4
1110 Wien

Bischofshof: Wegbereiter für eine Revolution in der Bierabfüllung

Rund 15 Milliarden Flaschen Bier werden jedes Jahr allein in Deutschland für den Inlandsmarkt abgefüllt. Der Weg des Gerstensaftes in die Flasche steht aktuell vor einer Revolution: Eine neue, vom Weltmarktführer für Getränkeabfüllanlagen, der Krones AG aus Neutraubling bei Regensburg, entwickelte Technologie soll künftig rund um den Globus zum Einsatz kommen. Den ersten umfangreichen, rund zweijährigen Praxistest hat das neue System jetzt bestanden. Wichtigster Forschungspartner für den Pilotbetrieb der High-Tech-Maschinen war die Regensburger Traditionsbrauerei Bischofshof. “Wir sind stolz darauf, als mittelständisches Unternehmen für eine weltweite Innovation den Weg bereitet zu haben”, sagte Brauereidirektor Hermann Goß bei der offiziellen Vorstellung der neuen Abfüllanlage.

Die neue Technologie ist ein Quantensprung für Brauereien und Getränkehersteller. Denn sie macht den Abfüllprozess nach Angaben von Krones sauberer, schneller, sicherer und effizienter. Die neue Maschine mit dem Namen “Dynafill” halbiert die zum Füllen und Verschließen benötigte Zeit, spart Wegstrecke beim Flaschentransport ein und braucht deutlich weniger Platz.

In fünf Sekunden vom Kessel in den Kasten

Der Schlüssel, an dem Ingenieure des bayerischen Unternehmens lange getüftelt haben: Füllen und Verschließen geschehen bei Dynafill in einem Schritt. So lässt sich eine Flasche innerhalb von nur einer halben Sekunde befüllen. Rechnet man das Verschließen hinzu, dauert der gesamte Prozess vom Kessel in den Kasten nur fünf Sekunden. Künftig entfällt in der Brauerei auch das so genannte Vorspannen: Dabei werden die Flaschen mit CO2 gefüllt, um denselben Druck wie im Kessel zu erreichen. Der Grund: Das Bier kann dann allein durch das eigene Gewicht in die Flasche laufen, ohne dabei zu schäumen und an Kohlensäure zu verlieren.

Sauerstoff ist bisher der natürliche Feind in allen Brauereien: Würde Restsauerstoff in einer Flasche eingeschlossen werden, würde das Bier oxidieren und schneller verderben. Um das zu verhindern, musste das Bier bisher kurz vor dem Verschließen zum Überschäumen gebracht und unmittelbar danach verschlossen werden.

Ein Gewinn auch für die Umwelt

Mit der neuen, in der Brauerei Bischofshof erstmals getesteten und weiterentwickelten Technologie fällt dieser Prozessschritt jetzt weg. Die neue Maschine verschließt die Flaschen in einem Vakuum, wo es keine Luft und damit auch keinen Sauerstoff gibt. Auch für die Umwelt ist das neue System ein Gewinn: Denn es spart rund ein Fünftel an Kohlendioxid ein. “Die intensive und professionelle Partnerschaft mit der Brauerei Bischofshof war für uns in den vergangenen zwei Jahren Schlüssel, um dieses mutige Vorhaben zur Marktreife zu entwickeln”, sagt Thomas Ricker, Vertriebsvorstand der Krones AG bei der offiziellen Vorstellung.

Mittelstand als Motor für Innovationen

“Diese Kooperation beweist einmal mehr, wie wichtig der Mittelstand als Motor für Innovationen ist”, so Brauereidirektor Goß. Die Stiftungsbrauerei Bischofshof, zu der mit Weltenburger auch die älteste Klosterbrauerei der Welt gehört, ist seit vielen Jahren Vorreiter in Sachen Innovation: 2006 weihte die Stiftungsbrauerei, die ihr Bier heute in rund 30 Länder rund um den Globus exportiert, das nach eigenen Angaben modernste Sudhaus der Welt ein. Es hilft, rund 40 Prozent an Primärenergie einzusparen und erhielt den Umweltpreis der Stadt Regensburg.

Seit 2013 arbeiten die Bischofshof-Mitarbeiter in einer neuen Arbeitswelt, die zusammen mit dem Fraunhofer-Institut entstand, eng ausgerichtet an ökologischen und ökonomischen Grundsätzen. Seit 2016 in Betrieb ist ein neuer Gär- und Lagerkeller mit einer deutlich effizienteren Kühlleistung. Zuletzt installierte die Brauerei auf ihrem Gelände Ladestatiionen für E-Fahrzeuge. Als eine der ersten Brauereien Deutschlands trägt Bischofshof das weltweit anerkannte Gütesiegel “FSSC 22.000”, eine der strengsten internationalen Normen für Transparenz im Herstellungsprozess von Lebensmitteln.

“Meilenstein auf dem Weg zur Brauerei der Zukunft”

In diesem Jahr geht auf dem Brauereigelände eine neue Photovoltaikanlage und eine Energiezentrale ans Netz, mit denen Bischofshof auch in Sachen Klimaschutz zum Vorreiter wird: Die Abwärme der Brauerei hilft künftig, ein neues Regensburger Wohnviertel zu beheizen. “Mit der neuen Abfüllanlage, von der unsere Kunden künftig profitieren, ist ein weiterer Meilenstein hin auf dem Weg zur Brauerei der Zukunft”, so Goß.