Archiv der Kategorie: Biertest

Twin Peak

Wieder einmal ist ein Paket von Maisel mit einer Flasche Bier bei mir eingetroffen, dem Twin Peak. Es handelt sich dabei um das Siegerbier des ersten Hobbybrauerwettbewerbs, den die Brauerei Maisel & Friends gemeinsam mit der BrauBeviale ausgerichtet haben. Entwickelt hat diesen Weizen-Doppelbock Max Luttner, ein Polizeibeamter aus Schrobenhausen. Dieser profitierte vom Know How seines Sohnes, der Brauer gelernt hat. Teil des Preises war, dass er sein Siegerbier auf der 25 hl-Anlage bei Maisel & Friends brauen durfte. Und so hat eine Flasche auch den Weg zu mir nach Essen gefunden.

Der Sondersud strahlt nach Bernstein und bildet viel festen Schaum, der lange erhalten bleibt. Auffällig ist die viele Hefe, die das Bier enthält.

Intensive Aromen nach Banane verwöhnen meine Nase, unterstützt durch Noten nach Nelken und Vanille. Zusammen mit der hervorragenden Optik kann ich mir bereits jetzt vor dem ersten Schluck vorstellen, weshalb dieses Bier den Wettbewerb gewonnen hat.

Der Antrunk ist süß und fruchtig. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Der Alkohol ist sehr gut eingearbeitet und das Bier ist vollmundig. Auch der Abgang ist durch den Bananengeschmack geprägt. Bitterstoffe sind so gut wie nicht vorhanden.

Dieses süffige Bier überrascht dadurch, dass es keine Überraschungen bietet. Von Anfang bis Ende dominiert das Bananenaroma der Hefe. Dabei wird es aber niemals langweilig. Obwohl das Twin Peak nicht sonderlich komplex ist, passt es doch zu sehr vielen Speisen. Nicht nur zu einem süßen Pfannkuchen mit Früchten lässt es sich genießen, auch zu mit Curry gewürzten Speisen kann ich es mir vorstellen, genau wie zu Fisch oder Geflügel. Ein Bier wie dieses möchte ich häufiger vor mir haben.

Und wie gesagt: Es handelt sich um einen Sondersud. Wenn er weg ist, ist er weg. Dann gibt es ihn nicht wieder. Derzeit gibt es das Bier aber im Brauereishop in Bayreuth sowie unter www.flaschenfreund.de.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen (Bavaria, Mandarina, Hallertauer Smaragd, Münchner Malz), Hefe

Alkoholgehalt:

7,8 % Vol.

Stammwürze:

18,5° Plato

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Anchor Porter

Das Anchor Porter aus San Francisco, das jetzt vor mir steht, wird bereits seit dem Jahr 1972 gebraut. Zunächst gab es dieses Bier nur als Fassware, aber seit 1974 wird es auch in Flaschen abgefüllt. Nach eigenen Angaben ist Anchor Brewing die älteste Craft Beer-Brauerei der USA. Dann muss das Bier ja etwas Besonderes sein. Als ich mir die Flasche ansehe, fällt mir auf dem Kronkorken die Inschrift “Use Opener” auf. Na klar, einfacher komme ich nicht an das Bier.

Tiefschwarz und blickdicht zeigt sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine sehr feste hellbraune Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist ungewöhnlich komplex. Düfte nach Schokolade, Toffee, Espresso und Waldhonig steigen mir in die Nase. Da merkt man die Leidenschaft der Brauer.

Der Antrunk ist für ein Porter erstaunlich trocken. Recht viel sehr feinperlige Kohlensäure verleiht dem Bier eine nicht erwartete Frische. Der Körper ist mild ohne Bitterstoffe und mit einer leichten Säure. Durch das fehlende Bitter ist das Bier nicht wirklich rund, weis aber auch zu gefallen. Der Abgang ist durch eine leichte Fruchtigkeit geprägt und erst im langen Nachklang kommen die Röststoffe zum Tragen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Northern Brewer), Hefe

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Brauerei:

Anchor Brewing Company
1705 Ariposa Street
San Francisco, CA 94107
www.anchorbrewing.com

