Archiv der Kategorie: Biertest

Backbone Splitter

2012 gründete Biersommelier Christian Hans Müller in Aschaffenburg die Hanscraft Brauerei und bietet den Liebhabern von Craftbieren seitdem ein vielfältiges Sortiment besonderer Biere.

Nach mehreren Auslandsaufenthalten und einer Lehre in den USA kehrte Christian Hans Müller mit vielen Ideen für neue, spannende Biersorten und Rezepten in seine Heimat zurück. In Chicago hatte er zuvor eine Ausbildung als Biersommelier bei der World Brewing Academy absolviert. Die von ihm gegründete Hanscraft Brauerei zählt inzwischen zur Elite der lokalen und internationalen Craft Beer-Bewegung. Von ihm steht jetzt das Backbone Splitter vor mir, ein IPA.

Bernsteinfarben und naturtrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich sehr viel feinporiger Schaum, der auch sehr lange erhalten bleibt.

Aromen nach Grapefruit, Mango und Kumquats steigen mir in die Nase, unterstützt noch durch einige blumige Noten. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist mäßig süß und macht auch aufgrund der gut eingebundenen und feinperligen Kohlensäure einen guten Eindruck. Erst als sich das Bier auf der Zunge verteilt zeigt sich aber die ganze Kraft des Backbone Splitter. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider, indem sich die Fruchtigkeit mit dem Geschmack nach Grapefruit und Bitterorangen bemerkbar machen. Dazu kommt ein kräftiges Bitter. Im Abgang ist das Bier sanfter und freundlicher als ich es erwartet hätte, dabei auch leicht trocken. Dabei klingt der Geschmack aber lange nach. So bleibt insgesamt ein positiver Eindruck von diesem Bier zurück.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Münchner, Wiener, Caraamber), Hopfen (Horizon, Amarillo, Centennial, Simcoe), Hefe

Alkoholgehalt:

6,6 % Vol.

Bittereinheiten:

60 IBU

Brauerei:

Hanscraft & Co. GmbH
Würzburger Straße 152
63743 Aschaffenburg
http://hc-co.de/de/

BRLO German IPA

Nun steht mal wieder ein Bier aus der Craft Beer-Schmiede BRLO vor mir, das German IPA. Seinen Namen bekam dieses India Pale Ale, da für das Brauen dieses Biers ausschließlich deutsche Hopfensorten verwendet werden. Da in der Regel für IPAs vorwiegend amerikanische Hopfensorten verwendet werden, bin ich auf dieses Bier wirklich gespannt.

Dunkel bernsteinfarben und hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas. Die Farbe ähnelt der von Cognac. Darüber bildet sich sehr viel cremiger Schaum, der lange Zeit erhalten bleibt. Auch wenn recht wenig Kohlensäure zu sehen ist, gefällt mir die Optik.

Zahlreiche Fruchtnoten steigen mir in die Nase. Ich rieche Ananas, Orange sowie rote Früchte. Aber auch einige süße Noten kommen zum Vorschein, zusammen mit leichten grasigen Aromen.

Für ein IPA ist der erste Eindruck auf der Zunge relativ süß, aber die Malznoten sind angenehm und harmonisch. Trotzdem würde ich mir an dieser Stelle etwas mehr Kohlensäure wünschen. Noch besser gefällt mir aber der Mittelteil. Ein kräftiger Geschmack nach Orange sorgt zusammen mit einem leicht dominanten Bitter für einen ausgewogenen und runden Geschmack. Im Abgang wird das Bitter kräftiger, bleibt aber freundlich und es klingt auch lange nach, wobei im Nachklang auch wieder einige süße Malztöne auftauchen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsner, Münchener, Caramelmalz), Weizenmalz, Hopfen (Comet, Hüll Melon, Polaris) Hefe (London Ale)

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Bittereinheiten:

50 IBU

Brauerei:

