Archiv der Kategorie: Biertest

König Rotbier

Rotbier ist ein alter Bierstil, der in den letzten Jahren eine gewisse Renaissance erlebt hat. Aus alten Schriftstücken des 17. Jahrhunderts geht hervor, dass damals das Rotbier gegenüber dem Weißbier bevorzugt wurde, da es einen vollmundigeren und runderen Geschmack hat. Rot wurde das Bier aufgrund der damaligen Malzherstellung. Wichtig ist als Zutat das sehr spezielle Melanoidinmalz, das für das vollmundige Aroma und den rötlichen Sud sorgt. Auch die König Brauerei aus Duisburg hat im März 2019 ein Rotbier auf den Markt gebracht, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.

Die Farbe des König Rotbiers ist vergleichsweise blass, nicht so intensiv wie bei vielen handwerklich hergestellten Rotbieren, die ich bereits verkostet habe. Der elfenbeinfarbene Schaum bleibt lange auf dem Bier erhalten.

Das Bier duftet nach Karamell. Dieses Aroma wird durch einige würzige Noten unterstützt.

Der Antrunk ist frisch und die Kohlensäure ist reichlich bemessen. Auf der Zunge bleibt das Bier mild, die Bitterstoffe des Hopfens halten sich diskret im Hintergrund, sie sind gerade so bemessen, dass ein runder Geschmack entsteht. Dominant ist aber der Karamellgeschmack des Malzes. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und der Geschmack klingt durchschnittlich lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12,4 %

Brauerei:

König-Brauerei GmbH
Friedrich-Ebert-Straße 308
47139 Duisburg
www.koenig.de

La Botteresse Miel

Die Brauerei La Botteresse ist eine belgische handwerkliche Mikrobrauerei, die in dem Dorf Sur-Les-Bois (Gemeinde Saint-Georges) in der wallonischen Provinz Lüttich ansässig ist.

Die Brauerei ist bekannt dafür, dass sie natürliche Biere mit intensivem Geschmack herstellt, die unter den Marken La Botteresses und Sur-les-Bois- vertrieben werden. Die Biere werden in den meisten großen und mittelgroßen Supermärkten der Provinz Lüttich angeboten und sind auch in einigen Restaurants erhältlich.

Eine Zutatenliste ist auf der Flasche nicht vorhanden, es werden lediglich die Allergene aufgelistet. Auch auf der Website der Brauerei steht nicht viel über das Bier, lediglich, dass für dieses Bier zwölf Kräuter und regional erzeugter Honig verwendet wurden. Dann will ich mich mal an die Verkostung machen.

Dunkel bernsteinfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich voluminöse Schaumkrone ist größtenteils feinporig, fällt aber überraschend schnell in sich zusammen.

Das Aroma ist nicht so komplex wie ich es aufgrund der vielen Kräuter erwartet habe. Düfte nach Toffee und Waldhonig steigen mir in die Nase, begleitet vom Duft des Alkohols.

Der Antrunk ist für ein Honigbier überraschend trocken, so dass auch die knapp dosierte Kohlensäure durchaus ausreichend ist. Als sich das Bier auf der Zunge verteilt kommt eine angenehme Säure dazu, die mich etwas an Apfelessig erinnert. Dabei halten sich Süße und Säure in etwa die Waage. Auch der Abgang ist trocken mit einer leichten Säure. Bitterstoffe kann ich nicht schmecken und der Geschmack klingt nur sehr kurz nach.

Bei der angenehmen und deutlich zu schmeckenden Säure vermute ich fast, dass beim Brauvorgang auch Brettanomyces zum Einsatz gekommen sind.