Dieses Bier können Sie ab 12 Flaschen oder einem Bestellwert von mindestens 49 Euro (auch gemischt) versandkostenfrei online bestellen:

Edelhopfen Extra

Maisel ist ja eher für seine Weizenbiere bekannt. Jetzt steht aber ein Pils aus der Bayreuther Brauerei vor mir. Das ist nichts besonderes, denn auf ein Pils kann kaum eine Brauerei verzichten. Aber dieses Bier ist schon etwas anders, denn es handelt sich um ein kalorienreduziertes Pils, das aber trotzdem vom Alkoholgehalt her im Durchschnitt liegt. Diesen Effekt erreicht Maisel, indem das Bier höher vergoren wird als normal. Dadurch wird mehr Alkohol gebildet, der aber anschließend teilweise wieder entzogen wird. Dadurch enthält das Bier nach Angaben der Brauerei 75 % weniger Kohlenhydrate als das “normale” Pils von Maisel und kommt auf lediglich 30 Kilokalorien pro 100 ml. Dafür enthält das Bier nicht so viel Malzzucker wie ein normales Pils und ist daher trockener. Wie sich das auf den Geschmack auswirkt will ich jetzt testen.

Strohgelb und kristallklar präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist nicht allzu groß, bleibt aber durchschnittlich lange erhalten.

Das Bier duftet nach Karamell, Biskuit und leicht nach Zitrone. Bis hierhin gefällt mir das Bier schon mal.

Der Antrunk ist spritzig und frisch, dabei wie erwartet recht trocken. Auf der Zunge ist das Bier sehr schlank und wirkt fast wie ein alkoholfreies Bier. Die Bitterstoffe sind nur sehr knapp dosiert. Erst im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger, bleibt aber eher diskret. Trotzdem klingt der Geschmack lange nach.

Das Bier würde als alkoholfreies Pils eine gute Figur machen, aber bei fast fünf Prozent Alkohol hätte ich mehr Geschmack erwartet.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenauszüge

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

9,5° Plato

Brauerei:

Gebr. Maisel KG
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.edelhopfen.de

Slaapmutske Bruin

Der Name der Brauerei hat eine Geschichte: Der Brauer Dany hatte die Aufgabe, einen Namen für seine neue Brauerei zu finden. Er und seine Frau hatten gerade ihr erstes Kind bekommen, und die Familie hatte die Tradition, dass der stolze Vater ein Bier braute, um es mit Familie und Freunden zu teilen, die kamen, um ihnen zu gratulieren. Um das neue Baby ruhig zu halten, wurde der Schnuller des Babys ein paar Mal in Danys Bier getaucht. Er bemerkte, dass der biergetauchte Schnuller eine beruhigende Wirkung auf das Baby hatte und damit hatte er den Namen der Brauerei: Slaapmutske (Schlafmütze), daher auch die Grafik auf dem Etikett.

Tiefrot bis kupferfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier. Darüber eine sehr große Krone aus festem beigem Schaum, der sehr lange erhalten bleibt. Die Optik ist schon mal sehr ansprechend.

Komplexe Aromen von Karamell, Brotrinde und Pflaumen verwöhnen meine Nase, unterstützt von einigen würzigen Noten. Langsam beginne ich, mich in dieses Bier zu verlieben.

Der Antrunk ist süß, dabei aber mit reichlich dosierter Kohlensäure spritzig und frisch. Auf der Zunge lässt die Frische nach und der Geschmack nach Pflaumen und Feigen kommt zum Vorschein, begleitet mit etwas sanftem Bitter. Der Alkohol ist in diesem vollmundigen Bier gut eingearbeitet. Der Abgang ist überraschend mild und schlank mit wenigen bitteren Noten, die aber lange nachklingen.

Das Slaapmutske Bruin ist ein schönes Bier für den Winter und passt gut zu Muscheln.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Koriander, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Stammwürze:

14° Plato

Brauerei:

Brasserie Slaapmutske
Oefenpleinstraat 15
9090 Melle
Belgien
www.slaapmutske.be

Paulaner Oktoberfest Bier

Das Oktoberfest in München gilt als das größte Bierfest der Welt. Eine Besonderheit des Oktoberfestes ist, dass nur sechs Brauereien aus München auf der Wiesn ausschenken dürfen. Neben Augustiner, Hacker Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu und Spaten gehört auch Paulaner zu diesem illustren Kreis. Auch wenn das diesjährige Oktoberfest schon einige Zeit vergangen ist, steht jetzt das Oktoberfest Bier von Paulaner vor mir.