Braukunst Berlin GmbH
Schöneberger Straße 16
10963 Berlin
www.brlo.de

Kuehn Kunz Rosen Festland

Jetzt steht mal wieder ein Bier aus der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz vor mir, diesmal aus der Brauerei Kuehn, Kunz, Rosen. Das Besondere an diesem Craft Beer ist, dass beim Festland Tonkabohnen mit verbraut wurden. Nun sind Tonkabohnen nicht allzu bekannt, weshalb ich mich mal bei Wikipedia kundig gemacht habe. Sie haben einen süßlichen, leicht bitteren und der Vanille ähnlichen Geschmack und werden deshalb als Vanilleersatz verwendet. Die Behonen sind sehr hart und werden am besten mit einer Muskatreibe abgerieben oder 1–2 Bohnen mit einem Liter Milch ca. 10 Minuten gekocht und über Nacht stehen gelassen. Für Desserts auf Sahne- oder Milchbasis werden die Bohnen etwa zehn Minuten ausgekocht (sie können bis zu zehnmal verwendet werden). Die Verwendung der Tonkabohne zur Zubereitung in Lebensmitteln war in Deutschland ab 1981 zeitweise verboten. Seit 1991 existiert dieses Verbot in eingeschränkter Form. Nun will ich mich an dieser Stelle nicht weiter über Bohnen auslassen. Nähere Informationen finden Sie auf Wikipedia. Kommen wir also zum Bier.

Das Festland ist ein dunkles Bockbier. Das Dunkel können Sie hier wirklich wörtlich nehmen. Dunkel kastanienbraun, fast schwarz ist das Bier. Darüber bildet sich eine durchschnittlich große Krone aus gemischtporigem hellbraunem Schaum, die sich etwas schneller als der Durchschnitt auflöst.

Das Aroma wird durch die Röststoffe dominiert. Ich rieche Kakao und Bittermandel, unterstützt durch Vanille. Der Duft gefällt mir sehr gut.

Der Antrunk ist recht süß und dabei intensiv. Bereits auf der Zungenspitze schmecke ich einige fruchtige Säuren. Auf der Zunge kommen aber die Röststoffe in den Vordergrund. Zusammen mit den 6,2 Volumenprozent Alkohol sorgen sie für ein sanftes und volles Mundgefühl. Auch im Abgang dominieren die Röststoffe, während das Bitter nur mäßig vorhanden ist und es kommt noch der Geschmack von Espresso dazu, der lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner, Münchner, Caramünch, Caraaroma), Roggenröstmalz, Hopfen (Motueka), Tonkabohne, Hefe

Alkoholgehalt:

6,2 % Vol.

Brauerei:

K.K.R. GmbH
Weisenauer Straße 15
55131 Mainz
www.kuehnkunzrosen.de

brugse Bok

Brugse Bok – ein starkes, saisonales belgisches Bockbier, das nach einem Rezept nach deutscher und niederländischer Tradition gebraut wird. Für die Zubereitung verwenden die Brauereien De Halve Maan spezielle Zutaten. Durch die besondere Art der Röstung hat das Bier eine hellere Farbe als das traditionelle Bok, weshalb es manchmal auch als “light” bezeichnet wird.

Die Geschichte der Familienbrauerei “De Halve Maan” (“Halbmond”) reicht über 160 Jahre zurück. Sechs Generationen der Familie Mace arbeiten seit 1856 in Brügge mit einem einzigen Ziel: die Herstellung von exzellentem, authentischem Bier unter Beachtung der traditionellen Brauverfahren, die das berühmte Brügge sind. Die Brauerei begann ihre Reise mit der Herstellung von Fassbier mit kurzer Haltbarkeit.

In den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts begann das Interesse an traditionellem regionalem Bier zu wachsen, ein Trend, den die Brauerei auszunutzen wusste. Zeitgleich mit der Einweihung der Statue des heiligen Arnold in Brügge, dem Schutzpatron der Brauerei, brachte De Halve Maan ein Lightbier auf den Markt. Das neue Bier gefiel dem Bürgermeister der Stadt. Das Bier war etwas kräftiger als andere Sorten und wurde deshalb “Straffe Hendrik” genannt. Später, im Zusammenhang mit der Schließung der Braustätte “De Halve Maan”, wurde die Marke an die Brauerei Riva in Brügge verkauft, die das Bier von 1988 bis 2002 braute.

In diesen Jahren öffnete Die Chefin die Tür der Brauerei “De Halve Maan” für die Öffentlichkeit. Bis heute besteht im ersten Gebäude der Brauerei, das noch heute im Besitz der Familie Mace ist, ein historisches Museum, das die von vielen Touristen aus der ganzen Welt besucht wird.

Die Wiederbelebung der Brauerei De Halve Maan erfolgte 2005 nach Umbau und Modernisierung dank der Bemühungen des Juniorchefs – Xavier Vanneste. So steht jetzt der brugse Bok vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Kastanienbraun präsentiert sich das brugse Bok im Glas. Darüber bildet sich recht viel mittelporiger beiger Schaum, der sich durchschnittlich schnell auflöst.

Das Aroma ist malzig und es wird durch die Röstaromen dominiert, unterstütz von einigen Düften nach Trockenfrüchten.