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Brauerei:

Brasserie La Botteresse SCRL
Rue Fond Méan 6
4470 St. Georges
Belgien
www.labotteresse.be

Weihenstephaner Original Helles

Die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan wurde vor fast eintausend Jahren als Klosterbrauerei der Benediktinermönche gegründet. Später wurde sie Königlich Bayerische Staatsbrauerei, und ist heute ein Regiebetrieb des Freistaates Bayern und damit nach eigenen Angaben die älteste noch bestehende Braustätte der Welt. Von dort kommt das Helle, das jetzt vor mir steht. An dieses Bier kann ich wohl mit Fug und Recht einige Ansprüche stellen, hat es doch bei den World Beer Awards und den Australien International Beer Awards jeweils Gold geholt.

In hellem Gold strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die Schaumkrone ist knapp durchschnittlich groß, bleibt aber lange erhalten.

Das Aroma ist malzbetont mit einigen leichten blumigen Noten. Damit erfüllt das Bier meine Erwartungen an ein Helles voll und ganz.

Der Antrunk ist relativ süß, was aber recht gut zur reichlich dosierten Kohlensäure passt. Auf der Zunge kommt ein leichtes Bitter dazu, so dass ein volles Mundgefühl entsteht. Im Abgang wird das Bitter kurz etwas kräftiger, lasst dann aber bis auf einen Rest zunächst schnell nach, der Rest klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

11,6 %

Bittereinheiten:

21 IBU

Empfohlene Trinktemperatur:

6° – 8° C

Brauerei:

Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan
Alte Akademie 2
85354 Freising
www.weihenstephaner.de

Urthel Saisonnière

Die Brauerei Palm, aus der das Urthel Saisonnière stammt, das jetzt vor mir steht, ist ja eher für Massenbiere bekannt. Aber da auch andere Großbrauereien manchmal Biere auf den Markt bringen, die mich begeistern können, werde ich jetzt das Urthel verkosten.

Intensiv goldfarben mit reichlich sahnigem Schaum, der lange erhalten bleibt, strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen.

Neben Toffeeduft steigen mir auch einige fruchtige Aromen in die Nase, besonders nach Zitrusfrüchten und überreifen Äpfeln. Bis hierhin gefällt mir das Bier durchaus.

Der Antrunk ist trocken und spritzig. Als sich das Bier im Glas verteilt, wird die Fruchtigkeit durch die Bitterstoffe beinahe überdeckt, was ich etwas schade finde. Trotzdem sorgt das Bier für ein volles Mundgefühl. Ich meine jetzt, dass das Urthel Saisonnière zu einem belgischen Essen mit Pommes und Steak oder gegrilltem Fisch durchaus angemessen ist, es alleine zu trinken ist aber nicht so meins. Der Abgang ist dann überraschend mild; trotzdem klingt der Geschmack noch sehr lange nach.

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Brauerei:

Palm NV/SA
Steenhuffeldorp 3
1840 Steenhuffel
Belgien

Schumacher Alt

In der Altstadt von Düsseldorf befindet sich die Brauerei Schumacher, traditionell bekannt für sein hervorragendes Altbier, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.

Bereits bevor ich die Flasche öffne fällt mir das kurze Mindesthaltbarkeitsdatum auf. Es weist darauf hin, dass das Altbier nicht alt werden darf, da es nicht pasteurisiert ist.

Im Glas präsentiert sich das Bier in einer kastanienbraunen Färbung und mit einer festen Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Bei der Optik haben die Rheinländer also schon mal nichts falschgemacht.

Röstaromen steigen mir in die Nase. Ich rieche frisches Brot, dunkle Schokolade sowie einen Hauch Vanille. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Eine leichte Süße ist der erste Eindruck, beim Kontakt des Biers mit der Zunge. Dazu kommt eine angenehme Frische, für die die recht großzügig dosierte und sehr feinperlige und sanfte Kohlensäure sorgt. Auf der Zunge kommen dann die Röststoffe zum Vorschein, das Kakaoaroma spiegelt sich auf der Zunge wider, unterstützt durch ein leichtes Bitter. Dabei bleibt die Frische aber erhalten. Ähnlich ist auch der Abgang. Zunächst kitzelt der Geschmack dunkler Schokolade die Kehle, bevor er durch ein freundliches Bitter mit sehr langem Nachklang abgelöst wird.