Hellgold strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber bildet sich leicht überdurchschnittlich viel feinporiger Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert, unterstützt durch einige würzige Noten des Hopfens. Damit ist das Aroma nicht sonderlich komplex, aber durchaus angenehm. Dazu trägt auch bei, dass dieses Bier ohne Hopfenextrakt gebraut wird.

Beim ersten Kontakt mit der Zunge zeigt sich eine leichte Süße, die durch recht wenig sehr feinperlige Kohlensäure begleitet wird. Das Bier erzeugt ein volles Mundgefühl. Dabei kommt ein leichtes Bitter zum Vorschein. Im Abgang wird das Bitter etwas stärker, es klingt aber nur kurz nach.

Das Paulaner Oktoberfest Bier lässt sich gut trinken. Es ist wirklich nicht schlecht, aber auch kein großer Genuss. Es ist eher für das Trinken großer Mengen geeignet.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Brauerei:

Paulaner Brauerei Gruppe GmbH & Co. KGaA
Ohlmüllerstr. 42
81541 München
www.paulaner.de

Klosterhof Hopfenfuchs

Zunächst einmal das Versprechen der Brauerei zum Klosterhof in Heidelberg: “Eine ganz besondere Bierspezialität, mit dem besonderen Hopfenaroma ohne bitter zu sein. Frisch gepflückter Bio-Cascade Hopfen aus der Hallertau und verschiedenste Biomalze machen unseren Hopfenfuchs zu einem besonderen Genuss für alle Sinne.” Na, dann wollen wir doch mal sehen, was der Braumeister für uns gezaubert hat.

Die Farbe bewegt sich irgendwo zwischen fuchsrot und bernsteinfarben. Damit wäre schon mal die Namensgebung dieses Bieres geklärt. Das hefetrübe Bier bildet eine durchschnittliche Schaumkrone, die leicht beige ist und durchschnittlich lange erhalten bleibt.

In der Nase halten sich Karamell- und Zitrusaromen die Waage. Sie werden durch den Duft von Gras unterstützt. Damit macht der Hopfenfuchs schon mal einen guten Eindruck.

Der Antrunk zeigt, dass dieses Bier viel sehr feinperlige Kohlensäure enthält. Die Süße ist nicht sonderlich ausgeprägt, aber eindeutig vorhanden. Auf der Zunge zeigt sich eine gute Balance zwischen Süße, Säure und Bitterstoffen. Die Fruchtnoten des Hopfens halten sich diskret im Hintergrund und dienen lediglich der Abrundung des Geschmacks. Der Abgang ist angenehm kräftig bitter und die Grasnoten kommen wieder zum Tragen. Der Geschmack klingt durchschnittlich lange nach.

Der Hopfenfuchs ist das Bier, das mir von den Erzeugnissen der Brauerei zum Klosterhof am Besten gefällt. Die Brauerei schreibt weder auf der Website noch auf dem Etikett der Flasche, um welchen Bierstil es sich handelt; ich halte es aber für ein Bockbier.

Zutaten:

Wasser, Bio-Gerstenmalz, Bio-Aromahopfen (Cascade, Perle, Tradition, Tettnanger), Hefe

Stammwürze:

13 %

Brauerei:

Brauerei zum Klosterhof GmbH
Stiftweg 4
69118 Heidelberg
www.brauerei-zum-klosterhof.de

elbPaul Pale Ale

Dirk Paul, der Inhaber der Brauerei elbPaul in Hamburg hat sich zur Aufgabe gemacht, alte Biersorten neu zu entdecken. Um das volle Aroma zu erhalten verzichtet er auf eine Filterung und Pasteurisierung seiner Biere. Von ihm steht jetzt das Pale Ale vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Bernsteinfarben und leicht hefetrüb strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber thront ein überdurchschnittlich voluminöser gemischtporiger Schaum mit einem leichten Stich ins Beige, der lange erhalten bleibt. Optisch hat Dirk schon mal alles richtig gemacht.