Der Antrunk enthält für ein Bockbier recht wenig Süße. Er ist sehr schlank und offenbart eine sehr feinperlige Kohlensäure, die im Glas nicht zusehen war. Dann fällt der Geschmack in ein Loch. Auf der Zunge macht das Bier einen eher wässrigen Eindruck mit wenig Geschmack. Erst im Abgang zeigt sich ein leichtes Bitter zusammen mit etwas Säure, aber ein Nachklang ist nicht festzustellen.

Dieses Bier hat mich sehr enttäuscht, sowohl als Bockbier als auch als Bier aus der Brauerei De Halve Maan. Aus Brügge bin ich wirklich bessere Biere gewöhnt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Kandiszucker

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Bittereinheiten:

23 IBU

Brauerei:

Brouwerij De Halve Maan
Walplein 26
8000 Brügge
Belgien
www.brugsezot.be

Benediktiner Weissbier alkoholfrei

Jetzt steht das alkoholfreie Weißbier vor mir, das von der hessischen Licher Privatbrauerei für die Benediktiner Weissbräu GmbH in Ettal gebraut wird. Beide Unternehmen gehören zur Bitburger-Gruppe. Na ja, dann wollen wir mal sehen, wie sich das Bier so macht.

Rotgolden ist das Bier. Dass die Hefe ausgeflockt ist, liegt vermutlich daran, dass das Bier bei mir längere Zeit rumgestanden hat. Das kann ich der Brauerei nicht vorwerfen. Aber dass keinerlei Kohlensäure zu sehen ist, erstaunt mich dann doch. Über dem Bier bildet sich eine durchschnittliche Menge feinporiger Schaum, der auch durchschnittlich schnell in sich zusammenfällt.

Das nicht stark ausgeprägte Aroma ist leicht süßlich nach Toffee, dazu einige säuerliche Noten. Auch ein leichter Duft nach Rosinen steigt mir in die Nase.

Der Antrunk ist von mittlerer Süße. Dabei stört mich aber, dass das Bier zwar eine sehr feinperlige Kohlensäure enthält, dass davon aber nur wirklich wenig vorhanden ist. Auf der Zunge ist das Bier sehr schlank und mit einer süß-säuerlichen Fruchtigkeit eigentlich nicht schlecht. Nur die kaum vorhandene Kohlensäure lässt das frisch eingeschenkte Bier beinahe abgestanden erscheinen. Der Abgang ist leicht fruchtig und ich vermisse jegliche Bitterstoffe.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

7,2 %

Brauerei:

Licher Privatbrauerei Jhring-Melchior GmbH
In den Hardtberggärten
35423 Lich
www.licher.de

für

Benediktiner Weißbräu GmbH
Kaiser-Ludwig-Platz 1
82488 Ettal
www.benediktiner-weissbier.de

Schneider TAP5 – Meine Hopfenweisse

Die Brauerei aus dem bayrischen Kelheim verspricht viel, wenn das Bier beschrieben wird, das jetzt vor mir steht, Meine Hopfenweisse genannt: “Gehen Sie auf Entdeckung: “Meine Hopfenweisse” – das unvergleichliche Genusserlebnis, das alle Vorstellungen übertrifft… hopfig, aber blumig, herb vollmundig, und doch mit malzaromatischer Süße – so facettenreich kann Weissbier schmecken. Ein Hochgenuss speziell nach Schneider-Art! Und zu würzigen Gerichten und raffinierten Schokoladen ein wahres Feuerwerk der Sinne!” Na, dann wollen wir mal sehen.

Golden wie ein Weizenfeld und hefetrüb präsentiert sich Meine Hopfenweisse im Glas. Die Kohlensäure dieses Weizen-Doppelbocks ist sehr aktiv und es bildet sich stiltypisch viel sahniger Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist betörend. Düfte nach Zitrone, Orangenschale, Kandis und Toffee steigen mir neben einem intensiven Bananenduft in die Nase, unterstützt durch einige blumige Noten. Ein so komplexes Aroma macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht süß, dabei aber frisch. Auf der Zunge lässt Meine Hopfenweisse die Muskeln spielen. Das Malz prägt neben blumigen Noten den Geschmack. Er lässt sich durchaus als wuchtig beschreiben. Der Abgang ist freundlich bitter und er klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Tradition, Hallertauer Saphir), Hefe

Alkoholgehalt:

8,2 % Vol.

Stammwürze:

18,5 %

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

G. Schneider & Sohn GmbH
93309 Kelheim
www.scheider-weisse.de

LaBieratorium Ordinary Bitter

Bitter ist ein obergäriger, englischer Bierstil mit einem Alkoholgehalt zwischen 3 % und 7 % Vol. sowie einer goldenen bis rötlichen Farbe.