Wenn Sie einmal in der Altstadt von Düsseldorf unterwegs sind, sollten Sie unbedingt auch der Brauereigaststätte von Schumacher einen Besuch abstatten und das Alt dort vom Fass trinken.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

4,6 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Schumacher
Oststraße 123
40210 Düsseldorf
www.schumacher-alt.de

Préaris IPA

Préaris IPA ist ein belgisches India Pale Ale. Der Brauer hat mit dem Prearis Quadrupel den Preis als Beste Hobbybrauerin 2012 gewonnen. Jetzt steht das IPA aus der gleichen Brauerei vor mir und will versuchen, mich zu begeistern.

Bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine große feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Karamell, Grapefruit, Ananas und Maracuja. Schon das Aroma beweist, dass dieses Bier nicht “totgehopft” wurde, sondern dass auch das Malz zu seinem Recht kommt.

Der Antrunk ist für ein IPA recht süß und die sehr feinperlige Kohlensäure ist recht knapp dosiert. Hier würde ich mir etwas mehr wünschen. Als sich das Bier auf der Zunge verteilt überrascht mich, dass nicht die Fruchtigkeit im Vordergrund steht, sondern die Süße des Malzes und das Bitter des Hopfens. Trotzdem spiegeln sich die Aromen noch auf der Zunge wider. Die einzelnen Geschmackseindrücke verbinden sich zu einem vollmundigen Genuss, dabei bleibt das Bier frisch und süffig. Im Abgang tritt das Bitter noch weiter in den Vordergrund und es klingt noch lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Zucker

Alkoholgehalt:

6,7 % Vol.

Brauerei:

Vliegende Paard Brouwers
Beverhoutsveldstraat 33
8730 Oedelem
Belgien
www.prearis.be

Rothaus Tannenzäpfle Alkoholfrei

Das alkoholfreie Tannenzäpfle stammt aus der Brauerei Rothaus, die 200 Jahre alt ist und sich von einer Klosterbrauerei zur Badischen Staatsbrauerei Rothaus AG entwickelt hat. 2009 wurden die ersten alkoholfreien Biere auf den Markt gebracht und schließen damit an den Erfolg der Brauerei an.

In hellem Gold strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die sahnige weiße Schaumkrone bleibt lange erhalten.

Das Bier duftet nach frischem Brot, unterstützt durch eine leichte Süße sowie durch Kräuternoten.

Der Antrunk ist frisch und recht süß. Die feinperlige Kohlensäure ist für meinen Geschmack etwas zu knapp dosiert. Auf der Zunge kommt ein ordentliches Bitter dazu, das die anderen Geschmacknoten fast überdeckt, aber auch die Süße kommt mit einem angenehmen Karamellgeschmack noch durch. Im Abgang wird das Bier trockener, die Bittere verstärkt sich und klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt, Hopfen

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

14,5 %

Bittereinheiten:

25 IBU

Brauerei:

Badische Staatsbrauerei Rothaus AG
Rothaus 1
79865 Rothaus
www.rothaus.de

St. Feuillien Saison

St-Feuillien Saison ist das, was die Belgier ein Bier des Terroirs nennen, ein traditionelles Bauernhofbier mit dem ganzen reichen Geschmack des fruchtbaren Landes Südbelgiens. Saison, ein warmes, goldblondes Bier, ist ein obergäriger Klassiker. Saisonbiere wurden ursprünglich für die Feldarbeiter gebraut, die mit dem trockenen Schluck erfrischt wurden. Dank der zweiten Gärung in der Flasche hat Saison einen unverwechselbaren Geschmack voller reicher Nuancen und einer leichten Würze.

Hell bernsteinfarben und leicht hefetrüb ergießt sich das Bier ins Glas und bildet dabei sehr viel festen Schaum, der auch sehr lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Karamell und Südfrüchten, besonders nach Ananas, dazu kommen noch einige Kräuternoten und der typische Duft belgischer Bierhefe.