Weiche Hopfenaromen steigen mir in die Nase. Der Duft nach Zitrusschalen und einige würzige Noten mischen sich mit Biskuit. Ja, bis hierhin gefällt mir das hanseatische Pale Ale.

Leicht süß und spritzig begrüßt das Bier meine Zunge. Dazu kommen schnell die Zitrusnoten sowie ein gut ausgewogenes Bitter, das im Abgang kräftiger wird und lange nachklingt.

Zum Pale Ale von elbPaul passt eine Pizza oder eine Tomatensuppe.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Stammwürze:

13,5° Plato

Bittereinheiten:

20 IBU

Brauerei:

Pauls Spezialitätenbrauerei & Destille GmbH
Jaffestr. 8
22861 Hamburg
www.elbpaul.de

Yokohama Kapitein Rooijbosch

Der legendäre Kapitän Rooijbosch gab seinen beiden Besatzungsmitgliedern Jo und Ko Dees im 17. Jahrhundert den Befehl, an Land in Japan zu gehen. Die unschlagbaren Japaner nannten ihr Dorf nach diesem Auftrag aus Respekt Yokohama.

Das Bier, das jetzt seinen Namen trägt, verdankt seinen Geschmack dem japanischen Hopfen Sorachi Ace, der für diese Brauerei entwickelt wurde.

Kupferfarben präsentiert sich das Yokohama Kapitein Rooijbosch im Glas, zusammen mit einer sehr voluminösen Krone aus sahnigem hellbraunem Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet intensiv nach Trockenpflaumen, Karamell und Kräutern. Den Roibuschtee, der ebenfalls in dem Bier verbraut wurde, kann ich in der Nase nicht feststellen.

Der Antrunk ist süß und fruchtig; das Mundgefühl ist fas dickflüssig. Für die Süße enthält das Bier für meinen Geschmack zu wenig Kohlensäure. Auf der Zunge bleibt die Süße dominant. Ich schmecke Rosinen und Pflaumen. Die Bitterstoffe des Hopfens bleiben weitgehend im Hintergrund, aber trotzdem macht das Bier einen ausgewogenen Eindruck. Auch im Abgang bleibt die Süße erhalten. Jetzt kommt auch ein freundliches Bitter dazu. Der Abgang klingt sehr lange nach.

Die Süße und Fruchtigkeit stehen von Anfang bis Ende im Mittelpunkt. Für ein IPA sind die Bitterstoffe sehr zurückhaltend. Das Yokohama Kapitein Rooijbosch ist ein ungewöhnliches Bier, das seinen Stil nicht wirklich trifft. Trotzdem mag ich es.

Alkoholgehalt:

7 % Vol.

Bittereinheiten:

30 IBU

Brauerei:

Bierbrouwerij Vermeersen
Absdaalseweg 2
4561GG Hulst
Niederlande
www.vermeersen.com

Bacchus Vlaams Oud Bruin

So wie Gueuze-Bier ist auch dieses Bier auch ein echtes flämisches Regionalprodukt. Im römischen Pantheon war Bacchus (Sohn des Jupiters) der Gott des Weins, des Trinkens und der allgemeinen Trunkenheit. So erhielt das Bier 1954 aufgrund seines weinartigen Geschmacks seinen Namen.

Als Luc Van Honsebrouck beschloss, das Brauen von Pils einzustellen, schloss er einen Vertrag mit Krüger aus Ostflandern ab. Krüger fing an, Bacchus in seinen Cafés zu bedienen und im Gegenzug verkaufte Krüger in seinen Betrieben Pils. Schnell war Bacchus weitaus stärker gefragt. Der eigentliche Durchbruch gelang dem Bier 1975, als die Nachfrage nach Rodenbach (ebenfalls ein “Oud Bruin”) exponentiell zunahm und die Brauerei nicht mit der Nachfrage mithalten konnte. So wurde die Produktion von Bacchus intensiviert. Innerhalb weniger Jahre stieg die Produktion auf rund 25.000 hl.