Das Bitter hat in der Regel wenig Kohlensäure und ein moderates Hopfenaroma. In England werden “Bitter” und “Pale Ale” synonym verwendet. Dies ist historisch begründet, da im 19. Jahrhundert die beliebten Pale Ales mit ihrem bitteren, hopfenaromatischen Charakter auch als “Bitters” bezeichnet wurden. In den USA beispielsweise wäre diese Gleichsetzung der Begriffe irreführend, da Pale Ales dort in der Regel sehr stark gehopft sind und ein anderes Geschmacksprofil aufweisen. (Quelle: craftbeer-revolution)

Bernsteinfarben und mit einer ordentlichen Portion Hefe strahlt mir das Bier entgegen. Die Schaumkrone ist durchschnittlich voluminös und sie bleibt auch durchschnittlich lange erhalten.

Das Bier duftet frisch und fruchtig. Düfte nach Toffee, Limone, Gras sowie einige würzige Noten. Das lässt ein wirklich leckeres Bier erwarten.

Der Antrunk ist recht süß, durch die gut dosierte feinperlige Kohlensäure aber frisch. Auf der Zunge entwickelt sich der Geschmack nach Toffee, zusammen mit einer angenehmen Fruchtigkeit und etwas Bitter. Die Bitterstoffe verstärken sich im Abgang, wo sie lange nachklingen.

Das Ordinary Bitter ist ein sehr ansprechendes Bier für den Sommer, das deutlich an ein Pale Ale erinnert.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Caramalz Hell, Wiener Malz), Weizenmalz, Hopfen (Perle, Mandarina Bavaria), Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

12,3 %

Bittereinheiten:

35 IBU

Brauerei:

LaBieratorium GmbH
Finsterwalderstr. 41 a
03048 Cottbus
www.labieratorium.de

Borbecker Märzen

Märzen, häufig auch als Festbier bezeichnet, ist ein untergäriger Bierstil, der lange Zeit fast ausschließlich in Bayern und in Österreich gebraut wurde. Die Stammwürze beträgt in der Regel 13 bis 15° Plato, wodurch das Märzen zu einen durchschnittlichen Alkoholgehalt von 5 bis 6 Prozent aufweist. Märzenbiere sind malzbetont, aber der Brauer kann ihm auch eine deutliche Hopfenbittere hinzufügen. Märzen sind vollmundig und herzhaft. Jetzt steht das Märzen aus der Reihe “Borbecker Spezialitäten” aus der Brauerei Stauder in Essen vor mir.

In einem schönen Goldgelb zeigt sich das Bier im Glas. Es bildet leicht überdurchschnittlich viel feinporigen Schaum, der durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist malzig. Der Duft von Biskuitteig steigt mir in die Nase. Ich würde mir etwas mehr Hopfen wünschen, aber das ist mein persönlicher Geschmack.

Der Antrunk ist angenehm leicht süß. Im Gegensatz zu vielen anderen Bieren enthält es reichlich Kohlensäure. Dadurch ist der erste Eindruck sehr frisch. Auf der Zunge ist das Bier vollmundig und moussierend, intensiv und süffig. Der Alkoholgehalt von 6 Volumenprozent ist gut versteckt. Im Abgang zeigt sich ein leichtes angenehmes Bitter, das recht lange nachklingt.

Liebhaber milder Biere sind mit dem Märzen aus Borbeck gut bedient.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Brauerei:

Privatbrauerei Jacob Stauder
Stauderstr. 88
45326 Essen
www.stauder.de

Brugse Zot

In Deutschland wie in Belgien werden zu besonderen Anlässen spezielle Biere gebraut. Ich denke dabei an die Weihnachtsböcke wie auch an den Maibock, der von immer mehr Brauereien in Deutschland angeboten wird. Weihnachten und der Mai sind ja Anlässe, die uns klar vor Augen stehen. Aber das Bockbier, das jetzt vor mir steht, erinnert an ein Ereignis, das im Mittelalter in Brügge vorgefallen ist.

Die Geschichte des Brugse Zot geht auf die mittelalterliche Legende um Kaiser Maximilian von Österreich zurück. Nach dem Tod seiner Frau Maria von Burgund übernahm Maximilian 1482 die Regentschaft über die Niederlande, zu denen damals auch Brügge gehörte. Die Bürger von Brügge hatten jedoch ihre Schwierigkeiten, sich der strengen Herrschaft ihres neuen Herrschers unterzuordnen. Die Steuern waren hoch und es herrschte ein Klima der Unzufriedenheit und des Aufruhrs.