Der Antrunk ist frisch, wofür die reichlich vorhandene feinperlige Kohlensäure sorgt. Auf der Zunge entfalten sich die Geschmäcker nach Malz und Südfrüchten, eine leichte Säure und der Geschmack nach Süßholz sorgen für ein volles Mundgefühl und eine ordentliche Süffigkeit. Der Geschmack des Malzes steht aber eindeutig im Vordergrund, genau wie zunächst auch im Abgang, der mild mit einer leichten Fruchtigkeit beginnt, bevor ein leichtes Bitter zum Vorschein kommt, das überraschend lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfenpellets, Gewürze (Lakritz), Invertzucker, Hefe, Milchsäure, Calciumchlorid, Antioxidationsmittel: Ascorbinsäure (E300)

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Bittereinheiten:

26 IBU

Brauerei:

Brasserie St-Feuillien SA
Rue d’Houdeng 20
7070 Le Rœulx
Belgien
www.st-feuillien.com

Burgdorfer Schwarzbier

Jetzt habe ich mal wieder ein Bier aus der Brauerei Burgdorf in der Nähe von Hannover vor mir stehen. Es handelt sich um ein Schwarzbier, einen Bierstil, der bis zur Wende eher in der DDR beheimatet war, jetzt aber auch im Westen immer mehr Anhänger findet. Mal sehen, wie sich dieses Bier so macht.

Dunkelbraun und mit wenig grobporigem Schaum, der sich auch schnell auflöst, präsentiert sich das Bier im Glas. Mit dieser Farbe und ganz ohne Schaum erinnert es eher an Cola.

Düfte nach dunkler Schokolade und Brotkrume steigen mir in die Nase. Aromen des Hopfens kann ich in der Nase nicht feststellen.

Der Antrunk ist leicht süß, die Kohlensäure sehr feinperlig. Auf der Zunge entwickelt sich ein Schokoladengeschmack, dazu eine leichte Säure. Das Bier ist recht schlank und unausgeglichen. Mir fehlen Körper und die Weichheit, die ich von einem Schwarzbier erwarte. Erst im Abgang macht sich eine leichte Hopfenbittere bemerkbar, aber auch hier verschwindet der Geschmack sehr schnell.

Das Burgdorfer Schwarzbier ist absolut nicht meins. Schade. Andere Biere aus der Brauerei können mich durchaus begeistern. Ich habe keine Ahnung, weshalb das Schwarzbier so verunglückt ist.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

12 %

Farbe:

62,9 EBC

Brauerei:

Brauerei Burgdorf GmbH & Co. KG
Lise-Meitner-Str. 8
31303 Burgdorf
www.brauerei-burgdorf.de

Belle-Vue Kriek Classique

Das Kriek Classique aus der belgischen Brauerei Belle Vue, die zum Konzern AB InBev gehört, ist einem klassischen Kriek nachempfunden. Es wurde mit wilden Hefen gebraut, aber nicht mit Früchten, sondern mit Fruchtsaftkonzentrat, auch Aromen finden bei AB InBev Verwendung.

Bordeauxrot strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber steht eine durchschnittlich große rosafarbene und feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Optisch haben die Belgier schon mal alles richtig gemacht.

Das Bier duftet intensiv nach Kirschen, unterlegt durch einen Hauch Karamell.

Der Antrunk ist fruchtig und überraschend trocken. Die reichlich dosierte Kohlensäure verleiht dem Bier eine angenehme Frische. Auch auf der Zunge bleibt die Frucht im Vordergrund. Das Bier wird etwas süßer und ist dabei vollmundig mit einem samtigen Mundgefühl. Die Fruchtigkeit bleibt auch im Abgang dominant und sie klingt durchschnittlich lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, konzentrierter Kirschsaft (2,8 %), Zucker, Kirschen (0,2 %), Aromen, Hopfen, Kräuter (Koriander, Orangenschale)

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Brauerei:

InBev Belgium SPRL/BVBA
Boulevard Industriel 21
1070 Brüssel
Belgien
www.tapintoyourbeer.com