Und so steht das Bier jetzt auch vor mir. Es wurde in gebrauchten Rotweinfässern aus Eiche gereift, so dass ich auch weinartige Nuancen erwarten kann. Außerdem hat dieser Bierstil die Eigenschaft, dass das Bier lange gelagert werden kann und in der Flasche nachreift. Dabei verändert sich auch der Geschmack, was in diesem Fall kein Fehler ist. Im Gegenteil: einige Brauereien lassen ihr Oud Bruin zum Gran Cru reifen.

Dunkel kastanienbraun mit einer durchschnittlichen Krone aus mittelbraunem sahnigem Schaum, der lange erhalten bleibt, präsentiert sich das Bier im Glas. Die Optik ist schon mal erstklassig.

Das Aroma ist betörend. Trockenfeigen, deutliche Rotweinnoten, Holzaromen und Vanille umschmeicheln meine Nase.

Der Antrunk ist nicht so süß wie ich es erwartet hätte. Die Kohlensäure ist nur in Spuren vorhanden, was aber durchaus stiltypisch ist. Als sich das Bier auf der Zunge verteilt überrascht mich zunächst die deutliche Säure, die zunächst an Balsamico erinnert, dann aber schnell weinig wird. Dabei ist das Bier recht trocken, wodurch die Holznoten und die Vanille gut zum Ausdruck kommen. Im Abgang klingt die Säure noch kurz nach.

Das Bier ist gut als Aperitif vor einem Festessen geeignet.

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Stammwürze:

11,5° Plato

Brauerei:

Brouwerij Van Honsebrouck
Ingelmunstersestraat 46
8870 Emelgem (Izegem)
Belgien
www.vanhonsebrouck.be

Rook & Vuur

Die Brouwerij de Molen ist eine Craft Beer-Brauerei mit Sitz in Bodegraven, etwa 30 Autominuten von Amsterdam entfernt. Die Brauerei ist für ihr vielfältiges Angebot an handwerklich hergestellten Bieren bekannt. Ihre Rezepte und Brauprozesse sind sehr spezifisch, um die Aromen und die Bitterkeit zu erreichen, die die Biere dieser Brauerei einzigartig machen. Alle sechs Wochen bringt die Brauerei ein neues Bier auf den Markt, das es vorher noch nicht gab und das es wahrscheinlich nie wieder geben wird. Im Jahr 2017 produzierte die Brauerei etwas mehr als 10.000 Hektoliter. Etwa die Hälfte des Bieres wird in ungefähr 30 Länder weltweit exportiert. Aus dieser Brauerei stammt das Rook & Vuur (Rauch & Feuer), das jetzt vor mir steht. Mit Rauchmalz und Chillies gebraut verspricht es, etwas ganz Besonderes zu sein. Mal sehen, ob es dieses Versprechen auch halten kann.

Praktisch blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Die hellbraune Schaumkrone ist durchschnittlich voluminös, hellbraun und feinporig. Sie bleibt sehr lange erhalten.

Intensive Röststoffe steigen mir mit dem Duft nach Buchenrauch und geräuchertem Speck in die Nase. Dazu kommt noch die Süße nach Pumpernickel und der Duft dunkler Schokolade. Das macht Lust auf den ersten Schluck, auch wenn ich doch hoffe, dass die Chillies nicht zu kräftige Schärfe ins Bier bringen.

Rauch und eine angenehme Süße prägen den ersten Eindruck auf der Zunge. Das Mundgefühl ist cremig und voll. Der Geschmack von geräuchertem Speck, gegrilltem Fleisch und Schokolade mischt sich mit dem von Nüssen und Brombeeren. Und nein, die Chillies sind nicht im Vordergrund, sondern runden den Geschmack subtil ab. Im Abgang lässt die Süße nach und der Rauch verstärkt sich. Jetzt schmecke ich auch die 8,2 Volumenprozente Alkohol, der für einen sehr langen Nachklang sorgt.

Zutaten:

Wasser, Malz Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,2 % Vol.

Brauerei:

Brouwcafè de Molen
Overtocht 43
2411 BT Bodegraven
Niederlande
www.brouwerijdemolen.nl