Als Maximilian im Frühjahr 1488 nach Brügge kam, um eine Revolte zu unterdrücken, kerkerten die Brügger ihren Fürsten ein. Nach der Freilassung rächte sich Maximilian, indem er Feste und Jahrmärkte verbietet. Um ihn zu beruhigen, veranstalteten die Brügger ein großes Fest zu seinen Ehren, bei dem sie eine farbenfrohe Prozession von ausgelassenen Partygästen und Narren an ihm vorbeiziehen ließen. Danach baten sie ihn um die Erlaubnis, neue Messen abzuhalten und ein neues Narrenhaus zu bauen. Die Antwort von Maximilian? Schließen Sie alle Tore von Brügge und Sie haben die Narren!

Seitdem lautet der Spitzname der Einwohner “Brugse Zotten” (Narren) und wird auch in der Geschichte der Stadt genannt. Mit der Herstellung des Stadtbiers “Brugse Zot” erinnert die Brauerei De Halve Maan die Einwohner von Brügge mit einem Augenzwinkern an ihre Geschichte.

Heute ist Brugse Zot, neben Straffe Hendrik, das einzige Bier, das in der historischen Innenstadt von Brügge gebraut wird. Als vor einiger Zeit die Brauerei in der Innenstadt zu klein wurde, verlegte die Brauerei die Abfüllung in ein zweites Werk außerhalb von Brügge. Zunächst wurde das Bier in LKW von der Brauerei zur Abfüllung gebracht, was bei den schmalen Straßen der mittelalterlichen Stadt eine deutliche Verkehrsbelastung bedeutete. Daher hat die Brauerei eine Pipeline bauen lassen, durch die das Bier seinen Weg zur Abfüllung findet.

Das Brugse Zot wurde in den vergangenen Jahren insgesamt sieben Mal ausgezeichnet, unter anderem beim World Beer Cup und beim European Beer Star. Jetzt ist es aber an der Zeit, die Flasche zu öffnen und das Bier zu verkosten.

Goldgelb und leicht hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine sehr voluminöse sahnige Schaumkrone, die auch sehr lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier sehr ansprechend.

Das Aroma ist fruchtig. Der Duft von Ananas und Malz steigt mir in die Nase. Das ist wirklich angenehm, allerdings fehlen mir bittere und würzige Noten.

Der Antrunk ist frisch und fruchtig mit einer zurückhaltenden Süße. Auf der Zunge kommt eine leichte Säure dazu. Auch der Abgang ist überraschend frisch und fruchtig, aber fast ohne Bitterstoffe. Das wenige Bitter klingt aber lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Kandiszucker

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij De Halve Maan
Walplein 26
8000 Brügge
Belgien
www.brugsezot.be

Giesinger Weißbier

Erst im Jahr 2006 wurde die Brauerei im Münchner Stadtteil Untergiesing gegründet. Ursprünglich brauten die beiden Gründer ihr Bier in einer Garage. Inzwischen hat sich viel getan und die beiden haben nicht nur eine Brauereigaststätte eröffnet, sondern planen derzeit einen zweiten Produktionsstandort in Milbertshofen. Baubeginn des etwa 15 Millionen teuren Neubaus soll im November 2018 sein. Auf diese Weise soll die Produktionskapazität von 12.000 Hektolitern pro Jahr auf 32.000 Hektoliter vergrößert werden. Der alte Standort in der Giesinger Martin-Luther-Straße soll aber erhalten bleiben und dem Brauen der saisonalen Biersorten dienen. Jetzt steht ein typischer bayrischer Bierstil vor mir, das Giesinger Weißbier.

Bereits beim Einschenken steigt mir ein intensives Bananenaroma in die Nase. So intensiv erlebe ich es bei wenigen Weizenbieren. Bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier. Darüber bildet sich eine für ein Weizenbier erstaunlich kleine Krone aus gemischtporigem Schaum, der recht schnell in sich zusammenfällt.

Der Antrunk ist recht süß, wobei die reichlich vorhandene Kohlensäure das Bier von Anfang an frisch und spritzig macht. Schnell mischen sich in die Süße eine fruchtige Säure sowie ein leichtes Bitter. Dadurch ergibt sich ein runder und Voller Geschmack. Der Nachklang zeichnet sich durch ein freundliches leichtes Bitter mit langem Nachklang aus.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Brauerei:

Giesinger Biermanufaktur &
Spezialitätenbraugesellschaft mbH
Martin-Luther-Str. 2
81539 München
www.giesinger-braeu.de